Monat: August 2016

Blogreihe Handicaphunde — Rede du nur!

Heute geht es weiter mit unserer Blo­greihe zum Thema Hand­i­ca­phunde. Heute erzählt uns Diana die Geschichte ihrer Hündin Jessi. 

Ein Hund mit Hand­i­cap ist eine Last. Er beein­trächtigt das Leben und schränkt einen ein. So sehen das viele Men­schen. Aber ich finde, dass dem nicht so ist. Meine Hündin ist taub und damit leben wir jetzt schon 1,5 Jahre.

Jessi ist 15 und darf so langsam dem Zahn der Zeit nachgeben. Dazu gehört nun mal auch lei­der die Taub­heit. Natür­lich haben weder mein Fre­und noch ich uns gefreut, als wir sicher waren, dass sie taub ist. Mir viel schon auf, dass sie nicht mehr reagierte, wenn ich mit den Leck­erli raschelte oder beim Gassi nicht gle­ich auf Abruf zu mir kam. Aber man darf im Rentenal­ter ja schw­er­hörig wer­den. Aber daraus wurde sehr schnell Taub­heit. Heute reagiert sie nur noch sel­ten mal auf Geräusche. Aber die große Frage ist, wie wir damit jetzt zu Recht kom­men. Mein Fre­und hat den Vorteil, dass er Mon­tagear­beiter ist und Jessi nur am Woch­enende sieht, somit musste er sich damit nicht auseinan­der setzten 😉

DSC_1074

Ich hatte von Anfang an Jessi auch Handze­ichen beige­bracht, schließlich war klar, dass sie taub wer­den kön­nte. So hatte ich einen Vorteil und kon­nte fast ganz nor­mal Kom­man­dos weiter geben. Ein größeres Prob­lem stellte aber der Gas­si­gang da. Ein Hund, der nicht hören kann, ohne Leine? Das geht nicht. Also habe ich ange­fan­gen, lange Leinen zu kaufen. Nicht nur eine Schlep­pleine, son­dern auch eine Flex­ileine und auch so län­gere Leinen. Ich möchte, dass Jessi auch an der Leine viel Schnüf­feln kann. Die Umgewöh­nung war gar nicht so ein­fach. Immer wieder wollte ich mit Jessi reden, ihr Kom­man­dos geben. Aber wie bekommt man den tauben Hund dazu, einem Aufmerk­samkeit zu schenken? Ein feines Ziehen an der Leine. Kein reißen oder mit viel Gewalt, ich möchte ja nur, dass sie mich ansieht. Dann kann ich ihr mit Handze­ichen zu ver­ste­hen geben, was ich von ihr möchte. Reagiert sie allerd­ings so gar nicht auf das leichte Ziehen, gibt es schon mal einen kleinen Ruck und im „schlimm­sten“ Fall gehe ich zu ihr und stupse sie an. Wenn Jessi und ich alleine auf unserer Runde unter­wegs sind, darf sie gele­gentlich mal ohne Leine laufen. Dann erin­nert sie sich an das, was sie gel­ernt hat und schaut sich immer wieder zu mir um und wartet auf mich. Dann bekommt sie ein Leck­erli und Streicheleinheiten.

Auch zu Hause komme ich gut damit zu recht. Wenn ich etwas von Jessi möchte, sorge ich dafür das sie mich ansieht und „sage“ ihr dann, was ich möchte. Ärg­er­lich ist es nur, wenn ich sie wecken muss. Ich weiß, schlafende Hunde soll man nicht wecken. Aber wenn ich Jessi nicht wecke, wenn ich weggehe oder ins Bett und sie dann aufwacht und ich nicht da bin, jault sie und sucht mich in der Wohnung.

DSC_2398

Wenn Jessi an der Leine rüpelt ist es am Schwierig­sten. Sie hört mein AUS ja nicht mehr. Und sie und ein­fach sitzen bleiben? Niemals. Das ist doch voll öde. Dann greife ich ihr ans Ohr, nicht fest, son­dern nur ganz leicht, das reicht meis­tens schon aus. Dann kann ich sie ins Sitz brin­gen und wieder weiter laufen.

Aber ist es für mich eine Last oder eine Ein­schränkung? Nicht wirk­lich. Als ich Jessi bei mir auf nahm war und bin ich immer noch bereit, mein Leben wegen ihr umzustellen. Ein Tier ist kein Spielzug, son­dern ein Lebe­we­sen. Und da kann es schon mal vorkom­men, dass es zu Verän­derun­gen kommt oder vielle­icht sind diese auch schon ange­boren. Man sollte damit ver­suchen umzuge­hen und das Beste daraus zu machen und es sollte keine Last sein. Jessi und ich kom­men mit dem Hand­i­cap sehr gut zu recht und machen das Beste daraus. Das Schöne daran ist, egal was und wie viel ich ihr sage – sie kann sich nie beschw­eren, dass ich zu viel rede 😉

Vie­len Dank für diesen Beitrag! Schön, dass du dabei warst!

Gastbeitrag von Sören Emmzwoaka — jetzt wird es lustig

Heute gibt es wieder etwas zum Schmun­zeln, denn Sören Emmz­woaka hat passend zu den in dieser Woche anste­hen­den heißen Tage wieder eine lustige Kurzgeschichte für uns.

Achtung Satire: Von Blut­saugern, die keine Vam­pire sind, und Bernstein-Kokos-Lavendel-Parfüms

Wenn ich mit Moritz in der Zecken­zeit vom gemein­samen Dauer­lauf zurück­kehre, führen wir eine Auszäh­lung durch: Wer hat mehr Blut­sauger einge­sam­melt? Moritz gewinnt meist deut­lich mit drei zu null. Im ersten Augen­blick erstaunt das, denn wir laufen ja die gle­ichen Wege, sind durch eine Leine miteinan­der ver­bun­den und daher per­ma­nent max­i­mal einen Meter voneinan­der ent­fernt. Ander­er­seits halte ich mich auf den Gehwe­gen, während Moritz den vollen Radius der Leine aus­nutzt, um auch mal durch das Gebüsch am Weges­rand zu streifen. Von oben betra­chtet bin ich wahrschein­lich nur ein Kopf mit Schul­tern und regelmäßig her­vorzuck­enden Ober­schenkeln, der für her­ab­fal­l­ende Zecken nicht mal halb so gut zu tre­f­fen ist wie der längliche Hun­dekör­per. Ein Sieg der men­schlichen Evo­lu­tion und Kul­tur: Weil ich auf zwei Beinen gehe und meinen Kör­per mit Stof­fen bedecke, ver­liere ich die Zecken-Zählung gegen Moritz.

IMG-20150703-WA000

Sind die Zecken in Moritz‘ Fell lokalisiert, hole ich das OP-Besteck und die Chefärztin, sprich Zecken­zange und Frauchen. Nur Patient Moritz hat ger­ade keinen Ter­min frei und ver­sucht sich um den Ein­griff zu drücken. Prinzip­iell ist seine Tak­tik, schneller um den Tisch herum­laufen zu kön­nen als ich, zwar schlüs­sig, aber da wir zu zweit sind, führt ihn seine Flucht den­noch recht schnell in die Arme des medi­zinis­chen Per­son­als. Ich fix­iere den Patien­ten, wie man es aus Mittelalter-Filmen kennt, wo einer armen Seele ohne Betäubung ein fauler Zahn gezo­gen wird, und Frauchen setzt die Zange an. Manch­mal sind mehrere Anläufe erforder­lich — sehr zum Ver­druss des Patien­ten. Was dem mit­te­lal­ter­lichen Zah­n­pa­tien­ten sein Schnaps war, ist Moritz die Leber­wurst, eine gute Betäubung. Manch­mal erin­nert mich die Wurst aber viel mehr an den Lutscher, der Kindern nach einer harm­losen Spritze über­re­icht wird.

So ner­ve­naufreibend die Zecken­ziehun­gen auch sind: Man will sie nicht dauernd erleben. Es wäre also ganz prak­tisch wenn die Anti-Zecken-Tipps wirk­lich wirken wür­den. Ange­blich schrecken Bern­stein, Laven­del oder Kokosöl die Viecher ab. Ver­dop­pelt es den Effekt, wenn man den Bern­stein in Kokosöl badet und dann mit Laven­del par­fümiert? Und was macht man dann mit dem Klotz: Als Kette um den Hals legen? Weichkochen und verabre­ichen? Als Zah­n­er­satz implantieren? Ich bin ratlos.

Bloß keine „Chemie“: Die Risiken und Neben­wirkun­gen kön­nen Sie sich an einer Pfote abzählen!

Püppi

Lust auf mehr?  Oder vielle­icht auf der Suche nach einem tollen Geschenk?

Weite lustige Geschichten von Sören Emmzwoaka und seinem Hund Moritz sind unter dem Titel “Aus dem Leben eines Rüden” z.B. über Amazon hier* bestellbar.

Cover Aus dem Leben eines Rüden 
Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
 
 
*Bei dem Link han­delt es sich um einen soge­nan­nten Ama­zon Affil­i­ate Link. Wenn ihr auf diesen Link klickt und das Pro­dukt auf Ama­zon bestellt, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion. Für euch ist das völ­lig kosten­los. Ich habe dadurch die Möglichkeit Anschaf­fun­gen für diesen Blog zu täti­gen, um zum Beispiel Pro­dukte für euch testen zu können. 

Hundebesitzer, die keine sein sollten

Wir alle ken­nen Hun­debe­sitzer, bei dessen Umgang mit ihrem Hund wir uns zwangsläu­fig die Frage stellen:

Warum in Gottes Namen hat dieser Men­sch einen Hund?”

Es gibt sie tat­säch­lich. Men­schen, die ihren Hund 10 bis 12 Stun­den alleine lassen. Men­schen, die drei mal am Tag für 10 Minuten mit ihrem Hund nach draußen gehen. Men­schen, die keine Ahnung haben, was gesunde Ernährung bedeutet. Men­schen, denen “art­gerechte Beschäf­ti­gung” ein Fremd­wort ist.

Und trotz­dem haben sie einen Hund.

Warum eigentlich?

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich eine ganz bes­timmte Dame vor Augen. Wir begeg­nen ihr nahezu täglich, weil sie direkt an unserer Straße “ihre Runde” geht. Und mit “ihre Runde” meine ich, dass sie drei mal am Tag einen bes­timmten, ca. 200 m lan­gen Weg rauf und wieder runter läuft. Begleitet von ihrem Dackel namens “Rudolf”.

Um die Rechte des sowieso schon bemitlei­denswerten Hun­des nicht zu ver­let­zen, habe ich den tat­säch­lichen Namen in “Rudolf” geändert. 

Nun muss man sich das so vorstellen. Die Dame mit ihrer stets per­fek­ten Fön­frisur läuft zusam­men mit ihrem Dackel diesen Weg ent­lang. Furcht­bar langsam, denn Rudolf bleibt an nahezu jedem Grashalm ste­hen. Manch­mal auch ein­fach nur so. Er steht dann mit­ten auf dem Weg und guckt. Die Dame ver­hält sich so, als sei Rudolf ein Pferd. Und damit meine ich, sie bleibt schlicht daneben ste­hen. Ob nun ein Auto oder ein Fahrrad kommt, wird erst ein­mal ignori­ert. Die bei­den ste­hen, wo sie ste­hen. Sollte ein gen­ervter Aut­o­fahrer hupen, zuckt sie mit den Schul­tern und schaut hil­f­los auf ihren Dackel hinunter.

Komme ich ihr mit Queen und Püppi ent­ge­hen, bewegt sich Rudolf keinen cm mehr. Wenn man Glück hat, ist er am Rand ste­hen geblieben und man kann schnell vor­beis­chle­ichen. Wenn man Pech hat, steht er mit­ten im Weg. Je näher man kommt, umso wahrschein­licher ist es, dass er anfängt zu bellen.

Da die Dame Püppi unglaublich niedlich findet, ver­sucht sie meist, mit mir ins Gespräch zu kommen.

Vor Kurzem ging es um das Thema Zecken. Stolz berichtete sie, dass sie nun zu einer Heil­prak­tik­erin gehen würde. Diese ganz Chemie wäre ja nicht so gut, habe sie gehört. Die haben ihr Kokosöl emp­fohlen, aber das habe sie direkt weggeschmis­sen, weil das war gar nicht flüs­sig, son­dern hart. Kann ja nicht richtig sein.

Nach­dem ich ihr erzählt hatte, dass das Kokosöl genauso sein muss, kon­nte ich es nicht lassen. Ich stelle sie gerne. Die Fra­gen aller Fragen.

Was frisst Rudolf denn?”

Mit stolzer Brust erzählte sie, dass Rudolf das Fut­ter von “Gut und Gün­stig” bekom­men würde (das scheint wohl die Marke von EDEKA zu sein). Sie habe in einem Test gele­sen, dass das Fut­ter so gut abschnit­ten hätte und schließlich ver­di­ent ihr Rudolf nur das Beste. Sie wüsste zwar, dass all ihre Fre­undin­nen der Mei­n­ung seien, Rudolf wäre total ver­wöhnt, aber das sei ihr egal. Denn Rudolf sei ja wie ihr Kind, daher würde sie keine Kosten und Mühen scheuen.

Was füt­tern Sie denn?”

Ich barfe.

Ach das ist das mit dem rohen Fleisch oder? Das mag mein Rudolf nicht.”

In meinem Kopf set­zten sich mehr und mehr Teile eines Puz­zles zusam­men. Von der anderen Seite aus kam ein Paar mit einem Hund auf uns zuge­laufen. Rudolf stellte sich mit­ten in den Weg. Sie tat so, als würde sie ihn ver­suchen zur Seite zu ziehen. “Na, will er wieder nicht weit­er­laufen?” fragte das Frauchen des ent­ge­genk­om­menden Hundes.

Sie wis­sen ja wie er ist.”

Der andere Hund war vor­beige­gan­gen und ich wollte die erste Chance nutzen, um mich ver­ab­schieden zu können.

Sagen Sie mal, wis­sen Sie warum Rudolf so ist? Der hört nie auf mich und bleibt ein­fach ste­hen, wenn er das will.”

Sollte ich nun höflich oder ehrlich sein? Ich entsch­ied mich für die ehrliche Vari­ante. Doch sie kam scho­nungsloser als ich es von mir erwartet hatte.

Weil er Sie total lang­weilig findet.”

Stille.

Hunde wollen beschäftigt wer­den. Rudolf ist total gelang­weilt. Der will nicht jeden Tag die gle­ichen 200 Meter ent­lang laufen. Der will auch mal spie­len und was erleben.”

Bevor ich arbeiten gehe, gehe ich mit Rudolf die große Runde. Dann gehen wir da vorne links in den Wald rein und er darf schnuppern.”

Meinen Sie den 10 Meter lan­gen Weg?”

Er schnup­pert da so gerne.”

Gott sei Dank klin­gelte das Tele­fon der Dame und ich kon­nte mich schnell ver­ab­schieden und gehen.

Das Gespräch war unan­genehm. Und wie ich es nicht anders erwartet habe zudem über­flüs­sig. Denn sie geht immer noch drei mal täglich die gle­ichen 200 Meter entlang.

Armer Rudolf.

Ich werde es wohl nie verstehen.

Pferdekauf — Ansprüche gegen den beauftragten Tierarzt

Nicht sel­ten wird vor einem Pfer­dekauf ein Tier­arzt beauf­tragt, der den Gesund­heit­szu­s­tandes des Tieres beurteilen soll. Schließlich geht es um viel Geld und oft wird ein Pferd zu einem ganz  bes­timmten Zweck gekauft.

Doch wie sieht es juristisch aus, wenn der Tierarzt einen Fehler macht, etwas übersieht oder eine (absichtlich) falsche Einschätzug abgibt. Haftet der Tierarzt in einem solchen Fall? Und wie wirkt sich ein vereinbarter Haftungsausschluss aus?

In dem zugrunde liegen­den Fall erwarb eine Dame von einem Pfer­de­v­erkäufer eine laut Kaufver­trag vier Jahre alte Schim­mel­stute als Reitpferd zu einem Kauf­preis von 2.700 EUR. Das von dem Verkäufer angegebene Alter entsprach dem im Pfer­de­pass geführten Gebursts­da­tum des Tieres.

Der Kaufver­trag sollte wirk­sam wer­den, wenn die soge­nan­nte Ankauf­sun­ter­suchung durch einen Tier­arzt pos­i­tiv ist. Der Verkäufer beauf­tragte daraufhin einen Tier­arzt für eben diese Unter­suchung. Hier­bei wurde ver­traglich vere­in­bart, dass der Verkäufer kein­er­lei Ansprüch gegen den Tier­arzt habe.

2016-08-16 10.11.31

In dem über die Ankauf­sun­ter­suchung erstell­ten Pro­tokoll ver­merkte der Tier­arzt nicht, dass die Stute noch ein voll­ständi­ges Milchge­biss hatte und deshalb ent­ge­gen der Angaben in ihrem Pass noch keine vier Jahre alt sein konnte.

Die Käuferin des Pfer­des erfuhr, dass das Pferd erst 2,5 Jahre alt war und ver­langte daraufhin Schadenser­satz von dem Tier­arzt. Die ihr entste­hen­den Aufwen­dun­gen, bis das Pferd vier Jahre alt ist, wollte sie von dem Tier­arzt ersetzt haben. Das Pferd sei jetzt nicht als Reitpferd ein­set­zbar. In Ken­nt­nis des tat­säch­lichen Alters hätte sie von dem Kauf des Tieres abgesehen.

Das Ober­lan­des­gericht Hamm sprach der Käuferin des Tieres 4.500 EUR Schadenser­satz zu. Dem zwis­chen dem Verkäufer und dem Tier­arzt vere­in­barten Ver­trag über die Ankauf­sun­ter­suchung ent­falte Schutzwirkun­gen für den Käufer. Eine Haf­tung könne hier­bei nicht aus­geschlossen werden.

Recht3

Der Tier­arzt hätte auf das fehler­haft angegebene Geburts­da­tum hin­weisen müssen. Da die Käuferin das Pferd unter diesen Umstän­den nicht erwor­ben hätte, muss der Tier­arzt ihr den Schaden erset­zen, der ihr durch den Erwerb auf­grund des falschen Befun­des ent­standen ist.

Die 4.500 EUR set­zen sich aus den Unterbringungs-, Verpfle­gungs– und Behand­lungskosten für die Stute zusam­men bis diese 4 Jahre alt sein würde.

Fazit

Ein für eine Ankauf­sun­ter­suchung beauf­tragte Tier­arzt haftet gegenüber dem Käufer für Fehler bei dieser Unter­suchung und zwar selbst dann, wenn zwis­chen dem Tier­arzt und dem Verkäufer ein Haf­tungsauss­chluss vere­in­bart wor­den ist.

 

Ober­lan­des­gericht Hamm, Urteil vom 05.09.2012 — 21 U 143/12

Hundeblogger — Domino : Wir sind dabei

Vor Kurzem rief Julia von der MiDoggy Com­mu­nity das Hun­de­blog­ger — Domino ins Leben.

Am Mittwoch sind auch wir nominiert wor­den und so möchten wir natür­lich gerne teilnehmen.

Eigentlich war heute ein ganz anderer Beitrag geplant, doch wir möchten gerne so früh wie möglich mit­machen. Schließlich müssen auch wir gle­ich eine Nominierung aussprechen und der Kreis der noch nicht nominierten wird immer kleiner. Und da ich nicht irgendwen nominieren möchte, nur weil er noch nicht an der Reihe war, haue ich mal schnell in die Tasten.

Nominiert wur­den wir von der lieben Nicole vom großar­ti­gen Hun­de­blog Moe&Me. Darüber habe ich mich natür­lich sehr gefreut. Nicole und ich sind — so gut es über die vie­len km zwis­chen uns möglich ist — dicke Blog­ger­fre­undin­nen gewor­den. Ver­gan­ge­nes Jahr haben wir eine Woche bei ihr und Moe ver­brin­gen dür­fen und ich erin­nere mich gern an die Zeit zurück, schaue gern die Fotos an und hoffe sehr, dass wir es vielle­icht noch schaf­fen, uns auch dieses Jahr noch ein paar Tage zu sehen 🙂

Queen, Püppi und Moe

 

So. Nun ist es an der Zeit, das Spiel fortzuführen. Hier­bei geht es darum, dass man zwei seiner lieb­sten Blogs nominiert, diese in zusam­men mit seinem eige­nen Bild in ein Domi­nos­tein zaubert und ein paar Worte zu dem Blog schreibt. Schließlich soll ja jeder erfahren, warum man aus­gerech­net diese bei­den Blogs nominiert hat.

Für mich nicht ein­fach, da ich von meinem Lieb­sten selbst nominiert wor­den bin und ich daher schon mal nicht zurück nominieren kann 😀

Na dann wollen wir mal.

That’s Chilli

2016-08-25 07.43.10

 

Direkt fiel mit die liebe Jule und ihre hüb­sche Chilli ein.

Zu jeder Nominierung sollen drei Gründe genannt wer­den, warum aus­gerech­net dieser Blog genannt wurde.

  1. Jule ist ein­fach eine zauber­haft liebe und nette kleine Maus, die ich schon lange bevor sie ange­fan­gen hat zu bloggen in mein Herz geschlossen hab.
  2. Jule macht ganz wun­der­schöne Fotos von ihrer wirk­lich tollen Chilli.
  3. Chilli und Queen haben ganz viele Gemein­samkeiten und es ist immer wieder lustig, wenn wir weit­ere entdecken 🙂

 

Schnüffelinspektor Timmy

2016-08-25 07.42.54

Meinen lieb­sten Schnüf­feltin­spek­tor ver­folge ich eben­falls total gerne, daher darf er auf meiner kleinen Liste nicht fehlen.

  1. Ich liebe Vickys Fotos. Ich bin kein Profi, aber ich finde sie ein­fach nur perfekt.
  2. In Berlin durfte ich die liebe Vicky ken­nen­ler­nen und muss sagen: genauso habe ich sie mir vorgestellt 🙂
  3. Dieser Blog ist einer der wirk­lich weni­gen, die ich regelmäßig ver­folge. Ich mag die bunte Mis­chung aus infor­ma­tiven und per­sön­lichen Beiträ­gen. Ihr müsst unbe­d­ingt ihren Beitrag “Hund im Tierver­such” lesen!

 

So ihr Lieben, ich hoffe sehr, dass ihr mitmacht 🙂

Hier kommen die Regeln:

  1. Erstelle einen Blog­beitrag und füge den Domi­nos­tein ein, mit welchem Du ein­ge­laden wur­dest und ver­linke den ein­laden­den Hundeblog.
  2. Wähle zwei Hun­de­blogs aus, die Du gerne liest und erstelle für sie jew­eils einen Domi­nos­tein (links Dein(e) Hund(e), rechts der/die des anderen Blogs).
  3. Füge die Domi­nos­teine ein und nenne jew­eils 3 Gründe, warum Du diese Blogs gerne liest und ver­linke sie über die entsprechen­den Dominosteine.
  4. Kopiere die Spielan­leitung in den Beitrag.
  5. Benachrichtige die aus­gewählten Hun­de­blogs und lade sie ein das Domi­nospiel fortzuführen.
  6. Nutze gerne den Hash­tag #Hun­de­blog­ger­Domino beim Teilen des Beitrags auf Deinen Social-Media-Kanälen.
  7. Habe viel Spaß!

 

Wann darf ein Hund wie lange bellen?

Hunde bellen.

Dies ist uns allen bekannt und daran gibt es nichts zu rüt­teln. Ob es die Katze auf der anderen Straßen­seite, der vor­beil­laufende Erzfeind am Garten­zaun oder der klin­gel­nde Besuch ist. All unsere Hunde haben schon ein­mal gebellt und wer­den es auch in Zukunft tun. Es gehört zu ihrer Kom­mu­nika­tion dazu. Natür­lich gibt es große Unter­schieden zwis­chen unseren Vier­bein­ern. Der eine bellt vielle­icht schon, wenn ein Auto in die eigene Straße ein­biegt, der andere bleibt selbst bei der Türklin­gel völ­lig gelassen.

Doch wieviel Lärm durch einen Hund muss ein Nach­bar eigentlich hin­nehmen? Wo liegt die Grenze, dass der Ver­mi­eter ein­schre­iten kann und vielle­icht sogar die Hal­tung des Vier­bein­ers unter­sagen darf?

Recht3

Diese Frage beschäftigt immer wieder die Gerichte in ganz Deutschlang. Bere­its im Jahre 1987 schuf das Ober­lan­des­gericht in Hamm mit seiner Entschei­dung Richtwerte, die auch heute immer wieder zur Entschei­dungs­grund­lage gemacht werden.

Die Grenze zur Unzu­mut­barkeit ist dann erre­icht, wenn der Hund unun­ter­brochen zehn Minuten lang bellt. Das mag erst ein­mal großzügig klin­gen, denn selbst, wenn ein anderer Hund den eige­nen Garten passiert oder die Türklin­gel zum Aus­löser wird, kommt kaum ein Hund auf zehn Minuten unun­ter­broch­enes Bellen. Dies kann schon ein­mal anders ausse­hen, wenn ein allein­ge­lassener Hund an diese Sit­u­a­tion nicht gewöhnt ist und sich nicht anders zu helfen weiß, als unun­ter­brochen zu bellen. Dann sind zehn Minuten schnell erreicht.

Aber diese Grenze ist nicht der einzig fest­gelegte Richtwert des Ober­lan­des­gerichtes, denn ins­ge­samt darf ein Hund täglich nicht mehr als dreißig Minuten lang bellen. Aber auch diese Grenze ist für den durch­schnit­tlichen Hund schwer erre­ich­bar. Nehmen wir also das Beispiel, dass vier bis fünf Mal täglich fremde Hunde den eige­nen Garten­zaun passieren, vielle­icht noch eine Katze auf dem Gar­ten­tisch hockt oder bis zu zwei Fahrzeuge täglich in die eigene Ein­fahrt fahren. Soll­ten all diese Sit­u­a­tio­nen Aus­löser für den eige­nen Hund sein, so kommt er kaum an die Grenze von dreißig Minuten heran.

Recht6

Zudem gilt allerd­ings zu beachten, dass zwis­chen 19 Uhr abends und 8 Uhr mor­gens in einem beson­deren Maß Anspruch auf Ruhe besteht. Hier gilt also ein beson­deres Rück­sicht­nah­mege­bot, sodass ein Bellen des eige­nen Hun­des weitest­ge­hend zu ver­mei­den gilt.

Wir kön­nen also fes­thal­ten, dass die durch das Ober­lan­des­gericht Hamm fest­gelegten Richtwerte im Großen und Ganzen dur­chaus hun­de­fre­undlich sind. Die Gren­zen schaf­fen im Großen und Ganzen einen adäquaten Mit­tel­weg, um den Inter­essen der Hun­de­hal­ter und denen der im Umkreis wohnen­den Men­schen gle­icher­maßen gerecht zu werden.

 

Blogreihe Handicaphunde — Ein Leben mit Deprivationssyndrom

Heute ist wieder Mittwoch und das bedeutet, es geht weiter mit unserer Blo­greihe zum Thema Hand­i­ca­phunde. Heute erzählt uns Daniela vom Hun­de­blog Pfoten­fre­unde ihre Geschichte. 

Es sind die kleinen Dinge

Ein Leben mit Deprivationssyndrom

Skadi ist nun drei Jahre. Seit 2 ½ Jahren bere­ichert sie unser Leben. In dieses 2 ½ Jahren habe ich so viel über Hunde gel­ernt, wie sie denken, was sie fühlen und wie man am effek­tivsten trainiert. Schon unser Ghandi war nicht ganz ein­fach aber Skadi hat sie alle geschlagen.

Skadi lei­det an einem Depri­va­tion­ssyn­drom. Sie ist in Bul­gar­ien aufgewach­sen. In einem Hin­ter­hof hat sie die ersten sechs Monate ihres Lebens ver­bracht. Somit kon­nte sie keine schlechten Erfahrun­gen sam­meln. Aber auch keine guten. Das Hirn kon­nte keine Verknüp­fun­gen her­stellen welches das Ver­hal­ten von Skadi in ihrem weit­eren Leben bee­in­flussen würde. Die Geburt eines chro­nis­chen Angsthun­des der mit hys­ter­ischem Bellen auf ihr unbekan­ntes reagiert.

Unsere Geschichte

Als Skadi bei uns ein­zog wusste ich von alle dem noch gar nichts. Sie war zu diesem Zeit­punkt bere­its 6 Monate alt, hatte also die wichtig­sten Phasen ihres Lebens hin­ter sich. Das sie gegenüber von Men­schen die sie nicht kan­nte mit ver­bellen reagierte schob ich erst mal auf die all­seits bekan­nten Spooky-Phasen eines Hun­des. Aber schon bald merkte ich dass dies nichts mit den nor­malen Spooky-Phasen zu tun hat. Dazu waren diese Phasen zu heftig und zu lang.

IMG_6804

Außer­dem tat sich Skadi mit dem ler­nen ein­fach­ster Dinge schwer, ja sie hatte sogar Angst vorm Click­ern. Entschei­dun­gen alleine tre­f­fen (bsp. beim Free-Shapen) brachte Skadi in eine mit­telschwere Leben­skrise. Für mich, als jemand mit hun­de­sportlichen Ambi­tio­nen, der gerne click­ert und mit seinen Hun­den unter­wegs ist und sie immer dabei hat, erst ein­mal schwierig zu akzep­tieren das Skadi ein­fach anders ist.

Ich merkte rel­a­tiv zügig das Skadi ein spezielles Train­ing brauchte. Keine Unterord­nung, keine Tricks son­dern ein­fach nur Train­ing um All­t­agstauglich zu wer­den. Ein Hund der Men­schen ver­bellt weil er Angst vor ihnen hat und Fahrräder, Jog­ger, LKWs und PKW jagte ist ein­fach eine Gefahr. Für sich selbst und andere.

Durch meine Recherchen im Inter­net stieß ich dann ganz schnell auf das Depri­va­tion­ssyn­drom und hatte somit eine Diag­nose mit der ich arbeiten kon­nte. Unser Train­ing wurde ganz und gar im Stil der pos­i­tiven Ver­stärkung gestaltet.

Ich lernte in der Zeit vor allem vorauss­chauend zu sein, zu reagieren bevor sie es tat und wie wichtig Dis­tanz im Train­ing sein kann. Nun, 2 ½ Jahre später sind wir soweit das nie­mand mehr Angst vor uns haben muss oder ich Angst haben muss das Skadi noch irgendwelche Dinge hin­ter­her jagt. Sicher, ich rufe sie immer noch zurück wenn uns Men­schen, Jog­ger etc. passieren. Ein­fach aus Reflex und Höflichkeit. Aber auch weil ich weiß dass jeder Rück­fall wieder ein Rückschritt sein kann. Ver­bellen tut sie Men­schen jedoch immer noch. Näm­lich genau dann wenn diese sie ansprechen und sich zu ihr runter beu­gen um sie stre­icheln zu wollen. Das findet sie immer noch ätzend. Aber das ist ok. Damit kön­nen wir leben.

IMG_3552

Wie es mir dabei geht

Nun, es ist anstren­gend. Anstren­gend auf einem Spazier­gang immer zu Hun­dert Prozent dabei zu sein. Einen sprich­wörtlichen 360° Blick zu haben. Außer­dem ist es nicht ganz leicht mit einem auf­fäl­li­gen Hund in die Öffentlichkeit zu gehen. Ein Hund der Men­schen ver­bellt? Der über­haupt bellt und knurrt? Unmöglich in der heuti­gen Gesellschaft. Ich habe Glück dass Skadi klein und süß ist. So schmun­zeln die meis­ten Men­schen ein­fach nur. Bei einem großen Rot­tweiler oder Schäfer­hund ist das bes­timmt ganz anders.

Besuch emp­fan­gen ist allerd­ings immer noch so ein Ding – zum Glück haben wir sel­ten bis nie Besuch. Aber auch unser Trep­pen­haus (wir wohnen in einer Woh­nung) ist auch noch so ein Prob­lem. Die Enge, die Akustik, dus­teres Licht … wenn uns da ein fremder Men­sch begeg­nen würde hät­ten wir ein Prob­lem. Zum Glück wis­sen unsere Nach­barn das und lassen uns immer rein und raus gehen bevor sie selbst das Trep­pen­haus betreten.

Unser Leben ist also schon sehr eingeschränkt (gewe­sen) und man ist immer (noch) auf Habacht­stel­lung, muss sich mit eini­gen blö­den Kom­mentaren abfinden („der gehört erschossen“) und sich eingeste­hen dass das ganze Leben mit diesem Hund aus Train­ing beste­hen wird und ein nor­males Leben wohl niemals möglich ist. Im Café sitzen und der Hund döst unterm Tisch?! Never ever. Mit Inuki vielle­icht (wenn wir einen Tisch finden der groß genug ist) aber mit Skadi ist es nur eine Wunschvorstellung.

Ich habe mich damit abge­fun­den. Egal wie sehr wir trainieren, Skadi wird immer beson­ders bleiben. Synapsen kann ich halt nicht herza­ubern. Ich habe gehört man bekommt immer den Hund den man ger­ade braucht. Nun. Den habe ich bekom­men. Inuki habe ich bekom­men weil ich ein­fach einen See­len­hund brauchte, einen Hund der sich meinem Leben anpasst. Der immer da ist, alles für mich gibt. Aus dem ich Kraft ziehen kann.

Und Skadi habe ich bekom­men um diese Kraft zu investieren, zu ler­nen. Ler­nen, „wie Hunde ticken“. Durch sie trainiere ich jetzt auf einem ganz neuem, anderem Level als „nor­male“ Hun­de­hal­ter. Ich habe meine Wis­senslücken ins­beson­dere im Train­ing mit Angsthun­den und Angstag­gres­siven Hun­den gefüllt und bin nach wie vor bestrebt so viel wie möglich zu wissen.

Durch sie habe ich auch mehr Ver­ständ­nis für über­forderte Hun­de­hal­ter entwick­eln kön­nen. Schließlich weiß ich sel­ber wie deprim­ierend es sein kann schein­bar keine Fortschritte zu machen. Die strafenden Blicke anderer Hun­de­hal­ter die natür­lich alles besser machen tun ihr übriges.

Wie es weiter geht

Wie sonst auch. Fallen wir hin? Dann ste­hen wir wieder auf! Ver­lieren wir aus dem Blick was wichtig ist? Dann holen wir uns gegen­seitig auf den Tep­pich zurück. Skadi ist ein glück­licher Hund. Mit Ecken und Kan­ten. Man muss nur wis­sen es zu man­a­gen. Aber so wie es ist, ist es gut. Wir sind stolz darauf was wir gemein­sam erre­icht haben, stolz darauf nicht aufgegeben zu haben und sind noch stolzer darauf uns gegen­seitig zu haben!

Ob ich in ferner Zukunft mich bewusst für so einen Hund entschei­den würde? Nein. Ich denke nicht. Aber wenn ich eines gel­ernt habe, dann dass es immer anders kommt als wie man denkt. Auch in Sachen Hundeanschaffung.

Vie­len Dank dafür, dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast. Schön, dass du dabei warst 🙂

Bravecto ist keine Lösung

Wer sich in diesem Jahr mit dem Thema Zecken auseinan­derge­setzt hat, kam um die neue Tablette namens Bravecto nicht herum.

Queen ist ein wan­del­nder Zecken — Mag­net. Im ver­gan­genen Jahr haben wir das Prob­lem mit Kokosöl in den Griff bekom­men wollen. Lei­der erfol­g­los. Eine Fre­undin riet uns zu einem Seresto Hals­band. Bestellt habe ich das in einer Apotheke. Bin­nen 18 Stun­den hatte Queen kreis­run­den Haa­raus­fall an der Hal­skrause. Der Hals war über und über mit kleinen eitri­gen Pickeln.

Ich hasse Chemie.

In diesem Jahr habe ich es zunächst mit einem pflan­zlichen Abwehrkonzen­trag von cdVet ver­sucht. Lei­der wohnen wir hier in einem absoluten Zecken — Paradies. Nicht sel­ten holte ich sowohl von Queen als auch von Püppi bis zu 8 Zecken vom Kör­per — nach jeder Runde. Manche habe ich ein­fach nicht ent­deckt und so krabbelte schon mal die ein oder andere Zecke durchs Wohnz­im­mer. Ich fand das ein­fach nur eke­lig. Schließlich schlafen die bei­den auch in unserem Bett und bei jeder fest­ge­bis­se­nen Zecke hatte ich ein unfass­bar schlechtes Gefühl im Bauch.

Mir kam der Gedanke, doch nochmal den Tier­arzt zu fra­gen. Schließlich ist er sonst auch kein großer Fan von Chemie und vielle­icht hat er noch eine Idee.

Direkt viel das Wort “Bravecto”.

2016-05-08 09.04.43

Eine neue Kautablette, die dafür sorgt, dass die Zecken abster­ben bevor sie eine Krankheit über­tra­gen kön­nen. Außer­dem würde die Tablette dafür sor­gen, dass kaum noch eine Zecke zubeißen würde. Vielle­icht zwei oder drei in der ganzen Sai­son seien mit der Tablette normal.

Nach­dem ich täglich bis zu 25 Zecken von meinen Hun­den suchen musste, klang das für mich wie ein Traum. Endlich zeck­en­frei. “Und ein wenig Chemie ist immer noch besser als eine über­tra­gene Krankheit, oder?” Damit hatte er auch wieder Recht. Oder etwa nicht?

Die Tierklinik befindet sich im näch­sten Ort, sodass ich mich direkt entschei­den wollte und nicht möglich­weise am gle­ichen Tag nochmal dor­thin wollte. Ich weiß gar nicht mehr, was genau mich dazu getrieben hat, diese Tablet­ten zu kaufen. Vielle­icht war es der Ekel vor den Zecken. Vielle­icht die Angst vor einer über­trag­baren Krankheit. Vielle­icht auch die Überzeu­gungskraft des Arztes.

Let­z­tendlich habe ich die Tablet­ten gekauft und zwar für beide Hunde.

Nun sind drei Monate ver­gan­gen. Ich müsste die Tablette nun erneut verabre­ichen. Doch es gibt nichts, was mich dazu brin­gen würde, diesen Fehler noch ein­mal zu begehen.

Ich habe lange über­lebt, ob ich diesen Beitrag über­haupt schreiben soll. Aus­gerechent ich. Die immer predigt, wie gesund man seine Hunde ernähren sollte. Aus­gerech­net ich. Die immer labert, wie gefährlich Chemie ist. Aus­gerech­net ich gebe meinen Hunde diese Tabletten.

Garten43

Und nun schreibe ich diesen Beitrag, weil ich unbedingt aufklären will. Ich will erzählen, was ich herausgefunden habe und aufklären über das, was ich selbst beobachten konnte.

Bravecto enthält den Wirk­stoff Flu­ralaner der Firma Inter­vet Deutsch­land GmbH, einem Unternehmen der MSD Tierge­sund­heit. Der Wirk­stoff tötet Flöhe und Zecken und hält bis zu 12 Wochen. Alle drei Monate soll die Behand­lung also wieder­holt werden.

Der Wirk­stoff wird über die Magen– und Darm­schleimhaut und die Blut­bahn des gesamten Kör­pers verteilt. Kom­men die Par­a­sitzen über eine “Blutmahlzeit” mit Flu­ralaner in Kon­takt, ster­ben Flöhe inner­halb von 8 Stun­den und Zecken inner­halb von 12 Stunden.

Unn genau hier stoßen wir bereits auf das erste Problem:

Inner­halb dieser Stun­den kann eine Über­tra­gung von Krankheiten nicht aus­geschlossen wer­den. Der Her­steller gibt auch genau dieses Prob­lem zu (www.msd-tiergesundheit.de/products/bravecto/bravecto.aspx). Aber genau das sollte doch eigentlich das Ziel sein.

Und da haben wir auch schon das zweite Problem:

Bravecto hat keine repel­lierende Wirkung, d.h. dass Par­a­siten nicht abgewehrt wer­den. Das Medika­ment kommt quasi erst dann zum Zug, wenn die Zecke beispiel­sweise schon fest­ge­bis­sen ist. Streng genom­men brauch man also ein weit­eres Medika­ment, um die abwehrende Wirkung erzie­len zu kön­nen. Noch mehr giftige Belas­tung für den Hundeköper?

Und es gibt auch noch ein drittes Problem:

Flu­ralaner basiert auf bes­timmten phar­makokinetis­chen Eigen­schaften, d.h. dass sich die Eigen­schaftes des Wirk­stoffes auf die Gesamtheit aller Prozesse auswirkt.

Der Wirk­stoff lagert sich vorzugsweise im Fettgewebe an, gefolgt von Leber, Nieren und Muskeln. Die Konzen­tra­tions­ab­nahme erfolgt langsam. Im Plasma besteht eine Halb­w­ert­szeit von 12 Tagen.

Der Wirk­stoff verbleibt also lange im Kör­per des Hundes.

Wird die Anwen­dung nun wie emp­fohlen alle 12 Wochen wieder­holt, kann es unter Umstän­den zu Kumu­la­tion­sef­fek­ten kom­men. Der Wirk­stoff verbleibt im Kör­per des Hun­des, während Leber und Nieren ständig auf Hoch­touren arbeiten müssen. Es besteht nahezu keine Chance auf Ent­gif­tung. Leber– und Nieren­schä­den mit entspechen­den Symp­tomen und Krankheit­ser­scheinen sind quasi vorprogrammiert.

Eine Belas­tung des Gehirns kann nicht aus­geschlossen wer­den. Flu­ralaner wirkt hem­mend auf das Ner­ven­sys­tem der Flöhe und Zecken, indem Ner­ven­rei­zleitun­gen an den Zellmem­bra­nen block­iert wer­den. Die Par­a­siten wer­den quasi gelähmt und sterben.

Das Gift kommt aus dem Kör­per des Hun­des. Das muss man sich erst ein­mal vor Augen halten.

Garten33

Flu­ralaner besitzt eine Afi­inität zu soganan­nten y-Aminobuttersäure– und Glu­ta­mat — Rezep­toren. Dadurch öff­nen sich die Chorid — Kanäle in den Zellmem­bra­nen von Ner­ven– und Muskelzellen. Der Chlo­rid — Ein­strom in die Zellen erhöht sich. Die Erre­gungsweit­er­leitung wird durch die Zellmem­bran verhindert.

Dieser Prozess läuft in allen Kör­perteilen und Orga­nen ab.

Eine intakte Blut — Hirn — Schranke schützt das zen­trale Ner­ven­sys­tem vor tox­is­chen Sub­stanzen. Es ist jedoch nicht ein­deutig gek­lärt, ob Flu­ralaner die Blut — Hirn — Schrank wirk­lich  nicht über­winden kann. Ver­stärkte Reak­tio­nen an den Ner­ven­zellen sind bere­its nachgewiesen worden.

Entwur­mungsmit­tel mit dem Wirk­stoff Aver­mecti­nen funk­tion­ieren übri­gens nach dem gle­ichen Prinzip. Auch hier wird das Ner­ven­sys­tem gehemmt.

Vögel beispiel­sweise haben auf den Wirk­stoff mit Abgeschla­gen­heit reagiert. Für Hunde mit einem sogean­nten MDR1-Defekt kön­nen diese gerin­gen Men­gen bere­its tödlich sein. http://www.pan-germany.org/deu/~news-1220.html

Eine Studie von Dr. Andreas Becker zeigt, dass sowohl bei Aver­mec­tine als auch bei Flu­ralaner Langzeitschä­den nicht aus­geschlossen wer­den kön­nen. (www.pan-germany.org/deu/~news-1220.html)

Übri­gens gehören Medika­mente wie Valde­coxib und Pare­coxib der­sel­ben Wirk­stof­f­gruppe an wie Flu­ralaner. Valde­coxib ist seit 2005 nicht mehr zuge­lassen. Pare­coxib wurde in der Schweiz eben­falls vom Markt genom­men, in den USA enthielt dieses Medika­ment keine Zulas­sung. In Deutsch­land ist Pare­coxib nach wie vor erhältlich.

Allein auf­grund dieser Fak­ten läuft es mir schon kalt den Rücken hin­unter. Doch es gibt einen Grund, waurm ich all das über­haupt her­aus­ge­fun­den habe.

Bere­its wenige Tage nach der Ein­nahme der Tablette, verän­derte sich Queen. Sie war müde und schlapp. Ihre Kon­di­tion war gle­ich null. Bere­its nach kleinen Run­den war sie müde wie sonst nach großen Aus­flü­gen. Sie schlief viel und oft tief und fest. Sie hechelte häu­figer und viel mehr als sonst. In den ersten vier Wochen fraß sie schlecht. Während der ersten zwei Wochen traten vere­inzelt Gle­ichgewichtsstörun­gen auf. Inner­halb der ver­gan­genen 12 Wochen hatte Queen zwei Entzün­dun­gen in ihren Ell­bo­gen, die sie sonst nie hatte.

Nun sind die 12 Wochen nahezu rum. Langsam wird es etwas besser. Sie frisst gut und ihre Kon­di­tion wird langsam besser. Sehr langsam, aber immerhin.

Die liebe Susanne von der Strup­pibande gab mir den Tip, dass man mit Chlorella, Siliz­ium sowie Gun­pow­der ausleiten kann.

Garten30

Bitte macht nicht den gle­ichen Fehler wie ich und ver­traut allen Aus­sagen, ohne diese vorab geprüft zu haben. Kauft nicht ein­fach irgendwelche Tablet­ten und Medika­mente ohne vorab Mr. Google gefragt zu haben. Schaut euch Erfahrungs­berichte an und nehmt die Hin­weise ernst.

Zecken sind eine Plage, aber Bravecto ist keine Lösung.

 

Zeck­en­schutz ist ein Thema, welches uns alle bet­rifft. Informiert euch rechtzeitig mit diesem Thema auseinan­der. Empfehlen kann ich euch hier ein E — Book eines net­ten, kom­pe­ten­ten Kol­le­gen. Das umfan­gre­iche und sehr gut recher­chierte E — Book könnt ihr hier kosten­los herunterladen.

Hier findet ihr die Geschichte von Rico und Mika (Rico ver­starb nach der Ein­name von Bravecto)

http://www.isbravectosafe.com/bravecto-files/001-Nebenwirkungen-Bravecto-Die-Geschichte-von-Mika-und-Rico.pdf

Quellen:

http://www.msd-tiergesundheit.de/products/bravecto/bravecto.aspx

http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/veterinary/medicines/002526/vet_med_000285.jsp&mid=WC0b01ac058001fa1c

http://www.hunde-ratgeber.eu/neues-zeckenmittel.html

http://www.pan-germany.org/deu/~news-1220.html

http://ec.europa.eu/health/documents/community-register/2014/20140211127740/anx_127740_de.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/GABA-Rezeptor

http://de.wikipedia.org/wiki/COX-2-Hemmer

 

Gastbeitrag von Sören Emmzwoaka: Hitze

Heute gibt es wieder etwas zum Schmun­zeln, denn Sören Emmz­woaka hat passend zu den in dieser Woche anste­hen­den heißen Tage wieder eine lustige Kurzgeschichte für uns.

Hitze

In meinem Haushalt leben nicht nur Her­rchen, Frauchen und Hund Moritz, son­dern auch zwei mon­golis­che Wüsten­ren­n­mäuse. Um tier­schutzrel­e­van­ten Fra­gen vorzubeu­gen, sei an dieser Stelle bere­its erwähnt, dass in der obi­gen Aufzäh­lung drei Wesen vorkom­men, die keinen unmit­tel­baren Kon­takt miteinan­der haben. Hund und Mäuse sind gut unter einen Hut zu brin­gen – der Hund ist so teuer, dass die Mäuse im Bud­get kaum auf­fallen. Die Mäuse wiederum kön­nen sich im Laufrad selb­st­ständig aus­pow­ern, so dass uns genug Zeit bleibt, um mit Moritz Gassi zu gehen. Man kön­nte meinen, dass Wüsten­ren­n­mäuse 40 Grad Cel­sius bevorzu­gen, um sich richtig wohl zu fühlen, aber das ist nicht der Fall. Zim­mertem­per­atur ist opti­mal. Das spielt Moritz in die Karten, denn Hitze steht auf seiner Liste unsicht­barer Gefahren ziem­lich weit oben: Sie rang­iert noch vor einem Gasaus­tritt und nur knapp hin­ter einem im Schrank vergesse­nen und auf der Spiel­weise daher unsicht­baren Ball.

IMG-20150703-WA000

Moritz kann klei­dung­stech­nisch nicht auf den Wech­sel der Jahreszeiten reagieren. Er trägt som­mers wie win­ters sein schwarzes Män­telchen aus echtem Hun­de­fell, ohne dass dieses sicht­bar dün­ner oder dicker wird. Mit Fell­wech­seln haben es Drahthaare offen­bar nicht so. Um den Effekt zu simulieren, woll­ten wir Moritz schon Win­ter­speck anfüt­tern und ihn dieses im Früh­ling abtrainieren lassen, damit er im Som­mer deut­lich dün­ner dasteht. Der Drahthaar kon­nte auf­grund aus­gedehn­ter Jog­gin­grun­den und einer hochnäsi­gen Attitüde beim Essen allerd­ings kein Gramm Fett anset­zen. Der Name war Pro­gramm: Er blieb drahtig. Ein Hun­de­jäckchen haben wir ihm selbst im tief­sten Win­ter bis­lang noch nicht übergestreift; im Som­mer jedoch trägt Moritz regelmäßig ein Kühlhalsband.

Lei­der ist es nur ein Kühlhals­band und keine Outdoor-Klimaanlage im Aus­maß mit­tel­großer Dorf­schaften. In den Som­mer­monaten ändert sich unser Tagesablauf daher gehörig. Oft gehen Moritz und ich bere­its um sieben Uhr joggen. Wenn andere Leute mit dem Früh­stück begin­nen, sind wir bere­its wieder zurück und befinden wir uns mit­ten in einer vorver­legten Siesta. Erst gegen Mit­tag trauen wir uns dann wieder vor die Tür und hüpfen von Schat­ten zu Schat­ten, als seien wir Vam­pire, die auf den let­zten Drücker ihre Steuer­erk­lärung abgeben müssen und deshalb doch mal bei Tages­licht vor die Tür müssen. Zu der­ar­ti­gen Ver­legen­heitss­paziergän­gen nehme ich keinen Ball mit. Zwar würde Moritz, in der Sekunde, da der Ball los­fliegt, selbst wüstenähn­liche Tem­per­a­turen vergessen und hin­ter­her­sprinten, aber als Her­rchen ohne Hitzes­tich sollte man nicht han­deln, als seien die für Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein zuständi­gen Gehirn­re­gio­nen in der Glut versengt.

Püppi

Eine Alter­na­tive zu Mini-Spaziergängen in der Mit­tagshitze sind Aus­flüge zum See. In Bag­ger­löch­ern ist sel­ten Warm­bade­tag. Lei­der ist anzunehmen, dass sich die Schwimmen-verboten-Schilder auch auf Hunde beziehen. Wenn man dann noch einen Hund hat, der bei Wasserkon­takt zum See­hund mutiert und sofort von gele­gentlichem Bellen auf unun­ter­broch­enes Heulen umstellt, kann man dem Ord­nungsamt direkt eine Einzugser­mäch­ti­gung über das eigene Konto erteilen.

Je näher der Son­nenun­ter­gang rückt, desto nor­maler wer­den dann wieder die Spaziergänge. Die Dis­tanz in Kilo­me­tern ver­lässt den Dez­i­mal­bere­ich, die Dauer in Minuten erre­icht zweis­tel­lige Werte und die Anzahl der Bälle ist wieder ungle­ich null. Wenn man Pech hat, unter­stre­icht Mut­ter Natur aber aus­gerech­net dann das vorüberge­hende Ende der brü­ten­den Hitze mit einem Regen­schauer in Bind­faden­form, während man ger­ade mit dem Hund auf dem Acker ist und das einzige wasserdichte Pro­dukt die Kot­beu­tel sind.

Ich will mich über hohe Tem­per­a­turen aber gar nicht beschw­eren. Immer­hin sor­gen sie auch für Eiskon­sum ohne schlechtes Gewis­sen, Public-Viewing im Bier­garten oder einen schö­nen Braun­ton der Haut. Vielle­icht genießt mancher Hun­debe­sitzer die Ermat­tung seines Hun­des an den heißen Tagen klammheim­lich sogar ein biss­chen. Ich will nicht wis­sen, wie viele die Heizung im Win­ter auf 35 Grad stellen, um ihren Hund runterzufahren.

Lust auf mehr?  Oder vielle­icht auf der Suche nach einem tollen Geschenk?

Weite lustige Geschichten von Sören Emmzwoaka und seinem Hund Moritz sind unter dem Titel “Aus dem Leben eines Rüden” z.B. über Amazon hier* bestellbar.

Cover Aus dem Leben eines Rüden 
Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
 
 
*Bei dem Link han­delt es sich um einen soge­nan­nten Ama­zon Affil­i­ate Link. Wenn ihr auf diesen Link klickt und das Pro­dukt auf Ama­zon bestellt, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion. Für euch ist das völ­lig kosten­los. Ich habe dadurch die Möglichkeit Anschaf­fun­gen für diesen Blog zu täti­gen, um zum Beispiel Pro­dukte für euch testen zu können. 

Sind Stacheldrahtzäune bei Pferdeweiden erlaubt?

Noch immer sieht man Pfer­dewei­den, die mit Stachel­draht umzäunt sind. Doch wie sieht das eigentlich juris­tisch aus?

Ist das erlaubt?

Grund­sät­zlich besteht gem. § 2 Nr.1 Tier­schutzge­setz die Pflicht, dass Tiere art­gerecht und ver­hal­tens­gerecht unterge­bracht werden.

Die Hal­tung von Pfer­den auf Wei­den, die durch Stachel­draht eingezäunt sind, bringt jedoch eine erhe­bliche Ver­let­zungs­ge­fahr mit sich und ver­stößt daher gehen § 2 Nr.1 Tierschutzgesetz.

Stachel­draht– sowie Knoten­git­terzäune führen zu häu­figeren und sehr viel schw­er­wiegen­den Ver­let­zun­gen als andere Arten der Einzäunung.

Pferde sind Flucht­tiere. Bei Schmerz, Angst, Schreck­si­t­u­a­tio­nen oder Bedro­hun­gen suchen Pferde das Weite und neigen zu Panikreaktionen.
Auch allein durch den Kon­takt zu dem Stachel­draht kann eine solche Panikreak­tion aus­gelöst wer­den. Das Tier reagiert mit einem Fluchtver­such und kön­nte hier­bei in den Stacheln hän­gen bleiben. Die Ver­let­zun­gen kön­nen von erhe­blichem Aus­maß sein.

Diese Gefahr ist noch größer, wenn der Stachel­draht zudem unter Strom steht.

2016-08-16 10.11.31

Die Tiere kön­nen sich bere­its dann erhe­blich ver­let­zen, wenn sie lediglich ver­suchen, auf der anderen Seite des Zaunes Gras zu fressen. Junge Pferde kön­nen zudem die wenig sicht­bare Einzäu­nung falsch ein­schätzen und in einem spielerischen Galopp direkt in den Draht rennen.

Dies wird auch durch die “Leitlin­ien zur Beurteilung von Pfer­de­hal­tun­gen” und die “Empfehlun­gen zur Frei­land­hal­tung von Pfer­den” bestätigt. Nach Ziff. 1.7 der Leitlin­ien sind “Stachel­drahtzäune, Knoten­git­terzäune und ähn­liches als alleinige Begren­zun­gen ungeeignet”. Ziff. 12 der Empfehlun­gen beze­ich­net Stachel­draht– und Knoten­git­terzäune als alleinige Begren­zun­gen für Pfer­dewei­den als “äußerst ver­let­zungsträchtig und daher tier­schutzwidrig.” Sie kön­nten nur toleriert wer­den, “wenn sie in genü­gen­dem Abstand durch einen weit­eren, gut sicht­baren Innen­zaun so gesichert sind, dass ein direk­ter Kon­takt zwis­chen Pfer­den und Stachel– oder Glattdraht bzw. Knoten­git­ter ver­hin­dert wird”.

Dafür, dass Stachel­draht bei beson­ders gut­müti­gen Pfer­derassen, beson­ders stram­mer Span­nung oder beson­ders großen, gras­re­ichen Wei­den tier­schutzgerecht sein soll, findet sich kein Anhaltspunkt.

Die zivil­rechtliche Recht­sprechung beurteilt die Sit­u­a­tion weitaus pos­i­tiver. Stachel­draht wird als übliche und herkömm­liche Ein­friedungsart beze­ich­nen, mit der ein Hal­ter seiner Verkehrssicherungspflicht nachkom­men kann (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 2. März 2005 — 13 U 191/04). Das OLG Koblenz hat verneint, dass einen Hal­ter, der Stachel­draht ver­wen­det, ein Mitver­schulden trifft, wenn sich das von einem Drit­ten aufgescheuchte Pferd am Zaun ver­letzt. Zur Begrün­dung hat es aus­ge­führt, dass Stachel­drahte­in­friedun­gen bei Pfer­dekop­peln “ort­süblich” seien und die Aus­bruchssicher­heit im konkreten Fall für ihre Ver­wen­dung gesprochen habe. Eine Absicherung des Stachel­drahts durch einen strom­führen­den ist nach Ansicht des OLG kein geeignetes Mit­tel gewe­sen, um die Ver­let­zung des Pfer­des zu ver­hin­dern (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 16. August 2002 — 10 U 1804/01).

2016-08-16 10.13.59

Diese Entschei­dun­gen set­zen sich jedoch in keiner Weise mit den tier­schutzrechtlichen Gesicht­spunk­ten auseinan­der. Sie sind lediglich auf die Ver­hin­derung eines Aus­bruches der Pferde gerichtet.

Zudem ver­lan­gen die Zivil­gerichte von einem Pfer­de­hal­ter keineswegs zwin­gend, dass er seine Wei­den mit einem Stachel­drahtzaun gegen ein Aus­brechen der Pferde sichert. Auch mit einem ord­nungs­gemäß errichteten und überwachten Elek­trozaun genügt er beispiel­sweise seiner Verkehrssicherungspflicht (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 2. März 2005 — 13 U 191/04).

Auch über Deutsch­lands Gren­zen hin­aus gilt die Auf­fas­sung, dass Stachel­draht als Einzäu­nung für Pfer­dewei­den generell tier­schutzwidrig ist. In der Schweiz ist nach Art. 63 der Tier­schutzverord­nung vom 23. April 2008 in der aktuell gülti­gen Fas­sung vom 1. Juni 2012 Stachel­draht weit­er­hin aus­drück­lich als Einzäu­nung für Pfer­dege­hege verboten.

Fazit

Die Ein­friedung von Pfer­dewei­den mit Stachel­drahtzäunen ver­stößt gegen § 2 Nr. 1 Tier­SchG, wenn nicht durch einen geeigneten Innen­zaun sichergestellt ist, dass die Pferde keinen Kon­takt mit dem Stachel­draht haben können.