Allgemein,  Erziehung

Das Training mit einem Welpen

Mir ist es sehr wichtig, dass meine Hunde gut erzo­gen sind. Für mich ist das eine absolute Selb­stver­ständlichkeit. Das klingt jet­zt strenger als es ist, denn eigentlich ist eine gute Erziehung lediglich der Schlüs­sel für ein Max­i­mum an Frei­heit, die ich meinem Hund dann gewähren kann.

Ignori­ert der Hund mein Rufen, kann ich ihn nicht von der Leine lassen. Ben­immt er sich Artgenossen gegenüber wie ein Rüpel, kann er nicht mit ihnen spie­len. Zieht er an der Leine und bellt vieles an, kann ich ihn nicht über­all hin mit­nehmen.

Queens Erziehung lief eigentlich von selb­st. Sobald sie ver­stand, was ich von ihr wollte, hielt sie sich an die Sig­nale.

Bei Püp­pi hat­te ich bere­its am ersten Tag das Gefühl, bei ihr wird das kein Kinder­spiel 😀

Bere­its in der ersten Woche begann bei uns das “Train­ing”.

Dabei ist mir zunächst beson­ders wichtig, dass sie auf ihren Namen reagiert. Ich möchte sie auf Feldern und Wiesen auch schon ohne Leine mit Queen ren­nen lassen, daher soll sie so schnell wie möglich abruf­bar sein. Zudem üben wir bere­its die Grund­kom­man­dos “sitz”, “platz” und “bleib”.

2016-04-18 16.17.39-1

Doch unter welchen Bedingungen lernen Welpen eigentlich am Besten? Und gibt es vielleicht Unterschiede zu der Arbeit mit einem erwachsenen Hund?

Zunächst ein­mal ist jedem Hun­de­hal­ter klar, dass Welpen sich nicht lange konzen­tri­eren kön­nen. Ich merke das bei Püp­pi immer wieder. Selb­st ein Grashalm kann aus­re­ichen, um sie kom­plett aus dem Konzept zu brin­gen.

Zu Anfang reichen also zwei bis drei Minuten völ­lig aus. Die Train­in­sphasen kön­nen dann nach und nach aus­gedehnt wer­den, wobei man davon aus­ge­ht, dass ein 4 Monate alter Hund in der Lage sein wird sich 10 Minuten konzen­tri­eren zu kön­nen.

Ein Tag kann also zum Beispiel so ausse­hen, dass man mor­gens für wenige Minuten übt. Anschließend eine kurze Pause macht, in der der Welpe spie­len und sich frei bewe­gen darf. Danach kann die kurze Ein­heit wieder­holt wer­den.

Am Nach­mit­tag sollte eine solche Train­ingein­heit wie am Mor­gen wieder­holt wer­den.

Am Fol­ge­tag wird nicht gel­ernt.

Das bedeutet natür­lich nicht, dass der Welpe gar nichts zu tun haben soll. Man kann spazieren gehen oder bere­its Verin­ner­licht­es wieder­holen.

Genau wie bei erwach­se­nen Hun­den, die etwas Neues erler­nen, braucht auch der Welpe zunächst eine ablenkungs­freie Umge­bung. Der Wohnz­im­mertep­pich ist hier sich­er ein guter Start. Alle Spielzeuge aus dem Weg und es kann los­ge­hen. Als zweit­en Schritt eignet sich der eigene Garten oder eine freiliegende Wiese. Nach und nach kann die Ablenkung gesteigert wer­den. Was der Welpe als Ablenkung empfind­et ist oft sehr unter­schiedlich und muss indi­vidu­ell bes­timmt wer­den.

Das Train­ing sollte immer so leicht bzw. schwierig sein, dass der Welpe nicht über­fordert ist. Über­forderung merkt man in erster Lin­ie daran, dass der Hund Fehler macht. In diesem Fall sollte man am besten einen Train­ingss­chritt zurück­ge­hen, damit der Hund auch Erfolg hat.

Es dauert wirk­lich lange, bis ein Welpe eine Übung tat­säch­lich ver­standen und verin­ner­licht hat. Forsch­er gehen davon aus, dass ein Ver­hal­ten mehrere hun­dert Mal wieder­holt und belohnt wer­den muss, bevor man davon sprechen kann, dass ein Hund weiß, was man von ihm möchte.

Irgend­wie ist es lustig, wenn man bedenkt, dass so ein Welpe erst mal gar nichts kann. Aus lauter Gewohn­heit hab ich schon mehrfach “Platz” oder “Bleib” zu ihr gesagt 😀

Püp­pi wird heute 13 Wochen alt. Sie reagiert schon super auf ihren Namen. Das liegt aber auch daran, dass die Züch­terin sie bere­its so ange­sprochen hat, seit sie wusste, wie die kleine Maus heißen soll. Von zehn Mal rufen, kommt sie zwis­chen 8 und 9 mal direkt. Das kön­nte natür­lich auch daran liegen, dass sie richtig aus­giebig belohnt wird, wenn sie abruf­bar ist. “Sitz” klappt super, bei “Platz” muss ich mach­naml noch Hil­festel­lung geben. “Blieb” üben wir fleißig, klappt aber noch nicht zuver­läs­sig 🙂

Püp­pi hat auf jeden Fall richtig viel Spaß bei den Übun­gen. Sie bekommt immer tolle Leck­erlis oder wir spie­len aus­giebig als Beloh­nung 🙂

Welche Erfahrun­gen habt ihr im Train­ing mit einem Welpen gemacht? Auf welche Kom­man­dos habt ihr beson­deren Wert gelegt?

(Vis­it­ed 1 times, 1 vis­its today)

7 Kommentare

  • Indianermädchen und ich

    Ich glaube, bei uns lag der Fokus vorallem beim Nein ( also eine Hand­lung zu unter­brechen), der Beißhe­mu­ng, bzw. dem Aus und natür­lich auch das Abrufen. Das Nein und Aus ist ja auch für unsere Arbeit super wichtig, daher habe ich damit direkt am ersten Tag ange­fan­gen.
    Ich kann mir übri­gens richtig gut vorstellen, was für ein Wirbel­wind Püp­pi ist und wie sich bald über­schla­gen wird, wenn sie was neues ler­nen darf
    Lieb­ste Grüße

    • Sabrina

      Oh ja. Das habe ich völ­lig vergessen 😀 Bei uns ist das Wort “Tabu”. Immer wenn ich “nein” gesagt hab, schaute Queen mich mit großen Augen an und schien sich zu fra­gen, was sie denn falsch machen würde . Daher braucht­en wir ein neues Wort für Püp­pi 😀

  • Streuselnasen

    Gut geschrieben! Beson­der­st der Anfang, mit den Frei­heit­en durch gute Erziehung sehen wir genau­so, weshalb unsere Erziehung auch.….….… “strenger”, zu Anfang war. Natür­lich war für uns auch der Rück­ruf das A und O. Sitz kon­nte Jamie nach 2 Tagen, da er sich bei allem neuen -und das war die kom­plette Welt- hin­set­zte. Platz ging dafür etwas länger, aber wie gesagt, Rück­ruf war mir aus allen möglichen Sit­u­a­tio­nen am wichtig­sten. Nach dem Rück­ruf war uns am wichtig­sten, dass er so vieles Ken­nen lernt wie möglich. Jamie hat­te vor ALLEM Angst und kan­nte anscheinend gar nichts. So waren wir mit der Welpen­schule im Haupt­bahn­hof, Fahrstuhl fahren, Züge anschauen, Straßen­bahn fahren. Uns war wichtig, das wir ihn über­all mit­nehmen kön­nen.

    • Sabrina

      Vie­len Dank!
      Der Rück­ruf ist für mich auch das Wichtig­ste. Das klappt bei uns schon ganz gut…
      Püp­pi hat vor nichts und nie­man­dem Angst. Egal was passiert, sie find­et alles inter­es­sant. Ich habe auch schon ange­fan­gen, sie an den All­t­ag zu gewöh­nen. Wir waren zum Beispiel auf einem Son­ntag in der Stadt, wo da natür­lich kaum was los ist. Einen kleinen Bhan­hof haben wir uns schon ange­se­hen und aus ein­er gewi­wssen Ent­fer­nung einen Zug beobachtet. Auf ein­er Auto­bahn­brücke waren wir auch schon… All solche Kleinigkeit­en finde ich super wichtig. Sie soll stress­frei durchs Leben gehen kön­nen. Aber wir wer­den bei Rüt­ters­DOGS echt super betreut und die erin­nern einen immer an wichtige Kleinigkeit­en, die man son­st vielle­icht überse­hen hätte.
      Gott sei Dank oriebtiert sie sich stark an Queen. Wenn jog­ger oder Fahrad­fahrer kom­men set­zt sie sich genau wie Queen an den WEges­rand und läuft anschließend ein­fach weit­er ohne dass sie Inter­essse hätte ihnen hin­ter­herzu­laufen.

  • Rebecca & Molly

    Ich kann mich an der kleinen Püp­pi ein­fach nicht satt sehen 😀 sie sieht ein­fach so zuck­er­süß und richtig frech zugle­ich aus 😉 ich wün­sche euch ganz viel Spaß mit dem Train­ing, ich bin mir sich­er ihr bekommt das super zusam­men hin ♥

    Liebe Grüße
    Rebec­ca und Mol­ly

  • Deco & Pippa

    Hey,

    bei uns ist es genau­so — ein Hund muss hören !
    Klingt schlim­mer als es ist… aber ger­ade ein Jagdhund muss immer abruf­bar sein.

    Egal ob Welpe oder aus­gewach­sender Hund (bis hin zum Senior) benötigt ca. 1.000 — 3.000 wieder­hol­un­gen um ein Sig­nal immer und über­all auszuführen.
    Lg, Car­o­la mit Deco und Pip­pa

  • Gabriela

    Ich sehe das genau so, je kon­se­quenter die Erziehung, desto mehr Frei­heit­en hat der Hund später.
    für mich ist der Abruf das wichtig­ste Sig­nal.
    Mexx&Yuma dür­fen meis­tens frei laufen, da sie sehr gut abruf­bar sind.
    Wir waren auch an Bahn­höfen, Flughafen, Einkauf­szen­trum, Tier­park usw.…

    Mir ist es auch wichtig, dass ich meine Hunde über­all mit hin­nehmen kann
    ( ob ich es dann tue ist eine andere Sache ).
    Bleib und Stopp sind auch ele­mentare Sig­nale für mich.

    Toll wie fleißig ihr das Train­ing absolviert, weit­er­hin viel Spaß dabei.

    Son­nige Grüße Gabriele mit Mexx&Yuma

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.