Erziehung

3 Vorteile einer Pfeife im Rückruf

Grund­sät­zlich würde ich mich in der Erziehung meiner Hunde wohl eher in der Wat­te­bäuschchen — Frak­tion einord­nen. Mir ist es wichtig, dass sich meine Hunde “frei ent­fal­ten” kön­nen. Damit meine ich nicht, dass sie wild hin­ter Rehen hin­ter­her ren­nen dür­fen. Son­dern hier­mit meine ich, dass ich kleine “Macken”, weswe­gen andere in der Hun­de­schule den Train­ern die Ohren abkauen, nicht direkt als Prob­lem ansehe. Hunde sind viel intel­li­gen­ter, als wir oft annehmen. Ich gebe ihnen lieber die Möglichkeit, eigene Lern­er­fahrun­gen zu sam­meln, statt sie in eine Rich­tung zu drängen.

Queen zum Beispiel hat ich anfangs auf Schitt und Tritt ver­folgt. Klar, kön­nte man sie nun an ihrem Platz fes­t­binden oder man kön­nte hun­dert mal von links nach rechts laufen, damit sie gen­ervt liegen bleibt. Ich habe das ein­fach ignori­ert und sie hat es ganz von alleine ver­standen. Püppi hinge­gen frisst nicht auf ein­mal ihren Napf leer. Sie nimmt sich zwei oder drei Brocken, geht anschließend ins Wohnz­im­mer, beschäftigt sich dort und geht danach wieder zum Napf. Ich habe nach fün­fzehn Minuten den Napf weggenom­men und wollte ihr so beib­rin­gen, dass sie alles dierkt fressen soll. Das Ergeb­nis sah so aus: während der fün­fzehn Minuten ging sie zwis­chen­durch immer mal wieder dor­thin, schaffte aber nicht alles aufzufressen. So sah jede Mahlzeit aus. Unterm Strich fraß sie also viel weniger als sie sollte. Das änderte sich auch nach einige Tagen nicht. Nun steht der Napf in der Küche, immer etwas gefüllt. Und Püppi denkt trotz­dem nicht, dass sie die Weltherrschaft an sich geris­sen hat.

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Ich ver­suche mich eher meinen Hunde anzu­passen, als dass ich sie zu etwas dränge, “was sich halt so gehört”. Mir tut das nicht weh, wenn da immer etwas im Napf ist. Und ich war auch nicht beein­trächtigt, als Queen mich ver­folgt hat. Wenn es jeman­den ern­sthaft stört, ist das natür­lich etwas anderes. Ich ver­suche mich in einem ruhi­gen, entspan­nten Moment zu fra­gen, ob da für mich Hand­lungs­be­darf besteht. Wenn nicht (und das ist meis­tens so), dann gebe ich ihnen lieber die Option, eigene Erfahrun­gen zu sam­meln und so selbst zu merken, dass sie mir zum Beispiel nicht immer fol­gen müssen. Stimmt die Bindung zum Hund, erledi­gen sich viele Dinge von allein.

So lange alles andere läuft, sind mir solche “Kleinigkeiten” egal.

Und mit “alles andere” meine ich in erster Linie den Rückruf.

Nichts ist mir so wichtig, wie ein ver­lässlicher Rück­ruf. Ich möchte meinen Hun­den möglichst viel Frei­heit bieten und möglichst oft ohne Leine laufen lassen kön­nen. Das kann ich aber nur, wenn sie ver­lässlich zurück­kom­men, wenn ich sie rufe.

Wie die Über­schrift schon ver­rät, bin ich auf die Pfeife gekommen.

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Schon lange hängt sie an meiner Garder­obe, doch so richtig zum Ein­satz gekom­men, ist sie erst vor rund einein­halb Wochen. Mit zwei Hun­den ist es nicht so ein­fach, weil sich eigentlich immer die falsche ange­sprochen fühlt. Ein “Nein” in Püp­pis Rich­tung, verun­sicherte Queen. Daher lautet Püp­pis Wort nun “Tabu”. Ein “Aus” gerichtet an Püppi, ver­an­lasst Queen grund­sät­zlich alles fallen zu lassen, auch, wenn sie ger­ade so schön mit ihrem Ball spielt. “Gib ab” ist daher das Kom­mando für Püppi.

Beim Rück­ruf ist mir aufge­fallen, dass wir unzäh­lige Male am Tage Worte wie “Komm” und “Hier” benutzen. Queen hört eigentlich auf alles. Egal ob ich “Queen”, “Komm” oder “Hier” rufe, sie kommt. Daher habe ich nie über den Ein­satz eine Pfeife nachgedacht. Doch nun habe ich die Vorteile einer solchen erkannt.

Die Stimme

Unsere Stimme ist nie iden­tisch, weil sie nie emo­tion­s­los ist. Sind wir in Eile wird das fre­undliche “Hier” schnell zu einem gen­ervten “Hier” und führt fol­glich zu einem verun­sicherten Hund. Uns allen ist schon aufge­fallen, wie unter­schiedlich wir unsere Hunde rufen. Üben wir den Rück­ruf kommt ein schwungvolles “Hii­i­i­ier”. Kommt uns aber ein anderer Hund ent­ge­gen, von dem wir vielle­icht sogar wis­sen, dass es Ärger geben kön­nte, wir aus dem schwungvollen Rufen schnell ein hek­tis­ches, nervöses “Hier­rrr”. Nicht sel­ten haben wir dann einen Hund vor uns, der sich erst ein­mal umsieht, warum Frauli denn jetzt so nervös wird.

Die Pfeife ist neu­tral. Sie ver­rät unseren Gefühlszu­s­tand nicht, sodass sich dieser nicht auf den Hund auswirken kann.

Die Lautstärke

Eine Pfeife ist so durch­drin­gend, dass sie auch einen weit ent­fer­n­ten Hund erre­ichen kann. Sollte doch mal das Reh inter­es­san­ter sein, müssen wir richtig laut schreien und rufen. Eine Pfeife ist da prak­tis­cher und schont den Hals.

Die Individualität

Wir kön­nen uns einen ganz eige­nen Pfeifton aneignen. Nicht nur ein stumpfer Pfiff ist möglich, son­dern vielle­icht sogar zwei kurze Pfiffe hin­tere­inan­der. Ich bin zwar dur­chaus davon überzeugt, dass ein Hund unsere Stimme auch zwis­chen anderen Stim­men erken­nen würde, den­noch glaube ich, dass ein Pfiff ein­fach durch­drin­gen­der ist. Wir reden so viel auf unsere Hunde ein, dass vieles schon aus­ge­blendet wird. Ein Pfiff kommt nur beim Rück­ruf und nur in dieser Sit­u­a­tion zum Ein­satz. Das ist viel beson­derer als unsere Stimme, die ständig auf unsere Vier­beiner einredet.

Das Training mit einer Pfeife

Wir haben vor einein­halb Wochen ange­fan­gen mit der Pfeife zu trainieren. Hier­bei habe ich mir angewöhnt, eine “Super­be­loh­nung” mitzunehmen. Das ist eine Beloh­nung, die es nur dann gibt, wenn auf den Pfeifton der Hund zurück­kommt. In unserem Fall ist das Leber­wurst, die ich in einer Tube mit mir herum­trage. Püppi ist da völ­lig süchtig nach — die per­fekte Beloh­nung für den Rück­ruf. Bere­its jetzt ist es möglich, sie aus dem Spiel mit Queen her­aus abrufen zu kön­nen. Auch aus dem Anvisieren eines Vogels bekomme ich sie ohne Prob­leme raus. Heute abend ist wieder Hun­de­schule. Wenn es bei dem Plan der let­zten Woche bleibt, üben wir heute abend den Rück­ruf. Ich bin ges­pannt, ob Püppi unter anderer Ablenkung eben­falls auf die Pfeife reagiert. Selbst, wenn nicht, bin ich mit dem Erfolg nach so kurzer Zeit mehr als zufrieden. Die Pfeife ist bei zwei Hun­den wirk­lich prak­tisch. Natür­lich reagiert auch Queen mit­tler­weile gut auf den Pfiff und kommt eben­falls zurück. Klar, sie möchte ja auch gerne die Leberwurst 🙂

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Ich jeden­falls kann die Pfeife jedem nur empfehlen. Ger­ade bei Hun­den, die vielle­icht nicht so gut abruf­bar sind, ist das Ein­führen einer Pfeife nochmal etwas ganz anderes zur men­schlichen Stimme und vielle­icht nochmal eine Chance völ­lig neu mit dem Rück­ruf — Train­ing zu beginnen.

Ich habe das Train­ing so aufge­baut, dass ich zunächst in einer ablenkungs­freien Phase gep­fif­fen habe. Püppi hat sich direkt umgeschaut und war neugierig, wo nun dieses neue Geräusch herkam. Dann habe ich mich sicht­bar hinge­hockt, nochmal gep­fif­fen und sie kam direkt zu mir. Statt sich hinzuhocken, kann man auch lock­end rufen und sobald sich der Hund in die richtige Rich­tung bewegt nochmal pfeif­fen. Sobald Püppi bei mir war gab es die Leber­wurst. Nach zwei Tagen kam sie bere­its beim ersten Pfiff in meine Rich­tung geflitzt und ich kon­nte nach und nach die Ablenkung erhöhen.

Kennt ihr schon die Bedeutung der Nummern auf den Pfeifen?

Die Num­mer steht für eine bes­timmte Ton­lage. Sollte man also seine Pfeife ver­lieren oder sollte sie kaputt gehen, so wäre es hil­fre­ich, man wüsste die Num­mer auf der Rück­seite. So kann man sich genau den gle­ichen Ton wieder kaufen.

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Arbeitet ihr auch mit einer Pfeife? Welche Erfahrun­gen habt ihr machen können?

Der erzogene Hund — ein Freifahrtschein?

Vor eini­gen Tagen las ich einen Blog­beitrag der lieben Anna von Can­is­tec­ture. Der Beitrag ist zwar bere­its im Som­mer ver­gan­genen Jahres ent­standen, aber nach wie vor hoch aktuell.

Annas Hund Lemmy geht es ähn­lich wie Queen: Beide mögen es nicht, wenn fremde Hunde auf sie zuger­annt kommen.

Lei­der erlebe ich diese Sit­u­a­tion immer wieder. Ich sehe einen frem­den Hund, der auf uns zukom­men. Da man nie weiß, ob sich die Hunde “riechen kön­nen” und Queen sich schnell bedrängt fühlt, leine ich sie an. Einige Hun­de­hal­ter reagieren darauf und leinen ihren Hun­deben­falls an. Manch­mal kommt man den­noch ins Gespräch und manch­mal lässt man nach kurzer Absprache den Sozialkon­takt zu. Aber eben nicht immer…

Seit Püppi dabei ist, kom­men diese Sit­u­a­tio­nen noch häu­figer vor. Ich weiß nicht, ob viele denken, “wenn der kleine Hund unversehrt ist, wird der Schäfer­hund wohl nichts machen”. Jeden­falls lassen seit dem noch mehr Leute ihre Hunde ein­fach ren­nen. Obwohl ich beide anleine. Auch Püppi soll ler­nen, dass nicht immer Kon­takt zu anderen Hunde entsteht. Ich will nicht, dass sie die Erwartung­shal­tung bekommt “Oh ein anderer Hund. Los, spie­len.” Klar, kann sie spie­len und soll auch viele Sozialkon­takte haben, aber eben nicht immer.

Anna erk­lärt aus­fürhlich und abso­lut nachvol­lziehbar, warum Lemmy sich unwohl fühlt, wenn ein fremder Hund auf ihn zugestürmt kommt. Ich kann die Sit­u­a­tion abso­lut nachemfinden und ich finde es mehr als schade, dass Men­schen wie Anna und ich über­haupt um Rück­sicht bit­ten müssen.

Ist es nicht abso­lut selb­stver­ständlich, seinen Hund anzuleinen, wenn ein angelein­ter Hund ent­ge­gen kommt? Gehört es nicht zur all­ge­meinen Rück­sicht­nahme die Inter­essen anderer Hun­de­hal­ter zu respek­tieren? Ist es nicht ein Zeichen von Anstand, seinen Hund nicht ein­fach auf andere zuren­nen zu lassen?

Unab­hängig davon gibt es unzäh­lige Gründe dafür, dass Hunde angeleint sind. Sie kön­nen ängstlich sein oder aggres­siv, kön­nen krank sein oder Flöhe haben, vielle­icht hat der Hun­de­hal­ter ger­ade ein­fach kein Inter­esse an Sozialkon­tak­ten oder hat es eilig.

Es ist doch nicht zu viel ver­langt, dass man den eige­nen Hund in einer solchen Sit­u­a­tion anleint.

Doch für einige Hun­de­hal­ter ist es eben doch zu viel.

Und es sind immer die gle­ichen Rechtfertigungen:

Ich habe meinen Hund nicht erzo­gen, damit ich ihn ständig anleinen muss.”

Ich habe nicht 6 Kurse in der Hun­de­schule gemacht und bin nun 2 mal die Woche auf dem Hun­de­platz, um mit Leine raus­ge­hen zu müssen.”

Unab­hängig davon, ob diese Hunde tat­säch­lich immer abruf­bar sind oder ein­fach an anderen Hunde vor­beilaufen, ist diese Ein­stel­lung abso­lut rücksichtslos.

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Ich kenne beide Seiten: Ich habe einen Hund, der es richtig ätzend findet, wenn fremde auf sie zuren­nen. Gle­ichzeitig kön­nte ich aber ohne Prob­leme unan­geleint mit dem Kom­mando “Fuß” an anderen Hun­den vorbeilaufen.

Aber wenn ich doch sehe, dass jemand seinen Hund an der Leine führt, dann leine ich Queen eben­falls an. Völ­lig egal, ob ich nun ohne Leine vor­beilaufen kann oder nicht. Ich möchte weder dem ent­ge­genk­om­menden Hund noch dem ent­ge­genk­om­menden Hun­de­hal­ter Stress bere­iten. Durch das Anleinen sig­nal­isiere ich dem Zweibeiner, dass ich Rück­sicht nehme und so stress­frei wie möglich vor­beilaufen möchte.

Obwohl Queen abruf­bar ist, würde ich sie in solchen Sit­u­a­tio­nen immer anleinen. Dabei breche ich mir weder einen Zacken aus der Krone noch schränke ich mich oder meinen Hund ein. Klar wird es schwierig, wenn man zu den Hun­de­hal­tern gehört, die während der gesamten Runde mit ihrem Smart­phone beschäftigt ist. Klar ist es kom­pliziert, wenn man zu den Men­schen gehört, die ihre Hunde über jedes Fell oder jedes Wald stür­men lassen, damit er müde wird ohne dass man sich selbst mit ihm beschäfti­gen muss. Klar wird das pein­lich, wenn man stets behauptet, wie gut der eige­nen Hund hört, man aber genau weiß, dass der Vier­beiner jedes Rufen ignori­eren würde.

Ein wenig mehr Rück­sicht würde uns allen gut tun und ganz ehrlich: es ist auch nicht zu viel verlangt.

Wir möchten uns auch nicht bedrängt fühlen. Wir möchten eben­falls keine Angst haben. Also warum nehmen es einige dann bil­li­gend in Kauf, dass der ent­ge­genk­om­mende Hund solchen Gefühlen aus­ge­setzt ist? Damit der eige­nen Hund zwanzig Meter weiter unan­geleint laufen kann? Damit wir das Handy nicht aus der Hand nehmen müssen? Damit wir zeigen kön­nen, wie toll wir doch die Kurse in der Hun­de­schule umge­setzt haben und was für einen tollen erzo­ge­nen Hund wir doch haben?

Durch ein wenig mehr Rück­sicht kön­nten wir anderen Hun­debe­sitzern viel Stress ers­paren und ihr Train­ing erle­ichtert. Vielle­icht üben die bei­den auch ger­ade, dass der Hund nicht immer zu anderen hinzieht. Sollte aber nun ein unan­gelein­ter Hund auf sie zugestürmt kön­nen, zer­stört das unter Umstän­den mehrere Train­ings­fortschritte. Zudem setzt es den Zweibeiner unter Druck und Stress, was sich widerum auf den Hund auswirkt.

Also bitte. Nehmt Rück­sicht und leint eure Hunde an.

Seit wann ist der erzogene Hund ein Freifahrtschein?

Bravo. Der Hund ist erzogen. Gut gemacht. Aber das gibt niemandem das Recht sich respektlos gegenüber anderen zu verhalten.

Das Training mit einem Welpen

Mir ist es sehr wichtig, dass meine Hunde gut erzo­gen sind. Für mich ist das eine absolute Selb­stver­ständlichkeit. Das klingt jetzt strenger als es ist, denn eigentlich ist eine gute Erziehung lediglich der Schlüs­sel für ein Max­i­mum an Frei­heit, die ich meinem Hund dann gewähren kann.

Ignori­ert der Hund mein Rufen, kann ich ihn nicht von der Leine lassen. Ben­immt er sich Artgenossen gegenüber wie ein Rüpel, kann er nicht mit ihnen spie­len. Zieht er an der Leine und bellt vieles an, kann ich ihn nicht über­all hin mitnehmen.

Queens Erziehung lief eigentlich von selbst. Sobald sie ver­stand, was ich von ihr wollte, hielt sie sich an die Signale.

Bei Püppi hatte ich bere­its am ersten Tag das Gefühl, bei ihr wird das kein Kinderspiel 😀

Bere­its in der ersten Woche begann bei uns das “Training”.

Dabei ist mir zunächst beson­ders wichtig, dass sie auf ihren Namen reagiert. Ich möchte sie auf Feldern und Wiesen auch schon ohne Leine mit Queen ren­nen lassen, daher soll sie so schnell wie möglich abruf­bar sein. Zudem üben wir bere­its die Grund­kom­man­dos “sitz”, “platz” und “bleib”.

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Doch unter welchen Bedingungen lernen Welpen eigentlich am Besten? Und gibt es vielleicht Unterschiede zu der Arbeit mit einem erwachsenen Hund?

Zunächst ein­mal ist jedem Hun­de­hal­ter klar, dass Welpen sich nicht lange konzen­tri­eren kön­nen. Ich merke das bei Püppi immer wieder. Selbst ein Grashalm kann aus­re­ichen, um sie kom­plett aus dem Konzept zu bringen.

Zu Anfang reichen also zwei bis drei Minuten völ­lig aus. Die Train­in­sphasen kön­nen dann nach und nach aus­gedehnt wer­den, wobei man davon aus­geht, dass ein 4 Monate alter Hund in der Lage sein wird sich 10 Minuten konzen­tri­eren zu können.

Ein Tag kann also zum Beispiel so ausse­hen, dass man mor­gens für wenige Minuten übt. Anschließend eine kurze Pause macht, in der der Welpe spie­len und sich frei bewe­gen darf. Danach kann die kurze Ein­heit wieder­holt werden.

Am Nach­mit­tag sollte eine solche Train­ingein­heit wie am Mor­gen wieder­holt werden.

Am Fol­ge­tag wird nicht gelernt.

Das bedeutet natür­lich nicht, dass der Welpe gar nichts zu tun haben soll. Man kann spazieren gehen oder bere­its Verin­ner­lichtes wiederholen.

Genau wie bei erwach­se­nen Hun­den, die etwas Neues erler­nen, braucht auch der Welpe zunächst eine ablenkungs­freie Umge­bung. Der Wohnz­im­mertep­pich ist hier sicher ein guter Start. Alle Spielzeuge aus dem Weg und es kann los­ge­hen. Als zweiten Schritt eignet sich der eigene Garten oder eine freiliegende Wiese. Nach und nach kann die Ablenkung gesteigert wer­den. Was der Welpe als Ablenkung empfindet ist oft sehr unter­schiedlich und muss indi­vidu­ell bes­timmt werden.

Das Train­ing sollte immer so leicht bzw. schwierig sein, dass der Welpe nicht über­fordert ist. Über­forderung merkt man in erster Linie daran, dass der Hund Fehler macht. In diesem Fall sollte man am besten einen Train­ingss­chritt zurück­ge­hen, damit der Hund auch Erfolg hat.

Es dauert wirk­lich lange, bis ein Welpe eine Übung tat­säch­lich ver­standen und verin­ner­licht hat. Forscher gehen davon aus, dass ein Ver­hal­ten mehrere hun­dert Mal wieder­holt und belohnt wer­den muss, bevor man davon sprechen kann, dass ein Hund weiß, was man von ihm möchte.

Irgend­wie ist es lustig, wenn man bedenkt, dass so ein Welpe erst mal gar nichts kann. Aus lauter Gewohn­heit hab ich schon mehrfach “Platz” oder “Bleib” zu ihr gesagt 😀

Püppi wird heute 13 Wochen alt. Sie reagiert schon super auf ihren Namen. Das liegt aber auch daran, dass die Züch­terin sie bere­its so ange­sprochen hat, seit sie wusste, wie die kleine Maus heißen soll. Von zehn Mal rufen, kommt sie zwis­chen 8 und 9 mal direkt. Das kön­nte natür­lich auch daran liegen, dass sie richtig aus­giebig belohnt wird, wenn sie abruf­bar ist. “Sitz” klappt super, bei “Platz” muss ich mach­naml noch Hil­festel­lung geben. “Blieb” üben wir fleißig, klappt aber noch nicht zuverlässig 🙂

Püppi hat auf jeden Fall richtig viel Spaß bei den Übun­gen. Sie bekommt immer tolle Leck­erlis oder wir spie­len aus­giebig als Belohnung 🙂

Welche Erfahrun­gen habt ihr im Train­ing mit einem Welpen gemacht? Auf welche Kom­man­dos habt ihr beson­deren Wert gelegt?

Welpentoben bei Martin Rütter DOGS Osnabrück

Vor einein­halb Wochen waren wir mit Püppi in der Hun­de­schule. Die Welpen­stunde hat mir so gar nicht gefallen. Alle, die den Bericht noch nicht ken­nen, kön­nen ihn hier finden.

Den­noch wollte ich noch nicht aufgeben. Im ver­gan­genen Jahr war ich mit Queen bei Mar­tin Rüt­ter DOGS Osnabrück und wir haben einen Kurs zum Thema “Spaziergänge richtig gestal­ten besucht”. Auch darüber haben wir berichtet.

Das Sem­i­nar hat mir wirk­lich gut gefallen. Die Trainer­in­nern waren super nett. Daher habe ich mich auf der Home­page nach Welpenkursen umge­se­hen. An jedem Fre­itag abend zwis­chen 18 und 19 Uhr wird dort ein Welpen­to­ben ange­boten. Ich habe Püppi direkt angemeldet und erhielt bere­its am gle­ichen Tag einen Anruf von der Trainerin, die uns den Ter­min bestätigte und kurz erzählte, wie die Stunde ablaufen würde.

Ich hatte ein gutes Gefühl und freute mich sehr auf den Fre­itag abend.

In dem Kurs waren vier Welpen. Ein kleiner Ter­rier — Mix, ein Dal­matiner, ein Mün­ster­län­der und Püppi.

Ich muss zugeben, dass ich zunächst Bedenken hatte, weil der Mün­ster­län­der viel größer war und sehr leb­haft wirkte. Ich wollte unbe­d­ingt ver­mei­den, dass Püppi wieder Angst bekom­men würde.

Gemein­sam gin­gen wir vom Park­platz aus mit den Welpen in das Welpenge­hege. Dort waren aller­hand Geräte aufge­baut. Eine Wippe, ein wack­el­nder Käfig, ein kleines raschel­ndes Zelt sowie viele weit­ere sin­nvolle Dinge, um die Welpen an den All­tag gewöh­nen zu können.

Nun waren Püppi und der Dal­matin­er­welpe zum ersten Mal in der Stunde, sodass am Fre­itag lediglich getobt wer­den konnte.

Hals­band oder Geschirr wur­den ent­fernt und wir ließen die Hunde laufen. Obwohl der Mün­ster­län­der direkt auf uns zukam, war er der­art vor­sichtig und rück­sichtsvoll, dass Püppi keine Angst bekam. Als er merkte, wie zurück­hal­tend sie noch war, ging er ein­fach weiter. Ins­ge­samt funk­tion­ierte das Toben super. Der Ter­rrier — Mix spielte die meiste Zeit mit dem Mün­ster­län­der, denn beide waren schon mehrfach in der Stunde und kan­nten sich bere­its. Püppi und der Dalamtiner erkun­de­ten vor­sichtig den Aus­lauf und beschnup­perten sich schüchtern.

Die Trainerin beant­wortete uns alle Fra­gen, die wir hat­ten und nahm sich Zeit für jeden einzel­nen. Den­noch war sie die ganze Zeit sehr aufmerk­sam und erk­lärte uns viel über die Kör­per­sprache der Welpen. Wurde es zu extrem, ging sie dazwis­chen. Immer mal wieder bekam der ein oder andere Welpe bei Bedarf eine kleine Auszeit.

Püppi war zwar schüchtern, aber den­noch neugierig und keines­falls ängstlich. Die anderen Welpen waren aber auch wirk­lich klasse und machten es ihr ein­fach. Ich war sehr beein­druckt von der Sen­si­bil­ität des Mün­ster­län­ders, der sofort reagierte. Wurde es Püppi zu viel, ging er weg. Wurde sie von anderen bedrängt, stellte er sich dazwis­chen. Das war wirk­lich schön anzuse­hen, denn Püppi schien sich dadurch um einiges sicherer zu fühlen.

Auch ich hatte die Gele­gen­heit die ein oder andere Frage zu stellen. Die Trainerin nahm sich viel Zeit, mir diese aus­führlich zu beant­worten. Das fand ich wirk­lich super. Ich habe mich direkt sehr wohl gefühlt. Sie kon­nte sich auch an Queen und mich erin­nern und freute sich sehr, dass wir wieder in eine ihrer Stun­den gekom­men sind.

In der näch­sten Woche wird ein kleiner Mis­chling (franzö­sis­che Bull­dogge / Boxer) dabei sein. Die Trainerin will sich dann auch den unter­schiedlichen Geräten in dem Aus­lauf wid­men, um die Welpen auf möglichst viele All­t­agssi­t­u­a­tio­nen vor­bere­iten zu können.

Uns hat es wirk­lich super gefallen, sodass auch wir wieder dabei sein werden.

Natür­lich berichten wir im Laufe der Woche noch von unseren Fra­gen an die Trainerin. Dass sie Queen und ihren Charak­ter schon kan­nte, machte die Beant­wor­tung vieler Fra­gen ein­facher. So kon­nte sie direkt den Bezug her­stellen und meine Sit­u­a­tion auch als Ganze betra­chten. Ich muss zugeben, dass mich ihre Antworten sehr erstaunt und zum Nach­denken angeregt haben…

Püppi — die perfekte Mischung?

Püppi ist ein Mis­chling. Beide Eltern sind eben­falls Mis­chlinge — um es genau zu sagen: Eine Mis­chung aus Shih Tzu und Malteser.

Wir alle wis­sen, dass jeder Rasse bes­timmte Charak­tereigen­schaften zugeschrieben wer­den und auch ich merke jetzt schon deut­lich, dass in der kleinen Püppi eine riesen Por­tion Shih Tzu steckt.

Daher ist es an der Zeit, sich die bei­den Rassen genauer anzusehen.

Der Shih Tzu

Shih Tzu
Quelle: http://www.shihtzu.de/shih-tzu-fotos-und-bilder/

Shih Tzus sind fre­undlich, ver­spielt und wach­sam. Auf­grund ihrer Kör­per­hal­tung wirken sie arro­gant. Tat­säch­lich kann man eine gewis­sen Eigensin­nigkeit nicht leugnen.

Sie entwick­eln eine starke Bindung zu ihrem Zweibeiner und wer­den als treue, liebenswerte und fröh­liche Begleiter beschrieben.

Die Rasse ver­fügt über ein außeror­dentlich gutes Gehör, hören zum Teil sogar deut­lich mehr als andere Hunde.

Shih Tzus sind sehr robust. Trotz ihrer Ver­spieltheit übernehmen sie auch eine gewisse Wachfunktion.

Sie gel­ten zudem als intel­li­gent, sen­si­bel, loyal und unabhängig.

Mit einer max­i­malen Wider­risthöhe von 27 cm und einem Gewicht von 4,5 — 7,5 kg wer­den sie zwis­chen 10 und 16 Jahre alt.

Sie haben dichtes, langes Haar mit viel Unterwolle.

Shih Tzus haben einen run­den und bre­iten Kopf. Ihre Augen sind groß und dunkel. Der Fang ist kurz und breit, während die Zähne oft einen leichten Vor­biss aufweisen. Die Hän­geohren sind hoch am Kopf ange­setzt und haben ein langes Ohrleder.

Ihre Knochen sind kräftig, während die buschige Rute über dem Rücken getra­gen wird.

Auf­grund ihrer Selb­st­ständigkeiten benötigt diese Rasse eine kon­se­quente Erziehung. Zu gern mag man ihnen die ein oder andere Unart verzei­hen, was der Shih Tzu später gekonnt auszunutzen weiß.

Shih Tzus sind ruhig und aus­geglichen ohne Nei­gung zu Aggres­siv­ität oder Nervosität.

Der Malteser

Quelle: http://www.mymalteser.de/malteser-hund-fotos-und-bilder/
Quelle: http://www.mymalteser.de/malteser-hund-fotos-und-bilder/

Mal­teser sind kleine weiße Wirbel­winde. Sie sind fröh­lich und verspielt.

Unter allen Umstän­den möchte diese Rasse seinem Zweibeiner gefallen.

Mit einer max­i­malen Wideristhöhe von 26 cm und einem Gewicht von 3 — 4 kg haben sie eine hohe Lebenser­wartung mit etwa 15 Jahren.

Sie sind selb­st­be­wusst, leb­haft, gelehrig, wach­sam und sehr spielfreudig.

Mal­teser gel­ten als mutig, uner­schrocken und zum Teil auch als frech.

Püppi — die perfekte Mischung?

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Ich habe Püppi als sehr ver­spiel­ten Hund ken­nen gel­ernt. Sie liebt es zu toben und hat einen wahnsin­nig aus­geprägten Bewe­gungs­drang. Da sie erst 10 Wochen alt ist, muss ich sie immer wieder zwis­chen­durch hochnehmen, damit sie nicht zu lange läuft. Das gefällt ihr lei­der gar nicht und sie bringt es auch deut­lich zum Ausdruck 😀

Sie lernt wahnsin­nig schnell. Das hätte ich ihr ehrlich gesagt nicht zugetraut.

Gle­ichzeitig ist sie schon jetzt sehr mutig und zum Teil auch extrem frech. Während bei Queen eine deut­liche Stimme aus­re­icht, lässt Püppi sich davon noch lange nicht beeindrucken.

Was sie nicht will, will sie nicht. Die Erziehung wird defin­i­tiv eine Herausforderung.

Püppi ist unglaublich leb­haft und neugierig.

In meinen Augen ist die Kom­bi­na­tion von Shih Tzu und Mal­teser ein­fach per­fekt. Beide Rassen haben sehr liebenswerte Eigen­schaften. Beide Rassen sind selb­st­ständig und aufgeschlossen.

Am meis­ten liebe ich die Ver­spiel­heit an ihr. Sie ist kaum zu brem­sen und ich muss sie mehrfach am Tag zur Ruhe zwin­gen. Selbst, wenn alles um sie herum still ist, zockt sie munter vor sich hin und schüt­telt alles, was sie finden kann.

Eine beson­dere Her­aus­forderung ist die liebenswerte Art, denn es fällt mir wirk­lich schwer, kon­se­quent zu bleiben.

Erst gestern mor­gen kam sie ins Bad ger­annt, während ich unter der Dusche stand. Ihr Blick wan­derte rasch durch den Raum und blieb an meinem Hand­tuch hän­gen. Schneller als ich gucken kon­nte, zog sie so stark an dem herun­ter­hän­gen­den Zipfel, dass das gesamte Hand­tuch auf ihr lan­dete. Völ­lig uner­schrocken ran­nte sie mit dem Tuch über dem Kopf ins Wohnzimmer.

Ganz ehrlich: wie soll man denn dabei kon­se­quent bleiben? 😀

Wir waren in der Welpenstunde

Am Don­ner­stag abend waren wir spon­tan in einer Welpenstunde.

Ich war noch nie in einer Hun­de­schule und betra­chte diese Möglichkeit auch eher als  “kann” statt als “muss”.

Nun sprachen aber doch ein paar Gründe dafür, einen Welpenkurs aufzusuchen.

Zum einen hat Püppi jetzt schon einen ziem­lich starken Charak­ter. Was sie nicht will, will sie nicht. Der Shih Tzu kommt ziem­lich deut­lich zum Aus­druck. Generell finde ich das super, wenn Hunde ihren eige­nen Kopf haben. Den­noch kann so ein Kurs ja nicht schaden.

Ich wollte zudem, dass sie Kon­takt zu Gle­ichal­tri­gen hat.

Queen ist zur Zeit etwas in Alarm­bere­itschaft. Sie bringt ihre Rolle als die “große Schwester” und ihren Beschützerin­stinkt ziem­lich deut­lich zum Aus­druck. Kom­men uns andere Hunde ent­ge­gen, ist sie sehr anges­pannt. Ich möchte nicht, dass Püppi denkt, andere Hunde seien eine Bedrohung.

Daher fuhren wir Don­ner­stag abend in die Hundeschule.

Bevor es los­ging, lernte Püppi die franzö­sis­che Bull­dogge Myles ken­nen. Die bei­den fan­den sich direkt inter­es­sant und die Zweibeiner waren eben­falls zum ersten Mal dort.

Als wir in die Halle kamen, gin­gen wir nebeneinan­der und die Hunde ben­schnup­perten sich nochmal kurz. Die Trainerin schrie direkt “Keinen Kon­takt an der Leine”! Ob man das nun zulässt oder nicht, ist dur­chaus umstrit­ten, aber in meinen Augen jedem selbst über­lassen, wenn beide Zweibeiner am anderen Ende der Leine damit ein­ver­standen sind. Direkt so rumzuschreien gefiel mir ehrlich gesagt über­haupt nicht. Nur weil man in einen Welpenkurs geht, bedeutet das nicht, dass ich keine eige­nen Entschei­dun­gen mehr tre­f­fen kann und mich vol­lkom­men der Mei­n­ung meiner Trainerin hingebe.

2016-04-07 18.01.30
Püppi und Myles

Zu Beginn fand eine Übung zur Leinen­führigkeit statt. Das klappt bei uns schon sehr gut, daher hat­ten wir hier­bei keine Probleme.

Nach der Übung soll­ten die Welpen Gele­gen­heit zum Spie­len bekom­men. Da auch einige große Welpen in der Gruppe waren, wur­den wir in zwei Grup­pen eingeteilt. Zusam­men mit einer 11 Wochen alten franzö­sis­chen Bulld­gogge und einem Vizsla Welpen wech­sel­ten wir die Halle und gin­gen nach nebe­nan. Der Vizsla war allerd­ings extrem aufgeregt und grob. Mit seinen bere­its großen Pfoten schlug er nur so um sich. Püppi und die franzö­sis­che Bull­dogge hat­ten nur noch Angst. Nach weni­gen Auge­blicken knur­rten und schnappten beide nach ihm, sobald er näher kam. Ich bin dazwis­chen gegan­gen, weil die Trainerin es nicht tat. Sie schob den Vizla zwar zwis­chen­durch zur Seite, allerd­ings hat­ten die bei­den nach wie vor Angst. Der Vizla war sehr wild und völ­lig außer Kon­trolle. Von dem Bei­seiteschieben durch die Trainerin ließ er sich nicht beeindrucken.

Viele behaupten, man solle seinen Welpen nicht hochnehmen in einer solchen Sit­u­a­tion, damit er lernt, es alleine zu klären. Ich sehe das etwas anders. Hat mein Hund Angst, ist es meine ver­dammte Pflicht, ihn zu beschützen. Wenn nicht ich ihn beschützen soll, wer denn dann?

Also nahm ich Püppi hoch und wir schauten zu, wie der Vizsla durch die Gegend schoss.

Anschließend soll­ten wir eine Übung durch­führen, in der unsere Welpen ler­nen sollen, uns aufmerk­sam anzuschauen. Solch eine Übung habe ich bis jetzt für nicht allzu wichtig erachtet, sodass Püppi erst­mal nicht wusste, was ich von ihr wollte.

Nach weni­gen Ver­suchen soll­ten die Hunde erneut miteinan­der spie­len können.

Dieses mal alle zusam­men. Das kam für mich in Betra­cht. In der Gruppe war ein 17 Wochen alter Dober­mann, der nahezu so groß war wie Queen und mit sener Kraft über­haupt noch nicht umge­hen kon­nte. Er ran­nte über die anderen Hunde drüber und selbst eine stat­tliche Bull­dogge ver­zog sich. Auch son­sten schätze ich die übri­gen großen Welpen alle auf min­d­est 15 kg. Einige (es waren ins­ge­samt 8) ver­steck­ten sich in Ecken und unter Tis­chen. Püppi war schon beein­druckt genug. Ich wollte ihr nicht “den Rest geben”.

Zu guter Letzt fand eine kurze The­o­rieein­heit statt. Hier­bei ging es um das Thema Ernährung.

Ich bin zwar kein Ernährung­sex­perte und auch keine Hun­de­trainerin, aber bei der ein oder anderen Aus­sage musste ich ordentlich schlucken. Bei dem Thema “Geschirr oder Hals­band” und auch bei der Frage, ob Hunde gewürzte Essen­sreste dür­fen, habe ich ziem­lich erstaunt geguckt. Ich glaube, die Trainerin hat genau gemerkt, dass ich über ihre Aus­sagen dur­chaus erschrocken war. Daraufhin ver­suchte sie ihre Aus­sagen zu erk­lären, machte es aber meiner Mei­n­ung nach nur noch schlim­mer. Alle anderen schienen mit Hun­den wenig bis gar keine Erfahrun­gen zu haben und schienen der Dame ein­fach alles zu glauben.

Ob ich noch ein­mal hin­fahren werden?

Ich weiß es noch nicht.

Püppi hatte Fre­itag die Gele­gen­heit mit Hagrid zu spie­len und lernte am Sam­stag den Hund von unserem Fre­und Jan ken­nen, mit dem sie eben­falls spie­len konnte.

Möglicher­weise schaue ich mir mal die Stunde am Sam­stag an, in der andere Welpen sind. Ich werde mich auch mal bei anderen Hun­de­schulen erkundi­gen, ob dort vielle­icht kleine Welpen im Kurs sind. Solange Püppi noch so jung ist, muss sie nicht dauernd von schw­eren und großen Hunde über­rannt werden.

Die Erfahrung war dur­chaus inter­es­sant, aber solange nur schwere und große Welpen in dem Kurs sind und Püppi nicht wirk­lich mit­spie­len kann, macht das in meinen Augen nicht allzu viel Sinn. Da kann man vielle­icht besser gezielt den Kon­takt zu Hun­den suchen, mit denen sie auch tat­säch­lich spie­len kann.

Gastbeitrag: körpersprachlich führen

Kennt ihr schon Aida? 

Durch Zufall habe ich vor einiger Zeit ihre Seite auf Face­book ent­deckt. Noch ein größeres Zufall war, dass die hüb­sche Schäfi — Dame nur 400 Meter Luftlinie von meinen Eltern ent­fernt wohnt. 

Natür­lich haben wir uns direkt mit Aida und ihrem lieben Frauli getrof­fen. Seit­dem gehen wir regelmäßig zusam­men spazieren und ent­decken jedes Mal neue Gemein­samkeit von Aida und Queen. Die bei­den haben nur Quatsch im Kopf, wenn sie zusam­men sind. 

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Aida zog mit drei Jahren bei Ramona ein. Bis dahin durfte Aida fast auss­chließlich ohne Leine laufen. Ramona stand also vor dem Prob­lem, dass Aida erst ein­mal ler­nen musste, an der Leine geführt zu wer­den. Wenn Aida angeleint auf andere Hunde traf, bellte sie zunächst und zog auch an der Leine. Unan­geleint ist Aida unfass­bar lieb und will eigentlich nur spie­len. Den­noch wollte Ramona das Prob­lem natür­lich in den Griff bekom­men und ver­suchte zunächst Aida mit Leck­erlis abzu­lenken. Dann hörte sie von einem Sem­i­nar, in dem man lernt, seinen Hund lediglich mith­ilfe der eige­nen Kör­per­sprache zu führen. Bere­its nach weni­gen Train­ingsstun­den sah man deut­liche Erfolge. Ramonas Erzäh­lun­gen fand ich super span­nend, daher fand ich es umso besser, als sie ein­willigte, einen Gast­beitrag für mich zu schreiben. 

Nun möchte ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen:

Vor eini­gen Wochen erzählte mir eine Fre­undin von einem Work­shop für “Prob­lem — Hunde”. Da ich offen­sichtlich so einen besitze, musste ich nicht sehr lange über­legen, es zumin­d­est zu probieren.

Wer träumt denn nicht von einem Begleiter an seiner Seite, der ruhig und gelassen ist?

Andere Hunde wer­den von Weitem schon fix­iert und dann geht es los. Es wird gepö­belt was das Zeug hält, in die Leine gesprun­gen und ein ruhiges spazieren gehen ist nicht mehr möglich. Eine Hor­ror — Vorstel­lung eines jeden Hun­de­hal­ters? Genau so sieht es bei uns aus.
Dieser Work­shop soll dieses aber ändern.

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Ich war nicht sehr überzeugt davon, denn was haben wir nicht schon alles aus­pro­biert? Dann pro­bieren wir es jetzt halt mit Körpersprache.
Ja richtig gele­sen, Kör­per­sprache! Und damit ist nicht gemeint, den Hund anzuschreien oder end­lose Diskus­sio­nen mit ihm am Straßen­rand zuführen, son­dern Ruhe und Gelassen­heit auszus­trahlen. Wir fuhren also hin und machten bei der ersten Grup­pen­sitzung mit.

Zuerst stand Leinen­führigkeit auf dem Pro­gramm. Der Hund geht ein kleines Stück hin­ter uns mit lock­erer Leine. Beim Ver­such uns
zu über­holen wird er von uns block­iert. Das bedeutet nichts anderes als ihm den Weg abzuschnei­den, in dem man zum Beispiel das Bein leicht nach außen dreht oder sich direkt vor ihm in den Weg stellt. Man geht seinen Weg und fix­iert einen Punkt, den man erre­ichen möchte. Ich pro­bierte also mein Glück und siehe da, nach ein paar Run­den klappte es.

Zufrieden been­de­ten wir die erste Stunde und trainierten Zuhause genau so weiter.

Es sind erst ein paar Wochen ver­gan­gen, aber die Spaziergänge sind entspan­nter. Ziehen an der Leine gehört in den meis­ten Fällen schon der Ver­gan­gen­heit an. Wir haben in den let­zten Wochen an allen unseren Prob­le­men gear­beitet, nach­dem die Trainer mir sagten, was ich machen soll und wie ich richtig reagiere. Und was soll ich sagen? Ich glaube ich habe eine Lösung gefun­den und bin sehr zuver­sichtlich, dass die Prob­leme in abse­hbarer Zeit der Ver­gan­gen­heit ange­hören. Was habe ich denn grundle­gend verän­dert? Nicht viel, aber anscheinend alles, was die Prob­leme her­vorgerufen hat. Meine innere Ein­stel­lung und damit automa­tisch meine Kör­per­sprache. Ich sage meinen Hund “ich regel alles für dich, ich beschütze dich”. Und warum auch immer, es funk­tion­iert . Wir haben bis jetzt große Erfolge erzielte und täglich merke ich wie sich mein Hund zum Pos­i­tiven verän­dert. Sie ver­traut mir, weil sie jetzt weiß, sie kann sich auf mich verlassen.

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Oft sind es Kleinigkeiten die zu einem bes­timmten Ver­hal­ten führen. Einge­fahrene Routen, die wir immer wieder gehen, die aber auch immer das Fehlver­hal­ten bestärken. Ich hatte früher einen kleinen unverträglichen Hund, der in meinem Bei­sein fast tot gebis­sen wurde. Dieses Erleb­nis hat sich so einge­brannt, dass ich bei Hun­de­begeg­nun­gen immer Angst hatte. Diese Angst hat sich natür­lich auf meinen Hund über­tra­gen und was macht ein Hund, der diese Angst spürt? Genau. Er merkt, dass er diese Sit­u­a­tion regeln muss, weil sein Men­sch nicht dazu in der Lage ist. Also reagiert er so. Ein Teufel­skreis beginnt und steigert sich von Mal zu Mal.

Wenn dieser Kreis aber erst ein­mal durch­brochen ist, scheint es zumin­d­est in unserem Fall fast ein Kinder­spiel zusein. Ich sehe von Weitem einen anderen Hund und nehme meine Hündin auf die ent­ge­genge­set­zte Seite, so dass ich zwis­chen ihr und dem Hund bin. Die Leine ist locker und ich bin ruhig aber bes­timmt “Ich schaffe das, ich regel das”. Dadurch strahle ich Sou­veränität und Gelassen­heit aus und mein Hund spürt das. Sie spürt, dass sie nichts für uns regeln muss, also bleibt sie gelassen. Vielle­icht glaubt ihr das Ganze nicht und könnt es nicht nachvol­lziehen und das kann ich ver­ste­hen. Würde ich dieses jetzt ger­ade nicht selbst erleben, ich würde es auch nicht glauben. Aber es funktioniert.

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Habt Ihr ger­ade einen Spiegel in der Nähe? Dann stellt euch mal davor. Schau dich an, wenn du dir im Innern sagst wovor du Angst hast und ver­gle­iche das mit dem Spiegel­bild, wenn du dir sagst du schaffst das. Du stehst ger­ade und dein Blick ist nach vorne gerichtet. Du wirkst im zweiten Bild sou­verän und ver­trauenswürdig, oder? Genau diese Bildet sieht dein Hund. Ich musste mich verän­dern, damit sich mein Hund verän­dern kann. Beson­ders schön ist, dass nicht nur ich diese Verän­derung sehe, son­dern alle Leute, die mit mir und meinen Hund zutun haben und miter­lebt haben, wie unsere Spaziergänge vorher aus­sa­hen und wie sie jetzt sind und von Erfolg zu Erfolg werde ich ruhiger und souveräner.

Ich hätte nie gedacht, dass dieser Work­shop so etwas bewirken kann und bin so unendlich glück­lich, es pro­biert zu haben und endlich einen Weg für ein entspan­ntes Zusam­men­leben gefun­den zu haben. Für mich und meine Hündin ist es die per­fekte Lösung.

 

Schutzdienst — (m)ein kritischer Blick

Der Schutz­di­enst ist seit vie­len Jahren äußerst umstritten.

Dieser Sport löst die Gefährlichkeit von Hun­den aus” ist ein nicht sel­ten in diesem Zusam­men­hang gehörter Satz.

Ich selbst mache keinen Schutz­di­enst mit Queen, den­noch bin ich mit diesem Hun­de­sport groß gewor­den. Mein Opa hat lange Zeit Schäfer­hunde gehal­ten und auch als Hobby gezüchtet. Täglich trainierte er mit seinen Hun­den und stand auch mehrmals die Woche auf dem Hun­de­platz. Dien­stags, Don­ner­stags und Sam­stags durfte ich ihn begleiten. Ich bin mit Schäfer­hun­den groß gewor­den und habe einen Ein­blick hin­ter die Kulis­sen bekom­men. Schutz­di­enst ist für mich kein Fremd­wort. Über viele Jahre habe ich mich mit diesem Sport auseinan­derge­setzt. Ich habe sowohl neue Trainigns­meth­o­den als auch ver­al­tete gese­hen und ver­folgt, wie sich Hunde mit den unter­schiedlichen Meth­o­den entwickeln.

Heute möchte ich mich kri­tisch mit dem Schutz­di­enst auseinandersetzen.

Löst dieser Hun­de­sport tat­säch­lich eine gewisse Gefährlichkeit in den Hun­den aus? Oder ist vielle­icht doch alles nur ein großes Spiel?

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Worum geht es beim Schutzdienst eigentlich?

Beim Schutz­di­enst muss der Hund eine gewisse Anzahl an Ver­stecken ablaufen und den Helfer “suchen”, der sich hin­ter einem dieser Ver­stecke befindet. Hat der Hund den Helfer ent­deckt, soll er ihn durch Ver­bellen anzeigen. Hier­bei muss der Hund abruf­bar sein und auf Kom­mando zum Hun­de­führer zurück­kom­men. Der gesamte Schutz­di­enst besteht aus vie­len Ele­menten. Der Helfer bewegt sich zum Beispiel mit schnellen Bewe­gun­gen auf den Hund zu oder vom Hund weg. In diesen Sit­u­a­tio­nen darf der Hund in den Sportarm beißen. In einem Teil der Prü­fung läuft der Hund neben seinem Besitzer, während der Helfer vor ihnen hergeht. Plöt­zlich rennt der Helfer los und der Hund soll ihn stellen und auch hier in den Sportarm beißen. In einer Übung erhält der Hund vom Helfer zwei Schläge mit einem Soft­stock, wobei gewün­scht ist, dass der Hund weit­er­hin den Ärmel festhält.

Sind Hunde, die diese Sportart betreiben, gefährlich?

Trotz der zahlre­ichen Kri­tik weisen vorhan­dene Sta­tis­tiken über auf­fäl­lig gewor­dene Hunde kein­er­lei Zusam­men­hang zum Schutz­di­enst auf.

Dies wird zum Teil daran liegen, dass viel Hun­de­hal­ter den Hun­de­sport richtig ange­hen. Zum Teil liegt es sicher auch daran, dass viele Hunde dieses Sports gar nicht auf der Straße zu sehen sind. Nicht wenige Hun­de­hal­ter, die Schutz­di­enst betreiben, neigen dazu mehrere Hunde auf ihrem Hof zu hal­ten. Außer dem Hun­de­sport findet dort nicht viel statt. Die Hunde sind oft schlecht bis gar nicht sozial­isiert und auf­grund der isolierten Hal­tung für den nor­malen Hun­deall­tag ungeeignet. Die Hunde ken­nen nur die eigene Sche­une und den Anhänger mit dem sie zum Hun­de­platz fahren. Und ich spreche hier­bei lei­der nicht von Einzelfällen.

Schutz­di­enst bedeutet nach wie vor für viele Men­schen, dass die Hunde trainiert wer­den, um ihren Besitzer beschützen zu kön­nen. Das ist völ­liger Quatsch. Auch wer jahre­lang Schutz­di­enst macht, kann nicht sicher sagen, dass sein Hund ihn ihm Ern­st­fall beschützen würde.

Gott sei Dank wollen heutzu­tage die meis­ten Zweibeiner einen Hund, der prob­lem­los in einer Fam­i­lie leben kann, der sich gut in den All­tag int­gri­ert und der Spaß am Hun­de­sport hat.

Grund­vo­raus­set­zung für den Schutz­di­enst muss zwangsläu­fig sein, dass der Hund das gesamte Train­ing als Spiel sieht. Die gesamte Moti­va­tion des Hun­des muss auf dem natür­lichen Beutev­er­hal­ten auf­bauen. Der Sportarm muss zur Beloh­nung wer­den. Nur dann kann es funk­tion­ieren und nur dann kann man sagen: Mein Hund ist ein aus­ge­bilde­ter Schutzhund und den­noch ungefährlich!

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Hunde lernen kontextbezogen.

Wird der Hund immer auf dem Hun­de­platz mit den gle­ichen Reizen und den gle­ichen Umwel­te­in­flüssen trainiert, so wird diese Umge­bung zum Teil des Sig­nals. Der Hun­de­platz, die sechs Ver­stecke sowie der Helfer und der Sportarm müssen für den Hund Teil des Ganzen sein. Nur so kann es funktionieren.

Mir ist dur­chaus bewusst, dass ich hier von dem Schutz­di­enst als Hun­de­sport rede. Dieser ist nicht ver­gle­ich­bar mit der Aus­bil­dung eines Polizei­hun­des, der dur­chaus in jeder Sit­u­a­tio­nen den Täter stellen muss und auch ohne Sportarm bereit sein muss, im Zweifel zuzubeißen. Um die Aus­bil­dung eines Polizei­hun­des soll es jedoch hier nicht gehen…

Eine Gefahr droht immer dann, wenn Hun­de­führer eine “gewisse Aggres­sion” als wün­schenswert beze­ich­nen. Gefährlich wird es auch dann, wenn auch außer­halb des Hun­de­platzes trainiert wird und die Besitzer Spaß daran haben, den “Ern­st­fall” zu probem.

Man darf nie vergessen, dass es sich um Tiere han­delt, desse Ver­hal­ten nie zu 100% vorherse­hbar ist — von niemandem.

Ich habe Men­schen ken­nen­gel­ernt, die ihre Hunde auf ihrem Hof gehal­ten haben. Diese Hunde kamen drei mal in der Woche in einen Anhänger und wur­den zum Hun­de­platz gebracht. Diese Hunde kan­nten keine Innen­stadt, keine Hun­dewiese und hat­ten vielle­icht sogar nie Kon­takt zu anderen Hun­derassen oder Kindern. Einen Fall werde ich nie vergessen: Ein Mann hielt seine Hunde auf genau die eben beschriebene Weise. Auf dem Hun­de­platz stand er am Rand und quas­selte mit anderen Hun­debe­sitzern über die näch­ste Prü­fung. Der Hund sollte als näch­stes auf den Platz und stand schon “in den Startlöch­ern”. Es war Sam­stag und so waren auch Kinder auf dem Hun­de­platz. Der Hun­de­führer war unaufmerk­sam, die Leine lag nur auf seinem Schuh. Plöt­zlich ran­nte ein Kind direkt neben dem Hund los. Der Hund über­legte keine Sekunde, ran­nte los und packte das Kind in den rechten Arm…

Ob der Hund nun die Par­al­lele zu dem vor ihm weglaufenden Helfer gese­hen hat, den er im Train­ing stellen muss, bleibt reine Speku­la­tion. Den­noch darf nie­mand vergessen, dass es eben doch nur Tiere sind und man niemals leichtsin­nig mit diesem Sport umge­hen sollte.

Natür­lich wer­den nun Argu­mente fol­gen wie “Der Hund kann auch andere Motive gehabt haben” oder “Wer weiß, mit welchem Meth­o­den dieses Tier aus­ge­bildet wor­den ist”… Und möglicher­weise stim­men diese Ein­wände sogar. Den­noch darf man die poten­tielle Gefahr dieses Sports nicht aus den Augen verlieren.

Dein Hund wird sich verändern.”

Dies war der Satz, den ein Aus­bilder zu mir sagte, als ich über­legte mit Queen eben­falls diesen Sport zu machen.

Wenn dein Hund erst ein­mal weiß, wofür er seine Zähne hat, dann wird er wachsen.”

Dies war der Satz, dessen Wahrheit ich selbst in zahlre­ichen Fällen miter­lebt habe und der mich schließlich davon abhielt, Queen diesen Sport näher zu bringen.

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Die Trainingsmethoden

Der Schutz­di­enst unter­schei­det sich in keiner Weise vom Train­ing in Hun­de­schulden, anderer Hun­de­sportarten oder dem pri­vaten Train­ing: Ange­fan­gen bei einem gut struk­turi­erten, tier­schutzkon­for­men Train­ing bis hin zu einem belas­ten­den, tier­schutzwidrigem Train­ing ist alles dabei.

Unab­hängig davon, ob der Aus­bil­dungsweg zahlre­iche Jahre durchge­führt wor­den ist, ist es doch immer Auf­gabe eines Hun­de­führers diesen zu hin­ter­fra­gen und bei tier­schutzwidri­gen Ergeb­nisse entsprechend zu verän­dern. Dinge, die im pos­i­tiven Kon­text erlernt wer­den, führen zu den besten sportlichen Leis­tun­gen. Das Train­ing muss auf Ver­trauen und Sicher­heit auf­bauen und auf pos­i­tiver Beloh­nung basieren.

Mein Opa kon­nte früh in Rente gehen und hat nahezu jede freie Minute mit seinen Hun­den ver­bracht. Die Bindung zu seinen Tieren war eng und er hat eine Menge Zeit in die Aus­bil­dung seiner Hunde gesteckt. Meinem Opa war es immer sehr wichtig, dass die Hunde Spaß an der Sache haben. Das sah man natür­lich auch dem Hund an und schließlich spiegelte es sich auch im Erfolg an den Prü­fungsta­gen wieder. Ich erin­nere mich noch gut an den ein oder anderen Nei­der: Sie wollte eben­falls gute Ergeb­nisse, hat­ten aber vielle­icht nicht so viel Zeit oder woll­ten vielle­icht auch gar nicht so viel Zeit und Geduld auf­brin­gen. Nicht sel­ten wurde an dieser Stelle zu tier­schutzwidri­gen Meto­den gegrif­fen. Haupt­sache “Erfolg” — ob nun der Hund gebrochen war, Angst hatte oder vielle­icht sogar den ein oder anderen Strom­schlag ein­stecken musste, war so manchem egal.

Der Weg vom treuen Begleiter, einem Lebe­we­sen an deiner Seite bis hin zum Sport­gerät ist für so manchen aus reinem Ego­is­mus und aus dem Streben nach Erfolg nicht weit gewesen.

Dabei bin ich mir sicher:

Der Hund spiegelt den Train­ingsweg seines Zweibein­ers wieder. Ich gehe jede Wette ein, dass ich bei einer Prü­fung sehen kann, welcher Hund in einem pos­tiven Kon­text gel­ernt hat und bei welchem Hund tier­schutzwidrige Meth­o­den angewen­det wor­den sind.

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Fazit

Zusam­men­fassend lässt sich also fest­stellen, dass Sta­tis­tiken keinen Zusam­men­hang zwis­chen auf­fäl­lig gewor­den Hun­den und dem Schutz­di­enst sehen. Den­noch habe ich in den vie­len Jahren, in denen ich diesen Hun­de­sport begleitet und zum Teil auch selbst gemacht habe, immer wieder gese­hen, dass die Hunde sich nicht sel­ten verän­dern. Damit will ich jedoch nicht sagen, dass die Hunde aggres­siv gewe­sen sind.

Wer diesen Hun­de­sport mit dem Respekt gegenüber dem Tier­schutz durch­führt und die poten­tielle Gefahr nicht außer Acht lässt, kann einen Hund neben sich haben, der viel Spaß am Schutz­di­enst hat und für den alles nur ein großes Spiel ist.

Wer jedoch frag­würdige Meth­o­den anwen­det, wird vielle­icht bald einen Hund neben sich haben, der nicht mehr kon­tol­lier­bar ist und der vielle­icht ein ren­nen­des Kind als Reiz empfindet.

Daher komm ich nicht umher zuzugeben, dass in diesem Artikel eine Botschaft steckt.

Eine Botschaft an alle, die meinen, ihren Hund als Sport­gerät benutzen zu müssen. An alle, die der Mei­n­ung sind, haupt­sache der Hund funk­tion­iert, egal mit welchem Methoden.

 Unser Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann.

(Fran­cis Picabis)

Was Hundebesitzer niemals sagen würden…

Habt ihr schon ein­mal auf einem Spielplatz ges­tanden und fol­gende Sätze gehört?

Meine Tochter hat ganz schön zugenom­men. Bald kann ich sie rollen.”

Mein Sohn ist lei­der nicht der hell­ste. Der wird es nie zu etwas bringen.”

Ich auch nicht.

Dabei gibt es überg­wichtige und weniger intel­li­gente Kinder.

Und den­noch: Keine Mut­ter und kein Vater würde diese Sätze laut aussprechen.

Natür­lich hat das einen ein­fachen Grund: man liebt sein Kind.

Und schon haben wir die Par­al­lele zu uns Hun­debe­sitzern. Auch wir lieben unsere Vier­beiner und wollen eine tolle Beziehung zu unseren Hund. Erziehungs­fehler? Wir doch nicht!

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Deshalb hört man Hun­debe­sitzer fol­gen­des nie sagen:

Ach, der rennt immer direkt los, wenn ich ihn ableine. Der findet mich stink — langweilig.”

Mein Hund ist fett. Ich weiß, aber ich bin einfach zu inkonsequent.”

Mein Hund ist total aggressiv. Die Sozialisation habe ich wohl verschlafen.”

Ein bißchen hässlich ist er schon.”

Ja das macht der ständig.”

Mein Hund ist eine richige Flachpfeiffe. Der checkt nix.”

Mein Hund zieht immer an der Leine. Das liegt nicht daran, dass dein Hund dabei ist.”

Stimmt. Das Fell ist echt total stumpf. Ernährung ist mir einfach nicht so wichtig.”

 

Doch warum haben wir ein Prob­lem, wenn es darum geht Erziehungs­fehler zuzugeben? Warum wollen wir nicht zugeben, dass wir inkon­se­quent sind? Warum muss der eigene Hund immer der Schön­ste, Beste und Intel­li­gen­teste sein?

Denn sind wir mal ehrlich:

Wir haben nicht ver­sagt, nur weil unser Hund an der Leine zieht. Wir haben nicht alles falsch gemacht, nur weil unser Hund 3 kg zu viel auf den Rip­pen hat.

Wir sind nicht per­fekt und genauso wenig sind es unsere Hunde.

Und das ist auch gut so 🙂

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Deutschland rüstet auf: der Schäferhund als Waffe

Spätestens seit Sil­vester steigen die Absatz­zahlen für alles, was einem Sicher­heit gewähren kann.

Ob dieses Bedürf­nis gerecht­fer­tigt ist oder nicht, möchte ich an dieser Stelle nicht auf­greifen. Das würde zum Einen den Rah­men spren­gen und wäre zum Anderen auf diesem Blog völ­lig deplatziert.

Und ich würde diese Zeilen nicht schreiben, wenn sich die Absatz­zahlen lediglich auf Alar­man­la­gen, Waf­fen und Pfef­fers­pays beschränken würden.

Seit einigen Wochen sind Schäferhunde gefragt wie lange nicht mehr.

Bei der Nach­frage han­delt es sich lei­der nicht um Fam­i­lien, die sich auf der Suche nach einem neuen Mit­glied befinden. Die Nach­frage bezieht sich nicht auf Welpen. Gefragt sind aus­ge­bildete Schutzhunde.

Und wer sich schon ein­mal genauer mit dem Thema Schutz­di­enst auseinan­derge­setzt hat, weiß, dass Schutz­di­enst nicht zwangsläu­fig bedeutet, dass der Hund seinen Hal­ter im All­tag beschützt.

Ich möchte nicht leug­nen, dass die meis­ten Schäfer­hunde unab­hängig davon, ob sie Hun­de­sport machen oder nicht, ihren Hal­ter im Ern­st­fall beschützen wür­den. Auch ich habe schon eine Sit­u­a­tion erlebt, indem Queen gezeigt hat, wozu sie im Zweifel in der Lage wäre. Ob ich mich in dieser Sit­u­a­tion sicher gefühlt hab? Natür­lich. Ich weiß zu schätzen, dass ich jed­erzeit über­all mit ihr ent­lang laufen kann, ohne mich ängstlich umdrehen zu müssen…

Aber Queen lebt bei mir, weil ich mein Leben mit diesem Hund teilen möchte und nicht, weil ich es “geil” finde, dass die Men­schen Respekt vor meinem Hund haben.

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Deutschland sucht Schutz. Es wird auf ausgebildete Schäferhunde zurückgegriffen.

Ist das der richtige Weg?

Ist das die richtige Vor­raus­se­tung, sich einen Hund in sein Leben zu holen?

Es mag sicher Men­schen geben, die sowieso über das Thema Hund nachgedacht haben.

Ich habe jedoch mit eini­gen Züchtern sprechen kön­nen. Viele bestätigten mir, dass es sich um völ­lig Uner­fahrene han­delt. Men­schen, die teil­weise noch nie einen Hund an ihrer Seite hat­ten. Men­schen, die über­haupt nicht ein­schätzen kön­nen, was es bedeutet, für einen Hund die Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. Und sie fra­gen nicht danach, wer die Eltern des Hun­des sind. Sie fra­gen nicht danach, wie alt der Hund über­haupt ist. Sie fra­gen nur eins: “Ist der abgerichtet?”

Die Nach­frage bee­in­flusst das Ange­bot — das haben wir schon in der Schule gelernt.

Der aus­ge­bildete Schäfer­hund ist gefragt wie nie.

Doch was wird das im Einzel­nen bedeuten?

Gehen Käufer durch die Straßen und ver­suchen her­auszufinden, ob der Hund “funk­tion­iert”? Wird hierzu ein Über­all fin­giert oder der Hund vielle­icht auf Unschuldige gehetzt?

Es wird noch mehr gezüchtet, noch mehr und vor allem noch schneller ausgebildet.

Die Sit­u­a­tion wird mit Stuken­brock ver­gle­ich­bar sein.

Viele Hunde kom­men in einen Topf. Möglichst schnell mit möglichst vie­len Extremen wer­den sie kon­fron­tiert. Sie dür­fen keine Angst haben, müssen im Ern­st­fall auch mal ein­stecken kön­nen. Also wird der Ern­st­fall geprobt — ein Über­fall fin­giert. Es muss echt sein. Ein oder zwei Hiebe in die Seite wer­den nicht schaden. Ach was, im Ern­st­fall muss er das auch verkraften…

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Einen Hund auszu­bilden kostet viel Zeit.

Doch was passiert, wenn nicht viel Zeit besteht? Die Nach­frage besteht jetzt und vielle­icht nicht mehr in einem hal­ben Jahr.

Erfolge müssen kom­men und zwar schnell. Warum mit Geduld und Liebe üben, wenn ein Stachel­hals­band den “Erfolg” in zwei Tagen statt zwei Wochen bringt?

Wo führt das hin?

In einem Jahr, vielle­icht auch schon in einem hal­ben, wer­den einige dieser Tiere im Tier­heim sitzen. Schäfer­hunde, die vielle­icht aus Angst schon ein­mal gebis­sen haben. Die vielle­icht über­fordert sind und nie­man­den an sich heranlassen…

Die Suche nach Schutz — mag sie begrün­det sein oder nicht — berechtigt nie­man­den, zu diesen Zwecken ein Tier zu benutzen.

Der Schäfer­hund ist keine Waffe!

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