Persönliches

Mit Angst spielt man nicht

Ich bin kein Hun­de­trainer und habe keine Ahnung, ob ein Experte meine Ansichten teilen würde. Ich habe nur ein kleines Regal mit Büch­ern zum Thema Hun­deerziehung und Hun­depsy­cholo­gie und wahrschein­lich ist mein wis­senschaftliches Wis­sen begrenzt.

All meine Ansichten rund um das Zusam­men­leben mit einem Hund basieren auf meinem Bauchge­fühl. Ich bin mir sicher, dass ich meine Hunde zum Teil ver­men­schliche und ich glaube auch, dass ich zum Teil zu locker bin. Strikte Regeln gibt es bei uns eigentlich nicht. Die Hunde essen, wann sie hunger haben. Liegen, wo sie liegen möchten und wir gehen raus, wenn sie es wollen und meist auch wohin sie wollen. Bei uns geben die Hunde den Ton an und irgend­wie fühle ich mich auch ganz wohl damit. Ich will, dass es ihnen gut geht und ich finde, sie haben ein Recht darauf, ihre eige­nen Bedürfnisse zu äußern. Denn das machen Hunde ganz gewiss, wenn man sie lässt.

Ich zwinge meine Hunde zu nichts. Wenn sie keine Lust auf etwas haben, dann ist das eben so. Irgend­wie habe ich das Gefühl, auf diese Weise eine gute Beziehung zu meinen bei­den Wuf­fels zu haben und ich glaube, die bei­den fühlen sich hier sehr wohl. Ich bin wirk­lich der Überzeu­gung, dass wir miteinan­der kom­mu­nizieren kön­nen. Vielle­icht würde der ein oder andere die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen. Wenn Queen und Püppi Kinder wären, würde man mir wahrschein­lich raten, “etwas mehr durchzu­greifen, weil sie mir sonst in der Pubertät auf der Nase herum­tanzen wür­den.” Gut, dass wir diese Zeit hin­ter uns haben 🙂 Aber aus meiner Sicht würde ich sagen: wir sind happy.

Ich möchte, dass Queen und Püppi mir zeigen, was sie möchten und was nicht und das machen sie sehr deut­lich. Und wenn sie das machen, dann folge ich dem auch. Und so komme ich zu dem Thema dieses Artikels.

Heute soll es näm­lich um etwas gehen, was mir in let­zter Zeit immer häu­figer aufge­fallen ist.

Es geht um die Begeg­nung mit frem­den Menschen.

Queen wollte sich früher nicht von frem­den Men­schen stre­icheln lassen. Sie ver­suchte auszuwe­ichen, stellte sich hin­ter mich. Ich habe sie gelassen. Ich finde nicht, dass man einen Hund dazu zwin­gen sollte, sich von Frem­den anfassen zu lassen. Ohne­hin finde ich den Gedanken völ­lig befremdlich. Ich gehe ja auch nicht auf Müt­ter zu und fasse ihre Kinder an, stre­ichel ihnen über den Kopf oder die Wange. Sowas ver­rück­tes. Aber gut, in manchen Köpfen steckt wohl das drin­gende Bedürf­nis, alles was Fell hat, stre­icheln zu müssen.

Nun gibt es natür­lich diejenige, die wirk­lich Schiss vor einem Deutschen Schäfer­hund haben. Es gibt aber auch genauso viele, die irgen­deine Erin­nerung mit dieser Rasse verbinden. Omis sind meist die, die “mit Schäfer­hun­den groß gewor­den”. Junge Män­ner “fan­den die Rasse schon immer sehr faszinierend” und Kinder sehen meis­tens Kom­mis­sar Rex und bewun­dern diese Rasse. Bis Queen drei Jahre alt war, ging sie jeder frem­den Hand aus dem Weg. Kon­seuquent ignori­erte sie jeden Stre­ichelver­such. Mit­tler­weile ist das anders. Bei Erwach­se­nen kommt sie gerne und holt sich ihre Stre­ichelein­heiten ab, als würde sie Zuhause niemals gestre­ichelt wer­den. Kinder ignori­ert sie nach wie vor, denn für Kinder hat sie wirk­lich gar nichts übrig. Ich denke, Queen findet Kinder ein­fach zu laut und hek­tisch. Aus ihrer Sicht zu unberechenbar.

Püppi hinge­gen findet jede fremde Hand erst ein­mal gruselig und kom­men­tiert den Stre­ichelver­such mit einem lauten, den Kopf in den Nacken wer­fenden Wouwouwou. Sie braucht lange, bis sie mit Men­schen warm wird und es gibt Per­so­nen, die sie von Anfang an kennt und denen sie den­noch auswe­icht. Für mich kein Prob­lem, denn ich sehe das nicht als meine, son­dern als ihre Entschei­dung an. Wenn man das ein­fach akzep­tiert und sie lässt, dann kommt sie in der Regel früher oder später auch ganz von alleine.

Oft schmun­zeln die Men­schen darüber und stre­icheln stattdessen Queen. Ein Spruch wie “immer die Kleinen” kön­nen sich die wenig­sten verkneifen.

Unser neuer Tier­arzt — ein übri­gens mehr als gut ausse­hen­der junger Herr 😀 — sagte vor Kurzem: “Ich mag die Kleinen. Die sind wenig­stens ehrlich.” Und Recht hat er, wie ich finde.

Doch in let­zter Zeit ist mir immer häu­figer eine bes­timmte Gruppe von Hun­de­men­schen aufge­fallen, die ein­fach nicht hin­nehmen möchten, dass Püppi sich nicht anfassen lassen will. Das sind Hun­de­men­schen, die meist beru­flich mit Hun­den zu tun haben, ohne Experte zu sein. In meinen Erleb­nis­sen waren das Men­schen, die zum Beispiel in einem Zoofach­markt arbeiten oder auch manch­mal Tier­arzthelferin­nen. Es sind meist Frauen, die diesen “Ich liebe jedes Tier über alles und habe drei Hunde und acht Katzen Blick” drauf haben. Meis­tens Frauen, denen man zutraut, die besten Muffins der Welt zu backen und die garantiert Zuhause viele Kerzen herum­ste­hen haben. So zumin­d­est stelle ich sie mir vor, doch ich schweife ab.

Was ich sagen will:

Es kommt zu dem Moment, in dem sie sich herun­ter­beu­gen, um Püppi stre­icheln zu kön­nen. Püppi weicht aus und stellt sich hin­ter mich. Man sieht ihnen an, dass sie gar nicht fassen kön­nen, dass ihnen der Mini­hund auswe­icht und so ver­suchen sie ihr Glück erneut. Die Stimme wird höher, der Arm kommt näher und Püppi tut, was sie tun muss. Sie bellt oder — je nach Hart­näck­igkeit des Gegenüber und je nach Tages­form — knurrt.

Dann kommt der Blick zu mir. Zwei riesen große Kuller­au­gen star­ren mich fra­gend an. Ich merke, dass sie irgen­det­was von mir hören wollen und so kommt von mir meist eine kurze Erk­lärung, die eigentlich auch auf der Hand liegt “Püppi möchte sich nicht gerne von Frem­den anfassen lasssen.”

Doch bevor die Mund­winkel kom­plett herun­ter­fallen, kommt den Men­schen schein­bar eine Art Geis­tes­blitzt. Ein Gedanke, der plöt­zlich wieder ein Lächeln in ihr Gesicht zaubern kann. Es kommt mir vor, als wür­den sie meine Aus­sage nicht hin­nehmen wollen. Als woll­ten sie sagen “Ja, von anderen vielle­icht nicht. Aber ich bin so ein her­zlicher Tier­lieb­haber. Bei mir muss das ein­fach anders sein.” Als wäre mein Satz eine Art Her­aus­forderung. Als woll­ten sie sagen “Chal­lenge accepted” und als woll­ten sie mir beweisen, dass ich Unrecht habe.

Und schwups zaubern sie etwas aus ihrer Jack­en­tasche. Ein Leck­erlis oder ein Spielzeug soll das Eis brechen. Wild fuchteln sie damit vor Püp­pis Nase herum. Für Püppi ist eine fremde Per­son aber auch mit Leck­erlis oder Spielzeug nach wie vor eine fremde Per­son und so ändert sich ein­fach nichts.

Doch diese Men­schen geben nicht auf. Sie kom­men näher, fan­gen an lustige Geräusche von sich zu geben oder sich auf den Boden zu schmeißen. Aus meiner Sicht dur­chaus amüsant.

Und jetzt mal ehrlich: Wenn ein Hun­debe­sitzer sagt, dass sich dieser Hund nicht anfassen lassen will, dann ist das so. Diese Aus­sage ist weder eine Ein­ladung, den Hund zu bedrän­gen, noch als eine Art Her­aus­forderung gemeint. Mir kommt es vor, als woll­ten mir diese Men­schen beweisen, dass Püppi bei ihnen anders wäre. Als wür­den sie Punkte sam­meln für jeden Hund, den sie gestre­ichelt haben und dop­pelte Punk­tzahl bei ängstlichen Hun­den bekom­men. Als wür­den sie denken “Ich bin ein Hun­de­men­sch. Jeder Hund liebt mich.”

Meist ist die Ent­täuschung groß. Als wäre ihr Tag gelaufen, nur weil Püppi sich nicht stre­icheln lassen wollte. Manche schauen auch vor­wurfsvoll in meine Rich­tung. Als hätte ich etwas falsch gemacht. Als würde ich abends neben Püp­pis Kör­bchen sitzen und Gute — Nacht — Geschichten über die bösen Men­schen da draußen erzählen. Als hätte ich eine Art Geheim­sprache benutzt, um Püppi stur zu machen und als würde ich das tun, um sie zu ärgern.

Manch­mal kön­nen Hun­de­men­schen echt selt­sam sein.

Unser ganz persönlicher Jahresrückblick

Bevor wir uns bis Anfang Jan­uar in die Blog­pause ver­ab­schieden, möchte ich die Gele­gen­heit nutzen und mit euch auf das Jahr 2017 zurück­blicken. Dieses Jahr begann mit einem High­light, war geprägt von großen Verän­derun­gen und weit reichen­den Entschei­dun­gen und endete mit einem Schlag ins Gesicht. Einiges werdet ihr mit uns bere­its erlebt haben, einiges hört ihr gle­ich zum ersten Mal. Einige Zeilen gehen leicht von der Hand, die ein oder andere kostet Überwindung.

Aber fangen wir einfach mal vorne an:

Wenn ich an den Anfang von 2017 zurück­denke, dann ist das erste, was mir in den Sinn kommt, die DogLive in Mün­ster. Ich freue mich immer sehr auf diese Messe, doch das ist gar nicht der Haupt­grund, warum ich diese Tage als High­light dieses Jahres beze­ich­nen würde. Der eigentlich Grund liegt darin, dass ich am Fre­itag vor der Messe die liebe Nicole aus Mün­ster abholen durfte. Sie ver­brachte das gesamte Woch­enende bei uns. Viele nette Gespräche, viel Lachen und viel leck­eres Essen begleit­eten uns durch die Tage. Ich habe die Zeit mit Nicole unglaublich genossen, weil wir uns auf­grund der vie­len Kilo­me­ter zwis­chen uns nur sel­ten sehen. Umso schw­erer viel es mir, sie am Son­ntag zu ihrem Bus zu brin­gen. Ich hoffe so sehr, dass wir uns im kom­menden Jahr eben­falls tre­f­fen kön­nen <3

Am 02.02.2017 wurde Püppi ein Jahr alt und am gle­ichen Tag war Queen bere­its vier Jahre an meiner Seite. Klar war das ein Grund die Korken knallen zu lassen. Natür­lich auf hündis­che Weise mit Hack­fleis­chkuchen, vie­len Leck­erlis und Geschenken <3

Im Früh­jahr ent­decken Püppi und ich das Dog­Danc­ing für uns. Inzwis­chen haben wir viel aus­pro­biert und ich muss sagen, dass Trick­sen ist defin­i­tiv unser Lieb­stes und wir wer­den da auch im kom­menden Jahr am Ball bleiben und schauen wo die Reise hinführt.

Wie schnell die Zeit vergeht wurde uns im April vor Augen geführt als der Tag kam, an dem Püppi schon ein Jahr bei uns lebte <3

Der Som­mer stand bei uns ganz im Zeichen wichtiger Entschei­dun­gen und großer Verän­derun­gen. Bis zu diesem Zeit­punkt habe ich ver­sucht als Recht­san­wältin im Bere­ich des Tier­rechts zu arbeiten, gle­ichzeitig den Shop zu führen und diesen Blog zu schreiben. Doch wie das eben so läuft, wenn man alles gle­ichzeitig machen will: Man macht viel aber nichts so richtig. Aus zeitlichen, finanziellen und weit­eren Grün­den stand ich also vor der Entschei­dung wie es weiter gehen soll. Dieser Blog ist mein Hobby, bei dem ich mir frei ein­teilen kann, wann ich mich vor den Lap­top sezte und wann nicht. Ich habe viel Zeit in diesen Blog gesteckt und bin stolz, dass ich mit­tler­weile auch Geld damit ver­di­enen kann. Den Blog aufzugeben war keine Option. Kan­zlei oder Glück­shund? Das war nun die Frage. Um meine Entschei­dung nachempfinden zu kön­nen muss ich vielle­icht etwas weiter ausholen.

Ich habe mich damals dazu entschlossen Jura zu studieren, weil ich — oh Gott wie naiv ich noch gewe­sen bin — Gerechtigkeit schaf­fen wollte. Wahrschein­lich ein Beweg­grund, den einige Erstse­mes­ter mit mir teilen wür­den. Wenn man jedoch erst ein­mal das Grund­studium hin­ter sich gebracht hat, dann weiß man, dass Jura nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat. Nun bin ich zum einen ein Men­sch, der nicht gerne aufgibt und Dinge zu enden bringt und zum anderen auch keine Idee hatte, was ich sonst machen sollte. Medi­zin war schon immer ein Gedanke, doch mein NC reichte hier­für nicht. 1,0 wurde voraus­ge­sagt. Da kon­nte ich nicht mihal­ten. Also blieb ich bei Jura. Naja, im schlimm­sten Fall wirst du halt Recht­san­wältin. Mein eigentliches Ziel war die Staat­san­waltschaft. Und so legte ich von Anfang an meinen Fokus auf das Strafrecht, wählte Krim­i­nolo­gie und Krim­i­nal­wis­senschaften als Schw­er­punkte. Neben­bei besuchte ich Kurse zur Foren­sik und Rechtsmedi­zin. Ler­nen bere­it­ete mir keine Prob­leme. Ich kann mir sehr leicht Dinge merken, sodass das erste Exa­men schnell in der Tasche war. Mein Ref­er­en­dariat absolvierte ich am Landgericht in Essen. Unter anderem war ich dort drei Monate bei der Staat­san­waltschaft. Ich hatte den besten Aus­bilder aller Zeiten und so durfte ich am Ende meiner Zeit dort vor das Schwurg­ericht. Ich werde diesen Tag nie vergessen und es wird nun einige mir nah­este­hende Men­schen geben, die diese Zeilen zum erstem Mal lesen.

Ich erin­nere mich an jedes Detail: An die dicke Akte unter meinem Arm, an meine Robe, die mir viel zu groß ist und an den ermuti­gen­den Blick meines Aus­bilders. Ich darf nicht ins Detail gehen, doch ich darf so viel sagen: Es ging um Recht­sradikalis­mus. Es ging um zwei afrikanis­che Män­ner, die von fünf Recht­sradikalen durch die Straßen getrieben wur­den. Beschimpft, getreten, geschla­gen. Ich erin­nere mich noch genau an das Gesicht des Opfers. Die Wun­den waren zu Nar­ben gewor­den. Er sprach franzö­sisch. Obwohl jeder Satz über­setzt wurde, konzen­tri­erte ich mich auf seine Worte. Ich ver­stand jedes davon und sie haben sich in meinem Gehirn fest­ge­brannt. Wie er schilderte, dass er Tode­sangst hatte, während man seinen Kopf auf die Bor­d­steinkante schlug. Wie er beschrieb, dass er ver­suchte, sich das Blut aus dem Auge zu wis­chen, um sehen zu kön­nen, ob sein Fre­und noch lebt. Das Plä­doyer dauerte 45 Minuten. Doch ich erin­nere mich nur noch an seine Worte.

Nach der Ver­hand­lung saß ich im Zug und star­rte aus dem Fen­ster. Zunächst bekam ich gar nicht mit, wie die Zeit ver­flog und ehe ich mich ver­sah, musste ich aussteigen. Ich wusste nur eins: Das ist nicht das, was ich machen will. Ich habe schon vor einem Mörder gesessen, weil ein weit­erer Aus­bilder ihn vertreten hat. Das war kein Prob­lem für mich. Doch die Worte des Opfers sind noch heute in meinem Kopf. Ich wusste, dass das nicht meine Welt sein kann. Ich habe nicht das dicke Fell, um so etwas mit dem Schließen der Akte vergessen zu können.

Also wid­mete ich mich nach dem zweiten Exa­men dem Tier­recht. Doch ich will ehrlich sein: Es ist nicht ein­fach als junge Anwältin. Glück­shund ist mein Baby. Ich habe all mein Herzblut in diesem Shop gesteckt und alles aus dem nichts aufge­baut. Und ich wollte das nicht aufgeben. Ich wollte unbe­d­ingt her­aus­finden wie weit dieser Weg gehen wird und so entsch­ied ich mich meine Zulas­sung als Anwältin vor­rüberge­hend abzugeben. Ich hätte sie auch behal­ten kön­nen, doch wozu all die Ver­sicherun­gen zahlen und all die Beiträge, wenn ich ohne­hin nicht tätig sein würde. Meine Zulas­sung kann ich jed­erzeit zurück­bekom­men. Ich kann jed­erzeit wieder anfan­gen als Recht­san­wältin zu arbeiten und wieder selb­st­ständig oder als angestellte Anwältin tätig zu sein.

Und so set­zte ich alles auf eine Karte und entsch­ied mich für meinen Shop. Heute ist ein halbes Jahr ver­gan­gen und ich bin glück­lich mit dieser Entschei­dung. Es war richtig so und ich habe das Gefühl mit mir im Reinen zu sein.

Und doch war diese Entschei­dung auch mit einem großen Schat­ten gehaftet. Ende des Som­mers musste ich fest­stellen, dass ein anderer Shop die Idee meiner Kundin nachgemacht hat. Zusam­men mit meiner Kundin habe ich ein Pro­dukt entwick­elt, welches ich dann in einem anderen Shop finden musste. Ich möchte an dieser Stelle nicht ins Detail gehen, doch ich kann soviel sagen: ich schrieb die junge Dame an und wollte darüber sprechen. In diesem Gespräch fiel auch der Satz, dass ich Recht­san­wältin sei. Ich wollte eine Lösung für das Prob­lem finden. Doch statt einer Antwort erhielt ich Post von der Polizei. Wegen Miss­brauch von Berufs­beze­ich­nun­gen zeigte sie mich an. Natür­lich hätte ich auch schreiben kön­nen, ich bin Volljuristin, doch welcher Laie ver­steht das? Mit­tler­weile ist das Ver­fahren eingestellt wor­den, doch ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mich verän­dert hat. Obwohl wir doch als Hun­de­men­schen alle im sel­ben Boot sitzen, passieren solche Dinge. Ich schaue eignentlich nie danach, was andere Shops machen. Ich will gar nicht wis­sen, was andere machen und genauso wie ich meine eige­nen Ideen oder Ideen meiner Kun­den umsetze genauso wün­sche ich mir auch von anderen, dass sie eben­falls ihr eigenes Ding machen. Mit­tler­weile weiß ich einges mehr. Weiß, wer sich über wen das Maul zer­reißt und wer bei wem was abguckt. Ich für meinen Teil war der­art schock­iert von all diesem, dass ich nun keinem anderen Shop mehr folge und nur noch auf mein Ding blicke. Und obwohl die Anzeige wie erwartet schnell vom Tisch war, so bleibt doch etwas zurück. Ich komme nicht umher mir vorzustellen, wie dieses junge Mäd­chen eine Anzeige schrieb und zur Polizei schickte. Wäre das alles schlecht aus­ge­gan­gen, was zwar nicht zu erwarten aber auch nicht zu 100% auszuschließen war, dann hätte ich nie wieder als Recht­san­wältin arbeiten dür­fen. Ich würde niemals einem anderen Men­schen der­art das Leben kaputt machen. Das ist es, was zurück bleibt. Der Schock darüber, wie manche Men­schen ticken und wie sehr manche Men­schen anderen schaden wollen. Ich für meinen Teil musste ler­nen, dass das Inter­net nicht nur Gutes mit sich bringt. Dass auf der anderen Seite eines manchen Lap­tops auch schlechte Men­schen sitzen. Dass nicht alle Hun­de­men­schen automa­tisch nett zueinan­der sind, nur weil sie die Liebe zu den Vier­bein­ern verbindet.

Wer mich kennt, weiß, wie harm­los ist bin. Dass eigentlich mehr Min­ion als erwach­sener Men­sch in mir steckt und dass ich immer an das Gute in den Men­schen geglaubt habe. Ich wün­sche nie­man­dem etwas Schlechtes und will eigentlich nur, dass es meinen Lieb­sten gut geht. Und dann flat­tert hier eine Anzeige ins Haus. Ich weiß nicht, ob die Anzeige selbst oder der Gedanke, dass jemand meinetwe­gen eine Anzeige schreibt, schock­ieren­der gewe­sen ist. Obwohl die Sache schnell vom Tisch war, ist es noch lange nicht vergessen…

Und bevor unser Jahres­rück­blick zu düster wird, schnell noch etwas erfreuliches: Queen und Püppi geht es super und wir hat­ten mit keinen großen Prob­le­men zu kämpfen. Für Queen haben wir die Blutegelther­a­pie aus­pro­biert und tolle Erfolge erzielt. Es geht ihr mehr als gut. Aktuell gle­icht sie eher einem Wildpferd als einem Schäfi. Manch anderer würde erst ein­mal einen Leinen­führigkeit­skurs buchen, doch ich bin ein­fach nur glück­lich, dass es ihr gut geht 😀 Gut, ein wenig soll­ten wir tat­säch­lich üben 🙂

Und bevor wir uns für dieses Jahr ver­ab­schieden, möchte ich ein­fach noch ein­mal Danke sagen, denn irgdnwie sagt man das viel zu sel­ten <3

Ich fange ein­fach mal bei der Per­son an, ohne die es diesen Blog nicht geben würde: Nicole.

Liebe Nicole, ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wichtig du mir bist. Du bist ein­fach immer da und ich kann mich jed­erzeit mit allem an dich wen­den. Du bist mir eine soooo gute Fre­undin, eine Stütze und eine große Hilfe, wenn ich ein­mal Rat brauche. Danke dafür, dass du du bist <3

Ein riesen Dankeschön geht auch an meine Mama, die mir im Shop immer zur Seite steht, mich unter­stützt und mir den Rücken frei hält. Ohen dich wäre Glück­shund nichts das­selbe. Danke <3

Ein Dankeschön geht auch an meine Hun­de­schule Fam­i­lien­hun­daus­bil­dung und ins­beson­dere an unsere Trainerin Silke, die uns so viele schöne Stun­den bere­itet hat. Ich freue mich immer sehr auf den Kurs. Danke auch an unsere Tier­heil­prak­itk­erin Dr. Stella Schulte, die dafür gesorgt hat, dass es Queen so gut geht und die mich dazu gebracht hat, alles etwas lock­erer zu nehmen. Danke an die liebe Ele, unsere Phys­io­ther­a­peutin von der Tierklinik Grußen­dorf, für die vie­len net­ten Stun­den bei dir.

Ein riesen Dankeschön geht auch an euch. Danke, dass ihr eure wertvolle Zeit nehmt und diesen Blog lest. Ohne euch wäre es doch sehr lang­weilig hier 🙂

Danke auch an alle Kun­den von Glück­shund. Ihr seid wirk­lich unglaublich toll. Danke für alle die Kom­mentare, Likes, mir eingeschick­ten Bilder und Beiträge. Ohne euch hätte ich mein Hobby nicht zum Beruf machen kön­nen. Danke <3

Ein großes Dankeschön geht auch an alle Koop­er­a­tionspart­ner. Vie­len Dank für alles.

So nun ver­ab­schieden wir uns und melden uns Anfang des Jahres mit der Vorstel­lung von ganz tollen neuen Naschis bei euch zurück.

Ich wün­sche euch allen unglaublich tolle Wei­h­nacht­stage. Lasst es euch gut gehen und genießt die Zeit mit euren Lieben. Fut­tert euch durch all die leck­eren Kekse und durch Mamas Wei­h­nacht­sessen. Knud­delt eure Vier­beiner. Ich wün­sche euch einen guten Rutsch und ganz viel Liebe, Glück, Gesund­heit und alles was dazu gehört für das neue Jahr. Ich wün­sche euch nur das Beste <3 Und das gle­ich zwei mal 🙂

Habt es fein und vergesst uns nicht <3

Mehr als “nur” ein Frauchen?

Vor Kurzem kam meine Fre­undin Tabea zurück nach Deutsch­land. Sie war lange in Aus­tralien und hat dort auf einem Pfer­de­hof gear­beitet. Nun ist sie zurück und bleibt bis April in Deutsch­land. Dann geht es für sie weiter nach Neuseeland.

Wir ken­nen uns nun schon viele Jahre — 10, wenn ich mich nicht irre. Wir haben uns schon immer gut ver­standen, doch momen­tan ganz beson­ders. Zudem teilen wir uns unseren gemein­samen besten Fre­und. Na wenn das nicht zusammenschweißt 🙂

Doch was hat das nun mit diesem Blog oder den Wuffels zu tun?

Tabea ist die einzige Fre­undin, die keinen Hund hat.

Unser Aktiv­itäten beschränken sich also nicht auf Hun­derun­den oder Stun­den in der Hun­de­schule. Und so kam es, dass wir spon­tan in einem Club waren, weil Jan Leyk — oh ich liebe ihn 😀 — dort aufgelegt hat. Seit Jaaaaaahren bin ich nicht feiern gewe­sen. Einige Tage später waren wir in Biele­feld im Loom shop­pen. Und nun haben wir uns im Fit­nesstu­dio angemeldet.

Für viele von euch wird das vielle­icht nor­mal sein. Für mich ist es das nicht.

Ich arbeite von Zuhause aus und wenn man einen Shop, einen Blog und zwei Hunde hat dann bleibt nicht viel Zeit übrig. Hier liegen drei Bücher, die für Rezen­sio­nen gele­sen wer­den müssen und ich weiß gar nicht, wann ich das schaf­fen soll. Wer eben­falls selb­st­ständig ist, der weiß, dass man irgend­wie nie so richtig Feier­abend hat. Es gibt immer etwas zu tun.

Ich war erstaunt wie gut unsere Aktiv­itäten mit den Hun­den vere­in­bar waren. Bevor es in den Club ging, drehten wir einen große Runde und unterm Strich waren wir auch nicht lange weg. Die Hunde kamen völ­lig ver­schlafen um die Ecke als ich nach Hause kam. Bevor wir nach Biele­feld fuhren, haben wir die große Wal­drunde gedreht, get­rickst und Leck­erlis gesucht. Die bei­den waren platt. Wir sind erst nach dem Mit­tag gefahren und so dauerte es nicht lange, bis Her­rchen nach Hause kam und die Hunde nicht mehr alleine gewe­sen sind. Und mal eben eine Stunde zum Sport gehen ist ja ohne­hin kein Problem.

Doch irgend­wie fühlt es sich komisch an.

Je länger ich von Zuhause weg bin, desto häu­figer checke ich die Uhrzeit. Ich werde zunehmend unruhiger bis ich schließlich nur noch nach Hause will. Die Hunde haben keinen Stress alleine zu bleiben. Manch­mal schlafen sie, manch­mal spie­len sie und manch­mal deko­ri­eren sie die Woh­nung um. Ich habe vor eini­gen Tagen hier darüber berichtet. Doch so richtig wohl fühle ich mich nicht, die bei­den allein zu lassen. Ich bin ohne­hin jemand, der ein­fach gewohnt ist, Zuhause zu sein. Die meis­ten Aktiv­itäten finden mit den Hun­den statt und irgend­wie ist es selt­sam sie nicht dabei zu haben.

Es ist ein komis­ches Gefühl. Irgend­wie habe ich ein schlechtes Gewis­sen. Ich habe Lust zum Sport zu gehen, doch werde ich die bei­den nun ein bis zwei mal die Woche alleine lassen müssen. Ich merke, dass es mir gut tut, auch mal an andere Dinge zu denken. Ich bin den ganzen Tag mit den bei­den zusam­men und ich denke fast den ganzen Tag an sie. Und so kom­men auch einige Sor­gen und Äng­ste zu den Gedanken hinzu. Die bei­den ein­fach mal Hund sein zu lassen, fällt mir als typ­is­ches Helikopter­frauchen wirk­lich schwer. Pausen beim Nähen nutze ich gerne um die bei­den zu beschäfti­gen und ich bin mir sicher, dass es auch einige Tage gibt, an denen die bei­den ein­fach nur gen­ervt von mir sind 😀

Für mich ist es nicht nor­mal auch mal etwas ohne die bei­den zu machen und mich auch mal mit anderen The­men auseinan­der zu set­zen. Doch ich denke, dass es “nor­mal” sein sollte und bes­timmt “gesund” ist. Ich merke, dass ich mir weniger Gedanken und weniger Sor­gen mache. Das ist doch schon mal was 🙂

 Vielle­icht ist es auch ein­fach nur unge­wohnt, weil ich die bei­den sonst eigentlich immer um mich habe. Doch vielle­icht gehören diese Gefühle zum Frauchen sein ein­fach dazu 🙂

Die Sache mit dem Alleine bleiben.

Ich bin grund­sät­zlich nie­mand, der seine Hunde gerne alleine lässt. Gott sei Dank habe ich das große Glück und darf von Zuhause aus arbeiten.

Täglich fahre ich meine Pakete von Glück­shund zur Post. Oft ist das der einzige Moment, in dem die bei­den alleine Zuhause sind. Manch­mal nehme ich sie auch mit und wir fahren von der Post aus weiter in den Wald.

Ein bis zwei mal die Woche muss ich Stoff und Mate­r­ial besor­gen, ein­mal die Woche geht es in den Super­markt. Es gibt Wochen, in denen sind das die einzi­gen Gründe, dass ich die Tür hin­ter mir zuziehe. Ohne Queen und Püppi.

Ich muss zugeben: Ich lass die zwei ungern allein.

Doch warum ist das so? Und was passiert eigentlich, wenn die beiden alleine Zuhause sind?

Das größte Prob­lem ist mein Kopf. Ich weiß, dass die bei­den gerne mitkom­men wür­den. In solchen Momenten ver­men­schliche ich sie und über­lege, ob sie wohl trau­rig sein kön­nten. Wenn es doch dazu kommt, dass ich mal für mehrere Stun­den nicht Zuhause bin, frage ich mich, ob sie mich ver­mis­sen und trau­rig sein kön­nen. Dabei habe ich vor Kurzem gele­sen, dass Hunde eigentlich nur den Moment des Wegge­hens schlimm empfinden. Wie lange man dann tatäsäch­lich weg ist, ob eine Stunde oder drei,  hätte keine große Bedeutung.

Seit Püppi hier ist fällt es mir leichter, die Tür hin­ter mir zu schließen. Die bei­den ver­ste­hen sich gut, sind gern zusam­men und nicht ganz allein.

Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn Queen ganz alleine Zuhause ist?

Mon­tags abends geht Püppi zum Dog­Dance. Queen bleibt allein Zuhause, weil sie für Dog­Dance nichts übrig hat. Mit dem IPad habe ich gefilmt, was sie so treibt, wenn sie ganze alleine ist.

Queen ist da sehr rou­tiniert und es läuft immer nach dem gle­ichen Muster ab. Sie geht in die Küche und guckt, ob da etwas Ess­bares neben dem Wasser­napf steht. Anschließend geht sie ins Schlafz­im­mer und legt sich dort auf das große Kissen, was vor dem Bett liegt. Nach unge­fähr 15 Minuten geht sie zurück ins Wohnz­im­mer in ihre Kudde und bleibt dort bis wir zurück kom­men. Sie schläft nicht, son­dern ist schon ziem­lich wach­sam. Geräusche im Flur wer­den natür­lich kon­trol­liert und auch sonst ist sie sehr aufmerksam.

Und Püppi?

Püppi geht die kom­plette Woh­nung ab. Vor den Fen­stern bleibt sie ste­hen und blickt hin­aus. Jedes Geräusch wird mit einem tiefen Knur­ren kom­men­tiert. Zwis­chen­durch wech­selt sie die Räume und starrt dann entweder aus dem Fen­ster oder auf die Tür. Zur Ruhe kommt sie eigentlich nicht.

Und was passiert, wenn beide gemeinsam alleine sind?

Früher passierte rein gar nichts. Sie lagen gemein­sam im gle­ichen Raum und dösten vor sich hin. Bei Geräuschen im Haus­flur gin­gen sie zur Tür, anson­sten war hier nichts los.

Wer genau gele­sen hat, wird wahrschein­lich an einem Wort hän­gen geblieben sein: Früher.

Denn mit­tler­weile sieht die Welt hier anders aus.

Ich muss sagen, dass ich grund­sät­zlich nur dann das Haus ver­lasse, wenn die bei­den vorher beschäftigt wor­den sind. Natür­lich fahr ich auch mal so eben Pakete weg­brin­gen, denn das dauert max­i­mal fünf Minuten. Sollte ich allerd­ings länger weg sein, so drehen wir vorher eine Runde und machen Kopf– oder Nase­nar­beit. Bevor ich gehe, bekom­men beide noch eine Leck­erei. Meis­tens ein Stückchen Hüh­ner­brust oder einen Kong. Nichts hartes auf jeden Fall, weil ich Angst habe, dass sich einer der bei­den ver­schluckt und ich nicht ein­greifen kann. Ist zwar noch nie passiert, aber als Helikopter­frauchen geht man eben auf Num­mer Sicher.

Zunächst legen sich die bei­den hin und ruhen sich aus. Doch einer der bei­den fängt dann an. Steht auf und weckt den anderen und dann geht alles ganz schnell. Die Decken in den Kud­den wer­den her­aus­ge­bud­delt. Anschließend wer­den die Kud­den auf den Tep­pich gezo­gen. Dann geht Queen los und sam­melt alles ein, was sie für ihren Bud­del­haufen gebrauchen kann. Kissen aus dem Bett, Han­tücher aus dem Bad oder aus der Küche. Alles wird auf den Tep­pich gelegt und dann wird gebud­delt. Beide bud­deln sich wie irre durch die Haufen und legen sich anschleißend mit­ten rein. Wenn Püppi das noch nicht reicht, knab­bert sie im Flur den Tep­pich an. Ein kleiner qua­dratis­cher Flusen­tep­pich aus dem schwedis­chen Möä­bel­haus. Kleine Flusen wer­den gerupft und ganze Fäden gezo­gen. Aber wirk­lich immer nur diesesr blöde kleine Tep­pich im Flur.

Irre oder?

Was ich dage­gen mache?

Gar nichts. Wenn der Tep­pich kaputt ist, kaufe ich einen neuen. Die Handtücher und Kissen bringe ich wieder auf ihren Platz und räume die Kud­den wieder auf. Maßregelun­gen sind nicht mein Ding und es wäre ohne­hin vom Tim­ing her ein Prob­lem. Was ich mir vorstellen kön­nte, wäre eine Kam­era, die mir auf dem Handy anzeigt, was die bei­den machen und dass ich mit einem Mikro zu ihnen sprechen kön­nte 😀 Nein mal im Ernst. Es geht nun schon einige Wochen so und es ist auch noch nie ern­sthaft etwas kaputt gegan­gen. Es ist auch nicht jedes Mal so ein Chaos — vielle­icht jedes zweite Mal 🙂

Mehr als aus­las­ten kann ich sie vorher nicht und alle Türen möchte ich auch nicht schließen. Irgend­wie ist es mit­tler­weile auch schon lustig und wir machen uns schon einen Spaß daraus, ob die Kudde nur auf dem Tep­pich oder bis in den Flur gezo­gen wurde.

Wird abge­hakt unter “wenn mehr nicht ist…” 🙂

“Da muss er durch” — Oder doch nicht?

In let­zter Zeit ist mir immer häu­fig ein ganz bes­timmter Satz begegnet

Da muss er durch”

Beson­ders oft hört man diesen Satz von Hun­debe­sitzern, dessen Vier­beiner ger­ade in der entschei­de­nen Sozial­i­sa­tion­sphase steckt. Hunde, die eher ängstlich sind, “müssen” ler­nen in der vollen Innen­stadt zurecht zu kom­men. Hunde, die sich nicht so gerne von Frem­den anfassen lassen, werde an der Leine fest­ge­hal­ten, damit sie vor der Frem­den Hand nicht flüchten kön­nen. Hunde, die vor lauten und ren­nen­den Kindern am lieb­sten flüchten wür­den, müssen in der Mit­tagszeit an dem Kinder­garten ent­lang, während gefühlte 200 Kids aus dem Gebäude stürmen.

Da muss er durch”

Wir alle haben unsere Hunde gerne bei uns. Wir alle nehmen sie gerne mit und freuen uns über jede Minute, die wir mit ihnen ver­brin­gen können.

Doch ist “Da muss er durch” ein notwendiger Teil der Erziehung oder der Beginn von menschlichem Egoismus?

Es gibt sicher Dinge, die wirk­lich nicht ver­han­del­bar sind.

Für mich gehört hier in erster Linie zu, dass ich meinem Hund in die Ohren, ins Maul und zwis­chen die Pfoten schauen kann. Mir ist es wichtig, dass ich darauf eine Auge habe und kon­trol­lieren kann, ob alles in Ord­nung ist. Ich muss den Hun­den das Fell bürsten kön­nen und muss die Krallen stutzen können.

Doch eigentlich hört es hier bere­its auf.

Meine Hunde müssen nicht mit in die Innen­stadt, müssen sich nicht von Frem­den anfassen lassen und müssen nicht durch eine Horde ren­nen­der lauter Kinder laufen.

Warum denn auch?

Wenn ich Besorgun­gen in der Innen­stadt machen muss, dann bleiben Queen und Püppi Zuhause. Was haben die bei­den denn davon durch über­füllte Gassen zu laufen und wom­öglich noch mit ins Geschäft zu kommen?

Wenn fremde Men­schen sie stre­icheln wollen, dann lasse ich die bei­den entschei­den. Queen geht meis­tens hin. Püppi ver­steckt sich in der Regel hin­ter meinen Beinen. Hunde müssen sich nicht von jedem anfassen lassen. Und selbst wenn ein Spruch kommt wie “Das ist aber ein Schisser” — ja dann ist es eben so. Ich werde die bei­den sicher nicht zwin­gen sich anfassen zu lassen, nur weil  fremde Men­schen meine Hunde stre­icheln wollen. Ich geh doch auch nicht zu jedem Kinder­wa­gen und stre­ichel dem Kind über die Wange. Jeder Men­sch und jedes Tier hat das Recht auf seine Intime Zone, seinen per­sön­lichen Radius. Und wo ich meine Grenze abstecke, das bleibt doch mir über­lassen. Oder in diesem Fall eben meinen Hunden.

Queen und Püppi finden laute und ren­nende Kinder beide gruselig. Püppi bekommt Angst und Queen wird nervös und ver­sucht die Kinder zu begren­zen. Also wech­seln wir die Straßen­seite und laufen nicht direkt am Ein­gang einer Schule oder eines Kinder­gartens vor­bei, wenn dort ger­ade alle rausstür­men. Kein Hund muss da durch. Und ich übri­gens auch nicht 🙂

Doch warum entsteht in eini­gen Köpfen eigentlich die Forderung, dass der Hund da durch müsse?

Hunde sind keine Roboter oder Maschi­nen, die man pro­gram­mieren kann. Hunde sind Lebe­we­sen mit eige­nen Gefühlen und Bedürfnis­sen und soll­ten als solche auch wahr und ernst genom­men werden.

Ich weiß nicht wann der Gedanke ent­standen ist, dass Hunde sicher immer gerne gestre­ichelt wer­den wollen. Ich weiß auch nicht wann der Gedanke ent­standen ist, dass ein guter Hund seinen Besitzer immer und über­all begleiten muss.

Nun begin­nen die ersten Wei­h­nachtsmärkte und ich habe tat­säch­lich schon mit­bekom­men, dass sich Hun­debe­sitzer gezielt verabre­den um mit ihren Hun­den dort ent­lang laufen zu kön­nen — begleitet von der irren Grund­vorstel­lung “Das muss er lernen”.

Ich kann mit bei dem Gedaken bloß die Hand vor den Kopf schla­gen. Stellen wir uns ein­mal die Sit­u­a­tion vor: Der Kof­fer­raum geht auf und vielle­icht ist der erste Blick des Hun­des auf eine über­füllte Tief­garage gerichtet, die nicht nur übel riecht, son­dern auch eine völ­lig selt­same Akustik aufweist. Oben ange­langt wartet schon die liebe Ella, eine Hündin, mit der Anton sonst immer spie­len durfte. Heute aber keine Begrüßung, son­dern es geht stram­men Schrittes auf in die über­füll­ten Gassen. Dort warten dann zahlre­iche Men­schen­beine, denn etwas anderes sieht der Hund wahrschein­lich nicht. Zudem leckere und vor allem unendlich viele Gerüche, über­schwap­pende heiße Getränke, bren­nende Zigaret­ten und dies vielle­icht sogar auf Augen­höhe und einige harte Schuhe, die unter Umstän­den auf den Pfoten landen.

Da muss er durch.”

Nein. Das muss er eben nicht!

Hunde “müssen” durch den Wald schnup­pern, über Felder ren­nen und Löcher bud­deln. Hunde “müssen” sich dreckig machen, im See schwim­men und über Baum­stämme klet­tern. Hunde “müssen” Hund sein dür­fen. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich finde das musste mal gesagt werden…

The Mystery Blogger Award — wir wurden erneut nominiert

Die liebe San­dra von Shiva Wuschelmäd­chen hat uns für den Mys­tery Blog­ger Award nominiert. Das ist nun unsere zweite Nominierung, doch wir sind gerne ein zweites Mal dabei 🙂

Und wie andere Awards auch, folgt auch der Mis­tery Blog­ger Award bes­timmten Regeln:

Mystery blogger award

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Okoto Enigma is the cre­ator of the award. To moti­vate the Blog­ger please do visit her blog.

The Rules of the Award

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Also liebe San­dra, nochmal vie­len Dank für die Nominierung. Ich freue mich sehr, dass du an uns gedacht hast.

Dann fan­gen wir mal an mit den drei Din­gen über mich. Das ist gar nicht so ein­fach, denn sicher möchtet ihr nun Dinge lesen, die ihr noch nicht wusstet 🙂

Ich bin noch nie geflo­gen und habe richtig Schiss davor. Bisher bin ich über­all mit Bus, Bahn oder Auto hin­gereist. Ich glaube, die Reise nach Paris war meine größte Tour.

Ich habe ein richtiges Haus­frauen — Abitur gemacht 😀 Meine Leis­tungskurse waren Deutsch und Päd­a­gogik und ich hatte zudem Kunst im Abitur. Ja, ihr lest richtig. Ich hatte Kunst im Abi. Meine Prü­fung bestand aus einem the­o­rethis­chen Teil, in dem ich Werke ver­schiedener Epochen analysiert habe. Für meinen prak­tis­chen Teil habe ich eine Wette mit meiner besten Fre­undin gewon­nen. Es ging darum, ob ich es schaffe, meine Kun­stle­herin davon zu überzeu­gen, dass ich im prak­tis­chen Teil eine Col­lage basteln kon­nte. Ich hab es geschafft und saß tat­säch­lich in der Abiprü­fung und habe aus den mir zur Ver­fü­gung gestell­ten Mate­ri­alen Bilder aus­geschnit­ten, während anderen der Angstschweiß von der Stirn lief. Mein Biolehrer fand das so unter­halt­sam, dass er seine Auf­sicht kurz­er­hand dazu nutzte und mir beim Auss­chnei­den half 🙂 Mit 14 Punk­ten bin ich an dem Tag nach Hause gefahren 😀

Wie einige von euch vielle­icht in meiner Insta­gram Story gele­sen haben, will ich mich nun in einem Fit­nessstu­dio anmelden. Das ist dann bere­its mein zweiter Ver­such aktiver zu wer­den. Beim Pro­be­train­ing vor eini­gen Jahren hat mir ein Trainer alle Geräte gezeigt. Ich erin­nere mich noch gut an ein Gerät, bei dem man Gewichte nach vorne weg drücken muss. Ich saß dort wie Sponge­bob Schwammkopf mit zit­tern­den Armen und bekam die Stan­gen nicht nach vorne gedrückt. Nach und nach nahm er alle Gewichte weg bis ich schließlich mit einem verz­er­rten Grin­sen nur die Stan­gen ohne Gewichte mit immer noch zit­tern­den Armen nach vorne drückte. Nach­dem ich das Zuhause erzählt habe, wurde mir vorgeschla­gen vor­erst mit einem QTip zu üben.

 

Nun zu den Fragen von Sandra

Bei welchem Film ist dein Pelzfre­und immer voll dabei?

Queen und Püppi schauen eigentlich nur zum TV, wenn dort ein Hund bellt oder ein lustiges Geräusch zu hören ist. Anson­sten schlum­mern sie lieber gemütlich in ihrem Kör­bchen vor sich hin 🙂

Welcher tierische Held entspricht am ehestem deinem Hund?

Queen erin­nert mich immer ein wenig an Alf — zählt das als “tierischer Held”? 🙂 Manch­mal erin­nert mich ihr Aus­druck an ihn und Queen hat auch diese selt­samen Quer­streifen auf ihrer lan­gen Nase.

Püppi erin­nert mich manch­mal an ein Min­ion. Auch das ist kein tierischer Held oder? 🙂 Manch­mal steht sie auf der Leitung und von jetzt auf gle­ich wird sie wie die lila Min­ion zum Monster 😀

Hast du als Kind einen Traum gehabt, den du dir erfüllen konntest?

Natür­lich hatte ich immer schon den Wun­sch mit einem Hund zusam­men zu leben, also in sofern kon­nte ich mir diesen Wun­sch erfüllen. Als ganz kleines Kind wollte ich immer in einem Geschäft arbeiten, weil ich dachte, die Mitar­beiter dür­fen all das viele Geld aus der Kasse abends mit nach Hause nehmen und sind wirk­lich reich. Ich habe zwar einen kleinen Abstecher durch das Juras­tudium gemacht, aber wenn ich an Glück­shund denke, dann kommt das meinem Kind­heit­straum schon ziem­lich nah. Nur reich bin ich nicht 😀 Aber das muss man auch nicht sein.

Bei welchem Essen ist dein Hund nicht zu halten?

Queen und Püppi lieben beide Bock­würstchen. Wenn Püppi ein solches sieht, muss man Angst haben, dass sie einen Herz­in­fakt erlei­det, wenn sie nicht ganz schnell ein Stück bekommt.

Welche Art des Grasens bevorzugt dein Hund (alles abwei­den oder hier und da ein Hälmchen?)

Püppi kon­sum­iert hier und da mal ein Hälm­chen. Meist die großen, die deut­lich her­vor ragen. Queen ist mehr “Mod­ell Kuh” und beißt entschlossen in den gesamten Büschel.

 

Zu guter Letzt sollen die besten Blog­a­r­tikel ver­linkt wer­den. Bei der let­zten Nominierung habe ich mein per­sön­liches Rank­ing gepostet. Dieses mal poste ich die meist gele­se­nen Artikel:

Da ich ver­gan­gene Woche schon einige Blogs für den Mys­tery Award nominiert habe, werde ich heute keine weit­eren Blogs nominieren 🙂 Ich danke auf jeden Fall San­dra für die Nominierung und wer Lust hat, darf sich sicher gerne anschließen und die Fra­gen von San­dra eben­falls beantworten.

Mythen rund um das Thema “Zweithund”

Ob auf der Hun­dewiese oder hier über den Blog — immer wieder begeg­nen mir Fra­gen rund um das Thema “Zwei­thund”. Und dabei wird oft deut­lich, dass sich in der Hun­dewelt schein­bar einige Mythen rund um dieses Thema ver­bre­itet haben. Oft werde ich gefragt, wie aufwendig ein zweiter Hund wirk­lich ist. Ich kann zwar nicht für alle sprechen, doch ich kann berichten und erzählen, wie das bei uns so läuft und das ein oder andere Gerücht aus der Welt räumen.

Ist der erste Hund gut erzogen, erzieht sich der zweite so mit. Der guckt sich das alles beim Älteren ab.”

Nö. Kann ich defin­i­tiv nicht bestäti­gen. Queen ist wirk­lich ein gut erzo­gener Hund. Sie ist lieb, verträglich, hört aufs erste Wort und muss meist nicht mal ange­sprochen wer­den. Sie läuft nicht weit von mir weg, rennt nicht zu anderen Hun­den und kommt von allein zu mir, wenn uns jemand ent­ge­gen kommt.

Dass es mit Püppi genauso wort­los funk­tion­iert,  kann ich nicht behaupten. Püppi hat kein Prob­lem damit auch mal 50 m weit übers Feld zu ren­nen oder mal ein­fach in den ein oder anderen Weg abzu­biegen, falls der aus ihrer Sicht inter­es­san­ter scheint. Püppi ist dur­chaus abruf­bar, doch sie ori­en­tiert sich bei weitem nicht so sehr an mir wie Queen es tut. Sie hört eben­falls auf meine Sig­nale, doch ich muss sie oft ansprechen.

Abgeguckt hat sie sich dafür Queens Flausen im Kopf. Queen macht auch gerne mal Quatsch und all diese Dinge hat Püppi bin­nen kurzer Zeit auch gemacht. So springt Queen zum Beispiel plöt­zlich auf, geht zur Spielzeugk­iste und schleud­ert und schüt­telt alles durch die Gegend, was ihr vor die Pfoten kommt. Auch herum­liegende Kissen oder Decken sind dann nicht sicher. Lässt man Queen alleine, obwohl sie vorher nicht mehr beschäftigt wurde, deko­ri­ert sie um. Alle Kör­bchen lan­den auf einem Haufen, der Tep­pich wird vor die Tür geschoben und alle Kissen, Decken und Handtücher wer­den wild verteilt. Püppi macht es genauso.

Also ja, die schauen sich schon einiges ab, aber meist nicht das, was man sich wünscht 🙂

Ob du nun mit einem oder zwei Hunden raus gehst, wo ist da der Unterschied?”

Ich finde, da ist ein sehr großer Unter­schied. Es gibt tausend inter­es­sante Stellen, die alle beschnup­pert und genau inspiziert wer­den müssen. Doch wenn der eine nach links läuft, rennt der andere nach rechts. Der eine läuft vor, der andere schnup­pert 15 Meter hin­ter einem und trödelt herum. Ich bin wirk­lich kein Fan von der Benutzung eines Smart­phones während der Hun­derunde, doch man nimmt es ja doch mit. Es kann ja immer mal etwas sein. Ein Hund kön­nte sich ver­let­zen oder man kön­nte den Schlüs­sel vergessen haben. Und während man mit einem Hund doch mal ein Auge zuge­drückt hat und schnell eine Nachricht beant­wortet oder gar ein Gespräch angenomen hat, ist nun nicht mehr daran zu denken. Während der eine nach links rennt und der andere noch hin­ter rechte im Gebüsch stöbert, kann man weder auf Nachrichten antworten noch telefonieren.

Und wenn man nicht möchte, dass seine Arme num 10 cm länger wer­den, dann soll­ten beide Hunde abso­lut leinen­führig sein, wenn man mit zwei Hun­den gle­ichzeitig an der Leine geht. Plöt­zliches brem­sen oder plöt­zlich nach links ziehen kann da schon mal das ein oder andere Leinen­chaos verur­sachen und endet im puren Stress. Ich habe das Thema am Anfang nicht allzu ernst genom­men. Haupt­sache sie ziehen nicht, war mein großes Ziel. Doch wenn man mit bei­den Hun­den an der Leine geht, dann ist ein plöt­zliches hier und da schnup­pern wirk­lich anstren­gend. Daher nehme ich das mit­tler­weile schon etwas genauer, nehme beide kurz wenn ich alleine mit ihnen raus gehe und gehe auf direk­tem Wege dor­thin, wo sie frei laufen können.

Man kann sich auch mit zwei Hunden gleichzeitig beschäftigen.”

Kann man. Klar. Dazu müssen aber auch einige Vorauset­zun­gen erfüllt sein und nicht auf alle hat man einen Einfluss.

Natür­lich kann man sich mit zwei Hun­den auf eine Wiese stellen und einen Ball wer­fen. Aber in meinen Augen kann man das höch­stens als Bespaßung, nicht aber als Beschäf­ti­gung beze­ich­nen. Unter art­gerechter Beschäf­ti­gung ver­stehe ich Kopf– und Nase­nar­beit, struk­turi­ertes Apportieren, Such­spiele und ähnliches.

Nehmen wir also mal den Klas­siker für Unter­wegs: wir ver­stecken Leck­erlis und lassen die Hunde suchen. Sollte man einiger­maßen struk­turi­ert vorge­hen wollen, so soll­ten beide Hunde das Sig­nal­wort “bleib” beherrschen und getrennt abruf­bar sein. Und glaubt mir, das ist wirk­lich nicht so ein­fach. Ich habe mehrere Wochen gebraucht bis ich beide Hunde getrennt abrufen kon­nte. Beide müssen also mit Frus­tra­tion umge­hen kön­nen und auch gel­ernt haben zu warten, während der andere “arbeiten” darf.

Zwei Hunde gle­ichzeitig zu beschäfti­gen erfordert Struk­tur und Übung.

Eine weit­ere und vielle­icht sogar wichtigere Voraus­set­zung ist, dass beide Hunde auch für diese Beschäf­ti­gung gemacht sind. Schäfer­hunde haben beim Agility nichts zu suchen. Sie sind vom Kör­per­bau her über­haupt nicht gemacht für diesen Sport und soll­ten diesen auch nicht ausüben. Queen geht gerne trailen und ist für jedes Such­spiel zu haben. Püppi mag Agility, Dog­Dance und ZOS.

Nun kann man natür­lich sagen, dass ich vorher hätte wis­sen kön­nen. Hab ich auch 🙂 Den­noch kann man auch zwei Hunde gle­icher Rasse haben und beide haben völ­lig unter­schiedliche Inter­essen und Veranlagerungen.

Man sollte also bedenken, dass man unter Umstän­den die Hunde auf kom­plett unter­schiedliche Weise beschäfti­gen muss.

Zwei Hunde bedeuten dop­pelt so viel Zeit und eine genaue Struk­tur. Natür­lich bedeuten zwei Hunde auch dop­pelt so viel Spaß, Freude und dop­pelt so viel Liebe im Haus. Ich möchte weder das Bärchen noch den Pupo­nauten mis­sen, doch ich finde, dass die vie­len Mythen rund um das Thema Zweti­hund gefährlich sein kön­nen. “Der zweite läuft so mit” kön­nte dazu führen, dass einem die Real­ität einen Ham­mer vor den Kopf haut. Würde ich nicht von Zuhause aus arbeiten, dann hätte ich keinen zweiten Hund in mein Leben geholt. Der Trend geht zum Zwei­thund, keine Frage und ich kann das super gut verstehen.

Doch es ist nicht so ein­fach wie es vielle­icht in den niedlichen Insta­gram Accounts aussieht.Und ich finde es auch nicht richtig, wenn man immer nur zeigt und erzählt wie toll doch alles ist. Natür­lich ist es traumhaft schön, wenn man zwei Hunde hat, die sich ver­ste­hen und mit denen man so viel Spaß haben kann. Doch es bedeutet viel Zeit und viel Arbeit. Immer nur die heile und per­fekte Welt zu zeigen, ver­mit­telt anderen den Ein­druck, als würde das alles mit links laufen. Ein zweiter Hund kommt dazu und plöt­zlich ist alles anders. Und wer muss es aus­baden? Die Hunde. Der erste, der vielle­icht zurück­stecken muss. Und / oder der zweite, der vielle­icht wieder abgegeben wird.

Zwei ren­nende und spie­lende Hunde auf der Wiese ist nur eine Momen­tauf­nahme. Es steckt viel Arbeit dahin­ter beide Hunde so frei ren­nen lassen zu können.

Zwei knud­del­nde Hunde im gle­ichen Kör­bchen ist niedlich anzuse­hen, doch erfordert auch eine zeit­in­ten­sive Aus­las­tung, dass beide Hunde so entspannt Zuhause sind.

Flauschige kleine Welpen knab­bern liebevoll am Ohr des Großen ist putzig und süß, doch erfordert eine per­fekte Sozial­isierung und Erziehung des ersten Hundes.

Und den­noch. Was ist besser als ein Hund? Genau. Zwei Hunde 🙂

Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, findet weit­ere Erfahrun­gen und Infos in meinem Artikel mit dem Titel “7 Voraus­set­zun­gen für einen zweiten Hund”.

The Mistery Blogger Award

Die liebe Nicole von meinem lieb­sten Hun­de­blog Moe&Me hat uns für den Mis­tery Blog­ger Award nominiert.

Ein paar Mal ist mir der Begriff schon auf Face­book begeg­net, doch ehrlich gesagt hatte ich bisher keinen Artikel aus dieser Reihe gele­sen. Schande über mein Haupt 🙂 Umso span­nen­der fand ich es, den Artikel von Nicole und Moe zu lesen und zu erfahren, worum es bei diesem Award eigentlich geht. Es geht nicht nur darum, span­nende Fra­gen zu beant­worten und von sich selbst zu erzählen, son­dern es geht auch darum Fra­gen zu stellen und weit­ere Blogs zu nominieren.

Und wie andere Awards auch, folgt auch der Mis­tery Blog­ger Award bes­timmten Regeln:

Mystery blogger award

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Okoto Enigma is the cre­ator of the award. To moti­vate the Blog­ger please do visit her blog.

The Rules of the Award

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Also liebe Nicole, nochmal vie­len Dank für die Nominierung. Ich freue mich sehr, dass du an uns gedacht hast.

Drei Dinge, die man über sich selbst Preis geben soll? Das ist gar nicht so ein­fach 🙂 Ich blogge ja nun schon seit einiger Zeit und ich glaube, dass die meis­ten mich schon ziem­lich gut ken­nen. Einige hat man vielle­icht sogar schon auf dem ein oder anderen Event ken­nen gelernt.

Da ich die Idee von Nicole sehr schön fand, auch über Moe zu schreiben, so werde ich mich dem anschließen und auch drei Dinge über Queen und Püppi berichten.

3 Dinge über Queen

Vie­len Dank Nicole für den Hin­weis mit der Kralle von Moe. So fällt mir der Ein­stieg leicht 🙂 Queen fehlt zwar keine Kralle, doch ihr fehlt der große Backen­zahn auf ihrer rechten Seite. Auf eini­gen Bildern ist das sicher schon dem ein oder anderen aufge­fallen, denn da wo sonst der riesige Backen­zahn sitzt, ist bei ihr ein großes Loch. Als Junghund hat sie sich den Zahn ange­brochen und nach und nach ist immer mehr wegge­brochen bis er let­z­tendlich kom­plett abge­brochen ist. Gott sei Dank ist alles ohne Entzün­dung über die Bühne gegan­gen und die Wurzel ist noch im Kiefer. Queen stört es nicht. Sie knab­bert auch auf dieser Seite und hat keine Prob­leme mit harten Kopfhaut­stan­gen und ähnlichem.

Wahrschein­lich weiß es der ein oder andere schon, aber ich denk mal für die meis­ten ist es neu: Queen sollte eigentlich Quolli heißen, doch Gott sei Dank ließ sich die Züch­terin da noch rein reden 🙂 Zwar musste bin­nen kurzer Zeit eine Alter­na­tive her. Aber Queen war schnell die erste Idee und dabei ist es dann auch geblieben.

Queen mag keinen Besuch. Natür­lich sind ihre Lieblings­men­schen wie unsere Fam­i­lie, der liebe Bruder vom Her­rchen oder Hagrids Frauchen Pia immer willkom­men, doch Men­schen, die sie nicht so gut oder gar nicht kennt, wer­den hier genau unter die Lupe genom­men. Nach weni­gen Sekun­den entschei­det Queen, ob sie die Per­son mag oder nicht. Lustiger­weise wird sie mit richti­gen Hun­de­men­schen total schnell warm und dann wird auch aus­giebig geknud­delt. Han­delt es sich bei dem Besuch nicht um einen Hun­de­men­schen, kom­men­tiert Queen jedes Auf­ste­hen dieser Per­son mit einem lauten Wuff und folgt auch schon mal dem ein oder anderen aufs Klo.

3 Dinge über Püppi

Puh. Ich glaube, Püppi ist echt leicht zu durch­schauen, daher fällt es mir umso schw­erer etwas zu berichten, was noch nie­mand weiß.

 Püp­pis Mut­ter war viel zu früh mit 16 Monaten trächtig gewor­den. Eigentlich keine guten Voraus­set­zun­gen, doch es war Liebe auf dem ersten Blick, also kon­nte ich nicht anders. Es war der erste Wurf und mit­tler­weile fol­gten auch noch zwei weit­ere 🙁 Der Vater lebt dort mit im Haus. Entweder passt also nie­mand auf oder man denkt an das Geld? Ich weiß es nicht und bin auch froh, dass kein Kon­takt mehr besteht.

Püppi ist so klein, dass sogar Katzen uns ver­fol­gen und genau beobachten, ob Püppi vielle­icht doch Beute sein kön­nte. Zwei Wind­hunde aus der Nach­barschaft müssen bei Püp­pis Anblick angeleint wer­den, weil sie von Weitem denken, dass es sich um ein Kan­ninchen han­delt und schon das ein oder andere Mal ziel­stre­big auf uns zuger­annt kamen.

Püppi muss beim Tier­arzt eine Schlinge tra­gen, weil sie ohne Vor­war­nung zubeißt. Bisher hat sie beim Tier­arzt nur schlechte Erfahrun­gen machen müssen. Von einem schmerzen­den Zahn, der oper­a­tiv ent­fernt wer­den musste, bis hin zu einer Ver­let­zung der Horn­haut, war so ziem­lich alles dabei. Da half auch die harm­lose Begleitung bei Queens Tier­arzt­ter­mi­nen nichts. Püppi hasst Tierärzte.

3 Dinge über mich

Ich gehe jede Runde mit den Hun­den raus. Obwohl Her­rchen auch mit den Hun­den gehen würde, schaffe ich es nicht, ihn alleine loszuschicken. Ich erin­nere mich noch gut an unseren Urlaub als Queen ca. neun Monate alt gewe­sen ist. Gedanken­los hab ich mir Schlaf­sachen ange­zo­gen, obwohl sie noch ein­mal raus musste. Her­rchen bot sich an, eben zum Deich zu gehen. Ich stand die gesamte Zeit am Fen­ster und habe alles genau beobachtet. Mich macht der Gedanke wahnsin­nig, dass etwas passieren könnte.

Ich liebe Schäfer­hunde. Das ist ein­fach die beste Hun­derasse über­haupt und ich bin mir sicher: ein­mal Schäfi immer Schäfi. Shih Tzus haben es mir auch ange­tan und ich bin auch ein riesen Fan von Mali­nois. Auch sonst gibt es einige Hun­derassen, die ich super finde. Spon­tan fällt mir der Dober­mann, Rot­tweiler und an manch­mal auch der Aussie ein. Doch genauso wie ich manche Rassen richtig cool finde, so gibt es auch einige Rassen, die ich mir als Hund niemals an meiner Seite vorstellen kön­nte. Obwohl ich es mir hier mit nie­man­dem ver­scherzen will, wollt ihr nun sicher wis­sen, welche Rassen ich meine. Ich will ehrlich sein: ich kön­nte mir zum Beispiel nie einen Dackel, eine Dogge oder einen Sheltie an meiner Seite vorstellen. Ich glaube, ich würde in die Sheltiewelt genauso rein­passen wie eine Ele­fant in den Porzel­lan­laden. So nun ist es raus.

Ach und wo wir schon dabei sind die Hosen runter zu lassen. Ich bin oft ziem­lich rat­los, worüber ich auf dem Blog schreiben kann. Ich habe das Gefühl, der Trend geht zum Rat­ge­berblog. Immer häu­figer liest man “10 Tips wie du…” oder “5 Dinge, die man…”. Am besten noch mit tre­f­fen­dem Titel­bild mit Schriftzug, immer schön Pin­teresto­ri­en­tiert. Ich finde es schade, dass immer mehr Blogs auf den per­sön­lichen Aspekt verzichten und nur noch Rat­ge­ber sind. Egal, ob man Experte ist oder nicht, man kann ja seinen Senf dazu geben 😀 Kann man machen. Muss ich aber nicht. Ich hoffe, dass ich bald wieder mehr Zeit für den Blog finden werde und einige Ideen vom Him­mel fallen 🙂

So aber nun zu den Fragen von Nicole

Wenn du dir und deinem Hund jeweils einen Superagenten-Namen geben würdest – welche Namen hättet ihr dann? Und wie würdet ihr als Team heißen?

Weder Queen, Püppi noch ich haben irgendwelche beson­deren Fähigkeiten, daher wird das nicht so ein­fach. Queen wäre ver­mut­lich der brum­mende Stöckchen­wer­fer. Unzufrieden­heit kom­men­tiert Queen mit einem lauten Brum­men und im Stöckchen­wer­fen ist sie mir um Län­gen voraus. Sie kann ihre Stöckchen selbst wer­fen und hat mit der Zeit ihre Tech­nik immer weiter per­fek­tion­iert. Vielle­icht kön­nte man das in der Super­helden­welt gegen die bösen Schurken einsetzen 🙂

Püppi wäre der stink­ende Blitz. Wenn Püppi pupst, dann geht es ums nackte Über­leben. Und sie ist für ihre Größe so unfass­bar schnell. Egal, ob groß oder klein, ich habe noch nie einen Hund getrof­fen, gegen den sie keine Chance gehabt hätte. Die rennt so schnell, dass ich die Beine optisch gar nicht mehr wahrnehmen kann 😀

Ich wäre dann wohl Sher­lock Spür­nase. Ich liebe es Rät­sel zu lösen und kann erst aufhören, wenn ich die Lösung vor mir habe. Ich bin wahnsin­nig schnell bei Spie­len wie Glück­srad und löse Rät­sel­hefte in Rekordzeit.

Zusam­men wären wir drei wohl “The Awe­some Nerds” 😀

Welches ist die flauschigste Stelle an deinem Vierbeiner?

Bei Queen ist es die Stelle hin­ter ihren Ohren, da sie bis heute noch immer ihren Welpen­flausch hin­ter den Ohren hat. Püppi ist auf dem Kopf am flauschigsten.

Dein Leben wird verfilmt: Welcher Schauspieler übernimmt deine Rolle?

Auch, wenn er nicht weib­lich ist: Jim Par­sons, alias Shel­don Cooper. Wir sind uns doch in vie­len Din­gen sehr ähn­lich. Sarkas­mus ist für mich genauso ver­ständlich wie Chi­ne­sisch. Ich hätte auch gern ein Desin­fek­tion­sspray für Roman­tik, bin ähn­lich fein­füh­lig und ich lege ähn­lich viel Wert auf Rou­tine und genaue Pläne 😀

3 Sprüche, die du wirklich nicht mehr hören kannst, sind…?

Das ist aber ein ungle­iches Team.”

Mehrfach die Woche bleiben Men­schen völ­lig fasziniert ste­hen und ver­ste­hen nicht, wie man einen Schäfi und einen Shih Tzu zusam­men hal­ten kann. Oft folgt dann noch die Frage “Aber die Große frisst die Kleine jetzt nicht, oder?”

Ne offen­sichtlich nicht, denn die Kleine läuft ja noch herum 🙂

Schäfer­hunde gehören in den Schutzdienst.”

So ein Quatsch. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, einen Schäfi zu beschäfti­gen und der Schutz­di­enst gehört in meinen Augen sicher nicht dazu.

Du ver­di­enst Geld mit deinem Blog. Wie soll das denn gehen?”

Ich weiß, dass es viele Men­schen gibt, die sich nicht vorstellen kön­nen, was es bedeutet einen Blog zu führen und ich weiß auch, dass es immer noch Leute gibt, die nicht ver­ste­hen kön­nen, wie man im Inter­net sein Geld ver­di­enen kann, aber ja es ist möglich 🙂 Hin­term Teller­rand kommt noch mehr 😀

Würdest du lieber Gedankenlesen oder Zeitreisen können?

Auf jeden Fall Zeitreisen. Erstens bin ich wirk­lich nicht scharf darauf zu wis­sen, was meine Mit­men­schen denken. Ich möchte ja auch nicht, dass andere meine Gedanken lesen kön­nen. Gedanken sind etwas sehr per­sön­liches, was nie­mand Preis geben muss, wenn er nicht möchte.

Zeitreisen wäre der Ham­mer. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich mich in der Zukunft wohler fühlen würde, als zum Beispiel in den Siebzigern, kann man ja mal einen kurzen Aus­flug riskieren 🙂

Und nun kom­men meine Nominierten:

Gern hätte ich die liebe San­dra und Shiva nominiert, doch dies hat schon die Nicole über­nom­men, also San­dra fühl dich gerne dop­pelt nominiert 🙂

Ich nominiere zudem Dini von Hun­dekind Abby, Lizzy von Wild­fang & Indi­an­er­mäd­chen und Melody von Pin­scher Buddy.

Meine vier Fragen an euch:

  • Wenn ein Buch Real­ität wer­den würde, von welchem würdest du dir wün­schen, dass es dein Leben tangiert?
  • Wenn du für einen Tag eine andere Per­son sein dürftest, welche wäre es?
  • Welche Eigen­schaften muss ein Hund mit sich brin­gen, um dein per­fek­ter Begleiter zu sein?
  • Welcher Tag hat dein Leben am meis­ten verändert?

Ich freue mich auf eure Antworten und schicke Nicole noch mal ein dickes “Danke” rüber 🙂

Ach ja, fast vergessen. Ich sollte ja noch meine besten Blog­a­r­tikel ver­linken. Ich möchte mich an dieser Stelle Nicole anschließen und nach meinem per­sön­lichen Geschmack entschei­den und nicht nach dem klas­sis­chen Rank­ing gehen, denn ich will hier keine Diskus­sion über Zeck­en­schutz oder CM lostreten 😀

Also hier wären sie:

Auch Hunde haben Prinzipien

Schäfer­hunde sind von Haus aus Arbeit­shunde. Sie sind für alles zu begeis­tern und machen alles, um ihrem Zweibeiner zu gefallen. Mit einem Schäfer­hund kannst du alles machen. Er wird immer mit Begeis­terug bei der Sache sein.”

So oder so ähn­lich wird der Charak­ter eines Schäfer­hun­des häu­fig beschrieben.

Kann man machen. Stimmt aber nicht immer 😀

Queen ist ein deutscher Schäfer­hund. Sie ist ein Arbeit­shund, das merkt man deut­lich. Doch ist sie auch für alles zu begeis­tern? Nun ja. Sagen wir es mal so: Queen hat ihre Prinzipien 🙂

Queens per­fek­ter Tag sieht wie folgt aus:

Mor­gen eine schöne Runde im dun­klen durch die Sied­lung. Gerne ohne Leine. In jedem Fall über den bei ihr so beliebten Spielplatz, auf dem es immer so her­rlich nach den dort leben­den wilden Hasen riecht. Auf jeden Fall auch an dem Bach vor­bei, in dem das Wasser so gut schmeckt. Und gern auch über die große Wiese, auf der das hohe Grad so her­rlich am Bauch krabbelt, wenn man rennt.

Am späten Vor­mit­tag steht Nase­nar­beit auf dem Pro­gramm. Gern wieder auf dem Spielplatz, aber zur Not auch auf der Wiese vorm Haus. Gern mit kleinen Übun­gen zwis­chen­durch. Das steigert die Span­nung. Auch wohl mal wild fliegende Leck­erlis. Da stürzt man sich gerne drauf.

Am Nach­mit­tag würde eine Runde durch den Wald, am Kanal oder am See auf ihrem Wun­schzettel ste­hen. Gerne auch mit kurzem Aufen­thalt im kühlen Nass oder kleinen Suchspielen.

Abends reicht eine kleine Runde für das kleine Geschäft. Auch hier steht ihr Spielplatz wieder oben im Kurs, denn zu dieser Zeit waren schon die ersten Hasen aktiv und die Spuren sind noch frisch. Großar­tiger Schnüffelspaß.

Anschließend ein Stück Rinder­lunge, ein Stückchen Dör­rfleisch und anschließend gern noch Kopfhaut zum Knab­bern. Ein wenig Bauch kraulen ist um diese Uhrzeit oft erwün­scht und vielle­icht noch eine Runde auf dem Lieblings­ball kauen.

Geschlafen wird die erste Stunde auf dem großen Kissen vor dem Bett. Für das nächtliche Schläfchen geht es ins Wohnz­im­mer in die Kudde.

Da ich Queen natür­lich über alles liebe, sehen die meis­ten Tage bei uns tat­säch­lich genauso aus.

Doch natür­lich kommt es auch manch­mal dazu, dass wir woan­ders spazieren gehen, zu anderen Zeiten oder ich mal eine andere Art der Beschäf­ti­gung aus­pro­bieren möchte. Schließlich soll auch Püppi auf ihre Kosten kommen.

Püppi liebt es zu trick­sen und wie gern würde ich es mit bei­den Hun­den machen. Mit bei­den Hun­den eine Dog­Dance Chore­o­gra­phie — das wäre doch der Ham­mer. Queen sieht das anders. Durch die Beine laufen? Kein Prob­lem. Rück­wärts gehen? Auch in Ord­nung. Eine Drehung? Mit links. Doch das war es dann auch. Queen ist ein­fach nicht bereit dazu, einen weit­eren Trick zu erler­nen. Warum auch? Sie kann ja drei ver­schiedene Sachen, die sie abwech­selnd vor­führt, wenn ich Leck­eres in den Hän­den halte. In Queens Augen reichen diese drei wun­der­vollen Tricks völ­lig aus, um sich sämtliche Leck­erlis zu ver­di­enen. Sobald sie merkt, dass ich ver­suche, ihr etwas Neues beizubrin­gen, gehen die Ohren nach hin­ten und sie ver­sucht sich mit ihren drei erlern­ten Tricks aus der Affaire zu ziehen. Bleibt man hart­näckig, wird Queen es auch. Sie legt sich hin und legt den Kopf auf den Boden.

Keine Nase­nar­beit und kein Ball dabei? Dann ohne Queen.

Jeden Tag die gle­iche Runde zu drehen finde ich lang­weilig. Gerne gehe ich auch mal in die andere Rich­tung end­lang der Pfer­dewiesen. Queen ist aktuell nicht allzu begeis­tert von dieser Strecke und straft meine von ihr unge­wollte Runde direkt mit einem lust­losen hin­ter mir her Getrotte. Wenn sie keine Lust auf eine bes­timmte Strecke hat, dann läuft sie schräg hin­ter einem. Dank ihrer regelmäßi­gen Säufzer weiß man, dass sie noch da ist. Dreht man um und geht doch ihre Lieblingsstrecken ab, dann läuft sie schwanzwedelnd vor. Dass aktuell der Spielplatz am lieb­sten von allen vier Seiten täglich mehrmals ange­laufen wird, ist erst seit eini­gen Wochen so. Mor­gen kann das schon wieder ganz anders ausse­hen. Plöt­zlich von heute auf mor­gen ändern sich ihre Lieblingswege in regelmäßi­gen Abstän­den. Aber keine Sorge: wenn man aus der Ein­fahrt geht, läuft sie deut­lich in die Rich­tung in die sie heute gehen will. Ist ja nicht so, dass sie nicht zeigen würde, was sie möchte 🙂

Genauso wie sich ihre Lieblingsrunde jed­erzeit ändern kann, sieht es auch beim Fut­ter aus. Wochen­lang hat sie gern frisch gegessen.Püppi bekommt Dosen­fut­ter, weil sie frisches nicht fressen mag und da sie schnell zu dünn wird, bekommt Püppi, was sie möchte. Queen hat davon Wind bekom­men und will nun auch Dosen haben. Alles andere wird ste­hen gelassen. Doch da ich dazu neige, sie zum Barf überre­den zu wollen, hat sich bei Queen eine gewisse Grundskepzis aus­ge­bre­itet. Wenn ich abends die Näpfe fülle und die zwei rufe, dann kommt nur Püppi. Queen liegt neugierig auf ihrem Platz und wartet darauf, dass man ihr den Inhalt ihres Napfes zeigt. Man muss schließlich prüfen, ob sich der Gang in die Küche lohnt 🙂

Doch unter all ihren Prinzip­ien, Vor­lieben und Gewohn­heit gibt es etwas, womit man sie jed­erzeit aus der Reserve locken kann. Womit man ihr alles ver­süßen kann und womit sie alles mit­macht: Ihr Chuck­It­Ball. Sie liebt ihn so sehr, dass mit ihm alles geht. Der Tier­arztbe­such ist mit einem Chuck­It­Ball kein Prob­lem. Die nicht allzu beliebte Runde zum Bäcker wird mit einem Chuck­It­Ball in der Schnauze zum großen Spaß. Sobald dieser Ball im Spiel ist, ist sie dabei.

Queens Prinzip­ien sind so liebenswert. Sie hat so eine lustige Art, ihren Willen durchzuset­zen, dass man ihr keinen Wun­sch abschla­gen kann <3 Sie zeigt einem auf eine so süße Art, was sie möchte und was nicht, dass wir uns regelmäßig schräg lachen, wenn man einen Kuss möchte und nur ein tiefer Seufzer kommt. Wenn man kuscheln möchte und sie aus dem Augen­winkel rüber­schielt. Wenn man Nase­nar­beit machen möchte und von ihr erst der prüfende Schnüf­fler kommt, ob die Leck­erlis auch die richti­gen sind. Ich liebe es, wenn sie durch ein lautes Brum­men zum Aus­druck bringt, dass sie mit der Gesamt­si­t­u­a­tion unzufrieden ist 😀

Ich finde all das so großar­tig an ihr und bin dankbar für all ihre lusti­gen Prinzip­ien, die mich täglich so oft zum Lachen bringen 🙂

Wieviel ist eigentlich zu viel?

Seit eini­gen Wochen beschäftigt mich immer wieder eine Frage:

Wieviel ist eigentlich zu viel? 

Wieviel Beschäf­ti­gung braucht ein Hund eigentlich wirk­lich? Wieviel Schlaf braucht er? Und ab wann ist es vielle­icht zuviel?

Um diese Fra­gen für mich beant­worten zu kön­nen, habe ich mit Queen und Püppi eine Art Exper­i­ment gestartet.

Mir war schon immer wichtig, dass meine Hunde art­gerecht beschäftigt wer­den. Dieser Gedanke folgt aus meinem Wun­sch, dass meine Hunde glück­lich sind. Ich möchte, dass es ihnen an nichts fehlt und eine art­gerechte Aus­las­tung steht dabei für mich ziem­lich weit oben auf der Liste.

Doch bevor es um Worte wie “zu viel” gehen kann, erzähle ich euch erst ein­mal wie bei uns die Tage so ausse­hen und warum ich mir über die Frage über­haupt Gedanken mache.

Bei uns sehen die Tage eigentlich ziem­lich ähn­lich auch. Dadurch, dass ich von Zuhause aus arbeite, kann ich mir meine Zeit frei einteilen.

Mor­gens gehen wir meis­tens ein­mal um das große Feld am Ende der Straße. Da die bei­den mor­gens ganz viel schnüf­feln, gehen wir rel­a­tiv langsam und sind meis­tens unge­fähr eine halbe Stunde unter­wegs. Da wir direkt nach dem Auf­ste­hen raus gehen, bin ich noch nicht ganz in der Welt und die bei­den kön­nen auf dieser Runde ein­fach Hund sein. Vor dem Früh­stück ist mir noch nicht so richtig nach Such­spie­len oder ähnlichem.

Kurz vor dem Mit­tag sind wir dann eine etwas größere Runde gegan­gen. Meis­tens so zwis­chen 45 und 60 Minuten. Auf dieser Runde beschäftige ich mich mit den bei­den. Wir machen Such­spiele, also Nasen– und Kop­far­beit, kleine Tricks und ähnliches.

Nach­mit­tags sind wir dann nochmal für eine gute halbe Stunde unter­wegs. Abends ca. 45 Minuten.

So kom­men wir auf ca. 2,5 bis 3 Stun­den täglich.

In den Abend­stun­den trick­sen Püppi und ich und Queen macht Such­spiele in der Wohnung.

Wenn ich Besorgun­gen machen muss, nehme die bei­den oft mit und wir hal­ten unter­wegs irgendwo an, wo es sich ger­ade ergibt und drehen eine Runde.

Zunächst fiel mir auf, dass wir uns in der Woh­nung immer weniger miteinan­der beschäftigt haben, weil die bei­den eigentlich immer schliefen oder zumin­d­est ruhten. Teil­weise wirk­ten die zwei draußen lust­los und trot­ten vor sich hin.

Und so kam zum ersten Mal die Frage auf:

Ist es für die zwei vielle­icht zu viel? Oder ist vielle­icht alles gut, wenn die Hunde Zuhause ruhen?

Ich fing an in Foren nachzule­sen, wie andere ihre Hunde beschäfti­gen. Doch die Mei­n­un­gen und Ansichten gin­gen so weit auseinan­der wie bei der Frage nach dem richti­gen Futter.

Einige schrieben, dass sie mit ihrem Hund mor­gens und abends 15 Minuten gehen wür­den, dafür aber mittgs um die 2 Stunden.

Manche gehen mor­gens eine Stunde und nehmen den Hund abends mit zum joggen.

Andere wider­rum drehen die meis­ten Run­den mit dem Rad oder lassen die Hunde viel in den Garten.

Antworten fand ich nicht. Doch was erhoffte ich mir eigentlich? Jeder Hund ist anders und man muss immer das richtige Maß für sich per­sön­lich finden. Doch ich habe zwei Hunde. Finde ich also eine Art Durchschnittswert?

2 Stun­den am Stück spazieren zu gehen kann ich mir nur vorstellen, wenn man einen richtig schö­nen Aus­flug macht. Doch täglich 2 Stun­den am Stück raus zu gehen und sonst nur kurz für 15 Minuten, wäre nichts für mich. Es kommt ja auch nicht auf die Länge der Runde an, son­dern auf die Qualität.

Mit den Hun­den joggen zu gehen, kann ich mir zwis­chen­durch mal vorstellen, doch ehrlich gesagt nicht als Regelmäßigkeit. Ein Hund hat nicht viel davon, wenn er mit zum Joggen kommt. Das entspricht über­haupt nicht dem natür­lichen Spazierver­hal­ten eines Hun­des. Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit über einen Mann gele­sen, der ein ganzes Rudel Hunde hielt. Er ver­suchte, diese so natür­lich wie möglich zu hal­ten und passte sich ihrem Ver­hal­ten an. Die Hunde gin­gen jeden Tag durch das gle­iche Gebiet, doch immer andere Wege. Und sie gin­gen sehr viel langsamer als er erwartet hatte. Sie tra­bten nur sel­ten, die meiste Zeit liefen sie langsam und schnüf­fel­ten unglaublich viel.

Ich bin auch kein Fre­und davon, jede Runde mit dem Rad zu drehen. Ich will mit meinen Hun­den gemein­sam gehen und nicht neben­her fahren.

Ich war also kein Stück weiter.

Also fing ich an, die bei­den entschei­den zu lassen. Auf den Run­den fol­gte ich den bei­den, wenn sie doch den Abstecher durch den Wald machen woll­ten. Wenn sie bis 12 Uhr ruhten, gin­gen wir erst dann raus. Brachten sie mir Spielzeug, so spiel­ten wir und wur­den sie unruhiger, macht­enh wir Such­spiele und trick­sten. So weit es möglich gewe­sen ist, habe ich mich nach den bei­den gerichtet. Zunächst dachte ich, jetzt wird es wild. Ich ver­mutete, dass Queen grund­sät­zlich den Abstecher durch den Wald und übers Feld machen würde. Bei Püppi ahnte ich, dass sie grund­sät­zlich zu jeder Tages– und Nachtzeit ihr Spielzeug brin­gen würde. Doch dem war  nicht so. Schnell pen­delte sich eine Rou­tine ein.

Let­z­tendlich glaub ich nun, ein gutes Maß gefun­den zu haben.

Wir gehen jetzt mor­gens eine etwas größere Runde, unge­fähr 45 Minuten. Dafür gehen wir nicht mehr am späten Vor­mit­tag, son­dern in der Mit­tagszeit für etwa eine Stunde raus. Auf der Mit­tagsrunde machen wir nach wie vor Kop­far­beit und Suchspiele.

Am Nach­mit­tag spie­len wir in der Woh­nung. Wir haben so viele Intel­li­gen­zspiele, die auf­grund der ganzen Run­den am Tag schon fast einges­taubt waren. Wir ver­stecken Spielzeug und Leck­ereien in der Woh­nung und tricksen.

Abends drehen wir noch mal eine Runde für ca. 45 Minuten.

Für die Mit­tagsrunde fahren wir meis­tens in den Wald oder an den See. Mit­tler­weile ken­nen wir genug Strecken, um an allen Wochen­t­a­gen woan­ders gehen zu kön­nen. Das macht uns allen Spaß. Die Hunde haben immer neue Ein­drücke und sind viel aufmerk­samer und mit mehr Freude dabei.

Natür­lich ist das alles nicht in Stein gemeißelt. Manch­mal muss ich Mit­tags Zuhause sein, weil ich Mate­r­ial bestellt habe und auf DHL warten muss. Dann bauen wir die Run­den eben drum herum, gehen etwas eher und dafür am Nach­mit­tag auf die Wiese.

Wir gehen also in der Regel nun eine Runde weniger raus und beschäfti­gen uns dafür mehr in der Woh­nung. So war es auch bevor Püppi ein­zog. Doch da mal mit einem jun­gen Hund öfter raus muss, ent­stand die vierte Runde. Nun ist Püppi erwach­sen und muss schon lange nicht mehr so oft raus.

Ich glaube, die bei­den sind ganz zufrieden so. Drei schöne Run­den am Tag — zwei nor­male Schnüf­fel­run­den und eine aufre­gende Runde woan­ders mit Nasen– und Kop­far­beit. Nach­mit­tags und oft auch abends spie­len wir in der Woh­nung. Die bei­den sind nach wie vor ruhig in der Woh­nung, doch kom­men zwis­chen­durch auch von alleine an und fordern mich zum Spie­len auf. Das finde ich schön und ich gehe da auch gerne drauf ein.

Dadurch, dass die bei­den fast nie alleine sind und ich sie viel mit­nehmen kann, bes­tim­men sie viel mit. Wenn sie mit­tags zu mir kom­men, dann weiß ich, dass sie ihre Runde drehen wollen. Das gefällt mir wesentlich besser als wenn ich schon fast für die Runde wecken muss.

Ich muss zugeben, dass es mir schwer fällt, das richtige Maß zu finden. Ich möchte nicht zu wenig mit ihnen machen, doch zu viel ist auch nicht gut. Beide zeigen keine Zeichen von Über­forderung oder Stress, daher denke ich, dass für die zwei alles in Ord­nung ist.

Aus der ganzen Zeit des Aus­pro­bierens und Über­legens nehme ich in jedem Fall mit, dass Bewe­gung zwar wichtig ist, doch dass es vor allem auf die Qual­ität der Run­den ankommt. Zehn Minuten Nase­nar­beit sind genauso anstren­gend wie eine Runde laufen zu gehen. Wir für unseren Teil mögen es auch mal in neuen Gebi­eten spazieren zu gehen und die bei­den genießen die vie­len neuen Eindrücke.

Ein Spazier­gang  bedeutet nicht zwangsläu­fig, dass der Hund auch art­gerecht beschäftigt ist. Doch man darf auch nicht unter­schätzen, dass Run­den in neuen Gebi­eten aufre­gend und daher anstren­gen­der sein kön­nen. Nase­nar­beit ersetzt zwar keine Runde, kann aber eine tolle Ergänzung sein. Auf aus­re­ichend Bewe­gung darf natür­lich nicht verzichtet wer­den, denn nur ein aus­re­ichend bewegtes Gelenk ist ein gesun­des Gelenk.

Doch da jeder Hund anders ist, muss jeder für sich her­aus­finden wieviel Beschäf­ti­gung sein Hund benötigt. Queen zum Beispiel hat eine ein­deutige Anzeige dafür, dass sie zu wenig Beschäf­ti­gung bekom­men hat: Wenn sie nicht aus­ge­lastet ist, wenn sie an der Leine an zu pöbeln. Dann weiß ich genau, dass sie mehr Kop­far­beit braucht 🙂

Bei dem richti­gen Maß spielt aber nicht nur der Hund eine Rolle, son­dern auch die eige­nen Leben­sum­stände. Unser All­tag würde wahrschein­lich anders ausse­hen, wenn wir einen Garten hät­ten. Hof­fentlich dauert das nicht mehr allzu lange 🙂

Wie ist es bei euch? Wie oft und wie lange geht ihr raus? Wie beschäftigt ihr eure Hunde?