• Allgemein,  Recht und Hund

    Hund beißt Kater tot — Einstufung als gefährlich

    Vor weni­gen Tagen entsch­ied das Ver­wal­tungs­gericht Osnabrück über einen tragis­chen Fall. Im Novem­ber ver­gan­genen Jahres tötete eine Rot­tweil­er­hündin die Katze des Nach­barn auf dessen Grund­stück durch einen Biss in den Nack­en. Daraufhin wurde der Hund durch den Land­kreis Osnabrück als gefährlich eingestuft. Die Hun­de­hal­terin ver­suchte sich mit einem Eilantrag gegen die Fest­stel­lung der Gefährlichkeit ihres Hun­des zu wehren. Der Eilantrag wurde abgelehnt. Der Land­kreis habe laut Gericht zu Recht die Gefährlichkeit des Hündin nach dem Nieder­säch­sis­chen Gesetz über das Hal­ten von Hun­den (NHundG) fest­gestellt. Bere­its bei einem begrün­de­teten Ver­dacht der Gefährlichkeit sei ein Hund als tat­säch­lich gefährlich zu behan­deln. Unstre­it­ig ist, dass die Hündin im ver­gan­genen Jahr die Katze des…

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    Können Tierarztkosten unverhältnismäßig hoch sein?

    In Nieder­sachen rück­te der Polizei­hund “Chuck” zu seinem täglichen Spazier­gang aus. Die Ehe­frau des Polizeibeamten ging mit dem Hund “Gas­si”. Hier­bei wit­terte der Hund den 14 Jahre alten Kater des Nach­barn. Er sprang über die Mauer zu Nach­bars Grund­stück und biss den Kater. “Tiger” erlitt schwere Ver­let­zun­gen, u.a. eine Rip­pen­frak­tur sowie eine Öff­nung der Bauchdecke mit Aus­tritt von Darm­schlin­gen. In ein­er Tierklinik wurde “Tiger” mit mehreren Oper­a­tio­nen das Leben gerettet. Die Tier­arztkosten beliefen sich ins­ge­samt auf mehr als 4.000,00 EUR. Das beklagte Land Nieder­sachen zahlte nur die Hälfte der Kosten und führte als Argu­ment an, die Kosten seien im Hin­blick auf den Wert und das Alter des Katers zu hoch…

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    1000 EUR Hundesteuer für einen gefährlichen Hund?

    In ein­er Stadt in Rhein­land — Pfalz wurde ein Stafford­shire Bull­ter­ri­er als gefährlich eingestuft. Nach der lokalen Hun­des­teuer­satzung sollte der Hun­de­hal­ter daraufhin statt 60,00 EUR ins­ge­samt 1000,00 EUR pro Jahr zahlen. Dies wollte der Hun­de­hal­ter nicht hin­nehmen und reichte Klage ein. Hier­bei trug er vor, dass die Steuer­höhe eine erdrossel­nde Wirkung habe, die let­ztlich zu einem Ver­bot der Hal­tung gefährlich­er Hunde führen würde. Dies ergebe sich sowohl aus dem Ver­le­ich zu dem nor­malen Steuer­satz von lediglich 60,00 EUR als auch aus den Hal­tungskosten eines gefährlichen Hun­des, die rund 750,00 EUR pro Jahr betra­gen wür­den. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz und wies die Klage zurück. Der Steuersatz in Höhe…

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    Darf ich meinen Hund mit zum Arbeitsplatz nehmen?

    Der Trend geht zum Büro­hund und das ist auch gut so. Hunde im Büro sor­gen nach­weis­lich für ein angenehmeres Arbeit­skli­ma und steigern die Pro­duk­tiv­ität der Mitar­beit­er. Büro­hunde sind wahre Moti­va­tion­skün­stler und steigern zudem das Engage­ment, die Loy­al­ität und Kreativ­ität. Jed­er Hun­de­men­sch wird dies nachvol­lziehen und bestäti­gen kön­nen. Auch ich genieße es total, dass meine Hunde immer dabei sind. Obwohl man wahrschein­lich nicht so richtig von einem typ­is­chen Büro­hund sprechen kann, wenn das Büro in der eige­nen Woh­nung ist 😀 Doch wie sieht es eigentlich rechtlich aus? Wann darf ich meinen Hund mit zur Arbeit nehmen? Grund­sät­zlich beste­ht kein Anspruch darauf, seinen Hund mit zum Arbeit­splatz brin­gen zu kön­nen. Dies fol­gt…

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    Trennung & Scheidung: Wer bekommt die Hunde?

    Vor der Tren­nung der Beteiligten lebten ins­ge­samt sechs Hunde in dessen gemein­samen Haushalt. Kurz nach ihrem Auszug, holte die Ehe­frau die Hunde aus dem ehe­lichen Haus und küm­merte sich in der Fol­gezeit um diese. Kurs nach der Tren­nung star­ben zwei der Hunde. Der Ehe­mann ver­langte die Her­aus­gabe von zwei Hunde und deren Zuweisung als Haushalts­ge­gen­stand an ihn. Das Amts­gericht lehnte diesen Antrag ab und entsch­ied zunächst, dass alle Hunde bei der Ehe­frau verbleiben sollen. Gegen diese Entschei­dung legte der Ehe­mann Beschw­erde ein. Der Fall gelangte daraufhin zum Ober­lan­des­gericht Nürn­berg. Der Sen­at führte aus, dass Hunde, auch wenn es sich um Lebe­we­sen han­delt, wie Haushalts­ge­gen­stände im Sinne des § 1361a BGB…

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    Schadensersatz wegen Hundehaufen unter dem Schnee?

    Der Kläger kaufte in München eine Eigen­tumswoh­nung mit Gar­tenan­teil zur Son­der­nutzung. Gemäß Ziff. 5,2 des Kaufver­trages wurde das Objekt gekauft “wie besichtigt”. Bei der Besich­ti­gung lag eine geschlossene Schneedecke über dem Gar­tenan­teil. Der Verkäufer ist Besitzer eines Hun­des, dem er gele­gentlich die Ver­rich­tung des großes Geschäfts im Garten erlaubte. Nach­dem es zu einem Abtauen des Schnees kam, stelle der Käufer fest, dass sich in dem zuge­höri­gen Garten 19 Hun­de­haufen befan­den. Diese stammten wohl von dem Hund des Vekäufers. Die Haufen seien ihm bei der Besich­ti­gung auf­grund der geschlosse­nen Schneedecke nicht aufge­fall­en. Der Kläger kon­tak­tierte eine Garten­bau­fir­ma und erkundigte sich nach den Kosten für die Beseitung der Kothaufen. Daraufhin ver­langte der…

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    Maulkorb und Leinenpflicht nach Kleintiermassaker?

    Ein Deutsch Drahthaar brach vor eini­gen Monat­en einen Kan­inchen­stall auf. Es ist nicht sich­er, jedoch wahrschein­lich, dass er das Kan­inchen tot­ge­bis­sen und mitgenom­men hat­te. Nun kam es erneut zu einem „Ein­bruch“ in einen Klein­tierzwinger. Der Hund tötete zehn Meer­schweinchen und sieben Kan­inchen. Daraufhin ließ die Stadt Solin­gen den Hund amt­stierärztlich unter­suchen. Hier­bei wurde die Gefährlichkeit des Hun­des fest­gestellt. Dies wurde damit begrün­det, dass der Hund unkon­trol­liert Tiere geris­sen habe. Geset­zlich fol­gte eine Leinenpflicht sowie ein Maulko­r­bzwang. Gegen diese Entschei­dung set­zte sich der Hal­ter des Hun­des im Eil­ver­fahren gegen die Stadt Solin­gen zu wehr.   Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf Das Ver­wal­tungs­gericht lehnte den Antrag des Hun­de­hal­ters ab und sah die…

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    Erfolgreiche Klage wegen erhöhter Steuern für Listenhunde

    Eine kleine Gemeinde in Garmisch — Parten­kichen forderte die Hal­terin eines Rot­tweil­ers auf, den höchst möglichen Steuer­satz für Hunde in Deutsch­land zu bezahlen. Für den dort gelis­teten Rot­tweil­er sollte die Dame 2.000 EUR zahlen, obwohl der Hund laut eines Gutachters als unge­fährlich eingestuft wor­den ist. In der Regel wer­den in der stre­it­ge­gen­ständlichen Gemeinde für einen Hund 75,00 EUR Steuern fäl­lig. Dies wollte die Besitzerin des Rot­tweil­ers nicht auf sich sitzen lassen. Mith­il­fe eines Recht­san­walts ging sie gerichtlichen gegen den Steuerbescheid vor. Der Recht­san­walt machte vor Gericht auf den 26 mal so hohen Betrag aufmerk­sam, der sich hochgerech­net auf die durch­schnit­tliche Lebens­dauer auf rund 30.000 EUR Hun­des­teuern belaufen würde. Der Richter…

  • Allgemein,  Recht und Hund

    Der “wertlose” Welpe

    Ich erin­nere mich noch gut an den Tag, an dem Queen das erste mal geröngt wurde. Der Tier­arzt war ein­er der weni­gen, die für den Schäfer­hund­vere­in rönt­gen durfte. Eine kalte, abge­zock­te und lieblose Per­son. Er kam mit der noch unter Narkose ste­hen­den Queen auf dem Arm wieder rein, legte sie auf den Boden (!) und fragte mich “Sollen wir sie direkt liegen lassen?” Ich brauchte einen Moment um zu ver­ste­hen. “Du wirst mit deinem Hund nicht zücht­en kön­nen. Die ist völ­lig wert­los und wird dich nur Geld kosten.” Mir war völ­lig egal, was dieser Mann von sich gab. “Wert­los” ist ein Wort, welch­es ich nie im Zusam­men­hang mit einem Lebe­we­sen…

  • Allgemein,  Recht und Hund

    Mietrecht und Hund — Was ist erlaubt?

    Mietrecht und Hund - das ist das The­ma, welch­es mir in meinem Beruf immer wieder begeg­net ist. Ein großer Teil mein­er Fälle kam aus diesem Bere­ich und die meis­ten Fra­gen, die mich über diesen Blog, Face­book oder aus dem Bekan­ntenkreis erre­ichen, eben­falls. Die häu­fig­sten Prob­leme und Fra­gen habe ich daher in diesem Beitrag für euch zusam­menge­tra­gen. Bitte bedenkt, dass es sich lediglich um all­ge­meine Leitlin­ien oder Gericht­surteile han­delt. Diese sind nicht in Stein gemeißelt und erset­zen auch keine Rechts­ber­atung. Jed­er Fall ist anders und das noch kle­in­ste Detail kann den Fall in die eine oder andere Rich­tung lenken. Wann darf der Vermieter seine Zustimmung zur Tierhaltung verweigern? Knüpft der Mietver­trag…