Monat: August 2016

Ein Spielplatz für Queen & Püppi

Ok. Ich gebe es direkt zu: Es ist eigentlich kein Spielplatz für Queen und Püppi. Doch dass beide diesen Ort schnell zu ihrem Bud­del­paradies machen würde, war uns allen klar 🙂

Doch ich fang am besten vorne an.

Meine Eltern haben in ihrem Garten eine kleine Stran­decke geza­ubert. Mit Sand, Liegestühlen, einem Kanu und allem drum und dran.

Am Mittwoch waren wir zu Besuch in der Heimat. Das Wet­ter war super, sodass wir den größten Teil des Tages im Garten ver­brin­gen kon­nten. Sehr zu Freude von Queen und Püppi.

Die bei­den hat­ten ultra viel Spaß. So viel Spaß, dass die bei­den gestern den ganzen Tag geschlafen haben 🙂

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nasse kleine Mini — Beinchen 🙂
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Darf ein Kind einen Hund alleine ausführen?

Wir leben in einem ruhi­gen Wohnge­biet mit vie­len Kindern und vie­len Vier­beiner. Nicht sel­ten begeg­nen mir auf unseren täglichen Run­den Kinder, die einen Hund aus­führen. Oft ohne die Begleitung eines Erwachsenen.

Die Sit­u­a­tio­nen sind oft völ­lig unterschiedlich:

Ich erin­nere mich noch gut an ein Mäd­chen, die ich so auf ca. 11 oder 12 Jahre schätzen würde. Sie läuft regelmäßig mit ihrem Dackel die gle­ichen Run­den wie wir. Dieses Mäd­chen — und man muss es mal so ein­fach for­mulieren — hat es ein­fach drauf. Der Hund läuft immer neben ihr, ori­en­tiert sich an dem Mäd­chen. Sie arbeitet mit dem Dackel wie eine Große. Sie ver­steckt Leck­erlis in Baum­rinden oder apportiert mit ihrem Hund. Man riecht auf 100 Meter Ent­fer­nung, dass dieses Mäd­chen sich sehr bewusst darüber ist, was es heißt, einen Hund zu führen. Ich finde das wirk­lich beeindruckend.

Dann gibt es noch ein Mäd­chen auf der sel­ben Straßen in dem ver­mut­lich gle­ichen Alter. Sie führt einen Golden Retriever aus — allein. Der Hund zieht sie wild von links nach rechts. Sie leint ihn ab, ohne dass er auf sie hört. Er bellt und rennt unkon­trol­liert durch die Gegend. Das Mäd­chen wirkt völ­lig über­fordert und auch nicht wirk­lich glück­lich mit der Situation.

Erst am Dien­stag erlebte ich eine Sit­u­a­tion, in der ich mir gewün­scht hätte, dass ich die Eltern hätte sprechen kön­nen. Ein Junge — ich schätze ihn auf 8,  max­i­mal 9 Jahre alt — fuhr mit einem Skate­board durch die Bauern­schaften. Dabei ließ er sich von einem ca. 40 kg Labrador ziehen. Der Hund war an einer Flex­ileine befes­tigt. Diese widerum an einem Stachel­hals­band. Von Weitem schon rief ich “Achtung. Ich habe eine läu­fige Hündin.” Aber der Junge hatte keine Chance. Der unkas­tri­erte Rüde ran­nte ein­fach weiter und er kon­nte ihn nicht hal­ten. Zwar sprang er vom Skate­board ab, den­noch zog der Hund den Jun­gen weiter über die Straße. Erst als ich sagte “Du musst ihn jetzt irgend­wie fes­thal­ten” schien er den Ernst der Lage erkannt zu haben. Queen ist noch immer in der Stand­hitze und ich wurde langsam nervös. Wir kon­nten uns irgend­wie an den bei­den vor­bei schle­ichen und in ein Wald­stück flüchten. Mit­tler­weile glaube ich, dass der Junge mit dem Begriff “läu­fige Hündin” gar nichts anfan­gen kon­nte. Ein kleiner Junge mit einem 40 kg Hund auf einem Skate­board. Der Hund trug ein Stachel­hals­band, an dem die Flex­ileine befes­tigt war. Was um alles in der Welt haben die Eltern sich dabei gedacht?

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Erst vor Kurzem sprach ich mit der Trainerin von Mar­tin Rüt­ter DOGS über die Kom­bi­na­tion von Kind und Hund. Sie erzählte mir, dass sie häu­fig von Kun­den ange­sprochen würde.

Wir wollen gerne für unsere Tochter einen Hund anschaf­fen. Kannst du eine Rasse empfehlen?”

Dieser Beitrag soll nicht die Frage the­ma­tisieren, ob Kind und Hund eine gute Kom­bi­na­tion ist. Darüber kann und werde ich mir kein Urteil erlauben. Ich jeden­falls bin wirk­lich froh darüber, dass ich mit Hun­den aufwach­sen kon­nte. Mein Opa hat Schäfer­hunde gezüchtet und ich habe früh viel Zeit mit diesen wun­der­vollen Tieren ver­brin­gen kön­nen. Schon mit sechs Jahren bin ich mit einem Schäfer­hund spazieren gegan­gen. Natür­lich nicht auf der Straße, son­dern unter Auf­sicht meines Opas oder meiner Eltern in Feldern und Wiesen.

Ich muss unge­fähr 12 gewe­sen sein, als wir einen West­high­land Ter­rier beka­men. Vom ersten Tag an durfte ich alleine mit ihm spazieren gehen. Das war über­haupt kein Problem.

Doch worauf kommt es eigentlich juristisch an? Ab wann darf ein Kind eigentlich mit einem Hund alleine spazieren gehen?

Grund­sät­zlich kann man fes­thal­ten, dass man sowohl kör­per­lich als auch gesitig dazu in der Lage sein muss. So lässt sich die Sit­u­a­tion erst ein­mal grob abstecken.

Doch wenn es tat­säch­lich ein­mal um Haf­tungs­fra­gen und die Auseinan­der­set­zung mit einer Haftpflichtver­sicherung gehen sollte, wird jeder Fall ein Einzell­fall sein.

Es kommt auf das Kind an. Auf das Alter und die geistige Reife. Zudem wird auch die Größe des Hun­des eine Rolle spie­len. Es kann zudem rel­e­vant sein, ob das Kind völ­lig alleine oder unter Auf­sicht den Hund gefüht hat.

Wächst ein Kind zum Beispiel mit Hun­den auf, so kann es dur­chaus sein, dass bere­its ein zehn­jähriges Mäd­chen dazu in der Lage ist, einen Hund alleine auszuführen. Natür­lich muss das Kind auch kör­per­lich dazu fähig sein, das Tier im Zweifel fes­thal­ten zu können.

Ein Kind, welches kein­er­lei Erfahrun­gen mit Hun­den hat, wird auch mit 14 nicht alleine mit dem Hund raus­ge­hen können.

In jedem Fall sind die Eltern gefragt. Sie müssen ihrem Kind die notwendi­gen Infor­ma­tio­nen mit an die Hand geben. Wie ver­hält man sich, wenn ein anderer Hund kommt? Wann kann der Hund abgeleint wer­den? Wie führt man einen Hund an der Straße, wie im Wald?

Je mehr Wis­sen das Kind hat, umso eher wird man es alleine mit einem Hund loss­chicken dür­fen. Viele Hun­de­schulen bieten hier eine indi­vidu­elle Betreu­ung und ver­mit­teln dem Kind die notwendi­gen Ken­nt­nisse. Wer zum Beispiel der­ar­tige Unter­richtsstun­den nach­weisen kann, der steht in einer Schadenssi­t­u­a­tion in jedem Fall besser, als jemand der Hund und Kind ein­fach zusam­men losschickt.

Lei­der kann man nicht auf alle Fra­gen eine klare juris­tis­che Antwort geben. Oft ist man als Jurist ein­fach gezwun­gen, das typ­is­che “Es kommt drauf an” zu antworten. Den­noch hoffe ich, ein wenig Licht ins Dun­kle gebracht zu haben.

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Fazit

Ob ein Kind mit einem Hund alleine spazieren gehen kann, ist in jedem Fall anders zu beurteilen. Entschei­dende Fak­toren kön­nen das Alter des Kindes, die Erfahrun­gen mit Hun­den, die Größe des Tieres sowie auch der Erziehungs­stand des Hun­des sein.

Sollte es den­noch zu einem Schadens­fall kom­men, steht man juris­tisch umso besser, je besser der Hund erzo­gen ist und umso mehr Ken­nt­nisse das Kind hat.

 

Blogreihe Handicaphunde: Charlie, ein Hund mit PRA

Heute geht es weiter mit unserer Blo­greihe zum Thema Hand­i­ca­phunde. Die liebe San­dra von Dreipunk­techar­lie hat uns ihre Geschichte geschickt und ich freue mich sehr, diese Zeilen heute mit euch teilen zu können. 

Charlie, ein Hund mit PRA

Ohne Hunde leben? Undenkbar. Ich bin mit Hun­den aufgewach­sen und sobald es mir von der Wohn­si­t­u­a­tion und beru­flich möglich war, zog wieder ein Hund bei mir ein. Lis­beth, eine ungarische Straßen­hündin. Das ist heute elf Jahre her und ich bin in der wun­der­baren Lage, meinen Hund mit ins Büro zu nehmen. So kann ich meine Lei­den­schaft für Hund gut mit meinem Leben kom­binieren und hatte vor knapp zwei Jahren die Idee, einen zweiten Hund bei mir aufzunehmen.

Es sollte wieder ein Hund aus dem Tier­schutz sein, das entspricht ein­fach meiner Überzeu­gung. Und nach einiger Suche fand ich auf einer Pflegestelle nicht weit ent­fernt Char­lie, einen Border-Collie-Mix aus Ungarn. Fre­undlich, gut sozial­isiert, ein Charmeur, der sogar die wäh­lerische Lis­beth um den Fin­ger wick­elte. Kurz: Wir waren ver­liebt und Char­lie zog kurze Zeit später bei uns ein.

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Char­lie lebte sich wun­der­voll ein, er ist ein Son­nen­schein und bere­ichert mein Leben. Er strahlt eine Lebens­freude aus, die nicht in Worte zu fassen ist. Als recht junger Hund, der im Tier­schutz früh kas­tri­ert wurde (davon mag jeder hal­ten, was er will), ist er juve­nil und aus­ge­lassen. Und manch­mal rem­pelt er beim Toben etwas an. Nicht weiter schlimm, dachte ich. Und dann passierte etwas, das unser Leben verän­dert hat: Wir machten im Herbst 2015 einen Spazier­gang im Dunkeln auf unbekan­ntem Ter­rain, da wir Fre­unde besuchten. Wie fast immer liefen Char­lie und Lis ohne Leine, sie sind gut abruf­bar und dür­fen diese Frei­heit dann genießen, wenn die Umstände es erlauben. Char­lie lief nicht weit ent­fernt von mir und so erlebte ich haut­nah, wie er auf einer Treppe stolperte, sich fast über­schlug und vol­lkom­men irri­tiert war. Ich rief ihn ran und wir gin­gen weiter. Nach weni­gen Metern lief er – und das ist unter Zeu­gen passiert – mit Schwung gegen einen Pfos­ten. Mit dem Kopf zuerst. Das verun­sicherte mich. Er ist ungestüm, aber so etwas war uns vorher noch nicht passiert.

Auf der Rück­fahrt nach Hause geriet ich ins Grü­beln. Wann waren wir zuletzt eine unbekan­nte Strecke gelaufen? Hatte er dort auch so Prob­leme? Meine erste Sofort­maß­nahme zu Hause: Der Wattebausch-Test. Ein Wat­te­bausch fällt geräusch­los, ein völ­lig blinder Hund kann diesen also nicht über das Gehör orten und würde den Wat­te­bausch nicht wahrnehmen. Char­lie sah den Wat­te­bausch jedoch und fing sofort an, sich dafür zu interessieren.

Fol­glich lautete die erste Laien­di­ag­nose Nacht­blind­heit. Wir haben dann umge­hend unseren Tier­arzt aufge­sucht, der eine verzögerte Pupil­len­reak­tion bei Lichtwech­sel fest­stellte und ein großes Blut­bild machte, um Dia­betes und andere schwere Erkrankun­gen auszuschließen. Weit­er­hin emp­fahl er uns einen Augen­spezial­is­ten in der Tierklinik Duis­burg, der weit­ere Tests machen sollte. Am näch­sten Tag stand fest: Das Blut­bild ist in Ord­nung, es blieb die Ver­dachts­di­ag­nose PRA, die später in Duis­burg bestätigt wurde. PRA ist die Kurz­form von Pro­gres­sive Retina Atro­phie. Dies ist eine genetisch bed­ingte Form der Blind­heit, die mit einer Nacht­blind­heit beginnt und in einer völ­li­gen Blind­heit endet.
Keine schöne Diag­nose, aber nicht die schlecht­este, mit der wir anfangs rech­nen mussten. Er hat keinen Tumor, keine chro­nis­che Erkrankung, die sein Leben verkürzt. Er lei­det nicht an Schmerzen und wird langsam erblinden, so dass er sich mit sehr hoher Wahrschein­lichkeit daran gewöh­nen wird.

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Und trotz­dem, es tut mir weh. Warum muss es aus­gerech­net Char­lie tre­f­fen? Er ist noch so jung und hat noch (hof­fentlich) viele Jahre vor sich. Wie kön­nen wir eine Erblind­ung mit unserem All­tag vere­in­baren? Wir haben so lange „Schau mich an“ geübt, da er anfangs Blick­kon­takt eher ver­mieden hat. Ich mag seine bern­ste­in­far­be­nen Augen so sehr! Wir haben all unsere Kom­man­dos vor der Diag­nose auf Sichtze­ichen aufge­baut! Ich war so stolz, wenn er auf Fin­gerzeig reagiert hat. Ich gestehe, ich war anfangs am Boden zerstört.

Und dann packte mich der Ehrgeiz. Es wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaf­fen wür­den! Ich erstellte einen Train­ings­plan, legte neue Ziele für uns fest, von denen ich glaube, dass sie uns das Leben erle­ichtern wer­den. Generell zie­len diese Kom­man­dos und Maß­nah­men darauf ab, Char­lie weit­er­hin ein art­gerechtes Leben zu bieten und auch mal ohne Leine laufen lassen zu kön­nen. Er ist sehr kom­man­dosicher und wenn es irgend­wie möglich ist, möchte ich ihm eine Zukunft ers­paren, in der er nur noch an Leine und Schlep­pleine laufen darf. Das Ziel lautet, dass er in bekan­ntem Gelände unter meiner Auf­sicht auch frei laufen darf ohne andere oder sich zu gefährden.

Prak­tisch ist in diesem Zusam­men­hang (wenn man das so for­mulieren darf), dass Char­lie schon nacht­blind ist. Wir kön­nen also seine „Defizite“ nachts erken­nen und dann bei Licht trainieren. Und das machen wir nun seit über einein­halb Jahren so. Mit Erfolg. Char­lie sieht mit­tler­weile auch bei Däm­merung nichts mehr, tagsüber nimmt die Sehkraft für mich merk­lich ebenso ab. Ich ver­mute, uns bleibt weniger als ein Jahr, bis er völ­lig blind ist.

In dieser Zeit werde ich ihm alles zeigen, was er braucht, um ein Leben in Dunkel­heit genießen zu kön­nen. Wir ver­suchen, so viele Orte wie möglich zu besuchen. Er soll ler­nen, sich immer wieder bewusst neu zu ori­en­tieren. Keine Angst vor frem­den Umge­bun­gen haben. Und ich bin zuver­sichtlich, dass wir das schaffen!

Er hat eine gute Bindung zu mir, wenn wir bei Dunkel­heit unter­wegs sind, ori­en­tiert er sich stark an mir, lässt sich von mir leiten und ver­traut mir im wahrsten Sinne des Wortes blind. Am meis­ten beruhigt und bestärkt mich jedoch: Wenn wir auf einer ver­trauten Strecke unter­wegs sind, merkt ein Außen­ste­hen­der nicht, dass Char­lie nichts sehen kann! In ver­trautem Umfeld bewegt er sich wie jeder andere Hund auch und meis­tert sein Hand­i­cap richtig gut! Ich habe also die leise Hoff­nung, dass ihn seine Blind­heit nicht ein­schränkt und für mich wahrschein­lich prob­lema­tis­cher ist, als für ihn.
Es liegt also alleine an mir, sein Selb­st­be­wusst­sein zu stärken und ihn für die totale Blind­heit zu wapp­nen. Unser Tier­arzt unter­stützt mich dabei ganz toll, gibt mir Tipps und fördert all meine Ideen. So stimmte er auch zu, dass wir uns homöopathis­che Unter­stützung suchten, um Char­lies Per­sön­lichkeit zu stärken, ihn noch selb­st­be­wusster zu machen. Ich möchte ein­fach, dass sein Selb­st­be­wusst­sein nicht unter der Erblind­ung lei­det. Natür­lich habe ich darauf Ein­fluss, kann ihn stärken und sicherer machen. Aber auch nur begrenzt, denn ich stecke nicht „in seinem Kopf“. Und dieser Ansatz gibt mir weit­er­hin das Gefühl, alles Mögliche für ihn zu tun. Es gibt keine kon­ven­tionelle Ther­a­pie bei PRA, sie ist unheil­bar. Aber vielle­icht gibt es Wege, die Erkrankung ein­facher zu machen.

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Und auch ich ver­suche, es mir ein­facher zu machen. Ich spreche bewusst darüber, wenn ich mal wieder einen Durch­hänger habe, weil Char­lie gegen etwas gelaufen ist. Ich schreibe einen Blog, der ehrlich gesagt für mich auch eine Möglichkeit ist, meine Gefühle zu for­mulieren und zu ver­ar­beiten. Ich fotografiere ihn unzählbar oft, da man auf vie­len Fotos sehr gut erken­nen kann, wie weit die Erkrankung fort­geschrit­ten ist, je nach Lichtver­hält­nis­sen sind seine Augen dann grün und nicht mehr braun, das hängt mit der verän­derten Reflex­ion des Lichts auf der Retina zusam­men. Für mich sind diese Fotos ein Anhalt­spunkt, wie weit die Erkrankung fort­geschrit­ten ist.
Ihr seht, ich bin auf der einen Seite aufrichtig erschüt­tert und hadere manch­mal mit der Erkrankung, aber auf der anderen Seite bin ich auch zuver­sichtlich. Wir sind ein Team und daran kann auch eine Erblind­ung nichts ändern. Und an meiner Liebe zu ihm erst recht nicht.

Vie­len Dank für diesen per­sön­lichen Ein­blick in Char­lies Erkrankung. Ich wün­sche ihm, dass er sich ganz schnell an die Sit­u­a­tion gewöhnt. Wah­snin­nig toll, wieviele Gedanken ihr euch macht, um ihn unter­stützen zu können. 

Queens Fre­und Izzy bekam vor Kurzen die gle­iche Diag­nose. Ich freue mich, dass sein Frauchen Lea uns eben­falls ihre Geschichte erzählen wird.

So trocknest du deinen Hund richtig ab

Egal, ob der Sprung in den See, der Spazier­gang im Regen oder Spie­len auf einer nassen Wiese. Unsere Hunde sind ständig nass.

Doch das sollte nicht so bleiben.

Solange das Fell nass ist, kommt kein­er­lei Luft an die Haut. Dies ist ein ide­aler Nährbo­den für Hautinfektionen.

Daher ist es unbe­d­ingt notwendig, den Hund abzutrocknen.

Doch wie mache ich das eigentlich am besten?

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Grund­sät­zlich kann man festhalten:

Man beginnt vor­sichtig am Kopf und trock­net diesen und die Augen­winkel. Anschließend arbeitet man sich vom Rücken zum Bauch. Die Pfoten wer­den als Let­ztes gerieben.

Mit einem herkömm­lichen Hand­tuch kann man zwar den groben Schmutz und auch Feuchtigkeit aufnehmen. Den­noch ist das Fell des Hun­des nicht voll­ständig trocken.

Mirkofaserhandtücher

Wesentlich besser als herömm­liche Handtücher eignen sich Mikro­fasertücher. Diese saugen mehr Feuchtigkeit auf als ein nor­males Frotteehandtuch.

Ich kann euch dieses hier* empfehlen. Das Tuch ist extram saugstark und kann zudem im Som­mer als Kühlmatte ver­wen­det werden.

Hundefön

Natür­lich gibt es auch die Möglichkeit, seinen Hund mit einem Fön zu trock­nen. Allerd­ings sind nicht alle Hunde ein Fan dieses lauten und pus­ten­den Geräts. Daher sollte man den Hund vor­sichtig an den Föhn gewöh­nen. Am leicht­esten fällt es dem Vier­beiner, wenn man sich von hin­ten nach vorne arbeitet. Beson­dere Vor­sicht gilt im Kopf­bere­ich. Die Augen sollte in jedem Fall durch die Hand geschützt wer­den. Das gle­iche gilt für die Ohren des Hundes.

Hier gibt es mehrere Geräte, die speziell für Hunde und Katzen entwick­elt wor­den sind. Empfehlen kann ich zum Beispiel diesen hier*, weil er extrem leise ist und von vie­len Hunde gut angenom­men wird.

Bademäntel

Zudem gibt es mit­tler­weile zahlre­iche Bademän­tel, die speziell für Hunde entwick­elt wor­den sind. Diese eignen sich per­fekt für alle Hunde, die ein Prob­lem mit dem Fön haben oder schwer abzutrock­nen sind. Prak­tisch sind die Bademän­tel zudem bei Badeaus­flü­gen. Ein­fach den Man­tel anziehen bevor der Hund ins Auto ein­steigt und Zuhause ist der Vier­beiner meist schon fast trocken. Die Bademän­tel gibt es von zahlre­ichen Fir­men und Her­stellern. Als Beispielmöchte ich euch diesen hier* zeigen.

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Queen genießt das Abtrock­nen sehr, aber Püppi nimmt schon die Beine in die Pfoten, wenn sie nur das Hand­tuch sieht.

Wie trock­net ihr eure Hunde ab?

*Bei den Links han­delt es sich um soge­nan­nte Ama­zon Affil­i­ate Links. Wenn ihr auf diesen Link klickt und das Pro­dukt auf Ama­zon bestellt, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion. Für euch ist das völ­lig kosten­los. Ich habe dadurch die Möglichkeit Anschaf­fun­gen für diesen Blog zu täti­gen, um zum Beispiel Pro­dukte für euch testen zu können. 

Test: Lernen Hunde durch beobachten?

Intel­li­gen­zspiele sind bei uns aus dem All­tag nicht mehr wegzu­denken. Obwohl sich unsere Samm­lung etwas verklein­ert hat, kön­nen für auf eins nicht verzichten: das Glück­srad von MyIntelligentDogs.

Gestern fand ich endlich die Zeit, Püppi das Glück­srad genauer vorzustellen.

Natür­lich stand Queen direkt neben uns. Statt mich zu beobachten, schaute Püppi direkt zu Queen.

Also beschloss ich, die bei­den alleine machen zu lassen. Für mich war das total inter­es­sant zu sehen, ob Queen Püppi zeigen würde, wie man an die Leck­ereien in dem Rad gelan­gen würde.

Es fing schon damit an, dass Queen sich vor das Rad legte, statt sich wie sonst davor zu stellen. Püppi stand mal auf Queens Seite, mal schaute sie von der anderen Seite aus zu.

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Queen hat schon immer das Rad eher mit ihrer Schnauze gedreht. Die Pfoten kamen eher sel­ten zum Einsatz.

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Auch gestern drehte sie das Rad mit ihrer Schnauze. Püppi ver­stand sehr schnell, dass Leck­ereien her­aus­fallen und sam­melte diese fleißig mit ein.

Es wirkte beinahe als hätte sie sich abge­sprochen. “Was bei mir lan­det, ist für mich. Was auf deine Seite fällt, kannst du haben.”

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Dann hörte Queen auf, das Rad zu drehen und schaute erwartungsvoll zu Püppi. Nach weni­gen Augen­blicken ver­stand sie, dass nun sie gefragt war. Nun kam sie mit der Schnauze nicht so ein­fach an das Rad. Sie musste sich auf die Hin­ter­läufe stellen. Natür­lich passierte, was passieren musste und sie rutschte ab. Zunächst irri­tiert, war sie doch schnell wieder bei der Sache, weil einige Leck­ereien auf ihre Seite fielen.

Vor­sichtiger als beim ersten Mal stellte sie sich wieder vor das Rad. Man kon­nte deut­lich erken­nen, dass sie zwar neugierig war, aber sich nicht erneut mit den Pfoten an das Rad lehnen wollte. Nach eini­gen Umdrehun­gen des Rades und eini­gen verzweifel­ten Blicken in Queens Rich­tung, nutze sie schließlich ihre Pfote und dreht das Rad.

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Queen beobachtete alles genau. Nach eini­gen Drehun­gen, nutze Queen eben­falls ihre Pfote, was sie sonst eher sel­ten gemacht hat.

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Es war total inter­es­sant zu sehen, wie sich beide gegen­seitig beobachtet haben. Püppi hat von Queen gel­ernt, dass sich das Rad drehen muss und Queen hat bei Püppi beobachtet, dass es effek­tiver ist, das Rad mit der Pfote zu drehen.

Lost. Wie uns ein Flugzeug gerettet hat

Am ver­gan­genen Dien­stag waren wir lost. Für einige Zeit waren wir wie vom Bild­schirm ver­schwun­den. Und zwar wörtlich.

Eigentlich woll­ten wir nur eine kleine Runde drehen. Da Queen läu­fig ist, gehe ich gern in unbekan­nten Gebi­eten spazieren. Ich kann sie so prima ablenken und gle­ichzeitig kann ich mich so bewusst für Run­den entschei­den, die von wenig Hun­debe­sitzern genutzt werden.

Wir fuhren also zu einem kleinen Wald­stück. Da ich mich und meinen Ori­en­tierungssinn kenne, entsch­ied ich mich zunächst für das typ­is­che “erst — ein­mal — ger­adeaus”. Irgend­wann ging es nicht mehr weiter und ich entsch­ied mich links in den Wald zu gehen.

Hier war die Welt noch in Ordnung 🙂

Der Wald­weg endete und ich musste mich entschei­den, ob ich weit­er­laufen oder umdrehen würde. “Ach, eigentlich sind wir ja nur ger­adeaus gegan­gen und dann links herum. Dann muss ich ja nur wieder ger­adeaus und dann mich dann wieder links halten.”

Klingt doch ganz easy, oder?

Nach­dem der Weg aber irgend­wie end­los erschien und ich weder links noch rechts irgend­was sehen kon­nte, kamen so langsam die erste Fra­gen auf. Eigentlich kan­nte ich das Wald­stück. An welcher Ecke nun Felder angren­zen soll­ten, war mir völ­lig unklar.

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Der Weg endete und wir kon­nte wieder in den Wald gehen. Doch war das eigentlich  noch das selbe Waldstück?

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Durch diese Büsch hin­durch gelangten wir auf einen Weg.

Zum Umkehren waren wir eigentlich schon zu lange unter­wegs. In Gedanken bin ich noch ein­mal durchge­gan­gen, in welche Rich­tun­gen ich schon abge­bo­gen bin. Ich war mir sicher, dass ich mich links ori­en­tieren müsste.

Noch immer frag ich mich, welche Funk­tion dieser Kreis hier erfüllen sollte.

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Mit dem Entschluss, mich links ori­en­tieren zu wollen, ging es weiter.

Püppi war länger unter­wegs als je zuvor, aber tra­gen lassen, wollte sie sich keine Sekunde. Also nutzte ich eine kleine Pause, um im Navi zu schaun, ob wir über­haupt sind.

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Ziem­lich schnell war klar, dass wir uns in einem völ­lig anderen Wald­stück befun­den haben. “Links hal­ten” war natür­lich auch völ­lig falsch. Mit Navi in der Hand ging es weiter.

Doch der kleine Punkt auf dem Navi wan­derte ein­fach nicht mit. “Hal­ten Sie sich süd — östlich.” Ich weiß weder wo Nor­den noch Süden ist. Hab mal gehört, man könne die Him­mel­srich­tung am Moos­be­fall eines Baumes able­sen, doch hier­mit enden meine Sur­viver — Qual­itäten auch schon.

Hin­ter eini­gen Bäu­men tauchte eine Sied­lung auf. Doch um dort eine Straße erken­nen zu kön­nen, hätte ich einen min­destens 5 Meter bre­iten Fluss über­queren müssen.

Mein Navi zeigte diesen Fluss übri­gens gar nicht an. Stephan ver­suchte während dessen mich abzu­holen. Nach seiner Auf­fas­sung müssten wir jeden Moment an eine Brücke gelan­gen, an der er uns abholen könnte.

Da war keine Brücke.

Der Weg ließ uns keine Wahl. Entweder mussten wir durch ein hoch gewach­se­nen Mais­feld oder wir mussten in ein weit­eres Waldstück.

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Immer wieder flo­gen Flugzeuge über unsere Köpfe hin­weg. Doch ich war so damit beschäftigt, gedanklich den Weg durchzuge­hen, dass ich ein­fach nicht den richti­gen Schluss daraus gezo­gen habe. Immer wieder ver­suchte ich mich zu erin­nern, wann ich wo abge­bo­gen bin. Schließlich hätte ich unter Umstän­den den gesamten Weg zurück gemusst. Doch ich bin so oft einen Weg hineinge­gan­gen, umgekehrt und doch anders gelaufen, dass ich mich nicht mehr erin­nern kon­nte. Sah auch irgend­wie alles gle­ich aus.

Plöt­zlich ver­schwand unser Punkt im Navi. Ich staunte nicht schlecht. Wir waren nicht nur Lost, son­dern schlicht vom Bild­schirm ver­schwun­den. Irgend­wie gruselig.

Queen wurde müde. Ich fing an mir Sor­gen zu machen. Ist die Strecke zu viel für die bei­den? Was mache ich, wenn einer der bei­den gle­ich nicht mehr laufen kann? Bitte lass es Püppi sein 😀

Und wieder flog ein Flugzeug über uns hinweg.

Wäre ich doch schon am Auto, welches ich am Wal­drand geparkt hatte. An dem Wal­drand, der an den Flug­platz angrenzt. An den Flugplatz!

Endlich. Manch­mal fällt der Euro in Centstücken.

Schnell war klar, dass ich ja nur schaun musste, in welche Rich­tung die Flugzeuge flo­gen. Schließtlich musste dort der Flug­platz sein.

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Nach kurzer Zeit sahen wir den Flugplatz.

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Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie lang so eine Lan­de­bahn sein kann. Gefühlt liefen wir auf jeden Fall min­desten 20 Minuten bis wir am Ende des eingezäun­ten Gelän­des angekom­men waren. Das Auto stand quasi auf der anderen Seite des Flugplatzes.

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Wir mussten nur noch die Straße wieder hochlaufen und kamen nach über zwei Stun­den endlich am Auto an.

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Wir hat­ten Durst und ich hatte richtig Heißhunger auf Kiwis. Bek­loppt oder? Gut, dass wir noch einige im Kühlschrank hatten 🙂

Quuen schlief direkt ein. Püppi räumte erst ein­mal die Spielzeugk­iste aus und wollte toben. Wirk­lich total irre die Kleine 😀

Wir alle haben den Aus­flug unbeschadet über­standen. Schließlich woll­ten wir eine Strecke gehen, auf der wir keine anderen Hunde tre­f­fen wür­den. Nun ja, wir haben schlicht nie­man­den getrof­fen. Also Mis­sion erfüllt, oder? 🙂

Scheidungshunde — geteiltes Sorgerecht?

Wenn eine Ehe geschieden wird, kann es schnell zu einem Rosenkrieg kom­men. Es geht um Geld, das Sorg­erecht für Kinder, um Autos und teure Vasen.

Doch wer behält eigentlich den Hund, wenn es zu einer Scheidung kommt?

In dem zugrunde liegen­den Fall geht es um ein Ehep­aar, welches zusam­men mit drei Hun­den jahre­lang in einem Haus gewohnt hat. Im Zuge der Schei­dung wollte der Mann mit der Bas­set — Hündin in eine kleinere Stadt­woh­nung ziehen. Die Frau trug vor, dass sie Eigen­tümerin der Hunde sei und zudem die alleinige Bzeugsper­son. Außer­dem würde sie eine Tren­nung der Hunde nicht verkraften können.

Den­noch entsch­ied das OLG zugun­sten des Mannes.

Bei den Hun­den han­dele es sich um “Haushalts­ge­gen­stände”. Dass die Frau die alleinige Bezugsper­son gewe­sen sei, könne nicht angenom­men wer­den. Dies ergebe sich schon daraus, dass auch der Mann mit den Hun­den spazieren gegan­gen sei. Außer­dem habe er im Jahr 2010 die alleinige Füt­terung der Tiere über­nom­men. Keiner der Ehe­gat­ten kon­nte sein alleiniges Eigen­tum an der Bas­set — Hündin beweisen. Dass die Frau die diese als Welpe bei einer Züch­terin gekauft hatte, reichte dem Gericht nicht aus, weil gle­ichzeitig der Mann die Ver­sicherung für das Tier abschloss und auch die Hun­des­teuern zahlte.

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Zwei der Hunde wurde der Frau zugeschrieben. Die Bas­set — Hündin wurde dem Mann zugeteilt.

Das Gericht sah keinen Anlass, auch die Bas­set — Hündin der Frau zuzus­prechen. Schließlich bilden die drei Hunde eine Einheit.

Der Frau wur­den aus dem Grund zwei Hunde zuge­sprochen, weil sie für den ersten der bei­den ihr Alleineigen­tum beweisen kon­nte. Der zweite sollte eben­falls bei der Frau leben, weil es sich um einen schw­er­höri­gen Boxer han­delt. Dieser kön­nte auf dem großen Grund­stück der Frau frei laufen. Der Mann könne dem Hund in einer kleinen Stadt­woh­nung nicht gerecht werden.

Was nehmen wir also aus diesem Fall mit?

Es gibt kein Sorg­erecht und kein Umgangsrecht für einen Schei­dung­shund. Hunde wer­den nicht wie Kinder, son­dern wie Sachen behan­delt. Das bedeuetet, im Falle einer Schei­dung wer­den die Hunde wie der Rest des Haushalts auf beide Parteien aufgeteilt. Aus­nah­men wer­den dann gemacht, wenn einer der bei­den Eheleute das Alleineigen­tum beweisen kann. Dies wäre dann der Fall, wenn man für die Kosten des Hun­des alleine aufkommt, ihn füt­tert und mit ihm spazieren geht. Zwar gehen die Gerichte grund­sät­zlich davon aus, auch mehrere Hunde aufteilen statt einer Per­son zuord­nen zu kön­nen. Den­noch wer­den auch tier­schutzrechtliche Aspekte berück­sichtigt, wie der Fall des Box­ers zeigt.

Blogreihe Handicaphunde — Das humpelnde Brötchen

Heute geht es los mit unserer Blo­greihe zum Thema “Handicaphunde”.

Ver­gan­gene Woche habe ich den Aufruf zu dieser Reihe ges­tartet. Ich habe Men­schen gesucht, die mir eine per­sön­liche Geschichte zu dem Hand­i­cap ihres Hun­des erzählen. In dieser Reihe soll es weniger um die Krankheits­geschichte an sich gehen, son­dern mehr darum, wie man als Zweibeiner damit umgeht. Ich war mir dur­chaus bewusst, dass diese Blo­greihe per­sön­lich und emo­tional wer­den wird. Doch wie viele Emo­tio­nen tat­säch­lich in diesen Geschichten stecken, wurde mir bere­its beim Lesen der ersten Mail bewusst…

Den Anfang macht Heidi vom Hun­de­blog Komm­st­duhier­her

Das humpelnde Brötchen.

Der erste Hund, an dem ich ern­sthaft inter­essiert war, war ein reizen­der Mis­chling namens Arnaldo aus Spanien. Er lebte bere­its seit über einem Jahr in seiner deutschen Pflegestelle. Im Gespräch mit der Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion erfuhr ich auch, warum: Arnaldo war pos­i­tiv auf Leish­man­iose gestestet wor­den. Ich schreckte zurück. Ich wollte ein gesun­des Tier. Ich bin Läuferin und wün­schte mir einen sportlichen Hund, der mich auf meinen Läufen begleiten kön­nte. Der mit mir tage­lange Wan­derun­gen unternehmen würde. Ich hatte erlebt, wie der Hund eines Kol­le­gen an Leish­man­iose einge­gan­gen war. Ich wollte das nicht.

So habe ich Arnaldo nie ken­nen­gel­ernt. Und doch wurde er prä­gend für alles, was danach kam. Denn ein Tier abzulehnen, weil es ein Hand­i­cap hat, kam mir damals schon irgend­wie falsch vor. Mit Erle­ichterung las ich später, dass Arnaldo bald nach meiner Anfrage ver­mit­telt wor­den war.

Die Sache mit dem Knie.

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Als ich Panini im Novem­ber 2014 traf, war ich sofort für sie ent­flammt. Alles an ihr war großar­tig und ich liebte ihre pos­i­tive, lustige Art. Diesen Hund wollte ich für immer bei mir haben. Vor der Ver­mit­tlung brachte ich sie aber zum Arzt, denn sie war noch nicht auf Mit­telmeerkrankheiten getestet wor­den. Und ich wollte auch, dass der Bewe­gungsap­pa­rat gecheckt wird. Als der Tier­arzt an Pani­nis Knie griff und es bewegte, jaulte sie auf. „Oh“, sagte der Arzt, „da ist was.“ Genaueres kon­nte er ohne Sedierung nicht fest­stellen, aber der Hund war nicht nüchtern, so kon­nte man es an diesem Tag nicht abklären. Schlimm­sten­falls sei es ein unerkan­nter Kreuzban­driss, vielle­icht schon älter. Der Hund lief nach meinem Ein­druck ganz nor­mal. Ich war am Boden zer­stört. Mit Schmerzmit­teln bewaffnet schlichen wir zurück zur Pflegestelle. Der Arzt hatte zum Abwarten und Beobachten geraten.

Zuhause googelte ich alles zum Thema Kniev­er­let­zun­gen bei Hun­den. Was würde ein Kreuzban­driss bedeuten? Was wäre, wenn sie operiert wer­den müsste? Was würde das für sie bedeuten, wenn ich sie wegen der Ver­let­zung nicht nehmen würde? Die Pflegestelle war nur als Sprung­brett für viele Hunde gle­ichzeitig gedacht und nicht im min­desten darauf ein­gerichtet, OP-Nachsorge zu betreiben. Nie­mand würde sich aus­giebig um sie küm­mern kön­nen. Und wer würde einen frisch operierten Hund nehmen wollen? Kön­nte die Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion eine OP über­haupt bezahlen? Ich kon­nte nicht mehr schlafen, sah sie vor mir, wie sie mir ent­ge­gen gesprun­gen war, mir die Hände ableckte. Alles an diesem Hund war zauber­haft. Mit dem kleinen Schön­heits­fehler einer Ver­let­zung. Schließlich ließ ich den Test auf Mit­telmeerkrankheiten entschei­den. Wäre er neg­a­tiv, würde ich sie nehmen. Knie hin oder her. Ich kon­nte und wollte sie nicht im Stich lassen.

Am 6. Dezem­ber 2014 zog Panini bei mir ein, am 21. Dezem­ber wurde sie am Kreuzband operiert. Die Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion bot mir an, die Kosten zu tra­gen, ich lehnte ab. Panini hatte jetzt ein richtiges Zuhause, es war an mir, für sie zu sor­gen. Sie hatte bere­its Arthrose in dem Knie, die Ver­let­zung war alt. Sie hatte sie erfol­gre­ich vor allen ver­bor­gen. Als hätte sie gewusst, dass sie nur so nach Deutsch­land kom­men kann, nur so zu mir. Sei­ther ist sie noch drei weit­ere Male operiert wor­den. Auf den ersten Kreuzban­driss fol­gte der zweite (was wohl häu­fig vorkommt). Bei­des Mal gab es Kom­p­lika­tio­nen. Als der Hund über­haupt nicht mehr auf die Füße kom­men wollte, brachte ich sie zu einem Spezial­is­ten zur Goldim­plan­ta­tion. Dort nan­nte man Panini eine „chro­nis­che Schmerz­pa­ti­entin“ mit zahlre­ichen Prob­le­men im Bewe­gungsap­pa­rat, die einan­der bed­ingten. Erst nach diesem Ter­min ging es endlich wieder bergauf.

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Die ver­gan­genen schwieri­gen Monate ver­brachte ich mit dem Wun­sch, ihre Leben­squal­ität zu verbessern und für jede neue Schwierigkeit Lösun­gen zu finden. Als sie nur noch müh­sam hüpfen kon­nte, kaufte ich einen Hun­de­buggy, damit ihr Aktion­sra­dius größer wurde und sie trotz allem am gesellschaftlichen Hun­deleben teil­haben kon­nte. Andere Hunde, Sonne, Eichhörnchen-Watching. Ohne das wären wir beide im Win­ter depres­siv gewor­den. Ich mit einem hüpfenden Kän­guru an der Leine und sie an den immer gle­ichen blö­den Büschen vor dem Haus. Dauernd gab es neue Hür­den, irgen­det­was, für das man Erfind­ungsre­ich­tum braucht. Und das war gut so. Denn nichts ist schlim­mer als die Ohn­macht und das Gefühl, nichts für das Tier tun zu kön­nen. Aber in Wahrheit kann man immer etwas tun. Und wenn es nur Kuscheln ist.

Das Leben der anderen.

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Manch­mal musste ich bei Kom­mentaren von anderen schon ein biss­chen schlucken. Einige Hun­de­hal­ter glaubten, mir unge­fragt mit­teilen zu müssen, dass sie einen Hun­de­buggy für Tierquälerei hal­ten. Als Panini von der Goldim­plan­ta­tion kam, sah sie aus wie ein gerupftes Huhn, mit vie­len rasierten Stellen. Das Laufen fiel ihr zu der Zeit beson­ders schwer. Bei einem unserer müh­samen und kurzen Spaziergänge kamen wir an einer Park­bank vor­bei, auf der zwei Män­ner saßen. Ihr Gespräch ver­s­tummte, sie glotzten Panini an und einer sagte verächtlich: „Ach du Scheiße.“ Ein biss­chen weh tat das im ersten Moment schon, auch wenn mir diese Leute natür­lich egal sind. Im Café gibt es manch­mal blöde Bemerkun­gen, wenn ich eine Decke für Panini aus­packe, damit sie weicher liegt. Es kur­sieren noch immer sehr rustikale Ansichten über Hunde.
Selbst gut gemeinte Bemerkun­gen sind nicht immer schön. Min­destens ein­mal am Tag hörte ich, dass das ja eine nette Hun­deomi sei oder man fragte nach ihrem offen­sichtlich bib­lis­chen Alter. Panini ist dreiein­halb. Inzwis­chen trägt sie manch­mal Orthe­sen, die ihre Knie sta­bil­isieren. Erfrischen­der­weise finden das viele schein­bar so frem­dar­tig, dass sie sich nicht trauen, etwas zu sagen.
Es ist auch nicht immer leicht, wenn man andere Hunde über die Wiese flitzen sieht und der eigene kann kaum krabbeln. Die Wahrheit ist aber auch, dass andere Hun­debe­sitzer Sor­gen haben, die wir nicht haben. Mein Hund liebt Men­schen, ist nett zu anderen Hun­den, frisst und verträgt alles, bleibt prob­lem­los allein, fährt gern Auto, ist easy beim Tier­arzt, bellt nicht in der Woh­nung … Oft kommt es mir komisch vor, dass der Hund alle, aber auch alle Bedürfnisse und Wün­sche erfüllen soll. Ebenso gut kön­nte man sich einen dieser japanis­chen Robot­er­hunde anschaffen.

Versprochen ist versprochen…

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Durch Pani­nis Augen kann man direkt in ihre kleine Hun­de­seele sehen. Sie ist ein offenes Buch, so lieb und unschuldig, wie ein Lebe­we­sen nur sein kann. Sie hat das allerbeste Leben ver­di­ent und genau das habe ich ihr ver­sprochen. Dass ich etwas für sie tun kann, ist wun­der­bar und wenn ich daran denke, wie es ihr in Ital­ien ergan­gen wäre, weiß ich, dass wir beide Glück haben, dass wir uns getrof­fen haben. Ihre Fortschritte zu sehen, ihre zunehmende Lebens­freude und dass es ihr jetzt gut geht, nach allem, was wir geschafft haben, macht mich glück­lich – vielle­icht sogar mehr als mich ein Hund machen kön­nte, der mit mir Marathon läuft. Es ist im wahrsten Sinne nicht immer leicht, 18 kg Hund drei Stock­w­erke rauf und runter zu tra­gen. Dass ich aber aus­gerech­net diesen Hund aus­gewählt habe, habe ich nie bereut. Panini würde mich niemals ver­fluchen oder ver­lassen, weil ich ein Hand­i­cap habe. Und deshalb ist es nur richtig, dass ich es umgekehrt genauso halte.

Vie­len Dank für diese per­sön­liche und emo­tionale Geschichte. Ich wün­sche Panini nur das Beste und ich drücke die Dau­men, dass es ihr ganz lange gut gehen wird.

Du möcht­est uns eben­falls deine Geschichte erzählen? Dann schick mir eine Mail an queen@dietutnichts.de 

Läufig sein ist blöd

Queen ist läu­fig. Und um das schon mal vor­weg zu nehmen: Läu­fig sein ist blöd. Richtig blöd.

Ver­gan­gene Woche Mon­tag ging es bei ihr los. Schon am Woch­enende ahnte ich, dass es nun so weit sein kön­nte. Queen schlief nahezu das gesamte Woch­enende durch.

Sobald die Läu­figkeit beginnt, ver­fällt sie in einen Win­ter­schlaf. Sie schläft den gesamten Tag. Manch­mal liegt sie ein­fach nur in ihrem Korb und starrt auf den Boden. Inner­halb der gewohn­ten Umge­bung ist sie zu nichts zu motivieren. Sie hat keine Lust zu spie­len oder Leck­erlis zu suchen. Draußen auf unserer täglichen Runde ver­hält sie sich ähn­lich. Sie trot­tet neben oder hin­ter mir her und bleibt lediglich zwis­chen­durch zum Schnup­pern stehen.

Püppi ver­steht das über­haupt nicht. Sie sucht Queens Nähe und kuschelt viel mir ihr. Sie bringt ihr Spielzeug und schaut ganz ver­dutzt, wenn Queen nicht reagiert. Püppi bringt Queen sogar die Fleis­chbrocken aus ihrem Napf und legt sie in ihr Kör­bchen. Ekelhaft 😀

Nun will und kann ich Queen aber nicht ein­fach so schlafen lassen.

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Würde ich Queen den ganzen Tag schlafen lassen, bekäme sie Prob­leme mit ihren Gelenken. Sie würde steif laufen und käme schlecht hoch.

Bei der let­zten Läu­figkeit habe ich sie oft gelassen, wenn sie nicht wollte. Allerd­ings war das wirk­lich eine deprim­ierende Zeit. Das brauchen wir beide nicht noch ein­mal also wer­den wir der Läu­figkeits — Depres­sion nun den Kampf ansagen 🙂

Zur Zeit läuft bei uns also das Queen — Bespaßungs — und — Ablenkungsprogramm.

Queen geht gerne in frem­den Gebi­eten spazieren. Da wir aber meist zwei größere und zwei kleinere Run­den täglich laufen, kann ich nicht für jeden Gang raus fahren. Also habe ich mir vorgenom­men, eine Runde am Tag in ein unbekan­ntes Gebiet zu fahren. Ich hoffe, mir gehen bis zum Ende der Läu­figkeit nicht die Ideen aus.

Am Sam­stag zum Beispiel bin ich die Nähe eines Reit­er­hofes gefahren und wir sind eine schöne Runde über Felder und durch den Wald gedreht. Der Rück­weg war lei­der sehr kurz, denn ich bin durch einen dicken Nagel gefahren und ein plat­ter Reifen been­dete unsere Tour bevor wir Zuhause waren…

Aber “Alles für den Hund” oder wie sagt man so schön? 🙂

Zudem ver­suche ich sie auf den Run­den hier aus­giebig zu beschäfti­gen. Fut­ter­suche oder Tricks lenken sie ganz gut ab. Auch Zuhause wird immer wieder irgen­det­was ver­steckt. Meist Spielzeug, weil ich nicht will, dass sie sich über­frisst. All­ge­mein sollen Hündin­nen zur Läu­figkeit etwas weniger fressen, wenn sie nicht gedeckt wer­den sollen. So kann pos­i­tiv auf eine mögliche Schein­trächtigkeit eingewirkt werden.

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Nach der Läu­figkeit geht es bei uns erst ein­mal genauso weiter. Denn die dei Wochen kann man quasi noch mal hin­ten dran hän­gen. Würde man sie lassen, würde sie die Wochen anschließend genauso weiter schlafen und nur lust­los hin­ter mir herlaufen.

Ich hoffe, dass wir sie gut anlenken kön­nen und wir die Zeit schnell hin­ter uns brin­gen können.

Aktuell ist Queen in der Stand­hitze und zum erstem Mal hab ich das Gefühl bekom­men, sie würde drraußen nicht mehr so gut hören. Daher muss sie wohl die näch­sten drei bis fünf Tage an der Leine bleiben. Dop­pelt doof.

Ich weiß, viele von euch fra­gen sich nun vielle­icht, warum ich sie nicht ein­fach kas­tri­eren lasse. Ich habe das Thema mal mit meinem Arzt des Ver­trauens besprochen. Wir alle gehen davon aus, dass es sich tat­säch­lich immer um eine Art Schein­träglichkeit han­delt. Aber solange ich sie ablenken kann und die Sache somit angenehmer gestal­ten kann, werde ich ganz sicher nicht kas­tri­eren lassen. Solange keine medi­zinis­che Indika­tion vor­liegt, greife ich da nicht ein. Ich habe nicht das Recht in die Natur einzu­greifen. Und wenn nun das Argu­ment mit dem Kreb­srisiko kommt… Nun ja. Man ver­ringert zwar das Risiko für eine Kreb­serkrankung am Gesäuge. Allerd­ings erhöht man gle­ichzeitig viele viele andere Risiken, eine Kreb­serkrankung zu begonnen. Das eine Risiko wird ver­ringert, während mehrere andere extrem erhöht werden.

Ich bin defin­i­tiv gegen eine Kastration.

Ich bin schon ges­pannt, welche Ablenkun­gen wir uns noch ein­fallen lassen und welches Fazit wir am Ende ziehen kön­nen. Aber erst ein­mal spie­len wir uns durch den Tag 🙂

Hallo, mein Name ist Püppi Tabu

Bevor ein Welpe einzieht, macht man sich Gedanken. Man schmiedet Pläne. Man über­legt sich, was die kleine Fell­nase ler­nen soll und setzt Pri­or­itäten. Und dann ist er da. Der große Welpenabholtag.

Man fährt mit seinem neuen Begleiter nach Hause und zeigt ihm die Welt.

Auch ich habe mir Gedanken gemacht, bevor Püppi kam. Was ist mir wichtig? Was soll sie möglichst schnell ler­nen? Spon­tan, aber überzeugt, war klar: der Rück­ruf. Das ist das Wichtig­ste. Ich wollte sie möglichst schnell ohne Leine mit Queen laufen lassen kön­nen. In meinen Augen ist das wichtig für die Entwick­lung eines Hundes.

Es ist nicht so, dass dieser Plan nicht aufge­gan­gen wäre.

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Es ist nur so, dass der Rück­ruf von Platz 1 der Liste, nun ja, min­destens auf Platz 2 rutschte.

Bere­its am ersten Tag zeigte Püppi deut­lich, dass ein ganz anderes Kom­mando, ein ganz anders Wort, viel wichtiger und entschei­den­der sein würde.

Püppi ver­sucht alles zu fressen. Ob Flusen, Dreck, Stöckchen, Blät­ter, Steinchen, Sch­necken, Tep­pich, Schuhe, Zeitung, Blu­men, Gras…

Ich kön­nte stun­den­lang so weitermachen.

Also hieß es “Püppi, nein”.

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Und diese Worte kamen weitaus häu­figer als ihr euch vorstellen könnt. Queen wurde zunehmend ver­wirrter, weil sie das Wort “nein” eben­falls kan­nte. Für sie bedeutet das “was auch immer du da ger­ade machst, hör’ damit auf”.

Also fol­gte auf jedes “Püppi, nein” ein verzweifel­ter, ver­wirrter und unsicherer Blick von Queen.

Was habe ich denn gemacht?”

Womit soll ich aufhören?”

Blöd.

Das wollte ich abso­lut vermeiden.

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Also brauchten wir ein neues Wort. Ein Wort, welches Queen nicht kennt.

Und schwups hat­ten wir es:

TABU

Wie oft habe ich diese vier Buch­staben in den let­zten Wochen aus­ge­sprochen? Ich weiß es nicht. Zugegeben, es kommt sel­tenser als noch vor eini­gen Monaten. Doch wir benöti­gen es nach wie vor. Ins­beon­dere, wenn Püppi ver­sucht, Pfer­deäpfel zu fressen. Wenn sie ver­sucht, die Blüten von Blu­men abzupflücken oder wenn sie Sch­necken findet. Irgend­was findet die Kleine immer. Irgen­det­was ver­sucht sie ständig zu fressen. Wie ein Labrador in Kleinformat 😀

Würde man Püppi also fra­gen, wie sie eigentlich heißt, so würde sie wohl antworten:

Mein Name ist Püppi Tabu.”

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