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der typische Hundesmalltalk — Fluch oder Segen?

Bevor Püppi bei uns ein­zog, blieb ich in der Regel von dem typ­is­chen Smalltalk mit anderen Hun­debe­sitzern ver­schohnt. Ich habe ehrlich gesagt kein allzu großes Inter­esse mit jedem an mir vor­beilaufenden Hun­de­men­sch ins Gespräch zu kom­men. Ob Queen mich bee­in­flusst hat, oder ich sie? Ich weiß es nicht. Wir sind uns jeden­falls einig: auf unserer Runde wollen wir unsere Ruhe.

Nun ist Püppi da. Wir kon­nten sie von unserer Grun­de­in­stel­lung noch nicht so ganz überzeu­gen. Sie findet andere Hunde mega spannend.

Daher sieht eine Hun­de­begeg­nung bei uns in der Regel so aus.

Ich leine beide Hunde an und da Püppi sonst zu dem Hund ziehen würde, machen wir entweder einen großen Bogen oder set­zen uns am Rand hin, erk­lären dem anderen Hun­debe­sitzer, dass wir noch üben und fra­gen, ob er an uns vor­beige­hen könnte.

Bis zu diesem Punkt sind Queen und ich noch voller Hoff­nung. Doch Püppi zer­stört es jedes mal aufs Neue. In dem Moment, in dem der andere Hund vor­beigeht, springt sie auf, schmeißt ihren Po in die Luft und ver­sucht den anderen Vier­beiner zum Spie­len aufzufordern.

An diesem Punkt ist sowohl in meinem als auch in Queens Gesicht abzule­sen: wir haben verloren.

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Und schon kommt es.

Ach ist die niedlich. Ist die noch jung?”

Es geht los.

Der typische Hundesmalltalk.

Ja. Sie ist sieben Monate alt.”

Ach so jung noch. Na dann darfst du aber noch so viel spielen.”

Und bere­its nach diesen Momenten ist der andere Hund schon sichtlich gen­ervt von dem kleinen Flummy. Aus­nah­men findet man nur direkt in ihrem Alter oder bei Hun­den, die Zuhause für sie eigentlich unzugängliche Medika­mente gefun­den haben.

Und die Große? Darf die nicht spielen?”

Doch die darf spie­len. Die will nur nicht. Und wenn ich sie nun ableinen würde, würde sie dazwichengehen.”

Man erkennt an dieser Stelle in den Augen der Hun­de­men­schen, dass die meis­ten gern einen “Typ­is­chen Schäfer­hund — Spruch” raushauen würde, an meinem Blick jedoch erken­nen, dass das eher unpassend wäre.

Nor­maler­weise reicht es mir an dieser Stelle schon. Daher

Püppi, komm wir gehen weiter.”

Püüüüüpppp­pi­i­iii? Ist das niedlich. Ja das ist ja mal ein Name der passt.”

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Und es geht los.

Mein Hund heißt ja … Er lebt jetzt schon … Jahre bei uns. Ich erin­nere mich noch genau an den Tag, an dem wir ihn abge­holt haben…”

Ich würde zu gern sehen, wie das wohl von außen aussieht. Queen total gen­ervt und ich sichtlich damit beschäftigt, nicht genauso gen­ervt auszuse­hen während wir uns gedanklich bei Püppi für dieses nette Gespräch bedanken.

Wenn man es jetzt nicht schafft, diesem aufge­dränglichen Smalltalk ein Ende zu set­zen, wer­den noch kurz die typ­is­chen The­men angesprochen:

Was frisst er denn?

Je nach Jahreszeit das Zeckenthema

Gehen Sie denn in die Hundeschule?

Tier­schutz

Tierärzte (sind ja alles sowieso nur Halsab­schnei­der, die sich von unserem Geld gold­ene Klinken an ihrem Haus anbrin­gen lassen)

Je nach Rasse das Prob­lem mit dem Fellwechsel

Und falls jemand dazu eine Mei­n­ung hat auch gerne: Schäfer­hunde brauchen ja richtig viele Aufgaben

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Ich brauche all das nicht.

Wenn ich mit meinen Hun­den unter­wegs bin, dann beschäftige ich mich mit ihnen. Hun­de­begeg­nun­gen sind schön und gut, aber ich verabrede mich lieber gezielt mit anderen Hun­den für eine gemein­same Runde. Das habe ich bei Queen schon so gehand­habt und ich habe damit gute Erfahrun­gen gemacht. Sie weiß, dass sie nicht zu anderen Hun­den laufen soll.

Manch­mal ent­standen schon ganz nette Gespräche, aber unterm Strich brauche ich das nicht.

Wie sieht das bei euch aus? Macht ihr einen großen Bogen oder seid ihr für einen kurzen Schnack zu haben?

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11 thoughts on “der typische Hundesmalltalk — Fluch oder Segen?

  1. Ein biss­chen lachen musste ich jetzt schon beim Lesen, denn als Besitzerin von zwei Dack­eln wer­den wir beim Gassi auch oft “Opfer” von Hun­des­malltalk. Da wir auf dem Weg zu unseren lieb­sten Gas­sirouten durch eine Spießer­sied­lung in einer Kle­in­stadt laufen, passiert uns das recht oft. An sich stört es mich nicht so sehr, nur wer­den wir eines immer wieder gefragt: “Sin’ das Mut­ter un Kind?” Meine Lucy ist als Kan­inchen­dackel halb so groß wie Bud und wird für einen Welpen gehal­ten und der arme Rüde für eine stolze Mami.

  2. Hallo ihr drei,

    ich kön­nte mich über Püppi wegschmeißen. Sie ist ein­fach ein Unikum. Aber ich kann es mir gut vorstellen, wie ihr inner­lich stöhnt und die Augen ver­dreht, während euch euer Gegenüber volltextet. 

    Mir geht es so wie dir und Queen. Shiva wün­scht keinen frem­den Kon­takt. Wenn sie mal einen Hund toll findet, dann lass ich sie auch dur­chaus mal spie­len, aber generell verabrede ich mich mit Fre­un­den zum gemein­samen Gassi und spie­len lassen. 

    Mit Rocky war das ähn­lich. Er war entspannt ohne Ende und hätte mit jedem spie­len kön­nen, aber nicht müssen. Ihm war es egal, wenn ihn jemand aufge­fordert hat, war er dabei. Oft hat er den Anfang gemacht, aber anson­sten war es ihm einerlei. 

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shiva

  3. Huhu! Also ich muss mich outen. Bei Püppi müsste ich euch auch zuquatschen, allerd­ings nicht unbe­d­ingt über typ­is­che Hun­de­the­men. ^_^ Zum Thema Schäfer­hund: Wir hat­ten auch einen mit lan­gen Haaren. Und ja, da gibt es so viele Vorurteile. *seufz* Im Moment haben meine Eltern einen Elo und da geht es uns wie euch mit eurem kleinen Flummy. Teddy-Gesicht, jede menge Flausch und Plüsch — da wollen viele Leute Infos und “darf ich mal stre­icheln?”. Doch Elos mögen das nicht immer so gern. Die Leute sind dann ganz ent­täuscht, wenn Inka wegzuckt oder ihnen die kalte Schul­ter zeigt. 🙂 Da meine Ma aber auch gern mal mit anderen Hun­denbe­sitzern quatscht, ist es nicht sooo schlimm. Und ich bin ja sel­ten dabei 😉 Aber eure zwei — ZUCKERSCHOCK!!! Da würde ich auch ste­hen bleiben und zumin­d­est kurz fra­gen, was das für ein kleiner Wuschel ist. Hab mein Herz ver­loren an den kleinen Ewok! (ja, das bleibt er für mich jetzt, tut mir leid 😉 )

  4. Haha­haha… das kenne ich zu gut!
    Als Alfi noch jung war, da ist er IMMER zu jedem Hund hin und wollte spie­len. Aber mit dem Alter wurde er jetzt ruhiger. Es gibt Hunde da läuft er ein­fach vor­bei. Aber es gibt auch den ein oder anderen Hund, da muss er unbe­d­ingt hin!
    Schlimm sind dann eher Begeg­nun­gen mit Men­schen die Hunde mögen (aber keinen dabei haben). Alfi liebt solche Men­schen und sie wer­den ALLE begrüßt! Und mit denen gibt es dann auch solch ähn­lichen Gespräche.
    Ob ich die Gespräche mag oder nicht ist bei mir Tages­form abhängig. Manch­mal quatsche ich gern ne Runde, aber es gibt auch Momente (oder Men­schen) da würd ich gern ein­fach weiter gehen. 😛
    Vielle­icht wird’s bei eurer Püpi ja auch noch besser. 😉

    1. Irgend­wann wird vielle­icht auch Püppi ruhiger. Momen­tan ben­immt sie sich oft noch wie mit 8 Wochen. Haupt­sache spielen 🙂
      Begeg­nun­gen mit Men­schen finden beide nciht so toll. Queen lässt sich ungern stre­icheln, wenn sie die Men­schen nicht kennt und Püppi findet Men­schen, die sich über sie beu­gen und mit ihr in Babysprache reden ein­fach nur gruselig…

  5. Hin und wieder finde ich Hun­des­malltalk ganz nett — und es haben sich auch daraus schon sehr schöne Bekan­ntschaften ergeben. Wenn Kira und ich unsere Ruhe haben wollen gehen wir dor­thin wo nicht so viel los ist. Nervig sind diejeni­gen die meinen die Weisheit inhaliert zu haben und unge­fragt Tipps und Belehrun­gen erteilen. Da gehen wir ganz schnell weiter — es hilft dann Kira eine ansteck­ende Infek­tion anzudichten.

  6. Ohja, das “Prob­lem­chen” kenne ich auch. Zu gut um ehrlich zu sein. Wenn ich mit meiner 10 Monate alten Leon­berg­er­dame unter­wegs bin, sind auch immer alle Leute zu einem Tratsch bereit. Das fängt dann auch an mit “Ach ist die flauschig”, “Wie alt ist sie denn” und natür­lich der typ­is­che “Oh Gott, und dann schon so groß. Wächst die noch mehr?”.
    In unserer Nach­barschaft haben wir jetzt schon eine Frau mit einem ital­ienis­chen Straßen­hund, die schon mal zu meiner Mut­ter gesagt hat “Wenn ihr Mann und ihre Tochter mit dem Hund laufen darf sie ja gar nicht spie­len”. Das ist totaler Blödsinn. Auch mit ihren knapp 70cm Schul­ter­höhe springt sie rum wie deine Püppi, nur der Hund von ihr hat davor etwas Angst / Respekt. Auf jeden Fall duckt er sich immer, weil Madame Flausch­popo natür­lich noch ungeschickt mit ihren Beinen ist 😀
    Achja, schön waren auch die Gespräche, nach­dem meiner Motte ein Milchzahn gezo­gen wur­den. Wieso sie denn am Bein eine kahle Stelle hat. Und dann die Hor­rorgeschichten von OP’s die nicht so gut liefen O.O

    Aber ja, als ich noch meinen Schäfer­hund (Rüde mit sehr aus­geprägtem Beschützerin­stinkt) hatte, da wollte auch keiner mit uns reden. Die kleinen Flauschkugeln sind halt auch ein­fach vii­i­i­i­iel zu süß <3

  7. Ich bin schon jemand, der auch gern mal in’s Gespräch kommt, vor allem weil auch Toni bei anderen Hun­den sehr kon­tak­t­freudig ist. Hier hab ich auch schon oft ein paar nette Worte mit Hun­de­hal­tern gewech­selt, während sich die Hunde bespaßt haben. Trotz­dem entscheide ich manch­mal aus der Sit­u­a­tion her­aus, dass Toni eben jetzt nicht hin­darf, son­dern mit mir vor­bei gehen muss, schließlich soll er auch das ler­nen. Furcht­bar sind natür­lich immer die Schäfer­hun­d­ex­perten, die alle die gle­ichen Sprüche drauf haben…da such ich dann wenn möglich schnell das Weite 😀

    Liebe Grüße!

  8. Ich war viele Monate mit einem Hund unter­wegs, der einen Ver­band trug, oder rasierte Stellen hatte oder in einem Hun­de­buggy saß oder Orthe­sen trug. Es ist unver­mei­dlich, da ins Gespräch zu kom­men. Ich habe aber die Anteil­nahme oft genossen und viele nette Men­schen getrof­fen. Manch­mal habe ich auch inter­es­sante Dinge erfahren über Men­schen oder Tierärzte in meinem Kiez. Also, im großen und ganzen finde ich Begeg­nun­gen mit anderen Hun­de­hal­tern ganz nett. 🙂

  9. Hallo ihr Drei,
    also ich gehe auch am lieb­sten mit meinen Zwei gerne ungestört. Und fahre deshalb gerne raus in die Natur, weil ich auch keine Lust habe auf das seichte Blabla.
    Und GsD habe ich dies­mal keine Hunde mit großar­ti­gen Niedlichkeits­fak­tor (obwohl ich finde sie total süß) und werde deshalb nicht ange­quatsch wie bei meinen vorheri­gen, ver­stor­be­nen Dackelmixschwestern.

    LG von Jennifer
    und den
    Fellmäusen Xenia und Lucky

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