Tricktagebuch

Tricktagebuch: Gegenstände schieben

Während Queen gel­ernt hat, eine Tür zu schließen, hat sie eigentlich schon genau das gemacht, worum es heute geht:

Gegenstände schieben

Einen Gegen­stand mit der Nase zu schieben, geht vom Energieaufwand her über das nor­male Berühren hinaus.

Man kann also so vorge­hen, dass man einen Gegen­stand, der sich schieben lässt, auf den Boden stellt und zunächst die Übung “Gegen­stände berühren” widerholt.

Nach und nach belohnt man schließlich nur noch der­ar­tige Berührun­gen, die so stark waren, dass sich der Gegen­stand bewegt hat — der Hund diesen also geschoben hat. Hier­bei kann man das Kom­mendo “schieb” einführen.

Leicht gesagt, oder? 🙂

Auch bei dieser Übung kamen wir schnell an unsere Gren­zen. Ich habe mir die Frage gestellt, ob das an unserer Kom­mu­nika­tion liegen oder ob der gewählte Gegen­stand die Ursache sein könnte.

Ich habe näm­lich mit einer leichten Holzk­iste ange­fan­gen. Queen berührte diese zwar zuver­läs­sig, aber nicht so stark, dass sich die Kiste bewegt hatte.

Auch bei einem großen Plüschball drückte sie lediglich ihren Nase in den Stoff.

Nach kurzer Über­legung pro­bierte ich es mit ihrem Fut­ter­ball. Diesen kan­nte sie bere­its und wusste genau, was sie tun musste: näm­lich schieben.

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Ich gab ihr also den Fut­ter­ball und sagte “schieb”. Weil sie diese Bewe­gung mit dem Ball in Verbindung brachte, klappte es direkt. Den Ball ließ ich unge­füllt und gab ihr wie gewohnt, die Beloh­nung aus der Hand.

Anschließend nahm ich einen Plüschball, der dem Fut­ter­ball ähn­lich war. Auf das Kom­mando “schieb” reagierte sie direkt richtig und schob den Plüschball ein Stück über den Boden.

Nach und nach wid­me­ten wir uns weit­eren Gegen­stän­den, sodass wir schließlich wieder bei unserer Holzk­iste ange­langt waren. Wahrschein­lich lag es an dem harten Mate­r­ial, denn Queen schaute zunächst etwas ver­dutzt und schob recht zöger­lich. Aber bere­its nach weni­gen Ver­suchen und pos­tivem Zus­pruch, klappt das Schieben auch mit dieser Kiste.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Queen hilft — und das ist nur auch nachvol­lziehbar — wenn wir für die Übun­gen “berühren” und “schieben” zunächst ver­schiedene Gegen­stände ver­wen­den. Nach und nach kann man natür­lich auch die Übun­gen mit ein und dem­sel­ben Gegen­stand durch­führen. Zu Beginn erle­ichtert es jedoch sehr, wenn die Gegen­stände sich zunächst deut­lich unterscheiden.

Ich bin schon ges­pannt, ob wir bei der näch­sten Übung wieder eine eigene Strate­gie entwick­eln müssen. Naja, haupt­sache man kommt ans Ziel, denn viele Wege führen nach Rom zum Trick 🙂

Tricktagebuch: heute mal ganz allgemein…

Heute möchte ich ganz all­ge­mein auf Grund­sät­zliches beim Trick­dog­ging eingehen.

Beim Trick­dog­ging geht es um mehr als nur das Abar­beiten einer Anleitung. Es soll sowohl dem Zweibeiner als auch unseren Vier­beiner Spaß machen und die Bindung stärken.

Wir haben nun schon einige kleine Tricks erar­beitet. Hier­bei habe ich ver­schiedenes aus­pro­biert, um her­auszufinden, unter welchen Bedin­gun­gen Queen am ein­fach­sten ler­nen kann.

Teil­weise wer­den diese Erfahrun­gen bes­timmt auch auf andere Hunde über­trag­bar sein, manche Eige­narten betr­e­f­fen vielle­icht nur Queen 🙂

Zunächst ist mir aufge­fallen, dass Queen erst ein­mal ihre fünf Minuten braucht. Hat sie ger­ade ihr Schläfchen been­det und ich ver­suche, direkt mit dem Trick­sen anz­u­fan­gen, so geht das direkt in die Hose. Sobald sie merkt, worum es geht, wird sie aufgeregt und nervös. Es fällt ihr schwer, sich zu konzen­tri­eren. Daher zergel ich zum Beispiel mit ihr, damit sie erst ein­mal Engerie loswer­den kann. Anschließend kann sie sich wesentlich besser auf die Tricks konzentrieren.

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Queen ist sehr wäh­lerisch, was Fut­ter und Leck­ereien bet­rifft. Ich habe gehofft, ich kön­nte sie mit ihrem Fut­ter belohnen, nur lei­der spielt sie da nicht mit 🙂 Sie spuckt es ein­fach wieder aus und ver­liert die Lust. Daher muss ich sie mit ganz beson­deren Leck­ereien belohnen, weil sie sonst keinen Anreiz hat. Sollte sie mal wieder keine Lust auf ihr Früh­stück haben, fällt also für den Tag das Trick­sen aus. Ich muss da lei­der sehr kon­se­quent sein. Wenn sie ihr Fut­ter ver­weigert und ich ihr zwei Stun­den später Leck­e­rien gebe, dann wird sie auch bei der näch­sten Mahlzeit streiken. Das schränkt uns lei­der etwas ein.

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Alle Tricks fol­gen einem ähn­lichen Schema. Man baut den Trick langsam auf und steigert die Anforderun­gen. Daher habe ich mir angewöhnt, auf ver­schiedene Weise zu belohnen. Geht es zum Beispiel darum, dass Queen lernt, eine Tür zu schließen und stupst Queen diese vor­sichtig an, sodass sich diese nur leicht bewegt, gibt es eine Leck­erei. Stupst sie die Tür so an, dass sich diese auch schließt, gibt es eine größere Beloh­nung. In unserem Fall ein kurzes Spiel mit ihen Lieblings­ball. Ich hatte zu Beginn die Ver­mu­tung, dass Queen dadurch die Konzen­tra­tion ver­lieren würde, aber das ist nicht so. Beende ich das Spiel und komme zum Trick zurück, ist sie direkt wieder bei der Sache und konzen­tri­ert. Ich habe das Gefühl, dass Queen ver­steht, dass sie es genau richtig gemacht hat, wenn die größere Beloh­nung folgt.

Unsere Hunde sind manch­mal schlauer als wir denken 🙂

Was habt ihr für Erfahrun­gen gemacht? Unter welchen Bed­i­n­un­gen lernt euer Vier­beiner am leichtesten?

Tricktagebuch: Gegenstände mit der Nase berühren

Als Gund­lage für weit­ere Übun­gen ist es oft erforder­lich, dass der Hunde Gegen­stände mit der Nase berührt.

Queen hatte in den let­zten zwei Wochen gel­ernt den Tar­get — Stick zu berühren und kon­nte dies schon auf Türen übertragen.

Nun soll sie ler­nen beliebige Gegen­stände mit der Nase zu berühen.

Hierzu habe ich zunächst drei Gegen­stände aus­gewählt, die nicht aus Queens Spielzeugk­isten stammten. Ich wollte es ihr natür­lich nicht unnötig schwer machen, indem ich ihr einen Ball vor die Pfoten lege. Daher entsch­ied ich mich für eine Spar­dose, einen großen Kar­ton und meinen Autoschlüs­sel. Sollte der Hund ver­suchen, in den Gegen­stand zu beißen, sollte dieser so gewählt wer­den, dass dies gar nicht möglich ist.

Im ersten Schritt zeigen wir mit dem Tar­get — Stick auf den Gegen­stand. Die Neugierde wird den Hund dazu brin­gen, in die Rich­tung des Gegen­standes zu schnüf­feln. Bere­its das Inter­esse an dem Gegen­stand kann im ersten Schritt belohnt wer­den. Sollte man allerd­ings mit kleinen Kle­bezetteln arbeiten, kann man diese ein­fach auf den Gegen­stand kleben und ebenso verfahren.

Im zweiten Schritt wird nur noch dann belohnt, wenn der Hund den Tar­get oder Gegen­stand berührt. Ich habe bere­its jetzt das Wort “touch” eingeführt.

Diese Übung habe ich solange wieder­holt, bis ich den Tar­get weglassen kon­nte und Queen auf das Kom­mando “touch” den Gegen­stand berührt hat. Einige Male ver­suchte sie, den Gegen­stand mit der Pfote statt mit der Nase zu berühren. Aber in Bezug auf die noch fol­gen­den Übun­gen habe ich dies ignori­ert. Sie hat ziem­lich schnell ver­standen, dass nur die Berührung mit der Nase zum Erfolg führt.

Diese Schritte wer­den nun mit weit­eren Gegen­stän­den wiederholt.

Zur Kon­trolle habe ich ihr anschließend ein Spielzeug hin­gelegt und erneut das Kom­mando gegeben. Sie schaute mich zwar kurz ver­dutzt an, berührte das Plüschtier aber den­noch mit ihrer Nase und bekam die Belohnung.

Diese ein­fache Übung erle­ichtert das Erler­rnen von kom­plex­eren Auf­gaben und kann bere­its nach weni­gen Wieder­hol­un­gen vom Hund verin­ner­licht werden.

Näch­ste Woche geht es weiter mit dem Schieben von Gegen­stän­den. Ich bin ges­pannt wie Queen sich schla­gen wird. Weiß sie nicht mehr weiter, pro­biert sie jedes Prob­lem mith­ilfe ihrer Pfote zu lösen 🙂

Touch”

Tricktagebuch: Tür schließen

Nach­dem wir uns an den Klicker und den Tar­get — Stick gewöhnt haben, kon­nten wir am Mon­tag mit unserer ersten Übung beginnen 🙂

Türen zu öffen ist für Queen kein Prob­lem, selbst wenn sie kom­plett geschlossen sind *räus­per* Aber klappt es auch mit dem Schließen?

In dieser Übung geht es darum, dass unser Vier­beiner lernt, eine geöffnete Tür mit der Nase zu schließen.

Im ersten Schritt soll der Tar­get — Stick an die Tür gehal­ten wer­den. Im Ide­al­fall soll der Hund also mit der Nase den Stick und fol­glich die Tür berühren.

Im Ide­al­fall 🙂

Denn Queen fand es total komisch, dass der Stick nun die Tür berührt. Sie berührte den Stick nicht mehr unten an der Kugel, son­dern mit­tig. Mit der Nase an die Tür kom­men? Auf keinen Fall.

Na super. Das ging ja gut los.

Ich musste mir also etwas neues ein­fallen lassen.

Natür­lich hätte ich auch am Ball bleiben kön­nen. Aber Queen wurde unsicher und dann lässt ihre Moti­va­tion nach.

Und da wir soweiso ger­ade im Büro waren, war der Post — it Block nicht weit ent­fernt. Ich nahm also einen Kle­bezettel in die Hand und hielt ihn Queen vor die Nase. Neugierig schnup­perte sie. Ich klickte und wir bauten die Übung auf wie bei der Ein­führung des Tar­get — Sticks.

Queen hatte blitzschnell ver­standen, worum es geht und noch am gle­ichen Tag klebte ich den Zettel an die geschlossene Tür. Dies schien ihr deut­lich leichter zu fallen. Ich zeigte auf  den Zettel und sagte dabei “Tür”. Direkt wan­derte die Nase auf den Zettel und sie schaute mich erwartungsvoll an. Klick und Keks 🙂

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Es kon­nte also weiter gehen.

Doch auch im nächt­sen Schritt mussten wir improvisieren.

Eigentlich soll der näch­ste Schritt darin beste­hen, dass der Klick hin­aus­gezögert wird, damit der Hund die Tür deut­licher und fes­ter berührt.

Nicht mit Queen.

Sie stub­ste mit der Nase an die Tür und der Kopf wan­derte blitzschnell erwartungsvoll in meine Rich­tung — unab­hängig davon, wie schnell der Klick folgte.

Also öffnete ich die Tür bis zu Hälfte und klickte nur noch dann, wenn Queen so fest mit der Nase die Tür berührte, sodass sich diese deut­lich bewegte.

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Auf diese Weise klappte es erstaunlich gut.

Im näch­sten Schritt belohnte ich Queen nur noch dann, wenn sie die Tür kom­plett zugeschoben hatte. Ich öffnete die Tür immer unter­schiedlich weit. Manch­mal nur einen kleinen Spalt, dann wieder bis zu Hälfte oder noch weiter. Ich wollte sie nicht über­fordern und durch ein­fache Übun­gen die Moti­va­tion erhalten.

Nach zwei Tagen kon­nte ich den Zettel entfernen.

Zur Zeit üben wir mit weit­eren Türen. Hunde ler­nen kon­textspez­i­fisch, das bedeutet, dass Queen nicht automa­tisch alle Türen schließen kann. Um die Übung zu gen­er­al­isieren, üben wir am Woch­enende mit den Türen in unserer Wohnung.

Obwohl wir unseren per­sön­lichen Weg gehen und ein wenig impro­visieren musste, sind wir am Ziel angekom­men 🙂 Manch­mal muss man Trick — Anleitun­gen abwan­deln und auf die Fähigkeiten des eige­nen Hun­des anpassen. Aber so, wie viele Wege nach Rom führen, kommt man auch mit ver­schiede­nen Anleitun­gen ans Ziel 🙂

Habt ihr Lust eurem Hund eben­falls den Trick “Tür schließen” beizubrin­gen? Dann berichtet doch von euren Erfol­gen. Oder beherrscht euer Vier­beiner diesen Trick bere­its? Wie habt ihr es eurer Fell­nase beigebracht?

Tricktagebuch — die ersten Schritte

Nach­dem wir euch Anfang der Woche berichtet haben, dass wir nun Trick­sen wer­den und Dog­Danc­ing machen wollen, möchte ich gerne eurem Wun­sch nachge­hen und ein Trick­tage­buch führen.

Das Tage­buch ist natür­lich keine all­ge­me­ingültige Anleitung, son­dern beschreibt nur, wie wir vorge­hen und welche Meth­o­den sich bei uns bewährt haben.

Zu Beginn standen wir natür­lich vor dem Prob­lem, dass Queen nicht auf einen Clicker kon­di­tion­iet war. Ich habe es ein­mal ver­sucht, aber ich selbst hatte Prob­leme mit dem Tim­ing und Queen hatte auch keine große Freude.

Mir war jedoch klar, dass ein Clicker auf Dauer vieles vere­in­fachen würde.

Also übte ich erst ein­mal alleine an meinem Tim­ing. Bewaffnet mit Leck­erlis set­zte ich mich anschließend zu Queen auf den Boden. Ich clickte und sie bekam ein Leck­erli. Zwei Tage lang machten wir diese Übung zwei bis drei mal am Tag mit unge­fähr (15 Wiederholungen).

Queen wurde langweilig.

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Sie ist lei­der nicht allzu fix­iert auf Leck­ereien, daher legte sie sich ein­fach hin und guckt mich erwartungsvoll an. Ich war mir aber nicht wirk­lich sicher, ob sie “den Trick mit dem Click” schon ver­standen hatte. Daher nahm ich den Clicker mit auf unsere Run­den und übte ein­fach zwis­chen­durch Grund­kom­man­dos wie “sitz” “platz” oder “bleib”.

Damit Queen nicht nur das Clicken verin­ner­licht, son­dern sich auch auf meine Stimme konzen­tri­ert, übten wir eben­falls kleine Tricks, die sie schon kan­nte. Ich sagte das Kom­mando wie zum Beispiel “dreh dich”, clickte anschließend und sie bekam ihre Beloh­nung. Die größte Her­aus­forderung bestand darin, sie nicht mehr mit Worten zu loben. Einige Male rutsche mir mein typ­is­ches “prima” heraus 😀

Nach ins­ge­samt fünf Tagen war ich mir sicher, dass Queen auf das Clicken kon­di­tion­iert war. Nach jedem Click spitzte sie die Ohren und schaute auf meine Hand, aus der das Leck­erli kom­men könnte.

Als Basis für viele Tricks wollte ich zusät­zlich einen Tar­get — Stick ins Spiel brin­gen. Ich bewaffnete mich eben­falls mit Leck­ereien und zeigte Queen  den Stick. Mir war klar, dass sie neugierig sein würde, daher hielt ich die Kugel am Ende des Sticks direkt in ihre Rich­tung. Ihre Nase berührte die Kugel, ich clickte und gab ihr eine Beloh­nung. Nach nicht mal zehn Ver­suchen wusste sie direkt worum es ging. Ich hielt den Stick in eine beliebige Rich­tung und sie berührte ihn mit ihrer Nase. Nach der Beloh­nung ver­steckte ich den Stick kurz hin­ter meinem Rücken, um die Aufmerk­samkeit und Moti­va­tion erhal­ten zu kön­nen. Das lief besser als das Kon­di­tion­ieren auf den Clicker. Dadurch, dass man den Stick mal links, oder rechts oder sogar zwis­chen die Beine hal­ten kann, kam schnell Schwung in die Übung und Queen blieb motiviert.

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Unser aktueller Stand:

Wir click­ern jeden Tag eine Ein­heit lang kleine Tricks oder Grund­kom­man­dos. Zusät­zlich üben wir ein­mal täglich mit dem Tar­get — Stick. Dies werde ich noch einige Tage lang machen und am Mon­tag fan­gen wir dann mit der ersten richti­gen Übung an “Tür schließen” 🙂