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3 Dinge, die kein Hund können muss

Unsere Hunde nehmen in unserem Leben einen immer größeren Stel­len­wert ein. Wir haben unsere Hunde gerne um uns und beschäfti­gen uns gerne mit ihnen. Die vie­len Ange­boten an ver­schiede­nen Hun­de­sportarten wer­den gerne genutzt und immer mehr Hunde dür­fen mit ins Büro.

Doch diese im großen und ganzen dur­chaus pos­i­tive Entwick­lung, bringt auch einige unschöne Neben­wirkun­gen mit sich. Hunde sollen dabei sein. Um jeden Preis. Daher geht es heute um:

3 Dinge, die kein Hund können muss

Hunde auf Volksfesten

Auch ich habe meine Hunde gerne um mich und nehme sie gerne mit. Eis essen nach einer schö­nen Wal­drunde? Solange wir einen Tisch draußen bekom­men und es nicht so voll ist, gerne. Besorgun­gen in der Stadt? Solange ich nicht quer durch Osnabrück muss, son­dern zum Beispiel nur in einen nicht so belebten Teil muss oder zum Beispiel in der Heimat bin, nehme ich auch hier schon mal einen der bei­den mit. Doch es gibt Orte, da würde ich meine Hunde niemals mit hinnehmen.

Wei­h­nachts­markt, Kirmes oder Flohmärkte sind abso­lut tabu. Niemals würde ich meine Hunde irgendwo hin mit­nehmen, wo viele Men­schen sind. Auf einem Wei­h­nachts­markt zum Beispiel lauern so viele Gefahren: Große Füße, die nicht darauf achten, wo sie hin­treten. Bren­nende Zigaret­ten oder heißer Glüh­wein. Räder von Kinder­wa­gen und Scher­ben auf dem Boden. Habt ihr euch schon ein­mal auf einer solchen Ver­anstal­tung auf den Boden gesetzt? Für meine Artikel zu diesem Thema (diesen findet ihr übri­gens hier) habe ich ver­sucht, ein Foto aus der Sicht eines Hun­des zu machen. Keine Chance.

Völ­lig daneben sind dann die Argu­men­ta­tio­nen, der Hun­de­hal­ter: Mein Hund muss das kön­nen. Das muss er lernen.

Warum?

Warum sollte er das kön­nen? Was hat er davon? Das ist doch purer men­schlicher Egoismus.

Kein Hund fühlt sich dort wohl. Und selbst, wenn er keine Angst zeigen sollte, so findet er es sicher nicht prick­elnd, all diese tollen Gerüche von leck­erem Essen aus­blenden zu müssen. Solche Feste sind die pure Reizüber­flu­tung für unsere Vierbeiner.

Ich erin­nere mich noch gut an eine Mail im Anschluss an den “Wei­h­nachts­markt — Artikel”.

Mein Hund geht auch mit mir auf Konz­erte. Das findet der total ok.”

What?

Also mal ehrlich. Sobald viele Men­schen auf einem Fleck sind, bleibt der Hund Zuhause.

Ganz ein­fach.

Hunde und fremde Menschen

Kein Hund muss sich von frem­den Men­schen anfassen lassen.

Sollte unser Hund der Hand eines Frem­den auswe­ichen, haben wir das zu akzep­tieren. Wie oft sehe ich Men­schen, die ihre Hunde an der Leine kurz hal­ten, damit ein Kind den Hund stre­icheln kann. Dem Hund sieht man an, dass er am lieb­sten das Weite suchen würde. Nicht nur, dass ihr das Ver­trauen zu eurem Hund völ­lig zer­stört. Ihr provoziert auch eine dur­chaus gefährliche Sit­u­a­tion. Nicht jeder Hund lässt sich das auf Dauer gefallen. Irgend­wann reißt vielle­icht der Gedulds­faden und der Hund schnappt zu.

Ich bin mir dur­chaus darüber bewusst, dass es Sit­u­a­tio­nen gibt, in denen der Hund sich anfassen lassen muss. Zum Beispiel das Ausle­sen des Chips bei einer Prü­fung oder der Besuch beim Tier­arzt. Aber diese speziellen Sit­u­a­tio­nen lassen sich üben und pos­i­tiv bestärken. Nur weil ein Hund sich beim Tier­arzt unter­suchen lassen muss, bedeutet das nicht, dass er sich von jeder frem­den Per­son auf der Straße anfassen lassen muss.

Am Besten noch von einem Spaziergänger unter­wegs, der sich schön vor­beugt und eurem Hund direkt in die Augen blickt. Natür­lich kann man die Per­son bit­ten sich hinzuknien und vielle­icht eines eurer Leck­erlis anbi­eten. Doch sollte euer Hund dieser Sit­u­a­tion auswe­ichen zu wollen, dann akzep­tiert das bitte.

Ein Hund muss mit Artgenossen spielen

Kennt ihr diese “komm — wir — suchen — dir — einen — Spiel­fre­und — Hun­debe­sitzer? Ihr erkennt sie daran, dass sie grund­sät­zlich dort zu finden sind, wo in der Regel auch andere Hunde laufen. Man erkennt sie an dem lang gestreck­ten Hals und dem scan­nen­den Blick, mit dem sie die Gegend abchecken. Grund­sät­zlich wird die Rich­tung anges­teuert, wo andere Hunde gesichtet wurde und direkt drauf zu.

Wollen wir sie mal Hallo sagen lassen?”

Oh wie ich diese Leute liebe. “Nein, wollen wir nicht.”

Ist der Hund aggressiv?”

Nein. Sie hat nur null Inter­esse an frem­den Hunde.”

Woher ich das weiß? Nun ja. Meis­tens ken­nen die Hunde solcher Men­schen es ja nicht anders. Andere Hunde ver­fol­gen, anquatschen, Leinen los und dann “machen die das schon unter sich aus”. Dem­nach hängt der Hund ja schon erwartungsvoll in der Leine. Queen dreht sich meist schon weg und will weit­er­laufen. Und ganz ehrlich: Auch ich habe keine Lust meine Freizeit mit solchen Men­schen zu verbringen.

Kein Hund muss mit anderen spie­len. Kein Hund muss den Kon­takt mit Artgenossen dulden. Warum auch? So ver­schieden wie wir sind, so ver­schieden sind auch unsere Hunde. Auch Hunde kön­nen Einzel­gänger sein und lieber für sich ihre Run­den drehen.

 

Hunde sind keine Menschen. Sie haben eigene Bedürfnisse, die wir respektieren sollten. Hunde haben in Menschenmassen nichts zu suchen, sie brauchen sich von keinen fremden Menschen anfassen zu lassen und sie müssen auch mit keinem Artgenossen spielen, dem sie ausweichen wollen.

Wir müssen uns von den Gedanken tren­nen, dass Hunde etwas erler­nen müssen. Wir müssen den Wun­sch, den Hund immer und uneingeschränkt dabei haben zu wollen, hin­ten die Bedürfnisse unseres Hun­des stellen. Ver­trauen basiert auf gegen­seit­igem Respekt und wer weiß, vielle­icht geht unsere Hund irgend­wann ganz allein zu einer frem­den Per­son, wenn wir die Entschei­dung ihm über­lassen und aufhören, ihm diese Sit­u­a­tio­nen auf­drän­gen zu wollen.

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7 thoughts on “3 Dinge, die kein Hund können muss

  1. Hallo 😀
    Also bei Punkt 2 & 3 kann ich dir zustimmen 🙂

    Bei Punkt 1 eher weniger. Dazu musst du aber wis­sen, dass Lychee ein Assis­ten­zhund in Aus­bil­dung ist!
    Am Wei­h­nachts­markt war sie mit. ABER: ich hab sie getra­gen. Und wir haben uns einen Stand gesucht wo Lychee zwis­chen Roll­stuhl und Stand­mauer abgeschirmt vor anderen Men­schen war.
    Zum Thema Konz­erte: nein, ich nehm meinen Hund nicht mit in irgendwelche Sta­dien und Rock­konz­erte. Aber zu so Chorkonz­erten schon.

  2. In allen 3 Punk­ten gibt es Ausnahmen.

    1) Men­schen, die mit ihren Hun­den in der Stadt leben. Oder Stadtspaziergänge tagsüber.
    2) Einen Hund kurz hal­ten, um ein Ansprin­gen zu ver­mei­den. Wirkt nach außen oft anders, als die Sit­u­a­tion wahrhaftig ist.
    3) Hier wird an der Leine gepö­belt und im Freilauf rund(!) gespielt. Sie darf den­noch nicht über­all hin sprinten.

    Es ist nicht immer alles schlecht!

  3. Hallo!
    Toller Artike, toller Blog! Schade jedoch, dass er wahrschein­lich nicht von Hal­tern gele­sen wird, die den einen, oder anderen Denkanstoß benöti­gen würden.

    Für uns stand von Anfang an fest, dass der “Dicke” von Men­schen­massen fer­nge­hal­ten wird. Wie kann ich entspan­nen, wenn mein Hund per­ma­nen­tem Stress aus­ge­setzt ist [ja, ich begebe mich zur Wei­h­nacht­szeit tat­säch­lich ganz gerne mal in´s Gewühl :-)]? 

    Zu 2. und 3.:
    Herr Mopsi ist Gott­sei­dank weder Hunde– noch Men­schen­scheu. Allerd­ings mag er sich (logis­cher­weise) auch nicht von “Hinz und Kunz” anfassen, bzw. “bespie­len” lassen. Da er jedoch die meiste Zeit ohne Leine unter­wegs ist, kann er Per­so­nen und Hun­den aus dem Weg gehen, die er zumin­d­est als Unin­ter­es­sant einstuft. 

    Nervig finde ich allerd­ings, wenn ein allzu aufgeweck­ter Hund, bzw. dessen Hal­ter ein­fach nicht ver­steht, dass Herr Mopsi nicht spie­len, oder schnüf­feln möchte und sich abwen­det und von Dan­nen zieht. Erst kür­zlich waren wir an der Spree unter­wegs und er wurde ständig von einem anderen (noch sehr jun­gen, kom­mu­nika­tiven und neugieri­gen Hund ver­folgt). Die Hal­terin war lieber mit ihrem Handy beschäftigt, bzw. ignori­erte die ablehnende Hal­tung unseres Hun­des kom­plett, so dass ich mich dann bei erneuter Kon­tak­tauf­nahme vor unseren “Dicken” stellte, die Arme aus­bre­it­ete und zwei Schritte auf den Anderen zug­ing. Erst dann kam von der Hal­terin eine (ger­ingschätzige) Reak­tion und ein Zurück­rufen ihres Hun­des… –> Muss das sein?

    Nun ja, let­z­tendlich ist es aber so, dass wir hier in Berlin die Erfahrung machen kon­nte, dass die Mehrheit der getrof­fe­nen Hunde(halter), entspannt, blickig und Bedür­nisgerecht ihren Weg gehen. 

    Liebe Grüße
    Die Dicke Tante

  4. Hal­li­hallo und Danke für den schö­nen Text.
    Kön­ntest Du dir vorstellen, Hun­de­hal­stücher o.ä. in deinen Shop aufzunehmen, auf denen “Bitte nicht anfassen” steht?
    Viele liebe Grüße,
    Julia und Remus

    1. Wir fer­ti­gen Hal­stücher nach Wun­sch auf Maß genau an und besticken die Tücher auch. “Bitte nicht anfassen” haben wir schon oft verkauft

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