Monat: September 2016

der typische Hundesmalltalk — Fluch oder Segen?

Bevor Püppi bei uns ein­zog, blieb ich in der Regel von dem typ­is­chen Smalltalk mit anderen Hun­debe­sitzern ver­schohnt. Ich habe ehrlich gesagt kein allzu großes Inter­esse mit jedem an mir vor­beilaufenden Hun­de­men­sch ins Gespräch zu kom­men. Ob Queen mich bee­in­flusst hat, oder ich sie? Ich weiß es nicht. Wir sind uns jeden­falls einig: auf unserer Runde wollen wir unsere Ruhe.

Nun ist Püppi da. Wir kon­nten sie von unserer Grun­de­in­stel­lung noch nicht so ganz überzeu­gen. Sie findet andere Hunde mega spannend.

Daher sieht eine Hun­de­begeg­nung bei uns in der Regel so aus.

Ich leine beide Hunde an und da Püppi sonst zu dem Hund ziehen würde, machen wir entweder einen großen Bogen oder set­zen uns am Rand hin, erk­lären dem anderen Hun­debe­sitzer, dass wir noch üben und fra­gen, ob er an uns vor­beige­hen könnte.

Bis zu diesem Punkt sind Queen und ich noch voller Hoff­nung. Doch Püppi zer­stört es jedes mal aufs Neue. In dem Moment, in dem der andere Hund vor­beigeht, springt sie auf, schmeißt ihren Po in die Luft und ver­sucht den anderen Vier­beiner zum Spie­len aufzufordern.

An diesem Punkt ist sowohl in meinem als auch in Queens Gesicht abzule­sen: wir haben verloren.

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Und schon kommt es.

Ach ist die niedlich. Ist die noch jung?”

Es geht los.

Der typische Hundesmalltalk.

Ja. Sie ist sieben Monate alt.”

Ach so jung noch. Na dann darfst du aber noch so viel spielen.”

Und bere­its nach diesen Momenten ist der andere Hund schon sichtlich gen­ervt von dem kleinen Flummy. Aus­nah­men findet man nur direkt in ihrem Alter oder bei Hun­den, die Zuhause für sie eigentlich unzugängliche Medika­mente gefun­den haben.

Und die Große? Darf die nicht spielen?”

Doch die darf spie­len. Die will nur nicht. Und wenn ich sie nun ableinen würde, würde sie dazwichengehen.”

Man erkennt an dieser Stelle in den Augen der Hun­de­men­schen, dass die meis­ten gern einen “Typ­is­chen Schäfer­hund — Spruch” raushauen würde, an meinem Blick jedoch erken­nen, dass das eher unpassend wäre.

Nor­maler­weise reicht es mir an dieser Stelle schon. Daher

Püppi, komm wir gehen weiter.”

Püüüüüpppp­pi­i­iii? Ist das niedlich. Ja das ist ja mal ein Name der passt.”

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Und es geht los.

Mein Hund heißt ja … Er lebt jetzt schon … Jahre bei uns. Ich erin­nere mich noch genau an den Tag, an dem wir ihn abge­holt haben…”

Ich würde zu gern sehen, wie das wohl von außen aussieht. Queen total gen­ervt und ich sichtlich damit beschäftigt, nicht genauso gen­ervt auszuse­hen während wir uns gedanklich bei Püppi für dieses nette Gespräch bedanken.

Wenn man es jetzt nicht schafft, diesem aufge­dränglichen Smalltalk ein Ende zu set­zen, wer­den noch kurz die typ­is­chen The­men angesprochen:

Was frisst er denn?

Je nach Jahreszeit das Zeckenthema

Gehen Sie denn in die Hundeschule?

Tier­schutz

Tierärzte (sind ja alles sowieso nur Halsab­schnei­der, die sich von unserem Geld gold­ene Klinken an ihrem Haus anbrin­gen lassen)

Je nach Rasse das Prob­lem mit dem Fellwechsel

Und falls jemand dazu eine Mei­n­ung hat auch gerne: Schäfer­hunde brauchen ja richtig viele Aufgaben

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Ich brauche all das nicht.

Wenn ich mit meinen Hun­den unter­wegs bin, dann beschäftige ich mich mit ihnen. Hun­de­begeg­nun­gen sind schön und gut, aber ich verabrede mich lieber gezielt mit anderen Hun­den für eine gemein­same Runde. Das habe ich bei Queen schon so gehand­habt und ich habe damit gute Erfahrun­gen gemacht. Sie weiß, dass sie nicht zu anderen Hun­den laufen soll.

Manch­mal ent­standen schon ganz nette Gespräche, aber unterm Strich brauche ich das nicht.

Wie sieht das bei euch aus? Macht ihr einen großen Bogen oder seid ihr für einen kurzen Schnack zu haben?

§ 11 Tierschutzgesetz — Erlaubnispflicht für Hundetrainer

Obwohl die Änderung des Tier­schutzge­set­zes bere­its im Jahrr 2013 in Kraft trat, herrscht juris­tis­ches Chaos.

Es ist nach wie vor unklar, welche Voraus­set­zun­gen der Antragssteller erfüllen muss, um die Erlaub­nis erteilt zu bekom­men. Alle Behör­den arbeiten nach eigenem Ermessen, das lei­der so weit auseinan­derk­lafft, dass man zum Teil das Wort Willkür benutzen muss.

Einige Hun­de­trainer stellen ihre Ohren auf durchzug und prak­tizieren munter weiter — ohne Erlaub­nis, aber mit weitre­ichen­den Folgen.

Bisher lief es so ab: Jeder durfte sich Hun­de­trainer nen­nen und unab­hängig seiner Qual­i­fika­tion als Hun­de­trainer arbeiten. Nur logisch, dass hier auch einige Dep­pen ohne jegliche Sachkunde munter durch die Welt gelaufen sind und hil­fe­suchende Hun­debe­sitzer mit zum Teil hirn­losen Ratschlä­gen in den Wahnsinn getrieben haben.

Daher liegt es im Inter­esse aller, dass der Begriff Hun­de­trainer nun gewis­sen Regelun­gen unter­wor­fen ist.

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Der neue § 11 des Tier­SchG lautet nun:

Wer gewerb­smäßig für Dritte Hunde aus­bilden oder die Aus­bil­dung der Hunde durch den Tier­hal­ter anleiten will, bedarf der Erlaub­nis der zuständi­gen Behörde.”

Jeder gewerb­smäßig arbei­t­ende Hun­de­traier braucht für seine Tätigkeit die Genehmi­gung des zuständi­gen Veterinäramtes.

Dort weist der Antragssteller seine Sachkunde nach. Da es jedoch eine Vielzahl von Aus­bil­dungsange­boten zum Hun­de­trainer gibt, die keinen konkreten Vorschriften unter­liegen (wahrschein­lich hätte zudem bere­its hier ange­setzt wer­den müssen), reicht nicht immer ein Zer­ti­fikat über die abgeschlossene Train­er­aus­bil­dung aus. Einige Aus­bil­dun­gen sind bere­its nach weni­gen Monaten abgeschlossen, andere dauern Jahre. Es liegt auf der Hand, dass hier Unter­schiede beste­hen müssen. Unter Umstän­den muss der Antragssteller daher eine Prü­fung ablegeben und sein Fach­wis­sen auf diese Weise nach­weisen, damit er die Genehmi­gung erteilt bekommt. Dieser sog. Sachkun­de­nach­weis wurde von einer Arbeits­gruppe der Bun­deslän­der Bay­ern, Rhein­land Pfalz, Saar­land, Nor­drhein West­falen, Nieder­sach­sen, Ham­burg, Sach­sen und Baden-Württemberg entwickelt.

In dieser Prü­fung sollen unter anderem die fol­gen­den Dinge abge­fragt werden:

• Grund­la­gen der Ver­hal­tens­bi­olo­gie, Rasse­un­ter­schiede, Verhaltensentwicklung
• Aus­drucksver­hal­ten von Hun­den, Kom­mu­nika­tion zwis­chen Hun­den und Artgenossen sowie Menschen
• Rechtliche The­men der Hundeausbildung
• Prob­lemver­hal­ten all­ge­mein, deren Ursachen und Entste­hung, Angst– und Stress bei Hunden
• medi­zinis­ches Basiswissen
• tier­schutzgerechte Aus­bil­dung, Hil­f­s­mit­tel in der Ausbildung
• Trainingsgestaltung

Obwohl nach wie vor keine ein­heitliche Hand­habung vor­liegt, so kann man doch zumin­d­est eins sagen: durch den Sachkun­de­nach­weis ist zumin­d­est ein Min­dest­stan­dart an Fach­wis­sen gesichert.

Die Umset­zung dieser Genehmi­gungspflicht kön­nte schlep­pen­der nicht vor­ange­hen. In manchen Bun­deslän­dern existiert noch nicht ein­mal ein Ver­fahren für die Erteilung der Erlaub­nis. Unter Umstän­den bleiben die Anträge unbear­beitet beim Vet­er­inäramt liegen. Zum Teil wur­den Hun­de­train­ern von den zuständi­gen Vet­er­inärämtern angeschrieben und zur Stel­lung des Antrages aufge­fordert. Erteilt wurde die Genehmi­gung in vie­len Orten allerd­ings noch nicht, da noch immer nicht gek­lärt ist, wie der Ablauf des Sachkud­ne­nach­weises konkret ist.

Was viele vergessen ist, dass nicht nur Hun­de­trainer von dieser Erlaub­nispflicht betrof­fen sind. Auch gewerb­smäßige Züchter, Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen und Tier­heime sowie Tier­pen­sio­nen sind betrof­fen. All diese benäöti­gen zur Ausübung ihrer Tätigkeit eine Genehmigung.

Wer übri­gens ohne diese Erlaub­nis seiner Tätigkeit weit­er­hin nachgeht, kann mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 EUR belegt wer­den. Das Nichtbeste­hen der Prü­fung kommt einem Berufsver­bot gleich.

Blogreihe Handicaphunde — Snowy, besonders und bereichend

Unser Leben mit der Handicap-Hündin Snowy – beson­ders und bereichernd

Wenn ein Hund in unser Leben ein­tritt, haben wir meist ein Bild vor Augen, wie die Zukunft mit unserem Liebling ausse­hen wird. Ein fröh­licher Hund, der mit strahlen­den Augen auf den gemein­samen Spaziergän­gen freudig und leicht­füßig durchs Leben läuft. Ein müh­eloses Leben. So erleben wir es auch mit unserer Podenco Hündin Tessa. Doch Anfang 2012 kam dann das Podenco Mäd­chen Snowy dazu und verän­derte einiges.

Was bedeutet das Zusam­men­leben mit dem Handicap-Hund?

Ganz gle­ich, ob man sich von vorne herein für eine Adop­tion eines Hand­i­cap Hun­des entschei­det, so wie wir unser mit­tler­weile achtjähriges Podenco-Mädchen Snowy adop­tierten oder ob ein Unfall oder eine Erkrankun­gen im Ver­lauf des gemein­samen Lebens zu einem Hand­i­cap führt. Das Leben mit einem Hand­i­cap Hund ist ein anderes. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es macht keinen Unterschied.
Als Snowy vor etwas vier Jahren zu uns kam, kon­nte sie kaum gehen. Sie war geze­ich­net, von den Jahren, die sie bei einem Jäger in einer Holzk­iste ver­brachte. Die Hin­ter­läufe ver­formt, schwere Arthrose in den Hüften, beide Knie kaum mehr als Gelenke erkennbar, nicht zu sagen, ob durch einen Unfall oder durch äußere Gewal­tein­wirkung. Auch der Rücken zeigte erste Schädi­gun­gen in Form von Spondy­losen. Zusät­zlich hat sie einen achten Lenden­wirbel und die Ell­bo­gen waren durch die dauer­hafte Über­be­las­tung geschädigt.

Wie wir mit Snowy unser tägliches Leben bestreiten

Es ist beein­druck­end, trotz ihrer Beschw­er­den har Snowy immer gute Laune, verza­ubert jeden mit ihrer fre­undlichen Art und läuft fröh­lich durchs Leben. Seit Snowy bei uns lebt, bekommt sie regelmäßig Phys­io­ther­a­pie. Auch wenn sie sich niemals wie ein gesun­der Hund bewe­gen wird, hilft es ihrem Kör­per enorm. Wir haben sehr viele kleine Schritte gemacht und machen sie noch immer. Sie bewegt sich viel besser und leichter und sie fühlt sich wohler in ihrem Kör­per. Auch die Goldakupunk­tur, die sie im Jahr 2015 bekam und die zahlre­ichen Nahrungsergänzungsmit­tel helfen ihr. Aber sie wird immer ein Hund mit Hand­i­cap sein.
Unsere Spaziergänge wer­den nie so lang sein, wie mit einem gesun­den Hund. Sie wird ins Auto gehoben und bekommt Unter­stützung, wo auch immer sie uns zeigt, das sie diese benötigt. Den Sprung aufs Sofa lässt sie sich allerd­ings nicht nehmen und auch ins Bett schle­icht sich Snowy gern auch mal ohne fremde Hilfe.
Uns ist bewusst, dass sich ihr Gesund­heit­szu­s­tand mit fortschre­i­t­en­dem Alter ver­schlechtern kann. Wir sind darauf gefasst und vor­bere­itet. Wir wer­den Snowy jeden Weg ebnen, um ihr das Leben so unkom­pliziert, angenehm und bar­ri­ere­frei wie möglich zu gestalten.

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Die schlechten Tage

Ich gebe ehrlich zu, dass auch wir manch­mal schlechte Tage haben. Wenn es mit dem Laufen nicht gut klappt oder sie sich schw­er­fäl­liger als sonst bewegt. Dann keimt auch bei mir die Angst hoch und ein flaues Gefühl im Magen entsteht. Dann beschle­ichen mich Äng­ste und Sor­gen, ob ich alles richtig mache, ob es ihr noch gut geht, ob wir etwas anders machen soll­ten. Und ich habe Angst sie zu ver­lieren. Aber ich glaube, das diese Äng­ste und Sor­gen nor­mal und men­schlich sind. Dann schaue ich Snowy an und weiß, sie braucht kein Mitleid. Ich darf mit­füh­lend sein, vor allem aber sollte ich sie motivieren, lieben, begleiten und jeden Tag mit ihr genießen.

Wir passen uns (Lebens– )Tempo an Snowy an

Wir spazieren in dem Tempo, wie sie es kann und passen auch die Länge der Spaziergänge an. Oft machen wir kürzere Spaziergänge und dafür dann häu­figer und gön­nen uns kleine Ruhep­ausen unter­wegs. Das gibt uns auch die Gele­gen­heit, die Natur inten­sive wahrzunehmen und wir saugen die Momente mit unseren bei­dne Hun­demäd­chen förm­lich auf.
Das die Spaziergänge kürzer aus­fallen, schmäl­tert die Qual­ität nicht. Im Gegen­teil. Wir erleben sie noch bewusster und ver­suchen vor allem eines: Snowy so „nor­mal“ wie möglich Hund sein zu lassen und sie Dinge aus­pro­bieren lassen. Sie soll ihre Erfahrun­gen machen. Und das kann auch mal bedeuten, dass sie strauchelt und stolpert. Aber durch ein über­mäßiges Behüten wür­den wir sie verun­sich­ern und ein­schränken. Und Snowy möchte so viel wie möglich ein nor­maler Hund sein. Ihre Gren­zen auszutesten, nicht über­be­hütet zu wer­den, stärkt sie. Und wenn sie eine Sit­u­a­tion alleine gemeis­tert hat, kann man den Stolz und die Freude in ihrem Gesicht sehen. Und wir freuen uns von Herzen mit.

Ein Hand­i­cap verän­dert vieles – aber nicht alles zum Schlechten

Das Leben mit Snowy bere­ichtert unser Leben unge­mein. Manch­mal wird man ein­fach gezwun­gen langsamer zu machen und einen Gang run­terzuschal­ten. Jeden Tag bewun­dere ich aufs Neue ihre Stärke und ihre gute Laune. Sie lässt sich nie hän­gen, sie jam­mert nicht, sie genießt jede Sekunde. Sie nimmt ihr Leben so an wie es ist und sie geniesst es. Das ist eine große Bere­icherung, weil es uns bewusster Leben lässt.

Auch wenn es an manchen Tagen beschw­er­licher ist, ich würde keine Sekunde tauschen wollen. Wir haben nicht das Gefühl, das wir im Zusam­men­leben mit Snowy etwas ver­passen oder es mit einem gesun­den Hund schöner sein könnte.
Ich kann nur alle Men­schen dazu ermuti­gen, einen Hund aufzunehmen, der ein Hand­i­cap hat. Auch mit dem Wis­sen, dass der All­tag manch­mal Hür­den bereit hält und man sich mehr sorgt.

Da ich es oft in meiner Praxis erlebt habe, das Hun­debe­sitzer meist völ­lig verun­sichert waren, wenn ein Hand­i­cap Hund ins Haus kommt, oder der zuvor gesunde Hund plöt­zlich mit einem Hand­i­cap leben muss, teile ich gern eine ganze Reihe von Tipps mit dir, wie du euer Zusam­men­leben erle­ichtern kannst.

Man kann sehr viel tun, um einem Handicap-Hund den All­tag zu erleichtern:

• erhöhter Wasser-/Futternapf
• ein wär­mender Man­tel im Winter
• orthopädis­che Hundebetten
• Hun­der­am­pen fürs Auto
• Trep­pchen für das Sofa
• Rutschfeste Unter­gründe im Haus
• Trage­hil­fen beim Treppensteigen

Die Orthopädi­etech­nik hält eine Vielzahl an Lösun­gen bereit:

• Ban­da­gen
• Orthesen
• Prothesen
• Hunderolli

Phys­io­ther­a­pie kann deinen Hund unter­stützen mit z.B.:

• Laser
• Elektrotherapie
• Hydrotherapie
• Akupunktur
• Manuellen Therapieformen

Du kannst mit geziel­ten Übun­gen aus der Phys­io­ther­a­pie selbst unter­stützen mit z.B.:

• entspan­nende Massagen
• aktive Übun­gen für eine gute Musku­latur, Beweglichkeit, Koor­di­na­tion, Bal­ance und Körpergefühl

Wir genießen jede Sekunde, die wir mit Snowy haben

Wir freuen uns und staunen, wenn sie wie ein Reh durch den Garten springt, wenn sie über Stock und Stein klet­tert, weil sie ver­gisst, dass ihre Knochen nicht gesund sind. Und wir sind glück­lich, wenn wir sehen, wie sie am Abend selig in ihrem geliebten Bettchen liegt und ihr ganzes Gesicht voller Freude ist.
Und wir wis­sen, wie wertvoll jeder Tag mit ihr ist.

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Deine Tina

So vielseitig können Futtersuchspiele sein

Such­spiele ste­hen bei uns ganz oben auf der Liste unserer Beschäftigungsmöglichkeiten.

Fut­ter­such­spiele sind eine per­fekte Option, seinen Hund sowohl kör­per­lich als auch geistig beschäfti­gen zu kön­nen. Kop­far­beit gibt dem Hund eine art­gerechte Auf­gabe und ist lastet ihn aus.

In unserem konkreten Fall kommt hinzu, dass ich Queen auf­grund ihrer nicht per­fekt aus­ge­bilde­ten Ell­bo­gen nicht mit einer Ballschleuder über das Feld jagen würde. Dies würde ihr wahrschein­lich sowieso nicht gerecht wer­den, denn Queen ist ein Arbeit­shund. Sie braucht geistige Aus­las­tung. Stumpfes Ball wer­fen finde ich zudem sowieso mehr als daneben.

Püppi ist sehr aufge­dreht. Sie liebt es eine Auf­gabe zu bekom­men, aber sie ist oft sehr “angeknipst”. Man sieht förm­lich über ihrem Kopf die Gedanken­blase “Wo ist es? Wo? Wo? Ich hab es gle­ich. Gle­ich hab ich dich. Na los. Wo bist du?” Mit kon­trol­lierten Such­spie­len kann ich viel an der Impul­skon­trolle arbeiten und hole mir so ihre Aufmerksamkeit.

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Das hohe Gras

Der Klas­siker, der sich auch für Anfänger — Spür­nasen eignet. Man wirft einen oder mehrere Brocken in das hohe Gras und schickt seinen Hund in die Suche. Hunde, die sich wenig an ihrem Zweibein ori­en­tieren, kön­nen bei dieser Übung viel mit­nehmen. Man sagt den Namen des Hun­des oder schnalzt mit der Zunge. In dem Moment, in dem der Hund zu einem sieht, wirft man den Brocken. Er darf direkt hin­ter­her und wird durch das Fressen direkt belohnt. Um Abwech­slung hinein zu brin­gen oder um an der Impul­skon­trolle arbeiten zu kön­nen, kann man dem Hund vor­ein ein “sitz — bleib” geben und ihn erst auf das Kom­mando “such” losschicken.

Der Herbst hat begonnen und mit ihm auch der erste Laub­fall. Auch hier kön­nen Fut­ter­brocken ver­steckt wer­den. Habt ihr schon ein­mal auf einem Sandweg Fut­ter­brocken ver­steckt und den Hund in die Suche geschickt? Auf Sand­bö­den zu suchen ist für den Hund anspruchsvoller und so kann man allein durch die ver­schiede­nen Unter­gründe Abwech­slung in die Fut­ter­suche bekom­men und den Schwierigkeits­grad verändern.

Der Baumstamm

Bäume findet man über­all. Viele haben eine sehr struk­turi­erte Rinde. Diese eignet sich super, um in die Rillen kleinen Fut­ter­brocken zu stecken. Der Hund muss hier­bei also nicht nur am Boden suchen, son­dern in der gesamten Rinde des Baumes. Fut­ter­brocken kön­nen so hoch ver­steckt wer­den, dass der Hund sich auf die Hin­ter­beine stellen muss. So wer­den zusät­zlich Muskel­grup­pen beansprucht, die sonst eher sel­ten einge­setzt werden.

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Suchen im Dreieck

Um die Impulse stärker kon­trol­lieren zu kön­nen, eignet sich die Suche im Dreieck. Hier­bei müssen die Hunde sich extrem konzen­tri­eren und auf jedes Wort bzw. die Kör­per­sprache genau achten. Der Hund bekommt ein “sitz — bleib” und wir ver­stecken oder wer­fen einen Fut­ter­brocken. Anschließend ent­fer­nen wir uns einige Meter von dem Hund (bilden mit dem Fut­ter­brocken und dem Hund sozusagen ein Dreieck) und rufen ihn zu uns. Er muss also statt zu dem ver­stecken Fut­ter zu uns kom­men. Erst anschließend schicken wir den Hund mit einem “such” los. Hier­bei achte ich immer darauf, dass ich mich so hin­stelle, dass die Hunde den Fut­ter­brocken “aus den Augen ver­lieren”. Oft beoachten sie mich genau und ver­fol­gen die Flug­bahn eines gewor­fe­nen Leck­erlis. Kom­men sie zu mir, schauen sie in eine andere Rich­tung und sind anschließend gezwun­gen mit der Nase zu suchen.

Hier kann man natür­lich ganz viele Unter­schiede ein­bauen. Statt erst zu rufen, kann man den Hund auch direkt in die Suche schicken, aber auf hal­ben Weg “platz”, “sitz” oder “bleib” und dann erst “such” — oder zwis­chen­durch nochmal zu einem rufen. Hier kann man wirk­lich super viele Kleinigkeit ändern. Queen zum Beispiel kennt ver­schiedene Pfeifftöne, sodass ich hier oft mit der Pfeiffe arbeite. Ein kurzer Pfiff bedeutet, dass sie mir kom­men soll, ein Dop­pelp­fiff, dass sie sich hin­le­gen soll usw.

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Die liebe Susanne von der Strup­pibande arbeitet auss­chließlich non­ver­bal mit ihren Hun­den. Das finde ich super faszinierend und so ver­suche ich seit einige Tagen Such­spiele nur mit der Kör­per­sprache zu gestal­ten. Für Queen, die Such­spiele seit ihrer Welpen­zeit kennt, ist das noch ein­mal etwas Neues. Sie konzen­tri­ert sich sehr und man merkt ihr richtig an, dass sie Bock darauf hat. Für Püppi ist das eben­falls super. Wenn wir unter­wegs sind, ist sie zwar zuver­läss­sig abruf­bar, hat aber doch noch die ein oder anderen Flausen im Kopf. Eigentlich soll sie dem auch nachge­hen kön­nen, den­noch möchte ich, dass sie sich etwas stärker an mir ori­en­tiert. Wenn ich mit Queen alleine unter­wegs bin, muss ich nahezu nie etwas sagen. Sie kommt zu mir, wenn sie einen Hund sieht, bleibt ste­hen, wenn ein Fahrrad oder Jog­ger kommt. An Gabelun­gen wartet sie und all­ge­mein schaut sie sich immer wieder um oder läuft direkt neben mir. Mit Püppi sieht das natür­lich noch anders aus. Den­noch ist auch hier das Ziel, dass sie grund­sät­zlich lernt, auf mich zu achten und sich an mir zu ori­en­tieren. Auch für mich ist das eine tolle Übung, weil ich mehr über meine eigene Kör­per­sprache nach­denke. Arbeitet man hier deut­lich und klar, so ist es für den Hund viel ein­facher und es ist viel ver­ständlicher für ihn, was wir eigentlich wollen.

Püppi hat vor Kurzem das Apportieren voll­ständig erlernt. Sie bleibt neben mir sitzen und läuft erst los, wenn ich das Zeichen gebe. Ich arbeite auch hier seit eini­gen Tagen kom­plett ohne Sprache. Das hat den Vorteil, dass sie wirk­lich zu mir schauen muss, wann ich meinen Arm nach vorne strecke, damit sie los­ren­nen darf. Sonst würde sie näm­lich auf heißen Kohlen neben mir sitzen und nur zum Gewor­fe­nen star­ren. Die aus­gestreckte offene Hand sagt ihr, dass sie das Gewor­fe­nen dort hinein­le­gen soll. Das Klopfen auf meinen linken Ober­schenkel bedeutet, dass sie sich links von mir set­zen soll. Eine falche Hand in ihre Rich­tung sig­nal­isiert ein “bleib”.

Ich bin mir sicher, dass sie all das mit Sprache deut­lich langsamer erlernt hätte. Deut­liche Kör­per­sprache macht es den Hun­den wesentlich ein­fach und kann auch in der Fut­ter­suche seinen Platz finden.

Wir machen täglich Fut­ter­such­spiele und bauen diese immer unter­schiedlich auf. Das stärkt die Bindung, schafft eine art­gerechte Beschäf­ti­gung und sorgt für entspan­nte Hunde, weil sie erfol­gre­ich einer Auf­gabe nachge­hen konnten.

Wie gestal­tet ihr eure Such­spiele? Habt ihr noch weit­ere Ideen?

Martin Rütter — ein kritischer Blick

Mar­tin Rüt­ter ist längst vom Hun­de­trainer zur Marke gewor­den. Jeder Hun­de­men­sch kennt ihn und auch die Nicht — Hun­debe­sitzer haben ihn schon mal “irgendwo im Fernse­hen” gesehen.

Ich gebe es gerne zu:

Ich habe alle seine Bücher gele­sen, habe all seine Kome­die — Pro­gramme besucht und die DVDs in meinen Regel ste­hen, habe mehrere Shirts aus einem Pro­gramm und einige Train­ing­suten­silien. Außer­dem gehen wir in seine Hundeschule.

Bin ich vielle­icht sogar ein Fan?

Vor meinem geisti­gen Auge sehe ich nun meine Mama und meinen Opa vor ihrem Tablet sitzen und laut “Jaaaa” schreien.

Ich hinge­hen würde das dur­chaus etwas dif­feren­zierter sehen.

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Seine Person

Nie erzählt, doch heute ver­rate ich es euch: Ich liebe ihn.

Das hat jetzt erst ein­mal nichts mit seinen Train­ingsmeth­o­den zu tun, denn dazu komm ich später. Ich mag ihn als Per­son. Er ist unglaublich lustig und nett. Ich kön­nte ihm stun­den­lang zuhören und zuse­hen. Dabei kann ich gar nicht genau sagen, woran es liegt. Doch irgend­wie hat er etwas, was mich total fasziniert. Schon weit bevor Queen ein­zog, habe ich regelmäßig seine Sendung auf VOX verfolgt.

Ich mag ihn ein­fach. Ich kann nichts dafür 🙂

Sein Leben im TV

Ich sauge alles, was von ihm im TV kommt auf wie ein Schwamm. Alles wird ange­se­hen und nach jeder Sendung bin ich trau­rig über das doch so schnell gekommene Ende.

Doch dabei darf man das alles nicht allzu ernst nehmen. Vor allem die Sendung “Der Hun­de­profi” auf VOX ist kein Erziehungsrat­ge­ber. Sie ersetzt keinen Hun­de­trainer. Außer­dem darf man nicht vergessen, dass die Fälle der­art geschnit­ten und zusam­megestellt wer­den, dass sie vor allem eins sind: unterhaltend.

Der Zuschauer soll sich gut unter­hal­ten fühlen. Der ein oder andere C — Promi in der Sendung oder lustige Spruch von Mar­tin Rüt­ter lock­ern das For­mat auf. Wochen­lang wer­den die Hunde von pro­fes­sionellen Train­ern seiner Hun­de­schule begleitet. All das wird nicht gezeigt. Die Fälle wer­den so geschnit­ten, dass der Zuschauer sich gut unter­hal­ten fühlt. Das darf man natür­lich nicht vergessen.

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Das Training nach Martin Rütter

Kom­men wir zu dem, was euch jetzt wohl am meis­ten interessiert.

Das Train­ing.

Ich finde es super, dass er stets auf das andere Ende der Leine schaut. Er stellt art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Fokus. Mit diesem Ansatz kann ich mich super iden­ti­fizieren. Genau wie er bin ich der Mei­n­ung, dass eine gute Bindung die Grund­lage für alles ist.

Hier­bei kommt oft der Fut­ter­beu­tel und all­ge­mein das Thema Fut­ter zum Ein­satz. Ich finde es prinzip­iell gut, wenn man viel mit Fut­ter belohnt. Oft sieht man Welpen, die für jeden Pups vollgestopft wer­den. Sind die Hunde erwach­sen, bleibt der Fut­ter­beu­tel Zuhause. Warum eigentlich? Der Meis­ter bekommt doch auch nicht weniger als der Lehrling? Queen und Püppi müssen sich auch einen Teil ihres Fut­ters erar­beiten und sie sind super happy damit.

Das Thema Fut­ter­beu­tel ist natür­lich nicht immer ein­fach. Wer nur seine Sendung ver­folgt, bekommt den Ein­druck, der Beu­tel sei die Lösung für alles. Ein nicht aus­ge­lasteter Hund soll mit den Beu­tel apportieren, genau wie ein Hund, der an der Leine pöbelt oder auf Artgenossen aggres­siv reagiert. Kann man all diese Fälle über einen Kamm scheren? Ist der Fut­ter­beu­tel das All­heilmit­tel für alle Probleme?

Sicher nicht.

Das fängt schon allein damit an, dass nicht jeder Hund für diesen Beu­tel zu begeis­tern ist. Klar kann man nun wie Rüt­ter emp­fiehlt, das Fut­ter nur noch aus dem Beu­tel geben und wenn der Hund nicht mitar­beitet, bekommt er eben nichts zu Fressen. Bei eini­gen Hun­den würde ich genauso ver­fahren. Bei anderen nicht. Wenn der Hund keinen Spaß hat, dann hat es auch der Zweibeiner nicht und dann bringt das alles nichts. Als Püppi noch nicht da war und Queen noch sehr schlecht gefressen hat, hat auch sie eine Zeit lang das gesamte Fut­ter aus dem Beu­tel bekom­men. Hat sie nicht mit­gemacht, gab es nichts. Nach spätestens zwei Tagen war sie so ver­schüchtert, dass sie schon unsicher wurde, wenn sie den Beu­tel nur sah. Heute arbeiten wir nach wie vor mit dem Fut­ter­beu­tel, aber nicht auss­chließlich. Püppi apportiert den Beu­tel auch schon ganz prima, aber wir nutzen ihn nicht täglich. Vielle­icht ein oder zwei mal pro Woche nehmen wir ihn mit. Dabei steht lediglich die Abwech­slung inner­halb der Beschäf­ti­gun­gen im Fokus.

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Ich würde mir wün­schen, dass nicht 80 % aller Fälle in seiner Sendung mit dem Fut­ter­beu­tel “gelöst” wer­den. Teil­weise bekommt man den Ein­druck, es gibt ca. 8 ver­schiedene Lösungsan­sätze. Das Prob­lem wird dann in eine dieser Schubladen gesteckt und mal schauen wo die Reise hingeht. Dem ist eigentlich gar nicht so, aber wer durch die Serie auf VOX kennt, kön­nte meinen dies sei das gängige Ver­fahren. Zudem wäre es toll, wenn man mehr von dem Train­ing sehen würde. Es geht vor allem um die Besuche von Mar­tin Rüt­ter, doch wäre es sicher inter­es­sant zu sehen, wie in der Zwis­chen­zeit trainiert wer­den würde.

Wer seine Bücher kennt, der weiß, dass er eigentlich viel dif­feren­zierter ist. Dort wird immer wieder davon gesprochen, dass alle Hunde anders sind und dass man indi­vidu­ell die richtige Beschäf­ti­gung finden muss.

Auch in der Hun­de­schule — zumin­d­est bei uns in der Stadt — wird inividu­ell auf den Hund ein­gan­gen. Ange­fan­gen von Fut­ter­beu­tel, bis hin zu Nase­nar­beit und Suchen von kle­in­sten Gegen­stän­den, über art­gerechter Beschäf­ti­gung auf den Spaziergän­gen, Reizan­gel­train­ing, Apportierkursen und und und ist eigentlich alles dabei.

Bei dem Thema “Maßregeln” bin ich immer etwas skep­tisch. Mar­tin Rüt­ter mag das ver­ant­wor­tungs­be­wusst machen. Er hat das richtige Tim­ing. Doch haben die Hun­debe­sitzer das auch? Ich bin kein Fan von Sprüh­hals­bän­dern und Train­ings­dics und wie die Dinger alle heißen.

Hunde, die nicht mitar­beiten oder “respek­t­los” erscheinen, bekom­men eben­falls einen ähn­lichen Train­ings­plan: Zunächst ein­mal darf der Hund nicht mehr aufs Sofa oder ins Bett. Alle Spielzeuge wer­den weg­geräumt und Fut­ter darf sowieso nicht herum­ste­hen. Zudem soll der Hund im Haus ignori­ert werden.

Würde Mar­tin Rüt­ter zu uns nach Hause kom­men, würde er wahrschein­lich die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen. Hier ste­hen drei große Kisten Spielzeug immer frei zugänglich im Wohnz­im­mer. Die Hunde schlafen im Bett und liegen auf dem Sofa. Über­all ste­hen Kör­bchen herum und die vie­len Tep­piche bieten den Hunde zahlre­iche Optio­nen strate­gisch zu liegen. Nicht sel­ten liegen Knab­ber­sachen irgendwo rum. Beide Hunde bunkern in ihren Kör­bchen und ich bekomm das nicht immer mit. Das Fut­ter wan­dert meist so gegen halb fünf in den Napf. Beide fressen, wenn sie Hunger haben. Manch­mal steht es bis spät abends in der Küche.

Ignori­ert wer­den die bei­den fast nie und Queen schon mal gar nicht, weil sie das total verun­sich­ern würde. Püppi ignori­eren wir, wenn sie wirk­lich auf­dringlich ist oder bet­telt. Anson­sten gehen wir gern auf die Wün­sche und Bedürfnisse unserer Vier­beiner ein.

In der Hun­de­schule wurde mir schon mehrfach ger­aten, die Ressourcen selbst einzuteilen. Das Spielzeug gehöre in eine ver­schlossene Box und das Fut­ter müsse nach kurzer Zeit weggestellt werden.

Kann man machen. Will ich aber nicht.

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Solange wir keine Prob­leme haben und alle glück­lich sind, sehe ich gar keinen Grund etwas zu ändern. Im Gegen­teil: Ich finde es super, wenn sie gemein­sam auf die Suche nach einem Spielzeug begeben, mit dem sie gemein­sam zergeln kön­nen. Sie machen nichts kaputt, gehen nicht an die Sachen der Zweibeiner, sind abruf­bar und hören auch sonst auf das, was wir möchten. Beim “Arbeiten” machen sie motiviert mit und auch sonst würde ich nichts im Zusam­men­leben mit den bei­den als “Baustelle” bezeichnen.

Also warum soll ich zum Ressourcen — Ver­wal­ter wer­den, wenn wir alle bestens zufrieden sind?

Ich mag seine Ansätze und sein Ver­ständ­nis von der Bindung zu einem Hund. Ich finde es super, dass er art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Mit­telpunkt stellt und sein Train­ing darauf aufbaut.

Manch­mal wün­sche ich mir etwas mehr Ini­di­vid­u­al­ität. Zum Teil fallen zu schnell pauschale Lösungsan­sätze. Mehr Ein­blick in die Zeit des Train­ings zwis­chen den Rüt­ters Besuchen würde sicher viele Hun­de­men­schen interessieren.

Alles in allem ist sein Ver­ständ­nis von dem Zusam­men­leben mit einem Hund das, womit ich mich am besten iden­ti­fizieren kann. Als ich ange­fan­gen habe mich mit seinen Meth­o­den und Ansätzen auseinan­derzuset­zen, entsprachen diese in sehr vie­len Punk­ten meinem Bauchgefühl.

Wie denkt ihr über Mar­tin Rüt­ter? Wie findet ihr seine Trainingsansätze?

Hundeverkaufsgruppen auf Facebook — Achtung Ironie

Die meis­ten von uns sind bes­timmt in irgen­deiner Face­book — Gruppe, in der gebrauchte und neue Hun­deartikel zum Kauf ange­boten wer­den. Auch in bin in mehreren Mit­glied und habe dort schon das ein oder anderen aus­sortiere Teil verkauft.

Nicht sel­ten muss ich inner­lich lachen, wenn ich einige der Beiträge dort lese.

Irgend­wie scheint es doch immer die üblichen Verdächti­gen zu sein, die irgend­wie über das Ziel hinausschießen.

Und weil das Inter­net sowieso schon voll von Vorurteilen ist, kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an 😀

Schublade auf — Gruppenmitglied rein

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Zunächst hät­ten wir

die Mitteilungsbedüftigen

Erst vor weni­gen Tagen fragte eine Nutzerin, wie andere Hun­de­hal­ter das Prob­lem mit den Marken am Hals­band lösen. Sie war auf der Suche nach einem Haken oder Kara­biner, sodass sie die Marken nicht immer von den Hals­bän­dern abfum­meln und bei dem anderen dran­fuchteln muss.

Ein typ­is­cher Beitrag, unter dem man Kom­mentare von mit­teilungs­bedürfti­gen Mit­gliedern findet.

Meine Hunde laufen ja immer ohne Halsband.”

Großar­tig oder? Wie soll diese Aus­sage der um Rat Suchen­den weit­er­helfen? Erst Gehirn anschal­ten, dann kommentieren.

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Kaum anstren­gend sind

die Besserwisser

 Ich liebe sie. In geringer Dosis heit­ern sie mich stets auf. Mit einem schmun­zel­nden Kopf­schüt­teln lese ich ihre Klugscheißer — Sprüche. Zugegeben, in geringer Dosis unter­halt­sam, auf einem Haufen in geball­ter Ladung ein­fach nur anstren­gend und furchtbar.

Oft findet man die Besser­wisser, wenn es um den Verkauf von oder die Suche nach Hals­bän­der geht. Nicht sel­ten unter Posts zu Dres­surhals­bän­dern von Hunter.

Hals­bän­der sind ja nicht art­gerecht. Man sollte lieber ein gut sitzen­des Geschirr verwenden.”

Dres­surhals­bän­der sind viel zu dünn. Ein Hals­band muss min­destens so breit sein wie der Nasen­schwamm des Hundes.”

Nur weil jemand ein Hals­band ver­wen­det, heißt das noch nicht, dass das für den Hund nicht art­gerecht sein kann. Wenn ein Hund leinen­führig ist, kann er auch ein Hals­band tra­gen. Das bestätigte sogar meine Physiotherapeutin 🙂

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Tier­schutz wird groß geschrieben. Auf Fleisch und tierische Pro­dukte zu verzichten gehört für viele zum Tier­schutz dazu.

Die Weltverbesserer

Ihr ahnt sicher alle schon unter welchen Beiträ­gen man ihre Kom­mentare findet. Richtig: unter Ange­boten oder Suchan­fra­gen von Lederleinen.

Ich würde ja nie eine Led­er­leine ver­wen­den. Das kann ich mit meiner Überzeu­gung nicht vereinbaren.”

Weißt du eigentlich, wie Leder hergestellt wird? Erst informieren, dann die Tierquälerei unterstützen.”

Hunter? Ist das nicht die Firma, die mit Leder arbeitet?”

Ich gebe es gerne zu: Ich ver­wende Led­er­leinen und arbeite auch im Shop mit Leder. So jetzt ist es raus 😀

Wenn jemand vegan leben möchte ist das super, nur genauso wie Veg­aner respek­tiert wer­den wollen, soll­ten auch anders herum diejeni­gen respek­tiert wer­den, die anders leben.

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Dann gibt es doch die Beiträge, die ich niemals kom­men­tieren würde, weil ich genau weiß, dass ich noch 143 Nachrichten für weit­ere Kom­mentare bekom­men würde.

Die Rundum — Hilfesuchenden

Manch­mal frage ich mich, ob diejeni­gen wirk­lich jedem Kom­men­tar nachge­hen, denn ihre Fra­gen kön­nten offener nicht for­muliert werden.

Ich suche ein Hals­band für einen HU von 32 cm. Bitte alles anbieten.”

Mate­r­ial egal? Farbe egal? Marke egal? Irgendwelche Funk­tio­nen im Kopf?

Etwas mehr Details hätte nicht geschadet 🙂

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Schmun­zeln muss ich auch immer wieder bei fol­gen­der Kategorie

Die Faultiere

Wenn ich etwas verkaufen will, muss ich Fotos davon machen. Und zwar am besten solche, auf denen man auch erken­nen kann, was da eigentlich ver­hök­ert wer­den soll. Selb­stver­ständlich oder? Lei­der nein.

Ich biete diverse Artikel zum Kauf an. Preise VB” gepaart mit einem Bild von einem Haufen Hals­bän­der, Spielzeuge und Leinen. Diese liegen zu allem Über­fluss auch noch auf einer gemusterten Decke. Angaben zum Mate­r­ial oder zur Länge der Hals­bän­der und Leinen fehlen kom­plett. Mich wun­dert es nicht, dass kein­er­lei Kom­mentare unter dem “Bild” zu finden sind.

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Dann gibt es noch einige, die mich per­sön­lich ziem­lich auf die Palme bringen

Die Billig — Hersteller

Geiz ist geil? Lei­der nein. Denn nicht ohne Grund kämpft die hin­ter diesem Slo­gan ste­hende Elek­tron­ikkette mit zunehmenden Umsatzein­bußen. Die Men­schen achten wieder mehr auf Qual­ität und das ist auch gut so. “Wer bil­lig kauft, kauft zwei mal” — da ist schon was dran. Umso mehr ärg­ere ich mich über die Men­schen, die dort handge­fer­tigtes Hun­dezube­hör zu absoluten Bil­lig­preisen anbi­eten. Man sieht direkt, dass die Decken nicht aus zwei Seiten beste­hen son­dern ein­fach nur umgenäht wor­den sind. Unterm Strich sind sie also dün­ner als han­del­sübliche Wolldecken, aber das sieht man erst mit genauerem Hin­se­hen. Selb­st­genähte Hals­bän­der, bei denen an allen Ecken Fäden her­aus­blicken und man genau sieht, dass ein­fach nur schlecht und bil­lig zusam­men­genäht wurde.

Ärg­er­lich sind auch diejeni­gen, die anderen Shops etwas nach­machen, bil­lig her­stellen und zum hal­ben Preis anbi­eten. Tauleinen wer­den 1 zu 1 kopiert und zu utopisch bil­li­gen Preisen ange­boten. Großar­tig. Qual­ität geht anders.

Mit­tler­weile ärg­ere ich mich da aber nicht mehr drüber. Qual­ität setzt sich durch. Das ist immer so. Wer Han­dar­beit nicht zu schätzen weiß, der soll bei diesen Leuten bestellen.

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Face­book­grup­pen für Hun­deartikel dienen also nicht nur dem An– und Verkauf, son­dern erheit­ert auch immer wieder beim täglichen Stöbern durch Face­book. Und wenn ihr mal eine kleine Aufheiterung sucht, wisst ihr ja jetzt unter welchen Beiträ­gen ihr Stöbern könnt 😀

Wenn mir dem­nächst mal lang­weilig sein sollte, poste ich ein­fach ein paar Beiträge in solche Hun­de­grup­pen. Wie wäre es mit der Frage welches Hun­de­fut­ter mir die anderen empfehlen kön­nten? Am besten noch mit dem Zusatz” Ich hab jetzt gehört, dass Getreide gar nichts im Fut­ter zu suchen haben soll?”

Wer zahlt, wenn der Tierarzt gebissen wird?

Vor kurzem schickte mir eine Leserin fol­gende Frage:

Wer haftet eigentlich, wenn ein Klein­tier den Tier­arzt beißt?

Sie reduzierte die Frage bewusst auf Klein­tiere, weil denen — anders als bei einem Hund — kein Maulkorb oder ähn­liches angelegt wer­den kann.

Die Frage lässt sich jedoch ganz all­ge­mein beant­worten, da sie unab­hängig von der Größe des Tieres auf die gle­iche Recht­slage hinausläuft.

Das Ober­lan­des­gericht Celle stellte mit dem Urteil 20 U 38/11 klar, dass grund­sät­zlich jeder Tier­hal­ter haftet, wenn das eigene Tier den Tier­arzt beißt. Dies gilt selbst dann, wenn sich das Tier gar nicht im eige­nen Ein­wirkungskreis befindet. Sollte das Tier also zum Beispiel operiert wer­den, aus der Narkose erwachen und in diesem Moment den Tier­arzt beißen, so haftet der Tier­hal­ter obwohl er gar nicht anwe­send gewe­sen ist.

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Die Haf­tung und Ver­ant­wor­tung für das Tier besteht fol­glich auch dann, wenn der Hal­ter in einer Sit­u­a­tion keinen Ein­fluss nehmen kann. Es könne aber eine Beschränkung der Haf­tung fest­gestellt wer­den. Dazu müsse der Geschädigte durch nicht angemessenes Ver­hal­ten selbst zu der Ver­let­zung beige­tra­gen haben.

Wenn also zum Beispiel die Gefahr besteht, dass der Hund zuschnap­pen kön­nte, muss der Tier­arzt beson­ders vor­sichtig sein. Einem Tier­arzt sind Sit­u­a­tio­nen, in denen Tiere beson­ders häu­fig zubeißen bekannt. Bei Hun­den und Katzen kön­nen daher zum Beispiel Maulkörbe oder Schlin­gen zum Ein­satz kommen.

Es kommt also entschei­dend darauf an, ob der Tier­arzt sich ver­ant­wor­tungs­be­wusst und vorauss­chauend ver­hal­ten hat. Wenn nicht, kommt die Beschränkung einer Haf­tung in Betracht.

Blogreihe Handicaphunde — Clara´s Krankheits-Bingo

Heute geht es weiter mit unserer Blo­greihe der Hand­i­ca­phunde. In der heuti­gen Geschichte berichtet uns die liebe Christina von Zucker & Zimt Design von dem “Krankheits — Bingo” ihrer Hündin Clara.

Ich möchte euch heute gerne von meiner Hündin Clara erzählen. Manch­mal denke ich mit einem weinen­den und einem lachen­den Auge, dass sie bei einem „Krankheits-Bingo“ als einer der ersten „Bingo!“ rufen könnte… 

Aber von vorn: 

Ich habe sie vor 1 ½ Jahren in einem ital­ienis­chem Tier­heim ent­deckt und mein erster Gedanke war: „Das ist ein wirk­lich trau­riger Hund!“ Trauer, Leid und Herz­schmerz habe ich dort bei vie­len Hun­den gese­hen, aber bei keinem war es für mich so deut­lich wie bei Clara. Die Entschei­dung Clara zu adop­tieren war für meine Ver­hält­nisse schnell getrof­fen und so hatte ich sie nach 2 Tagen adop­tiert. Man sah ihr schon damals an, dass sie sehr Krank war. Ich hatte mit Leish­man­iose oder Arthrose gerech­net, aber nicht mit der lan­gen Liste an Krankheiten die sich nach und nach her­aus gestellt haben… 

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Zurück in Deutsch­land ging es gle­ich zum Tier­arzt und es wurde unter anderem gle­ich ein großes Reise­blut­bild gemacht. Dabei stellte sich her­aus das sie nicht an Leish­man­iose erkrankt ist son­dern an Herzwürmer. Von denen hatte ich bis dato noch nie etwas gehört, aber dank Google wussten wir schnell mehr. Wie Leish­man­iose wird diese Krankheit vor allem in südlichen Län­dern durch Mücken über­tra­gen. Durch die Mücken gelan­gen Herzwurm­lar­ven in den Blutkreis­lauf und wach­sen in der Lunge oder/und im Herzen zu lan­gen dün­nen Würmern heran. Behan­delt man diese nicht kann es tödlich Enden. 

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Die Behand­lung allerd­ings auch. Im schlimm­sten Fall kann es zu einer Embolie kom­men, die durch die toten Würmer, die durch die Blut­bahn abge­tra­gen wer­den, entste­hen kann (der Hund darf sich deswe­gen nach der Behand­lung auch 4–6 Wochen so gut wie gar nicht bewe­gen). Da hatte ich also Clara „gerettet“, nur damit sie möglicher­weise gle­ich bei mir ster­ben könnte?! 

Davon abge­se­hen wurde in der Klinik neben den Herzwürmern auch das Cauda Equina Syn­drom fest­gestellt. Verkalkun­gen oder Tumore drücken bei dieser Krankheit im hin­teren Rück­en­bere­ich auf die Ner­ven und verur­sachen dadurch schmerzen und evtl. Läh­mungser­schei­n­un­gen. Und das bedeutete eine schwere OP an den Ner­ven, ein großes Risiko bei einer alten Hündin wie Clara. Von der Heilung und den Erfol­gschan­cen mal ganz abgesehen. 

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Die Klinik wollte, dass wir das Cauda Eyuina Sydrom sofort operieren und danach die Herzwürmer behan­deln. Nach so einer schw­eren OP ist aber auch Phys­io­ther­a­pie wichtig und 4–6 Wochen strenges nicht bewe­gen, nicht ger­ade förder­lich. Was soll ich sagen, ich war total über­fordert. Höre ich auf die Ärzte oder höre ich auf mein Bauchge­fühl? Mein Bauchge­fühl sagte mir näm­lich „NEIN!“, nicht so und nicht in dieser Reihenfolge. 

Ich über­legte also hin und her, wägte ab und entsch­ied mich schließlich für mein Bauchge­fühl. Die OP wollte ich Clara nicht antun. Man merkt ihr die Prob­leme am Rücken an, sie hat auch kaum Muskeln an den Hin­ter­beinen, aber ich hatte ein­fach zu sehr Angst das diese schwere OP schief geht und das es ihr dann wirk­lich besser geht, war auch nicht sicher. Vielle­icht war es auch ein Fehler sie nicht zu operieren, ich weiß es bis heute nicht?! 

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Die Herzwürmer ließ ich dann übri­gens nicht in der Tierklinik behan­deln. Sie woll­ten Clara näm­lich für eine Woche in der Klinik behal­ten und das wollte ich ihr nicht antun, wo sie doch ger­ade aus ihrer „alten Heimat“ geris­sen wurde. Für die 2-tägige Behand­lung (es wer­den zwei schmerzhafte Spritzen verabre­icht inner­halb von 48 Stun­den) nahm ich mir frei und wir hat­ten Clara Zuhause unter Beobach­tung. Auch da machte ich mir große Sor­gen, da wir im Falle einer Embolie selbst eine Spritze hät­ten verabre­ichen müssen. Ein größeres Risiko also, da nicht gle­ich geschultes Per­sonal vorhan­den ist. Es ging aber alles gut, die Sor­gen waren unbe­grün­det und mit­tler­weile wis­sen wir, dass die Herzwürmer passé sind.

Wir hat­ten ja die Hoff­nung, dass sie nach der Herzwur­mgeschichte etwas aktiver wird. Tja lei­der nicht…allerdings kon­nte man nach einem hal­ben Jahr sagen, dass sie wenig­stens wieder etwas glück­licher gewor­den ist. 🙂 

Die Rück­en­prob­leme sind also geblieben, aber wir haben gehofft das Ganze mit Phys­io­ther­a­pie etwas in den Griff zu bekom­men. Das machten wir dann auch, bis Clara auf ein­mal anf­ing Fal­ten zu wer­fen. Ja, ihre Haut warf tat­säch­lich Fal­ten! Neben­bei hatte sie übri­gens auch noch eine chro­nis­che Blase­nentzün­dung und einen Augenlidtumor. 

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Den Augen­lid­tu­mor kon­nte man gut ent­fer­nen und bis heute ist zum Glück kein neuer aufgetaucht. 

Bezüglich der Fal­ten und der Blase­nentzün­dung wusste unsere Haustierärztin irgend­wann auch nicht mehr wirk­lich weiter. Und ich war ein­fach nur noch verzweifelt… Diese Ungewis­sheit hat mich fast ver­rückt gemacht. Ich startete sogar einen Aufruf auf meinem Blog ob irgend­je­mand davon schon mal gehört hatte. Ich bekam den Tipp zu einer Der­ma­tolo­gin zu gehen. Das tat ich auch und für sie war schnell klar: Es ist das Cush­ing Syn­drom! Nicht heil­bar, aber behandelbar. 

Kurz gesagt: In ihrem Fall sorgt ein kleiner Tumor im Hirn für eine Kor­ti­sol Über­pro­duk­tion. Das sorgt unter anderem für die Fal­ten, Haa­raus­fall (Clara´s Haare sind bis heute lei­der immer noch nicht nachgewach­sen am Bauch) und die chro­nis­che Blasenentzündung. 

Mit der Behand­lung sind die Fal­ten und die Blase­nentzün­dung weg gegan­gen, die Haut sieht allerd­ings auch nach einem hal­ben Jahr Behand­lung immer noch nicht viel besser aus. Eigentlich sollte sich da schon etwas mehr getan haben, lei­der weiß die Der­ma­tolo­gin in dem Bezug auch nicht mehr wirk­lich weiter. 

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Während der ganzen Cush­ing Unter­suchun­gen und Kon­trollen fiel der Ärztin auch ein leichtes Herzgeräusch auf. Ich habe ein­fach nur noch gedacht, das darf doch nicht wahr sein, sollte sie sich jetzt auch noch mit einer Herz­erkrankung rum­schla­gen müssen? Ich fühlte mich langsam als wür­den wir vom Regen in die Traufe kom­men. Ich muss ehrlich sein, langsam war meine Energie aufge­braucht und ich ein­fach am Ende…Ich wollte ein­fach nichts mehr von einer neuen Krankheit und erneuten Tier­arztbe­suchen hören. Aber was soll man als Frauchen schon anderes machen, Augen zu und durch, Clara steht das Ganz schließlich auch tapfer durch. 

Nach einem EKG und Herzul­tra­schall stellte sich zum Glück her­aus das sie nur eine leichte AV-Blockade ersten Grades hat. Also alles noch im grü­nen Bere­ich, wir müssen es in Zukunft nur kon­trol­lieren lassen und erst wenn es schlechter wird, muss es behan­delt werden. 

Was kann ich nach den 1 ½ Jahren Verzwei­flung, Ungewis­sheit, Angst und Tier­arztbe­suchen sagen? Mein Hund Clara ist Defin­i­tiv härter im nehmen als ich 😉 Das Ganze hat mich glaube ich mehr Kraft gekostet als sie. Es macht mich manch­mal trau­rig, dass all die Behand­lun­gen nicht wirk­lich den Durch­bruch gebracht haben. Ja es geht ihr besser, aber sie wird nie wieder ein gesun­der, agiler Hund sein. Nach jeder neuen Behand­lung war die Hoff­nung da, dass es ihr merk­lich besser geht und jedes Mal ist der Traum recht schnell wieder geplatzt. Es klingt jetzt vielle­icht etwas blöd, aber wir müssen uns wohl ein­fach damit abfinden, dass es Clara eben nie wirk­lich gut gehen wird. Und so freuen wir uns eben, über Kleinigkeiten. Wenn sie sich z.B. im frisch gemähten Gras wälzt oder sie einen mit einem stupsen auf­fordert ja nicht mit dem Stre­icheln aufzuhören. Wichtig ist mir nur noch, dass es ihr so gut wie möglich geht und sie endlich wieder etwas glück­lich ist. Ich kann nur jedem sagen, dafür lohnt es sich durchzuhalten! 

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Wir waren beim Hundeschwimmen

Ver­gan­genen Son­ntag waren wir beim Hun­de­schwim­men. Ganz spon­tan ent­deck­ten wir im Inter­net die Anzeige zu dem Event. In einem Freibad im näch­sten Ort wur­den von 14 bis 18 Uhr die Tore für die Vier­beiner geöffnet.

Ich komme nicht umher zuzugeben, dass ich das ganze Woch­enende hin und her über­legt habe, ob ich tat­säch­lich dort hin fahren sollte. Ich bin immer etwas skep­tisch, was der­ar­tige Aktio­nen bet­rifft. Unendliche viele Hunde laufen unkon­trol­liert durch die Gegend. Ich war mir nicht sicher, ob das das richtige für uns ist.

Daher ist Queen auch Zuhause geblieben. Viele Hunde, die von allen Seiten kom­men, sind schon mal gar nichts für Queen. Bere­its sechs Hunde auf einer Freilauf­fläche sorgten dafür, dass Queen mit dem Po am Zaun saß und sich keinen Meter bewegte.

Außer­dem ist Queen zwar gern im Wasser, sie schwimmt aber nicht. Nun kan­nte ich das Freibad nicht und kon­nte auch anhand der Bilder auf der Inter­net­seite nicht erken­nen, ob es auch Becken für Kinder gab oder Becken, an denen man hineinalufen kon­nte. Ich bin mir sicher, dass Queen niemals vom Beck­en­rand hinein­sprin­gen würde. Und wie sollte ich sie wieder aus dem Becken kriegen? Püpsi kann man ein­fach so hochheben aber Queen? Da hätte ich keine Chance die 35 kg — Maus aus dem Becken heben zu können.

Queen bliebt also Zuhause, sodass ich mit Püppi allein dort hin­fuhr. Verabre­det haben wir uns dort mit ihrem Kumpel Bar­ney, den sie aus dem Welpenkurs kennt. Bar­ney liebt es zu schwim­men, sodass sein Frauli auf jeden Fall dort vor­bei schauen wollte.

Man merkte Püppi die Anspan­nung schon auf dem Weg vom Park­platz zum Ein­gang an. Mit Queen fühlt sie sich doch im einiges sicherer. Im Ein­gangs­berich angekom­men, blieb Püppi erst ein­mal ste­hen und machte ihr unauf­fäl­liges “Wouuh wouhh wooou­u­u­uhh” — klingt in echt unge­fähr wie die Mis­chung aus einem kleinen Klef­fer und einem Wolf. Die Kleine fühlte sich gle­ich umso größer, da ihr Auftritt durch die gesamte Halle schallte. Wir hat­ten also gle­ich alle Blicke auf uns gerichtet…

Ihr gefiehl es und so zögerte sie nicht lange, genau mit diesem Auftritt die Rasen­fläche zu betreten.

Am ersten Becken ange­langt, sprang Bar­ney direkt ins Wasser, kam aber auch ziem­lich schnell wieder her­aus. Auch ihm waren die vie­len anderen Hunde dort ziem­lich unheimlich.

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Am Becken wur­den einige Mat­ten ange­bracht, sodass die Hunde leichter ins Wasser und wieder hin­aus­ge­lan­gen kon­nten. Das fand ich super. Viele Trep­pen­stufen waren mit diesen Mat­ten verdeckt, um die Ver­let­zungs­ge­fahr min­imieren zu kön­nen. Viele Hun­de­trainer, Tierärzte und Per­sonal des Freibads standen an den Beck­en­rän­dern und passten auf. Richtig gut, denn sie passten tat­säch­lich auf und schnack­ten nicht abge­lenkt miteinander.

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Richtig niedlich war ein großer Mis­chling. Sein Frauli war schon etwas älter. Sie warf sein Spielzeug ins Wasser, er sprang rein und hob dabei den Kopf so weit es geht an. Weil er dabei auch noch die Augen zusam­menkniff wirkte es, als wollte er ja kein Wasser ins Gesicht bekom­men. Er holte sein Spieli und schwamm zurück zum Beck­en­rand. Dort angekom­men, legte er erst die eine dann die zweite Pfote auf den Beck­en­rand und ver­har­rrte dort. Frauli  kam und zog ihn am Geschirr her­aus. Dann ging es von vorne los. Das war wirk­lich zu süß 🙂

Im Kinder­becken war es mega voll. Dort kon­nten die Hunde hinein­laufen und mussten nicht vom Beck­en­rand hinein­sprin­gen. Viele Zweibeiner waren eben­falls im Becken und man sah das Spielzeug nur so durch die Gegend fliegen. Es wurde ger­annt, gebellt und geplantscht. Für Püppi und Bar­ney die pure Reizüberflutung.

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Also gin­gen wir auf die Wiese des Freibads. Dort waren Agility — Geräte aufge­baut. Eine Hun­de­schule aus der Gegend betreute den Platz und war einem bei der Benutzung der Geräte behil­flich. Keine Sels­btver­ständlichkeit, denn auf eini­gen Hun­demessen habe ich schon gese­hen, dass der Agility Bere­ich völ­lig ohne Auf­sicht zur Ver­fü­gung gestellt wurde.

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Dort war es auch etwas ruhiger. Die bei­den kon­nten eine Runde toben und zwis­chen­durch kam der ein oder andere Hund dazu. Alles lief aboslut friedlich ab. Alle Hunde waren ohne Leine und ich kon­nte in den 90 Minuten, in denen wir dort waren, keinen Ärger zwis­chen den Hun­den beobachten. Man hörte spielauf­fordern­des Bellen, aber kein­er­lei Rangelei.

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Wir unter­hiel­ten uns eine ganze Weile mit der Hun­de­trainerin, die am Agility stand. Sie lud uns zu Schnup­perkursen in die Hun­de­schule ein. Die Kurse klan­gen vielver­sprechend, die Frau war total nett und so wer­den wir uns ganz sicher bald dort das ein oder andere ansehen.

Das Event war wirk­lich gut durch­dacht. Über­all standen Men­schen, die für sie Sicher­heit zuständig waren. Für Verpfle­gung war gesorgt und auch der ein oder andere Stand war aufgebaut.

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Geärg­ert habe ich mich über den ein oder anderen Hun­debe­sitzer. Zum Beispiel kam dort ein Labrador mit Stachel­hals­band an. Er zog an der Leine und bekam von seinem Her­rchen erst ein­mal einen kräfti­gen Ruck. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass solche Leute auf der­ar­ti­gen Ver­anstal­tun­gen oder Messen gar nicht erst ein­ge­lassen wer­den soll­ten. Man sollte ein­fach mal anfan­gen damit und ein Zeichen set­zen. “So nicht” wäre in meinen Augen die passende Botschaft.

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Einige Hunde woll­ten nicht ins Becken. Das akzep­tierten manche Besitzer lei­der nicht und so wur­den einige Vier­beiner ins Wasser gedrängt. Sie wur­den auf die Mat­ten an Rand gezo­gen und bei einem Hund kon­nten wir beobachten, dass ein Mäd­chen mit dem Fuß in die Seite des Hun­des trat, damit dieser das Gle­ichgewicht auf der Matte ver­lor und ins Wasser fiel. Ich kam nicht umher mit einem Räus­pern und einem bösen Blick in Rich­tung der daneben ste­hen­den Mut­ter kurz meine Mei­n­ung zu äußern. Sie zog ihre Tochter daraufhin mit auf die Bänke am Rand.

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Alles in allem war es auf jeden Fall eine inter­es­sante Erfahrung, die ich aber nicht wieder haben muss. Meinen Hun­den ist so viel Trubel schlicht zu viel. Ins­ge­samt waren inner­halb der vier Stun­den, in denen das Freibat geöffnet war, 240 Hunde dort. Püppi ging nicht ins Wasser. Trotz­dem hatte sie eine Menge Spaß beim Spie­len mit Bar­ney und den anderen Hun­den. Es tat ihr auch mal gut ohne Queen auf andere Hunde zu treffen.

Für Hunde, die gern schwim­men und mit viel Trubel kein Prob­lem haben, ist das sicher eine tolle Sache.

Worte an Tierquäler

Ich habe in diesem Beitrag ganz bewusst auf Bilder verzichtet. Bilder von Queen und Püppi wären deplatziert. Fotos von den Tieren, über die ich gle­ich schreiben werde, möchte ich eben­falls nicht zeigen. Ich möchte das let­zte bißchen Würde dieser Tiere bewahren und verzichte daher aus Respekt vor diesem Thema auf jede Art von Bildern. 

Haupt­beru­flich arbeite ich als Anwältin. Das müsst ihr bitte ein­fach mal kurz aus­blenden, denn gle­ich fallen Worte, die eine Anwältin vielle­icht nicht sagen sollte…

Das Inter­net ist voll davon. Voll von Anzeigen, die darüber berichten, was manche Tiere erleben mussten. Man kommt nicht um diese Mel­dun­gen herum und das ist auch gut so. Man muss hin­se­hen. Man darf die Augen nicht vor diesen Geschehnis­sen verschließen.

Die Rede ist von Tierquälerei.

Eine Frau wirft die in einem Zug und auf einem Bahn­steig von ihrer Hündin gewor­fe­nen Welpen in einen Mülleimer und will verschwinden.

Ein Mann reißt das Lenkrad herum und über­fährt absichtlich eine Katze, die ver­sucht, eine Straße zu überqueren.

Einem Hund wird das Maul zuge­bun­den, Böller wer­den hineingeschoben und angezündet.

Einer Hündin wird bei lebendi­gem Leib die Haut abgezogen.

Welpen wer­den in einem Sack gesteckt, dieser mit Steinen beschw­ert und in einem See geworfen.

Einer Hündin wurde ein Reifen um den Hals gelegt und sie wurde bei lebendi­gem Leib angezündet.

Ich kön­nte den ganzen Tag so weiter machen.

Und dabei empfinde ich neben purem Mitleid für diese Tiere nur noch eins:

Wut

Und ich hoffe nichts mehr, als dass dieser Post von Men­schen gele­sen wird, die Tieren schon ein­mal Leid und Schmerz zuge­fügt haben.

Hallo …

Ja, wie soll ich euch eigentlich nen­nen? “Men­schen”? Das seit ihr nicht für mich. “Mit­bürger”? Eigentlich ver­di­ent ihr auch diesen Aus­druck nicht.

Tierquäler”? Ja, das trifft es ziem­lich gut.

Denn wer einem Tier Leid und Schmerz zufügt ist per def­i­n­i­tionem ein Tierquä­leri. Also fange ich nochmal von vorne an.

Hallo Tierquäler,

ich ver­fasse diese Zeilen an euch, weil ich hoffe, dass ihr euch in stillen Minuten an diese Worte erin­nert. Ich hoffe, dass ihr heute abend im Bett liegt und nicht ein­schlafen könnt. Ich möchte, dass ihr die Bilder von euren schreck­lichen Taten immer wieder vor eurem geisti­gen Auge seht. Ich will, dass sich der nach Hilfe schreiende Aus­druck des Tieres in deinem Gehirn fes­t­brennt. So sehr wün­sche ich mir, dass ihr in jeder Sit­u­a­tion, in der ihr lacht, blitzschnell daran erin­nert werdet und euer Lachen verstummt.

Genauso wie ihr dafür gesorgt habt, dass diese Tiere nicht mehr glück­lich sein kön­nen, genauso wün­sche ich mir, dass auch ihr nie wieder glück­lich sein könnt.

Was bleibt ist die Frage nach dem “Warum”?

Warum habt ihr diesen Tieren so viel Leid zugefügt?

Fühlt ihr euch damit besser, weil ihr in eurem jäm­mer­lichen Leben nichts erre­ichen konntet?

Fühlt ihr euch stark und mächtig, weil ihr sonst nur der let­zte Idiot seit?

Empfindet ihr tat­säch­lich Genug­tu­ung, in dem ihr einem hil­flosen Lebe­we­sen Schmerzen zufügt?

Oder wollt ihr angeben? Zeigen, dass ihr außer dumme Sprüche und einem IQ von 68 etwas “auf dem Kas­ten habt”?

Reibt ihr euch die Hände, wenn ihr einen Giftköder aus­gelegt habt und hofft, dass ein Hund oder eine Katze diesen fressen werdet? Wün­scht ihr euch tat­säch­lich, dass diese Tiere euretwe­gen sterben?

Egal, wie ihr diese Fra­gen beant­worten würdet, es würde sowieso nichts ändern. Es gibt keine Erk­lärung für euer Ver­hal­ten. Und es ist mir auch egal, ob ihr der let­zte Looser seit, auf dem nur herumge­hackt wird.

Denn nichts auf dieser Welt recht­fer­tigt euer Han­deln. Es gibt keine Entschuldigung, keine Erk­lärung und keine Worte für das, was ihr getan habt.

Ist euch das eigentlich bewusst?

Tiere sind die besseren Men­schen. Die sind uns in eini­gen Din­gen weit voraus.

Tiere sind ehrlich, treu, glauben stets an das Gute in den Men­schen und ver­trauen uns.

Und ihr?

Miss­braucht dieses Ver­trauen und fügt ihnen unendliche Schmerzen zu.

Auge um Auge — Zahn um Zahn.

So kön­nte man das Rechtssys­tem aus dem Mit­te­lal­ter zusam­men­fassen. Selb­stjus­tiz ist heute keine Option mehr.

Lei­der?

Ich hoffe, dass sich Deutsch­land ein Beispiel an Amerika nimmt und Tierquäler endlich so bestraft, wie sie es ver­di­enen. Zumin­d­est annäh­ernd ver­di­enen. Denn was ich eigentlich denke, was ich eigentlich für euch wün­sche, das kann ich hier nicht schreiben. Doch ich hoffe sehr, dass durch diesen dezen­ten Hin­weis klar gewor­den ist, was ich von euch halte.

Sollte ich jemals sehen, wie jemand Giftköder auslegt oder jemand einem Tier Schmerzen zufügt. Sollte ich jemals beoabchten, wie jemand ein Tier quält, wird er sich wün­schen, an dem Tag Zuhause geblieben zu sein. Euer Fan­tasie sind jetzt hof­fentlich keine Gren­zen gesetzt.

Ihr seit für mich Abschaum. Das Let­zte und die unter­ste Schublade.

Iht habt es nicht ver­di­ent, mor­gens aufzuste­hen und ein nor­males Leben führen zu kön­nen. So als sei nichts gewesen.

Ich wün­sche mir, dass ihr euch an diese Zeilen erinnert.

Ich hoffe, dass ihr an meine Worte denkt, wenn ihr mor­gen früh in den Spiegel schaut.

Und wenn es so etwas wie einen Gott gibt, wenn es irgen­det­was wie Karma gibt oder wenn es noch “das Gute” auf dieser Welt gibt, dann wird der Tag kom­men, an dem ihr euch gewün­scht habt, euer abscheuch­liches Leben nicht dazu benutzt zu haben, um ein hil­floses Wesen zu quälen.

Denn ihr dürft eins nicht vergessen.

Hin­ter all diesen Tieren ste­hen Men­schen wie ich, die alles dafür tun wür­den, dass Tieren kein Leid mehr zuge­fügt wer­den kann. Und wenn ich “alles” schreibe, dann meine ich das auch so.