Allgemein, Alltägliches

Blogreihe Handicaphunde — Diagnose PRA

Über den heit­i­gen Artikel zur Blo­grei­he Hand­i­ca­phunde habe ich mich beson­ders gefreut. Denn dieser Beitrag stammt von mein­er lieben Fre­undin Lea und ihrem Hund Izzy. Queen und Izzy sind dicke Kumpels und auch Püp­pi ist ganz begeis­tert von dem hüb­schen Izzy. Diese Geschichte geht mir daher beson­ders nah. 

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Diagnose PRA — Aber den Kopf nicht in den Sand gesteckt

Izzy ist ein Bor­der Col­lie Rüde, 3,5 Jahre alt und ein abso­lut fröh­lich­er Hund, der Agili­ty und jegliche andere Aktiv­itäten liebt. Vor zwei Monat­en haben wir die Diag­nose bekom­men, dass Izzy an PRA erkrankt ist. PRA bedeutet Pro­gres­sive Reti­naa­t­ro­phie und ist eine vererb­bare Augen­erkrankung, bei der die Net­zhaut des Hun­des fortschre­i­t­end abstirbt und somit immer mit ein­er kom­plet­ten Blind­heit endet. Im Fol­gen­den möchte ich euch erzählen, wie wir über­haupt dazu kamen, Izzy fachärztlich unter­suchen zu lassen jnd wie die Diag­nose unser Leben bee­in­flusst.

Schon am Ende let­zten Jahres, im Win­ter, merk­te ich, dass Izzy in unbekan­nter Umge­bung unsicher­er wurde. Kamen uns Pas­san­ten ent­ge­gen spitzte er die Ohren und lief unsich­er, genau­so wenn plöt­zlich jemand aus ein­er Haustür kam. Er lief teil­weise wie auf rohen Eiern. Da sich sein Ver­hal­ten aber nur sehr langsam dahinge­hend entwick­elte, machte ich mir nicht so viele Gedanken. Dass Hunde auch nacht­blind sein kön­nen, das hat­te ich gehört und beun­ruhigte mich nicht so stark. Es vergin­gen also viele Wochen, Monate bis Izzy an einem Abend plöt­zlich gegen ein park­endes Auto lief. Ich hat­te ihn für die Aben­drunde an der Felx­ileine und kurz bevor wir in den kleinen Fußweg ein­biegen kon­nten knallte es plöt­zlich, Izzy schrie auf und kam sofort zu mir gelaufen. Ich war total ver­wun­dert und kon­nte mir vor­erst gar nicht erk­lären, was passiert war. Es war wirk­lich dunkel und als Izzy das Auto zuerst mied, war mir klar, was passiert war. Dieser Vor­fall machte mir bewusst, dass es sich mit Sicher­heit nicht nur um “schlecht­es Sehen im Dun­klen” han­delt.

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Kurz darauf hat­te ich einen Ter­min bei mein­er Haustierärztin, die sich Izzys Augen nach Ihren Möglichkeit­en anschaute. Sie kon­nte nichts beson­deres fest­stellen, emp­fahl mir aber, Izzy bei der Tierklinik in Bram­sche vorzustellen. Gesagt, getan. Ich vere­in­barte einen Ter­min bei dem Augen­spezial­is­ten. Vor diesem Ter­min laß ich natür­lich viel über Augenkrankheit­en und die Symp­tome der PRA passten alle­samt genau zu Izzy: auf­fäl­lig ist die anfängliche Nacht­blind­heit, die späte Form dieser Erkrankung tritt mit ca. drei Jahren auf. Nach mein­er Schilderung unter­suchte der Arzt Izzy mit ver­schiede­nen Meth­o­d­en und fragte mich, ob ich schon ahnen würde, um welche Krankheit es sich han­delte. Ich sprach meine Ver­mu­tung CEA oder PRA aus, er bestätigte mir die PRA und zeigte mir die Auf­fäl­ligkeit­en von Izzys Augen anhand der Auf­nah­men.

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Okay. Mein Hund wird blind.

Er wird bald nichts mehr sehen kön­nen. Das waren meine Gedanken nach diesem Tier­arztbe­such. Ich war tod­trau­rig, schock­iert und hat­te unglaublich viel Mitleid mit mein­er kleinen Maus. Es flossen unzäh­lige Trä­nen, mich plagte die Frage nach dem “Warum”. Warum Izzy, warum muss es uns tre­f­fen? Wir hat­ten doch noch so viel vor. Ger­ade erst hat­ten wir uns für den Kurs für die Beglei­thun­de­prü­fung angemeldet. Im Agili­ty lief es super, wir lieben es, auf Fun­turnieren zu starten. Zudem wollte ich Izzy später mit in meine Arbeit als Erzieherin ein­beziehen. Diese ganzen Pläne waren für mich erst­mal hinüber. Wie soll das gehen mit einem Hund, der nichts mehr sieht?

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Als er dann abends neben mir im Bett lag und mich so anschaute und ein­fach genau­so war, wie vor der Diag­nose dachte ich mir, das Kopf in den Sand steck­en keine Alter­na­tive ist. Irgend­wie muss es ja weit­erge­hen, auch mit der Krankheit. Ich suchte mir bei Insta­gram und Face­book Seit­en von Hun­den, die eben­falls blind sind und genau diese macht­en mir Mut. Den meis­ten Hun­den merkt man ihre Behin­derung gar nicht an, sodass sich wirk­lich die Frage stellt, ob es eine Behin­derung ist. Für die Hunde zumin­d­est nicht, nach­dem sie sich an diesen Zus­tand gewöh­nt haben. Um Izzy auf seine Blind­heit vorzu­bere­it­en kon­di­tion­iere ich bere­its jet­zt Kom­man­dos wie “Treppe” und “Stufe”. Wichtige Kom­man­dos wie “Warte” und “Steh” beherrscht er bere­its, denn auch die kön­nen sehr wichtig für uns wer­den. Auch das Train­ing für die Beglei­thun­de­prü­fung machen wir weit­er und wer­den diese Prü­fung able­gen — egal ob sehend oder blind.

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Gemein­sam als Team wird uns diese Krankheit nicht im Wege ste­hen. Unser geliebtes Agili­ty wer­den wir solange fort­führen, wie es geht, auch wenn das bedeutet, dass wir nur über die A-Wand laufen. Oder wir suchen uns eine andere Sportart wie Zielob­jek­t­suche. Wir lassen alles auf uns zukom­men und nehmen es so wie es kommt. Mit­tler­weile sehen wir diese Krankheit nicht mehr als Bestra­fung, son­dern als Ler­nauf­gabe, an der Izzy und ich wach­sen wer­den. Denn ändern kön­nen wir es nicht.

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Vie­len Dank, dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast. Ich erin­nere mich noch gut an den Tag, an dem du mich auf dem Rück­weg von der Klinik besucht und mir von der Diag­nose erzählt hast. Izzy bleibt Izzy. Egal, was passiert. Und ihr werdet nicht nur die Beglei­thun­de­prü­fung meis­tern, son­dern auch den Rest. Wer, wenn nicht ihr? 🙂

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