Allgemein, Recht und Hund

Die Leinenpflicht in Niedersachen

Heute beginnt die Leinenpflicht in Nieder­sachen. Zeit, sich ein­mal genauer damit auseinanderzusetzen.

Nieder­säch­sis­ches Gesetz über den Wald und die Land­schaft­sor­d­nung (NWaldNG)

S i e b e n t e r    T e i l 
Ver­hal­ten in der freien Landschaft

§ 33
Pflichten zum Schutz vor Schäden

(1) In der freien Land­schaft ist jede Per­son verpflichtet,

  1. dafür zu sor­gen, dass ihrer Auf­sicht unter­ste­hende Hunde
    1. nicht stre­unen oder wildern und
    2. in der Zeit vom 1.April bis zum 15.Juli (all­ge­meine Brut-, Setz– und Aufzuchtzeit), an der Leine geführt wer­den, es sei denn, dass sie zur recht­mäßi­gen Jag­dausübung, als Ret­tungs– oder Hüte­hunde oder von der Polizei, dem Bun­des­gren­zschutz oder dem Zoll einge­setzt wer­den oder aus­ge­bildete Blind­en­führhunde sind,
  2. Kop­pel­tore, Wildgat­ter­tore und andere zur Sper­rung von Eingän­gen in einge­friedete Grund­stücke oder von Wegen dienende Vor­rich­tun­gen nach dem Öff­nen zu schließen,
  3. das eigene und das anver­traute Vieh außer­halb einge­friede­ter Grund­stücke zu beauf­sichti­gen oder zu sichern.

(2) Die Feld– und Forstord­nungs­be­hör­den kön­nen durch Verord­nung bes­tim­men, dass Hunde in der freien Land­schaft auch außer­halb der Zeit vom 1.April bis zum 15.Juli an der Leine zu führen sind

  1. zum Schutz der Rück­zugsmöglichkeiten des Wildes oder son­stiger wild leben­der Tiere vor Beun­ruhi­gung durch Fes­tle­gung von Schonge­bi­eten oder
  2. zum Schutz von Erhol­ungssuchen­den vor Beläs­ti­gun­gen durch frei laufende Hunde auf Grund­flächen, die beson­deren For­men der Erhol­ung dienen, ins­beson­dere auf Liegewiesen, Spielplätzen und Sportanlagen.

Die Aus­nah­men nach Absatz 1 Nr.1 Buchst. b bleiben unberührt.

Leinen2

Ab dem 1. Apil müssen die Hunde in Nieder­sachen also an die Leine. Die all­ge­meine Brut-, Setz– und Aufzucht­szeit beginnt. Am 31.07. darf die Leine abgenom­men wer­den. Wer sich nicht an diese Vorschrift hält, kann mit Geld­bußen von bis zu 5.000 EUR belegt werden.

Bis Ende Juli besteht also eine beson­dere Schutzzeit für Waldge­bi­ete und die übrige freie Land­schaft. Hunde sind also auch auf Wegen und Straßen, die an Grün­flächen, Wei­den und Wäldern ent­lang führen anzuleinen.

Ganz objek­tiv betra­chtet, kann ich diese Regelung sehr gut nachvol­lziehen. Brü­tende Vögel und neuge­borene Rehk­itze sollen geschützt wer­den. Ich habe schon oft miter­lebt, wie rück­sicht­s­los manche Hun­de­hal­ter ihre Hunde durch Wälder und über Felder jagen lassen — frei nach dem Motto: “Dann ist der Vier­beiner auch schön müde”.

Ich glaube auch, dass zwangsläu­fig eine Leinenpflicht ver­hängt wer­den muss, um dieses Ziel adäquat ver­fol­gen zu können.

Queen und Püppi haben gel­ernt, den Wald­weg nicht zu ver­lassen. Ich lasse sie nicht im Unter­holz stöbern und kann auch nicht nachvol­lziehen, wie man seinen Hund quer durch den Wald ren­nen lassen kann. Wir betreten als Gäste das Gebiet — quasi das Zuhause — der Wildtiere. Ein respek­tvoller Umgang mit der Natur ist also das min­deste, was man tun sollte.

Wie verbringen wir also die Brut– und Setzzeit?

Am Ende unserer Straßen begin­nen die Pfer­dewiesen. Drei große Felder, auf denen tagsüber Pferde ste­hen. Die Stadt hat eine Karte veröf­fentlicht, die genau angibt, wo Leinenpflicht besteht und wo nicht. Die Pfer­dewiesen sind von der Leinenpflicht ausgenom­men, sodass wir unsere erste und let­zte Runde ohne Leine laufen dür­fen. Auf die Felder kön­nen die Hunde ohne­hin nicht laufen, da sie durch einen Zaun abge­grenzt sind. Hunde kön­nen lediglich einen schmalen Feld­weg nutzen. Hier lasse ich die bei­den auch zu dieser Zeit ohne Leine laufen, weil sie auf diesem schmalen Weg keinen Schaden anrichten können.

Unser Runde am Nach­mit­tag drehen wir meis­tens im Wald. Hier besteht Leinenpflicht und daran hal­ten wir uns auch. Obwohl beide Hunde gel­ernt haben, nicht den Wald­weg zu ver­lassen, ist es für mich selb­stver­ständlich, dass die Leine dran bleibt. Nicht nur, weil es die Gesetze vorschreiben, son­dern auch, weil ich mich in dem Leben­sraum der Wildtiere respek­tvoll ver­hal­ten möchte.

Lei­der hal­ten sich nur sehr wenige an die Leinenpflicht. Gut finde ich, dass die meis­ten Spaziergänger die Hun­de­men­schen auf die Leinenpflicht hin­weisen. Und auch ich spreche die Hun­debe­sitzer darauf an, wenn ich sehe, dass sie ihren Hund durch das Unter­holz ren­nen lassen. Ich wün­sche mir viel mehr Kon­trolle durch das Ordnungsamt.

Stüveschacht31

 

Besteht bei euch auch eine Leinenpflicht? Wie geht ihr damit um?

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3 Comments on “Die Leinenpflicht in Niedersachen

  1. Hal­löchen!

    Bei uns gibt es keine Regelung bzgl. der Brut– und Set­zzeit. Aber für mich ist es selb­stver­ständlich, dass Shiva in der Zeit im Wald an der Leine ist. Sie geht auch nicht stöbern oder jagen, wobei ich bei ihr bemerkt habe, dass sie jetzt inter­essiert ist, wenn sie einen Fuchs sieht. Auch auf Wiesen hab ich sie unter Kon­trolle und sobald das Gras höher wird, kommt sie an die Leine. 

    Grüßle San­dra & Shiva

  2. Die Leinepflicht ver­liert Ihre Schrecken, wenn man seinem Hund eine vernün­ftige Leine gönnt. 

    Wie oft sieht man Hun­de­hal­ter, die Ihren Hund an einer 1,5 — 2 m lan­gen Leine Gassi führen.
    Da ist der Bewe­gungsra­dius des Hun­des sehr eingegrenzt.
    5 m Leine sollte man seinem Hund schon gönnen.

  3. Nun, im Wald ist Leinenpflicht. Im Stadt­ge­biet (Wien) gibt es Freilauf­zo­nen. Ich möchte in diesem Zusam­men­hang noch darauf hin­weisen, dass Verkehrsun­fälle, die durch frei laufende Hunde verur­sacht wer­den, dem Hun­de­hal­ter zur Last gelegt wer­den kön­nen. So trau­rig es auch ist wenn der eigene Hund über­fahren wird, die weit­eren Auswirkun­gen kön­nen u,U exis­tenzbedro­hend sein
    Das heißt ein auf die Auto­bahn laufender Hund, der über­fahren wird, wird mit Sach– und Per­so­n­en­schä­den dem Hun­de­hal­ter zur Last gelegt. Da die Hunde gechipped sind, ist das kein Prob­lem den Besitzer aus­findig zu machen.

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