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Blogreihe Handicaphunde — Rede du nur!

Heute geht es weit­er mit unser­er Blo­grei­he zum The­ma Hand­i­ca­phunde. Heute erzählt uns Diana die Geschichte ihrer Hündin Jes­si.

Ein Hund mit Hand­i­cap ist eine Last. Er beein­trächtigt das Leben und schränkt einen ein. So sehen das viele Men­schen. Aber ich finde, dass dem nicht so ist. Meine Hündin ist taub und damit leben wir jet­zt schon 1,5 Jahre.

Jes­si ist 15 und darf so langsam dem Zahn der Zeit nachgeben. Dazu gehört nun mal auch lei­der die Taub­heit. Natür­lich haben wed­er mein Fre­und noch ich uns gefreut, als wir sich­er waren, dass sie taub ist. Mir viel schon auf, dass sie nicht mehr reagierte, wenn ich mit den Leck­er­li raschelte oder beim Gas­si nicht gle­ich auf Abruf zu mir kam. Aber man darf im Rentenal­ter ja schw­er­hörig wer­den. Aber daraus wurde sehr schnell Taub­heit. Heute reagiert sie nur noch sel­ten mal auf Geräusche. Aber die große Frage ist, wie wir damit jet­zt zu Recht kom­men. Mein Fre­und hat den Vorteil, dass er Mon­tagear­beit­er ist und Jes­si nur am Woch­enende sieht, somit musste er sich damit nicht auseinan­der set­zten 😉

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Ich hat­te von Anfang an Jes­si auch Handze­ichen beige­bracht, schließlich war klar, dass sie taub wer­den kön­nte. So hat­te ich einen Vorteil und kon­nte fast ganz nor­mal Kom­man­dos weit­er geben. Ein größeres Prob­lem stellte aber der Gas­si­gang da. Ein Hund, der nicht hören kann, ohne Leine? Das geht nicht. Also habe ich ange­fan­gen, lange Leinen zu kaufen. Nicht nur eine Schlep­pleine, son­dern auch eine Flex­ileine und auch so län­gere Leinen. Ich möchte, dass Jes­si auch an der Leine viel Schnüf­feln kann. Die Umgewöh­nung war gar nicht so ein­fach. Immer wieder wollte ich mit Jes­si reden, ihr Kom­man­dos geben. Aber wie bekommt man den tauben Hund dazu, einem Aufmerk­samkeit zu schenken? Ein feines Ziehen an der Leine. Kein reißen oder mit viel Gewalt, ich möchte ja nur, dass sie mich ansieht. Dann kann ich ihr mit Handze­ichen zu ver­ste­hen geben, was ich von ihr möchte. Reagiert sie allerd­ings so gar nicht auf das leichte Ziehen, gibt es schon mal einen kleinen Ruck und im „schlimm­sten“ Fall gehe ich zu ihr und stupse sie an. Wenn Jes­si und ich alleine auf unser­er Runde unter­wegs sind, darf sie gele­gentlich mal ohne Leine laufen. Dann erin­nert sie sich an das, was sie gel­ernt hat und schaut sich immer wieder zu mir um und wartet auf mich. Dann bekommt sie ein Leck­er­li und Stre­ichelein­heit­en.

Auch zu Hause komme ich gut damit zu recht. Wenn ich etwas von Jes­si möchte, sorge ich dafür das sie mich ansieht und „sage“ ihr dann, was ich möchte. Ärg­er­lich ist es nur, wenn ich sie weck­en muss. Ich weiß, schlafende Hunde soll man nicht weck­en. Aber wenn ich Jes­si nicht wecke, wenn ich wegge­he oder ins Bett und sie dann aufwacht und ich nicht da bin, jault sie und sucht mich in der Woh­nung.

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Wenn Jes­si an der Leine rüpelt ist es am Schwierig­sten. Sie hört mein AUS ja nicht mehr. Und sie und ein­fach sitzen bleiben? Niemals. Das ist doch voll öde. Dann greife ich ihr ans Ohr, nicht fest, son­dern nur ganz leicht, das reicht meis­tens schon aus. Dann kann ich sie ins Sitz brin­gen und wieder weit­er laufen.

Aber ist es für mich eine Last oder eine Ein­schränkung? Nicht wirk­lich. Als ich Jes­si bei mir auf nahm war und bin ich immer noch bere­it, mein Leben wegen ihr umzustellen. Ein Tier ist kein Spielzug, son­dern ein Lebe­we­sen. Und da kann es schon mal vorkom­men, dass es zu Verän­derun­gen kommt oder vielle­icht sind diese auch schon ange­boren. Man sollte damit ver­suchen umzuge­hen und das Beste daraus zu machen und es sollte keine Last sein. Jes­si und ich kom­men mit dem Hand­i­cap sehr gut zu recht und machen das Beste daraus. Das Schöne daran ist, egal was und wie viel ich ihr sage – sie kann sich nie beschw­eren, dass ich zu viel rede 😉

Vie­len Dank für diesen Beitrag! Schön, dass du dabei warst!

One Commnet on “Blogreihe Handicaphunde — Rede du nur!

  1. Ich denke ein­fach dass es am Anfang ganz ganz schwierig ist sich umzugewöh­nen und sich Alter­na­tive Aufmerk­samkeitsmeth­od­es aus­denken und entwick­eln muss. Schön dass Diana ihren Weg gefun­den hat!

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