Allgemein, Recht und Hund

Das gefährliche Leben eines Postzustellers

Postzusteller und Hunde — schon immer eine Kom­bi­na­tion, über die nicht ohne Grund viele Witze gemacht wer­den. Doch haben die Postzusteller tat­säch­lich ein gefährlich­es Leben dank unser­er Vier­bein­er? Habt ihr euch auch schon ein­mal gefragt, wie unsere Postzusteller sich wohl fühlen, wenn ein Hund bel­lend auf sie zuger­an­nt kommt?

Sich­er geht es nicht nur mir so. Es klin­gelt an der Tür und es bellt. In unserem Fall gle­ich im Dop­pel­pack. Wenn ich nicht weiß, wer klingt oder wenn ich einen Paket­zusteller erwarte, dann schließe ich die Wohnz­im­mertür hin­ter mir und gehe alleine zur Woh­nungstür.

Ich bekomme oft Mate­r­i­al für Glück­shund geliefert. Nicht sel­ten kommt der Paket­zusteller mehrfach pro Woche. Dass es im Hin­ter­grund bellt stört ihn nicht. Er ken­nt uns gut und fängt uns auch schon mal an der Straße ab, falls wir ger­ade in der Siedling spazieren gehen und er ein Paket für mich hat.

Eine äußerst unan­genehme Begeg­nung mit einem Paket­zusteller werde ich jedoch nie vergessen. Zu der Zeit wohn­ten Queen und ich noch in der Heimat. Eines Mit­tags klin­gelte es. Ich dachte, es wäre mein Opa, der regelmäßig zu dieser Uhrzeit kommt. Daher öffnete ich die Woh­nungstür, drück­te auf den Öffn­er und ließ Queen zur Tür gehen. Es war nicht Opa. Es war der DHL — Mann. Nicht gut! Queen war eben­so erstaunt wie ich und bellte direkt los. Der Typ warf das Paket in den Flur und schrie “Machen Sie das nie wieder!” Ich hab mich brav entschuldigt und die Sit­u­a­tion aufgek­lärt, aber da war nichts zu machen. Der Schock saß zu tief — übri­gens auch bei mein­er armen Maus. Die hat sich so erschrock­en vor dem dick­en, frem­den Mann in gel­ben Shorts 😀

Aber was wäre passiert, wenn Queen zugebissen hätte?

Ein solch­er Vor­fall ereignete sich in Aachen. Eine Briefzustel­lerin wurde von zwei Huskies ange­grif­f­en und in den recht­en Unter­arm gebis­sen. Nach der Tetanusimp­fung erlitt sie eine mas­sive Erkrankung der Ner­ven­bah­nen. Die Bun­desre­pub­lik gewährte der Postzustel­lerin daraufhin ein Unfall­ruhege­halt.

Doch die Ver­let­zte ver­langte mehr. Sie wollte ein sog. erhöht­es Ruhege­halt. Voraus­set­zung wäre jedoch, dass die Beamtin bei Ausübung ihrer Dien­sthand­lung ein­er damit ver­bun­de­nen beson­deren Lebens­ge­fahr aus­ge­set­zt ist.

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Das Ver­wal­tungs­gericht Aachen entsch­ied, dass sich keine beson­dere Lebens­ge­fahr bei der Briefzustel­lung fest­stellen lässt — und zwar wed­er im all­ge­meinen noch in der konkreten Zustel­lung. Es sei zwar bekan­nt, dass Hunde gele­gentlich Zusteller anfall­en wür­den. Der Biss sei jedoch zu keinem Zeit­punkt lebenge­fährlich gewe­sen. Zudem sei klar, dass die Zustel­lung von Briefen nicht mit ein­er beson­deren Lebens­ge­fahr ver­bun­den sei. Die Wahrschein­lich, hier­bei getötet zu wer­den, sei nicht höher als die Möglichkeit, unversehrt zu bleiben.

Dann kann der DHL — Mann ja beruhigt sein 🙂

One Commnet on “Das gefährliche Leben eines Postzustellers

  1. Mein toller Wach­hund begrüßt ja jeden schwanzwedel­nd… auch die Briefträgerin. Und die fürchtet sich auch nicht, son­dern hat Hunde gern. Wir hat­ten allerd­ings mal eine blöde Sit­u­a­tion mit einem GLS-Boten, da ich das Fut­ter liefern lasse. Der Typ hat näm­lich nicht an der Ein­fahrt gek­lin­gelt, son­dern kam von der anderen Seite durch den Garten here­in. Keine Ahnung warum man durch fremde Gärten geht, statt von der richti­gen Seite zu kom­men. Auf alle Fälle hat er den Riesen nicht gese­hen, der auf der Ter­rasse gedöst hat. Ich hab durch das Küchen­fen­ster nur gese­hen, wie Odin aufge­sprun­gen und voller Freude auf den Typen zuger­an­nt ist. Ist ja toll wenn da jemand gle­ich 15kg Fut­ter auf ein­mal bringt. Der Typ hat die Schachtel fall­en lassen und ist quer durch den Garten Rich­tung Tor ger­an­nt, hat es nicht mal aufgemacht, son­dern wollte drüber sprin­gen. War nicht sehr ele­gant. Odin hat während­dessen in aller Ruhe seine Liefer­ung inspiziert. Die zweite Schachtel davon, hat am näch­sten Tag jemand anderes gebracht. Ich muss noch immer lachen, wenn ich daran denke. Mitleid mit dem Typen hab ich nicht. Immer­hin hängt ein Schild am Gar­ten­tor, auf den Schachteln sind immer große Hun­deköpfe und nein, es war kein extra großes Schaf­fell, dass da mit­ten auf der Terasse lag.
    Bei uns haben die Briefträger übri­gens die Anord­nung Leck­er­li mitzunehmen und sich bei den Hun­den auf ihrer Route einzuschleimen 😉 anscheinend gibt es seit­dem wirk­lich weniger Vor­fälle.
    Liebe Grüße,
    Julia und der Boten­schreck

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