Blogreihe Handicaphunde — Clara´s Krankheits-Bingo

Blogreihe Handicaphunde — Clara´s Krankheits-Bingo

Heute geht es weiter mit unserer Blo­greihe der Hand­i­ca­phunde. In der heuti­gen Geschichte berichtet uns die liebe Christina von Zucker & Zimt Design von dem “Krankheits — Bingo” ihrer Hündin Clara.

Ich möchte euch heute gerne von meiner Hündin Clara erzählen. Manch­mal denke ich mit einem weinen­den und einem lachen­den Auge, dass sie bei einem „Krankheits-Bingo“ als einer der ersten „Bingo!“ rufen könnte… 

Aber von vorn: 

Ich habe sie vor 1 ½ Jahren in einem ital­ienis­chem Tier­heim ent­deckt und mein erster Gedanke war: „Das ist ein wirk­lich trau­riger Hund!“ Trauer, Leid und Herz­schmerz habe ich dort bei vie­len Hun­den gese­hen, aber bei keinem war es für mich so deut­lich wie bei Clara. Die Entschei­dung Clara zu adop­tieren war für meine Ver­hält­nisse schnell getrof­fen und so hatte ich sie nach 2 Tagen adop­tiert. Man sah ihr schon damals an, dass sie sehr Krank war. Ich hatte mit Leish­man­iose oder Arthrose gerech­net, aber nicht mit der lan­gen Liste an Krankheiten die sich nach und nach her­aus gestellt haben… 

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Zurück in Deutsch­land ging es gle­ich zum Tier­arzt und es wurde unter anderem gle­ich ein großes Reise­blut­bild gemacht. Dabei stellte sich her­aus das sie nicht an Leish­man­iose erkrankt ist son­dern an Herzwürmer. Von denen hatte ich bis dato noch nie etwas gehört, aber dank Google wussten wir schnell mehr. Wie Leish­man­iose wird diese Krankheit vor allem in südlichen Län­dern durch Mücken über­tra­gen. Durch die Mücken gelan­gen Herzwurm­lar­ven in den Blutkreis­lauf und wach­sen in der Lunge oder/und im Herzen zu lan­gen dün­nen Würmern heran. Behan­delt man diese nicht kann es tödlich Enden. 

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Die Behand­lung allerd­ings auch. Im schlimm­sten Fall kann es zu einer Embolie kom­men, die durch die toten Würmer, die durch die Blut­bahn abge­tra­gen wer­den, entste­hen kann (der Hund darf sich deswe­gen nach der Behand­lung auch 4–6 Wochen so gut wie gar nicht bewe­gen). Da hatte ich also Clara „gerettet“, nur damit sie möglicher­weise gle­ich bei mir ster­ben könnte?! 

Davon abge­se­hen wurde in der Klinik neben den Herzwürmern auch das Cauda Equina Syn­drom fest­gestellt. Verkalkun­gen oder Tumore drücken bei dieser Krankheit im hin­teren Rück­en­bere­ich auf die Ner­ven und verur­sachen dadurch schmerzen und evtl. Läh­mungser­schei­n­un­gen. Und das bedeutete eine schwere OP an den Ner­ven, ein großes Risiko bei einer alten Hündin wie Clara. Von der Heilung und den Erfol­gschan­cen mal ganz abgesehen. 

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Die Klinik wollte, dass wir das Cauda Eyuina Sydrom sofort operieren und danach die Herzwürmer behan­deln. Nach so einer schw­eren OP ist aber auch Phys­io­ther­a­pie wichtig und 4–6 Wochen strenges nicht bewe­gen, nicht ger­ade förder­lich. Was soll ich sagen, ich war total über­fordert. Höre ich auf die Ärzte oder höre ich auf mein Bauchge­fühl? Mein Bauchge­fühl sagte mir näm­lich „NEIN!“, nicht so und nicht in dieser Reihenfolge. 

Ich über­legte also hin und her, wägte ab und entsch­ied mich schließlich für mein Bauchge­fühl. Die OP wollte ich Clara nicht antun. Man merkt ihr die Prob­leme am Rücken an, sie hat auch kaum Muskeln an den Hin­ter­beinen, aber ich hatte ein­fach zu sehr Angst das diese schwere OP schief geht und das es ihr dann wirk­lich besser geht, war auch nicht sicher. Vielle­icht war es auch ein Fehler sie nicht zu operieren, ich weiß es bis heute nicht?! 

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Die Herzwürmer ließ ich dann übri­gens nicht in der Tierklinik behan­deln. Sie woll­ten Clara näm­lich für eine Woche in der Klinik behal­ten und das wollte ich ihr nicht antun, wo sie doch ger­ade aus ihrer „alten Heimat“ geris­sen wurde. Für die 2-tägige Behand­lung (es wer­den zwei schmerzhafte Spritzen verabre­icht inner­halb von 48 Stun­den) nahm ich mir frei und wir hat­ten Clara Zuhause unter Beobach­tung. Auch da machte ich mir große Sor­gen, da wir im Falle einer Embolie selbst eine Spritze hät­ten verabre­ichen müssen. Ein größeres Risiko also, da nicht gle­ich geschultes Per­sonal vorhan­den ist. Es ging aber alles gut, die Sor­gen waren unbe­grün­det und mit­tler­weile wis­sen wir, dass die Herzwürmer passé sind.

Wir hat­ten ja die Hoff­nung, dass sie nach der Herzwur­mgeschichte etwas aktiver wird. Tja lei­der nicht…allerdings kon­nte man nach einem hal­ben Jahr sagen, dass sie wenig­stens wieder etwas glück­licher gewor­den ist. 🙂 

Die Rück­en­prob­leme sind also geblieben, aber wir haben gehofft das Ganze mit Phys­io­ther­a­pie etwas in den Griff zu bekom­men. Das machten wir dann auch, bis Clara auf ein­mal anf­ing Fal­ten zu wer­fen. Ja, ihre Haut warf tat­säch­lich Fal­ten! Neben­bei hatte sie übri­gens auch noch eine chro­nis­che Blase­nentzün­dung und einen Augenlidtumor. 

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Den Augen­lid­tu­mor kon­nte man gut ent­fer­nen und bis heute ist zum Glück kein neuer aufgetaucht. 

Bezüglich der Fal­ten und der Blase­nentzün­dung wusste unsere Haustierärztin irgend­wann auch nicht mehr wirk­lich weiter. Und ich war ein­fach nur noch verzweifelt… Diese Ungewis­sheit hat mich fast ver­rückt gemacht. Ich startete sogar einen Aufruf auf meinem Blog ob irgend­je­mand davon schon mal gehört hatte. Ich bekam den Tipp zu einer Der­ma­tolo­gin zu gehen. Das tat ich auch und für sie war schnell klar: Es ist das Cush­ing Syn­drom! Nicht heil­bar, aber behandelbar. 

Kurz gesagt: In ihrem Fall sorgt ein kleiner Tumor im Hirn für eine Kor­ti­sol Über­pro­duk­tion. Das sorgt unter anderem für die Fal­ten, Haa­raus­fall (Clara´s Haare sind bis heute lei­der immer noch nicht nachgewach­sen am Bauch) und die chro­nis­che Blasenentzündung. 

Mit der Behand­lung sind die Fal­ten und die Blase­nentzün­dung weg gegan­gen, die Haut sieht allerd­ings auch nach einem hal­ben Jahr Behand­lung immer noch nicht viel besser aus. Eigentlich sollte sich da schon etwas mehr getan haben, lei­der weiß die Der­ma­tolo­gin in dem Bezug auch nicht mehr wirk­lich weiter. 

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Während der ganzen Cush­ing Unter­suchun­gen und Kon­trollen fiel der Ärztin auch ein leichtes Herzgeräusch auf. Ich habe ein­fach nur noch gedacht, das darf doch nicht wahr sein, sollte sie sich jetzt auch noch mit einer Herz­erkrankung rum­schla­gen müssen? Ich fühlte mich langsam als wür­den wir vom Regen in die Traufe kom­men. Ich muss ehrlich sein, langsam war meine Energie aufge­braucht und ich ein­fach am Ende…Ich wollte ein­fach nichts mehr von einer neuen Krankheit und erneuten Tier­arztbe­suchen hören. Aber was soll man als Frauchen schon anderes machen, Augen zu und durch, Clara steht das Ganz schließlich auch tapfer durch. 

Nach einem EKG und Herzul­tra­schall stellte sich zum Glück her­aus das sie nur eine leichte AV-Blockade ersten Grades hat. Also alles noch im grü­nen Bere­ich, wir müssen es in Zukunft nur kon­trol­lieren lassen und erst wenn es schlechter wird, muss es behan­delt werden. 

Was kann ich nach den 1 ½ Jahren Verzwei­flung, Ungewis­sheit, Angst und Tier­arztbe­suchen sagen? Mein Hund Clara ist Defin­i­tiv härter im nehmen als ich 😉 Das Ganze hat mich glaube ich mehr Kraft gekostet als sie. Es macht mich manch­mal trau­rig, dass all die Behand­lun­gen nicht wirk­lich den Durch­bruch gebracht haben. Ja es geht ihr besser, aber sie wird nie wieder ein gesun­der, agiler Hund sein. Nach jeder neuen Behand­lung war die Hoff­nung da, dass es ihr merk­lich besser geht und jedes Mal ist der Traum recht schnell wieder geplatzt. Es klingt jetzt vielle­icht etwas blöd, aber wir müssen uns wohl ein­fach damit abfinden, dass es Clara eben nie wirk­lich gut gehen wird. Und so freuen wir uns eben, über Kleinigkeiten. Wenn sie sich z.B. im frisch gemähten Gras wälzt oder sie einen mit einem stupsen auf­fordert ja nicht mit dem Stre­icheln aufzuhören. Wichtig ist mir nur noch, dass es ihr so gut wie möglich geht und sie endlich wieder etwas glück­lich ist. Ich kann nur jedem sagen, dafür lohnt es sich durchzuhalten! 

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Posted on: 21. September 2016Sabrina

Ein Gedanke zu „Blogreihe Handicaphunde — Clara´s Krankheits-Bingo

  1. Ein liebevolles Zuhause und immer ein Mit­tel gegen Schmerzen, das ist für so einen geschun­de­nen Hund sicher schon sehr sehr viel. Respekt für die Entschei­dung, aus­gerech­net den trau­rig­sten Hund zu nehmen! Auch bei meiner kleinen ital­ienis­chen Wun­dertüte kon­nte ich noch nicht alle Baustellen schließen, aber der Hund ist ein glück­licher Hund gewor­den. Darauf kommt es an. Für das Fell und die Unter­stützung des Immun­sys­tems lohnt es sich vielle­icht mal “Glad­i­a­tor Plus” auszupro­bieren. Lei­der sauteuer, aber Panini hat es defin­i­tiv sehr gut getan. Ich gebe es immer, wenn etwas ist oder wenn sie Medika­mente nehmen muss. Die THP hat es uns damals empfohlen.

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