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[Darf der Vermieter die Hundehaltung verbieten?]

Die Hal­tung von Tieren jeglich­er Art ist unter­sagt.”

So oder so ähn­lich ste­ht es in vie­len Mietverträ­gen. Doch darf ein Ver­mi­eter die Hun­de­hal­tung eigentlich generell ver­bi­eten?

Der BGH hat ein generelles Haustierverbot in Mietverträgen für unzulässig erklärt.

Doch was bedeutet das eigentlich für den Mieter, der einen Hund in sein Leben holen möchte oder mit seinem Vierbeiner eine neue Wohnung sucht?

Sollte der Ver­mi­eter nicht mit ein­er Haustier­hal­tung ein­ver­standen sein, kann er diese nicht generell ver­bi­eten. Er muss zunächst sach­liche Argu­mente vor­brin­gen, um die vom Mieter gewün­schte Tier­hal­tung unter­sagen zu kön­nen. Hier­bei soll eine umfassende Inter­essen­ab­wä­gung stat­tfind­en.
Hier­bei wird berück­sichtigt, um welche Rasse und Größe es sich bei dem gewün­scht­en Tier han­delt. Außer­dem sind das Ver­hal­ten und die Anzahl der Tiere rel­e­vant. Auch das soziale Umfeld der Woh­nung kann eine Rolle spie­len. Eben­falls Bedeu­tung bekom­men die per­sön­lichen Ver­hält­nis­sen des Mieters, wobei hier­bei das Alter entschei­dend sein kann. Wichtig sind vor allem die berechtigten Inter­essen des Mieters, des Ver­mi­eters und der übri­gen Mit­be­wohn­er im Haus. Eben­falls kann die Anzahl bere­its im Haus wohnen­der Tiere und fol­glich die bish­erige Hand­habung des Ver­mi­eters eine Rolle spie­len. Beson­dere Berück­sich­ti­gung find­en per­sön­liche Bedürfnisse des Mieters (zum Beispiel die Notwendigkeit eines Blind­en­hun­des).

Recht6
Allgemeine Erwägungen sowie pauschale Lebenserfahrungen genügen an dieser Stelle nicht. Der Vermieter muss konkrete Störfaktoren darlegen und begründen können.

Die mögliche Größe des Tieres sowie die Anzahl der Tiere hängt maßge­blich von der Größe der Woh­nung ab. Beste­ht hier ein soge­nan­ntes grobes Missver­hält­nis, kann das Inter­esse des Ver­mi­eters unter Umstän­den über­wiegen und zu ein­er Unter­sa­gung der gewün­scht­en Tier­hal­tung führen. Um eine grobe Vorstel­lung von einem Missver­hält­nis zu bekom­men: Das Amts­gericht München entsch­ied, dass vier Hunde in ein­er 40 qm — Woh­nung zu viel seien. Hier spie­len in erster Lin­ie tier­schutzrechtliche Aspek­te eine Rolle. Die Sit­u­a­tion in einem Ein­fam­i­lien­haus ist dem­nach anders zu beurteilen als in einem großen Miet­shaus mit vie­len Parteien. Auch auf dem Land kann sich die Sit­u­a­tion im Hin­blick auf die Men­tal­ität der Men­schen anders darstellen als in der Großs­tadt.

Das soziale Ver­hal­ten des Hun­des kann eben­falls eine Rolle spie­len. Aggres­sive Hunde schaf­fen Angst und Mis­strauen in der Haus­ge­mein­schaft. Da auch auf die übri­gen Mieter Rück­sicht genom­men wer­den muss, ist das Ver­hal­ten des Hun­des unter Umstän­den rel­e­vant.

Jede Tier­hal­tung erfordert also eine einzelfall­be­zo­gene Abwä­gung bei der sowohl die Inter­essen des Mieters, des Ver­mi­eters als auch die Inter­essen der übri­gen Haus­be­wohn­er eine Rolle spie­len. Nur wenn nie­mand beein­trächtigt wird, gibt es keinen Grund für den Ver­mi­eter, dem Mieter die Hal­tung eines Tieres zu unter­sagen.

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2 thoughts on “[Darf der Vermieter die Hundehaltung verbieten?]

  1. Ich kann aus per­sön­lich­er Erfahrung sagen (ich bin seit über 30 Jahren in diesem Bere­ich tätig) das Hun­de­hal­ter zu 95 % gar nicht erst zu einem Besich­ti­gung­ster­min ein­ge­laden wer­den.

    Daher meine rein the­o­retis­che Frage.

    Wenn ein Hun­de­hal­ter seinen Hund vor der Woh­nungssuche verkauft und den Hund dann nach der Unterze­ich­nung des Mietver­trages zurück kauft.

    Wie ver­hält es sich dann.

    Zum Zeit­punkt der Woh­nungssuche und bei Unterze­ich­nung des Mietver­trages ist man ja kein Hun­de­hal­ter.

    Kön­nte sowas im Falle eines Rechtsstre­ites als Scheingeschäft bzw. Täuschung des Ver­mi­eters gel­ten.

    Viele Grüße

    Hans Peter

    1. Ich glaube du über­siehst, dass man auch, wenn man beim Einzug kein Hun­de­hal­ter ist, den Ver­mi­eter um die Zus­tim­mung bit­ten muss bevor man einen Hund in sein Leben holt (sollte dies im Mietver­trag ste­hen — wovon auszuge­hen ist). Der Ver­mi­eter kann unter Umstän­den die Ent­fer­nung des Tieres aus der Woh­nung ver­lan­gen, wenn er umgan­gen wor­den ist. Das hat juris­tisch nichts mit einem Scheingeschäft zu tun.

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