Monat: Januar 2017

Püppi, die Fressbacke

Leute, ich bin schockiert.

Ern­sthaft. Ich kann es ein­fach nicht glauben.

Als Püppi zu uns kam, war sie kein beson­ders guter Esser. Irgend­wie mal hier und da ein Bröckchen und eigentlich am lieb­sten nur ein paar Leckerlis.

Mit 8 Monaten wurde sie das erste mal läufig.

Nach der Läu­figkeit fing es an. Sie fraß plöt­zlich größere Por­tio­nen und ihr Napf war teil­weise auf ein­mal halb geleert. Vorher undenkbar. Ich war skep­tisch, hatte Angst, dass sie schein­schwanger sein kön­nte und behielt alles genau im Auge.

Um Wei­h­nachten herum gab es die ersten Tage, an denen der Napf kom­plett und auf ein­mal geleert wurde. Darüber war ich wirk­lich froh, denn wer zwei Hunde hat weiß, dass man nicht so ein­fach sagen kann “Ich lass den Napf mal zwei oder drei Stun­den ste­hen.” Queen war schnell zur Stelle und fraß Püp­pis Reste auf. Schließlich ist Püppi auch nicht die Größte, d.h. egal, wo ich ihren Napf hingestellt hätte, Queen hätte ihn gefun­den. Wäre es anders herum gewe­sen, hätte ich einen höhen­ver­stell­baren Napf gekauft und Queen hätte jed­erzeit an ihr Fut­ter gekonnt.

Alle Tricks halfen nichts. Egal, ob in der Ecke zwis­chen Dusche oder Toi­lette, hin­term Bett oder in der Abstel­lka­m­mer. Queen fand Püp­pis Reste über­all. Ich war also wirk­lich froh, dass immer häu­figer der Napf direkt geleert wurde.

Doch dabei blieb es nicht.

Immer häu­figer leerte sie erst ihren Napf und machte sich dann noch über Queens Fleisch her. Also wurde ihre Por­tion erhöht, aus 60 g Muskelfleisch wur­den 80 g und schließlich 100 g. Pansen und Innereien sowie Obst und Gemüse wur­den entsprechend angepasst. Nahezu das dop­pelte wan­dert also jeden Abend in ihren Napf und sie frisst alles rest­los auf.

Anschließend gibt es noch zwei getrock­nete Fische.

Mor­gens muss sie eben­falls etwas essen. Auf nüchter­nen Magen übergibt sie sich, also bekommt sie mor­gens eine kleine Mini­hand voll Trock­en­fut­ter in den Napf. Mit­tler­weile sind auch diese Brocken direkt in ihrem Bauch verschwunden.

Bei Kop­far­beit oder Such­spie­len bekommt sie eben­falls Trock­en­fut­ter zur Belohnung.

Mit­tler­weile glaube ich sie würde ein­fach immer fressen, wenn man ihr etwas geben würde.

Dabei ist sie abso­lut schlank, kön­nte laut Tier­arzt sogar noch ein Kilo zunehmen. Würmer hat sie nicht und laut Tier­arzt besteht auch kein Ver­dacht, dass etwas mit der Schild­drüse nicht stimmt. “Wie es aussieht, frisst sie ein­fach gern” sagte unser Dok­tor in weiß beim let­zten Besuch.

Die Kleine ist immer auf Achse, rennt wie eine Maus und springt durch den Wald wie ein Eichhörnchen.

Vielle­icht ist es die viele Bewe­gung, vielle­icht hat sie auch nur einen guten Stoffwechsel.

In jedem Fall frisst sie, was sie kriegen kann und zögert auch bei großen Hasenohren keine Sekunde.

Ich bin immer wieder schock­iert, wieviel in einen so kleinen Mini­hund passt 😀

Habt ihr auch so eine kleine Fress­backe zuhause?

Ein Koffer voll mit Ideen

Nun liegt die DogLive schon eine gute Woche hin­ter uns. In diesem Jahr sind mir einige Auftritte der Gala beson­ders im Gedächt­nis geblieben.

Die Fris­bee — Shows, die vie­len Tricks und Dog­danc­ing — Auftritte sind doch nach wie vor in meinem Kopf. Vor allem den Auftritt von Mika Köp­pel habe ich Dank Nicoles freiem Spe­icher­platz auf dem Handy schon einige Male angesehen.

Ich gebe es offen zu:

Ich habe Blut geleckt.

Natür­lich war ich mir schon immer bewusst darüber, dass man mit seinem Hund Fris­bee spie­len kann und schon immer fand ich die von Mika entwick­elte Sportart JAD traumhaft schön anzusehen.

Doch Queens Ell­bo­gen sind nicht per­fekt und so würde ich sie niemals über Hür­den sprin­gen oder Fris­bees hin­ter­her jagen lassen. Ich wollte sie art­gerecht und ihren per­sön­lichen Bedürfnis­sen entsprechend aus­las­ten. Dog­danc­ing haben wir schon oft gemacht. Wir haben sogar schon eine richtige kleine Chore­o­gra­phie 🙂 Tricks waren nie so richtig ihr Ding. Sie war schnell verun­sichert sobald Gegen­stände mit ins Spiel kamen und so beschränhk­ten wir uns auf das, was ihr gut tut und woran sie Spaß hat. Sie geht zum Mantrail­ing, wir haben zudem mit der ZOS ange­fan­gen. Eigentlich steht täglich Kop­far­beit bei uns auf dem Pro­gramm. Ich glaube, dass noch mehr auf ihrem Plan auch zu viel für sie wäre.

Püppi geht zum Agility, das für mich zunächst nahe­liegen­ste. Doch wenn Queen ihre Kopf– und Nase­nar­beit hat, warum kann Püppi dann nicht ihr Pow­er­pro­gramm bekommen?

Ich war so beein­druckt von der Fris­beeshow, dass ich am Son­ntag auf der Messe nicht umher kam, eine Fris­bee für Püppi zu kaufen. Let­zte Woche erfuhr ich, dass in weni­gen Wochen ein Fris­beekurs in unserer Hun­de­schule starten wird. Da sind wir auf jeden Fall dabei 🙂

Da ich auch gern etwas mit bei­den zusam­men machen möchte, beschäfti­gen wir uns aktuell mit eini­gen kleinen Tricks. Ich war echt erschrocken, als ich gese­hen hab, wie schnell Püppi Tricks ler­nen kann. Es tat mir schon fast leid, dass ich sie so sehr unter­schätzt habe. Bin­nen eines Tages hat sie “Krabbeln” gel­ernt und war auch nach einem Tag Pause in der Lage den Trick direkt zuver­sichtlich auszuführen. Vielle­icht steckt ja doch ein kleiner Trick­dog in ihr.

Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht 😀

Mein schlechtes Gewis­sen Queen gegenüber stand mir in Bezug auf Püppi im Weg. Ich möchte mit Queen nichts machen, was ihren Gelenken schadet, doch es ist ja nicht so, dass sie gar nichts macht. Im Gegen­teil. Manch­mal glaube ich, einen Tag Pause so völ­lig ohne Nasen– und Kop­far­beit würde ihr vielle­icht ganz gut tun.

Jeden­falls weiß ich jetzt, dass ich kein schlechtes Gewis­sen haben muss. Beide Hunde sind nun mal unter­schiedlich und haben unter­schiedliche Bedürfnisse. Püppi kann mit ihrer winzi­gen Nasen noch lange nicht so viel anfan­gen wie Queen. Dafür liebt Püppi das Pow­er­pro­gramm und die kör­per­liche Auslastung.

Ich bin jeden­falls hoch motiviert und freue mich schon auf den Fris­beekurs und wer weiß, vielle­icht melden wir uns ja auch für das Mul­ti­tal­ent an 😀

Trennung & Scheidung: Wer bekommt die Hunde?

Vor der Tren­nung der Beteiligten lebten ins­ge­samt sechs Hunde in dessen gemein­samen Haushalt. Kurz nach ihrem Auszug, holte die Ehe­frau die Hunde aus dem ehe­lichen Haus und küm­merte sich in der Fol­gezeit um diese. Kurs nach der Tren­nung star­ben zwei der Hunde.

Der Ehe­mann ver­langte die Her­aus­gabe von zwei Hunde und deren Zuweisung als Haushalts­ge­gen­stand an ihn. Das Amts­gericht lehnte diesen Antrag ab und entsch­ied zunächst, dass alle Hunde bei der Ehe­frau verbleiben sollen.

Gegen diese Entschei­dung legte der Ehe­mann Beschw­erde ein. Der Fall gelangte daraufhin zum Ober­lan­des­gericht Nürnberg.

Der Senat führte aus, dass Hunde, auch wenn es sich um Lebe­we­sen han­delt, wie Haushalts­ge­gen­stände im Sinne des § 1361a BGB zu behan­deln seien. Die Tiere wür­den also dem­jeni­gen zugeteilt, der das Alleineigen­tum an diesen beweisen kann. Im vor­liegen­den Fall standen die Hunde jedoch nicht im Alleineigen­tum eines Ehe­gat­ten. Fol­glich entschie das Gericht nach Billigkeitsgesichtspunkten.

Bei dieser Entschei­dung wer­den mehrere Kri­te­rien berücksichtigt.

Ins­beson­dere kann hier­bei das Affek­tion­sin­ter­esse eine Rolle spie­len. Allerd­ings war hier nicht festzustellen, ob einer der Ehe­gat­ten ein größeres Inter­esse an den Hunde hatte als der andere Ehegatte.

Da vor­rangige Entschei­dungskri­te­rien zu keinem ein­deuti­gen Ergeb­nis führten, waren Gesicht­spunkte des Tier­schutzes maßge­blich. Der Senat berück­sichtigte hier­bei auch, dass Tiere keine Sachen sind und ließ damit die Wer­tung des § 90a BGB einfließen.

Entschei­den­des Argu­ment wurde, dass die Zuweisung von zwei Hun­den an den Ehe­mann das Rudel erneut auseinan­derg­eris­sen hätte. Die Hunde hat­ten durch den Umzug zu der Ehe­frau, den Tod zweier Hunde und den Ver­lust des Ehe­manns genug Verän­derun­gen erleben müssen. Ein erneuter Umge­bungswech­sel und die Tren­nung von der nun seit einem dreivier­tel Jahr maßge­blichen Bezugsper­son sei den Hun­den nicht zumutbar.

Was meint ihr? Hat das Ober­lan­des­gericht die richti­gen Argu­mente zugrunde gelegt?

 

So war die DogLive 2017

Am ver­gan­genen Woch­enende war es endlich soweit. Jährlich findet im Jan­uar die DogLive in Mün­ster statt. Doch in diesem Jahr war es nicht nur die DogLive an sich, auf die ich mich wahnsin­nig gefreut hat. Es gab näm­lich noch ein zweites High­light an diesem Woch­enende, das ich kaum erwarten konnte.

Die liebe Nicole vom Hun­de­blog Moe&Me hat uns nicht nur zur Messe begleitet, son­dern das gesamte Woch­enende bei uns ver­bracht. Die Freude war so groß, dass die Messe schon fast in den Hin­ter­grund gerückt ist 🙂

Am Fre­itag Mit­tag war es soweit und ich kon­nte Nicole in Mün­ster abholen. Das passte wie die Faust aufs Auge, denn eine Stunde nach ihrer Ankunft fand in den Messe­hallen eine Pressekon­ferenz statt. Unbe­d­ingt wollte ich die Zeit bis dahin nutzen, um Nicole den Kölle­Zoo in Mün­ster zeigen zu kön­nen — mein absoluter Liebling unter den Tier­fachgeschäften. Schnell war klar, dass wir am Sam­stag nach der Messe noch einige Naschis dort einkaufen woll­ten. Queen hat Moe näm­lich bezüglich bganz bes­timmter Kau­rollen auf den Geschmack gebracht 😉

Zur Pressekon­ferenz kamen auch Kel­lie vom York­shire Ter­rier Blog sowie Lizzy vom Hun­de­blog Indi­an­er­mäd­chen & Wild­fang. Dass ich Lizzy schon hier tre­f­fen würde, wusste ich bis dahin gar nicht. Die Freude war also erneut groß. Geschrieben haben wir schon oft, doch getrof­fen hat­ten wir uns nie. Lizzy ist ein­fach run­dum genauso aufgeschlossen und lustig wie ich sie mir vorgestellt habe 😀

Auf dem Rundgang kon­nten wir einen kleinen Blick hin­ter die Kulis­sen wer­fen. Einige Stände waren bere­its aufge­baut und die Aktions­flächen waren bere­its fer­tig. Wir kon­nten einen Teil des Agili­ty­tu­niers beobachten und einen Blick hin­ter die Kulis­sen der großen Halle wer­fen, in der am Sam­stag abend die Gala stattge­fun­den hat. Ein net­ter Herr führte uns durch die Halle und gab uns die Möglichkeit auf das Dach — quasi über die Holzkon­struk­tion zu gelan­gen. Ich muss zugeben, nicht ganz Schwindel­frei zu sein und so lauschte ich den Proben, während die anderen die tolle Aus­sicht genießen konnten.

Auf dem Rück­weg kam langsam die Span­nung auf, wie die bei­den Wauzis wohl auf Nicole reagieren wür­den. Würde Queen sie direkt wieder erken­nen und würde Püppi Nicole wie alle anderen Frem­den erst ein­mal gruselig finden?

Bei Queen war die Freude groß. Sie ließ sich knud­deln und stre­icheln und war begeis­tert über unseren Besuch. Püppi war skep­tisch und bellte Nicole aus sicherer Ent­fer­nung an. Im Laufe des Woch­enen­des wurde Püppi dann zunehmend zutraulicher, spielte mit Nicole und ließ sich kraulen.

Den Abend ließen wir im Kartof­fel­haus ausklin­gen. In gemütlicher Atmos­phere gab es alles was das Kartof­fel­herz begehrt. Das Essen war lecker und heiß. Gott war das heiß 😀

So langsam wurde mir klar, wie schnell die Zeit verge­hen würde.

Sam­stag mor­gen liefen wir zusam­men mit den Wauzis zu unserem Bäcker. Gestärkt und bereit für das Getüm­mel machten wir uns früh mor­gens zusam­men mit Queens Phys­io­ther­a­peutin und mit­tler­weile eine gute Fre­undin Ele auf den Weg nach Mün­ster. Püppi durfte uns begleiten, während Queen mit Her­rchen Zuhause blieb. Queen steht kurz vor der Läu­figkeit und scheint schon inter­es­sant zu riechen. Zudem war ihr das im ver­gan­genen Jahr an eini­gen Stellen zu viel und zu eng und da ich sie nun mal nicht so eben auf den Arm nehmen kann, blieb sie Zuhause. Queen genoss die Püppi — freie — Zeit und machte sich einen faulen Samstag.

Die Messe startete für uns mit einem Presserundgang. Im ver­gan­genen Jahr sind wir hier­bei eini­gen Unternehmen vorgestellt wor­den. Lei­der blieb das in diesem Jahr aus, sodass es lediglich ein gemein­sames Drüber­laufen gab. Schade eigentlich. Unseren Presseausweisen sei Dank kamen wir den­noch mit eini­gen Fir­men in Kon­takt. Diesen zu beschriften stellte mich vor eine kleine Her­aus­forderung. Die Zeile war nicht allzu groß, meine Schrift von Haus aus nicht klein. Was also sollte ich in das freie Feld schreiben. Den Namen des Blogs, keine Frage. Das hätte jedoch dazu geführt, dass ich ein Schild trage, auf dem die Worte “Die tut nichts” ste­hen wür­den. Kann man schon mal falsch verstehen 😀

Ich entsch­ied mich also für “Hun­de­blog Dietut­nichts” und stiefelte mit Nicole und Ele auf eigene Faust los.

 Auf den ersten Blick wirkte vieles wie im ver­gan­genen Jahr. Beson­ders gefallen hat mir der Bere­ich für neue Unternehmen. Auch ich habe mich nach den Gebühren eines Standes erkundigt, um vielle­icht mit Glück­shund an der Messe teil­nehmen zu kön­nen. Lei­der wurde ich hier­bei nicht auf diese Erneuerung hingewiesen, sonst hätte ich sicher auch gerne einen vergün­stigten Stand bei den neuen Unternehmen gehabt.

 All­ge­mein kann man sagen, dass für jeden etwas dabei gewe­sen ist. Ob Fut­ter, Spielzeug, Knab­ber­sachen, Leinen, Kör­bchen oder Näpfe — nichts fehlte. Ganz per­sön­lich aus meiner Sicht waren die Stände unterm Strich etwas zu “fut­ter­lastig” und hät­ten ruhig etwas mehr rund um das Thema “Beschäf­ti­gung” bieten kön­nen. Aber das ist nur mein per­sön­liches Empfinden.

Um den Mit­tag herum fand das Halb­fi­nale für das Mul­ti­tal­ent statt und die drei Final­is­ten für den Galaabend wur­den von der Jury auserwählt.

Nach der Messe fuhren wir wie geplant zum Kölle­Zoo und deck­ten uns mit Naschis ein. Durch den auf der Messe ergat­terten Gutschein für den Laden ziem­lich direkt hin­ter der Halle kon­nten wir alle noch einen super Schnap­per machen 🙂

Obwohl es sich nicht so anfühlte, blieb eigentlich kaum Zeit bis die Gala los­ging. Wir drehten also direkt eine Runde mit den Hun­den, aßen eine Kleinigkeit und machten uns wieder auf den Weg nach Mün­ster zum Galaabend.

Die Gala bot eine bunte Mis­chung aus vie­len ver­schiede­nen Hun­de­sportarten. Beson­ders gefallen haben mir die Fris­beeshows und vor allem natür­lich der Auftitt von Mika Köp­pel. Schon im ver­gan­genen Jahr war sie für mich das absolute High­light des Abends und obwohl es kaum möglich erschien, set­zte sie in diesem Jahr noch einen oben drauf. Ihr Auftritt zu dem Lied “Lass jetzt los” war zauber­haft und ich bin froh, dass Nicole den Auftritt gefilmt hat 🙂 Schon einige Male habe ich mir daws Video ange­se­hen und ich bin immer noch völ­lig entzückt von ihrer Hündin Zazou.

Klingt so als wäre der Abend run­dum per­fekt gewe­sen. Doch dem war lei­der nicht so.

Zwei Auftritte führten nicht nur bei mir zu Fas­sungslosigkeit. Heftiges Wort, ich weiß, doch diese bei­den Auftritte waren in meinen Augen schlicht deplatziert.

Zum einen sollte ein Hund mehrfach durch bren­nende Reifen sprin­gen. Zudem über bren­nende Schuhe. Sorry, aber das geht gar nicht. Ein Hund und Feuer das ist ein­fach nicht vere­in­bar und wenn man nicht anders weiß, “einen oben drauf zu set­zen”, dann sollte man es lassen. Ist so. Wir haben am Fre­itag die Proben zu diesem Auftritt gese­hen und uns schon da gefragt, ob die Ringe tat­säch­lich angezün­det wer­den sollen. So viel kann ich ver­raten: bei den Proben lief nicht alles rund und wenn da schon Feuer im Spiel gewe­sen wäre, dann hätte der Hund ein echtes Prob­lem gehabt. Für mich ein absolutes No Go und wenn ich an die vie­len Kopf­schüt­tler in meiner Umge­bung denke, dann war ich nicht allein mit meiner Meinung.

Auch der Auftritt rund um den Schutz­di­enst hätte man besser stre­ichen sollen. Zwar wurde während der Show erk­lärt, was dort passiert. Jedoch waren die Men­schen von den Szenen so beein­druckt, dass man kaum noch auf die Erk­läung achtete. Man sah wie die Zuschauer die Köpfe zusam­men­steck­ten und tuschel­ten. Den Erläuterun­gen hörte kaum jemand zu. Außer­dem emp­fand ich die dort gezeigten Szenen dur­chaus als gefährlich. Der Hund sollte die Frau oder einen Gegen­stand bewachen. Kam der Helfer zu nah, so sollte der Hund selb­st­ständig entschei­den, wann der Moment gekom­men ist und zubeißen. Nicht wie früher in den Arm ( =Beute), son­dern irgendwo in den geposlterten Anzug des Helfers. Wer Schäfer­hun­den kri­tisch gegenüber­steht, würde sich nach den Szenen bestätigt fühlen. Einige schienen zudem die Ern­sthaftigkeit der Sit­u­a­tion nicht zu erken­nen. Was nun schlim­mer ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass dieser Auftritt nicht auf einen Gal­abend gehört.

Nach­dem wir die drei Final­is­ten für das Mul­ti­tal­ent sahen, waren wir uns alle einig, dass wohl Pixie das Ren­nen machen würde. Dem war zu meinem Erstaunen dann doch nicht der Fall. Ich bin mir auch nicht sicher, ob tat­säch­lich das Pub­likum entschei­den sollte, wer das Mul­ti­tal­ent wird. Schließlich wer­den alle Vorentschei­dun­gen von einer Jury getrof­fen. Da halte ich es doch für angemessener, wenn diese Jury dann auch den Gewin­ner festlegt.

Völ­lig erschöpft von dem aufre­gen­den Tag fie­len wir nach einer kleinen Hun­derunde ins Bett. Der Son­ntag mor­gen wird mir noch lange im Gedächt­nis bleiben. Im Schal­fanzug saßen wir im Wohnz­im­mer, spiel­ten mit den Hun­den und schnack­ten. Das war super 🙂 Wir nutzen die Mor­gen­runde und besorgten uns frische Crois­sants. Nach dem Früh­stück fuhren wir zum See und Nicole machte Fotos von den Wauzis. Obwohl es unter Null Grad waren und auf den Wiesen und Feldern noch Schnee lag, legte Nicole sich zum fotografieren auf den Boden. Das nenn ich Ein­satz 😀 Die arme hatte schnell eine nasse Hose und tat mir völ­lig leid, doch sie ver­sicherte mir, dass sie nicht frieren würde. Die Sonne schien und so ver­brachten wir nahezu zwei Stun­den am See. Ich bin schon sooo ges­pannt auf die Bilder 🙂

Anschließend machten wir uns erneut auf den Weg nach Mün­ster und trafen auf der Messe meine Fam­i­lie. Einige Dinge sind uns dann doch nicht aus dem Kopf gegan­gen und so wurde doch noch das ein oder andere Teil mitgenom­men. Beson­ders gefreut habe ich mich über die Effe­lier­schere für Püppi und die Bio­thane­hals­bän­der. Zudem habe ich noch ein paar Naschis mitgenom­men und eine Fris­beescheibe (dazu bald mehr). Zwei Spielies kamen auch noch mit 😀

Am Son­ntag fiel mir auf, dass einige Unternehmen völ­lig pas­siv hin­ter ihrem Stand standen und außer zum Kassieren nicht mit den Messebe­such­ern ins Gespräch gekom­men sind. Zwar kon­nten wir noch das ein oder andere inter­es­sante Unternehmen ken­nen­ler­nen, doch ging die Ini­tia­tive meist von uns aus. Den Kon­takt zu Messebe­such­ern wurde von den wenig­sten gesucht. Wirk­lich schade, wie ich finde.

Auch der Son­ntag verg­ing wie im Flug. So viel hat­ten wir uns vorgenom­men und so schnell ver­flog die Zeit. Der Abschied fiel mir schwer und ich war richtig trauig, als Nicoles Bus kam und sie sich wieder auf den Weg in den Nor­den machte. Hof­fentlich wird es noch ganz viele von diesen Woch­enen­den geben. Drei Tage sind ein­fach zu wenig 🙂

Die Fotos wur­den mir von der Presseabteilung des Messe und Con­gress Cen­trums Halle Mün­ster­land zur Ver­fü­gung gestellt.

Schadensersatz wegen Hundehaufen unter dem Schnee?

Der Kläger kaufte in München eine Eigen­tumswoh­nung mit Gar­tenan­teil zur Son­der­nutzung. Gemäß Ziff. 5,2 des Kaufver­trages wurde das Objekt gekauft “wie besichtigt”. Bei der Besich­ti­gung lag eine geschlossene Schneedecke über dem Gartenanteil.

Der Verkäufer ist Besitzer eines Hun­des, dem er gele­gentlich die Ver­rich­tung des großes Geschäfts im Garten erlaubte.

Nach­dem es zu einem Abtauen des Schnees kam, stelle der Käufer fest, dass sich in dem zuge­höri­gen Garten 19 Hun­de­haufen befan­den. Diese stammten wohl von dem Hund des Vekäufers. Die Haufen seien ihm bei der Besich­ti­gung auf­grund der geschlosse­nen Schneedecke nicht aufgefallen.

Der Kläger kon­tak­tierte eine Garten­bau­firma und erkundigte sich nach den Kosten für die Beseitung der Kothaufen.

Daraufhin ver­langte der Käufer für die Beseitung der Hun­de­haufen und für die Neubepflanzung des kon­t­a­minierten Bodens Schadenser­satz in Höhe von 3.500 EUR.

Durch das Ein­sick­ernh des Hun­dekots in den Boden sei es zu einer Kon­t­a­minierung gekom­men. Der Käufer trug vor, dass der Kot von “fleis­chlasti­gen Fressern” wie Hun­den auf­grund der wider­stands­fähi­gen Krankheit­ser­regern und Par­a­siten beson­ders gefährlich sei. Der Ober­bo­den müsse daher abge­tra­gen und ins­ge­samt neu bepflanzt wer­den. An den Stellen, an denen sich der Kot befun­den habe, wachse auch kein Gras mehr, son­dern nur noch das bezüglich der Humusqual­ität völ­lig anspruch­sloses Moos.

Der Verkäufer weigerte sich zu zahlen und behauptete zudem, dass es sich zum einen gar nicht um den Kot seines Hun­des han­deln würde und eine Erneuerung des Bodens außer­dem nicht erforder­lich sei.

Daraufhin erhob der Käufer Klage.

Das Urteil

Gund­sät­zlich begrün­den die Hun­de­haufen zwar einen Sach­man­gel, allerd­ings hätte der Käufer den Verkäufer zu Besei­t­i­gung der Haufen auf­fordern müssen.

Solange nicht zur Nacher­fül­lung und zur Besei­t­i­gung aufge­fordert wird, besteht kein Anspruch auf Schadensersatz.

Zudem ging das Gericht davon aus, dass der Kläger die Kon­t­a­m­i­na­tion des Bodens selbst verur­sacht hat, da er den Kot zu spät beseit­igt hat. Der Kläger habe stattdessen zuge­se­hen wie der Kot immer weiter ins Erdre­ich sick­ert. Hier­für müsse der Kläger selbst einstehen.

Gericht:
Amts­gericht München, Urteil vom 13.04.2016 — 171 C 15877/15

Queen und Püppi — unterschiedlich wie Tag und Nacht

Queen ist ein Arbeit­shund. Sie braucht immer wieder neue Her­aus­forderun­gen. Erst, wenn ih Kopf richtig rauscht, ist sie glück­lich. Daher stelle ich sie immer wieder vor neue Auf­gaben. Sollte sich in unserem All­tag eine Auf­gabe ergeben, so lasse ich sie erst ein­mal selbst aus­pro­bieren. Bevor ich ein­greife, gebe ich ihr die Chance allein die Lösung zu finden.

Obwohl Püppi auch sinn­los einem Ball hin­ter­her ren­nen würde, muss auch sie zwis­chen­durch kleine Auf­gaben lösen.

Ich möchte, dass die bei­den selb­st­be­wusst durchs Leben gehen und nicht bei jeder kleinen Her­aus­forderung wie ein Ham­ster kapitulieren.

Zum Teil muss ich zugeben, dass ich schmun­zelnd vor den bei­den sitze und mich darüber amüsiere, wie unter­schiedlich sie doch sind.

Heute möchte ich einige diese Sit­u­a­tio­nen mit euch teilen.

Das Spielzeug hinterm Rücken

Wir alle ken­nen die Sit­u­a­tion. Wir sitzen auf dem Tep­pich, spie­len mit unserem Hund und ver­stecken das Spielzeug hin­ter unserem Rücken.

Queen schaut mich in solchen Momenten gelang­weilt an, läuft um mich herum und nimmt sich das Spielie.

Ern­sthaft? Das ist doch kindisch.”

Püppi hinge­hen schaut mich mit großen Augen an. Nimmt man dann auch noch beide Hände nach vorn und zeigt wie ein Black­jack Dealer seine leeren Hand­flächen, sieht man förm­lich die Gedanken­blase über ihrem Kopf.

So ein Mist. Das Spielie ist für immer verschwunden.”

Meist ist Queen schon so gen­ervt davon, dass sie selbst auf­steht, sich das Spielie hin­ter meinem Rücken nimmt und es in ihr Kör­bchen trägt.

Die verschlossene Tür.

In der Regel sind all unsere Türen offen. Lediglich wenn der DHL Mann kommt, wird schon mal die Wohnz­im­mertür verschlossen.

Queen ver­sucht mit der Nase zwis­chen die Tür und den Rah­men zu gelan­gen. Merkt sie, dass die Tür ver­schlossen ist, springt sich hoch und lan­det mit der Pfote auf der Türklinke.

Ver­schlossene Tür? Wozu hat sie denn eine Klinke?”

Steht Püppi vor einer ver­schlosse­nen Tür, kratzt sie mit der Pfote daran. Selbst wenn diese nur angelehnt wäre, käme sie mit dieser Tech­nik nicht hin­durch. Nach mehreren gescheit­erten Ver­suchen setzt sie sich direkt vor die Tür und schnieft.

Oh mein Gott. Ich wurde für immer allein gelassen.”

Apportieren.

Ich bin keine Wuf­mas­chine. Apportieren findet bei uns nur mit Struk­tur statt. Erst hin­set­zen, dann fliegt das Spielie. Entweder kön­nen sie dann das Spielie zurück­holen oder es fol­gen kleine Auf­gaben, bevor ich sie losschicke.

Gibt man bei­den ein schlichtes “Bleib” bevor man das Spielie wirft, dauert es nicht lange und sie ver­suchen, sich das Apportieren zu “erarbeiten.”

Queen fängt an sämtliche Tricks und Kun­st­stücke vorzuführen.

Ey, Frauli. lch will es holen. Guck mal was ich kann. Ich kann mich drehen. Und nochmal. Reicht noch nicht? Schau mal ich kann Sitz und Platz und dann kann ich noch um dich herum laufen. Schickst du mich immer noch nicht los. Guck mal ich kann noch die Pfote heben und rück­wärts laufen. Na los. Schick mich endlich los.”

Püppi zeigt eben­falls, was sie kann.

Los. Los. Los. Ich will es holen. Per­sonal, lass mich endlich losrennen.”

Und dann geht es los. Sie bellt und jault und knurrt und bellt und jault.

Besuch fremder Menschen

Was für Queen früher eine echte Her­aus­forderung war, meis­tert sie heute so:

Ok. Dich kenn ich nicht. Bleib jetzt ganz ruhig ste­hen. Ich stürme mal kurz auf dich zu und schnup­per an dir. Bitte nicht bewe­gen, sonst erschrecke ich mich. Ok, dann zeig mal, was du kannst. Du darfst mir jetzt meinenh Popo kraulen. Ok. Test bestanden und jetzt hin­set­zen! Bleib da bitte erst mal zehn Minuten sitzen, damit ich dich in Ruhe beobachten kann.”

Püppi ist da etwas anders:

Es hat gek­lin­gelt. Besuch. Besuch. Besuch. Ich renne bis zur ersten Trep­pen­stufe und OH MEIN GOTT. Ich kenn den nicht. Hilfe. Frauli will den rein­lassen. Queeeeeen. Fremde Men­schen!!! Ok kein Prob­lem. Ich regel das. Woooooowoooooooooooooo! Erst ein­mal eine Mis­chung aus Heulen und Bellen. Das schadet nie. Und fass mich ja nicht an. Ich muss erst ein­mal gucken, ob Queen dich genehmigt.”

Int­gel­li­gen­zspiele

Nahezu täglich machen wir Intel­li­gen­zspiele. Hier­bei haben die bei­den ein klares Sys­tem entwickelt.

Queen ist eher ruhig und beobachtet Püp­pis Ver­hal­ten genau.

Zack. Da hat sie ein Hütchen ent­fernt. Tja, Pech gehabt. Da war ich schneller. Oh, hast du kein Leck­erli erwis­cht? Schade.”

Püppi hinge­gen ist aufge­dreht und kurz vor einem Herz­in­fakt. Wild und unkon­trol­liert ver­sucht sie die Leck­erlis freizule­gen. Sie kratzt und schubst und ver­sucht alles, was möglich ist, um an das Leck­erli zu kommen.

Ich hab es gle­ich. Ich riech es schon. Das muss doch daraus gehen. Ver­flixt, ich hab es. Oh man wie kon­nte Queen so schnell das Leck­erli klauen. Ok weiter geht’s. Das näch­ste mal bin ich schneller.”

Die zwei sind zusam­men wirk­lich unter­halt­sam und nicht sel­ten sitz ich ein­fach da und lach darüber, wie unter­schiedlich sie doch sind 😀

Handarbeit — das ist doch schnell gemacht

Geiz ist geil” ist lei­der nicht nur der Slo­gan eines bekan­nten Elek­tro­mark­tes, son­dern auch das Motto eines Großteils der Gesellschaft. Warum Qual­ität, wenn es auch bil­lig geht?

Wer bil­lig kauft, kauft dop­pelt” und “Han­dar­beit ist teuer” hat schon Oma gesagt.

Recht hat sie.

Doch lei­der sehen das nicht alle so.

Ich liebe meinen Neben­job. Ich nähe unglaublich gerne und ich entwickel mit einer riesen Freude neue Pro­dukte für den Shop. Ich stehe zu 100% hin­ter Glück­shund und bin unglaublich glück­lich, diesen Shop aufge­baut zu haben.

Doch ich bin ehrlich:

Es ist nicht immer einfach.

Nehmen wir als Beispiel unsere Kuscheldecken. Die Kuscheldecken beste­hen aus hochw­er­tigem Well­ness­fleece. Die Decken sind kusche­lig weich, waschbar und langlebig.

Täglich schreiben Kun­den mich über die Face­book­seite an und erkundi­gen sich nach bes­timmten Pro­duk­ten. Früher oder später spricht man natür­lich auch über den Preis.

Nicht sel­ten kommt dann folgendes:

35,00 EUR für eine Kuscheldecke? Die bekomm ich im Fress­napf im Ange­bot schon für 4,99 EUR.”

Ich bin höflich und nett, doch am lieb­sten würde ich schreiben: “Dann fahr doch dort hin.”

Ich glaube, dass die meis­ten gar nicht wis­sen, wie groß der Aufwand bei Han­dar­beit tat­säch­lich ist.

Daher ent­stand die Idee zu diesem Artikel, bei dem ich ein­fach mal einen kleinen Ein­blick hin­ter die Kulis­sen geben möchte.

Alles beginnt mit dem Kundengespräch.

Gehen wir mal davon aus, dass der Kunde einen Fut­ter­beu­tel bestellen möchte.

Das kön­nte zum Beispiel so verlaufen:

Ich möchte gerne einen Fut­ter­beu­tel bestellen.”

Gerne. Hast du schon einen Stoff im Kopf?”

Nein eigentlich nicht. Was hast du denn?”

Ich habe nahezu 300 Stoffe hier. Auf der Face­book­seite find­est du einen Ord­ner mit allen Stof­fen. Bitte schau dich dort in Ruhe um.”

Der Stoff wird aus­ge­sucht und nun geht es weiter. Soll der Beu­tel einen Boden aus Kun­stleder haben? Falls ja fotografiere ich den Stoff mit allen Kun­stled­er­stof­fen, damit man sich vorstellen kann, wie es ausse­hen kön­nte. Anschließend das gle­iche Spiel von vorne mit dem beschichteten Stoff für den inneren Teil.

In den meis­ten Fällen ist der Beu­tel an dieser Stelle fer­tig geplant, doch es gibt auch Kun­den, die auch gern alle möglichen Kordeln, Kordel­stop­per und Kara­biner mit den Stof­fen zusam­men fotografiert haben möchten, um sich auch hier welche aus­suchen zu können.

Anschließend erk­läre ich, dass ich mit Vorkasse arbeite, lass mir die Adresse geben, schreibe die Rech­nung und trage in meinen Kalen­der ein, was sich der Kunde aus­ge­sucht hat. Wenn ich Glück habe, ist alles da. Sonst muss ich noch Zube­hör bestellen oder in die Stadt fahren, um zum Beispiel eine gewün­schte Kordel in rosa kaufen zu kön­nen. Ich habe zwar vieles hier, aber immer mal wieder fehlt hier und da etwas. Das mache ich wirk­lich gern, kostet jedoch unter Umstän­den bis zu einer Stunde Zeit, die oben drauf kommt.

Ein Kundengespräch dauert in der Regel 15 bis 25 Minuten.

Die Bestel­lun­gen wer­den chro­nol­o­gisch abgearbeitet.

Der Stoff wird zusam­menge­sucht, gebügelt und dann geht es an die Näh­mas­chine. Bleiben wir bei dem Beispiel eines Fut­ter­beu­tels so benötige ich hier­für ca. 35 bis 40 Minuten. Kuscheldecken und eDgar dauern schon mal schnell 60 Minuten. Anschließend muss aufgeräumt und gesaugt wer­den und wenn man bedenkt, man hat eine Kuscheldecke genäht, so kann man erst ein­mal alles von den Wän­den rücken, weil die Decken beim Zuschnei­den fusseln und diese verteilen sich ein­fach über­all. Keine Sorge. Die fer­ti­gen Decken fusseln selb­stver­ständlich nicht, aber das Zuschnei­den an sich macht schon ordentlich Dreck.

Anschließend schicke ich dem Kun­den Bilder der fer­ti­gen Pro­dukte. Das bedeutet, die Pro­dukte wer­den aus­gerichtet und vor einem weißen Hin­ter­grund fotografiert.

Han­delt es sich nicht um Son­der­an­fer­ti­gun­gen nach Kun­den­wun­sch, wan­dern die neuen Pro­dukte in den Shop. Dort wird eine Artikel­num­mer angelegt, Beschrei­bun­gen ver­fasst, Fotos hochge­laden und in Kat­e­gorien eingeteilt. Anschließend wer­den die Bilder auch auf Face­book und Insta­gram hochge­laden. Pro Pro­dukte dauert das ca. 15 Minuten.

Das fer­tige Pro­dukt wird anschließend ver­packt und ver­schickt. Ein­mal täglich fahre ich zur Post­stelle und gebe alle Pakete ab.

Und nun schauen wir uns mal meinen Lohn an. Hierzu bleiben wir beim Beispiel Futterbeutel:

Kun­denge­spräch, Stoff zusam­men­stellen und ggf. besor­gen , nähen, ver­packen und verschicken…

Da wären wir bei locker bei 2 bis 2,5 Stunden.

Ein Fut­ter­beu­tel kostet mit Leder­bo­den 22,00 EUR.

Hierzu benötige ich Baum­woll­stoff (10,00 bis 20,00 EUR pro Meter), Kun­stleder (15,99 EUR pro Meter), beschichtete Baum­wolle (22,50 EUR pro Meter), Kordel (1,60 EUR pro Meter), Kordel­stop­per (0,80 EUR), Kara­biner (0,90 EUR).

Pro Fut­ter­beu­tel kom­men wir also auf ca. 8,00 EUR Materialkosten.

Bleiben also 14,00 EUR für mich? Schön wärs.

Als selb­st­ständige Recht­san­wältin zahle ich auch für den Shop Umsatzs­teuer, sodass von den 22,00 EUR schon mal nur noch 17,60 EUR bleiben. Zieht man nun die Mate­ri­alkosten ab, sieht das schon mal anders aus. Denn statt 14,00 EUR bleiben nun noch 9,60 EUR.

Gerech­net auf 2 Stun­den Arbeit­saufwand kom­men wir also auf 4,80 EUR die Stunde. Min­dest­lohn? Fehlanzeige.

Gehen wir mal von dem Son­der­fall aus, der Kunde wün­scht sich eine außergewöhn­liche Farbe für den inneren Teil. Dann fahr ich zu dem Stoff­markt und kaufe 0,5m oder 1m der beschichteten Baum­wollt für 22,50 EUR den Meter. Wir erin­nern uns, dass der ganze Beu­tel 22,00 EUR kostet.

Und dabei habe ich noch nicht ein­mal die üblichen Kosten eingerechnet.

Ange­fan­gen beim Näh­garn und den üblichen Uten­silien wie Tren­ner, Kreide und Kläm­merchen zum Fest­stecken bis hin zur Näh­mas­chine von mehrern hun­dert EUR, kommt schnell einiges zusam­men. Um die Pro­dukte noch weiter indi­vid­u­al­isieren zu kön­nen, habe ich für über 1180,00 EUR eine Stick­mas­chine angeschafft. Ins Gewicht fällt ebenso die große Auswahl ver­schiedener Stoffe, die Ver­pack­un­gen und Kar­tons sowie Fahrtkosten zu ver­schiede­nen Stoffmärk­ten und –geschäften. Weiter geht es mit Stoff­scheren, Lap­top, Drucker, Schnei­de­matte, Rollschnei­der, Arbeit­splatz, Fotoap­pa­rat, Boxen für die Auf­be­wahrung und und und. Wahrschein­lich habe ich immer noch mehr als die Hälfte vergessen.

Hinzu kom­men zudem Kosten für den Onli­neshop, Stromkosten, Vis­itenkarten, Flyer, Adres­saufk­le­ber, Good­ies und kleine Geschenke.

Regelmäßig gibt es Rabat­tak­tio­nen, die ich eben­falls mit ein­rech­nen muss.

Mein Steuer­ber­ater (der übri­gens auch monatlich bezahlt wer­den muss) riet folgendes:

Mate­ri­alkosten mit einem bes­tim­men Fak­tor mul­ti­plizieren und so den Preis ermit­teln. Damit sich Han­dar­beit lohnt, sollte man die Mate­ri­alkosten mit dem Fak­tor 4 mul­ti­plizieren. Kehren wir zurück zum Fut­ter­beu­tel, so wären wir bei 32,00 EUR statt 22,00 EUR. Würdet ihr 32,00 EUR für einen Fut­ter­beu­tel zahlen? Ich wahrschein­lich auch nicht.

Handarbeit ist teuer.

Qualität hat seinen Preis.

Ich bin es leid, mich hier­für recht­fer­ti­gen zu müssen. Wer es gün­stiger haben will, kann eine 0815 — Decke oder einen Fut­ter­beu­tel mit Wer­bung eines Fut­ter­her­stellers kaufen.

Wer indi­vidu­elle Pro­dukte haben möchte, die sowohl Qual­ität als auch eine Menge Liebe enthal­ten, der ist bei mir genau richtig.

Ich bin gegen all diese Dump­ing Preise. Ich bin gegen diese Bil­lignäher aus den Face­book­grup­pen, die lediglich bil­liges, qual­i­ta­tiv unterirdis­ches Mate­r­ial zusam­men­klatschen und verticken. Ich bin gegen Schwarzarbeit.

Ich bin es leid, dass Bil­lig­ma­te­r­ial ver­ar­beitet wird, zu abar­tig gün­sti­gen Preisen ange­boten wird und auf diese Art den­jeni­gen, die sich viel Mühe geben hochw­er­tige Pro­dukte zu erstellen, das Leben schwer gemacht wird.

Glück­shund ist kein Ehre­namt und mehr als nur mein Hobby. Zum Teil lebe ich von dem Shop und daher ist Glück­shund für mich unterm Strich auch meine Arbeit.

In jedem meiner Pro­dukte steckt Liebe und eine Menge Aufwand. Ich ver­wende hochw­er­tiges, nach­haltiges Mate­r­ial und erstelle indi­vidu­elle Pro­dukte nach den Wün­schen meiner Kun­den. Ich freue mich unendlich über jeden, der dies zu schätzen weiß.

Doch ich bin es leid, mich recht­fer­ti­gen zu müssen. Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel ein wenig Licht ins Dun­kle brin­gen kon­nte und zeigen kon­nte, wieviel Aufwand tat­säch­lich in jedem Pro­dukt steckt.

Schneeeeeeee

Wie jeder Hun­de­men­sch mit Kam­era habe auch ich darauf gewartet, dass es endlich schneit. In den ver­gan­genen bei­den Wochen kamen immer mal wieder einige Flocken vom Him­mel, doch für Schneefo­tos war es ein­fach nicht genug.

Umso größer war gestern mor­gen die Freude, als ich die geschlossene Schneedecke auf unserem Balkon entdeckte.

Mit aufge­ladenem Akku fuhren wir Mit­tags ins Heger Holz und ich kon­nte endlich Fotos im Schnee machen. Natür­lich möchte ich euch diese nicht vorenthalten 🙂

Fütterst du noch oder barfst du schon?

Achtung!

Bevor es zu Missver­ständ­nisse kommt, kündige ich schon ein­mal an: Dieser Beitrag enthält eine ordentliche Por­tion Ironie, Sarkas­mus und Übertreibungen.

So. Da wir das nun gek­lärt haben, kann es losgehen 🙂

Füt­terst du noch oder barfst du schon?

Das Thema “art­gerechte und gesunde Ernährung” begeg­net uns über­all und das ist auch gut so. Nach wie vor wis­sen viel zu viele Hun­debe­sitzer über­haupt nichts über den Inhalt von dem Fut­ter, welches sie ihrem Vier­beiner täglich in den Napf geben. Haupt­sache gün­stig, schnell und unkom­pliziert und hey “Das Fut­ter ist schließlich Test­sieger bei Stiftung Warentest”.

Ich bin ehrlich: das sind Momente, in denen ich wahnsin­nig wer­den kön­nte. Ich komme nicht umher zuzugeben, dass ich inner­lich den Kopf schüt­tel, wenn im Super­markt vor mir an der Kasse jemand den 15 kg Sack “Gut und Gün­stig Fut­ter” auf das Fließband legt.

Wer die Ver­ant­wor­tung für ein Tier übern­immt, hat die ver­dammte Pflicht zu prüfen, was im Napf des Lieblings landet.

Ist so.

Jeder kann selbst bes­tim­men, wie er seinen Hund ernährt. Doch in einem Punkt besteht in meinen Augen eine “Null — Toller­anz — Grenze”: man muss wis­sen, was drin ist. Man muss sich über die Inhaltsstoffe informieren und nein, Stiftung War­entest reicht da nicht aus.

Der Trend geht zur frischen Füt­terung, was in jedem Fall ver­ständlich und unter­stützenswert ist.

Doch wie bei allen anderen The­men auch, kommt man irgend­wann an einen Punkt, an dem man sagen kann “Man kann es auch übertreiben”.

Und die Grenze ist dort erre­icht, wenn das Thema zur Reli­gion wird.

Doch Bar­fer sind noch nicht gle­ich Barfer.

Da gibt es

die Gelassenen

Die mir ein­deutig am symath­is­chsten sind “die Gelasse­nen”. Unter­hält man sich mit Bar­fern dieser Gruppe fallen Sätze wie “Bar­fen ist keine Wis­senschaft”, “Mach dir mal nicht so einen Stress” oder “Du kennst deinen Hund am besten”.

Während man mit einem “gelasse­nen Bar­fer” spricht, fühlt man sich gut. Man denkt, man tut das richtige für sein Tier. Man tauscht sich aus und nimmt das ein oder andere aus dem Gespräch mit.

Die Gelasse­nen machen sich nicht viele Gedanken um genaue Gram­mzahlen und haben ein gesun­des Bauchge­fühl. Schließlich sieht man auch am Fell des Hun­des, ob es ihm gut geht.

Dann gibt es noch

die stillen Barfer

Die stillen Bar­fer sind informiert und ziehen ihr Ding durch. Sie reden nicht viel drüber, son­dern tun es ein­fach. Keine bösen Blicke, wenn man über Trock­en­fut­ter spricht, keine Vorurteile gegen Leute die nicht bar­fen. Die stillen Bar­fer wis­sen genau, was sie machen und füllen täglich selb­st­sicher und sou­verän den Napf.

Und dann wären da noch

die Besserwisser

Puh. Jetzt wird es anstren­gend. Die Besser­wisser informieren sich über jedes Detail, glauben genau zu wis­sen, was das Richtige ist und sowieso gibt es nur ein­mal “das Richtige”. “Obst und Gemüse? Also davon halte ich ja gar nichts”. Nicht täglich aufs Gramm genaue Mahlzeiten kom­men nicht in den Napf. Heute nur Kopf­fleisch? “Wie kannst du nur?”

Um einen Besser­wisser zu ent­lar­ven, stelle man sich fol­gende Sit­u­a­tion vor. Einige Hun­de­men­schen ste­hen zusam­men und sprechen über ihre Vier­beiner. Das ein oder andere Erziehung­sprob­lem kommt auf den Tisch, während der Besser­wis­sere sich eher zurück­hält und belustigt grinst. Bis einer in der Runde die Frage aller Fra­gen stellt. “Was füt­tert ihr eigentlich”

Tadaaaa. Der Vor­gang der Bühne wird zur Seite gezo­gen, der Lichtkreisel fällt auf den Besser­wisser und um sicher zu gehen, dass auch keiner den Auftritt ver­passt, kommt nun der Satz der Sätze “Also ich barfe.”

Tadaaaaa. Die Aufmerk­samkeit liegt auf dem Besser­wisser, der seinen Kopf nun etwas höher streckt und ver­acht­ene Blicke an diejeni­gen verteilt, die von Haus­marken eines Tier­mark­tes reden. Den Höhep­unkt der Ver­ach­tung ist allerd­ings erst dann erre­icht, wenn einer der Hun­de­men­schen fragt “was ist denn barfen?”

Dann geht es los. Prozen­tangaben wer­den wild durch die Luft geschleudet. Man fühlt sich von dem Vor­trag nahezu erschla­gen und hat das Gefühl seinen Hund zu vergiften. Egal, wie gut man sich infomiert hat, anschließend fühlt man sich dumm und schlecht. Auch ich gehöre zu den­jeni­gen, die sich schnell verun­sich­ern lassen.

Doch soll­ten wir nicht alle die Kirche im Dorf lassen? Wir alle haben ein Bauchge­fühl auf das es sich zu hören lohnt.

Ihr Lieben, informiert euch über das, was ihr eurem Hund in den Napf gebt. Hin­te­fragt die Zusam­menset­zung und glaubt nicht jeden Mist.

Und wenn ihr alle Infor­ma­tio­nen zusam­men habt, dann hört auf euer Bauchgefühl.

Punkt.

Maulkorb und Leinenpflicht nach Kleintiermassaker?

Ein Deutsch Drahthaar brach vor eini­gen Monaten einen Kan­inchen­stall auf. Es ist nicht sicher, jedoch wahrschein­lich, dass er das Kan­inchen tot­ge­bis­sen und mitgenom­men hatte.

Nun kam es erneut zu einem „Ein­bruch“ in einen Klein­tierzwinger. Der Hund tötete zehn Meer­schweinchen und sieben Kaninchen.

Daraufhin ließ die Stadt Solin­gen den Hund amt­stierärztlich unter­suchen. Hier­bei wurde die Gefährlichkeit des Hun­des fest­gestellt. Dies wurde damit begrün­det, dass der Hund unkon­trol­liert Tiere geris­sen habe.

Geset­zlich fol­gte eine Leinenpflicht sowie ein Maulkorbzwang.

Gegen diese Entschei­dung set­zte sich der Hal­ter des Hun­des im Eil­ver­fahren gegen die Stadt Solin­gen zu wehr.

 

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf

Das Ver­wal­tungs­gericht lehnte den Antrag des Hun­de­hal­ters ab und sah die Ord­nungsver­fü­gung als recht­mäßig an.

Im Ver­fahren bestritt der Hun­de­hal­ter, dass sein Rüde die Tiere getötet habe. Gegenüber der Polizei räumt er jedoch ein, dass sein Hund für die Angriffe auf die Nager ver­ant­wortlich sei. Zudem gab er zu, dass sein Hund ein aus­gze­ich­neter Jagdhund sei, der ab und an auch Katzen jagen und sogar reißen würde.

Beide Geschehnisse lagen in einem Radius von weniger als 1km Luftlinie vom Wohnort des Hun­de­hal­ters. Zudem haben Zeu­gen den Hund erkannt.

In den Augen des Gerichts sprachen alle Erken­nt­nisse für das Fehlver­hal­ten des Hundes.

Selbst wenn sich her­aus­gestellt hätte, dass der Hund für die Vor­fälle nich ver­ant­wortlich sei, so wäre die Ord­nungsver­fü­gung zunächst hinzune­hen. Es sei dem Hun­de­hal­ter zuzu­muten, den Hund mit Leine und Maulkorb auszuführen bis es in einem Klagev­er­fahren zu einer Entschei­dung gekom­men wäre. Ein Eilantrag ist fol­glich „zu hoch gegriffen“.

Gericht:
Ver­wal­tungs­gericht Düs­sel­dorf, Beschluss vom 03.01.2017 – 18 L 4205/16