Monat: Juli 2017

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Hundekind Abby

Heute geht es weiter mit unserer Reihe “Kör­bchenge­flüster”. Ich habe heute ein ganz tolles Inter­view mit der lieben Dini von dem Hun­de­blog Hun­dekind Abby für euch. Dini und ich haben uns in Berlin auf der House of Dogs ken­nen gel­ernt 🙂 Dini ist eine ganz liebe Maus, mit der ich auch abseits der Blog­ger­welt viel Kon­takt haben. Und wer weiß, vielle­icht schaf­fen wir es ja endlich, uns mal wieder zu sehen 🙂

Aber nun habe ich erst ein­mal das Inter­view für euch: 

Dieses Inter­view wird ein sehr per­sön­lich. Hast du bei meiner Anfrage eher das Gefühl gehabt, dass das für dich kein Prob­lem sein wird oder hast du gedacht, dass du hier neuen Boden betreten würdest?
Ich wusste ja nicht, was du mit „per­sön­lich“ meinst. Für mich gibt es da einen Unter­schied zwis­chen „pri­vat“ oder „per­sön­lich“. Ich gebe in meinem Blog zwar sehr viel preis, vieles bleibt aber auch pri­vat. Mit per­sön­lichen Fra­gen habe ich aber kein Prob­lem, immer­hin ist der Blog es ja auch. Somit war ich nur sehr ges­pannt, was du alles von uns wis­sen möchtest.

Wir alle dür­fen auf deinem Blog mitver­fol­gen, welche Schwierigkeiten du mit Abby im All­tag hast bzw. gehabt hast. Fällt es dir schwer, eure Prob­leme mit uns zu teilen?
Nein gar nicht. Ganz im Gegen­teil. Abbys (gesund­heitliche) Prob­leme sind unsere Chance daran zu arbeiten und zu wach­sen. Und ich weiß, dass es da draußen ganz vie­len ähn­lich geht, auch wenn die Voraus­set­zun­gen vielle­icht andere sind. Warum sollte man nur schreiben, dass alles schön und gut ist, wenn es auch bei Hun­de­hal­tern Prob­leme gibt? Ich denke mir manch­mal, dass auch poten­zielle Neuhun­de­hal­ter auf den Blogs lesen und dann ein ganz falsches Bild bekom­men wie es ist, mit dem Hund zu leben.
Außer­dem ist es auch schön für mich, wenn ich das Ganze in 2–3 Jahren noch ein­mal lese und sehe, dass wir uns durch diese Zeit gekämpft haben, was wir alles ver­sucht haben und wie wir alles über­winden konnten.

Wie denkst du über Hun­de­hal­ter, die sagen „Mit meinem Hund gibt es kein Problem.“
Das ist doch schön für die Men­schen! Prob­leme mit dem Hund definiert auch jeder anders. Den einen würde das Fiepen eines 33 Kilo-Hundes nicht stören, andere (wie mich) treibt es regelmäßig in den Wahnsinn. Für einige ist es die Erfül­lung, wenn der Hund sie durch die Gegend zieht weil sie meinen, dass der Hund den Trieb ausleben muss. Ich möchte entspannt raus­ge­hen können.
Von daher ist das Wort „Prob­lem“ eine Ein­stel­lungssache. Aber ich denke, dass jeder mit seinem Hund mit etwas kämpft. Die Frage ist nur ob man bereit ist, sich dem zu stellen. Dann ist es kein Prob­lem, son­dern nur eine Auf­gabe. Und die kann man lösen.

Abbys Schild­drüsen­fehlfunk­tion wird dem­nächst einen großen Teil des Blogs abdecken. Wie geht es dir mit dieser Diagnose?
Ganz gut. Klar hätte ich mir gewün­scht, dass Abby gesund ist und das bis zum Ende ihres Lebens. Aber das ist nun mal nicht der Fall. Zwei Jahre mussten sie und wir lei­den, haben viel an Leben­squal­ität ver­loren und wenn man bedenkt, dass ihre Zeit auf Erden begrenzt ist finde ich, dass zwei Jahre sehr viel ver­schwen­dete Leben­szeit ist. Nun kön­nen wir ihr helfen mit den Medika­menten, mit allem was ich neu lerne. Ihre Leben­squal­ität ist schon viel besser gewor­den. Ihre Augen sind wieder klarer und sie wirkt wieder frischer. Von daher ist es gut, dass wir die Krankheit jetzt endlich erkannt haben und kön­nen ihr helfen.

Wer deinen Blog regelmäßig ver­folgt weiß, dass du einen kleinen Sohn hast. Hund und Kind? Wie wird man bei­den gerecht?
Gar nicht. Also nicht ohne Abstriche zu machen. Ich habe mich aus voll­stem Herzen dafür entsch­ieden mein Kind nicht ganz­tags in die Fremd­be­treu­ung zu geben. Das heißt, ich habe vor­mit­tags bis nach dem Mit­tagss­chlaf Zeit zu arbeiten, etwas Haushalt zu machen und mich um Abby zu küm­mern. Manch­mal klappt das gut und in Zeiten wo viel zu tun ist, klappt das eben weniger. Dann muss alles so gelegt wer­den, dass es irgend­wie passt. Große Run­den wer­den dann eben abends gemacht. Tagsüber ist ein Gas­sige­hen mit Bei­den momen­tan noch nicht möglich. Aber wer weiß, vielle­icht machen wir das in einem Jahr ja jeden Tag?

Hand aufs Herz – muss man sich auch auf Prob­leme ein­stellen, wenn man einen Hund hat und ein Kind bekommt?
Das muss man nicht unbe­d­ingt. Bei uns war die Kon­stel­la­tion von meiner nicht ganz so schö­nen Schwanger­schaft und Abbys langsam anfan­gen­den Symp­tomen der SDU eher ungün­stig. Deshalb wurde das bei uns so schwierig. Wenn der Hund aber keine gesund­heitlichen und erzieherischen Prob­leme hat, dann muss man sich nicht auf Schwierigkeiten ein­stellen. Was man allerd­ings bedenken sollte ist, dass man erst ein­mal eine Rou­tine mit dem Kind finden muss. Die ersten Wochen sind da beson­ders span­nend, da alles neu ist. Im Laufe der Zeit gibt sich das und nach ein paar Monaten läuft alles wie von allein. In der Anfangszeit kommt der Hund allerd­ings oft zu kurz – aber das ist okay. Das muss so sein.


Was macht dich glück­lich? Was bedrückt dich?
Glück­lich machen mich die kleinen Dinge. Ein Guten-Morgen-Kuss von dem Kleinen, meinem Mann oder aufzuwachen und Abby an mich kuscheln zu haben. Wenn es meiner Fam­i­lie gut geht, dann geht es mir auch gut und mehr brauche ich gar nicht. Ander­srum ist es natür­lich, wenn es ihnen schlecht geht, dann fühle ich mich auch nicht wohl. Aber nichts­destotrotz ver­suchen wir immer aus allem etwas Gutes zu machen.

Was möcht­est du in zwanzig Jahren über dich sagen können?
Dass ich immer noch so knackig aussehe wie in meinen 20ern. Nein Spaß: Dass ich alles so gemacht habe, wie ich es damals für richtig gehal­ten habe. Ich habe in meinem Leben schon so viele Entschei­dun­gen getrof­fen, die viele nicht nachvol­lziehen kon­nten. Alle Entschei­dun­gen haben mich aber dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Natür­lich sind nicht alle Entschei­dun­gen richtig, aber Fehler gehören genauso zum Leben und immer­hin kann man aus ihnen lernen.

Mit welcher Art von Men­schen fühlst du dich am wohlsten?
Eigentlich mag ich Men­schen ganz oft ja gar nicht. Zumin­d­est wenn sie doof sind. Ich mag pos­i­tive Men­schen und solche, die sich mit ganz viel Herzblut für etwas begeis­tern und darin ver­lieren kön­nen. Solche Men­schen sind mir sehr ähn­lich und ich glaube mit Men­schen, die einen ver­ste­hen kann man sich am besten verständigen.


Wenn dein Leben ver­filmt wer­den würde, welchen Titel und welchen Sound­track würde der Film bekom­men und warum?
Dafür gibt es nur ein Lied: „Time of my Life“. Und weil der Sound­track so gut ist, geht natür­lich auch nur der kom­plette Dirty Danc­ing Sound­track. Warum? Ich kann diesen Film mit­spie­len und außer­dem war „Time of my Life“ einer unserer Hochzeitssongs. Hinzu kommt noch etwas Justin Tim­ber­lake, Ed Sheran und Sun­rise Avenue Musik. Oh ja, das wäre ein Sound­track, der den Oscar bekom­men sollte!

Fühlst du dich wohl in der Blog­ger­welt? Was magst du beson­ders? Auf was kön­ntest du verzichten?
Ich kann nicht behaupten, dass ich mich nicht wohlfühle. Meist sind doch alle sehr kol­le­gial zueinan­der und helfen sich wo sie kön­nen. Nur wenn es um Koop­er­a­tio­nen und den eige­nen Vorteil geht, dann sollte der ein oder andere sich wieder auf diesen Zusam­men­halt zwis­chen den Hun­de­blog­gern besin­nen. Unseren Blog gibt es schon seit 4 Jahren! So ein Durch­hal­tev­er­mö­gen hatte ich bisher bei noch nie bei etwas. In diesen 4 Jahren habe ich viele Blogs kom­men und gehen sehen. Momen­tan habe ich das Gefühl, dass wieder ganz viele neue dazu kom­men. Es ist span­nend zu sehen, welchen neuen Input sie in die Blog­ger­szene brin­gen und wie sich alles entwick­elt. Nichts­destotrotz betreibe ich Hun­dekind Abby weiter so, wie ich das möchte.

Vie­len Dank liebe Dini, dass du dich meinen Fra­gen gestellt hast <3