Monat: Juli 2016

Life is daily.

Am ver­gan­genen Don­ner­stag habe ich meine Schlüs­sel übergeben. Die Schlüs­sel meiner Kan­zlei. Vor eini­gen Wochen habe ich euch erzählt, dass ich mich als Recht­san­wältin kom­plett dem Tier­recht widem möchte und genau das habe ich auch gemacht. 90 % aller Man­date entste­hen über das Inter­net. Viele meiner Man­dan­ten sehe ich nie persönlich.

Und so sitze ich Zuhause und arbeite, während die Hunde neben mir liegen und schlafen.

Viele von euch haben mich gefragt, wie mein All­tag eigentlich aussieht?

Nun ja. Eigentlich sieht jeder Tag ähn­lich aus.

Mor­gens lade ich einen Blog­beitrag hoch. Anschließend hole ich meine Akten aus dem Schrank und arbeite nor­maler­weise bis Mit­tags oder bis zum frühen Nach­mit­tag als Anwältin.

Anschließend kom­men Akten, Lap­top und Co. vom Tisch und ich hole meine Näh­mas­chine. Dann wer­den Aufträge genäht, Pro­dukte fotografiert und Neues entwickelt.

Abends schreibe ich Artikel für den Blog.

Zwis­chen­durch gehen wir spazieren, ver­stecken Leck­erlis, spie­len zusam­men und machen die Dinge, die ein Hun­de­herz sich wünscht.

Neben­bei mache ich den Kurs zur Hun­de­frieurin. Per­fekt, dass ich mir hier­bei die Zeit frei ein­teilen kann, denn sonst wüsste ich nicht, wie ich alles unter einen Hut bekom­men sollte.

Und wie schaffe ich das alles?

Eine struk­turi­erte To Do Liste gepaart mit einem guten Zeit­plan sind die besten Grund­la­gen. Zudem arbeite ich auch Samstags.

Son­ntags ist Ruhetag. Da bleibt der Lap­top zu. Das ist mir wichtig. Wir holen Brötchen und Früh­stücken lange. Mit­tags machen wir einen tollen und aufre­gen­den Aus­flug mit den Hun­den. Anschließend schauen wir Serien, liegen auf dem Sofa und essen Unge­sun­des, während die Hunde auf dem Tep­pich liegen und auch etwas zu knabben bekom­men. Manch­mal denke ich daran, was ich noch alles machen kön­nte, aber ich zwinge mich, es nicht zu tun. Son­ntags passiert bei uns nichts und unterm Strich ist das auch richtig so.

Die Reak­tio­nen auf mein Leben sind völ­lig unter­schiedlich. Manche wür­den auch gerne von Zuhause arbeiten. Viele hät­ten auch gerne den ganzen Tag ihren Hund oder ihre Hunde um sich. Und einige finden es cool, dass sich in meinem Leben alles um das Thema Tiere bzw. Hunde dreht.

Es gibt aber auch einige Men­schen, die das nicht ver­ste­hen kön­nen. Ins­beson­dere diejeni­gen, die mich schon “hun­de­los” kan­nten. Seit Queen in meinem Leben ist, habe ich mich stark verän­dert. Meine Pri­or­itäten liegen nun kom­plett auf anderen Din­gen. Sam­stags gehe ich lieber in den Wald statt in der Stadt shop­pen. Die Abende sitze ich lieber gemütlich mit meinen Hun­den vorm TV, statt durch die Kneipen zu ziehen. Ich kön­nte stun­den­lang so weiter machen, doch ihr wisst sicher, was ich meine.

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Du hättest auch in einer Großkan­zlei arbeiten können.”

Du woll­test doch immer Strafvertei­di­gerin werden.”

 

Statt zehn Stun­den täglich in einer Großkan­zlei zu ver­brin­gen, berate ich heute Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion und Hun­de­trainer. Ich setzt Pflegev­erträge auf und vertrete Tierärzte.

Dass ich zudem blogge und einen Hun­deshop habe, macht mich nicht zu einer schlechten Anwältin. Nur weil ich nicht jeden Tag im Hose­nanzug unter­wegs bin, einiges an Tinte unter der Haut trage und auch sonst nicht aussehe wie die typ­is­che Anwältin, bedeutet das nicht, dass ich es nicht drauf habe. Nur weil ich einen Pfoten­ab­druck auf der Hose habe und mein Küchen­tisch voll ist mit Kräuter­mis­chun­gen, Ölen und Hun­denäpfen, heißt das nicht, dass ich vor Gericht und in meiner Robe nicht für das Recht meines Man­dan­ten kämpfen kann wie Püppi um einen Knochen oder Queen um ihren Ball.

Im Gegen­teil.

Würde ich nun in einer Großkan­zlei sitzen und große Unternehmen unter­stützen oder Beschuldigte vertei­di­gen, so würde ich abends nicht im Bett liegen kön­nen und sagen kön­nen, dass ich mit meinem Beruf etwas bewe­gen kann, was mir wirk­lich am Herz liegt.

Ich helfe Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen bei rechtlichen Hür­den, unter­stütze Pflegestellen bei ihrer Arbeit und setze zur Not gerichtliche durch, dass Hunde dor­thin kom­men, wo sie hingehören.

Regelmäßig spende ich Ein­nah­men aus meinem Shop an Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen und Tier­heime im Ausland.

Mit meinen Artikeln auf diesem Blog habe ich schon so manchen Leser davon überzeugt, dass Ket­ten­hals­bän­der in die Tonne gehören und Cesar Mil­lan kein vernün­ftigter Hun­de­trainer ist.

Ich bin mit mir im Reinen.

Ich habe das Gefühl, genau das zu tun, was ich liebe.

2016-07-25 16.19.30 HDR

Mit 27 Jahren habe ich mein Studium been­det. Arbeiten muss ich noch viele viele Jahre.

Soll ich bis dahin jeden Mor­gen um 8 Uhr ins Büro fahren und abends um 20 Uhr nach Hause kom­men? Soll ich täglich etwas tun, was ich gar nicht tun will?

Ich möchte nicht zu denen gehören, die sich Mon­tags mor­gens das Woch­enende zurück wün­schen. Ich möchte mich nicht fra­gen, wann endlich Fre­itag ist.

Ich möchte jeden Tag mit einem Lächeln begin­nen kön­nen und abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen. Ich möchte gerne viel Zeit mit meinen Hunde verbringen.

Und wenn ich lieber Hun­de­trainer juris­tisch berate, statt in einem Schei­dungsver­fahren einen Rosenkrieg zu führen, dann ist das so.

Wenn ich lieber Fut­ter­beu­tel nähe, statt einen Nach­barn zu vertei­di­gen, der durch­set­zen will, dass sein Nach­bar die Hecke kürzt, dann ist das so.

Und wenn ich lieber hier sitze und einen Blog­beitrag schreibe, statt Betrüger zu vertei­di­gen, dann ist auch das so.

Und wenn ich in einem Jahr lieber einem kleinen Shih Tzu Rüden das Fell kürze, statt AGB zu prüfen, ja dann werde ich auch das machen.

Vielle­icht schüt­telt ger­ade der ein oder andere seinen Kopf. Aber das stört mich nicht. Kannst du von dir behaupten, genau das zu tun, was dich berührt? Kannst du sagen, dass in alles was du tust, dein Herzblut steckt?

Vielle­icht sitzt auch der ein oder andere vor seinem Lap­top oder Smart­phone und denkt “Das würde ich auch gerne machen.”

Dann kann ich nur eins sagen: Mach es einfach.

Was hält dich auf?

Ich kön­nte nun mit dem typ­is­chen “Das Leben ist so kurz” — Gerede kom­men, aber das ist mir zu aus­genudelt. Obwohl da echt etwas dran ist. Und wir alle wis­sen das. Du hast die Wahl. Es ist dein Leben. Nur du kannst dafür sor­gen, dass du genau das machst, was du machen möcht­est. Nur du kannst dafür sor­gen, jeden Tag mit einem Lächeln zu begin­nen und abends glück­lich ins Bett zu gehen. Nicht träu­men. Machen.

Das Leben findet nicht erst statt, wenn man in den Ruh­e­s­tand geht. Das Leben beginnt nicht, wenn man sich hochgear­beitet hat und einen besser bezahlten Job hat. Denn Geld ist sowieso nicht der Schlüs­sel zum Glück. Ich kön­nte im meinem Leben nicht so viel Geld ver­di­enen, wie mir die Zeit mit meinen Hun­den wert ist. Und das Leben beginnt auch nicht am Fre­itag, wenn man nach der Arbeit das Woch­enende beginnt. Jeden Mor­gen, wenn du auf­stehst und mit zerzausten Haaren in den Spiegel blickt, beginnt der erste Tag vom Rest deines Lebens. Das Leben ist kein Wartezimmer.

Nimm die Maske ab und schau, was dir wichtig ist.

Werde, wer du sein willst.

Tu Dinge, weil du es kannst und nicht weil du es musst.

 

Und es ist mir egal, ob das ver­rückt klingt.

Denn der Sinn des Lebens ist Leben.

Life is daily.

Hundeleine als Freiheitsberaubung?

Vor rund einer Woche endete bei uns in Nieder­sachen die Leinenpflicht. Die Brut– und Set­zzeit ist vorüber und nun kön­nen die Vier­beiner wieder aus­ge­lassen über Wiesen und Felder toben.

Man kon­nte viele Men­schen beobachten, die sich sehr streng an die Leinenpflicht gehal­ten haben. Auch ich habe mich in den ersten Tagen dieser Zeit mit Geschirr und Schlep­pleine auf den Weg gemacht. Sowohl Queen als auch ich hat­ten schnell die Nase voll. Ich hasse Schlep­pleinen und Queen hasst Geschirre. Eine tolle Kom­bi­na­tion oder?

Gott sei Dank erfuhr ich von einer Fre­undin, dass gar nicht in allen Gebi­eten Leinenpflicht beste­hen würde. Ich erkundigte mich bei der Stadt und hatte das riesige Glück, dass zwis­chen den Pfer­dewiesen am Ende unserer Straße keine Pflicht zum Anleinen besteht.

Wir hiel­ten uns also lediglich in den Gebi­eten auf, in denen die Hunde auch frei laufen durften. Doch nun dürften sie wieder über­all unan­geleint toben und genau das machen sie auch. Und sie sind nicht die einzigen.

Sowohl im Wohnge­biet, als auch im Wald oder auf Wiesen findet man so gut wie keinen angelein­ten Hund mehr. Alle laufen wild durch die Gegend, jagen Hasen über Felder und sprin­gen unkon­trol­liert durch den Wald.

Kommt uns ein anderer Hund ent­ge­gen, so leine ich meine bei­den grund­sät­zlich an. Ich will, dass Püppi lernt, nicht ein­fach auf andere Vier­beiner loszuren­nen. Außer­dem ist Queen ziem­lich eifer­süchtig, wenn Püppi mit anderen Hun­den spielt. Ich komme daher nicht umher beide erst ein­mal anzuleinen.

Der kleine Löwe fiindet ihr neues Halsband meeegaaaaaa :D

Nun möchte ich natür­lich nicht, dass der uns ent­ge­genk­om­mende Hund auf uns zuger­annt kommt. Das ist mit einem angelein­ten Hund schon schwierig, aber mit zwei Leinen und zwei wusel­nden Hun­den erst recht.

Also bitte ich den Zweibeiner seinen Hund zu sich zu rufen. Ins­beson­dere seit der aufge­hobe­nen Leinenpflicht fällt mir sehr deut­lich auf, dass das für viele ein riesen Prob­lem ist.

Ich muss ihn nicht anleinen. Der darf hier laufen.”

Ich hab gar keine Leine dabei.”

Wür­den Sie Ihren Hund ableinen, würde es auch keine Prob­leme geben.”

Warum ist das für so viele Leute ein Prob­lem, ihre Hunde an die Leine zu nehmen?

Man wird ange­se­hen, als würde man Unmögliches ver­lan­gen. Dabei ist die Leine doch keine Strafe.

Zwei bis drei mal die Woche laufen wir Run­den, auf denen die bei­den kom­plett an der Leine bleiben. Auch das müssen sie ler­nen und vor allem darf das für beide kein Prob­lem sein.

Runde2

Natür­lich lasse auch ich meine Hunde gerne ohne Leine laufen. Aber sie Sit­u­a­tion muss es auch zulassen.

Immer wieder taucht neuerd­ings die Frage auf, ob die Leine für einen Hund über­haupt art­gerecht ist?

Dabei vergessen viele, dass eine Leine auch Schutz bedeuten kann. Man schützt den Hund vor fahren­den Autos und vor Auseinan­der­set­zun­gen mit anderen Hun­den. Einige Hunde — und dazu zählt auch Queen — fühlen sich in unan­genehmen Sit­u­a­tio­nen an der Leine sogar sicherer als ohne.

Nie­mand sollte schief angeguckt wer­den, wenn er seinen Hund an der Leine führt. Nie­mand sollte sich weigern seinen Hund anzuleinen, wenn man ihn darum bitte. Und jeder Hund sollte es ken­nen, auch mal an der Leine zu laufen.

Eine Hun­deleine ist art­gerecht und bietet Schutz, Sicher­heit und eine wichtige Hilfe für den All­tag mit einem Hund.

Außer­dem gibt es doch sooo hüb­sche Leinen 🙂

Studie über die Beziehung zwischen Mensch und Hund

In einer umfan­gre­ichen Studie der Uni­ver­sität Bonn haben Psy­cholo­gen die Beziehung zwis­chen Men­sch und Hund unter­sucht. Dabei wur­den drei ver­schiedene Typen von Hun­de­hal­tern her­aus­ge­fildert, die sich in der Ein­stel­lung, dem Ver­hal­ten sowie dem Wohlbefinden des Hun­des unterscheiden.

Es wur­den rund 2.800 Hun­debe­sitzer und dessen Vier­beiner unter die Lupe genom­men. Beson­deres Augen­merk lag dabei auf der art­gerechten Hal­tung, dem Fach­wis­sen sowie der Kom­mu­nika­tion zwis­chen beiden.

43 % gehören zu den “naturver­bun­de­nen und sozialen Hundehaltern”.
Diese schätzen das Leben mit einem Hund, beschäfti­gen sich viel mit ihm und sind kon­tak­t­freudig anderen Zweibein­ern gegenüber. Im Zusam­men­leben mit ihrem Hund ver­hal­ten sie sich auf­grund eines hohen Wis­sens selb­st­be­wusst und sou­verän. Sie sind stets um eine gute Erziehung ihres Hun­des bemüht.

35 % fallen in die Kat­e­gorie “emo­tional gebun­den und stark fix­iert”. Diese Hun­de­hal­ter sehen ihren Hund als ihren eng­sten Fre­und, teil­weise sogar als Part­ner­ersatz. Der Hund ist für sie das Wichtig­ste in ihrem Leben. Sie gehen liebevoll und bewusst mit ihrem Tier um.

22 % sehen ihren Hund als “Pres­ti­geob­jekt” an. Sie wollen mith­ilfe ihres Vier­bein­ers ihr Selb­st­be­wusst­sein und Anse­hen steigern. Der Hund kommt nicht auf seine Kosten, denn der Zweibeiner beschäftigt sich nur ambiva­lent mit ihm und baut keine eige­nen Bindung zu dem Tier auf. Seine Bedürfnisse ste­hen über denen des Hun­des. Sein Fach­wis­sen ist eher ger­ing und sein Ver­hal­ten gegenüber dem Hund meist inkon­se­quent und unbeherrt.

Sommer39

Diejeni­gen, die ihren Hund als Pres­ti­geob­jekt betra­chten, soll­ten wohl besser keinen Hund in ihr Leben lassen. Trau­rig, dass mir spon­tan einige Per­so­nen ein­fallen, die ich direkt in diese Kat­e­gorie stecken würde.

Und zu welcher Kat­e­gorie würde ich mich zählen?

Als ich beim ersten Durch­le­sen der Studie auf die Kat­e­gorie “naturver­bun­den und sozial” traf, dachte ich spon­tan “Jap. Das passt auch zu dir”. Ich schätze das Leben mit meinen Hun­den sehr. Ich beschäftige mich gerne und viel mit ihnen und lege Wert darauf, mir möglichst viel Wis­sen über Hunde, ihre Kom­mu­nika­tion und ihre Bedürfnisse anzueignen. Auch eine gute Erziehung ist mir wichtig, um meinen Hun­den möglichst viel Frei­heit geben zu können.

Doch bin ich wirk­lich kon­tak­t­freudig anderen Zweibein­ern gegenüber?

Nicht immer. Nicht wirklich.

Und dann las ich die zweite Kategorie.

Tat­säch­lich betra­chte ich meine Hunde als meine eng­sten Fre­unde. Als meine treuen Begleiter, die ich am lieb­sten immer um mich habe. Als Part­ner­ersatz? Nein soweit würde ich nicht gehen. Obwohl ich mich schon unwohl fühle, wenn meine Hunde nicht da sind. Wenn Stephan mal ein paar Stun­den weg ist, kann ich das dur­chaus verkraften 😀

Tat­säch­lich sind meine Hunde das Wichtig­ste für mich.

Vielle­icht bin ich eine Mis­chung aus bei­den Kat­e­gorien. Wenn ich mich jedoch für eine entschei­den müssten, dann wäre ich ehrlich, wenn ich mich zu den “emo­tional gebun­de­nen und stark fix­ierten” zählen würde.

2016-07-20 20.14.59

Bin ich emo­tional gebun­den? Ja, auf jeden Fall.

Bin ich stark fix­iert? Ja, ich denke schon.

Ich liebe meine Hunde ein­fach und ich möchte so viel Zeit wie nur möglich mit ihnen ver­brin­gen. Ein art­gerechtes Leben ist mir beson­ders wichtig und ich gebe mir die größte Mühe ihnen alles zu geben, was sie brauchen.

Obwohl ich es grund­sät­zlich und unab­hängig von diesem Thema schwierig finde, mich selbst oder andere einer Kat­e­gorie zuzuord­nen, finde ich die Studie wirk­lich inter­es­sant. Unterm Strich wird es aber kaum möglich sein, eine klare Tren­nung zwis­chen den ohne­hin nur weni­gen Kat­e­gorien zu bilden.

Was denkt ihr über die Studie? In welche Kater­gorie würdet ihr euch einordnen?

Die Haftung bei einem Beißvorfall

Täglich kommt es auf Deutsch­lands Straßen zu Beißereien unter Hun­den. Diese Erfahrung ist sowohl für den Vier– als auch für den Zweibeiner meist äußerst trau­ma­tisierend. Es kön­nen nicht nur erhe­bliche kör­per­liche, son­dern auch enorme psy­chis­che Schä­den entstehen.

Doch wer haftet eigentlich, wenn es zu einer Beißerei kommt? Und wer zahlt, wenn einer der Zweibeiner dazwis­chen geht und eben­falls ver­letzt wird?

Der Fall

Heute beziehe ich mich auf einen Fall, der schon einige Jahre zurück­liegt. Genauer gesagt ereignete sich der Vor­fall Anfang der 90er Jahre. Doch die zugrun­deliegende Gericht­sentschei­dung ist noch heute maßgeblich.

Der Kläger ging mit seinen ord­nungs­gemäß angelein­ten zehn Mon­alte alten Dackel an dem Auto des Beklagten vor­bei. Der sieben Jahre alte Riesen­schnau­zer des Beklagten war eben erst aus dem Fahrzeug aus­gestiegen. Er war nicht angeleint. Als er den kleinen Dackel sah, ran­nte er direkt auf ihn zu. Zunächst beschnup­perten sich die Tiere, doch bere­its wenige Sekun­den später began­nen sie zu raufen. Der Beklagte gab an, dass es lediglich deshalb so weit gekom­men sei, weil der Dackel keine unter­w­er­fende Geste gemacht habe.

Der Riesen­schauzer reagierte nicht auf die Rufe seiner Zweibeiner, sodass der Kläger keine anderen Ausweg mehr sah, als dazwischenzugehen.

Für seinen Dackel kam jede Hilfe zu spät. Trotz tierärztlicher Behand­lung starb er wenige Stun­den nach dem Beißvor­fall. Der Kläger trug eben­falls Ver­let­zun­gen davon. Bei dem Ver­such, die Hunde zu tren­nen, wurde er von einem der bei­den Hunde in die linke Hand gebissen.

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Die Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtver­sicherung des Beklagten erk­lärte sich bereit, dem Kläger 300 DM Schadenser­satz sowie 400 DM Schmerzens­geld zu zahlen. Darüber hin­aus­ge­hende Forderun­gen wur­den abgelehnt. Er müsse sich ein erhe­bliches Mitver­schulden zurech­nen lassen. Schließlich sei all­ge­mein bekannt, dass man bei einer Beißerei zweier Hunde nicht dazwis­chen gehen sollte. Erst recht nicht mit den bloßen Händen.

Die Gerichtsentscheidung

Das Landgericht Nürn­berg — Fürth gab der Klage zum größten Teil statt. Dem Kläger wur­den 1.844 DM Schadenser­satz zuge­sprochen. In dieser Summe waren unter anderem 500 DM für die Anschaf­fung eines Welpen enthal­ten, 500 DM Aufzucht­skosten sowie 120 DM Impfkosten. Zudem wur­den dem Kläger 800 DM Schmerzens­geld zugesprochen.

Die Grundlage der Entscheidung

Der Beklagte muss schon deshalb für die Schadens­fol­gen aufkom­men (bzw. die hin­ter ihm ste­hende Haftpflichtver­sicherung), weil er als Hun­de­hal­ter für sein Tier ver­ant­wortlich ist. Die Haf­tung liegt unab­hängig von einem etwaigen Ver­schulden vor. Das Ver­hal­ten eines Tieres gilt als unberechen­bar, sodass ein Tier­hal­ter selbst dann haftet, wenn ihm per­sön­lich kein Vor­wurf gemacht wer­den kann. Dies ergibt sich aus § 833 BGB.

Kein Mitverschulden

Das Gericht nahm — ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Haftpflichtver­sicherung — kein Mitver­schulden an. Der Kläger habe sich in einem soge­nan­nten Vertei­di­gungsnot­stand befunden.

Diese Sit­u­a­tion hätte ihm juris­tisch betra­chtet sogar ermöglicht, den Riesen­schnau­zer gezielt zu ver­let­zten, um seinen eige­nen Hund zu ret­ten. Ihm ist in einer solchen Sit­u­a­tion erlaubt, was zur Abwehr erforder­lich ist. Dies kann zum Beip­siel ein geziel­ter Schlag oder Tritt sein.

Der Kläger entsch­ied sich für ein milderes Mit­tel, indem er ver­suchte, seinen eige­nen Hund mit der bloßen Hand wegzuziehen.

Das Gericht hätte möglich­weise anders entsch­ieden, wenn etwa sein eigener Hund der Angreifer gewe­sen wäre oder wenn von vorn­herein klar gewe­sen wäre, dass er mit erhe­blichen Ver­let­zun­gen hätte rech­nen müssen.

Hinzu kommt im vor­liegen­den Fall, dass der nicht angeleinte Riesen­schnau­zer ein­deutig kör­per­lich über­legen gewe­sen ist.

Quelle: http://www.petfindu.com/de/blog/wp-content/uploads/hundestreit.png
Quelle: http://www.petfindu.com/de/blog/wp-content/uploads/hundestreit.png

Was nehmen wir aus diesem Fall mit?

Für jeden Schaden, der vom eige­nen Tier verur­sacht wurde, haftet der Tier­hal­ter in der Regel ohne Berück­sich­ti­gung seines eige­nen Verschuldens.

So zum Beispiel dann, wenn der eige­nen Hund einen anderen im Rah­men eines Beißvor­falls verletzt.

Geht der Besitzer eines ange­grif­f­e­nen Hun­des dazwis­chen, um diesen aus der bedrohlichen Lage ret­ten zu kön­nen, und wird er bei diesem Ver­such gebis­sen, so kann er von dem Hal­ter des angreifenden Hun­des Schmerzens­geld verlangen.

Ob man sich bei dem Ret­tungsver­such ein Mitver­schulden zurech­nen lassen muss, hängt von den Umstän­des des Einzelfalls ab. Bei der Abwä­gung spie­len unter anderem Umstände wie die kör­per­liche Über­legen­heit eines Hun­des eine Rolle. Zudem wird berück­sichtigt, welche Hand­lungsmöglichkeiten dem Ein­greifenden zur Ver­fü­gung standen. Zahlre­iche Aspekte kön­nen hier eine Rolle spie­len und es wird in jedem Fall eine kom­plett neue Entschei­dung fallen müssen. Einen all­ge­meinen Grund­satz, dass man sich beißende Hunde keines­falls tren­nen darf, gibt es jeden­falls nicht.

Die größten Gemeinsamkeiten von Queen und Püppi

Gestern drehte sich alles um die größten Unter­schiede zwis­chen Queen und Püppi. Doch so unter­schiedlich die bei­den auch sind, so haben sie doch auch eine Menge gemein­sam. Und genau diese Gemein­samkeiten sollen nicht uner­wähnt bleiben 🙂

Fremde Menschen

Fremde Men­schen sind gruselig. Wenn sich unbekan­nte Zweibeiner den bei­den zuwen­den, wollen sie eigentlich bloß weiter gehen. Queen bleibt da meis­tens sehr ruhig. Sollte es ihr zu gruselig wer­den, stellt sie sich hin­ter mich. Püppi hat keine Prob­lem damit ihre Mei­n­ung zu äußern und bellt auch ein­fach mal drauf los, wenn ihr etwas nicht passt. Mit­tler­weile wird auch sie etwas gelassener, aber so richtig wohl fühlen sich beide nicht mit frem­den Menschen.

Frauli

Entweder wirke ich auf alle Hunde so oder Queen hat Püppi dahinge­hend infor­rmiert. Queen ist ja der felsen­festen Mei­n­ung, dass ich alleine nicht lebens­fähig bin. Nun kön­nte ich wider­sprechen, allerd­ings kann ich mir schon vorstellen, dass ich aus Hun­desicht echt hil­f­los ausse­hen muss. Daher “betreuen” mich beide im Wech­sel. Als ob sie sich abge­sprochen haben. Einer hat mich immer im Blick.

2016-07-24 09.09.57 HDR

Die Rückkehr vom Einkauf

Die bei­den wis­sen ganz genau, wann wir vom Einkaufen zurück­kehren. Dann wer­den die Köpfe in die Taschen und Körbe gesteckt und es wird alles was erre­ich­bar ist abgeschnup­pert. Beim Ein­räu­men der Einkäufe werde ich natür­lich beobachtet und auch hier wer­den die Köpfe in die Taschen gesteckt, sobald wieder etwas her­ausgenom­men wurde.

Auto

Die bei­den fahren unglaublich gerne Auto. Nun ist es in der Regel so, dass wir entweder in die Heimat fahren oder etwas beson­deres vorhaben, wenn wir mit dem Auto weg­fahren. Vielle­icht wis­sen beide schon, dass wir einen Aus­flug machen und sind deshalb happy, wenn es zum Auto geht. Püppi schläft meist die gesamte Fahrt, egal wie lange wir fahren. Wir sind noch nicht ganz aus der Aus­fahrt gefahren, da liegt sie schon auf der Seite und pennt.

Wasser

Beide lieben es im oder am Wasser zu spie­len. Schwim­men ist bei­den nicht so in die Wiege gelegt, aber am Wasser zu plantschen finden beide großartig.

Sommer2

Schlafzeiten

Als ob die bei­den die gle­iche innere Uhr haben, schlafen sie nicht nur zur gle­ichen Zeit ein. Sie scheinen auch gle­ichzeitig wach zu wer­den. Sobald bei einem der bei­den die Augen aufge­hen und so langsam nach dem näch­sten Spielzeug geguckt wird, hört man den anderen schon angeschlichen kommen.

Nasenarbeit

Such­spiele sind für beide das Größte. Am lieb­sten suchen sie gemein­sam im hohen Gras und ver­suchen beide als erstes das Fut­ter­stück zu finden. Gar nicht so ein­fach für mich, weil beide genau wis­sen, worum es geht, wenn das Fut­ter ver­stecke. Mit dem Wort “bleib” haben es dann beide nicht mehr so und rutschen im die Wette mit ihrem Po in meine Richtung.

Sommer31

So unter­schiedlich beide sind, so viele Gemein­samkeiten haben sie auch. Vielle­icht ist es die Mis­chung die dafür sorgt, dass sich beide so gut verstehen 🙂

Die größten Unterschiede zwischen Queen und Püppi

Schon rein optisch kön­nten Queen und Püppi nicht unter­schiedlicher sein. Doch auch vom Charak­ter her sind beide sehr gegen­sät­zlich. Zeit, diese Unter­schiede ein­mal genauer zu betrachten.

Artgenossen

Queen ver­hält sich unbekan­nten Artgenossen gegenüber eher skep­tisch. Da wird erst vor­sichtig geschnup­pert und schüchtern um mich herum geschlichen. Püppi ist da anders. Sie hat zwar mit­tler­weile gel­ernt, nicht ein­fach zu anderen Hun­den hinzuren­nen. Aber sobald man auf Artgenossen trifft, geht es los. Da wer­den direkt alle Reg­is­ter gezo­gen, um den neuen Vier­beiner zum Spie­len aufzu­fordern. Zur Not wird wild herum ger­annt und dabei gebellt. Und sollte der andere keine Lust auf den Wild­fang haben, lässt sie all ihren Charme spie­len. Püppi liebt jeden Hund und das unab­hängig davon, ob das auf Gegen­seit­igkeit beruht.

Sommer16

Lernen

Queen ist schnell verun­sichert, wenn es um Neues geht. Mit einem riesen Frageze­ichen schaut sie mich mit großen Augen an. Lernt sie zum Beispiel einen neuen Trick so tastet sie sich heran wie an rohe Eier. Vor­sichtig erst mal ein Schritt, dann wieder ein fra­gen­der Blick zu mir. Wenn sie es dann aber ver­standen hat, dreht sie völ­lig durch und freut sich wie Bolle. Ich liebe dieses Leuchten in ihren Augen, sobald sie ver­standen hat, worum es geht. Bei Püppi läuft das mehr so nach diesem Motto “Was hast du gesagt? Das hier soll ich machen? Schau schau. Richtig so? Und guck mal was ich noch kann? Ich kann mich auf der Stelle drehen. Los was soll ich jetzt machen? Oh ich hab wieder nicht zuge­hört. Ich spring ein­fach auf den Hin­ter­läufen um Frauli herum.”

Die Reaktion auf ein “Nein”

Manch­mal kommt ein bes­tim­mendes “Nein” von mir. Die Reak­tio­nen der bei­den sind völ­lig unter­schiedlich. Bei Queen gehen direkt die Ohren runter und sie schaut verzweifelt um sich. “Oh nein. Was hab ich nur falsch gemacht?” Steht ihr förm­lich ins Gesicht geschrieben. Bei Püppi sieht die Reak­tion etwas harm­loser aus. “Was hast du mich gemeint? Kann gar nicht sein.” und schwups geht’s weiter mit was auch immer ger­ade in ihren Kopf kommt. Queen liebt es, wenn ich sie lobe und sie weiß, dass sie etwas richtig gemacht hat. Typ­isch Schäfi, sie will mir gefallen. Püppi ist das ziem­lich schnuppe. Haupt­sache sie hat Spaß und kann Blödsinn machen 🙂 Sie hat ihren eige­nen Kopf und will den auch durchsetzen.

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Futter

Bevor etwas zwis­chen Queens Zäh­nen ver­schwindet, riecht sie daran. Vor­sichtig wird erst drüber geleckt und noch mal ein fra­gen­der Blick in meine Rich­tung. Sobald Püppi sieht, dass ich etwas ess­bares in den Hän­den halte, kommt sie mit geöffneter Schauze auf mich zu. Ohne zu riechen ver­schwindet es zwis­chen ihren Minizäh­nchen. Manch­mal spuckt sie es wieder aus, weil Püppi nicht alles frisst. In der Regel schluckt sie es aber ohne groß zu Kauen herunter.

Spielzeug

Queen ist ein Balljunkie. Am lieb­sten spielt sie mit den Bällen von ChuckIt. Natür­lich spielt sie auch mit anderen Sachen, aber sie pro­biert immer wieder ihren Ball ins Spiel zu schmuggeln 🙂 Püppi spielt lieber mit qui­etschen­den Kuscheltieren. Manch­mal nuck­elt sie an den Beinen oder Ohren des Stofftiers, mach­mal qui­etscht sie ein­fach nur vor sich hin.

Entscheidungen

Queen entschei­det sel­ten allein. Will sie in den Bach, bleibt sie zunächst ste­hen und schaut mich fra­gend an. Erst auf mein “ok” geht sie hinein. Püppi hat schon mit 8 Wochen ihre eige­nen Entschei­dun­gen getrof­fen. Will sie auf die Wiesen, quetscht sie sich durch den Zaun. Will sie spie­len, nimmt sie sich ein Spielzeug aus der Kiste und legt los. Fängt es während unserer Runde an zu reg­nen, bleibt sie kurz ste­hen, dreht sich um und geht ein­fach wieder zurück.

Sommer20

 Schlafen

Queen schläft am lieb­sten in ihrem Kör­bchen auf der Seite oder auf dem Rücken. Püppi liegt gern mit­ten im Weg auf dem Boden, während die ihre Vorder– und Hin­ter­beine von sich streckt.

Das Frauli

 Queen ist sehr anhänglich und ver­bringt am lieb­sten den ganzen Tag mit mir. Sie bleibt draußen in meiner Nähe und behält mich stets im Blick. Püppi ist unter­wegs selb­st­ständig. Sie rennt alleine auf die Wiese um einen Schmetter­ling zu ver­fol­gen und kommt schon mal etwas vom Weg ab. Anhänglich ist sie nur, wenn sie müde ist.

Sommer33

So unter­schiedlich die bei­den sind, so gut passen sie auch zusammen.

Queen ist wesentlich entspan­nter und zugle­ich traut sie sich auch mehr. Außer­dem frisst sie besser und mehr. Sie hat einen sehr aus­geprägten Beschützerin­stinkt Püppi gegenüber. Kommt ihr jemand zu nah, der Queen nicht geheuer ist, zeigt sie direkt, dass sie in jedem Fall auf­passen wird. Püppi liebt Queen. Sie ver­sucht stets in ihrer Nähe zu sein und schaut sich viel bei ihr ab.

Gegen­sätze ziehen sich eben an 🙂

Leine von KURI PAI: Die Gewinner stehen fest

In der ver­gan­genen Woche habe ich euch die neue, nach­haltige Leine von KURI PAI vorgestellt.

Den Beitrag findet ihr hier.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die zahlre­iche Teil­nahme an unserem Gewinn­spiel bedanken und euch gar nicht länger auf die Folter spannen.

Hier sind die Gewin­ner einer Leine von KURI PAI.

2016-07-21 17.18.12

Steffi

Super eine neue Leine für unser Kraf­paket Lotte wäre super 😍”

und

Franzi

Für mein 10 Monate altes Schäfi-Energiebündel wär die Leine super! Damit kön­nten wir per­fekt an der Leinen­führigkeit arbeiten :)”

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Die Pro­dukte sind uns kosten– und bed­i­n­ungs­los zur Ver­fü­gung gestellt worden.

Darf es auch etwas weniger sein?

Mon­tags und Sam­stags gehen wir zum Agility. Dien­stags abends tre­f­fen wir uns immer mit mehreren Hunde für eine gemein­same Runde. Mittwochs gehen wir zum Mantrail­ing und Don­ner­stags besuchen wir einen Apportier — Kurs. Fre­itags üben wir für die Beglei­thun­de­prü­fung. Son­ntags steht bei uns nichts auf dem Pro­gramm. Da gehen wir wan­dern. Auf unseren Spaziergän­gen üben wir Tricks und machen Suchspiele.”

Nicht wenig Hunde haben heutzu­tage einen der­ar­ti­gen “Stundenplan”.

In der heuti­gen Gesellschaft zählt nur eins: Leis­tung. Wer keine Leis­tung erbringt, bekommt keine Anerken­nung. Wer keine Erfolge erzielt, genießt keine Aufmerk­samkeit. Nicht sel­ten wird man über erbrachte Leis­tun­gen und Erfolge definiert.

Und dann wären da noch die vie­len neuen Trends, die man unbe­d­ingt als erstes aus­pro­bieren möchte. Cani­cross, Dog Danc­ing und vielle­icht noch Ral­lye Obe­di­ence. Und am besten noch alles auf einmal.

Ver­steht mich nicht falsch.

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Ich finde es abso­lut notwendig, dass wir unsere Hunde art­gerecht beschäfti­gen. Aber das entschei­dende Wort ist “artgerecht”.

Ich halte es nicht für art­gerecht, wenn der Hund fünf Sportarten in einer Woche absolvieren muss. Ich empfinde es nicht als art­gerecht, wenn jeden Tag etwas anderes auf dem Plan steht.

Und vor allem empfinde ich es nicht als art­gerecht, wenn der Men­sch nach eige­nen Wün­schen über die “Hob­bys” des eige­nen Hun­des entscheidet.

Hunde, die kör­per­lich beein­trächtigt sind, wer­den zum Agility geschleppt. Hunde, die über­haupt keinen Spaß an Nase­nar­beit haben, wer­den Sam­stags zum Mantrail­ing gebracht. Hunde, die im Som­mer am lieb­sten nur rum­liegen würde, müssen zum Longieren.

Warum?

Ist es “schick”, wenn der Hund möglichst viele Sportarten macht? Ist es “in”, dass der Hund jeden Tag Ter­mine hat und jeden Tag mehrere Stun­den “arbeiten” muss?

Dieser Beschäf­ti­gungswahn ist völ­lig über­zo­gen. Natür­lich müssen Hunde beschäftigt wer­den und sicher­lich wäre Mantrail­ing eine Möglichkeit. Aber es muss auch zum Hund passen. Nur weil der Men­sch Inter­esse an dieser Sportart hat, muss das noch lange nicht auf den Hund zutreffen.

Es sollte um den Hund gehen und nicht um erzielte Punkte oder gewonnene Pokale.

Hat der Hund kör­per­liche Beein­träch­ti­gun­gen, wäre vielle­icht Nase­nar­beit das richtige. Ist der Hund ein pures Energiebün­del, so hat er vielle­icht Freude am Agility.

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Hunde ruhen täglich zwis­chen 16 und 20 Stun­den. Dise Zeit ist enorm wichtig, damit der Hor­mon­haushalt des Hun­des im Gle­ichgewicht bleibt. Inter­es­sant ist auch, dass Rasse­hun­den häu­fig ein erhöhtes Beschäf­ti­gungs­bedürf­nis nachge­sagt wird. Dabei ruhen Rasse­hunde die meiste Zeit des Tages, wenn sie selb­st­bes­timmt leben dürfen.

Queen ist ein Schäfer­hund. Ein Arbeit­stier, wie man so schön sagt.

Doch auch sie muss nicht ständig beschäftigt wer­den. Oft werde ich gefragt, wie häu­fig ich in der Woche fährten gehen würde und wie sich Queen auf dem Hun­de­platz macht. Wir gehen nur sel­ten fährten und auf dem Hun­de­splatz sieht man uns nie. Selbst sog. Arbeit­shunde sind mit einer abwech­slungsre­ich gestal­teten Runde durch den Wald mit ein paar ver­steck­ten Fut­ter­brocken und einem gemein­samen Spiel völ­lig glück­lich. So oft sehe ich Men­schen mit Bor­der Col­lies oder Aus­tralian Shep­erds, die ihre Hunde maß­los über­fordern. Die sind mit sechs Monaten in der Lage die Beglei­thun­de­prü­fung abzule­gen und kön­nen 20 ver­schiede­nen Tricks. Ganz ehrlich: Muss das sein? Man fährt die Hunde auf ein Level, welches völ­lig unnatür­lich und nicht art­gerecht ist.

Püppi ist noch jung. Mit ihren fünf Monaten steckt sie voller Energie und Bewegungsdrang.

Würde ich dem nachgeben, würde ihr Hor­mon­haushalt völ­lig aus dem Gle­ichgewicht ger­aten. Sie wäre reizbar und unaus­geglichen, weil ihr erhe­blich viel Schlaf fehlen würde. Manch­mal muss man die Hunde eben auch zur Ruhe zwingen.

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Bei uns sieht der All­tag so aus:

Wir gehen früh mor­gens eine kleine Runde von ca. 25 — 30 Minuten, damit sich die Hunde lösen kön­nen. Auf dieser Runde passiert rein gar nichts. Über den Tag verteilt gehen wir ca. alle vier Stun­den raus. Diese Run­den fallen dann in der Regel etwas länger aus. Ein­mal täglich machen wir auf einer dieser Run­den für ca. 10 Minuten Nase­nar­beit. Das sieht meist so aus, dass ich Leck­erlis ver­stecke oder zwis­chen­durch ins hohe Gras werfe. Queen macht ein­mal täglich einige Tricks. Dies hat zwei prak­tis­che Gründe. Zum einen stärkt das ihr Selb­st­be­wusst­sein. Zum anderen han­delt es sich dabei um Übun­gen, mit denen wir die Musku­latur trainieren können.

Püppi geht ein­mal pro Woche in den Junghun­dekurs. Queen belegt zwis­chen­durch Kurse wie “Suchen im Trüm­mer­feld” oder “Suchen kleiner Gegen­stände” bei Rütter’S D.O.G.S. Je nach­dem was zur Zeit ange­boten wird und je nach­dem, was ihr Spaß macht.

Das war es auch schon.

Zwis­chen­durch übe ich den Rück­ruf mit Püppi und wenn sich Zeit ergibt, dann üben wir das Apportieren oder ich bringe ihr kleine Tricks bei. Das mache ich aber nicht täglich und schon gar nicht, weil ich das beson­ders niedlich finde oder weil ich sie zu einem Roboter aus­bilden will. Püppi hat ein­fach Spaß an der Sache und ich kann sie mit Kop­far­beit sehr gut auslasten.

Die kom­plette Erziehung von Püppi lief “neben­bei”. Ich bin kein Hun­de­men­sch, der sich auf den Hun­de­platz stellt oder gezielt die Leinen­führigkeit trainiert. Da habe weder ich noch meine Hunde Lust zu. Bei uns ergibt sich die Erziehung im All­tag. Das war schon bei Queen so. Klar dauert es dann vielle­icht etwas länger, aber es passiert ohne Druck und in der Regel auch mit mehr Freude (zumin­d­est empfinden wir das so). Püppi ist 5 Monate alt. Sie kann Sitz, Platz, Bleib und Tabu. Sie ist zu 90% abruf­bar und kann schon ganz gut apportieren. Und all das hat sie zwis­chen­durch im All­tag gelernt.

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Sobald Püppi alt genug ist, werde ich mit ihr zum Agility fahren. Wenn es ihr Spaß macht, wäre das ein super Hobby für uns. Wenn sie es blöd findet, lassen wir es und schauen, ob sie andere Sportarten cool findet.

Ob man nun auf den Hun­de­platz geht, muss jeder selbst entschei­den. Ob man mit seinem Hund Sport machen möchte, ist eben­falls jedem selbst überlassen.

Solange man eines nicht ver­gisst: die Bedürfnisse des Hundes.

Die Grenze ist dann erre­icht, wenn der Hund keine Freude mehr bei “seinem Hobby” empfindet. Die Grenze ist auch dann erre­icht, wenn täglich etwas anderes auf dem Plan steht.

Immer öfter beobachte ich, wie sich Hunde dem Men­schen anpassen müssen. Das fängt schon bei einem Spazier­gang an. Dabei gehen wir doch für unseren Hund raus. Warum ver­hal­ten wir uns dann nicht so? Die Men­schen laufen schnellen Schrittes die Strecke ab, dabei wäre es viel art­gerechter, wesentlich langsamer zu laufen.

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Habt ihr euren Hund schon mal den Weg bes­tim­men lassen?

Ich habe das Exper­i­ment vor Kurzem gemacht. Queen ging immer in das gle­iche Gebiet. Mal ging sie links herum, mal rechts. Mal erst in den Wald, mal erst auf die Wiese. Es han­delte sich immer um das gle­ich “Revier”, doch sie ging unter­schiedliche Strecken inner­halb dieses Gebi­etes und vor allem ging sie viel langsamer als ich dachte. Sie schnüf­felte aus­giebig und blieb manch­mal ein­fach nur ste­hen und beobachtete einen Vogel.

Hunde sind auch glück­lich, wenn sie ein­fach mal durch den Wald streifen dür­fen. Ein­fach mal über­all schnüf­feln kön­nen, wo sie möchten. Ein paar Kekse zusam­men mit seinem Zweibeiner suchen oder gemein­sam über die Wiese toben.

Bei all den Beschäf­ti­gungsmöglichkeiten dür­fen wir eines nicht aus den Augen ver­lier­ren: die Bedürfnisse unserer Hunde

Hund im Taxi? Das sagt die Rechtsprechung

Ehrlichge­sagt bin ich noch nie mit meinem Hun­den Taxi gefahren. Doch in diese Sit­u­a­tion kann man schneller gelan­gen, als man denkt. Was ist, wenn das Auto nicht mehr ansprin­gen will? Oder wie kom­men wir nach Hause, wenn unser Hund sich unter­wegs ver­letzt und nie­mand uns abholen kann?

Grund­sät­zlich hat ein Tax­i­fahrer eine soge­nan­nte Beförderungspflicht. Doch diese gilt grund­sät­zlich nur für den Fahrgast und dessen Gepäck. Doch zählt ein Hund zu den Sachen eines Fahrgastes? Und kann der Tax­i­fahrer vielle­icht sogar einen höheren Fahrpreis verlangen?

Tiere wer­den vor dem Gesetz nach wie vor wie Sachen behan­delt. Und da der Tax­i­fahrer auch die Sachen des Fahrgastes trans­portieren muss, muss er also auch das Tier des Fahrgastes mitnehmen.

Weigert er sich, kann ihm sogar ein Bußgeld aufer­legt werden.

Hunde, Katzen und anderen Klein­tiere müssen unent­geltlich befördert wer­den, sofern die örtlichen Tax­i­tar­ifverord­nun­gen keine geson­derte Zuschlagsregelung für Gepäck und Tiere enthält. In München zum Beispiel wird ein Zuschlag von 60 Cent pro Gespäck­stück ver­langt. Diese 60 Cent müssten dann auch für den Trans­port eines Hund bezahlt werden.

Das Amts­gericht Ham­burg entsch­ied, dass kleine Hunde im Fußraum trans­portiert wer­den dür­fen (Amts­gericht Ham­burg, Az.: 234 OWi 163/13). Diese müssen allerd­ings von ihrem Besitzer fest­ge­hal­ten wer­den und dür­fen sich nicht frei im Fahrzeug bewe­gen. Größere Vier­beiner müssen in den Kof­fer­raum. Dies bedeutet gle­ichzeitig, dass es sich bei dem Taxi um einen Kombi oder ein sog. Großr­raum­taxi han­delt muss.

Prob­leme kön­nen entste­hen, wenn es sich beispiel­sweise um einen Kombi han­delt, dessen Kof­fer­raum nicht zum Fahrgas­traum abge­trennt ist. Kommt es hier zu einem Unfall, kann das erhe­blich Folge haben. KfZ — Ver­sicherer nehmen in der­ar­ti­gen Fällen in der Regel eine Mitschuld des Tax­i­fahrers an, da er das Tier ord­nungs­gemäß hätte sich­ern müssen.

Han­delt es sich um einen nor­malen Kof­fer­raum — auch Stufen­heck genannt — darf der Hund aus tier­schutzrechtlichen Grün­den nicht darin trans­portiert wer­den (OLG Düs­sel­dorf, Az.: IV-5 Ss (OWi) 221/03 — (OWi) 6/04 I).

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Also muss der Taxifahrer jedes Tier transportieren?

Nein.

Der Tax­i­fahrer darf die Mit­nahme eines Tieres ver­weigern, wenn er aller­gisch auf das Tier reagiert oder schlicht Angst hat. Dies ist auch ver­ständlich, da sich bei­des neg­a­tiv auf die Konzen­tra­tion des Tax­i­fahrers und Sicher­heit der Fahrzeu­g­in­sassen auswirken kann. In konkreten Fällen han­delte es sich um einen Schäfer­hund (OLG Hamm, Az.: 3 Ss OWi 61/92) und einen Dober­mann (OLG Düs­sel­dorf, Az. IV-5 Ss (OWi) 221/03 — (OWi) 6/04 I), vor denen sich die Tax­i­fahrer fürchteten und die sie daher nicht trans­portieren woll­ten. In solchen Fällen, in denen sich ein Fahrer recht­mäßig weigert, ein Tier zu befördern, muss er allerd­ings in der Zen­trale einen anderen, passenden Wagen anfordern.

Wer also mit seinem Tier zu Unrecht nicht in einem Taxi befördert wor­den ist, kann sich Datum, Uhrzeit, Num­mern­schild sowie Konzes­sion­snum­mer des Taxis notieren und eine Beschw­erde beim örtlichen Straßen­verkehrsamt einreichen.

Vor der Fahrt sollte man allerd­ings sich­er­stellen, dass der Hund das Taxi nicht beschmutzen wird, weil man sonst als Hun­de­hal­ter zur Kasse gegeten wer­den kann.

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Wer so aussieht, sollte vielle­icht nicht in ein Taxi steigen 😀

Fazit

Der Tax­i­fahrer wird unsere Hunde also in der Regel mit­nehmen müssen. Wer ein Taxi bestellt und seinen Hund mit­nehmen möchte, sollte gle­ich bei der Anforderung den gewün­schten Trans­port seines Tieres ansprechen, damit ein entsprechen­des Fahrzeug einge­setzt wer­den kann.