Beschäftigung

ZOS — über Feuerzeuge und ungeahnte Talente

Als wir vor unge­fähr einem guten Jahr mit dem Hun­de­sport ange­fan­gen haben, stand für Püppi zunächst Agility auf dem Plan. Vor eini­gen Monaten jedoch wurde es zunehmend lang­weiliger. Die Kom­man­dos saßen und der Par­cour war nur sel­ten ein Prob­lem. An der Geschwindigkeit hät­ten wir noch arbeiten kön­nen, doch irgend­wie blieb der Spaß auf der Strecke. Für Püppi wurde Agility immer mehr zur Rou­tine. Nach der Stunde war sie nur sel­ten müde, sie schien mit dem Agility nicht aus­ge­lastet zu sein.

Einige Zeit ging ich par­al­lel in eine Dog­Dance Gruppe. Mir macht das trick­sen viel Spaß und ich liebe die Abwech­slung. Durch die vie­len neuen Tricks wurde es nie lang­weilig. Die Mädels unserer Agili­ty­gruppe habe ich schließlich mit dem Dog­Dance Virus infiziert und so wurde auch zu der Agili­tyzeit get­rickst. Mit­tler­weile kann Püppi schon ganz schön viele Tricks und zur Zeit entste­hen die ersten Ele­mente einer Choreographie.

Doch mit­tler­weile wer­den die Tricks schw­erer und man braucht länger bis sie sitzen. An einer Übung arbeiten wir nun schon fünf Wochen lang. Das ist kein Prob­lem, doch irgend­wie “lohnt” sich die wöchentliche Stunde nicht wirk­lich, wenn man ohne­hin winzig kleine Schritte voran kommt. So richtig viel mit­nehmen kann man aus einer Stunde nicht, wenn man nur an kleinen Fein­heiten arbeitet, die man auch Zuhause machen könnte.

Und so haben wir uns mit der Gruppe über­legt, wir schnup­pern uns ein­fach mal durch die Hun­de­sportarten und schauen mal, was es so gibt. Wir trick­sen natür­lich weit­er­hin, doch zwis­chen­durch mal etwas anderes machen, lock­ert alles etwas auf 🙂

Und so haben wir vor kurzem eine Stunde longiert. Einige Anstöße kön­nte ich für meine Chore­o­gra­phie nutzen, doch mein Hobby wird das defin­i­tiv nicht. Mir ist das irgend­wie zu lang­weilig und zu stumpf. Sorry an alle Longier­fans da draußen 🙂 Klar ver­stehe ich den Sinn hin­ter der Sportart, doch das ist lei­der so gar nicht meins 🙂 In Verbindung mit Dog­Dance bes­timmt, doch stumpfes Longieren ist mir echt zu langweilig.

Ver­gan­gene Woche habe ich dann ZOS in den Raum gewor­fen und meine bei­den Mädels aus der Gruppe waren eben­falls neugierig und so haben wir uns der Ziel — Objekt — Suche gewidmet.

Ich hab mich ganz beson­ders auf die Stunde gefreut, denn ich habe gehofft, nun etwas gefun­den zu haben, was bei­den Hun­den Spaß macht und was ich mit bei­den zusam­men machen kann. Und so kam Queen mit 🙂

Ich muss zugeben: Ich dachte, für Queen ist das ein Kinder­spiel und Püppi rafft es nie.

Doch es kam anders: Queen war maß­los über­fordert, ver­stand gar nichts und Püppi war der einzige Hund aus dem Kurs der bere­its unter Objek­ten suchen konnte.

Da haben der Stre­ber­schäfi und die Kurz­nase wohl die Rollen getauscht.

Mantrail­ing — jed­erzeit und über­all. Doch ZOS? Ohne Queen 😀

Queen fand das Feuerzeug abso­lut unin­ter­es­sant, ver­stand über­haupt nicht, warum sie nun die Nase an das Ding hal­ten sollte. Und hin­le­gen? Warum denn hin­le­gen? Statt sich an das Feuerzeug zu legen, machte sie es sich auf mein “Platz” hin irgendwo in der Nähe gemütlich. Dass ich immer wieder mit diesem komis­chen Teil um die Ecke kam, fand sie nicht nur merk­würdig, son­dern zunehmend gruselig. Leck­erlis suchen — kein Thema. Doch einen Gegen­stand durch ein Platz anzeigen? Ohne Queen.

Und so alberte sie sich durch die Stunde, brachte mich einige Male zum Lachen und gle­ichzeitig an den Rand der Verzweiflung 🙂

Püppi hinge­gen hatte es wahnsin­nig schnell raus und wusste, was ich von ihr wollte. Gle­ich in der ersten Stunde zeigte sie das Feuerzeug unter einem Stein an.

Ich war ent­täuscht, rat­los, stolz und amüsiert zugleich.

Queen liebt es Leck­erlis zu suchen, Trailen oder Fährten zu gehen. Doch ZOS war ein­fach nichts für sie. Weder dort in der Train­ing­shalle noch Zuhause. Da ich natür­lich keinen Hund zu etwas zwin­gen werde, bleiben wir bei unseren gewohn­ten Beschäf­ti­gungsmöglichkeiten und verun­sich­ern Queen nicht mit etwas, was ihr keinen Spaß gemacht hat.

Kurze Pause — dann wird weiter gesucht 🙂

Ich fand mich so langsam mit dem Gedanken ab, dass Queen wohl keine ZOS — Hund wird und wir wohl weit­er­hin Zuhause ohne regeln und nach unserer Schnauze Leck­erlis suchen oder Tee­beu­tel anzeigen — ohne Plat­zlage, son­dern nur mit der dicken Nase auf dem Behälter.

Püppi hinge­gen hat mich schon ein wenig stolz gemacht. In der zweiten Stunde war sie motiviert und bei der Sache. Sie durfte ihr Feuerzeug nun schon unter einem kleinen Min­isuch­feld aus einem Holzbrett, einem Klemm­brett und zwei Töpfen suchen. Sie geht zwar oft erst zu dem Punkt, an dem das Feuerzeug vorher lag, doch sie kor­rigiert selbst und zeigt es dann kor­rekt an.

Bin schon ziem­lich stolz auf die kleine Kurz­nase. Da sieht man mal wieder, dass man auch mit kleinen Hun­den so viel machen kann. Immer wieder schade, wenn man bedenkt wie viele kleine Hunde als Kuscheltier gehal­ten werden.

Bevor ich abschweife, komm ich mal zum Ende.

ZOS ist defin­i­tiv eine coole Sache und lastet den Hund so richtig aus. Ich finde beson­ders gut, dass man auch Zuhause trainieren kann und ich nichts außer das Feuerzeug benötige. Man kann sich aus tausend Gegen­stän­den im Haushalt selbst kleine Such­felder bauen und jed­erzeit und über­all mit dem Hund arbeiten.

Habt ihr auch schon mal ZOS mit eurem Hund aus­pro­biert? Welche Hun­de­sportarten ste­hen bei euch auf dem Plan?

Wieviel ist eigentlich zu viel?

Seit eini­gen Wochen beschäftigt mich immer wieder eine Frage:

Wieviel ist eigentlich zu viel? 

Wieviel Beschäf­ti­gung braucht ein Hund eigentlich wirk­lich? Wieviel Schlaf braucht er? Und ab wann ist es vielle­icht zuviel?

Um diese Fra­gen für mich beant­worten zu kön­nen, habe ich mit Queen und Püppi eine Art Exper­i­ment gestartet.

Mir war schon immer wichtig, dass meine Hunde art­gerecht beschäftigt wer­den. Dieser Gedanke folgt aus meinem Wun­sch, dass meine Hunde glück­lich sind. Ich möchte, dass es ihnen an nichts fehlt und eine art­gerechte Aus­las­tung steht dabei für mich ziem­lich weit oben auf der Liste.

Doch bevor es um Worte wie “zu viel” gehen kann, erzähle ich euch erst ein­mal wie bei uns die Tage so ausse­hen und warum ich mir über die Frage über­haupt Gedanken mache.

Bei uns sehen die Tage eigentlich ziem­lich ähn­lich auch. Dadurch, dass ich von Zuhause aus arbeite, kann ich mir meine Zeit frei einteilen.

Mor­gens gehen wir meis­tens ein­mal um das große Feld am Ende der Straße. Da die bei­den mor­gens ganz viel schnüf­feln, gehen wir rel­a­tiv langsam und sind meis­tens unge­fähr eine halbe Stunde unter­wegs. Da wir direkt nach dem Auf­ste­hen raus gehen, bin ich noch nicht ganz in der Welt und die bei­den kön­nen auf dieser Runde ein­fach Hund sein. Vor dem Früh­stück ist mir noch nicht so richtig nach Such­spie­len oder ähnlichem.

Kurz vor dem Mit­tag sind wir dann eine etwas größere Runde gegan­gen. Meis­tens so zwis­chen 45 und 60 Minuten. Auf dieser Runde beschäftige ich mich mit den bei­den. Wir machen Such­spiele, also Nasen– und Kop­far­beit, kleine Tricks und ähnliches.

Nach­mit­tags sind wir dann nochmal für eine gute halbe Stunde unter­wegs. Abends ca. 45 Minuten.

So kom­men wir auf ca. 2,5 bis 3 Stun­den täglich.

In den Abend­stun­den trick­sen Püppi und ich und Queen macht Such­spiele in der Wohnung.

Wenn ich Besorgun­gen machen muss, nehme die bei­den oft mit und wir hal­ten unter­wegs irgendwo an, wo es sich ger­ade ergibt und drehen eine Runde.

Zunächst fiel mir auf, dass wir uns in der Woh­nung immer weniger miteinan­der beschäftigt haben, weil die bei­den eigentlich immer schliefen oder zumin­d­est ruhten. Teil­weise wirk­ten die zwei draußen lust­los und trot­ten vor sich hin.

Und so kam zum ersten Mal die Frage auf:

Ist es für die zwei vielle­icht zu viel? Oder ist vielle­icht alles gut, wenn die Hunde Zuhause ruhen?

Ich fing an in Foren nachzule­sen, wie andere ihre Hunde beschäfti­gen. Doch die Mei­n­un­gen und Ansichten gin­gen so weit auseinan­der wie bei der Frage nach dem richti­gen Futter.

Einige schrieben, dass sie mit ihrem Hund mor­gens und abends 15 Minuten gehen wür­den, dafür aber mittgs um die 2 Stunden.

Manche gehen mor­gens eine Stunde und nehmen den Hund abends mit zum joggen.

Andere wider­rum drehen die meis­ten Run­den mit dem Rad oder lassen die Hunde viel in den Garten.

Antworten fand ich nicht. Doch was erhoffte ich mir eigentlich? Jeder Hund ist anders und man muss immer das richtige Maß für sich per­sön­lich finden. Doch ich habe zwei Hunde. Finde ich also eine Art Durchschnittswert?

2 Stun­den am Stück spazieren zu gehen kann ich mir nur vorstellen, wenn man einen richtig schö­nen Aus­flug macht. Doch täglich 2 Stun­den am Stück raus zu gehen und sonst nur kurz für 15 Minuten, wäre nichts für mich. Es kommt ja auch nicht auf die Länge der Runde an, son­dern auf die Qualität.

Mit den Hun­den joggen zu gehen, kann ich mir zwis­chen­durch mal vorstellen, doch ehrlich gesagt nicht als Regelmäßigkeit. Ein Hund hat nicht viel davon, wenn er mit zum Joggen kommt. Das entspricht über­haupt nicht dem natür­lichen Spazierver­hal­ten eines Hun­des. Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit über einen Mann gele­sen, der ein ganzes Rudel Hunde hielt. Er ver­suchte, diese so natür­lich wie möglich zu hal­ten und passte sich ihrem Ver­hal­ten an. Die Hunde gin­gen jeden Tag durch das gle­iche Gebiet, doch immer andere Wege. Und sie gin­gen sehr viel langsamer als er erwartet hatte. Sie tra­bten nur sel­ten, die meiste Zeit liefen sie langsam und schnüf­fel­ten unglaublich viel.

Ich bin auch kein Fre­und davon, jede Runde mit dem Rad zu drehen. Ich will mit meinen Hun­den gemein­sam gehen und nicht neben­her fahren.

Ich war also kein Stück weiter.

Also fing ich an, die bei­den entschei­den zu lassen. Auf den Run­den fol­gte ich den bei­den, wenn sie doch den Abstecher durch den Wald machen woll­ten. Wenn sie bis 12 Uhr ruhten, gin­gen wir erst dann raus. Brachten sie mir Spielzeug, so spiel­ten wir und wur­den sie unruhiger, macht­enh wir Such­spiele und trick­sten. So weit es möglich gewe­sen ist, habe ich mich nach den bei­den gerichtet. Zunächst dachte ich, jetzt wird es wild. Ich ver­mutete, dass Queen grund­sät­zlich den Abstecher durch den Wald und übers Feld machen würde. Bei Püppi ahnte ich, dass sie grund­sät­zlich zu jeder Tages– und Nachtzeit ihr Spielzeug brin­gen würde. Doch dem war  nicht so. Schnell pen­delte sich eine Rou­tine ein.

Let­z­tendlich glaub ich nun, ein gutes Maß gefun­den zu haben.

Wir gehen jetzt mor­gens eine etwas größere Runde, unge­fähr 45 Minuten. Dafür gehen wir nicht mehr am späten Vor­mit­tag, son­dern in der Mit­tagszeit für etwa eine Stunde raus. Auf der Mit­tagsrunde machen wir nach wie vor Kop­far­beit und Suchspiele.

Am Nach­mit­tag spie­len wir in der Woh­nung. Wir haben so viele Intel­li­gen­zspiele, die auf­grund der ganzen Run­den am Tag schon fast einges­taubt waren. Wir ver­stecken Spielzeug und Leck­ereien in der Woh­nung und tricksen.

Abends drehen wir noch mal eine Runde für ca. 45 Minuten.

Für die Mit­tagsrunde fahren wir meis­tens in den Wald oder an den See. Mit­tler­weile ken­nen wir genug Strecken, um an allen Wochen­t­a­gen woan­ders gehen zu kön­nen. Das macht uns allen Spaß. Die Hunde haben immer neue Ein­drücke und sind viel aufmerk­samer und mit mehr Freude dabei.

Natür­lich ist das alles nicht in Stein gemeißelt. Manch­mal muss ich Mit­tags Zuhause sein, weil ich Mate­r­ial bestellt habe und auf DHL warten muss. Dann bauen wir die Run­den eben drum herum, gehen etwas eher und dafür am Nach­mit­tag auf die Wiese.

Wir gehen also in der Regel nun eine Runde weniger raus und beschäfti­gen uns dafür mehr in der Woh­nung. So war es auch bevor Püppi ein­zog. Doch da mal mit einem jun­gen Hund öfter raus muss, ent­stand die vierte Runde. Nun ist Püppi erwach­sen und muss schon lange nicht mehr so oft raus.

Ich glaube, die bei­den sind ganz zufrieden so. Drei schöne Run­den am Tag — zwei nor­male Schnüf­fel­run­den und eine aufre­gende Runde woan­ders mit Nasen– und Kop­far­beit. Nach­mit­tags und oft auch abends spie­len wir in der Woh­nung. Die bei­den sind nach wie vor ruhig in der Woh­nung, doch kom­men zwis­chen­durch auch von alleine an und fordern mich zum Spie­len auf. Das finde ich schön und ich gehe da auch gerne drauf ein.

Dadurch, dass die bei­den fast nie alleine sind und ich sie viel mit­nehmen kann, bes­tim­men sie viel mit. Wenn sie mit­tags zu mir kom­men, dann weiß ich, dass sie ihre Runde drehen wollen. Das gefällt mir wesentlich besser als wenn ich schon fast für die Runde wecken muss.

Ich muss zugeben, dass es mir schwer fällt, das richtige Maß zu finden. Ich möchte nicht zu wenig mit ihnen machen, doch zu viel ist auch nicht gut. Beide zeigen keine Zeichen von Über­forderung oder Stress, daher denke ich, dass für die zwei alles in Ord­nung ist.

Aus der ganzen Zeit des Aus­pro­bierens und Über­legens nehme ich in jedem Fall mit, dass Bewe­gung zwar wichtig ist, doch dass es vor allem auf die Qual­ität der Run­den ankommt. Zehn Minuten Nase­nar­beit sind genauso anstren­gend wie eine Runde laufen zu gehen. Wir für unseren Teil mögen es auch mal in neuen Gebi­eten spazieren zu gehen und die bei­den genießen die vie­len neuen Eindrücke.

Ein Spazier­gang  bedeutet nicht zwangsläu­fig, dass der Hund auch art­gerecht beschäftigt ist. Doch man darf auch nicht unter­schätzen, dass Run­den in neuen Gebi­eten aufre­gend und daher anstren­gen­der sein kön­nen. Nase­nar­beit ersetzt zwar keine Runde, kann aber eine tolle Ergänzung sein. Auf aus­re­ichend Bewe­gung darf natür­lich nicht verzichtet wer­den, denn nur ein aus­re­ichend bewegtes Gelenk ist ein gesun­des Gelenk.

Doch da jeder Hund anders ist, muss jeder für sich her­aus­finden wieviel Beschäf­ti­gung sein Hund benötigt. Queen zum Beispiel hat eine ein­deutige Anzeige dafür, dass sie zu wenig Beschäf­ti­gung bekom­men hat: Wenn sie nicht aus­ge­lastet ist, wenn sie an der Leine an zu pöbeln. Dann weiß ich genau, dass sie mehr Kop­far­beit braucht 🙂

Bei dem richti­gen Maß spielt aber nicht nur der Hund eine Rolle, son­dern auch die eige­nen Leben­sum­stände. Unser All­tag würde wahrschein­lich anders ausse­hen, wenn wir einen Garten hät­ten. Hof­fentlich dauert das nicht mehr allzu lange 🙂

Wie ist es bei euch? Wie oft und wie lange geht ihr raus? Wie beschäftigt ihr eure Hunde?

Mantrailing — So funktioniert die beliebte Hundesportart

Vor unge­fähr einem Jahr haben Queen und ich mit dem Mantrail­ing ange­fan­gen. Von Anfang an hat es uns bei­den eine Menge Spaß bere­itet und ich bin froh, eine Hun­de­sport gefun­den zu haben, der genau zu Queen passt. Daher möchte ich euch heute erzählen, was genau hin­ter dem Mantrail­ing steckt, wie man das Train­ing auf­baut und auf welchem Stand wir aktuell sind.

Beim Mantrail­ing geht es darum, dass der Hund anhang des indi­vidu­ellen Duft des Men­schen seine Spur ver­folgt. Viele ver­wech­seln das Trailen mit dem Fährten. Das liegt vor allem daran, dass bezüglich des Fährtens der weitver­bre­it­ete Irrtum besteht, der Hund würde der Spur des Men­schen fol­gen. Dem ist aber nicht so, denn beim Fährten ver­folgt der Hund lediglich dem Geruch der Boden­ver­let­zung. Dadurch das die Fährte gestampft wird, wird die Gras­narbe des Bodens ver­letzt. Der Boden riecht an diesen Stellen anders und genau dieser Spur folgt der Hund beim Fährten. Nicht dem Geruch des Men­schen — diese Arbeit macht das Trailen aus.

Vielfach wird behauptet, wer Trailen könne, kann auch Fährten. Doch wer Fährten kann, kann noch lange nicht Trailen. Kann ich so unter­schreiben, denn Queen kam vom Fährten zum Trailen und wir haben schnell fest­gestellt, dass es eine völ­lig andere Art zu Arbeiten ist.

Das Trailen kann man sich wie folgt vorstellen:

Jeder Men­sch ver­liert bei jeder Bewe­gung Duft­stoffe. Vorstellen kann man sich das beson­ders gut mit einem Ruck­sack. Der Men­sch trägt einen Ruck­sack mit ganz vie­len Duft­stof­fen. Bei jedem Schritt fallen die Duft­stoffe her­aus und rieseln ganz ganz langsam wie Schneeflocken zu Boden. Nach ca. 2 Stun­den kom­men die Flocken erst am Boden an. Vorher schweben sie ganz langsam herunter. Kommt ein Auto an dem Men­schen vor­bei, so fliegen die Duft­stoffe im Sog des vor­beifahren­den­den Autos zur Seite. Genau das passiert auch, wenn es windig ist.

So nimmt der Hund unsere Geruchsspur wahr. Das ist auch der Grund dafür, dass der Hund beim Trailen mit erhobe­nen Kopfes sucht und nicht wie beim Fährten die Nase am Boden hat. Es kann auch sein, dass der Hund auf der anderen Straßen­seite läuft oder im Wald mal quer durch läuft — je nach­dem wie der Wind steht und wie die Geruchsstoffe sich in der Luft verteilt haben.

Und so beginnt man das Training:

Wir haben vom ersten Tag an mit unserer Trailin­gaus­rüs­tung gear­beitet. Das Geschirr benutzen wir auss­chließlich beim Mantrail­ing, sodass Queen mit­tler­weile genau weiß, worum es geht, wenn ich ihr das Geschirr anziehe. Zudem benutze ich eine 7m Fet­tled­er­leine. Fet­tled­er­leinen liegen beim Trailen viel besser in der Hand als Bio­thane. Man hält die Leine übri­gens immer mit bei­den Hän­den fest. In der einen hält man die aufgewick­elte Leine, in der anderen lässt man die Leine vor– und zurückgleiten.

Beim ersten Trail, steht das “Opfer” noch neben dem Hund. In einer Baum­woll­tasche liegt der sog. Geruch­sträger. Die Per­son, die das Opfer spielt, legt in die Tasche ein Klei­dungsstück, welches an dem Tag schon getra­gen wurde. Gern genom­men wer­den Klei­dungsstücke, die auf der Haut liegen. Ein Top oder ein Schal zum Beispiel.

Damit man dem Hund zeigt, dass dieser Beu­tel inter­es­sant und wichtig ist, wedelt “das Opfer” mit dem Beu­tel vor dem Hund, um die Aufmerk­samkeit des Hun­des einz­u­fan­gen. Ca. 2m vor dem Hund wird der Beu­tel auf den Boden gelegt. “Das Opfer” geht nun einige Schritte von dem Hund weg. Zu Beginn reichen auch ca. 10 Meter. “Das Opfer” stellt sich dann außer Sichtweite hin­ter einen Busch oder eine Hauswand. Bevor man startet, wird die Leine vom Hals­band an das Geschirr gemacht. So weiß der Hund genau, dass die Arbeit beginnt. Nun geht man mit seinem Hund los. Wichtig ist, dass der Hund zumin­d­est den Beu­tel mit der Nase berührt. Das passiert meist völ­lig alleine, denn “das Opfer” hat den Beu­tel zunächst inter­es­sant gemacht und dann vor den Hund abgelegt. Die meis­ten Hunde gehen also automa­tisch zu dem Beu­tel. Das sollte mit einem Lob bestätigt wer­den. Sobald der Hund zumindst kurz am Beu­tel war, kann man schon jetzt das Wort “Trail” sagen. Queen ging anschließend völ­lig selb­st­ständig einige Schritte weiter. Hin­ter dem Busch stand “das Opfer” mit einer kleiner Tup­per­dose mit Fut­ter für den Hund. Wichtig ist, dass “das Opfer” den Hund nicht lockt. Doch sollte eine Per­son mit einer Dose Leck­ereien hin­ter einem Baum hocken, so wer­den die meis­ten Hunde zumin­d­est einen Blick riskieren. Mit Lob habe ich Queen ermutigt hinzuge­hen. An dem “Opfer” angekom­men, hält diese dem Hund die Dose hin, sodass er Fressen darf. Gle­ichzeitig lobt der Hun­de­führer seinen Vier­beiner. Und so hat­ten wir bere­its den ersten kleinen Trail been­det. Die Leine wird wieder am Hals­band befestigt.

Direkt im Anschluss haben wir noch zwei weit­ere kurze Trails gemacht. Genau nach dem gle­ichen Muster.

Ich hatte ehrlich gesagt nicht das Gefühl, dass Queen wusste, was sie tat. Ich war mir sicher, sie würde lediglich dem Weg fol­gen, als würde sie denken, wir gehen spazieren.

Die Trainerin schlug vor, Queen nun erst ein­mal ins Auto zu brin­gen. “Lass sie mal drüber nachdenken.”

Ich war skep­tisch, doch nun war ich an der Reihe “das Opfer” zu spielen.

Nach einer hal­ben Stunde war Queen erneut an der Reihe und sie schien tat­säch­lich ver­ar­beitet zu haben worum es ging.

Gezielt ging sie zum Beu­tel und schien tat­säch­lich nach der Per­son zu suchen. Es klappte schon sehr gut und ich war begeistert.

Nach und nach wurde es schwieriger. Bere­its beim zweiten Ter­min haben wir sie direkt in dem Beu­tel riechen lassen. Hier­bei ist es wichtig, dass der Hund einige Sekun­den die Nase im Beu­tel hat. Anhand der Rip­pen sieht man, ob der Hund atmet oder die Luft anhält. Atmer er ein bis zwei mal, dann hat er den Geruch aufgenommen.

Die Strecken wur­den länger und “das Opfer” stand nicht mehr neben uns, son­dern saß bere­its im Ver­steck, als Queen aus dem Auto kam. Die Trails wur­den kom­plexer. “Das Opfer” saß nicht mehr direkt am Weg, son­dern auch mal im Unter­holz. Schwierig sind vor allem Kreutzun­gen. Viele Hunde bleiben ste­hen und strecken die Nase in die Luft. Queen hat sich die Tak­tik angewöhnt, ein­mal im Kreis zu laufen, wie ein Pferd beim Longieren. Anschließend biegt sie in die Straße ein, aus der sie den Geruch wahrnimmt.

Wichtig ist, dass man dem Hund aus­re­ichend Leine gibt. Queen läuft in der Regel vier bis fünf Meter vor mir. Die Leine ist auf Span­nung, aber nicht zu sehr. Man muss sich in jedem Fall angewöh­nen, seinem Hund zu ver­trauen. Mir fiel das unbe­wusst schwer. Bog Queen falsch ab, wurde ich instink­tiv langsamer. Das ist aber völ­lig falsch, denn der Hund wird von alleine merken, dass er falsch ist und umdrehen. Es stärkt die Bindung, wenn man seinem Hund das Gefühl ver­mit­telt, dass man ihm ver­trauen würde. An schwieri­gen Stellen ist Queen zu Beginn unsicher gewe­sen und ein­fach ste­hen geblieben. Ich habe das aus­sitzen, bzw. “ausste­hen” müssen und gewartet, bis sie von alleine weit­er­lief. Das sind entschei­dende Momente, die den Hund weiter bringen.

Die Trainerin hat mir für mein eigenes Train­ing einige Male nicht ver­raten wo “das Opfer” ist. Sie lief hin­ter uns her und gab kleine Anweisun­gen was zum Beispiel die Länge der Leine bet­rifft. An Kreuzun­gen sollte man seinen Hund näm­lich etwas “ein­fan­gen” und den Abstand ver­ringern um gegebe­nen­falls bei einer Gefahren­si­t­u­a­tion ein­greifen zu kön­nen. Mir hat es geholfen nicht zu wis­sen, wo es lang geht, da ich mich auf Queen ver­lassen musste und das war irgend­wie wirk­lich schön.

Irgend­wann waren wir so weit, dass sich die Wege kreutzen und die Trails auch mehrere Stun­den lagen.

Heute sind wir so weit, dass wir auch in der vollen Osnabrücker Innen­stand trailen kön­nen und Queen sich von nichts ablenken lässt. Sie findet zuver­läs­sig das “Opfer”, auch, wenn der Trail mehrfach an der gle­ichen Stelle vor­beikommt und auch, wenn er schon mehrere Stun­den vor ihrem Ein­satz gelaufen wurde.

Der aktuelle Stand

Ich will ehrlich sein: Wir gehen nur noch äußerst sel­ten zum Kurs. Das liegt zum einen daran, dass es mit zwei Hun­den echt kom­pliziert ist. Wir haben das Alleine bleiben mit Püppi eher sel­ten geübt, sodass sie immer mit zum Trailen kam, weil sie nicht gut ohne Queen alleine bleiben kann.  Sie lag im Auto und kam her­aus, wenn Queen Pause hatte. Das Prob­lem sind heiße Tage und klir­rende Kälte. Bei bei­den extremen Tem­per­a­turen will man seine Hunde nicht im Auto lassen. Auch für Queen ist es nicht schön, wenn sie 10 Minuten Höch­stleis­tung bringt und dann mit war­men Muskeln ins kalte Auto muss.

Zudem fand ich den Kurs rel­a­tiv teuer im Ver­gle­ich zu der Zeit, in der der Hund gear­beitet hat. Von zwei Stun­den Kurs mit ins­ge­samt 3 Teil­nehmern hat Queen vielle­icht 20 Minuten gearbeitet.

Mit­tler­weile gehen wir für uns Trailen. Her­rchen geht mit Püppi vor und Queen folgt entweder ihm oder Püppi. Soll sie ihm fol­gen, nehmen wir ein T-Shirt als Geruch­sträger. Soll sie sich auf Püppi konzen­tri­eren, dann lege ich Haare aus ihrer Bürste in den Beu­tel. Bei­des klappt super.

In der Regel gehen wir drei Trails mit kurzen Pause. Die Trails sind in der Regel ca. 1 bis 1,5 km lang. Manch­mal auch mehr, dann kürzen wir aber die Anzahl auf 2 Trails. Anschließend ist Queen abso­lut k.o. und schläft tief und fest für mehrere Stunden.

Mantrail­ing hat unzäh­lige Vorteile: Man kann es über­all und jed­erzeit machen, es ist gelenkscho­nend und gle­ichzeitig anstren­gend. Man braucht keine Sport­geräte, son­dern nur eine zweite Per­son. Unsichere Hunde gewin­nen Sicher­heit und wer­den selb­st­be­wusster. Hochge­drehte Hunde wer­den ruhiger und ler­nen konzen­tri­ert zu arbeiten.

Wir kön­nen das Trailen wirk­lich jedem empfehlen und vielle­icht habt ihr ja anhand meiner Anleitung Lust bekom­men, es auch ein­mal auszupro­bieren. Oder trailt ihr bere­its und habt Lust, von euren Erfahrun­gen zu berichten?

Schnüffelmemory

Dank einer lieben Kundin sind wir auf das Spiel “Schnüf­felmem­ory”, auch bekannt unter Geruchsmem­ory aufmerk­sam gewor­den und ich muss direkt sagen: wir lieben es.

Beim Schnüf­felmem­ory geht es darum, dass der Hund einen Mus­ter­duft aus ver­schiede­nen Gerüchen her­aus­fil­tert und anzeigt. Dies ist eine super Möglichkeit, seinen Hund sowohl im Haus als auch draußen art­gerecht zu beschäfti­gen. Schon bin­nen 15 Minuten kann man seinen Hund so art­gerecht auslasten.

Aber fan­gen wir mal ganz vorne an.

Wer seinem Hund das Schnüf­felmem­ory näher brin­gen möchte, sollte dies in ver­schiede­nen Schrit­ten langsam auf­bauen. Hier­bei ist wie sonst auch wichtig, dass man erst dann zum näch­sten Schritt übergeht, wenn der Hund den aktuellen Train­ingss­chritt verin­ner­licht hat.

Schritt 1

Wir entschei­den uns zunächst, welches Mus­ter­duft wir ver­wen­den möchten. Immer wieder wird hier der Tee­beu­tel emp­fohlen, allerd­ings eignen sich auch Zimt­stan­gen oder getrock­nete Orangen­schalen. Der Fan­tasie sind hier keine Gren­zen gesetzt.

Wir set­zen uns vor unseren Hund und zeigen ihm den Geruch­sträger. Sobald er diesen mit der Nase berührt, bekommt er eine Beloh­nung. Hier lässt sich auch super mit einem Klicker arbeiten. Wer möchte, dass sein Hund den Geruch nicht nur durch die Berührung mit der Nase anzeigt, kann hier schon ein­bauen, dass der Hund sich zum Beispiel vor dem Geruch­sträger hin­le­gen soll.

Schritt 2

Im zweiten Schritt habe ich den Geruch­sträger in ein kleines Geruchssäckchen gesteckt. Hierzu erzähle ich euch gle­ich noch mehr. Sobald der Hund mit der Nase den Geruchs­sack berührt, bekommt er ein Leckerli.

Schritt 3

Im drit­ten Schritt legt man den Geruch­sträger auf den Boden neben den Hund. Sobald auch hier die Nase zum Gegen­stand wan­dert, folgt direkt die Belohnung.

Schritt 4

Anschließend kann der Geruchs­sack auf direkt erre­ich­bare und ersichtliche Stellen wie zum Beispiel Stuhl oder Kissen gelegt wer­den. Der Hund wird zum Suchen ani­miniert und belohnt, sobald er den Gegen­tand angezeigt hat.

Schritt 5

Nun kann der Geruch­sträger ver­steckt wer­den. Wir fan­gen leicht an und steigern den Schwierigkeits­grad langsam und in Ori­en­tierung an dem Grad der Erfahrung des Hun­des. Im fün­ften Schritt habe ich ange­fan­gen, das Schnüf­felmem­ory während unseres Spazier­gangs einzubauen. Die kleinen Geruchssäckchen lassen sich sowohl im Laub als auch zwis­chen Baum­stäm­men oder im hohen Gras verstecken.

Schnüffelmemory für Fortgeschrittene

Das Spiel bietet unendlich viele Möglichkeiten. Unter anderem gibt es die span­nende Option, mehrere Geruchssäckchen zu ver­wen­den. Zu Beginn wird nur in einem Säckchen der Geruch­sträger platziert und die übri­gen bleiben leer. Sollte eure Fell­nase ein echter Profi sein, könnt ihr auch zudem weit­ere Geruch­sträger wie ein Feuerzeug, Vanille, ein Radier­gummi oder Laven­del in den übri­gen Geruchssäckchen ver­stecken, sodass der Hund unter ver­schiede­nen Gerüchen genau den im Schritt 1 gewählten her­aus­suchen muss. Queen ist eine supe Spür­nase. Sie erschnüf­felt aus ver­schiede­nen Teesorten die richtige her­aus. Der Fan­tasie sind hier also abso­lut keine Gren­zen gesetzt.

Zu Beginn kann man alle Säckchen sicht­bar auf dem Boden verteilen, anschließend auch alle gle­ichzeitig verstecken.

Wer da nicht Lust aufs Schnüf­feln bekommt…

Was sind denn nun die Vorteile des Schnüffelmemorys gegenüber anderen Intelligenzspielen?

Das Schnüf­felmem­ory bietet unzäh­lige Möglichkeiten. Man kann sowohl in der Woh­nung als auch draußen spie­len. Zudem bietet die ver­schiedene Anzahl an Geruchssäckchen viele zusät­zliche Vari­a­tio­nen. Das Spiel kann jed­erzeit an die Erfahrun­gen des Hun­des angepasst und erweit­ert wer­den. Es lässt sich leicht trans­portieren und kann über­all mit hin genom­men werden.

Zu Beginn dieses Artikels habe ich euch bere­its ver­raten, dass mich eine ganz liebe Kundin auf die Idee gebracht hat.

Und da ich selbst so viel Spaß an dem Spiel entwick­elt habe — Queen und Püppi natür­lich auch 🙂 — habe ich mich dazu entschlossen, ein Schnüf­felmem­ory zu entwick­eln und in den Shop mit aufzunehmen.

Mein Schnüf­felmem­ory besteht aus fünf Säckchen, die im Design natür­lich aufeinan­der abges­timmt sind. Die Säckchen beste­hen von innen aus abwaschbarer Baum­wolle, sodass auch Leck­erlis oder Wurst als Geruch­sträger ver­wen­det wer­den kön­nen. Die Beu­tel sind unge­fähr 7 x 9 cm groß und wer­den in einem hüb­schen kleinen Kar­ton zur ein­fachen Auf­be­wahrung geliefert.

Ein Schnüf­felmem­ory könnt ihr hier bestellen. In der Kat­e­gorie “Schnüf­felmem­ory” findet ihr ver­schiedene Designs. Zudem könnt ihr euch ein Schnüf­felmem­ory auch nach eige­nen Wün­schen erstellen lassen.

Und wo wir schon bei Wer­bung in eigener Sache sind: Bis Son­ntag abend gibt es im Shop einen großen Lagerverkauf, zu finden in der Kat­e­gorie “Lagerverkauf” 🙂

Trend: Mit dem Hund aufs Schiff?

Meine treuen Leser wis­sen es: Püppi und Queen sind mehr als nur Haustiere für mich. Meine zwei Hunde begleiten mich stets durch den All­tag und auch im Urlaub sind sie mit von der Par­tie. Erst neulich gab es im ZDF eine Reportage über Kreuz­fahrten mit Hund – ein Thema, für das sich im Moment viele Hun­debe­sitzer inter­essieren (laut des Beitrages sind näm­lich bere­its einige Ter­mine für das näch­ste Jahr aus­ge­bucht!). Sicher­lich ist es nicht die nahe­liegend­ste Art mit Hun­den zu ver­reisen, den­noch mag es für den einen oder anderen eine Option sein – ins­beson­dere im Ver­gle­ich zu Flu­greisen. Längst nicht alle Reed­ereien und Schiffe sind hun­de­fre­undlich. Eine gelun­gene Über­sicht über hun­de­fre­undliche Kreuz­fahrtun­ternehmen habe ich bei Dream­lines gefunden:

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Wie ihr seht, ist 1AVista laut der Über­sicht am hun­de­fre­undlich­sten. Hier steht der Vier­beiner im Mit­telpunkt der gesamten Reise: Leck­erlis gibt es jed­erzeit an der Rezep­tion und eine Hun­dewiese auf dem Son­nen­deck steht zum Aus­to­ben bereit. Regelmäßige Stopps wer­den unter­nom­men, um den Hun­den genü­gend Aus­lauf und Abwech­slung zu bieten. Weit­ere Extras, wie der Hunde-Frühschoppen mit alko­hol­freiem Hun­de­bier, machen die Kreuz­fahrt für den tierischen Begleiter zum echten Erleb­nis – und auch Her­rchen und Frauchen kön­nen entspan­nen. Das Beste: Hunde dür­fen sogar mit in die Kabine!

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Auf der Queen Mary 2 dür­fen Hunde eben­falls an Bord gehen, allerd­ings nur auf den Transatlantik-Reisen. Auf dem Schiff gibt es einen extra Bere­ich für unsere Lieb­sten. Vier­beiner wer­den hier aus­re­ichend ver­wöhnt, denn sie bekom­men frisch geback­ene Hun­dekekse, Fut­ter der Spitzen­klasse, Fleecedecken, bequeme Kör­bchen, Spielzeug und vieles mehr. Geschultes Per­sonal geht regelmäßig Gassi mit den Hun­den und Hun­debe­sitzer dür­fen die Vier­beiner jed­erzeit besuchen.

Auch Hur­tigruten erlaubt es, Hunde mit an Bord zu brin­gen. Allerd­ings steht hier nur eine geringe Anzahl an Kabi­nen zur Ver­fü­gung, in denen der Hund mit einziehen darf. Wenn diese bere­its aus­ge­bucht sind, kann man den Hund auf dem Autodeck in einer Box unterzubrin­gen. Weit­er­hin ist zu beachten, dass der Hund die Kabine nicht mehr ver­lassen darf, sobald das Schiff auf See ist.

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Auch auf den Color Line Schif­fen sind Vier­beiner an Bord erlaubt. Eine Möglichkeit, den Hund mit in die Kabine oder in den Pas­sagier­bere­ich zu nehmen, gibt es allerd­ings nicht. Während der Fahrt müssen Hunde im Auto oder in einer speziellen Box auf dem Autodeck bleiben.
Fazit: Wer einen gemein­samen Kreuzfahrt-Urlaub mit seinem Vier­beiner genießen möchte, der erhält bei 1AVista das Rundum-sorglos-Paket.

Gut zu wissen

• Auf­grund geset­zlicher Vorschriften oder Zollbes­tim­mungen kann es sein, dass Tiere in bes­timmten Län­dern oder Anfahrtshäfen nicht von Bord gehen dür­fen – über­prüft am besten die jew­eili­gen Vorschriften vorab für die Reiseziele, die ihr während eurer Kreuz­fahrt anlauft.

• Führt stets alle notwendi­gen Doku­mente und Gesund­heits­bescheini­gun­gen (z.B. Impf­pass) eures Tieres mit. In der Regel benötigt euer Vier­beiner einen Mikrochip, eine Toll­wutimp­fung, einen EU-Tierausweis sowie eine aktuelle Zecken– und Bandwurmbehandlung.

• Meldet die Mit­nahme eures Hun­des rechtzeitig an — ide­al­er­weise direkt bei der Buchung um mögliche Unklarheiten zu klären.

So vielseitig können Futtersuchspiele sein

Such­spiele ste­hen bei uns ganz oben auf der Liste unserer Beschäftigungsmöglichkeiten.

Fut­ter­such­spiele sind eine per­fekte Option, seinen Hund sowohl kör­per­lich als auch geistig beschäfti­gen zu kön­nen. Kop­far­beit gibt dem Hund eine art­gerechte Auf­gabe und ist lastet ihn aus.

In unserem konkreten Fall kommt hinzu, dass ich Queen auf­grund ihrer nicht per­fekt aus­ge­bilde­ten Ell­bo­gen nicht mit einer Ballschleuder über das Feld jagen würde. Dies würde ihr wahrschein­lich sowieso nicht gerecht wer­den, denn Queen ist ein Arbeit­shund. Sie braucht geistige Aus­las­tung. Stumpfes Ball wer­fen finde ich zudem sowieso mehr als daneben.

Püppi ist sehr aufge­dreht. Sie liebt es eine Auf­gabe zu bekom­men, aber sie ist oft sehr “angeknipst”. Man sieht förm­lich über ihrem Kopf die Gedanken­blase “Wo ist es? Wo? Wo? Ich hab es gle­ich. Gle­ich hab ich dich. Na los. Wo bist du?” Mit kon­trol­lierten Such­spie­len kann ich viel an der Impul­skon­trolle arbeiten und hole mir so ihre Aufmerksamkeit.

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Das hohe Gras

Der Klas­siker, der sich auch für Anfänger — Spür­nasen eignet. Man wirft einen oder mehrere Brocken in das hohe Gras und schickt seinen Hund in die Suche. Hunde, die sich wenig an ihrem Zweibein ori­en­tieren, kön­nen bei dieser Übung viel mit­nehmen. Man sagt den Namen des Hun­des oder schnalzt mit der Zunge. In dem Moment, in dem der Hund zu einem sieht, wirft man den Brocken. Er darf direkt hin­ter­her und wird durch das Fressen direkt belohnt. Um Abwech­slung hinein zu brin­gen oder um an der Impul­skon­trolle arbeiten zu kön­nen, kann man dem Hund vor­ein ein “sitz — bleib” geben und ihn erst auf das Kom­mando “such” losschicken.

Der Herbst hat begonnen und mit ihm auch der erste Laub­fall. Auch hier kön­nen Fut­ter­brocken ver­steckt wer­den. Habt ihr schon ein­mal auf einem Sandweg Fut­ter­brocken ver­steckt und den Hund in die Suche geschickt? Auf Sand­bö­den zu suchen ist für den Hund anspruchsvoller und so kann man allein durch die ver­schiede­nen Unter­gründe Abwech­slung in die Fut­ter­suche bekom­men und den Schwierigkeits­grad verändern.

Der Baumstamm

Bäume findet man über­all. Viele haben eine sehr struk­turi­erte Rinde. Diese eignet sich super, um in die Rillen kleinen Fut­ter­brocken zu stecken. Der Hund muss hier­bei also nicht nur am Boden suchen, son­dern in der gesamten Rinde des Baumes. Fut­ter­brocken kön­nen so hoch ver­steckt wer­den, dass der Hund sich auf die Hin­ter­beine stellen muss. So wer­den zusät­zlich Muskel­grup­pen beansprucht, die sonst eher sel­ten einge­setzt werden.

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Suchen im Dreieck

Um die Impulse stärker kon­trol­lieren zu kön­nen, eignet sich die Suche im Dreieck. Hier­bei müssen die Hunde sich extrem konzen­tri­eren und auf jedes Wort bzw. die Kör­per­sprache genau achten. Der Hund bekommt ein “sitz — bleib” und wir ver­stecken oder wer­fen einen Fut­ter­brocken. Anschließend ent­fer­nen wir uns einige Meter von dem Hund (bilden mit dem Fut­ter­brocken und dem Hund sozusagen ein Dreieck) und rufen ihn zu uns. Er muss also statt zu dem ver­stecken Fut­ter zu uns kom­men. Erst anschließend schicken wir den Hund mit einem “such” los. Hier­bei achte ich immer darauf, dass ich mich so hin­stelle, dass die Hunde den Fut­ter­brocken “aus den Augen ver­lieren”. Oft beoachten sie mich genau und ver­fol­gen die Flug­bahn eines gewor­fe­nen Leck­erlis. Kom­men sie zu mir, schauen sie in eine andere Rich­tung und sind anschließend gezwun­gen mit der Nase zu suchen.

Hier kann man natür­lich ganz viele Unter­schiede ein­bauen. Statt erst zu rufen, kann man den Hund auch direkt in die Suche schicken, aber auf hal­ben Weg “platz”, “sitz” oder “bleib” und dann erst “such” — oder zwis­chen­durch nochmal zu einem rufen. Hier kann man wirk­lich super viele Kleinigkeit ändern. Queen zum Beispiel kennt ver­schiedene Pfeifftöne, sodass ich hier oft mit der Pfeiffe arbeite. Ein kurzer Pfiff bedeutet, dass sie mir kom­men soll, ein Dop­pelp­fiff, dass sie sich hin­le­gen soll usw.

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Die liebe Susanne von der Strup­pibande arbeitet auss­chließlich non­ver­bal mit ihren Hun­den. Das finde ich super faszinierend und so ver­suche ich seit einige Tagen Such­spiele nur mit der Kör­per­sprache zu gestal­ten. Für Queen, die Such­spiele seit ihrer Welpen­zeit kennt, ist das noch ein­mal etwas Neues. Sie konzen­tri­ert sich sehr und man merkt ihr richtig an, dass sie Bock darauf hat. Für Püppi ist das eben­falls super. Wenn wir unter­wegs sind, ist sie zwar zuver­läss­sig abruf­bar, hat aber doch noch die ein oder anderen Flausen im Kopf. Eigentlich soll sie dem auch nachge­hen kön­nen, den­noch möchte ich, dass sie sich etwas stärker an mir ori­en­tiert. Wenn ich mit Queen alleine unter­wegs bin, muss ich nahezu nie etwas sagen. Sie kommt zu mir, wenn sie einen Hund sieht, bleibt ste­hen, wenn ein Fahrrad oder Jog­ger kommt. An Gabelun­gen wartet sie und all­ge­mein schaut sie sich immer wieder um oder läuft direkt neben mir. Mit Püppi sieht das natür­lich noch anders aus. Den­noch ist auch hier das Ziel, dass sie grund­sät­zlich lernt, auf mich zu achten und sich an mir zu ori­en­tieren. Auch für mich ist das eine tolle Übung, weil ich mehr über meine eigene Kör­per­sprache nach­denke. Arbeitet man hier deut­lich und klar, so ist es für den Hund viel ein­facher und es ist viel ver­ständlicher für ihn, was wir eigentlich wollen.

Püppi hat vor Kurzem das Apportieren voll­ständig erlernt. Sie bleibt neben mir sitzen und läuft erst los, wenn ich das Zeichen gebe. Ich arbeite auch hier seit eini­gen Tagen kom­plett ohne Sprache. Das hat den Vorteil, dass sie wirk­lich zu mir schauen muss, wann ich meinen Arm nach vorne strecke, damit sie los­ren­nen darf. Sonst würde sie näm­lich auf heißen Kohlen neben mir sitzen und nur zum Gewor­fe­nen star­ren. Die aus­gestreckte offene Hand sagt ihr, dass sie das Gewor­fe­nen dort hinein­le­gen soll. Das Klopfen auf meinen linken Ober­schenkel bedeutet, dass sie sich links von mir set­zen soll. Eine falche Hand in ihre Rich­tung sig­nal­isiert ein “bleib”.

Ich bin mir sicher, dass sie all das mit Sprache deut­lich langsamer erlernt hätte. Deut­liche Kör­per­sprache macht es den Hun­den wesentlich ein­fach und kann auch in der Fut­ter­suche seinen Platz finden.

Wir machen täglich Fut­ter­such­spiele und bauen diese immer unter­schiedlich auf. Das stärkt die Bindung, schafft eine art­gerechte Beschäf­ti­gung und sorgt für entspan­nte Hunde, weil sie erfol­gre­ich einer Auf­gabe nachge­hen konnten.

Wie gestal­tet ihr eure Such­spiele? Habt ihr noch weit­ere Ideen?

Martin Rütter — ein kritischer Blick

Mar­tin Rüt­ter ist längst vom Hun­de­trainer zur Marke gewor­den. Jeder Hun­de­men­sch kennt ihn und auch die Nicht — Hun­debe­sitzer haben ihn schon mal “irgendwo im Fernse­hen” gesehen.

Ich gebe es gerne zu:

Ich habe alle seine Bücher gele­sen, habe all seine Kome­die — Pro­gramme besucht und die DVDs in meinen Regel ste­hen, habe mehrere Shirts aus einem Pro­gramm und einige Train­ing­suten­silien. Außer­dem gehen wir in seine Hundeschule.

Bin ich vielle­icht sogar ein Fan?

Vor meinem geisti­gen Auge sehe ich nun meine Mama und meinen Opa vor ihrem Tablet sitzen und laut “Jaaaa” schreien.

Ich hinge­hen würde das dur­chaus etwas dif­feren­zierter sehen.

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Seine Person

Nie erzählt, doch heute ver­rate ich es euch: Ich liebe ihn.

Das hat jetzt erst ein­mal nichts mit seinen Train­ingsmeth­o­den zu tun, denn dazu komm ich später. Ich mag ihn als Per­son. Er ist unglaublich lustig und nett. Ich kön­nte ihm stun­den­lang zuhören und zuse­hen. Dabei kann ich gar nicht genau sagen, woran es liegt. Doch irgend­wie hat er etwas, was mich total fasziniert. Schon weit bevor Queen ein­zog, habe ich regelmäßig seine Sendung auf VOX verfolgt.

Ich mag ihn ein­fach. Ich kann nichts dafür 🙂

Sein Leben im TV

Ich sauge alles, was von ihm im TV kommt auf wie ein Schwamm. Alles wird ange­se­hen und nach jeder Sendung bin ich trau­rig über das doch so schnell gekommene Ende.

Doch dabei darf man das alles nicht allzu ernst nehmen. Vor allem die Sendung “Der Hun­de­profi” auf VOX ist kein Erziehungsrat­ge­ber. Sie ersetzt keinen Hun­de­trainer. Außer­dem darf man nicht vergessen, dass die Fälle der­art geschnit­ten und zusam­megestellt wer­den, dass sie vor allem eins sind: unterhaltend.

Der Zuschauer soll sich gut unter­hal­ten fühlen. Der ein oder andere C — Promi in der Sendung oder lustige Spruch von Mar­tin Rüt­ter lock­ern das For­mat auf. Wochen­lang wer­den die Hunde von pro­fes­sionellen Train­ern seiner Hun­de­schule begleitet. All das wird nicht gezeigt. Die Fälle wer­den so geschnit­ten, dass der Zuschauer sich gut unter­hal­ten fühlt. Das darf man natür­lich nicht vergessen.

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Das Training nach Martin Rütter

Kom­men wir zu dem, was euch jetzt wohl am meis­ten interessiert.

Das Train­ing.

Ich finde es super, dass er stets auf das andere Ende der Leine schaut. Er stellt art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Fokus. Mit diesem Ansatz kann ich mich super iden­ti­fizieren. Genau wie er bin ich der Mei­n­ung, dass eine gute Bindung die Grund­lage für alles ist.

Hier­bei kommt oft der Fut­ter­beu­tel und all­ge­mein das Thema Fut­ter zum Ein­satz. Ich finde es prinzip­iell gut, wenn man viel mit Fut­ter belohnt. Oft sieht man Welpen, die für jeden Pups vollgestopft wer­den. Sind die Hunde erwach­sen, bleibt der Fut­ter­beu­tel Zuhause. Warum eigentlich? Der Meis­ter bekommt doch auch nicht weniger als der Lehrling? Queen und Püppi müssen sich auch einen Teil ihres Fut­ters erar­beiten und sie sind super happy damit.

Das Thema Fut­ter­beu­tel ist natür­lich nicht immer ein­fach. Wer nur seine Sendung ver­folgt, bekommt den Ein­druck, der Beu­tel sei die Lösung für alles. Ein nicht aus­ge­lasteter Hund soll mit den Beu­tel apportieren, genau wie ein Hund, der an der Leine pöbelt oder auf Artgenossen aggres­siv reagiert. Kann man all diese Fälle über einen Kamm scheren? Ist der Fut­ter­beu­tel das All­heilmit­tel für alle Probleme?

Sicher nicht.

Das fängt schon allein damit an, dass nicht jeder Hund für diesen Beu­tel zu begeis­tern ist. Klar kann man nun wie Rüt­ter emp­fiehlt, das Fut­ter nur noch aus dem Beu­tel geben und wenn der Hund nicht mitar­beitet, bekommt er eben nichts zu Fressen. Bei eini­gen Hun­den würde ich genauso ver­fahren. Bei anderen nicht. Wenn der Hund keinen Spaß hat, dann hat es auch der Zweibeiner nicht und dann bringt das alles nichts. Als Püppi noch nicht da war und Queen noch sehr schlecht gefressen hat, hat auch sie eine Zeit lang das gesamte Fut­ter aus dem Beu­tel bekom­men. Hat sie nicht mit­gemacht, gab es nichts. Nach spätestens zwei Tagen war sie so ver­schüchtert, dass sie schon unsicher wurde, wenn sie den Beu­tel nur sah. Heute arbeiten wir nach wie vor mit dem Fut­ter­beu­tel, aber nicht auss­chließlich. Püppi apportiert den Beu­tel auch schon ganz prima, aber wir nutzen ihn nicht täglich. Vielle­icht ein oder zwei mal pro Woche nehmen wir ihn mit. Dabei steht lediglich die Abwech­slung inner­halb der Beschäf­ti­gun­gen im Fokus.

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Ich würde mir wün­schen, dass nicht 80 % aller Fälle in seiner Sendung mit dem Fut­ter­beu­tel “gelöst” wer­den. Teil­weise bekommt man den Ein­druck, es gibt ca. 8 ver­schiedene Lösungsan­sätze. Das Prob­lem wird dann in eine dieser Schubladen gesteckt und mal schauen wo die Reise hingeht. Dem ist eigentlich gar nicht so, aber wer durch die Serie auf VOX kennt, kön­nte meinen dies sei das gängige Ver­fahren. Zudem wäre es toll, wenn man mehr von dem Train­ing sehen würde. Es geht vor allem um die Besuche von Mar­tin Rüt­ter, doch wäre es sicher inter­es­sant zu sehen, wie in der Zwis­chen­zeit trainiert wer­den würde.

Wer seine Bücher kennt, der weiß, dass er eigentlich viel dif­feren­zierter ist. Dort wird immer wieder davon gesprochen, dass alle Hunde anders sind und dass man indi­vidu­ell die richtige Beschäf­ti­gung finden muss.

Auch in der Hun­de­schule — zumin­d­est bei uns in der Stadt — wird inividu­ell auf den Hund ein­gan­gen. Ange­fan­gen von Fut­ter­beu­tel, bis hin zu Nase­nar­beit und Suchen von kle­in­sten Gegen­stän­den, über art­gerechter Beschäf­ti­gung auf den Spaziergän­gen, Reizan­gel­train­ing, Apportierkursen und und und ist eigentlich alles dabei.

Bei dem Thema “Maßregeln” bin ich immer etwas skep­tisch. Mar­tin Rüt­ter mag das ver­ant­wor­tungs­be­wusst machen. Er hat das richtige Tim­ing. Doch haben die Hun­debe­sitzer das auch? Ich bin kein Fan von Sprüh­hals­bän­dern und Train­ings­dics und wie die Dinger alle heißen.

Hunde, die nicht mitar­beiten oder “respek­t­los” erscheinen, bekom­men eben­falls einen ähn­lichen Train­ings­plan: Zunächst ein­mal darf der Hund nicht mehr aufs Sofa oder ins Bett. Alle Spielzeuge wer­den weg­geräumt und Fut­ter darf sowieso nicht herum­ste­hen. Zudem soll der Hund im Haus ignori­ert werden.

Würde Mar­tin Rüt­ter zu uns nach Hause kom­men, würde er wahrschein­lich die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen. Hier ste­hen drei große Kisten Spielzeug immer frei zugänglich im Wohnz­im­mer. Die Hunde schlafen im Bett und liegen auf dem Sofa. Über­all ste­hen Kör­bchen herum und die vie­len Tep­piche bieten den Hunde zahlre­iche Optio­nen strate­gisch zu liegen. Nicht sel­ten liegen Knab­ber­sachen irgendwo rum. Beide Hunde bunkern in ihren Kör­bchen und ich bekomm das nicht immer mit. Das Fut­ter wan­dert meist so gegen halb fünf in den Napf. Beide fressen, wenn sie Hunger haben. Manch­mal steht es bis spät abends in der Küche.

Ignori­ert wer­den die bei­den fast nie und Queen schon mal gar nicht, weil sie das total verun­sich­ern würde. Püppi ignori­eren wir, wenn sie wirk­lich auf­dringlich ist oder bet­telt. Anson­sten gehen wir gern auf die Wün­sche und Bedürfnisse unserer Vier­beiner ein.

In der Hun­de­schule wurde mir schon mehrfach ger­aten, die Ressourcen selbst einzuteilen. Das Spielzeug gehöre in eine ver­schlossene Box und das Fut­ter müsse nach kurzer Zeit weggestellt werden.

Kann man machen. Will ich aber nicht.

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Solange wir keine Prob­leme haben und alle glück­lich sind, sehe ich gar keinen Grund etwas zu ändern. Im Gegen­teil: Ich finde es super, wenn sie gemein­sam auf die Suche nach einem Spielzeug begeben, mit dem sie gemein­sam zergeln kön­nen. Sie machen nichts kaputt, gehen nicht an die Sachen der Zweibeiner, sind abruf­bar und hören auch sonst auf das, was wir möchten. Beim “Arbeiten” machen sie motiviert mit und auch sonst würde ich nichts im Zusam­men­leben mit den bei­den als “Baustelle” bezeichnen.

Also warum soll ich zum Ressourcen — Ver­wal­ter wer­den, wenn wir alle bestens zufrieden sind?

Ich mag seine Ansätze und sein Ver­ständ­nis von der Bindung zu einem Hund. Ich finde es super, dass er art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Mit­telpunkt stellt und sein Train­ing darauf aufbaut.

Manch­mal wün­sche ich mir etwas mehr Ini­di­vid­u­al­ität. Zum Teil fallen zu schnell pauschale Lösungsan­sätze. Mehr Ein­blick in die Zeit des Train­ings zwis­chen den Rüt­ters Besuchen würde sicher viele Hun­de­men­schen interessieren.

Alles in allem ist sein Ver­ständ­nis von dem Zusam­men­leben mit einem Hund das, womit ich mich am besten iden­ti­fizieren kann. Als ich ange­fan­gen habe mich mit seinen Meth­o­den und Ansätzen auseinan­derzuset­zen, entsprachen diese in sehr vie­len Punk­ten meinem Bauchgefühl.

Wie denkt ihr über Mar­tin Rüt­ter? Wie findet ihr seine Trainingsansätze?

Wer Spielzeug benutzt, spielt nicht ?!?!

Am ver­gan­genen Dien­stag habe ich euch von unseren Erfahrun­gen am Sil­bersee berichtet (den Bericht findet ihr hier) Ich habe euch erzählt, dass ich in einer Face­book Gruppe von Hun­de­hal­tern dort am See gepostet habe, was ich von der aktuellen Sit­u­a­tion dort halte. Ich habe mich darüber geärg­ert, dass man kaum noch Platz findet um ungestört mit seinen Hun­den spie­len zu kön­nen. In diesem Zusam­men­hang erwäh­nte ich auch, dass fremde Hunde dort oft unser Spielzeug klauen und dann bru­tal vertei­di­gen. Von einem Hun­de­hal­ter eines typ­is­chen “Der will nur spie­len” kam dann der Satz “Wer mit seinem Hund mit Spielzeug spielt, spielt nicht.”

Schwachsinn oder ist vielleicht doch ein Funken Wahrheit enhalten?

Sicher kann man auch ohne Spielzeug ganz prima mit seinem Hund spielen.

Kein Hund braucht Spielzeug.

Ein gemein­sames Ren­nen über eine Wiese, zusam­men Toben über Baum­stämme im Wald und ein gemein­sames Rangeln auf dem Boden macht jedem Hund eine Menge Spaß und stärkt die Bindung.

Und auch wir ren­nen gemein­sam über Felder, spie­len ver­stecken im Wald und bud­deln gemein­sam im Sand.

Man braucht also sicher kein Spielzeug um mit seinem Hund tolle Aben­teuer erleben zu können.

Doch ich würde nie so weit und sagen, dass derjenige, der Spielzeug nutzt, gar nicht spielt.

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Sowohl Queen als auch Püppi sind wahnsin­nig ver­spielt und beschäfti­gen sich gern mit ihrem Spielzeug. Dann wird gekn­ab­bert, gemein­sam gez­ergelt und gezo­gen. Die bei­den kön­nen sich ganz prima miteinan­der beschäfti­gen. Manch­mal mit und manch­mal ohne Spielzeug. Doch in bei­den Fällen — ob mit oder ohne Ball — spie­len sie miteinander.

Und auch, wenn Spielzeug kein Muss ist, so ist es doch eine tolle Option, um sich art­gerecht mit seinem Hund beschäfti­gen zu können.

Ich würde allerd­ings nie so weit gehen und Spielzeug benutzen, um den Hund stumpf auszupow­ern. Nicht sel­ten sieht man Hun­debe­sitzer, die auf ihrer gesamten Runde ums Fell lust­los den Ball mit einer han­del­süblichen Wurf­schleud­err übers Feld wer­fen. Der Hund hetzt hin­ter­her und spuckt den Ball anschließend vor Her­rchens Füße. Während dieser den angesab­berten Ball zurück in die Schleuder drückt, ohne sich hier­für bücken zu müssen, wird dies meist von einem auf­fordern­den Bellen des Hun­des begleitet.

Wann wir Spielzeug benutzen

Queen und Püppi apportieren gerne.

Wir nehmen Spielzeug mit in den Wald und dann geht’s los. Ein “Sitz Bleib” und das Spielzeug fliegt. Auf Kom­mando hin dür­fen entweder beide (wenn zwei Spielies geflo­gen sind) oder einer das Spieli zurückholen.

Ohne “Bleib” geht bei uns allerd­ings gar nichts. Queen soll auf­grund ihrer Gelenke nicht wild los­ren­nen und abrupt abbrem­sen. Auch für Püppi ist das super, denn die kleine steigert sich richtig extram in das Spiel hinein und so kann das ganze etwas brem­sen und wir spie­len kontrolliert.

Spielzeug eignet sich super für Suchspiele.

Gern nehmen wir einen kleinen Ball oder den Safestix mit auf die Runde und ver­stecken es. Das macht uns allen am meis­ten Spaß, weil man so kreativ sein kann und immer wieder neue Möglichkeiten ent­deckt. Das Spielzeug kann ver­bud­delt wer­den, unter einem Laub­haufen ver­steckt oder in einen holen Baum gelegt wer­den. Man kann das Spielzeug aber auch super in einen Strauch hän­gen. Natür­lich nur so hoch, dass der Hund es noch erre­ichen kann. Man wun­dert sich, wie schwer das für die Hunde sein kann, wenn sich das Spielzeug plöt­zlich nicht mehr auf dem Boden befindet, son­dern an einem kleinen Ast baumelt.

Spielzeug kann auch super in der Woh­nung ver­steckt wer­den, wenn es draußen reg­net oder zu heiß ist.

Und manch­mal trägt Queen ein Spielzeug ein­fach nur mit sich rum. Sie hört, dass es raus geht, nimmt sich ein Spielzeug und ver­sucht dieses an mir vor­beizuschmuggeln. Ich lass sie es meist mit­nehmen, voraus­ge­setzt es han­delt sich nicht um den Safestix wenn Her­rchen mit­geht, denn das ist ihm doch etwas unan­genehm. Kann ich gar nicht verstehen 😉

Wenn wir nach Hause kom­men oder “von Queen erwün­schter” Besuch kommt, holt sich auch eins ihrer Spiel­sachen und bringt es mit zur Tür. Wer jetzt denkt, sie würde es dem Besuch oder mir brin­gen, den muss ich ent­tä­suschen. Voller Stolz zeigt sie ihr Spieli und dreht damit einige Ehren­run­den durch die Wohnung.

Püppi ist den gesamten Tag mit irgen­det­was beschäftigt. In der Regel knab­bert sie auf Spielies herum. Manch­mal nuck­elt sie richtig an einem Stoff­ball. Diesen trägt sie immer von dem einen Schlaf­platz zum anderen, weil sie ohne ihren Stoff­ball kaum schlafen kann. Sie nuck­elt da richtig drauf herum und drückt mit den Pfoten in den Ball als würde sie noch bei ihrer Mama trinken. Das sieht wirk­lich zu niedlich aus 🙂

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Man kann sicher ohne Spielzeug spie­len, aber wer den All­tag mit seinem Hund abwech­slungsre­ich gestal­ten will, der würde sicher das ein oder andere Spielzeug vermissen.

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Klar braucht man nicht wie wir Ver­rück­ten drei große Kisten voll, son­dern wahrschein­lich reichen auch drei bis vier aus­gewählte Spielzeuge völ­lig aus 🙂

Den­noch würde ich nie soweit gehen und sagen, wer mit seinem Hund mit Spielzeug spielt, der spielt gar nicht.

In Anbe­tra­cht der Freude meiner Fell­nasen an ihren Spiel­sachen halte ich diese Aus­sage sogar für schlicht falsch.

Was meint ihr? Spie­len eure Hunde auch gerne mit Spielzeug? Oder seht ihr das wie der Hun­de­hal­ter am See und hal­tet das Spie­len mit Spielzeug gar nicht für ein richtiges Spiel?

Darf es auch etwas weniger sein?

Mon­tags und Sam­stags gehen wir zum Agility. Dien­stags abends tre­f­fen wir uns immer mit mehreren Hunde für eine gemein­same Runde. Mittwochs gehen wir zum Mantrail­ing und Don­ner­stags besuchen wir einen Apportier — Kurs. Fre­itags üben wir für die Beglei­thun­de­prü­fung. Son­ntags steht bei uns nichts auf dem Pro­gramm. Da gehen wir wan­dern. Auf unseren Spaziergän­gen üben wir Tricks und machen Suchspiele.”

Nicht wenig Hunde haben heutzu­tage einen der­ar­ti­gen “Stundenplan”.

In der heuti­gen Gesellschaft zählt nur eins: Leis­tung. Wer keine Leis­tung erbringt, bekommt keine Anerken­nung. Wer keine Erfolge erzielt, genießt keine Aufmerk­samkeit. Nicht sel­ten wird man über erbrachte Leis­tun­gen und Erfolge definiert.

Und dann wären da noch die vie­len neuen Trends, die man unbe­d­ingt als erstes aus­pro­bieren möchte. Cani­cross, Dog Danc­ing und vielle­icht noch Ral­lye Obe­di­ence. Und am besten noch alles auf einmal.

Ver­steht mich nicht falsch.

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Ich finde es abso­lut notwendig, dass wir unsere Hunde art­gerecht beschäfti­gen. Aber das entschei­dende Wort ist “artgerecht”.

Ich halte es nicht für art­gerecht, wenn der Hund fünf Sportarten in einer Woche absolvieren muss. Ich empfinde es nicht als art­gerecht, wenn jeden Tag etwas anderes auf dem Plan steht.

Und vor allem empfinde ich es nicht als art­gerecht, wenn der Men­sch nach eige­nen Wün­schen über die “Hob­bys” des eige­nen Hun­des entscheidet.

Hunde, die kör­per­lich beein­trächtigt sind, wer­den zum Agility geschleppt. Hunde, die über­haupt keinen Spaß an Nase­nar­beit haben, wer­den Sam­stags zum Mantrail­ing gebracht. Hunde, die im Som­mer am lieb­sten nur rum­liegen würde, müssen zum Longieren.

Warum?

Ist es “schick”, wenn der Hund möglichst viele Sportarten macht? Ist es “in”, dass der Hund jeden Tag Ter­mine hat und jeden Tag mehrere Stun­den “arbeiten” muss?

Dieser Beschäf­ti­gungswahn ist völ­lig über­zo­gen. Natür­lich müssen Hunde beschäftigt wer­den und sicher­lich wäre Mantrail­ing eine Möglichkeit. Aber es muss auch zum Hund passen. Nur weil der Men­sch Inter­esse an dieser Sportart hat, muss das noch lange nicht auf den Hund zutreffen.

Es sollte um den Hund gehen und nicht um erzielte Punkte oder gewonnene Pokale.

Hat der Hund kör­per­liche Beein­träch­ti­gun­gen, wäre vielle­icht Nase­nar­beit das richtige. Ist der Hund ein pures Energiebün­del, so hat er vielle­icht Freude am Agility.

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Hunde ruhen täglich zwis­chen 16 und 20 Stun­den. Dise Zeit ist enorm wichtig, damit der Hor­mon­haushalt des Hun­des im Gle­ichgewicht bleibt. Inter­es­sant ist auch, dass Rasse­hun­den häu­fig ein erhöhtes Beschäf­ti­gungs­bedürf­nis nachge­sagt wird. Dabei ruhen Rasse­hunde die meiste Zeit des Tages, wenn sie selb­st­bes­timmt leben dürfen.

Queen ist ein Schäfer­hund. Ein Arbeit­stier, wie man so schön sagt.

Doch auch sie muss nicht ständig beschäftigt wer­den. Oft werde ich gefragt, wie häu­fig ich in der Woche fährten gehen würde und wie sich Queen auf dem Hun­de­platz macht. Wir gehen nur sel­ten fährten und auf dem Hun­de­splatz sieht man uns nie. Selbst sog. Arbeit­shunde sind mit einer abwech­slungsre­ich gestal­teten Runde durch den Wald mit ein paar ver­steck­ten Fut­ter­brocken und einem gemein­samen Spiel völ­lig glück­lich. So oft sehe ich Men­schen mit Bor­der Col­lies oder Aus­tralian Shep­erds, die ihre Hunde maß­los über­fordern. Die sind mit sechs Monaten in der Lage die Beglei­thun­de­prü­fung abzule­gen und kön­nen 20 ver­schiede­nen Tricks. Ganz ehrlich: Muss das sein? Man fährt die Hunde auf ein Level, welches völ­lig unnatür­lich und nicht art­gerecht ist.

Püppi ist noch jung. Mit ihren fünf Monaten steckt sie voller Energie und Bewegungsdrang.

Würde ich dem nachgeben, würde ihr Hor­mon­haushalt völ­lig aus dem Gle­ichgewicht ger­aten. Sie wäre reizbar und unaus­geglichen, weil ihr erhe­blich viel Schlaf fehlen würde. Manch­mal muss man die Hunde eben auch zur Ruhe zwingen.

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Bei uns sieht der All­tag so aus:

Wir gehen früh mor­gens eine kleine Runde von ca. 25 — 30 Minuten, damit sich die Hunde lösen kön­nen. Auf dieser Runde passiert rein gar nichts. Über den Tag verteilt gehen wir ca. alle vier Stun­den raus. Diese Run­den fallen dann in der Regel etwas länger aus. Ein­mal täglich machen wir auf einer dieser Run­den für ca. 10 Minuten Nase­nar­beit. Das sieht meist so aus, dass ich Leck­erlis ver­stecke oder zwis­chen­durch ins hohe Gras werfe. Queen macht ein­mal täglich einige Tricks. Dies hat zwei prak­tis­che Gründe. Zum einen stärkt das ihr Selb­st­be­wusst­sein. Zum anderen han­delt es sich dabei um Übun­gen, mit denen wir die Musku­latur trainieren können.

Püppi geht ein­mal pro Woche in den Junghun­dekurs. Queen belegt zwis­chen­durch Kurse wie “Suchen im Trüm­mer­feld” oder “Suchen kleiner Gegen­stände” bei Rütter’S D.O.G.S. Je nach­dem was zur Zeit ange­boten wird und je nach­dem, was ihr Spaß macht.

Das war es auch schon.

Zwis­chen­durch übe ich den Rück­ruf mit Püppi und wenn sich Zeit ergibt, dann üben wir das Apportieren oder ich bringe ihr kleine Tricks bei. Das mache ich aber nicht täglich und schon gar nicht, weil ich das beson­ders niedlich finde oder weil ich sie zu einem Roboter aus­bilden will. Püppi hat ein­fach Spaß an der Sache und ich kann sie mit Kop­far­beit sehr gut auslasten.

Die kom­plette Erziehung von Püppi lief “neben­bei”. Ich bin kein Hun­de­men­sch, der sich auf den Hun­de­platz stellt oder gezielt die Leinen­führigkeit trainiert. Da habe weder ich noch meine Hunde Lust zu. Bei uns ergibt sich die Erziehung im All­tag. Das war schon bei Queen so. Klar dauert es dann vielle­icht etwas länger, aber es passiert ohne Druck und in der Regel auch mit mehr Freude (zumin­d­est empfinden wir das so). Püppi ist 5 Monate alt. Sie kann Sitz, Platz, Bleib und Tabu. Sie ist zu 90% abruf­bar und kann schon ganz gut apportieren. Und all das hat sie zwis­chen­durch im All­tag gelernt.

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Sobald Püppi alt genug ist, werde ich mit ihr zum Agility fahren. Wenn es ihr Spaß macht, wäre das ein super Hobby für uns. Wenn sie es blöd findet, lassen wir es und schauen, ob sie andere Sportarten cool findet.

Ob man nun auf den Hun­de­platz geht, muss jeder selbst entschei­den. Ob man mit seinem Hund Sport machen möchte, ist eben­falls jedem selbst überlassen.

Solange man eines nicht ver­gisst: die Bedürfnisse des Hundes.

Die Grenze ist dann erre­icht, wenn der Hund keine Freude mehr bei “seinem Hobby” empfindet. Die Grenze ist auch dann erre­icht, wenn täglich etwas anderes auf dem Plan steht.

Immer öfter beobachte ich, wie sich Hunde dem Men­schen anpassen müssen. Das fängt schon bei einem Spazier­gang an. Dabei gehen wir doch für unseren Hund raus. Warum ver­hal­ten wir uns dann nicht so? Die Men­schen laufen schnellen Schrittes die Strecke ab, dabei wäre es viel art­gerechter, wesentlich langsamer zu laufen.

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Habt ihr euren Hund schon mal den Weg bes­tim­men lassen?

Ich habe das Exper­i­ment vor Kurzem gemacht. Queen ging immer in das gle­iche Gebiet. Mal ging sie links herum, mal rechts. Mal erst in den Wald, mal erst auf die Wiese. Es han­delte sich immer um das gle­ich “Revier”, doch sie ging unter­schiedliche Strecken inner­halb dieses Gebi­etes und vor allem ging sie viel langsamer als ich dachte. Sie schnüf­felte aus­giebig und blieb manch­mal ein­fach nur ste­hen und beobachtete einen Vogel.

Hunde sind auch glück­lich, wenn sie ein­fach mal durch den Wald streifen dür­fen. Ein­fach mal über­all schnüf­feln kön­nen, wo sie möchten. Ein paar Kekse zusam­men mit seinem Zweibeiner suchen oder gemein­sam über die Wiese toben.

Bei all den Beschäf­ti­gungsmöglichkeiten dür­fen wir eines nicht aus den Augen ver­lier­ren: die Bedürfnisse unserer Hunde

die besten Hunde — Apps

Mit­tler­weile gibt es für nahezu alles eine App. Manche sind lustig, hil­fre­ich oder unter­halt­sam. Andere widerum sinn­los, albern und reine Zeitverschwendung.

Inzwis­chen gibt es auch zahlre­iche Apps für Hun­de­hal­ter — Zeit, sich diese ein­mal genauer anzusehen.

Dog’s Places

Mit dieser App kön­nen Hun­debe­sitzer Orte aus­findig machen, bei denen Vier­beiner willkom­men sind. Ange­fan­gen bei Hun­dewiesen, Tierärzten bis hin zu hun­de­fre­undlichen Restau­rant, Hun­de­friseure und Tiergeschäfte. Alle Orte sind in Kater­gorien eingeteilt und wer­den mit hüb­schen kleinen Zeichen auf der Karte dargestellt. Als Nutzer hat man die Möglichkeit, noch nicht genan­nte Orte hinzuzufü­gen, sodass sich diese App stets weit­er­en­twick­elt. Zudem lassen sich die Orte bew­erten, sodass man sin­nvolle Infor­ma­tio­nen von anderen Usern erhal­ten kann.

LadenZeile

In der App Laden­Zeile kön­nen Nutzer Pro­dukte aus Onli­neshops durch­stöbern und ver­gle­ichen. Zube­hör, Hun­demö­bel, Klei­dung, Fut­ter sowie Spielzeug und Snacks kön­nen aus namen­haften Shops ver­glichen wer­den. Die Suche wird durch den vielfälti­gen Fil­ter sehr ein­fach gestal­tet, sodass man schnell das gewün­schte Pro­dukt finden kann.

Erste Hilfe für Hunde

 

Von Ent­fer­nen von Fremd­kör­pern über Erstver­sorgungstipps bis zur Mund zu Nase Beat­mung bei Hitzschlag, Bissver­let­zung oder Vergif­tung. Um bei Not­fällen richtig und schnell han­deln zu kön­nen bietet die Erste Hilfe App Hun­debe­sitzern ein nüt­zliches Nach­schlagew­erk. Präzise wer­den Symp­tome und Maß­nah­men erk­lärt. Zusät­zlich kön­nen Nutzer wertvolle Tipps finden, um Unfälle zu ver­mei­den. Mit Hilfe von Bildern wird gezeigt, wie Ver­let­zun­gen beim Hund richtig verpflegt werden.

Wer mit der App ver­an­wor­tungs­be­wussst umgeht, kann hier sicher den ein oder anderen hil­fre­ichen Tip finden, um den Not­fall adäquat meis­ten zu kön­nen. Diese App ersetzt allerd­ings auf gar keinen Fall den Tier­arzt, son­dern dient nur als Hilfe in einer Notsituation.

Giftköderradar

Die App informiert Hun­deb­sitzer über aus­gelegte Giftköder und poten­tielle Gefahren­zo­nen in Deutsch­land, Öfter­re­ich und der Schweiz.

Allerd­ings muss man ein kostenpflichtiges Upgrate vornehmen, bevor man einen Fund in der App melden kann. Damit die App also sin­nvoll wird, sollte dies unbe­d­ingt geän­dert werden.

MyDog365

MyDogs365 zeigt den Usern täglich span­nende Auf­gaben, die den All­tag mit dem Hund abwech­slungsre­ich gestal­ten. Mith­ilfe von Videoan­leitun­gen zeigen Profis, wie man die Auf­gaben durch­führen soll.

Hundeführer

Wer eine bes­timmte Hun­derasse sucht und darüber mehr erfahren möchte, findet in dieser App zahlre­iche Infor­ma­tio­nen. Diese App dient als umfan­gre­iches Nach­schlagew­erk mit 190 Hun­derassen sowie 1300 Fotos. Jeder User kann zudem selbst Bilder hochladen.

VetFinder

Wir alle haben schon ein­mal nach einem Tier­arzt in unserer Umge­bung gesucht. Mit dieser App und einem hil­fre­ichen Fil­ter lässt sich nicht nur der näch­ste Tier­arzt anzeigen, son­dern auch nach passender Fachrich­tung sortieren.

Koko von Knebel App

 

Mith­ilfe dieser App erfährt man alles und um Reise– und Impf­bes­tim­mungen in anderen Europäis­chen Län­dern. Für rechtliche Hin­weise und Län­derbes­tim­mungen muss man ein kostenpflichtiges Update durchführen.

Caniner Hundejournal

Mit dieser App lassen sich Fotos, Geschichten und Videos rund um den Hund hin­ter­legen. Erin­nerun­gen kön­nen doku­men­tiert und mit Fre­un­den geteilt wer­den. Beson­ders gefällt mir, dass die App rück­wirk­end funk­tion­iert, sodass ältere Auf­nah­men dem Datum zuge­ord­net wer­den und so eine voll­ständige Lebens­geschichte entste­hen kann. Zum Ver­schön­ern steht sogar ein Foto-Labor mit Fil­tern und Effek­ten zur Ver­fü­gung. Wer will, kann andere an den schön­sten Erin­nerun­gen teil­haben lassen und Auss­chnitte zum Beispiel auf Face­book teilen.

Dogs 2 Love

Diese App gle­icht einem Online — Dat­ing Por­tal für Hun­debe­sitzer. Mith­ilfe dieser App kann man sich mit anderen Sin­gles bei einem Hun­despazier­gang tre­f­fen. Die App Nutzung setzt ein angemeldetes Pro­fil auf dogs-2-love.com voraus. Aktuell ist die App nur auf Englisch, die Bedi­enung soll den­noch auf mit man­gel­haften Englisch Ken­nt­nis­sen prob­lem­los möglich sein.

Welpen– und Hundetrainer

Die App bein­hal­tet Tipps von Hun­de­train­ern mit Schritt — für — Schritt — Anleitun­gen. Mith­ilfe dieser App kön­nen Prob­leme wie Stuben­rein­heit und Hun­de­box — Train­ing, Leinen­führigkeit sowieso Sozial­isierung trainiert werden.

SpotLight GPS Pet Locator

Der Vier­beiner ist entwischt oder hat sich erschreckt und ist auf und davon? Mit dieser Anwen­dung ermit­teln Sie in Sekun­den­schnelle den Stan­dort des ent­laufe­nen Hun­des und kön­nen ihn dort abpassen – voraus­ge­setzt der Hund trägt ein Hals­band mit GPS Sender.

My Gassi – Gassi gehen mit neuen Freunden

Mit der App lassen sich Hun­debe­sitzer in der Nähe ermit­teln, mit denen man sich zur gemein­samen Runde verabre­den kann. Die App kann zudem die Lieblingsroute aufze­ich­nen und in sozialen Net­zw­erken teilen.

Urlaub auf vier Pfoten – „Hund & Reise“

Diese App bietet Unter­stützung in der gemein­samen Reise­pla­nung. Darf der Hund ins Reisegepäck und was kostet der Flug/die Bah­n­fahrt mit Hund? Pla­nung­shil­fen, hun­de­fre­undliche Hotels, Tipps für die Reiseapotheke, eine Liste der notwendi­gen Papiere – so gehen Hun­debe­sitzer gut vor­bere­itet in die Ferien. Was in der kosten­losen Ver­sion fehlt, sind die geset­zlichen Bes­tim­mungen für Hunde im Aus­land, die als In-App-Kauf freizuschal­ten sind.

Napf Cuisine

Hun­debe­sitzer finden in dieser App zahlre­iche Rezepte aus frischen Zutaten. Zu Gemüse, Fisch, Fleisch und Reis­gerichten kom­men Rezepte für gesunde Leck­erlis und viele all­ge­meine Tips zur Fütterung.

Hundestrand-App

In dieser App findet man alle Hun­de­strände und kann sich zudem über Rah­menbe­din­gun­gen wie Leinen­zwang, Kosten und Parkop­tio­nen informieren.

Dog Walk

Mit dieser App lässt sich die Gas­sirunde aufze­ich­nen. So lässt sich Route, Dauer und Dis­tanz fes­thal­ten und mit Bildern dokumentieren.

Und was benutzen wir?

Ich mag vor allem die App Dog’s Places. Dort erfährt man alles über die näch­ste Hun­dewiese und den näch­sten Tier­arzt. Die App vere­int einige andere Apps und ist ein­fach in der Bedi­enung. Zudem benutzen wir die App Dog­Walk, allerd­ings nicht regelmäßig. Ich habe gerne einen Überblick darüber, wie lang unsere Run­den sind. Laufen wir eine neue Strecke, so benutze ich die App um ein­schätzen zu kön­nen, wie lang der Weg gewe­sen ist. Auf­grund dieses Artikels habe ich die “Erste Hilfe App” herun­terge­laden. Ich möchte aber unbe­d­ingt nochmal beto­nen, dass die App keinen Tier­arzt erset­zen kann. Zudem bezweifel ich, dass ich einer Not­si­t­u­a­tion in der Lage bin, in der App nachzule­sen, wie ich mich nun ver­hal­ten muss. Daher lese ich zwis­chen­durch immer mal wieder in der App herum und schaue mir die Tips dort an.

Und ihr?

Welche Hunde Apps benutzt ihr?