Der erzogene Hund — ein Freifahrtschein? ?>

Der erzogene Hund — ein Freifahrtschein?

Vor eini­gen Tagen las ich einen Blog­beitrag der lieben Anna von Can­is­tec­ture. Der Beitrag ist zwar bere­its im Som­mer ver­gan­genen Jahres ent­standen, aber nach wie vor hoch aktuell.

Annas Hund Lemmy geht es ähn­lich wie Queen: Beide mögen es nicht, wenn fremde Hunde auf sie zuger­annt kommen.

Lei­der erlebe ich diese Sit­u­a­tion immer wieder. Ich sehe einen frem­den Hund, der auf uns zukom­men. Da man nie weiß, ob sich die Hunde “riechen kön­nen” und Queen sich schnell bedrängt fühlt, leine ich sie an. Einige Hun­de­hal­ter reagieren darauf und leinen ihren Hun­deben­falls an. Manch­mal kommt man den­noch ins Gespräch und manch­mal lässt man nach kurzer Absprache den Sozialkon­takt zu. Aber eben nicht immer…

Seit Püppi dabei ist, kom­men diese Sit­u­a­tio­nen noch häu­figer vor. Ich weiß nicht, ob viele denken, “wenn der kleine Hund unversehrt ist, wird der Schäfer­hund wohl nichts machen”. Jeden­falls lassen seit dem noch mehr Leute ihre Hunde ein­fach ren­nen. Obwohl ich beide anleine. Auch Püppi soll ler­nen, dass nicht immer Kon­takt zu anderen Hunde entsteht. Ich will nicht, dass sie die Erwartung­shal­tung bekommt “Oh ein anderer Hund. Los, spie­len.” Klar, kann sie spie­len und soll auch viele Sozialkon­takte haben, aber eben nicht immer.

Anna erk­lärt aus­fürhlich und abso­lut nachvol­lziehbar, warum Lemmy sich unwohl fühlt, wenn ein fremder Hund auf ihn zugestürmt kommt. Ich kann die Sit­u­a­tion abso­lut nachemfinden und ich finde es mehr als schade, dass Men­schen wie Anna und ich über­haupt um Rück­sicht bit­ten müssen.

Ist es nicht abso­lut selb­stver­ständlich, seinen Hund anzuleinen, wenn ein angelein­ter Hund ent­ge­gen kommt? Gehört es nicht zur all­ge­meinen Rück­sicht­nahme die Inter­essen anderer Hun­de­hal­ter zu respek­tieren? Ist es nicht ein Zeichen von Anstand, seinen Hund nicht ein­fach auf andere zuren­nen zu lassen?

Unab­hängig davon gibt es unzäh­lige Gründe dafür, dass Hunde angeleint sind. Sie kön­nen ängstlich sein oder aggres­siv, kön­nen krank sein oder Flöhe haben, vielle­icht hat der Hun­de­hal­ter ger­ade ein­fach kein Inter­esse an Sozialkon­tak­ten oder hat es eilig.

Es ist doch nicht zu viel ver­langt, dass man den eige­nen Hund in einer solchen Sit­u­a­tion anleint.

Doch für einige Hun­de­hal­ter ist es eben doch zu viel.

Und es sind immer die gle­ichen Rechtfertigungen:

Ich habe meinen Hund nicht erzo­gen, damit ich ihn ständig anleinen muss.”

Ich habe nicht 6 Kurse in der Hun­de­schule gemacht und bin nun 2 mal die Woche auf dem Hun­de­platz, um mit Leine raus­ge­hen zu müssen.”

Unab­hängig davon, ob diese Hunde tat­säch­lich immer abruf­bar sind oder ein­fach an anderen Hunde vor­beilaufen, ist diese Ein­stel­lung abso­lut rücksichtslos.

Körbchen5

Ich kenne beide Seiten: Ich habe einen Hund, der es richtig ätzend findet, wenn fremde auf sie zuren­nen. Gle­ichzeitig kön­nte ich aber ohne Prob­leme unan­geleint mit dem Kom­mando “Fuß” an anderen Hun­den vorbeilaufen.

Aber wenn ich doch sehe, dass jemand seinen Hund an der Leine führt, dann leine ich Queen eben­falls an. Völ­lig egal, ob ich nun ohne Leine vor­beilaufen kann oder nicht. Ich möchte weder dem ent­ge­genk­om­menden Hund noch dem ent­ge­genk­om­menden Hun­de­hal­ter Stress bere­iten. Durch das Anleinen sig­nal­isiere ich dem Zweibeiner, dass ich Rück­sicht nehme und so stress­frei wie möglich vor­beilaufen möchte.

Obwohl Queen abruf­bar ist, würde ich sie in solchen Sit­u­a­tio­nen immer anleinen. Dabei breche ich mir weder einen Zacken aus der Krone noch schränke ich mich oder meinen Hund ein. Klar wird es schwierig, wenn man zu den Hun­de­hal­tern gehört, die während der gesamten Runde mit ihrem Smart­phone beschäftigt ist. Klar ist es kom­pliziert, wenn man zu den Men­schen gehört, die ihre Hunde über jedes Fell oder jedes Wald stür­men lassen, damit er müde wird ohne dass man sich selbst mit ihm beschäfti­gen muss. Klar wird das pein­lich, wenn man stets behauptet, wie gut der eige­nen Hund hört, man aber genau weiß, dass der Vier­beiner jedes Rufen ignori­eren würde.

Ein wenig mehr Rück­sicht würde uns allen gut tun und ganz ehrlich: es ist auch nicht zu viel verlangt.

Wir möchten uns auch nicht bedrängt fühlen. Wir möchten eben­falls keine Angst haben. Also warum nehmen es einige dann bil­li­gend in Kauf, dass der ent­ge­genk­om­mende Hund solchen Gefühlen aus­ge­setzt ist? Damit der eige­nen Hund zwanzig Meter weiter unan­geleint laufen kann? Damit wir das Handy nicht aus der Hand nehmen müssen? Damit wir zeigen kön­nen, wie toll wir doch die Kurse in der Hun­de­schule umge­setzt haben und was für einen tollen erzo­ge­nen Hund wir doch haben?

Durch ein wenig mehr Rück­sicht kön­nten wir anderen Hun­debe­sitzern viel Stress ers­paren und ihr Train­ing erle­ichtert. Vielle­icht üben die bei­den auch ger­ade, dass der Hund nicht immer zu anderen hinzieht. Sollte aber nun ein unan­gelein­ter Hund auf sie zugestürmt kön­nen, zer­stört das unter Umstän­den mehrere Train­ings­fortschritte. Zudem setzt es den Zweibeiner unter Druck und Stress, was sich widerum auf den Hund auswirkt.

Also bitte. Nehmt Rück­sicht und leint eure Hunde an.

Seit wann ist der erzogene Hund ein Freifahrtschein?

Bravo. Der Hund ist erzogen. Gut gemacht. Aber das gibt niemandem das Recht sich respektlos gegenüber anderen zu verhalten.

Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+

13 thoughts on “Der erzogene Hund — ein Freifahrtschein?

  1. Geht mir genauso, ich habe eine Hündin mit kaput­tem Bein und da ist es sowas von unpassend wenn andere Hunde ankom­men auch wenn wir in Hun­de­grup­pen bzw. ich mit meinen bei­den unter­wegs sind.
    Meine kleine hat von Anfang an gel­ernt nicht immer zu anderen zu dür­fen und hat es auch nie pro­biert hab sie vorher immer absitzen lassen o.ä. 

    Wenn wir auf andere Hunde tre­f­fen nehme ich sie neben mich (egal ob angeleint oder frei) und wir laufen dran vor­bei. Ist der andere frei darf sie auch ab und an mal hin aber nicht immer.

  2. Hallo,

    ich folge deinem Blog schon länger und finde deine Artikel immer sehr inter­es­sant und aufschlussreich. 

    Mit diesem Artikel sprichst du mir defin­i­tiv aus dem Herzen. Ich habe einen kleinen Hund, der sofort gestresst ist, wenn er auf andere trifft. Entweder pöbelt er selbst los oder er sucht Schutz, wenn der andere ihm zu nahe kommt. Wir trainieren und üben was das Zeug hält. Inzwis­chen klap­pen auch 80 % der Hun­de­begeg­nun­gen ohne Pöbelei und Stress. Darauf kann ich echt stolz sein. Aber mich nervt es auch unheim­lich, wenn andere Hunde ein­fach so auf uns zulaufen ohne Leine. Ich frage mich auch dauernd, ob diese Hun­de­hal­ter sich je Gedanken darüber machen, warum mein Hund angeleint ist. Vielle­icht beißt er? Nur weil es ihr Hund nicht tut, ist doch der andere nicht automa­tisch genauso. Let­ztens kam mir sogar eine ältere Dame mit ihrem unan­gelein­ten Hund ent­ge­gen. Ich entsch­ied mich lei­der falsch und wollte mit meinem Hund an ihr vor­bei und ihn ablenken, statt auszuwe­ichen. Das hätte auch gut geklappt, wenn der unan­geleinte Hund nicht direkt nach den Worten seiner Besitzerin “Der tut nichts” auf meinen los­ge­gan­gen wäre und ihn gebis­sen hätte. Zum Glück ist nichts passiert, der Schreck war größer als alles andere. Aber diese Erfahrung hätte ich lieber nicht gemacht. Das hat uns näm­lich richtig zurück­ge­wor­fen, was direk­ten Kon­takt bet­rifft. Seit­dem mag er den näm­lich über­haupt nicht, will selbst mit kleinen Hun­den in seiner Größe nicht mehr spie­len und ver­steckt sich nur noch. Immer­hin blieb die Dame noch ste­hen und wartete ab, ob mein Hund ver­letzt ist. Was ich ihr alles sagen wollte, blieb lei­der in meinem Hals stecken vor lauter Schreck und Wut. Ich hoffe, dass ganz viele Hun­de­hal­ter diesen Artikel lesen und mal darüber nach­denken. Deshalb erlaube ich mir, diesen mal zu teilen 🙂

    LG
    Kata

    1. Erst ein­mal vie­len Dank für deine lieben Worte!
      Das war ihr erleben musstet, wün­scht man nie­man­den. Wirk­lich schlimm wie wenig Rück­sicht manche Men­schen nehmen. Ich kann das ein­fach nicht verstehen…

  3. Sehr gut geschrieben… unsere ist Leine­nag­gres­siv und den­noch wer­den wir teil­weise regel­recht ver­folgt von anderen Hun­de­hal­tern mit Hun­den ohne Leine. 

    Das unsere an der Leine schon knurrt ist da völ­lig egal… “Die ist doch weiß und so süß, die muss lieb sein”, das höre ich fast täglich. 

    Tja, und ich laufe weiter durch nasse Wiesen, einen riesen Bogen um Hunde ohne Leine und ver­stecke mich teil­weise um näch­sten Gebüsch… Nur um den anderen Hun­den zu entkommen.

    Echt trau­rig!

  4. Huhu, ich glaube nicht, dass ger­ade die Leute, die wirk­lich gut erzo­gene Hunde haben — und hier drunter ver­stehe ich nicht die deren Hund beim drit­ten mal rufen kommt — ihre Hunde nicht zurück rufen wenn sie einen angelei­h­n­ten Hund sehen. Vielle­icht ver­stehe ich aber auch sel­ten die Prob­leme die sich zwis­chen Hun­de­hal­tern ständig ergeben.
    Ich z.B. rufe sie immer ran, wenn ich einen anderen Hund sehe…egal ob angelei­hnt oder abgelei­hnt ist…

    Ich ver­stehe, aber auch nicht warum Leute die schwierige Hunde haben nicht endlich mal damit anfan­gen diese gel­ben Schleifen an ihren Leinen zu tra­gen. Klar, höre ich immer das hilft nichts..aber Leute, wenn ihr nicht damit anfangt das pub­lik zu machen…dann wird das auch nie was brin­gen! Ich denke, damit kön­nte einige Sit­u­a­tio­nen viel viel besser geregelt wer­den. Es haben nicht nur die Leute die Auf­gabe ihre Hunde an zu leinen oder bei sich zu hal­ten in solchen Momenten — den ein wirk­lich guter Hund muss nicht an die Leine, son­dern der hat ein­fach bei Fuß zu gehen — , son­dern die mit den “Prob­lemhun­den” habe vielle­icht auch eine Auf­gabe das zu kennze­ichen. Nur mit gegen­seit­i­gen Ver­ständ­nis kann man was an der Sit­u­a­tion ändern…aber immer mit dem Fin­ger aufeinan­der zu zeigen bringt halt gar nichts. Da muss sich halt jeder Fra­gen, was kann ich tun um die Sit­u­a­tion zu erleichtern…

    LG Denise

    PS: Bei Pfer­den gibt es z.B. rote Schleifen im Schweif und die haben sich glaub ich auch ziem­lich gut durchgesetzt 🙂

  5. Toller Artikel. Ich Leine meinen Hund (9 Monate) auch bei jeder Hun­de­begeg­nung an. Und nehme ihn ran. Denn, wir üben noch. Er will zu jedem Hund, ist immer ganz aus dem Häuschen sobald einer in sein Sicht­feld kommt. Und ist auch nicht mehr ansprech­bar. Wie min­i­mal die Train­ings­fortschritte sind, solange es Hun­debe­sitzer gibt die kein­er­lei Rück­sicht an den Tag legen, brauche ich wohl nicht erläutern. Das mit dem “der ist lieb” und zack hängt er meinem im Fell/an der Kehle kenne ich auch. Solch eine Sit­u­a­tion hatte ich schon mehrfach. Zum Glück bis jetzt ohne Ver­let­zung bei meinem Hund. Mir wurde dafür heute die Hose kaputt gebis­sen, nach­dem ich meinen Hund aus der Sit­u­a­tion her­aus auf den Arm genom­men habe. Natür­lich habe ich da noch Glück gehabt, aber so was kann auch daneben gehen. Ich finde auch Rück­sicht gehört dazu. Und das kann ein­fach nicht zu viel ver­langt sein. Mein Hund ist nicht super erzo­gen. Aber ich arbeite daran. Trotz allem schaue ich das wir nie­man­den belästi­gen oder stören und Rück­sicht auf andere Leute nehmen.

  6. Ich bin über Face­book auf deine Seite gestoßen und obwohl ich eigentlich nichts mit Hun­den am Hut habe, habe ich mich dann doch ein biss­chen durchgelesen 😉
    Ich habe Angst vor Hun­den, wenn mir welche begeg­nen, mache ich einen Bogen um sie und manche Hun­debe­sitzer reg­istri­eren das dann auch und leinen ihren Hund an, oder ziehen ihn zu sich auf die Seite. Doch es ist mir schon so oft passiert, dass die Hun­debe­sitzer dann mit den Worten “Das ist ein ganz lieber”, “Der tut nichts” oder “Der will nur spie­len” den Hund direkt zu mir lassen. Ich denke, die Sit­u­a­tion ist gar nicht so unähn­lich und die Absichten wahrschein­lich auch gar nicht bösar­tig. Aber was ändert es denn an der Sit­u­a­tion, ob er nett und ver­spielt ist, wenn ich ein­fach nur Angst habe und in solchen Momenten, dann auch schnell die Kon­trolle ver­lieren kann.
    Es ist toll zu lesen, dass es Hun­debe­sitzer gibt, die auch Rück­sicht nehmen, denen begeg­net man lei­der nicht so oft. Liebe Grüße

  7. Hi Sab­rina, danke für die Ver­linkung zum Ursprungsar­tikel. Bin dadurch auf einen Blog gestoßen, der mir mit dem Grundthema “Respekt” total zusagt und wo ich mich bald mal rein­le­sen werde. Seit wir mit einem Hund durchs Leben gehen ist, fällt mir die Unacht­samkeit anderer auch immer auf. Und da starte ich viel un“belasteter” mit dem Blick auf das Miteinan­der, weil ich eben keinen Hund führe, der “belastet” ist (sorry, mir fiel nun kein anderer Begriff ein. Anders vielle­icht: unser Hund ist abso­lut sozio-positiv und entspannt, das meine ich damit). Aber auch da fällt schon auf, wie “schlecht” viele Mit­men­schen miteinan­der umge­hen. Wie schlimm es sein muss, wenn man dadurch dann auch noch “Kon­flikte” mit sich und seinem eige­nen Hund bekommt, kann ich mir nur vorstellen. Unser Hund läuft frei — aber ohne Freifahrtschein. Und tröste Dich, auch wir erfahren die unmöglich­sten Sit­u­a­tio­nen. Wenn mir ein anderer Hund an der Leine ent­ge­genkommt, hole ich meinen Hund ran (das heißt: er kommt an die “ent­ge­genge­set­zte” Bein­seite, eng an mein Knie, in etwa auf “Kurzgeher”-Niveau). Für mich ist das gle­ichbe­deu­tend mit “anleinen”. Wenn ich mit diesem “bei mir” an anderen Hun­den vor­beikomme, ist es doch egal, ob angeleint oder nicht. Das ist der einzige Punkt, bei dem ich nicht mit Dir einer Mei­n­ung bin. Ein angelein­ter Hund, der ent­ge­genkommt, bedeutet: keinen Kon­takt. Wie ich das als “anderer” Halte her­stelle, ist doch dann aber meine Entschei­dung, wie ich finde. Wichtig ist, dass das andere Ges­pann durch uns nicht in Bedräng­nis kommt, oder ähn­liches. Ich erfahre hinge­gen sehr häu­fig, dass die anderen Hun­de­hal­ter mit ihren Dog­gies an der Leine ihrem angelein­ten Hund ordentlich “Freilauf” zugeste­hen, so dass sie vom Fein­sten an meinen Hund rankom­men kön­nen, der sich auf das “bei mir” konzen­tri­ert (und den ich aus Rück­sicht­nahme range­holt habe). Da habe ich dann oft “?”. Oder aber, die Leute denken, meine Rück­sicht­nahme bedeutet, dass mein Hund nicht ganz “koscher” ist. Was ich auch mit “?” quit­tiere. Denn es heißt ja nicht, dass der unan­geleinte Hund, mag er noch so gut sozial­isiert sein und erzo­gen sein, sich jede “leine­na­gres­sive” Pöbelei “gefallen” lässt.… Ach, immer wieder ein weites Feld…

    1. Ich kön­nte Queen auch zu mir nehmen, ohne dass sie zu dem anderen Hund läuft. Allerd­ings kenne ich auch die andere Seite. Unzäh­lige Mal wurde schon behauptet, der HUnd bliebe neben seinem Zweibeiner laufen. Und unzäh­lige Male schoss er detnnoch auf uns zu. Daher muss ich zugeben, dass auch ich eine gewisse Anspan­nung spüre, wenn der Hund unan­geleint bleibt. Ger­ade, wenn man mit zwei Hun­den utner­wegs ist und einer davon noch so klein ist. Ich werde nervös, Queen wird es auch. Ich finde es ein­fach anständi­ger, anzuleinen. Allein aus dem Grunde, weil man dann seinen Gegenüber nicht unnötig in Stress versetzt

      1. Schade, dass du diese Erfahrun­gen gemacht hast! Finde es immer schwierig, in Kat­e­gorien von anständig und nicht anständig zu denken, aber gut, ich bleibe dabei: für mich ist es anständig, wenn ich mich rück­sichtsvoll ver­halte und sich­er­stelle, dass andere durch mich und meinen Hund nicht belästigt wer­den. Ich finde immer auch, dass Hun­debe­sitzer in bes­timmten Sit­u­a­tio­nen viel zu viel reden und in anderen viel zu wenig. Wenn mir ein anges­pan­ntes Ges­pann ent­ge­genkommt, merke ich das doch und gehe zügig mit meinem Hund weiter, frage mich immer, was manche da zu disku­tieren haben 🙂 aber gut… Was mir gestern übri­gens noch als Kon­tra zu deiner Über­schrift ein­fiel: meine Erfahrun­gen hier in Ham­burg kön­nte ich über­titeln mit: “der angeleinte Hund — freifahrtschein für unge­zo­genes benehmen”… Hunde werde im Naturschutzge­biet an flex­ileine bis an den Enten­schn­abel range­lassen und kurz vor knapp wird auf Stopp gedrückt (mein Hund gewährt Enten eher Vor­fahrt), let­zte Woche ist eine alte Dame mit ihrem rol­la­tor über eine Leine gestolpert, weil das sich unter­hal­tende Frauchen nicht gemerkt hat, dass ihr Hund sonst was macht (wenn ich mich unter­halte, sitzt mein Hund neben mir) und last but not least bin ich vor vier Wochen von einem angelein­ten Hund gebis­sen wor­den.… Ich keinem der Fälle hatte ich das Gefühl, dass das andere Ende der Leine einen schnall hatte, was ger­ade passierte … So macht jeder seine Erfahrun­gen, oft ja auch diejeni­gen, die man machen will…

  8. Ich habe ja schon zu anderen Artikeln zu diesem Thema von Dir geschrieben, dass ich davon ein Lied sin­gen kann. Unmöglich, was mir manch­mal mit anderen Hun­de­hal­tern passiert und mich im Train­ing mit meinem angstag­gre­siven Hund ständig wieder zurückwirft..
    Aber ger­ade gestern ist mir doch was passiert, was meinen Glauben in den Respekt vor­einan­der wieder etwas gestärkt hat:
    Wir sind im Moment im Urlaub an der Nord­see und tre­f­fen natür­lich auch am Strand auf viele andere Hunde. Mit Click für Blick-Übungen haben wir es aber mit­tler­weile gut im Griff. Gestern waren wir (mein Mann, unser Hund Elmo und ich) direkt am Wasser spazieren, der Strand war ziem­lich leer. In ca. 100 m Ent­fer­nung kam ein Mann aus den Dünen Rich­tung Wasser­saum, bei ihm ein ziem­lich großer Hund, eine Art Kangal-Mix, schätze ich. Unser Rüde ist ger­ade mal kniehoch und hat mit großen Hun­den ein beson­deres Prob­lem. Lei­der ver­fährt er duch seine Angst lieber nach der “Angriff ist die beste Verteidigung”-Methode und das macht mir natür­lich bei großen Hun­den beson­ders Angst…
    Der Kan­gal begann schon aus großer Ent­fer­nung mas­siv zu dro­hen, ich kon­nte Elmo aber sehr gut ansprechen und mit dem Clicker pos­i­tiv für das Ruhig­bleiben belohnen, während ich anset­zte, einen Bogen vom Wasser weg über den Strand zu laufen. Mein Mann blieb während­dessen am Wasser. Zu meinem großen Erstaunen begann der Mann mit dem Kan­gal auch einen Bogen, was mir wirk­lich so gut wie noch nie passiert ist. Inner­halb von Sekun­den änderte sich die Dro­hhal­tung seines Hun­des, er sprach ihn an und wir kon­nten, uns fre­undlich zunick­end, in ca 20 Metern Ent­fer­nung völ­lig prob­lem­los aneinan­der vor­bei. Danach kon­nte ich mit Elmo im Bogen zurück zum Wasser gehen und beobachten, wie der Mann mit dem Kan­gal meinen Mann ansprach und bei ihm ste­hen blieb, der Hund total fre­undlich auf meinen Mann reagierte,er ihn kraulte und sich länger unter­hielt. Danach tren­nten sie sich fre­undlich, mein Mann kam auf uns zu und sagte ganz begeis­tert: “DER war ja mal nett! Hat mich ange­sprochen, ob ich zu der Dame mit dem Hund gehören würde, es täte ihm leid, dass er nicht näher an uns vor­bei gegan­gen wäre, aber sein Hund würde keine anderen Hunde mögen, dafür umso mehr die Men­schen und deswe­gen wäre er so einen großen Bogen gelaufen. Und er wün­scht uns noch einen schö­nen Tag. Wo gibt’s denn sowas noch?”

    Am lieb­sten wäre ich dem frem­den Mann hin­ter­herge­laufen, hätte ihm gedankt und ihm gesagt, dass ich so ein tolles Ver­hal­ten wie seines wirk­lich so noch nicht erlebt habe, auch, dass er danach meinen Mann noch ange­sprochen hat.

    Es gibt sie also doch noch, die tollen anderen Hun­de­hal­ter: an der Nordsee! 😀

    1. Das ist ja mal wirk­lich eine erfreuliche Begeg­nung. Schön, dass es noch so viel Rück­sicht­nahme gibt 🙂

  9. Ich leine meinen Chico immer sofort an, wenn ich schon von weitem sehe, dass ein fremder Hund kommt. Dann laufen wir ganz nor­mal an ihm vorbei.
    Es kommt aber wirk­lich nicht sel­ten vor, dass der andere Hund nicht angeleint ist. Und wenn doch, muss Herrchen/Frauchen den Hund wirk­lich zurück halten.
    Ich ver­stehe nicht, warum die Leute gar keine Zeit in die Erziehung stecken. Oder eben nur sehr wenig.
    Ich finde das ist das A und O, wenn man sich einen Hund zulegt.
    Wenn es sein muss, sage ich den anderen Hun­debe­sitzern dann aber auch meine Meinung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.