Blogparade: Begegnungen mit Nicht — Hundehaltern  ?>

Blogparade: Begegnungen mit Nicht — Hundehaltern 

Heute geht es weiter mit unserer Blog­pa­rade. Den Anfang machte let­zte Woche “Begeg­nun­gen mit anderen Hun­de­hal­tern”. Bei uns sind einige skur­rile Vorurteile zusam­mengekom­men. Bei eini­gen kon­nten wir noch mit einem Schmun­zeln reagieren, bei anderen Begeg­nun­gen waren wir sehr empört.

Und so geht es in dieser Woche weiter, denn heute berichten wir von Begeg­nun­gen mit Nicht-Hundehaltern. Es sind immer die gle­ichen Sprüche, die Queen und ich uns anhören mussten. Mit­tler­weile sehe ich schon aus weiter Ferne, ob die Per­son ein­fach an uns vor­bei gehen wird oder doch ihren Senf dazu geben muss.

Aber fan­gen wir mal ganz vorne an. 

Haben Sie den Zwinger zuhause oder steht der Hund bei einem Bauer?” — Zwinger? Bei einem Bauern? Ich mache mir mit­tler­weile einen Spaß aus solchen Fra­gen und reagiere immer mit dem gle­ichen Satz “Queen lebt im Haus und schläft bei mir im Bett!” Großar­tig, wie den Men­schen fast die Augen aus dem Kopf fallen. Schäfer­hunde sind genauso Hunde wie jede andere Rasse aus. Wieso soll­ten sie in einem Zwinger Leben? Und wieso bei einem Bauern?

Oh ein Schäfer­hund. Die sieht man ja auch immer sel­tener.” Ja das stimmt lei­der. Die meis­ten Schäfer­hunde ken­nen nur den Weg zum Hun­de­platz und zurück. Natür­lich nicht “per­sön­lich”, denn sie wer­den in der Regeln in Anhängern trans­portiert und dürften nur für zehn Minuten Unterord­nung und Schutz­di­enst raus. Ich habe eine unfass­bare Wut auf Hun­de­hal­ter, die ihre Schäfer­hunde in Zwingern hal­ten und nur als Sport­gerät oder als Geschäft betra­chten. Jährlich wer­den ca. 16.000 Schäfer­hund — Welpen reg­istri­ert. Auf dem zweiten Platz folgt der Dackel mit 6.000 Welpen. Allein dieser Ver­gle­ich zeigt doch schon,  wieviele Schäfer­hunde auf den Straßen zu sehen sein müssten. Viele Tiere wer­den in dun­klen Sche­unen oder Zwingern gehal­ten und dür­fen nur zwei bis drei mal die Woche auf den Hun­de­platz.  Das war’s. Es gibt sicher­lich auch viele Schäfer­hundbe­sitzer wie ich es bin, aber es gibt lei­der genauso schwarze Schafe. Da gibt es nichts zu beschönigen.

Trägt ihr Hund gar kein Stachel­hals­band?” — Nein und das wird auch niemals passieren. Ich ver­stehe diese Frage auch gar nicht. Mit­tler­weile gibt es sogar Stachel­hals­bän­der, die sind unter einem Gurt­band befinden, damit nie­mand sehen kann, wie das Tier behan­delt wird. Richtig per­vers wird es dann, wenn auf dem Gurt­band “Mamas Liebling” steht. Ich möchte allen Men­schen, die ein Stachel­hals­band benutzen, dieses Hals­band eben­falls um den Hals binden. Und dann laufen wir mal die Unterord­nung. Und wehe der Winkel stimmt nicht zu 100%…

Oh da kommt Kom­mis­sar Rex.” — Jaaaaaa. Vielle­icht süß gemeint, aber nach dem hun­dert­stens Mal auch nicht ger­ade ein erfrischen­der Kommentar.

Fass!” Ihr glaubt gar nicht wieviele Men­schen an mir vor­bei gehen, Queen ganz tief in die Augen sehen und im let­zten Moment “Fass” sagen. Und mit Men­schen meine ich hier in der Regel Jugendliche mit der “Ich habe vor nie­man­dem Respekt, weil wir mit unseren dreck­i­gen Schlab­berk­lam­ot­ten und der Kippe im Hals die cool­sten sind” — Ein­stel­lung. Was denken die, was bei dem Wort passiert? Queen kennt das Kom­mando natür­lich nicht und hat auch noch nie Erfahrung mit Schutz­di­enst gesam­melt, sodass sie kein­er­lei Reak­tion zeigt. Damit geben sich die coolen Kids von heute aber nicht zufrieden, daher folgt in der Regel ein Satz wie “Der Hund ist kaputt” oder “Da sind wohl die Bat­te­rien leer.”

Queen und ich gehen zwis­chen­durch joggen. Natür­lich meis­tens in den Mor­gen­stun­den. Hier sind natür­lich auch andere Jog­ger unter­wegs. Ich sehe da allerd­ings über­haupt kein Prob­lem. Sobald uns jemand ent­ge­gen kommt oder — was bei uns Sportwürsten auch passiert — von hin­ten über­holt, rufe ich sie zu mir und sie läuft direkt neben mir. Pflicht erfüllt. Oder nicht? Beson­ders, wenn mehrere Frauen mit­tleren Alters mit Nordic walk­ing — Stöcken unter­wegs sind, höre ich immer so ein leises Gemurmel. Mal hört man das Wort “Schäfer­hund”, mal erkenne ich ganze Fet­zen wie “ohne Leine — das geht doch nicht”. Ich kön­nte es ja nachvol­lziehen, wenn Queen nicht erzo­gen wäre. Aber so ver­stehe ich es nicht so ganz. Ich rufe sie doch zu mir.  Wo ist dann das Prob­lem? Klar, wird sicher mal der ein oder andere Respekt vor ihr haben. Das ist ganz klar. Aber ich habe sie nicht erzo­gen, um sie ständig an der Leine zu hal­ten. Ich halte mich an Regeln und sie belästigt wirk­lich nie­man­den. Ich passe immer auf, dass genug Platz zu frem­den Men­schen ist und nie­mand sich bedrängt fühlen muss. Mehr kann ich nicht machen.

Oft geht es in Gespräche darum, wie gefährlich doch ein Schäfer­hund ist. In der Regel fällt früher oder später der Satz “aber im Zweifel würde die doch zubeißen, wenn sie dich beschützen will” Ja, dass würde sie. Aber sie wäre sicher nicht der einzige Hunde, der sein Frauchen beschützt. Ich frage dann immer gern “Dein Mann / Vater würde dich doch auch beschützen, oder? Und der ist doch deswe­gen auch nicht gefährlich!”

Die meis­ten Begeg­nun­gen kann ich mit Humor nehmen und meis­tens sind sie bere­its nach weni­gen Minuten vergessen. Doch wenn man mal einen Strich unter die Sache zieht, ist es schon erschreck­end, welches Bild die Leute von einem Schäfer­hund haben.  Ein gefährliches Tier, welches besser an der Leine geführt wird. Ein Hund, welcher in einem Zwinger lebt und nur für den Hun­de­platz raus darf. Ein Hund, welcher auf das Wort “Fass” alles beißt, was ihm ins Maul kommt…

Der Schäfer­hund ist und bleibt ein toller Hund und ich werde mich weit­er­hin für einen zeit­gemäßen Ruf dieser Rassse ein­set­zen. Ich weiß, dass ich nicht alle Vorurteile beseit­i­gen kann. Doch immer mal wieder passieren diese Momente. Augen­blicke, in denen ein anderen Hund mit Queen spielt und der Besitzer merkt,  wie fre­undlich sie sein kann. Zeit­punkte, in denen die Men­schen sehen, dass sie auch nur ein ganz nor­maler Hund ist, der gerne mit Bällen spielt, sich über einen Keks freut und gern gestre­ichelt wird. Solange es diese Momente gibt, werde ich mich weit­er­hin den Vorurteilen stellen und ver­suchen die Men­schen vom Gegen­teil zu überzeu­gen.  

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Die Beiträge von Nicole und Rebecca findet ihr hier und hier

 

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9 thoughts on “Blogparade: Begegnungen mit Nicht — Hundehaltern 

  1. Hihi, ich erin­nere mich doch immer wieder gerne an die Episode, als ich, mit meinem Pferd an der Hand und dem unan­gelein­ten, aber per­fekt bei Fuß laufender Col­lierüde Kim aus fast 1 km Ent­fer­nung von drei Walk­erin­nen ange­brüllt wurde, ich solle den Hund anleinen. Ganz ruhig ent­geg­nete ich denen, dass ich das selb­stver­ständlich gerne machen würde, aber das Gefährliche an unserer Grup­penkon­stel­la­tion sei nicht der Hund. Nie werde ich deren Gesichter vergessen, als ich ihnen sagte, der eigentliche Schäfer­hund sei das Pferd… lach

    LG Andrea mit Linda

    1. Es ist immer schön, wenn man aus solchen Momenten noch eine — für uns Hun­debe­sitzer — lustige Begeg­nun­gen machen kann 🙂

  2. Bei einem Bauern?! ! Was? Was denken sich die Leute? Dass du deinen Hund bei einem Bauen parkst und zum Spazieren gehen abholst? Und warum aus­gerech­net bei einem Bauer? Was soll der Bauer denn mit deinem Hund? O.o

    Die Bege­nung mit Jugentlichen, die aus Spaß bei Genkis Anblick “Fass!” gerufen hat­ten, hatte ich nur ein Mal und diese lief, zumin­d­est aus meiner Sicht, recht lustig ab: Wir waren in Texel im Urlaub und Genki war damals noch so drauf, dass er zu Frem­den ger­annt ist, sobald sie ihm gegenüber irgend­wie Aufmerk­samkeit gezeigt haben (inzwis­chen macht er das zum Glück nicht mehr). Wir machte also einen schö­nen Abendspazier­gang und irgendwo im Feld lungerten offen­sichtlich gelang­weillte Jugendliche rum. Da rief einer beim Anblick von Genki lauf “Fass!” und Genki düste darauf hin in einem Affen­zahn ger­adewegs auf ihn zu. — Worauf hin der Jugendliche panisch wegrannte (was ihn für Genki noch inter­es­san­ter machte. Gebis­sen hätte er ihn nie, das Wort “Fass” kennt er natür­lich auch nicht). EIGENTLICH wün­sche ich mir ja nicht, dass Genki irgendwelche Leute belästigt oder auf die zu rennt und sie erschrickt, anhüpft oder sonst was. Aber in der Sit­u­a­tion musste ich ein­fach nur (den Jugendtlichen aus)lachen. Der wird es sich ver­mut­lich in Zukunft zwei Mal über­legen, ob er irgendwelchen wild­frem­den Hunde irgendwelche Befehle zurufen möchte.

    1. Ich scheine also nicht die einzige zu sein, der schon das Kom­mando “Fass” ent­ge­gen gerufen wurde. Unglaublich, was die. Leute wohl denken, was da passiert. Obwohl ich eine Geschichte richtig gut finde 🙂 so hätte Queen auch reagieren sollen 🙂

  3. Jetzt muss ich doch zugeben, in den let­zten Jahren mit Dingo und Lady gab es mal ein paar Begeg­nun­gen mit Wan­der­ern, die nicht so begeis­tert von großen Hun­den waren — da habe ich es mir angewöhnt die Hunde hin­set­zten zu lassen, wenn Walker oder Rad­fahrer kom­men! Das ist mir so in Fleisch und Blut überge­gan­gen, dass alle unsere Hunde es wirk­lich abso­lut gewohnt sind — und mir schon nicht mehr auf­fällt, dass ich es mit ihnen trainiert habe! Oft hat mir das schon liebe Worte einge­bracht — denn beson­ders für ängstliche Leute ist es beruhi­gend zu sehen, dass die Hunde sich an den Weges­rand set­zten und warten, bis der Weg wieder frei ist!
    Zum Glück scheint es bei Mis­chlin­gen die nicht zu groß sind nicht so viele Vorurteile zu geben!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    1. Ich rufe Queen auch immer zu mir. Entweder läuft sie dann direkt neben mir oder (falls der Weg zu schmal ist) lasse ich sie sitzend warten, bis die Leute vor­bei gelaufen sind. Es ärg­ert mich nur immer, wenn man sich als Hun­debe­sitzer an alle Regeln hält und den­noch blöde Sprüche hören muss…

  4. Queen bei einem Bauern– ha ha ha, dass habe ich ja auch noch nir­gends gehört! Aber da sieht man mal, auf was für Ideen manche Men­schen so kommen… 

    Bei dem Absatz wo es ums Joggen mit Hund ging, musste ich auch sehr schmun­zeln und gle­ich an eine Begeg­nung denken, die Chilli und ich da mal hat­ten: da ist ein etwas älterer Mann auf seinem Rad im sel­ben Tempo neben mir und Chilli her gefahren und meinte, wenn ich nicht sofort aufhören würde den armen Hund zu quälen, würde er das dem Tier­schutz melden, immer­hin hätte der Hund ja schon das Maul offen, die Zunge würde raus hän­gen und er würde stark atmen (hecheln 😛 )
    Würde gern mal einen Hund sehen, der bei kör­per­licher Aktiv­ität mit geschlossener Schnauze umherläuft 😉

    Liebe Grüße senden Jule & Chilli.
    Wir sind ges­pannt, über was ihr dann näch­sten Mon­tag zu berichten habt!! 😉

    1. Liebe Jule, da muss ich dich lei­der ent­täuschen. Die Blog­pa­rade ist mit dem let­zten Artikel been­det wor­den. Wir woll­ten Vorurteile von nicht — Hun­de­hal­tern und Hun­de­hal­tern aufzeigen. Das haben wir immer mon­tags gemacht. Jetzt ist erst­mal Pause mit Blogparaden 🙂

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