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[Checkliste — Ist mein Hund gesund?] Anzeige

Es gibt Sit­u­a­tio­nen, in denen wün­scht man sich, dass unsere Hunde sprechen kön­nten. Tut dir etwas weh? Fühlst du dich nicht gut? Warum leckst du immer an dein­er linken Pfote? Antworten auf diese Fra­gen bekom­men zu kön­nen, ist in solchen Momenten Gold wert. Doch lei­der kön­nen unsere Hunde nicht mit uns sprechen. Und so sind sie darauf angewiesen, dass wir ihre Zeichen richtig deuten und Ver­ant­wor­tung übernehmen. Ich gehöre zu den Hun­debe­sitzern, die zwar nicht wegen jedem Erbrechen zum Tier­arzt fahren, doch zwis­chen­durch kommt immer mal die Angst hoch. Überse­he ich etwas?

Daher habe ich in diesem Artikel eine kleine Check­liste für euch zusam­men getra­gen. Anhalt­spunk­te, an denen man sich ori­en­tieren kann, um den Gesund­heit­szu­s­tand seines Hun­des ein­schätzen zu kön­nen. Aspek­te, die man regelmäßig unter­suchen und immer im Blick haben sollte.

A wie allgemeiner Zustand

Gesunde Hunde ver­hal­ten sich aus­geglichen, freuen sich, wenn es zum Spazier­gang nach draußen geht und haben einen gesun­den Appetit. Kranke Hunde sind oft abgeschla­gen, müde und schlafen viel. Ihnen fehlt zum Teil der Appetit und teil­weise möcht­en sie noch nicht ein­mal eine Leck­erei knab­bern. Das sind kleine Anze­ichen dafür, dass es dem Hund nicht gut geht. Auch, wenn er plöt­zlich viel mehr trinkt als son­st, kön­nte dies ein Warnsignal sein. Kranke Hunde fühlen sich nicht gut und kön­nen plöt­zlich aggres­siv reagieren. So ging es uns auch bei Püp­pi, als sich ihr abge­broch­en­er Milchzahn entzün­det hat. Sie wirk­te wed­er lust­los noch müde, doch bei Berührun­gen im Bere­ich des Kopfes zuck­te sie, wich aus und als der Arzt sie dort berühren wollte, schnappte sie direkt zu.

Unsere Hunde kön­nen alle ein­mal einen schlecht­en Tag haben, müde sein und wenig Appetit haben. Dauert dieser abgeschla­gene Zus­tand jedoch mehr als zwei Tage an, so sollte man einen Tier­arzt auf­suchen und auf Num­mer sich­er gehen.

Die Augen

Gesunde Augen sind klar, trä­nen nicht und die Lid­binde­häute sind leicht rosa. So soll­ten die Augen unser­er Hunde ausse­hen. Wer­den sie trüb, trä­nen oder sind gerötet, dann sollte sich dies ein Tier­arzt anse­hen. Ger­ade bei den Augen sollte man auf keinen Fall warten und damit ein Risiko einge­hen. Sollte sich Eit­er als gel­ber oder grün­lich­er Schleim als Auflagerung im Binde­haut­sack befind­et, muss der Hund unverzüglich einem Tier­arzt vorgestellt wer­den. Sind die Binde­häute selb­st gel­blich ver­färbt, spricht es für eine Funk­tion­sstörung der Leber. Ein häu­figes Schub­bern der Augen kann eben­falls ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Viele Erkrankun­gen ver­schlim­mern sich durch Rei­bung, sodass ein Schub­bern — natür­lich nach Abklärung der Ursache — unter­bun­den wer­den sollte. Viele Augen­erkrankun­gen sind mit ungeschul­tem Blick kaum wahrnehmn­bar, kön­nen aber unbe­han­delt zur Erblind­ung führen.

Queens Schäfer­hund­ker­ati­tis erfordert regelmäßige Kon­trollen.

Die Nase

Sollte die Nase des Hun­des verklebt sein, deutet dies auf eine Erkrankung hin. Bei der Kon­trolle der Nase sollte man auf Atemgeräusche und Nase­naus­fluss acht­en. Bei Nase­naus­fluss sollte man kon­trol­lieren, ob er aus einem oder bei­den Nasen­löch­ern kommt und welche Farbe er hat.

Die Ohren

Zur wöchentlichen Rou­tine gehört auf jeden Fall die Unter­suchung der Ohren. Die Ohrmuschel muss sauber sein. Ober­fläch­lich­er Dreck lässt sich ober­halb des Gehör­gangs super mit mith­il­fe eines in lauwar­men Wass­er getränk­ten Baum­woll­tuch­es ent­fer­nen. Nach der Reini­gung sollte das Ohr getrock­net wer­den. Bei Schlap­pohren kön­nen wir die Haare am Beginn der Ohrmuschel kurz hal­ten, damit sie nicht ins Ohr wach­sen. Schüt­telt der Hund häu­fig seinen Kopf oder hält er den Kopf leicht schief, sollte man einen Blick in die Ohren wer­fen. Krusten, übel riechende Sekrete sowie über­mäßig viel Ohren­schmalz sind Gründe, die Ohren einem Tier­arzt zu zeigen.

Zähne und Zahnfleisch

Ein regelmäßiger Blick ins Maul ist unab­d­ing­bar. Das Zah­n­fleisch sollte rosa und glänzend feucht sein. Die Zähne weiß und ohne Beläge. Sollte der Hund plöt­zlich extrem spe­icheln oder stark aus dem Maul riechen, sollte dies auf jeden Fall ernst genom­men wer­den. Das Zah­n­fleisch sollte nicht weiß oder gel­blich sein. Bläulich­es Zah­n­fleisch ist bei eini­gen Rassen nor­mal — bei anderen kann es auf einen Sauer­stoff­man­gel hin­weisen.

Ein­mal zur Zahlkon­trolle bitte 🙂

Die Haut

Die Haut unser­er Hunde sollte glatt und leicht rosa sein. Krusten, rötliche Ver­fär­bun­gen, eitrige Stellen soll­ten einem Tier­arzt gezeigt wer­den. Hunde soll­ten sich nicht über­mäßig viel kratzen und auch nicht an bes­timmten Kör­per­stellen leck­en. Dies kön­nen Anze­ichen für Allergien, Unverträglichkeit­en, Par­a­siten­be­fall oder — im Falle des Schleck­ens — auch auf Schmerzen hin­deuten.

Das Fell

Stumpfes und schup­piges Fell sollte nicht auf die leichte Schul­ter genom­men wer­den. Ger­ade das Fell sagt so viel über den Gesund­heit­szu­s­tand unseres Hun­des aus. Das Fell sollte glänzen und sich angenehm anfühlen. Hier sind natür­lich rass­espez­i­fis­che Unter­schiede zu bedenken, jedoch soll­ten Verän­derun­gen am Fell immer ernst genom­men wer­den. Auch über­mäßig viel Haarver­lust sollte beobachtet wer­den.

Stumpfes Fell kommt immer von innen her­aus. Mit Biotin und anderen Mit­telchen vorzuge­hen, stellt lediglich eine Symp­tombe­hand­lung dar. Die Ursache liegt meist viel tiefer und sollte in jedem Fall ernst genom­men und von einem Tier­arzt abgek­lärt wer­den.

Mith­il­fe eines Flohkamms lässt sich der Hund effek­tiv und schnell auf Zeck­en durch­suchen

Der Bewegungsapparat

Ver­mei­det der Hund ins Auto oder auf das Sofa zu sprin­gen, kön­nen dies Anze­ichen für Prob­leme im Bewe­gungsap­part sein. Springt er unsauber ab und zieht bei­de Hin­ter­läufe im Sprung asym­metrisch an, kann dies auf ein Prob­lem am Rück­en hin­deuten. Auch Schwierigkeit­en beim Hin­le­gen oder Auf­ste­hen soll­ten ernst genom­men wer­den. Ganz oft erlebe ich, dass Hun­de­hal­ter diese ersten Anze­ichen unter dem Aspekt “der wird halt alt” abhak­en. Doch man sollte immer die Ursache abklären lassen. Schon alleine deshalb, weil man so viel im Rah­men des Bewe­gungsap­pa­rats helfen und unter­stützen kann. Knochen­ab­split­terun­gen und Arthrose  — als Beispiel — haben oft ähn­liche Symp­tome, hät­ten allerd­ings völ­lig andere Behand­lung­sop­tio­nen. Während der Hund bei Knochen­ab­split­terun­gen durch die Bewe­gung noch mehr Schaden anricht­en ist, ist Bewe­gung im Rah­men von Arthrose unglaublich wichtig.

Gemein­sames Kuscheln auf dem Sofa sollte immer mal wieder dazu genutzt wer­den, den gesamten Hun­dekör­p­er abzu­tas­ten. Schwellun­gen, Rötun­gen und heiße Stellen soll­ten uns nicht ent­ge­hen.

Das Verdauungssystem

Wir soll­ten stets grob im Kopf haben, wann unser Hund das let­zte Mal Kot abge­set­zt hat. Diesen soll­ten wir immer augen­schein­lich unter­suchen und bei Auf­fäl­ligkeit­en als Kot­probe beim Tier­arzt abgeben. Unerk­lärter Durch­fall, immer wiederkehren­des Erbrechen und ständi­ges Wür­gen sind deut­liche Anze­ichen für ein Prob­lem im Ver­dau­ungssys­tem. Auch ein verklebter Po oder ein häu­figes auf dem Boden Rutschen auf dem Hin­terteil (sog. Schlit­ten­fahren) haben ihre Ursachen.

Ver­fär­bun­gen im Urin, ein stark­er unan­genehmer Geruch oder auch plöt­zlich ver­mehrtes Urin abset­zen, soll­ten wir in jedem Fall im Blick haben. Manche Hündin­nen pieseln ein­mal auf der Runde (so wie Queen), andere Hündin­nen pieseln ständig und wie ein Rüde (Püp­pi). Bei­de hat­ten diese Ange­wohn­heit schon immer und das ist auch völ­lig in Ord­nung so. Würde Queen plöt­zlich mehr als zehn Mal auf ein­er Runde urinieren oder Püp­pi so gut wie gar nicht mehr, sind das Alar­mze­ichen, die einem Tier­arzt vorgestellt wer­den soll­ten.

Ein plöt­zlich auftre­tendes über­mäßiges Schmatzen kann darauf hin­deuten, dass dem Hund übel ist. Manche Hunde haben beispiel­sweise immer wieder Prob­leme mit ein­er zu hohen Magen­säure­pro­duk­tion, die man aber sehr gut in den Griff bekom­men kann, wenn ein Tier­arzt die genaue Diag­nose und Ursache gefun­den hat.

Das Herz — Kreislauf — System

Um das Herz — Kreis­lauf — Sys­tem des Hun­des über­prüfen zu kön­nen, kön­nen wir mit unserem Fin­ger auf das Zah­n­fleisch drück­en. Dieses muss sich unverzüglich nach dem Loslassen wieder rosa fär­ben. Dauert dies länger als zwei Sekun­den, kann dies zum Beispiel darauf hin­deuten, dass der Hund dehy­dri­ert ist. Auch ein häu­figes Hus­ten oder eine bläulich ver­färbte Zunge kön­nen Zeichen für ein Prob­lem im Rah­men des Kreis­laufes sein.

Die Atmungsorgane

Hunde, die ohne große Anstren­gung hecheln, kön­nten unter Umstän­den unter Stress lei­den. Es kann sich aber auch um ein Prob­lem der Atmung­sor­gane han­deln. Ein Hund sollte immer ruhig und gle­ich­mäßig atmen, nicht ständig niesen oder hus­ten und der Anstren­gung oder Tem­per­atur entsprechend auf Maulat­mung überge­hen.

 

Mith­il­fe dieser Check­liste soll­ten wir immer ein gutes Auge auf unseren Hund haben. Augen, Ohren, Maul und der ober­fläch­liche Kör­p­er soll­ten regelmäßig kon­trol­liert wer­den. Ver­hal­tensverän­derun­gen soll­ten wir ernst nehmen und genau beobacht­en. Auch wenn man nicht wegen jedem Erbrechen oder Durch­fall zum Tier­arzt fahren möchte, so sollte man bes­timmte Kör­per­stellen regelmäßig im Blick haben und bei Ver­hal­tensverän­derun­gen oder ver­gle­ich­baren Auf­fäl­ligkeit­en lieber einen Tier­arzt auf­suchen. Denn wir alle wollen uns niemals den Vor­wurf machen wollen, zu spät einen Arzt aufge­sucht zu haben.

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