Blogreihe: Körbchengeflüster

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — Heute: mit mir :)

Heute habe ich den vor­erst let­zten Artikel der Blo­greihe für euch und irgend­wie fühlt es sich komisch an 🙂 Heute bin ich an der Reihe, denn ich habe alle Blog­ger, die mir auch schon Rede und Antwort standen, gefragt, ob sie Lust haben sich eben­falls ein paar Fra­gen an mich zu über­legen. Und da die Blo­greihe nun eine kleine Pause ein­le­gen wird, möchte ich mich vorher noch den Fra­gen meiner lieben Kol­legin­nen stellen 🙂

Püppi ist ein Shi Tzu Mix, während Queen von einem Züchter stammt. Wie denkst du über Designer Dogs und den daraus resul­tieren­den Streit zwis­chen Mis­chlingslieb­habern und Rassehundfreunden?

Designer Dogs hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben. Lassie hat als Col­lie den Anfang gemacht, der “Cesar — Hund” fol­gte sowie zahlre­iche andere Mod­e­hunde wie der Mops oder die franzö­sis­che Bull­dogge. Und nun sieht man über­all Men­schen mit einem Aus­tralien Shep­erd. Ich sehe diese Entwick­lun­gen sehr kri­tisch. Zum einen holt sich jeder Hans und Franz einen Mod­e­hund ins Haus ohne darüber nachzu­denken, was dieser Hund für Bedürfnisse hat und ob dieser Hund zu meinem Leben passt. Natür­lich gibt es immer wieder Lieb­haber einer bes­timmten Rasse. So liebe ich den Schäfer­hund und obwohl ich weiß, wie krank gezüchtet diese Rasse mit­tler­weile ist, habe auch ich einen Schäfi in mein Leben geholt. Aber nicht, weil ich Fan von Kom­mis­sar Rex bin, son­dern weil mich diese Rasse fasziniert. Weil der Charak­ter eines Schäfer­hun­des zu mir passt und ich die Möglichkeit habe, dieser Rasse gerecht zu werden.

Men­schen holen sich einen Mod­e­hund an ihre Seite, weil es schick ist und weil man das halt ein­fach so macht, wenn man up to date sein möchte. Die Nach­frage bed­ingt das Ange­bot. Es wird immer schw­erer einen ser­iösen Züchter zu finden. Viele Men­schen wit­tern das schnelle Geld und ver­mehren, was ver­mehrt wer­den kann. Und warum nicht kleine eine Miniver­sion von der Rasse? Oder ver­paaren wir ein­fach zwei beliebte Rassen? Mops und franzö­sis­che Bull­dogge? Kein Problem.

Ich halte nichts davon, Hunde zu ver­mehren. Ich finde es wichtig, dass die Rassen durch ver­ant­wor­tungs­be­wusste Zucht gesund erhal­ten bleiben. Doch man muss ver­ant­wor­tungsvolle Zucht klar von Ver­mehrung trennen.

Und dann gibt es ja noch die “für mich kommt nur ein Rasse­hund in Betra­cht” Frak­tion. Das sind die Schlimm­sten. Wer so denkt, der liebt nicht den Hund an sich, son­dern benutzt diesen als Sta­tussym­bol. Furchtbar.

Queen ist bei mir, weil ich eine Lei­den­schaft für Schäfer­hunde habe und Püppi wurde nach ihren Charak­terzü­gen aus­ge­sucht. Ich habe mich bei Püppi ganz bewusst für einen Mis­chling entschieden.

Mit Püppi und Queen machst du sehr viel Sport und pro­bierst gerne Neues aus. Queen darf durch ihre ED zum Beispiel keinen Turnier­hun­de­sport oder Agility machen. Wie find­est du es, wenn ein Hund im Turnier­sport nicht „funk­tion­iert“ und das „Sport­gerät“ aus­ge­tauscht wird?

Ich weiß nicht, wie das bei anderen Rassen aussieht. Ich weiß nur, wie das bei Schäfer­hun­den ist. Ist der Hund nicht als Sport­gerät zu gebrauchen, wird er meist eingeschläfert. Egal, wie es dem Hund geht oder wie gut er mit was auch immer er hat zurecht kommt. Der Hund ist lediglich ein Fresser in der Zwinger­an­lage und nichts wert.

Ich finde das furcht­bar. Aber das Schlimme beginnt nicht erst da, wo der nicht funk­tion­ierende Hund aus­ge­tauscht wird. Son­dern das Übel beginnt schon an der Stelle, an der der Men­sch den Hund als Investi­tion oder als Sport­gerät betra­chtet. Wer sich über die Leis­tun­gen seines Hun­des definiert, hat defin­i­tiv ein großes Problem.

Ich finde es gut, wenn Hunde art­gerecht beschäftigt wer­den und ich finde es auch ok, wenn man das ganze auf Tunieren ausleben möchte. Aber nur, wenn der Hund daran Spaß hat und nicht, wenn der Men­sch seine Bedürfnisse an die erste Stelle stellt.

Es ist ja auch nicht so, dass Queen gar nichts machen würde. Sie macht eben andere Dinge wie Mantrail­ing, Fährte­nar­beit und ganz all­ge­mein Nasen– und Kop­far­beit. Unab­hängig von ihrer ED würde ich niemals mit einem Schäfer­hund Agility machen. Dafür ist er ein­fach anatomisch nicht aus­gelegt und geeignet. Und IPO wäre auch nichts für mich. Also so oder so. Egal, ob ED oder nicht. Bei uns würde der All­tag für Queen ohne ED genauso ausse­hen. Auch von ihrem Wesen her passen eher ruhigere Sportarten zu ihr. Sie ist sehr wild, steigert sich schnell in alles hinein. Sie macht selbst aus einer ruhi­gen Fährte einen Marathon.

Queen und Püppi wer­den gebarft. Sie haben aber auch schon Trock­en­fut­ter oder Nassfutter
bekom­men. Shiva wurde lange Zeit gebarft, aber derzeit bekommt die Nass­fut­ter. Was hältst
du von dem „Glauben­skrieg“ der ver­schiede­nen Fütterer?

Püppi wird nicht gebarft, weil sie es schlicht nicht frisst. Sie mag es ein­fach nicht und frisst nur, wenn es gar nicht anders geht. Dann hungert sie wieder zwei Tage und frisst dann ein wenig um dann wieder einige Tage zu hungern. Das hat uns im All­tag der­art eingeschränkt, dass ich bei Püppi aufgegeben habe. Sie frisst Dosen­fut­ter von Hirten­gold oder Hardys Traum.

Ich per­sön­lich lege viel Wert auf hochw­er­tiges, gesun­des und natür­liches Fut­ter. Ich kann ganz ehrlich nicht ver­ste­hen, wie man dem Hund einen Sack Trock­en­fut­ter aus dem Dis­counter geben kann. Finde ich unver­ant­wortlich diesen Mist in den Napf zu legen. Ich kann es ver­ste­hen, wenn man einen Hund nicht barft, keine Frage. Doch egal, was im Napf lan­det. Man sollte schon auf die Inhaltsstoffe achten.

Was den “Glauben­skrieg” bet­rifft so denke ich “man kann es auch übertreiben”. Ich per­sön­lich halte mich da völ­lig raus. Ich bin auch kein Mit­glied in irgendwelchen Barf — Face­book­grup­pen oder ver­folge Foren mit diesen The­men. Ich habe zwei Wochen investiert und alles gele­sen, was mir in die Fin­ger kam. Daraufhin habe ich einen Barf­plan erstellt und weiß nun, dass ich es richtig mache. Ich will mich von all den ver­schiede­nen Rich­tun­gen nicht anstecken lassen.

Du gehörst zu den Blog­gern, die öfter ihre Mei­n­ung sagen. Bereust du das manchmal?

Nein. Ich habe nie bereut, meine Mei­n­ung zu sagen. Das ist mein Blog und wer den Blog oder mich nicht mag, der findet sicher einen anderen Blog, dem er fol­gen kann. Ich will mich nicht ver­stellen und ich bin auch abseits von Tas­tatur und Lap­top ein ehrlicher Mensch.

Natür­lich hat das auch immer seine Schat­ten­seiten. Wer ehrlich über ein vielle­icht sogar kri­tis­ches Thema wie Cesar Mil­lan, Kas­tra­tion, Tier­schutz usw. spricht, der eckt nun mal an. Und natür­lich sitzen auch Leute vor dem Lap­top, die das anders sehen als ich. Dann gibt es diejeni­gen, die das sach­lich äußern kön­nen und mit denen ein net­ter Aus­tausch ver­schiedener Sichtweisen stat­tfinden kann. Und das gibt es diejeni­gen, die gle­ich per­sön­lich wer­den und denken, sie kön­nen sich hin­ter ihrer Tas­tatur ver­stecken und mal so richtig Dampf ablassen. Solche Leute sind natür­lich anstren­gend und auf Hater hat man nie Lust.

Das ist der Preis, den man für Ehrlichkeit zahlen muss. Aber das ist auch im wirk­lichen Leben so. Wer ehrlich ist, eckt halt bei den­jeni­gen an, die mit Ehrlichkeit nichts anfan­gen kön­nen. Das ist ok so. Den Preis zahle ich gerne.

Welcher Artikel deiner ganzen Blog­ger­lauf­bahn ist dir am wichtig­sten und warum?

Ich habe zweimal ganz per­sön­lich über die Beziehung zu Queen und Püppi geschrieben. Erst in “Queen — mein See­len­hund” und dann noch ein­mal in “Wenn der erste Hund ein See­len­hund ist”. Diese bei­den Artikel sind mir beson­ders wichtig. Manch­mal fange ich ein­fach an zu schreiben und weiß gar nicht, wo die Reise mit dem Artikel hingeht. Genauso sind diese Artikel ent­standen. Man fängt an und ist plöt­zlich in einer Welt, in der die Worte ein­fach so über die Fin­ger kom­men und man nicht erst nach­denkt, was man da eigentlich schreibt. Genauso ging es mir bei bei­den Artikeln. Ich habe vor meinem Lap­top gesessen und Rotz und Wasser geheult, als ich die Zeilen geschrieben habe.

Ich denke, dass solche Blog­posts etwas ganz beson­deres sind.

Kön­ntest du dir vorstellen ganz ohne Inter­net zu leben? Was würdest du dann wohl die ganze Zeit tun?

Eigentlich nicht. Wenn ich kein Inter­net hätte, dann kön­nte ich diesen Blog nicht führen und würde meinen Shop an den Nagel hän­gen müssen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich lebe ja quasi davon 🙂

Aber es gibt auch Tage, an denen ich mein Handy laut­los stelle. Und in let­zter Zeit passiert das immer häu­figer. Mein Handy liegt auch mal auf dem Sofa und nicht immer direkt neben mir. Ich kann nicht jed­erzeit auf Nachrichten antworten. Das würde mich in den Wahnsinn treiben. Es gibt Tage, an denen ist das alles zu viel. Ich ver­suche im All­tag auch mal zwis­chen­durch fünfe ger­ade sein zu lassen und beant­worte die Nachrichten alle zusam­men in der Mit­tagszeit und dann wieder erst am späten Nach­mit­tag. Klar müssen Kun­den auch mal zwei bis drei Stun­den auf eine Antwort warten, aber anders ist das nicht regelbar.

Liebe Sab­rina, zum Thema Klam­ot­ten: Als Hun­de­men­sch macht man sich ja häu­figer auch mal dreckig.. Hast du extra Klei­dung dafür, die vor allem prak­tisch und bequem ist? Und unter­schei­det die sich stilmäßig von deiner „nor­malen“ Klei­dung? Oder bist du eher der Mei­n­ung, dass man ja alles waschen kann und gehst auch mit eher schicken Sachen in den Wald spazieren?

Die schicken Sachen sind nach und nach in der einen Hälfte des Klei­der­schranks ver­schwun­den und mit­tler­weile bes­timmt einges­taubt. Die nor­male All­t­agsklei­dung macht bei mir den Löwenan­teil aus. Ich kleide mich generell eher sportlich oder wie Guido Maria Kretschmer sagen würde “Casual”. Was dreckig wird, wird eben gewaschen. Ich trage im All­tag viel Jeans, da geht sowieso alles raus. Ein bequemes Shirt drüber und los gehts. Ich bin da eher unkom­pliziert und prak­tisch ver­an­lagt. Worin ich mich nicht wohl fühle, das trage ich nicht. Ich laufe ungern auf hohen Schuhen, sodass man mich quasi nur in Sneak­ers sieht.

Bevor Queen zu mir gekom­men ist, lief ich grund­sät­zlich schon etwas schicker rum, trug auch gele­gentlich Schmuck. Ich bin den ganzen Tag über mit den Hun­den zusam­men und wir sind viel draußen. Ich würde irre, wenn ich mich für jede Runde umziehen müsste. Daher trage ich haupt­säch­lich Sachen, die bequem sind und die man leicht waschen kann. Mein Schmuck beschränkt sich auf eine kleine Kette. Alles andere stört mich im All­tag meist.

Und ich liebe ja die Fotos von dem ganzen Spielzeug deiner Mädels! Wie viel haben die eigentlich? Machen die auch mal was kaputt, so dass du Dinge ersetzt oder bunkert ihr für schlechte Zeiten *zwinker* ?

Oh ja das ist ger­ade ein riesen Thema bei uns. Die bei­den haben ja neue Kör­bchen bekom­men und damit unser Wohnz­im­mer auch wieder nach Wohnz­im­mer und nicht nach einem Spiel­paradies für Hunde aussieht, habe ich mich entschlossen, die lieb­sten Spiel­sachen in einem kleinen Korb im Wohnz­im­mer zu lassen und den Rest auszusortieren.

Ins­ge­samt kom­men wir locker auf 300 Spiel­sache. Ich habe vor mehr als einem Jahr mal gezählt und kam auf 287. Die 300-Marke haben wir locker gek­nackt. Ich muss dazu sagen, dass wir auch sehr viel geschenkt bekom­men und ich mit­tler­weile gar kein Spielzeug mehr kaufe.

Kaputt gegan­gen ist hier noch nie etwas. Vielle­icht mal ein kleines Loch in einem Plüschspielzeug, aber das habe ich wieder genäht und fer­tig. In den näch­sten Tagen werde ich die riesen Kisten aus­sortieren und schauen, was ich noch ver­schenken, verkaufen oder spenden kann.

Du hast ja mit Queen und Püppi zwei Hunde, die auf mich total unter­schiedlich wirken. Gibt es für dich wiederum einen Unter­schied in der Aufmerk­samkeit und der Liebe für deine Hunde? Oder ist für dich alles gle­ich und gerecht verteilt?

Ich glaube, dass die Aufmerk­samkeit hier sehr gut verteilt ist. Generell drän­gelt sich Püppi gern in den Mit­telpunkt und ist auch sehr anhänglich, aber ich beschäftige mich in der Regel mit bei­den zusam­men. Außer Püppi geht zum Agility. Zum Dog­Dance geht Queen mit und in Püp­pis Pausen beschäftige ich mich mit ihr. Queen ist ein Hund, der gern auch mal seine Ruhe hat und gern allein in ihrem Korb schläft. Püppi hinge­gen ist da schon etwas kuschelbedürftiger und schläft auch gern bei uns im Bett.

Aber generell gehen wir zusam­men raus, machen zusam­men Nasen– und Kop­far­beit und spie­len auch zusam­men. Gekuschelt wir auch gemein­sam. Püppi ver­folgt mich zwar oft in der Woh­nung, was Queen gar nicht macht, aber das ignoriere ich in der Regel, weil ich ihr das gern abgewöh­nen möchte.

Obwohl beide wirk­lich sehr ver­schieden sind, bekom­men sie die gle­iche Aufmerk­samkeit und wie ich finde auch die gle­iche Liebe. Queen ist eher ver­hal­ten, was das Verteilen von Liebe bet­rifft. Püppi zeigt einem in jeder Sekunde, wie sehr sie einen liebt. Aber ich glaube, dass alles was von mir aus­geht, ziem­lich gerecht verteilt ist. Und das völ­lig unbe­wusst, weil ich mich gern mit bei­den beschäftige und weil ich beide gle­ich liebe.

Queen ist mein See­len­hund, mein ein und alles. Püppi ist wie ich als ich noch klein war. Irgend­wie passt die Kom­bi­na­tion von uns dreien sehr gut zueian­nder glaube ich 🙂

Ich bin der fes­ten Überzeu­gung, dass wir alle die Hunde bekom­men, die wir ger­ade zu dem Moment brauchen und die uns im Leben weit­er­brin­gen. Bist du zum einen auch dieser Mei­n­ung? Und wenn ja, welche Dinge hast du durch deine Hunde gel­ernt? Was spiegeln sie für dich und was habt ihr gemeinsam?

Ja auf jeden Fall. Queen hat mir gezeigt, was wirk­lich wichtig ist. Dass das Glück nicht in der Zukunft, son­dern im Hier und Jetzt liegt. Queen hat mir gezeigt, wie wertvoll Kleinigkeiten sind. Früher hat mich der Kauf einer neuen Hand­tasche glück­lich gemacht. Heute sitze ich mit meinen Hun­den am See und kön­nte nicht glück­licher sein. Sie hat mich geerdet und mir gezeigt, worauf es ankommt.

Püppi hat mir gezeigt, dass mein Leben nicht nur aus Sor­gen um Queen besteht. Sie hat mir gezeigt, dass man das Leben genießen sollte, genauso wie es ist. Püppi strahlt einen in jeder Sekunde an. Sie ist immer happy und steckt alles weg. Mit Püppi hat man das Gefühl, dass man jedes Prob­lem meis­tern kann. Und vor allem, dass das Leben nicht nur aus Sor­gen besteht.

Wovor fürcht­est du dich und was sind deine größten Sorgen?

Ich habe Angst, dass meinen Hun­den etwas zus­toßen kön­nte. Dass sie erkranken kön­nten und wir vor einem gesund­heitlichen Prob­lem ste­hen, welches wir nicht meis­tern kön­nen. Aber genauso habe ich Angst, dass meinen Lieb­sten etwas passieren kön­nte. Im ver­gan­genen Jahr ist meine Oma ver­stor­ben. Nicht plöt­zlich, weil sie krank gewe­sen ist, aber den­noch reißt es einem den Boden unter den Füßen weg. Ich habe lange gebraucht, um das zu ver­ste­hen. Habe es lange nicht wahrhaben wollen und lange gedacht, dass sie in ihrem Ses­sel sitzen würde, wenn ich jetzt zu ihr fahren würde. Ich bin immer noch dabei, es zu ver­ar­beiten. Das war das erste Mal, dass ich den Ver­lust eines Men­schen so bewusst erlebt habe. Daher weiß ich nicht, ob man das je ver­ar­beiten wird.

Ich habe Angst vor Ver­lus­ten, Angst vor Verän­derun­gen und ich mache mir Sor­gen, dass in meinem Leben etwas passieren kön­nte, dass ich nicht meis­tern kann.

Bist du zufrieden mit deinem Leben so wie es aktuell ist oder gibt es etwas, was du rück­blick­end anders machen würdest?

Ja, das bin ich. Ich habe zwei tolle Hunde, einen lieben Fre­und, der mir in allem, was ich tue, den Rücken stärkt. Ich habe ganz liebe Eltern, die immer da sind und mich immer unter­stützen. Einen lieben Opa, der immer da ist und tolle Fre­unde. Ich habe einen Job, der mich glück­lich macht und kann sein, wer ich bin. Was will man mehr?

Ob ich rück­blick­end etwas anders machen würde? Ja wahrschein­lich schon. Ich denke nicht, dass ich mich noch ein­mal einem Juras­tudium stellen würde. Es ist cool, die bei­den Exa­men im Sack zu haben, aber noch ein­mal würde ich das nicht machen. Ich musste mich nicht dadurch quälen, ganz im Gegen­teil. Ich habe nur lei­der erst im Referan­dariat gemerkt, dass Jura nicht “das Ding” für mich ist. Keine Frage, es ist cool, Jurist zu sein. Es gibt mit Sicher­heit lang­weiligere Jobs, aber ich würde es halt schlicht nicht noch ein­mal machen.

Worauf bist du so richtig stolz?

Stolz ist ein starkes Wort. Stolz hat für mich immer etwas mit Leis­tung zu tun und darüber möchte ich mich nicht definieren. Ich bin kein leis­tung­sori­en­tierter Men­sch und ich beurteile nie­man­den danach, was er erre­icht hat.

Aber um doch etwas zu der Fra­gen sagen zu kön­nen, for­muliere ich es mal so. Ich bin stolz darauf, dass ich ziel­stre­big bin und mich nicht unterkriegen lasse. Bin stolz darauf, dass ich noch nie aufgegeben habe. Und ich bin stolz auf Queen und Püppi. Dass sie zwei ganz tolle Hunde sind wir eine ganz tolle Bindung zueinan­der haben.

Wo möcht­est du — sowohl mit deinem Blog als auch den Hun­den — in fünf und dann zehn Jahren sein?

Ob es diesen Blog in fünf Jahren noch gibt, weiß ich nicht. Solange ich Freude an dem Blog habe, schreibe ich weiter. Wird es irgend­wann zu einer Last, höre ich auf.

Ich selbst hoffe, dass ich in fünf Jahren immer noch meine bei­den Fell­nasen an meiner Seite habe. Ich hoffe, dass wir mit­tler­weile in einem Haus mit Garten leben und ich dort einen Verkauf­s­raum für Glück­shund eröff­nen kann 🙂 Sowieso träume ich von dem Gedanken, einen eige­nen Laden aufzu­machen. Vielle­icht bin ich dann ja sogar ver­heiratet 😀 Oder erwachsen? 😀

Was würde mich an dir überraschen?

Diese Frage stammt von Nicole und da sie mich wirk­lich sehr gut kennt, weiß ich nicht, ob ich sie noch mit irgen­det­was über­raschen kann 🙂

Ich glaube im Großen und Ganzen, dass ich schon genauso bin, wie man mich hier ken­nen lernt. Ich erzähle frei Schnauze, was ich denke und daher weiß ich nicht, ob tat­säch­lich jemand über­rascht wäre, wenn er mich tre­f­fen würde.

Aber um das mal ganz all­ge­mein zu formulieren:

Ich glaube, viele Men­schen wis­sen nicht, wie oft ich an sie denke. Wie dankbar ist für vieles bin und dass ich wirk­lich zu schätzen weiß, was man für mich getan hat und wie man mich unter­stützt. Ich glaube, dass ich oft sehr “locker” rüberkomme, das aber gar nicht bin. Ich bin glaube ich sen­si­bler, als man von mir denkt und ich denke mehr nach, als manch einer glauben würde.

Bist du abergläubisch? 

Ich lese weder mein Horoskop noch weiß ich, was für ein chi­ne­sis­ches Sternze­ichen ich habe. Ich weiß nicht, ob es schlecht ist, wenn eine schwarze Katze von links oder rechts die Straße über­quert. Ich habe keinen Glücks­bringer, den ich bei mir trage. Nein, ich glaube ich bin nicht aber­gläu­bisch. Eine liebe Fre­undin von mir ist sehr aber­gläu­bisch, kennt sich mit Sternze­ichen sehr gut aus und hat mir ein­mal erzählt, dass es etwas ganz bes­timmtes bedeutet, wann genau man geboren ist. Es gibt auch Seiten im Inter­net, auf denen man Geburts­da­tum und –Zeit eingeben kann und dann findet man einen lan­gen Text, der etwas über den­jeni­gen sagen soll.

Ich fand ihre Begeis­terung für dieses Thema faszinierend und wir haben lange darüber gesprochen. Da mag auch etwas dran sein und man kann auch sicher bes­timmten Sternze­ichen bes­timmte Eigen­schaften zuord­nen. Aber ich habe mich noch nie aus Eigenini­tia­tive damit auseinandergesetzt.

Welche Erfahrung hat dein Leben verändert?

Den größten Ein­fluss auf mein Leben hatte wohl die Zeit in der Tanzschule. Als kleines Pum­melchen habe ich ange­fan­gen. Wurde ganz hin­ten in die let­zten Reihe gestellt. Von dort aus habe ich mich in die erste Reihe getanzt. Mehr als zehn Jahre war ich in der Tanzschule und hatte rück­blick­end eine tolle Zeit.

Aufge­hört habe ich kurz vor dem Abitur als Vizewelt­meis­terin im Street Dance / HipHop. Dieser Titel war für mich und meine Gruppe eine tolle Erfahrung und ich glaube es war richtig, an dieser Stelle aufzuhören.

Die Zeit dort hat mir gezeigt, dass man alles schaf­fen kann, wenn man die richtige Mis­chung aus Wil­len­skraft und Diszi­plin mit­bringt. Man kann es packen, wenn man es will und hart genug dafür arbeitet.

Wenn ich in deinen Kühlschrank schauen würde: Was wäre dort wirk­lich immer drin?

Wirk­lich immer im Kühlschrank befinden sich neben den typ­is­chen Sachen wie Milch, Marme­lade und Käse in jedem Fall Almighurts. Ich bin völ­lig süchtig nach diesen Dingern und die gesamte Kühlschrank­tür ist voll mit den kleinen Töpfen 🙂 Außer­dem liegt immer Leber­wurst im Kühlschrank für Queen und Püppi.

Vie­len Dank meine Lieben für diese tollen Fra­gen. Ich danke euch auch, dass ihr Teil dieser Blo­greihe gewe­sen seid. Jetzt macht “Kör­bchenge­flüster” erst ein­mal eine kleine Pause, doch ich habe schon den ein oder anderen im Kopf, den ich auch gern noch mit meinen Fra­gen löch­ern würde 🙂 

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Les Wauz

Heute habe ich ein ganz tolles Inter­view für euch. Denn die liebe Rebecca vom großar­ti­gen Hun­de­blog Les Wauz stand mir Rede und Antwort. Rebecca und ich haben uns im ver­gan­genen Som­mer in Berlin ken­nen gel­ernt und ich kann euch sagen: Rebecca ist echt lustig 🙂 Ich habe mich wahnsin­nig gefreut, dass sie bei der Blo­greihe Kör­bchenge­flüster mit­gemacht hat.

Aber nun möchte ich euch das Inter­view nicht länger vorenthalten:

Wenn ich an deinen Blog denke, kom­men mir als erstes Artikel wie der große Test von Dör­rauto­maten oder der Test rund um die ver­schiede­nen Hun­de­bürsten in den Sinn. Nun wird es per­sön­lich. Ist das ein Prob­lem für dich?

Ganz im Gegen­teil, das ist für mich ein großes Kom­pli­ment! Denn dann ist ja bei dir hän­genge­blieben, dass du bei mir Infos und Tests zu wichti­gen Hun­de­the­men bekommst. Das ist doch super. 🙂
Genauso ist dann wohl bei dir angekom­men, dass ich nicht nur einzelne Pro­dukte aus­lobe, son­dern genauer hin­schaue und ver­suche, meine eigene Suche nach der „per­fek­ten“ Bürste, dem halt­baren Dör­rauto­maten (der erste ist mir ja schön weggeschmolzen 😛 ), dem ide­alen Fut­ter für Pixie etc. auf meinen Blog zu übertragen.

Deshalb kooperiere ich auch immer weniger mit Unternehmen, da ich eben nicht nur ein Pro­dukt testen und darüber schreiben möchte. Jeder Hund und Hun­debe­sitzer ist anders und hat unter­schiedliche Bedürfnisse.
Deshalb möchte ich immer eine Band­bre­ite von Pro­duk­ten anbi­eten, die Unter­schiede im Nutzen oder Preis zeigen aber den­noch gle­icht gut sind, damit jeder das Richtige für sich findet.

In den sel­tensten Fällen kann dies ein einzelnes Pro­dukt eines Koop­er­a­tionspart­ners vere­inen. Daher gehe ich – je länger ich den Blog führe – immer weniger Koop­er­a­tio­nen ein, da die meis­ten Fir­men ein Prob­lem damit haben, dass ich auch ihren Wet­tbe­werb abbilden möchte. Aber anson­sten nützt es dem Leser ja nichts, weil er keinen Ver­gle­ich hat.

War es schon immer dein Plan, dass dein Blog haupt­säch­lich als Rat­ge­ber aufge­sucht wird?

Ehrlich gesagt, hatte ich nie einen wirk­lichen Plan für meinen Blog. „Les Wauz“ wurde von mir ges­tartet, weil ich ein abso­lut blauäugiger Erst-Hundebesitzer war und von Hun­den null Ahnung hatte.
Gle­ichzeitig habe ich nir­gendwo wirk­lich hil­fre­iche Infos gefun­den. Deshalb habe ich auf Les Wauz eben meine Erken­nt­nisse und Recherchen in Artikeln gesammelt.

Es ist bis heute noch so: Wenn ich was Neues gel­ernt hab, wird es auf Les Wauz „ver­wurstet“. Unsere The­men hat dann wiederum das Zusam­men­leben mit Pixie vorgegeben.

Die Terrier-Madame wird zum Beispiel von uns (und auch meiner Tierärztin mit einem Augen­zwinkern) liebevoll als „Mon­tagshund“ beze­ich­net, da sie ständig irgendwelche Wehwechen hat. Und lei­der auch immer wieder Magen-Darm-Probleme. Daher hat Les Wauz einen Gesund­heitss­chw­er­punkt bekom­men. Das war null geplant, aber hat sich eben ein­fach ergeben. Wann immer Pixie etwas „Neues“ hatte, ich wieder zur Tierärztin gepil­gert bin, dieser ein Loch in den Bauch gefragt und dann Zuhause dazu recheriert habe, wurde daraus ein neuer Artikel.

Ein weit­erer Schw­er­punkt ist eben auch die Ernährung gewor­den, da Pixie unglaublich mäke­lig ist. Ich musste mich zwangsweise mit der Qual­ität der unter­schiedlichen Nassfutter-Marken beschäfti­gen, da ich her­aus­finden wollte, welches Fut­ter was enthält und wirk­lich gut für sie ist. Denn ich habe gehofft, dass ein besseres Fut­ter ihr vielle­icht auch besser schmeckt, was ganz gut funk­tion­iert hat.

Somit ist unsere Nis­che als Ratgeber-Blog ein­fach ganz natür­lich gewach­sen. Sowas kann man auch nicht wirk­lich pla­nen, glaube ich.
Und ich bin ganz ehrlich: Wann immer mir ein Leser schreibt, dass er durch unsere Artikel und Infos zum Beispiel das Fut­ter seines Hun­des umgestellt hat und dieser seit­dem ein glänzen­des Fell bekom­men hat, oder aktiver gewor­den ist, keinen Mundgeruch mehr hat und ein­fach wie aus­gewech­selt ist, grinse ich für den Rest des Tages wie blöd vor mich hin, weil es mich sooo glück­lich macht, dass ich etwas im Kleinen verän­dern konnte!

Der Gedanke, dass der „Kram“, den ich dig­i­tal fab­riziere, für einen Hund eine Verbesserung gebracht hat, ist für mich das Allerschönste.
Ich denke immer mal wieder ans Aufhören, weil Les Wauz so unglaublich viel Zeit ver­schlingt, mich echt Energie und automa­tisch auch Geld kostet. Aber das Feed­back meiner Leser ist für mich immer wieder der Motor den Blog weiterzuführen.
Ver­steh’ mich nicht falsch: Ich will mich hier jetzt über­haupt nicht beweihräuch­ern und feiern. Ich glaube, dass all wir Blog­ger eine eigene Funk­tion haben und Les Wauz hat eben seine als Rat­ge­ber gefunden.

Wie wichtig sind dir Begriffe wie Google-Ranking oder SEO?

Da ich ja — wie du und einige meiner Leser wis­sen — in der dig­i­talen Werbe-Branche arbeite und mich auch mit dem Thema „Con­tent Mar­ket­ing“ viel auseinan­der setze, wende ich natür­lich mein Job-Wissen auf „Les Wauz“ an. Und da gehören SEO und die Hin­ter­gründe von Google zum täglichen Brot.
Genauso wie du viele The­men auf deinem Blog aus rechtlicher Sicht betra­cht­est, kann ich auch diese „zusät­zliche Brille“ durch meinen Job-Hintergrund gar nicht ablegen.

Wenn ich schreibe, dann achte ich natür­lich aktiv auf ein paar Punkte, mit denen ich die Chance für den Artikel verbessere, dass er höher auf Google ger­ankt wird.
Aber es reicht eben nicht aus, dass ein Artikel „SEO-optimiert“ ist. Dann kön­nte das ja jeder! Die User müssen auch wirk­lich viel Zeit auf meinem Blog und meinen Artikeln ver­brin­gen, sich länger durch Artikel klicken und mit diesen beispiel­sweise durch Kom­mentare und Shares inter­agieren, damit der Artikel weiter oben bei der Google-Suche geführt wird. Google achtet mehr auf Qual­ität beim Con­tent, als auf faule SEO-Tricks denn je.

Mir ist es wichtig, dass die User meine Infos bei Google schnell und ein­fach finden, wenn sie sie brauchen. Ger­ade wenn der Hund krank ist, ist man ja für klare und umfassende Infos total dankbar! Und wenn du in Sorge um deinen Hund bist, hast du auch keinen wirk­lichen Bock drauf stun­den­lang Foren zu durch­forsten und dann doch keine wirk­liche Antwort zu bekommen.
Deshalb finde ich SEO und Google echt wichtig.
Wenn keiner meine Artikel findet, dann ste­hen sie ja ziem­lich sinn­los im Netz rum. 😉

Ist Pixie ein Wun­schhund? War alles geplant oder kam es eher spontan?

Solange ich denken kann, habe ich mir einen Hund gewün­scht. Aber es war in meiner Kind­heit nie möglich und hat sich danach auch nicht ergeben. Deshalb ist sie defin­i­tiv ein Wun­schhund, aber geplant war da gar nix.
Mein Fre­und und ich haben immer wieder über „unseren Hund“ gesprochen. Aber als ich an einem Freitag-Abend vor knapp sechs Jahren ein­fach mal „Jack Rus­sell Ter­rier“ und Ham­burg bei Google eingegeben habe, wollte ich ein­fach nur schauen, was es so in meiner Gegend zu dem Thema gab.
Doch als mich dann plöt­zlich Pixie anschaute, wusste ich, dass das da mein Hund ist. Ich war wie ver­hext! Und ja, ich habe sie über Ebay-Kleinanzeigen bekom­men, was ich bis heute gruselig finde. Doch sie musste ja irgend­wie zu mir finden. 😉
Sie war ja auch ein „Sec­ond Hand“-Hund und kein Welpe! Ich finde es schlimm, wie „Ver­mehrer“ (das sind ja keine Züchter!) auf Ebay-Kleinanzeigen unter meist schlim­men Umstän­den Welpen „verticken“. Das gehört echt ver­boten, dass dort mit den Hun­den wie mit einer Ware umge­gan­gen wird.

Der Hin­ter­grund bei Pixie war der, dass ihre Terrier-Mutter war ein Biest son­der­gle­ichen ist und sie Pixie seit ihrer ersten Läu­figkeit ständig gebis­sen hat (als ich sie bekam hatte sie zahlre­iche Wun­den am Hals) und sie aus dem Rudel vertreiben wollte.
Aber das ging eben nicht, wenn alle in einem Haushalt wohnen.
Es kommt wohl schon regelmäßig vor, dass die Müt­ter ihre Töchter wegekeln wollen, aber die Züchter haben sich dies lei­der viel zu lang angeschaut bis sie endlich einge­se­hen haben, dass sie ein neues Zuhause braucht.

Deshalb also die Pixie-Anzeige auf Ebay-Kleinanzeigen.
Und zum Thema „geplant“: Ich habe Pixie am Freitag-Abend ent­deckt, sie Mittwoch Abend besucht (sie saß die kom­plet­ten zwei Stun­den zit­ternd unter einem Couch-Tisch und sie tat mir so leid! Ich wusste, dass ich sie dort so schnell wie möglich raus­holen musste) und am Sam­stag Mit­tag darauf hatte ich plöt­zlich einen Hund. Hier erzähle ich auf Les Wauz die kom­plette Geschichte wie Pixie zu uns gekom­men ist, wer sie gerne lesen möchte. 🙂

Ein Leben ohne Hund? Wäre das für dich denkbar?

Nein, abso­lut nicht. Ich war schon viel zu lange „ohne Hund“. Ab jetzt wer­den mich defin­i­tiv immer min­destens einer wenn nicht vielle­icht sogar mehrere Hunde durch mein Leben begleiten.

Hast du eine Schwäche für Jack Rus­sell Terrier?

Abso­lut! Mein Fre­und lustiger­weise genauso. Da waren wir uns sofort einig. Ich finde es faszinierend wie eigensin­nig und toll bek­loppt diese Hunde sind. Sie sind so robust, unfass­bar wil­lensstark (Pixie testet immer noch häu­fig meinen Dick­kopf!), energiege­laden und über­schätzen sich durchge­hend in allem was sie tun und sind. Deine Püppi wirkt für mich da übri­gens ganz ähn­lich, auch wenn sie eine kom­plett andere Rasse ist. Deshalb finde ich Püppi aus der Ferne auch so toll!
Es ist bis heute so: Wann immer ich einen Jackie sehe, hüpft mein Herz.


Sicher­lich nicken sich Hun­debe­sitzer mit der­sel­ben Hun­derasse immer beson­ders fre­undlich zu. Weil man eben „etwas gemein­sam“ hat.
Wenn man sich jedoch unter Terrier-Besitzern trifft, kommt es mehr zu einem gemein­samen Augen­rollen, wenn man kurz über die Hunde spricht.
„Ist ihrer auch „so“?
„Ein Arschloch meinen Sie? Ja total!“
„Ter­rier kommt eben von Terror.“
„Hach ja, es sind ein­fach soooo tolle Hunde!“
„Ich bin auch immer noch so ver­liebt!“ und dann trennt man sich lächelnd.
Ich denke, dass man als Terrier-Besitzer ein biss­chen bek­loppt sein muss, um sich mit so einem Hund das Leben zu teilen. Wenn ich bespiel­sweise anderen Leuten erzähle, dass ich einen Jack-Russell-Terrier habe, kommt dann total oft als Antwort „Oh GOTT!“

Und häu­fig sagen mir Fre­unde auch, dass Pixie und ich so viel gemein­sam haben. Ich weiß dann immer nicht, ob das ein Kom­pli­ment oder eine Belei­di­gung ist, denn ich bin defin­i­tiv nicht so süß wie sie und habe keine braunen Mandelaugen. 😉

Aus deinem Blog wis­sen wir, dass Pixie ein ängstlicher Hund ist. Wie gehst du damit um?

Wie ich schon erzählt habe, hat Pixie ihre kom­plette „Prägezeit“ bei ihren Züchtern ver­bracht. Da diese jedoch planten mit ihr zu züchten, haben sie — warum auch immer — mit Pixie über­haupt kein Welpen­train­ing gemacht. Sie war stuben­rein, aber das war’s!
Sie kan­nte keine frem­den Hun­derassen ausser Ter­rier und Doggen. Alle anderen Hunde waren eine Bedro­hung. Män­ner haben ihr soviel Angst gemacht, dass sie teil­weise unter sich gepieselt hat. Sie hatte panis­che Angst vor Kindern, da es wohl mal Kinderbe­such gegeben hat, aber diese offen­sichtlich für Pix­ies Geschmack zu wild gewe­sen sein müssen. Und und und… die Liste ist unendlich!

Als ich ganz naiv gefragt habe, woran sie gewöhnt wurde und ob sie mal einen Aus­flug in eine Einkauf­s­pas­sage gemacht haben, in ein Café oder ob sie es kennt, dass ein paar mehr Men­schen um sie herum sind, bekam ich die Antwort „Ja, wir waren mit ihr beim Griechen!“ Mein dummes Gesicht kannst du dir vorstellen! Und dieser Hund musste nun mit mir in die Großs­tadt Ham­burg ziehen. Von heute auf mor­gen. Schockschwerenot!
Eins ist für mich aber schon immer klar gewe­sen: Ich bin mir abso­lut sicher, dass Pixie so oder so von Geburt an ein ängstlicher Hund war. Sie hat immer die Ten­denz das Schlimm­ste in einer Sit­u­a­tion zu sehen und nicht das Gute.
Alles Fremde bedeutete bei ihr immer erst­mal Angst bis sie vom Gegen­teil überzeugt wird.
Aber die Tat­sache, dass sie mit Nichts kon­fron­tiert wurde und bei ihr mit 10 Monaten die Prägephase kom­plett ungenutzt ver­strichen war, hat ihr den Ein­stieg bei mir natür­lich noch mehr erschwert.

Wir haben bei Null ange­fan­gen. Eigentlich eher bei Minus 10. Und die Angst saß noch oben drauf.
Meine erste Trainerin nan­nte Pixie ganz liebevoll den „Kasper Hauser-Hund“. Ich habe erst nach Jahren erfahren, dass dies das soge­nan­nte „Depri­va­tion­ssyn­drom“ ist und es sogar Lit­er­atur dazu gibt. Was hätte mir dies geholfen! Damals war ich ein­fach nur kom­plett überfordert.
Als Pixie einge­zo­gen ist, hatte sie wirk­lich vor jedem und allem Angst und alles was ihr Angst gemacht hat, wurde mit voller Energie ange­bellt. Ich hatte also einen Hund an meiner Seite, der ständig explodierte. Über­haupt nicht zu beruhi­gen war. Und null einzuschätzen. Jeder Spazier­gang war ein Spießrutenlauf.
Es gab nie eine ruhige Runde, es sei denn wir sind im Nichts gelaufen wo keiner war. Aber finde mal solche Orte in einer Großs­tadt. Es war alles Stress. Pixie ver­traute mir nicht und ich kon­nte sie (noch) nicht lesen und wusste nicht, wie ich ihr helfen konnte.
Aber ich hatte zwei fan­tastis­che Trainer­in­nen, denen ich alles ver­danke. Und mit ganz viel Geduld (von der ich über­haupt keine habe, aber man bekommt ja immer den Hund den man braucht) Ruhe, Liebe und Leck­er­lies kann ich tat­säch­lich behaupten, dass wir an guten Tagen kom­plett entspan­nte Spaziergänge machen und Pixie inzwis­chen eher neugierig durchs Leben läuft und es auch immer häu­figer zu pos­i­tiven Hunde-Begegnungen kommt.
Sie läuft durch Ham­burg wie eine richtige Ham­burger Göre und ob Elb­strand, Alster oder Neuer Wall: inzwis­chen bleibt sie cool.

Ich hätte mir vor fünf Jahren niemals erträumt, wie weit wir jetzt sind. Aber eins ist klar: mit so einem ängstlichen Hund hört das Train­ing niemals auf. Deshalb gibt es auf Les Wauz zum Thema „Der ängstliche Hund“ auch so viele Artikel. 😉 Ich möchte anderen Hun­debe­sitzern Mut machen. Denn es wird wirk­lich besser und man darf seinen Hund niemals aufgeben.

Auf was würdest du achten, wenn du dir wieder einen Hund in dein Leben holen würdest?

Wir liebäugeln tat­säch­lich immer wieder mit einem Zweit-Hund. Aber aktuell suchen wir erst­mal nach einem Haus mit Garten welches etwas weniger zen­tral in Ham­burg liegt. Und erst dann machen Tagträume zu einem Zweit-Hund wirk­lich Sinn.

Und um auf deine Frage zurück zu kom­men: am Aller­wichtig­sten wäre es mir, dass Pixie den zweiten Hund mag und es bei den Bei­den passt. Ich bin davon überzeugt, dass Hunde „Fre­unde“ haben und manche Hunde mehr und andere weniger mögen. Und da es aktuell kaum Hunde gibt, mit denen Pixie spielt und gerne Zeit ver­bringt, fände ich es wun­der­bar, wenn ein Hund einziehen würde, der ihr Buddy wird. Spie­len, Kon­takt liegen, die Welt erkun­den und sich schön gegen uns ver­bün­den und Mist bauen. Das wün­sche ich mir! 🙂
Und ich möchte defin­i­tiv wieder einen Hund „ret­ten“, der in Not ist. Egal woher. Ich denke tat­säch­lich, dass es dann genauso wie bei Pixie sein wird: wir wer­den ihn sehen und dann wis­sen wir „Das ist unser Hund!“

Was bringt dich so richtig auf die Palme?

Wie schon oben erwähnt, habe ich tat­säch­lich nicht so richtig viel Geduld. Das ist durch Pixie tat­säch­lich besser gewor­den, da sie mir ein­fach keine Wahl gelassen hat.
Aber bei Men­schen bin ich da nicht immer so entspannt.
Ger­ade im Job mache ich Sachen dann meist lieber sel­ber, bevor ich auf jemand anderes warten muss und dann damit auch noch nicht so richtig zufrieden bin. Ein biss­chen Per­fek­tion­is­mus ist da defin­i­tiv auch mit drin.
Außer­dem bekomme ich richtig schlechte Laune, wenn andere Tiere schlecht behan­delt wer­den. Denn sie kön­nen sich so gut wie nie wehren. Wenn ein Hun­debe­sitzer seinen Hund verk­loppt, weil er sel­ber unfähig ist, seinem Hund zu ver­mit­teln was er will. Wenn ein Rad­fahrer mit einem jun­gen Hund an mir vor­bei heizt und der Hund auf seiner Zunge läuft, da er keine Wahl hat. Dann kommt bei mir die Ham­burger Göre durch und ich lege mich auch gerne mal mit frem­den Leuten an. Ich weiß, bringt meis­tens nichts, aber ich kann meine Klappe dann nicht halten!

Was möcht­est du über dich sagen kön­nen, wenn du alt bist?

Ich bin jetzt 38 und finde das schon ziem­lich „alt“. 🙂 Jeden­falls ist es in der Wer­be­branche „alt“ sowie im Ver­gle­ich mit den zwanzigjähri­gen Stu­den­ten der Kreativ-Academy, die ich hier in Ham­burg seit vie­len Jahren Jahrgang für Jahrgang betreue.

Ich erkenne in diesen „jun­gen Dingern“ nicht nur mein 20-jähriges Selbst wieder, son­dern real­isiere gle­ichzeitig, wieviel Erfahrung ich tat­säch­lich schon habe. Ich bin seit 19 Jahren in der Branche, da macht mir wirk­lich keiner mehr was vor.
Und mir macht es unfass­bar viel Spaß mein Wis­sen an sie weit­erzugeben. Ob beru­flich als Dozentin oder Men­tor für die jun­gen Kreativen oder eben auf Les Wauz, wenn ich meinen Leser Hin­ter­grund­in­fos und prak­tis­che Hilfe vermittle.
Ich brauche für manche Artikel ungel­o­gen 10–20 Stun­den, da ich immer sehr umfan­gre­ich recher­chiere (ich will die The­men dann richtig ver­ste­hen und mir auch sicher sein, dass ich keinen Quatsch schreibe) und ver­fasse zudem auch immer gle­ich Romane.
Wie du sicher hier auch schon gemerkt hast. 😉 In meiner Welt existiert kein „kurz und knapp“ wenn es sich um Artikel dreht. Aber es ist für mich auch total toll mich in so ein Thema zu ver­beißen und ihm auf den Grund zu gehen.
Somit fände ich es schön, dass ich im „Alter“ darauf zurück schauen kön­nte, anderen geholfen zu haben und über die Jahrzehnte immer wieder mein Wis­sen und Erfahrun­gen weit­ergeben konnte.

Bist du der Men­sch, der du sein willst?

Puh liebe Sab­rina, das ist aber echt mal ne Frage! 🙂
Da müsste ich erst­mal wis­sen, was ich wirk­lich für ein Men­sch sein möchte. Wie heißt es so schön: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“
Und das ist schon eine Über­legung, die nicht nur extrem kom­plex ist, son­dern worüber ich sicher auch seit­en­lang schreiben könnte.
Aber ich ver­suche mal spon­tan zu antworten und mich kurz zu hal­ten: Ich möchte gern eine gute Fre­undin, Schwester, Tochter, Kol­le­gin, Dozentin etc. für all die Men­schen sein, die mir wichtig sind.
Dabei ist es mir wichtig immer ein offenes Ohr zu haben und mich sel­ber auch mal zurück­stellen zu kön­nen. Auch wenn ich viel arbeite, einen vollen Kalen­der habe und ne Menge Pro­jekte noch neben­bei mache (Les Wauz ist ja auch ein „Pro­jekt“, das eben immer gern meine Freizeit füllt) möchte ich trotz­dem bei einem Tre­f­fen meinem Gegenüber meine volle Aufmerk­samkeit schenken.

Dies gelingt mir mal besser und mal schlechter — aber das ken­nen wir ja alle. Doch ohne unser Umfeld und Net­zw­erk sind wir alle nichts. Und wenn ich der Men­sch sein kann, den meine Fre­unde brauchen, dann macht mich das gle­ichzeitig auch glücklich.
Das bezieht sich natür­lich auch genauso auf Pixie: Durch unser gemein­sames Train­ing und über die Jahre habe ich gel­ernt für sie so da zu sein, dass sie mir wirk­lich ver­traut. Ich führe und gebe ihr inzwis­chen so viel Sicher­heit, dass sie unter­wegs in Ruhe schnüf­feln, auch mal durch die Gegend träu­men und ein­fach „Hundedinge“ machen kann. Dazu war sie anfangs über­haupt nicht im Stande, da die Angst alles beherrschte. Dass ich diese Rolle für sie erfüllen kann, macht mich sehr glücklich.

Danke für die Fra­gen, liebe Sab­rina. Es hat mir echt großen Spaß gemacht, für dich und deine Leser in mich zu gehen und eine passende Antwort zu finden.

 

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog: heute Shiva Wuschelmädchen

Als ich mich damals entschloss einen Blog zu eröff­nen (nennt man das so?), war San­dra vom zauber­haften Blog Shiva Wuschelmäd­chen von Anfang an da. San­dra hat auch vom ersten Tag an meinen Shop begleitet und stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Ich bin San­dra sehr dankbar für all ihren lieben Worte und ihre Unter­stützung über all die Zeit. Umso mehr freue ich mich, dass sie sich meinen Fra­gen gestellt hat und ich heute das Inter­view veröf­fentlichen kann 🙂

San­dra hat nicht nur selbst die Fra­gen beant­wortet, son­dern auch ganz süß Shiva mit einbezogen 🙂

Wenn man euren Blog und euren Seiten folgt, dann bekommt man das Gefühl, dass du und Shiva zueinan­der­passt wie die Faust aufs Auge. Wie siehst du das?

Wir beide haben uns zusam­menger­auft und heute kann keiner ohne den anderen. Es gab aber auch schon Zeiten, da hab ich ern­sthaft gezweifelt, ob wir jemals eine Ein­heit bilden und ob ich die richtige Per­son für Shiva bin. Aber aufgeben ist kein Option für mich. Wenn ich mich für etwas oder jeman­den entsch­ieden habe, dann ändere ich meine Mei­n­ung eigentlich nicht mehr. Ganz kurz habe ich über­legt, ob es für Shiva — also nicht für mich — das beste wäre, wenn ich sie in kom­pe­ten­tere Hände gebe. Aber wie man sieht… wir haben diese Krise zusam­men gemeis­tert und sind ein Team gewor­den. Viel inniger als je zuvor.

Um ein­fach mal an Frauli anzuknüpfen: Also Frauli zu ver­lassen war niemals eine Option für mich. Ich weiß zwar, worauf sie anspielt, aber ich war mir immer sicher, dass wir beide es schaf­fen. Ich fand von Anfang an, dass wir beide per­fekt zusam­men passen, aber Frauli musste erst überzeugt wer­den. Ich denke ja, dass das Unsicher­heits­ge­fühl mit dem Ver­lust von Rocky zusam­men­hängt. Je länger sein Tod zurück liegt und Fraulis Nar­ben ver­heilen, umso mehr ver­traut sie mir und umso mehr sind wir ein Team geworden.

Wer dir folgt weiß, dass du ein­mal einen Hund namens Rocky an deiner Seite hat­test. Über ihn schreibst du, er sei dein See­len­hund gewe­sen. Warum?

Kennst du Jerry Maguire? Da gibt es eine Szene in der Rene Zell­weger sagt: „Du hat­test mich schon mit dem Hallo“ So war es mit Rocky. Ich war voller Trauer um meine Jenny und kon­nte nicht ohne Hund sein. Ander­er­seits war kein Hund gut genug, um ihr Nach­fol­ger zu
sein. Dann kam Rocky. Ich habe ihn gese­hen und es war um mich geschehen. Wenn ich heute an dieses erstes Zusam­men­tr­e­f­fen zurück­denke, dann kön­nte ich lachen, weinen, schreien, sin­gen — alles gle­ichzeitig. In mir zieht sich alles zusam­men, gle­ichzeitig kön­nte ich vor lauter Glück die Welt umar­men. Er war ein Mil­lio­nen­tr­e­f­fer. Er war DER Hund! Er hat mich so sehr zu dem gemacht, wer ich heute bin. Wir beide waren eine Ein­heit, ein Team vom ersten Augen­blick an. Wir haben uns blind ver­standen. Ein Blick, ein Gedanke und Rocky tat genau das, was ich wünschte.

Ich habe Rocky ken­nen­gel­ernt, als ich voller Angst nach einem tage­lan­gen Trans­port mit einem klap­pri­gen Bus aus Bul­gar­ien kam. Er hat mir trotz seiner Krankheit Sicher­heit gegeben und mich beschützt, als ein anderer Hund mir zu nahe kam. Mit Rocky wäre mein Leben noch viel wun­der­barer gewor­den und vor allem einfacher.

Ist Shiva auch dein See­len­hund oder wie siehst du deine Beziehung zu ihr?

Shiva ist anders als Rocky. Er war vom ersten Moment, von der ersten Sekunde mein Hund und mein See­len­hund. Shiva und ich hat­ten keinen ein­fachen Start. Ich habe mein kleines Zot­teltierchen vom ersten Moment an geliebt. Sie war so klein, zer­brech­lich und verängstigt und so sehr auf mich angewiesen. Aber sie war kein ein­facherer Kuschel­welpe. Nein, ich hatte einen regel­rechten Kampf mit ihr. Wir beide mussten erst einen gemein­samen Weg finden und ich musste ihr ihre vie­len Äng­ste nehmen und gle­ichzeitig so viel Sicher­heit ausstrahlen, dass sie ihre Aggres­sio­nen gegen alles und jeden in den Griff bekom­men hat. Mein Herz hatte sie schnell erobert und viele meiner Fre­unde sagen, dass sie mein Spiegel
ist. Bin ich schlecht drauf, ist Shiva eine Zicke, hab ich gute Laune, dann ist Shiva ein Gute– Laune-Hund, bin ich trau­rig, dann ist sie verkuschelt wie nie. Sie ist vielle­icht (noch) nicht mein See­len­hund, aber ich bin sicher, dass ich ihr See­len­men­sch bin.

Ich stram­ple mich ab und ver­suche alles, um Frauli glück­lich zu machen. Sie ist mein Men­sch und ich möchte niemals ohne sie sein, aber ihre Seele hängt immer noch an Rocky. Aber ihr Herz hatte schnell einen Platz für mich frei. Wir haben viel zusam­men durchgemacht und erlebt und ich bin sicher, dass ich es eines Tages schaffe. Mein Ziel ist, ihr See­len­hund zu wer­den. Ich möchte Rocky nicht erset­zen, aber ich möchte mit ihm auf einer Stufe ste­hen. Jenny ist etwas anderes… sie war Fraulis erster Hund und das ist etwas ganz beson­deres und unerr­e­ich­bar.

Ich liebe es zu lesen, welche Aben­teuer ihr erlebt habt. Ihr seid viel unter­wegs, fahrt in den Urlaub und seid auf Turnieren zu finden. Wie wichtig ist dir all das?

Ich war immer schon unternehmungslustig und viel und gerne unter­wegs. Einen Hund zu haben, war schon immer mein Traum. Ich wollte die Welt ent­decken und als Jugendliche war es für mich nor­mal beinahe jedes Woch­enende auf einem anderen Wet­tkampf zu ver­brin­gen. Ich habe viel Leich­tath­letik gemacht, war Klet­tern und hab Paraglid­ing gemacht. Zusam­men mit meinem Hund was zu unternehmen ist für mich sehr wichtig. Es kommt nicht so sehr auf das darauf an, was ich unternehme, aber umso mehr, dass ich mit Shiva zusam­men bin. Durch einen Vol­lzeitjob, der mich eben den ganzen Tag von Shiva fern hält, sind mir Woch­enen­den, Abende oder Urlaube mit Hund sehr wertvoll. Sie muss so viel auf mich
verzichten, daher möchte ich möglichst meine gesamte Freizeit mit Shiva verbringen.

Mir ist es egal, was wir machen. Haupt­sache wir sind zusam­men. Ob wir beide nun gemein­sam auf dem Sofa sitzen, wan­dern gehen oder auf Turnieren sind, ist mir egal. Mir ist nur wichtig, dass Frauli bei mir ist. Ich freue mich aber, wenn wir gemein­sam was unternehmen und neues ent­decken, weil ich merke, wie glück­lich Frauli damit ist und das macht mich wieder glücklich.

Wie denkst du über Men­schen, die mit ihrem Hund lediglich drei mal täglich die gle­iche kurze Runde gehen?

Ich kann den Men­schen nur vor den Kopf gucken und kann nicht sagen, was sie sonst alles unternehmen. Vielle­icht seh ich sie eben nur auf diesen Run­den, aber der Hund ist den ganzen Tag mit beim Beruf dabei und es ist nur der Aus­gle­ich für die bei­den, um herunter zu kom­men. Vielle­icht ist der Hund den ganzen Tag beim Hun­de­sit­ter und so viel unter­wegs, dass er nicht mehr möchte. Eventuell kön­nen die bei­den ein­fach nicht mehr so viel und diese gemein­samen kleinen Run­den sind ein liebge­wonnenes Rit­ual. Da ich ein pos­i­tiv denk­ender Men­sch bin, ver­suche ich stets das Beste von anderen zu denken und nicht zu hart zu urteilen. Meine Nach­barin geht mit ihrer kleinen Hündin jeden Tag 3-5x eine Minirunde, bei der
Shiva noch nicht mal warm wird. Ander­er­seits weiß ich, dass Trixi vor 3 Jahren einen Unfall hatte, bei dem sie sich die Hüfte gebrochen hatte. Sie kann ein­fach nicht mehr, sonst beginnt sie stark zu humpeln und hat auch Schmerzen. Wobei ich mir meine zynis­chen Kommentare
manch­mal verkneifen muss, wenn sie mir vor­wirft, dass ich an manchen Tagen keine 3 Run­den gehe, son­dern nur eine richtig große und der Rest wird im Garten absolviert. Die große Runde geht dann halt 3 Stun­den und ich übe unter­wegs auch viel mit Shiva. Abends
wird dann im Garten Rally Obe­di­ence gemacht oder Schnüf­fel­spiele. Trixie bekommt außer den Gas­sirun­den kaum Bespaßung…
Ich ver­suche nicht zu (ver-)urteilen, aber mir tun diese Hunde etwas leid. Wenn ich sehe, wie sehr sich Shiva über die Gartenbe­spaßung freut oder spon­tane Aus­flüge, die uns in uner­wartete Gegen­den führen, dann hab ich Mitleid mit den Hun­den, die diesen Spaß und diese Freude nicht erleben dürfen.

Also ich denke, 3 kleine Run­den am Tag ist so lahm, da geh ich doch gar nicht mehr mit… Es soll kein Pflicht­pro­gramm sein, son­dern eine gemein­same Unternehmung, die bei­den gefällt und für beide Part­ner schön ist. Hund muss Zeitung lesen, aber auch mit Frauchen oder Her­rchen etwas gemein­sam erleben. Frauchen oder Her­rchen soll die Beziehung zu seinem Hund erleben und ver­tiefen kön­nen. Da bin ich lieber mit Frauli unter­wegs oder mache einen faulen Tag mit ihr. Das tut manch­mal sooooo gut.

Nun weiß ich, dass du Shiva gern ver­wöhnst. Genau wie Queen und Püppi auch bekommt sie regelmäßig neue Spielies und tolle
Leck­erlis. Wie wichtig ist das für dich? Was bedeutet dir das?

Ich habe schon immer gerne geschenkt, anderen eine Freude gemacht oder kleine Aufmerk­samkeiten vergeben. Mir hat mal jemand vorge­wor­fen, dass ich das mache, weil ich mich in den Mit­telpunkt stellen möchte. Das ist aber nicht meine Inten­tion. Ich freue mich, wenn sich jemand anders über etwas freut. Es ist für mich genauso schön, als hätte ich sel­ber etwas geschenkt bekom­men. Selbst wenn Shiva nur 2 Minuten Freude mit etwas hat, ist es für mich ein unaus­löschliches Gefühl des Glücks, der Freude und eine Erin­nerung, die ich tief in meinem Herzen abspe­ichere. Vor ein paar Tagen habe ich Shiva eine Plüschschild­kröte mit­ge­bracht, die mir sel­ber so gut gefallen hat, dass ich sie auch für mich gekauft hätte. Kaum war ich daheim, hat sich Shiva die Schild­kröte gekrallt und ist mit ihr durch den Garten getobt. Sie hatte einen riesen­großen Spaß damit und ich hab mich gar
nicht sattse­hen kön­nen. Die Schild­kröte sitzt seit dem Tag unange­tastet in Shivas Kuschelkorb. Aber das ist mir egal, Shiva hatte für 10 Minuten einen Megas­paß und ich bin sicher, dass sie sie sich wieder krallt und genauso viel Spaß damit haben wird.

Ich bekomme gerne kleine Geschenke von Frauli und tobe dann beson­ders aus­ge­lassen damit durch den Garten oder die Woh­nung. Schließlich weiß ich doch, dass Frauli sich dann immer freut. Aber ich sel­ber freue mich ja auch darüber. Frauli bringt mir aber auch immer so tolle Sachen mit. Die Schild­kröte war der Ren­ner! Hmmm… muss mich gle­ich mal wieder drauf stürzen.

Wenn du arbeiten musst, passen deine Eltern auf Shiva auf, oder? Hättest du auch dann einen Hund, wenn das nicht möglich wäre?

Ja, defin­i­tiv. Ich kann nicht ohne Hund sein und bisher kon­nte ich meinen Beruf immer so organ­isieren, dass der Hund trotz Vol­lzeitjob nicht zu kurz kam. Als es mir nicht möglich war, für meinen Hund — damals war es Rocky — genug Zeit zu haben, habe ich gekündigt und mir einen besseren Job gesucht. Diese Entschei­dung würde ich immer wieder tre­f­fen. Aber für mich stellt sich diese Frage nicht mehr, da ich in der Ein­liegerwoh­nung bei meinen Eltern wohne.

Frauli und ich sind ja erst vor 2 Jahren zu Papa­her­rli und Mamafrauli gezo­gen. Davor war ich nach dem Mor­gen­gassi alleine bis entweder Frauli oder Gas­sigänger kamen und nach der Bespaßung hab ich wieder ein paar Stun­den auf Frauli warten müssen. So ist es mir aber wesentlich lieber. Jetzt bin ich nie mehr alleine und ich hab ein sooooo tolles Leben.

Was möcht­est du in zwanzig Jahren über dich sagen kön­nen? Ein Leben ohne Hund? Ist das für dich eine Option?

Ein Leben ohne Hund käme für mich nie in Frage. Es war die ersten 15 Jahre meines Lebens mein größter Wun­sch und sei­ther war ich niemals mehr ohne Hund. In 20 Jahren stehe ich kurz vor der Rente und da würde ich mich wohl auf meinen Ruh­e­s­tand und viel Zeit mit meinem Hund freuen. Ich war nie der große Planer oder Grübler son­dern lebe im Hier und Jetzt. Das wird sich wohl nie ändern. Ich kann nicht sagen, was ich in 20 Jahren
tun werde oder wie ich dann über mein bish­eriges Leben denken werde, ich hoffe ein­fach, dass ich weit­er­hin glück­lich bin und nichts zu bereuen habe.

Diese Frage kann ich nicht beant­worten. Ich hoffe, dass ich ein langes und glück­liches Leben an der Seite von Frauli ver­brin­gen werde und sie mich nicht vergisst.

Shiva kommt aus dem Tier­schutz. Mit­tler­weile wird es immer schw­erer eine ser­iöse Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion zu finden. Wird dein
näch­stes Hund auch aus dem Tier­schutz kommen?

Nein. Rocky war auch ein Tier­schutzhund, aber er war schon in Deutsch­land. Ich kon­nte ihn ken­nen­ler­nen und mich überzeu­gen, dass der Hund nor­mal agiert. Ich finde Tier­schutz gut und wichtig, aber ich werde nach Shiva keinen Tier­schutzhund mehr nehmen — zumindest
keinen Aus­land­shund. Tier­schutzhunde brin­gen einen dicken fet­ten Ruck­sack voller Erfahrun­gen mit. Die wenig­sten sind gut. Wenn es ein sen­si­bler Hund ist, belastet es ihn sein Leben lang und er kommt wom­öglich niemals über seine Ver­gan­gen­heit hin­weg. Shiva hat schreck­liche Erfahrun­gen gemacht und kann diese nicht vergessen. Ich hoffe, dass ich die Erin­nerun­gen ver­drän­gen kann, indem wir möglichst viele schöne Erleb­nisse haben, die sich in den Vorder­grund drän­geln und aus ihr den glück­lichen und fröh­lichen Hund machen, den ich immer in ihr sehe.

Frauli wurde über meine Ver­gan­gen­heit und mein Wesen so sehr bel­o­gen, dass sie nun ent­täuscht ist. Nicht von mir! Son­dern von den Men­schen. Deshalb wird sie wohl keinen Tier­schutzhund mehr nehmen, weil Frauli den Men­schen nicht mehr ver­trauen kann.

Wir danken dir für die Gele­gen­heit uns mal etwas näher zu beleuchten und auch mal aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Und ich danke euch für die liebevollen Antworten <3

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Hundekind Abby

Heute geht es weiter mit unserer Reihe “Kör­bchenge­flüster”. Ich habe heute ein ganz tolles Inter­view mit der lieben Dini von dem Hun­de­blog Hun­dekind Abby für euch. Dini und ich haben uns in Berlin auf der House of Dogs ken­nen gel­ernt 🙂 Dini ist eine ganz liebe Maus, mit der ich auch abseits der Blog­ger­welt viel Kon­takt haben. Und wer weiß, vielle­icht schaf­fen wir es ja endlich, uns mal wieder zu sehen 🙂

Aber nun habe ich erst ein­mal das Inter­view für euch: 

Dieses Inter­view wird ein sehr per­sön­lich. Hast du bei meiner Anfrage eher das Gefühl gehabt, dass das für dich kein Prob­lem sein wird oder hast du gedacht, dass du hier neuen Boden betreten würdest?
Ich wusste ja nicht, was du mit „per­sön­lich“ meinst. Für mich gibt es da einen Unter­schied zwis­chen „pri­vat“ oder „per­sön­lich“. Ich gebe in meinem Blog zwar sehr viel preis, vieles bleibt aber auch pri­vat. Mit per­sön­lichen Fra­gen habe ich aber kein Prob­lem, immer­hin ist der Blog es ja auch. Somit war ich nur sehr ges­pannt, was du alles von uns wis­sen möchtest.

Wir alle dür­fen auf deinem Blog mitver­fol­gen, welche Schwierigkeiten du mit Abby im All­tag hast bzw. gehabt hast. Fällt es dir schwer, eure Prob­leme mit uns zu teilen?
Nein gar nicht. Ganz im Gegen­teil. Abbys (gesund­heitliche) Prob­leme sind unsere Chance daran zu arbeiten und zu wach­sen. Und ich weiß, dass es da draußen ganz vie­len ähn­lich geht, auch wenn die Voraus­set­zun­gen vielle­icht andere sind. Warum sollte man nur schreiben, dass alles schön und gut ist, wenn es auch bei Hun­de­hal­tern Prob­leme gibt? Ich denke mir manch­mal, dass auch poten­zielle Neuhun­de­hal­ter auf den Blogs lesen und dann ein ganz falsches Bild bekom­men wie es ist, mit dem Hund zu leben.
Außer­dem ist es auch schön für mich, wenn ich das Ganze in 2–3 Jahren noch ein­mal lese und sehe, dass wir uns durch diese Zeit gekämpft haben, was wir alles ver­sucht haben und wie wir alles über­winden konnten.

Wie denkst du über Hun­de­hal­ter, die sagen „Mit meinem Hund gibt es kein Problem.“
Das ist doch schön für die Men­schen! Prob­leme mit dem Hund definiert auch jeder anders. Den einen würde das Fiepen eines 33 Kilo-Hundes nicht stören, andere (wie mich) treibt es regelmäßig in den Wahnsinn. Für einige ist es die Erfül­lung, wenn der Hund sie durch die Gegend zieht weil sie meinen, dass der Hund den Trieb ausleben muss. Ich möchte entspannt raus­ge­hen können.
Von daher ist das Wort „Prob­lem“ eine Ein­stel­lungssache. Aber ich denke, dass jeder mit seinem Hund mit etwas kämpft. Die Frage ist nur ob man bereit ist, sich dem zu stellen. Dann ist es kein Prob­lem, son­dern nur eine Auf­gabe. Und die kann man lösen.

Abbys Schild­drüsen­fehlfunk­tion wird dem­nächst einen großen Teil des Blogs abdecken. Wie geht es dir mit dieser Diagnose?
Ganz gut. Klar hätte ich mir gewün­scht, dass Abby gesund ist und das bis zum Ende ihres Lebens. Aber das ist nun mal nicht der Fall. Zwei Jahre mussten sie und wir lei­den, haben viel an Leben­squal­ität ver­loren und wenn man bedenkt, dass ihre Zeit auf Erden begrenzt ist finde ich, dass zwei Jahre sehr viel ver­schwen­dete Leben­szeit ist. Nun kön­nen wir ihr helfen mit den Medika­menten, mit allem was ich neu lerne. Ihre Leben­squal­ität ist schon viel besser gewor­den. Ihre Augen sind wieder klarer und sie wirkt wieder frischer. Von daher ist es gut, dass wir die Krankheit jetzt endlich erkannt haben und kön­nen ihr helfen.

Wer deinen Blog regelmäßig ver­folgt weiß, dass du einen kleinen Sohn hast. Hund und Kind? Wie wird man bei­den gerecht?
Gar nicht. Also nicht ohne Abstriche zu machen. Ich habe mich aus voll­stem Herzen dafür entsch­ieden mein Kind nicht ganz­tags in die Fremd­be­treu­ung zu geben. Das heißt, ich habe vor­mit­tags bis nach dem Mit­tagss­chlaf Zeit zu arbeiten, etwas Haushalt zu machen und mich um Abby zu küm­mern. Manch­mal klappt das gut und in Zeiten wo viel zu tun ist, klappt das eben weniger. Dann muss alles so gelegt wer­den, dass es irgend­wie passt. Große Run­den wer­den dann eben abends gemacht. Tagsüber ist ein Gas­sige­hen mit Bei­den momen­tan noch nicht möglich. Aber wer weiß, vielle­icht machen wir das in einem Jahr ja jeden Tag?

Hand aufs Herz – muss man sich auch auf Prob­leme ein­stellen, wenn man einen Hund hat und ein Kind bekommt?
Das muss man nicht unbe­d­ingt. Bei uns war die Kon­stel­la­tion von meiner nicht ganz so schö­nen Schwanger­schaft und Abbys langsam anfan­gen­den Symp­tomen der SDU eher ungün­stig. Deshalb wurde das bei uns so schwierig. Wenn der Hund aber keine gesund­heitlichen und erzieherischen Prob­leme hat, dann muss man sich nicht auf Schwierigkeiten ein­stellen. Was man allerd­ings bedenken sollte ist, dass man erst ein­mal eine Rou­tine mit dem Kind finden muss. Die ersten Wochen sind da beson­ders span­nend, da alles neu ist. Im Laufe der Zeit gibt sich das und nach ein paar Monaten läuft alles wie von allein. In der Anfangszeit kommt der Hund allerd­ings oft zu kurz – aber das ist okay. Das muss so sein.


Was macht dich glück­lich? Was bedrückt dich?
Glück­lich machen mich die kleinen Dinge. Ein Guten-Morgen-Kuss von dem Kleinen, meinem Mann oder aufzuwachen und Abby an mich kuscheln zu haben. Wenn es meiner Fam­i­lie gut geht, dann geht es mir auch gut und mehr brauche ich gar nicht. Ander­srum ist es natür­lich, wenn es ihnen schlecht geht, dann fühle ich mich auch nicht wohl. Aber nichts­destotrotz ver­suchen wir immer aus allem etwas Gutes zu machen.

Was möcht­est du in zwanzig Jahren über dich sagen können?
Dass ich immer noch so knackig aussehe wie in meinen 20ern. Nein Spaß: Dass ich alles so gemacht habe, wie ich es damals für richtig gehal­ten habe. Ich habe in meinem Leben schon so viele Entschei­dun­gen getrof­fen, die viele nicht nachvol­lziehen kon­nten. Alle Entschei­dun­gen haben mich aber dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Natür­lich sind nicht alle Entschei­dun­gen richtig, aber Fehler gehören genauso zum Leben und immer­hin kann man aus ihnen lernen.

Mit welcher Art von Men­schen fühlst du dich am wohlsten?
Eigentlich mag ich Men­schen ganz oft ja gar nicht. Zumin­d­est wenn sie doof sind. Ich mag pos­i­tive Men­schen und solche, die sich mit ganz viel Herzblut für etwas begeis­tern und darin ver­lieren kön­nen. Solche Men­schen sind mir sehr ähn­lich und ich glaube mit Men­schen, die einen ver­ste­hen kann man sich am besten verständigen.


Wenn dein Leben ver­filmt wer­den würde, welchen Titel und welchen Sound­track würde der Film bekom­men und warum?
Dafür gibt es nur ein Lied: „Time of my Life“. Und weil der Sound­track so gut ist, geht natür­lich auch nur der kom­plette Dirty Danc­ing Sound­track. Warum? Ich kann diesen Film mit­spie­len und außer­dem war „Time of my Life“ einer unserer Hochzeitssongs. Hinzu kommt noch etwas Justin Tim­ber­lake, Ed Sheran und Sun­rise Avenue Musik. Oh ja, das wäre ein Sound­track, der den Oscar bekom­men sollte!

Fühlst du dich wohl in der Blog­ger­welt? Was magst du beson­ders? Auf was kön­ntest du verzichten?
Ich kann nicht behaupten, dass ich mich nicht wohlfühle. Meist sind doch alle sehr kol­le­gial zueinan­der und helfen sich wo sie kön­nen. Nur wenn es um Koop­er­a­tio­nen und den eige­nen Vorteil geht, dann sollte der ein oder andere sich wieder auf diesen Zusam­men­halt zwis­chen den Hun­de­blog­gern besin­nen. Unseren Blog gibt es schon seit 4 Jahren! So ein Durch­hal­tev­er­mö­gen hatte ich bisher bei noch nie bei etwas. In diesen 4 Jahren habe ich viele Blogs kom­men und gehen sehen. Momen­tan habe ich das Gefühl, dass wieder ganz viele neue dazu kom­men. Es ist span­nend zu sehen, welchen neuen Input sie in die Blog­ger­szene brin­gen und wie sich alles entwick­elt. Nichts­destotrotz betreibe ich Hun­dekind Abby weiter so, wie ich das möchte.

Vie­len Dank liebe Dini, dass du dich meinen Fra­gen gestellt hast <3

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: der Aussieblog

Heute geht es weiter mit unserer Blo­greihe Kör­bchenge­flüster — Der Men­sch hin­ter dem Blog. Auf dieses Inter­view habe ich mich beson­ders gefreut. Ich habe Lizzy von Indi­an­er­mäd­chen & Wild­fang — der Aussieblog einige sehr per­sön­liche Fra­gen gestellt. Ich glaube, Lizzy und ich sind uns in vie­len Punk­ten sehr ähn­lich (Lizzy, bitte kor­rigiere mich, falls ich da falsch liege;). Zumin­d­est betr­e­f­fen uns die gle­ichen The­men wie Hun­de­sport und Hun­dezucht sowie die Liebe zu echten “Arbeitshunden”. 

Aber ich möchte euch das Inter­view gar nicht länger vorenthalten 🙂

Dieses Interview wird sehr persönlich und bezieht sich auf den Menschen hinter dem Blog – also auf dich 🙂 Fällt es dir schwer auf deinem Blog über Persönliches zu sprechen?

Also eigentlich fällt es mir nicht schwer, nein. Ich bin ja pri­vat auch eher ein Plap­per­maul und rede oft ohne Punkt und Komma. Natür­lich erzähle ich nicht jedes Detail über meine Arbeit oder mich, aber ich glaube ger­ade genug, dass die Blog­beiträge uns authen­tisch spiegeln. Das hoffe und wün­sche ich mir zumindestens.

Hand aufs Herz? Warum hast du dich für zwei Aussis entschieden?

Also zunächst habe ich mich ja nur für einen Aussie, näm­lich Emmely entsch­ieden. Mein erster Hund sollte Lust haben mit mir zu arbeiten und ich mag schnelle Hunde, sowohl in der Geschwindigkeit aber auch im Denken. Und ja, natür­lich spielte auch die Optik eine Rolle. Wenn man ehrlich ist, spielt die immer eine Rolle — und ich mag ein­fach das fre­undliche und bunte Ausse­hen der Mer­les. Aber Schön­heit liegt bekan­nter­maßen auch im Auge des Betra­chters. Zudem ist die Rasse Aus­tralian Shep­herds eine noch rel­a­tiv gesunde Rasse, sofern man einige Aspekte bei der Zucht beachtet. Beim Zwei­thund habe ich kurzzeitig nochmal über einen Cat­tle Dog oder Bor­der Col­lie nachgedacht, let­z­tendlich dann aber eine tolle Aussiezüch­terin gefun­den und mich doch für einen zweiten Aussie entsch­ieden. Zwei Hunde durften es übri­gens sein, weil wir vor 3 Jahren mal die Schwester von Emmely für einige Wochen zu Besuch hat­ten und Emmely so viel Spaß hatte, dass ich Schwest­erchen Flake am lieb­sten gle­ich behal­ten hätte. Ab da war für mich klar, dass zu gegebener Zeit noch ein zweites Mäd­chen einziehen darf.

Emmely begleitet dich zur Arbeit und ist dort selbst als Therapiehund tätig. Wie sieht Hazels Zukunft aus?

Also der Zwei­thund sollte von vorn­herein nicht als Ther­a­piehund einge­setzt wer­den, son­dern eher in Rich­tung Hun­de­sport. Hazel kommt nun seit einiger Zeit aus organ­isatorischen Grün­den mit zur Arbeit und über­rascht mich immer wieder, wie sie da und auch pri­vat mit Kindern umgeht. In welche sportliche Rich­tung es gehen wird, weiß ich noch nicht. Hüten finde ich ja großar­tig und ich kön­nte mir vorstellen, dass daran Spaß hätte, zumal sie bei der Züch­terin ja schon Laufen­ten ken­nen ler­nen durfte. Auch Fris­bee oder Agility kön­nte ich mir gut vorstellen — sofern sie da nicht zu sehr hochfährt. Vielle­icht bleiben wir aber ein­fach beim Turnier­hun­de­sport. Jetzt ist Hazel ger­ade ein gutes Jahr alt und die Beglei­thun­de­prü­fung steht an, wir haben also noch genug Zeit etwas Passendes zu finden.

Ich durfte dich auf der DogLive in Münster kennen lernen und ich glaube, wir haben einiges gemeinsam. Wir arbeiten beide gerne mit unseren Hunden. Bei uns steht Agility, DogDance, Mantrailing und das Training für die Begleithungeprüfung auf dem Plan. Ich weiß, dass auch Hazel die BH ablegen soll und du allgemein viel THS betreibst. Wie denkst du über Hundehalter, die lediglich mit ihren Hunden spazieren gehen? Hast du
Mitleid mit Hunden, die gar keine Aufgaben haben und so gar nicht beschäftigt werden?

Also zur Zeit machen wir kein THS, was zum Teil am Verein selbst liegt, vor allem aber an meinem Ehrgeiz. Die Turniere im let­zten Jahr liefen näm­lich nicht so gut, obwohl es im Train­ing großar­tig klappte.. Trotz­dem ver­brin­gen wir ja viel Zeit mit Tricks, Apportier­train­ing, Fris­bee spie­len, BH Train­ing für Hazel, Ther­a­pi­es­tun­den mit Emmely und manch­mal auch noch joggen oder skaten. Aber: auch wir gehen ein­fach mal nur spazieren. Und das regelmäßig. Damit meine ich, dass die Mädels ein­fach schnüf­feln und wuseln dür­fen – in einem gewis­sen Rah­men natür­lich — und jeder ein wenig seinen Gedanken nach­hän­gen darf. Ich kenne einige Hunde, für die das völ­lig aus­re­ichend ist und die kein großes Beschäf­ti­gung­spro­gramm brauchen. Was und wie viel ein Hund braucht, kann man ja nicht unbe­d­ingt an der Rasse fest machen, son­dern ist von Hund zu Hund unter­schiedlich. Mir wäre es allerd­ings zu lang­weilig, wenn ich nur spazieren gehen würde und noch schlim­mer: Wenn es jeden Tag die gle­iche Strecke wäre. Zudem glaube ich, dass dieses gemein­same Arbeiten die Bindung untere­inan­der stärkt. Daher ver­passen möglicher­weise eher die Men­schen eine Chance auf eine tief­ere Bindung zu ihrem Vier­beiner und das ist doch ziem­lich schade.

Ich weiß nicht wie es dir geht. Wenn ich vor anderen Hundehaltern erwähne, dass wir Hundesport machen und wieviele Stunden das in der Woche in Anspruch nimmt, kommt oft der Satz „Also mein Hund darf ja noch Hund sein.“ Wie denkst du über eine solche Aussage in diesem Zusammenhang?

Ich glaube, diesen Satz höre ich eher sel­ten, weil viele Leute sowieso glauben, dass Aus­tralian Shep­herds eine 24 Stun­den Beschäf­ti­gung benöti­gen, um zufrieden zu sein. Und obwohl wir viele ver­schiedene Dinge machen, nehmen sie pro Woche wahrschein­lich nicht mehr Zeit weg, als wenn jemand täglich zwei große Run­den mit seinem Hund spazieren geht. Ich lege ja viel Wert darauf, auch Ruhep­hasen für die Mädels einzule­gen. Wenn Emmely mit mir in Ther­a­pi­es­tun­den war, muss sie weder vorher noch nach­her irgend­wie arbeiten oder stun­den­lang spazieren. Und wenn wir am Woch­enende viel gemacht haben, bleibt sie auch mal Mon­tag und vielle­icht auch Dien­stag Zuhause. Ich finde, dass man es nicht übertreiben darf und ver­suchen sollte, eine Bal­ance zwis­chen Beschäf­ti­gung und Auszeiten zu finden. Emmely und Hazel sind, glaube ich, sehr zufrieden mit unserem Leben. Da fällt mir aber ger­ade ein, dass doch mal jemand meinte, dass sein Hund ein­fach Hund sein darf: Und zwar von einem Besitzer eines Jagdhun­des, welcher nicht gut erzo­gen war und deshalb ständig durch das Gebüsch stre­unte, auf der Suche nach Kan­inchen. Das ist übri­gens ganz und gar nicht mein Ver­ständ­nis von “Hund sein dürfen”.

Gibt es Hunderassen, die du dir so gar nicht an deiner Seite vorstellen könntest?

 Ja, gibt es tat­säch­lich einige. Ganz, ganz große oder sehr kleine Rassen zum Beispiel nicht. Die Großen vor allem nicht, weil sie vom Wesen meist eher gemäch­lich und langsam sind — und das ist ein­fach nichts für mich — zudem ist die Lebenser­wartung nicht ger­ade hoch und auch das finde ich für mich schwierig. Bei ganz kleinen Rassen weiß ich gar nicht genau, warum ich mir da keinen vorstellen kann – ein Mini oder gar Toy Aussie wäre übri­gens auch nichts für mich, nicht nur wegen der Größe. Defin­i­tiv würde ich keine Zucht unter­stützen, die so auf das Ausse­hen fix­iert sind, dass die Tiere dadurch krank sind und deshalb lei­den. Dazu zählt auch der Mops, Bas­set, Chi­huahua, Cav­a­lier King Charles, Shar Pei und viele bull­do­ge­nar­tige Rassen.

Wie denkst du über das Züchten im Allgemeinen?

All­ge­mein finde ich, dass es viel zu ein­fach ist, sich Züchter nen­nen. Es gibt lei­der viele Men­schen, die damit ein­fach Geld ver­di­enen wollen und sich vor allem an der Nach­frage ori­en­tieren und Welpen kreieren, die haupt­säch­lich schön sein sollen. Inzwis­chen gibt es ja so unglaublich viele geplante Mixe in „beson­deren sel­te­nen Far­ben“ wie merle oder char­coal und möglichst bun­ten Augen. Die geben denen dann einen neuen ganz tollen Namen und nen­nen sich auch Züchter. Lei­der gibt es da oft auch Ver­paarun­gen, bei denen die Gesund­heit und die Charak­tereigen­schaften kaum noch eine Rolle spie­len. Meiner Mei­n­ung nach sollte es beim Züchten nicht ein­fach ums Ver­mehren gehen, die Auf­gabe einer Zucht sollte auch die Erhal­tung einer gesun­den und wesensstarken Rasse sein. Ich habe ja meine bei­den Mädels von ver­schiede­nen Züchtern und ich weiß daher, dass es unglaublich viele Men­schen gibt, die Aus­tralian Shep­herd Welpen verkaufen und es wirk­lich nicht ein­fach war, eine Zucht zu finden, die meine Kri­te­rien erfüllt. Bei Emmely habe ich damals fast ¼ Jahr gesucht und dann nochmal über ein halbes Jahr auf meinen Wun­schwurf gewartet.

Tierschutzhunde – käme das für dich in Frage?

Mmh, grund­sät­zlich würde ich Ja sagen. Bei meinem ersten Hund kam das nicht in Frage, weil ich diesen ja eventuell als Ther­a­piehund ein­set­zen wollte. Bei einem Hund, über dessen Ver­gan­gen­heit man in der Regel nicht viel weiß, finde ich das Risiko zu hoch, dass vielle­icht doch mal was passiert. Das heißt nicht, dass Hunde aus dem Tier­schutz nicht auch ganz toll als Ther­a­piehund arbeiten kön­nen, nur ich per­sön­lich kön­nte das nicht vertreten. Anson­sten finde ich es super, dass es Men­schen gibt, die Hunde aus dem Tier­schutz aufnehmen. Gemein­sam mit dem Lieblingszweibeiner haben wir ja im Moment drei Mädels und damit ist das Rudel fast komplett.

Auf den Straßen sieht man immer mehr Aussis. Auch in meiner Nachbarschaft leben viele Hunde dieser Rasse. Doch nur mit wenigen davon wird gearbeitet. Was denkst du darüber? Der Aussie als Modehund?

Der Aussie als Mod­e­hund, das ist tat­säch­lich so. Es gibt natür­lich auch Vertreter, die mit wenig Beschäf­ti­gung zufrieden sind, wie das ja bei jeder Rasse sein kann. Mir passiert es häu­figer, dass Leute, denen wir begeg­nen Sätze sagen wie “ Oh, guck mal ein Aussie! Die sind so schön! So einen will auch haben” oder aber sie fra­gen nach der Rasse, um dann auch so einen haben zu wollen. Manche Men­schen lassen sich von der hüb­schen Optik blenden und sehen dazu — wenn die Mädels einen guten Tag haben — brav erzo­gene Hunde, lesen im Anschluss, dass Aussies intel­li­gent sind und einen Will to Please haben und glauben dann, dass sie ein­fach zu erziehnde Fam­i­lien­hunde sind. Kaum einer, der uns wegen dem hüb­schen Fell anspricht, fragt wie viel Arbeit eigentlich in der Erziehung steckt — dass erzähle ich inzwis­chen aber ein­fach unge­fragt *zwinker*.

Was ist für dich das Geheimnis einer guten Bindung zu seinem Hund? Glaubst du, vieleProbleme im Zusammenleben mit einem Hund basieren darauf, dass keine Bindung zu dem Menschen besteht?

Ich glaube, eine gute Bindung baut man durch gemein­same Erleb­nisse auf. Das fängt ja im Welpenal­ter schon an, wenn man den Kleinen die Welt zeigt. Spaß miteinan­der haben baut Bindung auf — und das geht meiner Mei­n­ung nach eben nicht, wenn jeder für sich den Weg ent­lang trot­tet oder der Hund sich alleine im Garten aus­tobt. Zeit zu Zweit ist mir wichtig. Zeit mit Emmely, Zeit mit Hazel und auch Zeit mit Frau Flausch. Ich weiß nicht, ob viele Prob­leme durch fehlende Bindung entste­hen. Einige aber wahrschein­lich schon.

Vie­len Dank, liebe Lizzy. Ich habe mich sehr gefreut, dass du mit­gemacht hast. <3

Vie­len Dank auch an Erik, für die tollen Fotos. Lizzys Fre­und macht näm­lich ganz tolle Bilder. Folgt ihm doch bei Instragm 🙂

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Moe & Me

Wir alle haben etwas gemein­sam: Wir lesen gerne Hun­de­blogs. Auch ich als Blog­gerin habe auf meiner Liste einige Blogs, die ich regelmäßig lese und gern ver­folge. Die meis­ten dieser Blog­ger durfte ich per­sön­lich ken­nen lernen. 

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich per­sön­lich liebe es, den Men­schen hin­ter dem Blog zu ken­nen. Als Leser bekommt man irgend­wann ein Gespür dafür, was für ein Men­sch hin­ter dem Blog steckt. 

Doch wie viel weiß man eigentlich wirklich?

In einer Zeit, in der die Hun­de­blogs immer mehr zu einem Rat­ge­ber wer­den und das Per­sön­liche immer mehr in den Hin­ter­grund zu rücken scheint, möchte ich heute eine neue Blo­greihe starten. 

In den näch­sten Wochen möchte ich euch meine lieb­sten Blogs vorstellen. Ich werde die Men­schen hin­ter dem Blog inter­viewen und sie mit den per­sön­lich­sten Fra­gen löch­ern, die man nur stellen kann. 

Heute macht die liebe Nicole von Moe & Me den Anfang. Sie hat sich meinen Fra­gen gestellt und es ist ein sehr per­sön­liches Inter­view entstanden.

Das kom­mende Inter­view wird ein sehr Per­sön­liches. Fällt es dir schwer, auf deinem oder in diesem Fall auf meinem Blog Per­sön­liches von dir Preis zu geben?

Mit­tler­weile nicht mehr, obwohl ich den­noch unter­scheide: Es gibt das Per­sön­liche und es gibt das Pri­vate. Mir passieren oft­mals Dinge, die z.B. mit meiner Fam­i­lie & Moe zu tun haben – über diese schreibe ich dann nicht.
Man kann sehr wohl per­sön­lich schreiben, ohne zu pri­vat zu wer­den. Allerd­ings musste ich das auch erst ein­mal ler­nen: Am Anfang hatte ich das Gefühl, die Grenze viel früher ziehen zu müssen und wollte so unper­sön­lich wie möglich schreiben.
Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem es mir wichtig ist, per­sön­lich zu schreiben. Nicht, weil das irgend­wie erwartet wird, son­dern weil ich her­aus­ge­fun­den habe, dass es sich so für mich am Leicht­esten schreibt. 🙂

Auf deinem Blog gehst du offen damit um, dass Moe HD hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie man sich dabei fühlt und ich glaube, wir sind uns da ziem­lich ähn­lich. Wie geht es dir damit? Wie gehst du damit um?

Sagen wir es so: Es gibt gute und es gibt schlechte Tage. Nor­maler­weise ver­suche ich ihn ein­fach machen zu lassen.
Wie du weißt, haben bei uns sämtliche Nahrungsergänzungsmit­tel etc. keinen oder nur wenig Erfolg gebracht. Umso älter Moe wird, desto mehr sehe ich, wie er langsamer wird, wie er teil­weise torkelt, es immer schwieriger für ihn wird, aufzustehen.
Bei jedem Sprung zucke ich zusam­men, wenn er humpelt, mache ich mir sofort Gedanken.
Gle­ichzeitig ver­suche ich ruhig zu bleiben. Moe hilft es ja nicht, wenn ich ständig einen kon­trol­lieren­den Blick habe und ihn ein­schränke. Ich denke, so lange er sich so bewegt, wie er das möchte, wird das schon in Ord­nung sein. Er wird mir zeigen, wenn er nicht mehr kann. Aber heute haben wir auch einen guten Tag – sonst hätte ich auf die Frage vielle­icht anders geantwortet. 😉

Ich per­sön­lich finde alte Hunde haben etwas Magis­ches an sich. Lei­der hatte ich nicht das Glück, dass meine Hunde alt gewor­den sind. Moe ist zwar noch kein alter Opi, doch steuert er so langsam darauf zu. Wie denkst du darüber? Freust du dich auf die gemein­same Zeit, in der Moe ein weiser Hun­deopi sein wird oder hast du Angst davor?

Es macht mir Angst, dass wir nur noch begrenzt Zeit haben. Die Uhr tickt – das ist mir bewusst, auch wenn Moe mit seinen fast 8,5 Jahren noch kein richtiger Opi ist.
Aber, wie oben schon gesagt: Ich merke, dass er langsamer wird, mehr Ruhep­ausen braucht. Gle­ichzeitig liebe ich alte Hunde und mag es sehr, dass Moe langsam grau um die Schnauze wird. Natür­lich braucht er mehr Schlaf, aber er ist auch sehr kusche­lig geworden.
Wir ver­brin­gen viel mehr ruhige Momente miteinan­der als vorher und ich hoffe, wir wer­den noch ganz viele gemein­same Jahre haben.

Was möcht­est du in deinem Leben gerne erreichen?

Wenn ich die Frage ganz ego­is­tisch beant­worten darf: Ich möchte für mich die max­i­male Frei­heit. Die Frei­heit, dort zu leben, wo ich es möchte. Die Frei­heit, ich sein zu dür­fen. Die Frei­heit, jeden Tag neu zu entschei­den, wohin die Reise geht.
Und sonst habe ich auch eine Bucket List mit Din­gen, die ich gerne ein­mal erlebt haben möchte.

Welche Werte und Charak­tereigen­schaften sind dir wichtig? Worauf legst du bei deinem Mit­men­schen wert?
Oh, das ist gar nicht so leicht. Eigentlich ver­suche ich, die Men­schen so zu akzep­tieren, wie sie sind. Den­noch gibt es Charak­terzüge und Eigen­schaften, die ich schätze.
Es ist wohl nor­mal, dass man am Ehesten nach Men­schen sucht, die einem ähneln. Von daher ist mir Pünk­tlichkeit sehr wichtig, Ehrlichkeit, jemand, der das Herz auf der Zunge trägt und andere so akzep­tiert, wie sie sind.

Welche Eigen­schaften und Charak­terzüge sind gar nichts für dich?

Jemand, der Tiere kom­plett ablehnt, wäre für mich sehr schwierig. Ebenso ein abso­lut neg­a­tiv oder kom­plett pos­i­tiv denk­ender Mensch.
Ich habe aber auch Prob­leme mit sehr extro­vertierten, lauten Men­schen – gle­ichzeitig kann ich auch nur sehr schwer mit sehr ruhi­gen, in sich gekehrten Typen.
Was mich richtig auf die Palme bringt, sind Men­schen, die sich über andere lustig machen.

Wovor hast du Angst?
Wo fange ich an, wo höre ich auf? 😀 Ich habe panis­che Angst vor Luft­bal­lons. Ich habe Angst vor Weberknechten und Schnaken (die legen näm­lich ihre Eier unter der Haut ab! Ganz sicher.), ich habe große Angst vor Ohrenkneifern, ich mag große Men­schen­men­gen nicht.
Film­szenen, die mir Angst machen, sind die, in denen Män­ner sich rasieren (die kön­nten sich ja schnei­den) und Unter-Wasser-Szenen (wenn Men­schen ertrinken). Dabei liebe ich Hor­ror­filme und schwimme /tauche selbst total gerne – ohne Angst zu haben.
Ich habe Angst davor, dass Moe ganz plöt­zlich stirbt. Und die Liste ist mit Sicher­heit noch sehr viel länger.


Gab es Momente, die dein Leben völ­lig verän­dert haben? 

Es gibt genau 2 Momente. Der eine ist zu pri­vat, als dass ich ihn nieder­schreiben möchte.
Der zweite ist mein Auszug: Das war das Beste und Wichtig­ste, was ich für mich getan habe und das mein Leben kom­plett verän­dert hat. Wäre ich nicht wegge­zo­gen, wäre ich heute defin­i­tiv ein anderer Men­sch – und ich bin nicht sicher, ob ich den mögen würde.

Was stört dich an der Blog­ger­welt, was magst du besonders?
Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich weitest­ge­hend aus der Blog­ger­welt raus – obwohl ich sel­ber blogge. Es gibt nur wenige Blog­ger, die mich total inter­essieren und noch weniger, die sel­ber einen Hun­de­blog haben.
Störend finde ich die Entwick­lung, dass viele mit­tler­weile nicht mehr für sich und über ihren Hund schreiben, son­dern dass der Hund nur noch neben­säch­lich erscheint und sich viele als Experten posi­tion­ieren wollen. Aber das ist Geschmackssache.
Glück­licher­weise gibt es ja immer noch kleine, feine Blogs, die anders sind und nicht den Anspruch haben, beson­ders hil­fre­ich sein zu wollen. 😉
Was ich beson­ders mag: Durch das Bloggen habe ich mit­tler­weile viele tolle Men­schen auch per­sön­lich ken­nen ler­nen dür­fen. Es ist großar­tig, wenn man merkt: Ich bin nicht alleine! Für andere ist der Vier­beiner genauso wichtig.

Wo siehst du dich in zehn, wo in zwanzig Jahren?
Ins­ge­heim hoffe ich, mich noch mehr von allem Materiellen lösen zu kön­nen und der Hip­pie sein zu kön­nen, der ich im Herzen längst bin. 🙂
Ich kann nicht sagen, wo ich mich in 10 oder 20 Jahren sehe, weil ich noch nie langfristig geplant habe. Wün­sche habe ich allerd­ings: Ich wün­sche mir, glück­lich zu sein und inner­lich aus­geglichen zu sein.
Ich wün­sche mir, die Welt zu sehen und einen Ort zu finden, an dem ich Frieden finde. Ob das in 10 oder 20 Jahren ist, später, früher – so lange ich das finde, was ich suche, ist es mir egal.

Hast du das Gefühl beim Schreiben deiner Artikel du selbst sein zu kön­nen? Und warum ist das so?

Ja, kom­plett. Aber das war nicht immer so: Meine Artikel von 2010 – 2015 sind angestrengt, irgend­wie nicht richtig ich. Weil ich nicht wusste, was ich eigentlich erzählen wollte. Alles klang so falsch.

Das ist jetzt nicht mehr so. Moe & Me bin ich, abso­lut, 100%.

Liebe Nicole,

vie­len Dank, dass du dich meinen Fra­gen gestellt hast und so viel Per­sön­liches mit uns geteilt hast. 

Ich freue mich schon auf das näch­ste Inter­view und werde der­jeni­gen nun mal verkün­den, was ich mit ihr vorhabe 🙂