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Auch Hunde haben Prinzipien

Schäfer­hunde sind von Haus aus Arbeit­shunde. Sie sind für alles zu begeis­tern und machen alles, um ihrem Zweibein­er zu gefall­en. Mit einem Schäfer­hund kannst du alles machen. Er wird immer mit Begeis­terug bei der Sache sein.”

So oder so ähn­lich wird der Charak­ter eines Schäfer­hun­des häu­fig beschrieben.

Kann man machen. Stimmt aber nicht immer 😀

Queen ist ein deutsch­er Schäfer­hund. Sie ist ein Arbeit­shund, das merkt man deut­lich. Doch ist sie auch für alles zu begeis­tern? Nun ja. Sagen wir es mal so: Queen hat ihre Prinzip­i­en 🙂

Queens per­fek­ter Tag sieht wie fol­gt aus:

Mor­gen eine schöne Runde im dun­klen durch die Sied­lung. Gerne ohne Leine. In jedem Fall über den bei ihr so beliebten Spielplatz, auf dem es immer so her­rlich nach den dort leben­den wilden Hasen riecht. Auf jeden Fall auch an dem Bach vor­bei, in dem das Wass­er so gut schmeckt. Und gern auch über die große Wiese, auf der das hohe Grad so her­rlich am Bauch krabbelt, wenn man ren­nt.

Am späten Vor­mit­tag ste­ht Nase­nar­beit auf dem Pro­gramm. Gern wieder auf dem Spielplatz, aber zur Not auch auf der Wiese vorm Haus. Gern mit kleinen Übun­gen zwis­chen­durch. Das steigert die Span­nung. Auch wohl mal wild fliegende Leck­erlis. Da stürzt man sich gerne drauf.

Am Nach­mit­tag würde eine Runde durch den Wald, am Kanal oder am See auf ihrem Wun­schzettel ste­hen. Gerne auch mit kurzem Aufen­thalt im kühlen Nass oder kleinen Such­spie­len.

Abends reicht eine kleine Runde für das kleine Geschäft. Auch hier ste­ht ihr Spielplatz wieder oben im Kurs, denn zu dieser Zeit waren schon die ersten Hasen aktiv und die Spuren sind noch frisch. Großar­tiger Schnüf­felspaß.

Anschließend ein Stück Rinder­lunge, ein Stückchen Dör­rfleisch und anschließend gern noch Kopfhaut zum Knab­bern. Ein wenig Bauch kraulen ist um diese Uhrzeit oft erwün­scht und vielle­icht noch eine Runde auf dem Lieblings­ball kauen.

Geschlafen wird die erste Stunde auf dem großen Kissen vor dem Bett. Für das nächtliche Schläfchen geht es ins Wohnz­im­mer in die Kud­de.

Da ich Queen natür­lich über alles liebe, sehen die meis­ten Tage bei uns tat­säch­lich genau­so aus.

Doch natür­lich kommt es auch manch­mal dazu, dass wir woan­ders spazieren gehen, zu anderen Zeit­en oder ich mal eine andere Art der Beschäf­ti­gung aus­pro­bieren möchte. Schließlich soll auch Püp­pi auf ihre Kosten kom­men.

Püp­pi liebt es zu trick­sen und wie gern würde ich es mit bei­den Hun­den machen. Mit bei­den Hun­den eine Dog­Dance Chore­o­gra­phie — das wäre doch der Ham­mer. Queen sieht das anders. Durch die Beine laufen? Kein Prob­lem. Rück­wärts gehen? Auch in Ord­nung. Eine Drehung? Mit links. Doch das war es dann auch. Queen ist ein­fach nicht bere­it dazu, einen weit­eren Trick zu erler­nen. Warum auch? Sie kann ja drei ver­schiedene Sachen, die sie abwech­sel­nd vor­führt, wenn ich Leck­eres in den Hän­den halte. In Queens Augen reichen diese drei wun­der­vollen Tricks völ­lig aus, um sich sämtliche Leck­erlis zu ver­di­enen. Sobald sie merkt, dass ich ver­suche, ihr etwas Neues beizubrin­gen, gehen die Ohren nach hin­ten und sie ver­sucht sich mit ihren drei erlern­ten Tricks aus der Affaire zu ziehen. Bleibt man hart­näck­ig, wird Queen es auch. Sie legt sich hin und legt den Kopf auf den Boden.

Keine Nase­nar­beit und kein Ball dabei? Dann ohne Queen.

Jeden Tag die gle­iche Runde zu drehen finde ich lang­weilig. Gerne gehe ich auch mal in die andere Rich­tung end­lang der Pfer­dewiesen. Queen ist aktuell nicht allzu begeis­tert von dieser Strecke und straft meine von ihr unge­wollte Runde direkt mit einem lust­losen hin­ter mir her Getrotte. Wenn sie keine Lust auf eine bes­timmte Strecke hat, dann läuft sie schräg hin­ter einem. Dank ihrer regelmäßi­gen Säufz­er weiß man, dass sie noch da ist. Dreht man um und geht doch ihre Lieblingsstreck­en ab, dann läuft sie schwanzwedel­nd vor. Dass aktuell der Spielplatz am lieb­sten von allen vier Seit­en täglich mehrmals ange­laufen wird, ist erst seit eini­gen Wochen so. Mor­gen kann das schon wieder ganz anders ausse­hen. Plöt­zlich von heute auf mor­gen ändern sich ihre Lieblingswege in regelmäßi­gen Abstän­den. Aber keine Sorge: wenn man aus der Ein­fahrt geht, läuft sie deut­lich in die Rich­tung in die sie heute gehen will. Ist ja nicht so, dass sie nicht zeigen würde, was sie möchte 🙂

Genau­so wie sich ihre Lieblingsrunde jed­erzeit ändern kann, sieht es auch beim Fut­ter aus. Wochen­lang hat sie gern frisch gegessen.Püppi bekommt Dosen­fut­ter, weil sie frisches nicht fressen mag und da sie schnell zu dünn wird, bekommt Püp­pi, was sie möchte. Queen hat davon Wind bekom­men und will nun auch Dosen haben. Alles andere wird ste­hen gelassen. Doch da ich dazu neige, sie zum Barf überre­den zu wollen, hat sich bei Queen eine gewisse Grundskepzis aus­ge­bre­it­et. Wenn ich abends die Näpfe fülle und die zwei rufe, dann kommt nur Püp­pi. Queen liegt neugierig auf ihrem Platz und wartet darauf, dass man ihr den Inhalt ihres Napfes zeigt. Man muss schließlich prüfen, ob sich der Gang in die Küche lohnt 🙂

Doch unter all ihren Prinzip­i­en, Vor­lieben und Gewohn­heit gibt es etwas, wom­it man sie jed­erzeit aus der Reserve lock­en kann. Wom­it man ihr alles ver­süßen kann und wom­it sie alles mit­macht: Ihr Chuck­It­Ball. Sie liebt ihn so sehr, dass mit ihm alles geht. Der Tier­arztbe­such ist mit einem Chuck­It­Ball kein Prob­lem. Die nicht allzu beliebte Runde zum Bäck­er wird mit einem Chuck­It­Ball in der Schnau­ze zum großen Spaß. Sobald dieser Ball im Spiel ist, ist sie dabei.

Queens Prinzip­i­en sind so liebenswert. Sie hat so eine lustige Art, ihren Willen durchzuset­zen, dass man ihr keinen Wun­sch abschla­gen kann <3 Sie zeigt einem auf eine so süße Art, was sie möchte und was nicht, dass wir uns regelmäßig schräg lachen, wenn man einen Kuss möchte und nur ein tiefer Seufz­er kommt. Wenn man kuscheln möchte und sie aus dem Augen­winkel rüber­schielt. Wenn man Nase­nar­beit machen möchte und von ihr erst der prüfende Schnüf­fler kommt, ob die Leck­erlis auch die richti­gen sind. Ich liebe es, wenn sie durch ein lautes Brum­men zum Aus­druck bringt, dass sie mit der Gesamt­si­t­u­a­tion unzufrieden ist 😀

Ich finde all das so großar­tig an ihr und bin dankbar für all ihre lusti­gen Prinzip­i­en, die mich täglich so oft zum Lachen brin­gen 🙂

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