Die Sache mit dem Alleine bleiben.

Die Sache mit dem Alleine bleiben.

Ich bin grund­sät­zlich nie­mand, der seine Hunde gerne alleine lässt. Gott sei Dank habe ich das große Glück und darf von Zuhause aus arbeiten.

Täglich fahre ich meine Pakete von Glück­shund zur Post. Oft ist das der einzige Moment, in dem die bei­den alleine Zuhause sind. Manch­mal nehme ich sie auch mit und wir fahren von der Post aus weiter in den Wald.

Ein bis zwei mal die Woche muss ich Stoff und Mate­r­ial besor­gen, ein­mal die Woche geht es in den Super­markt. Es gibt Wochen, in denen sind das die einzi­gen Gründe, dass ich die Tür hin­ter mir zuziehe. Ohne Queen und Püppi.

Ich muss zugeben: Ich lass die zwei ungern allein.

Doch warum ist das so? Und was passiert eigentlich, wenn die beiden alleine Zuhause sind?

Das größte Prob­lem ist mein Kopf. Ich weiß, dass die bei­den gerne mitkom­men wür­den. In solchen Momenten ver­men­schliche ich sie und über­lege, ob sie wohl trau­rig sein kön­nten. Wenn es doch dazu kommt, dass ich mal für mehrere Stun­den nicht Zuhause bin, frage ich mich, ob sie mich ver­mis­sen und trau­rig sein kön­nen. Dabei habe ich vor Kurzem gele­sen, dass Hunde eigentlich nur den Moment des Wegge­hens schlimm empfinden. Wie lange man dann tatäsäch­lich weg ist, ob eine Stunde oder drei,  hätte keine große Bedeutung.

Seit Püppi hier ist fällt es mir leichter, die Tür hin­ter mir zu schließen. Die bei­den ver­ste­hen sich gut, sind gern zusam­men und nicht ganz allein.

Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn Queen ganz alleine Zuhause ist?

Mon­tags abends geht Püppi zum Dog­Dance. Queen bleibt allein Zuhause, weil sie für Dog­Dance nichts übrig hat. Mit dem IPad habe ich gefilmt, was sie so treibt, wenn sie ganze alleine ist.

Queen ist da sehr rou­tiniert und es läuft immer nach dem gle­ichen Muster ab. Sie geht in die Küche und guckt, ob da etwas Ess­bares neben dem Wasser­napf steht. Anschließend geht sie ins Schlafz­im­mer und legt sich dort auf das große Kissen, was vor dem Bett liegt. Nach unge­fähr 15 Minuten geht sie zurück ins Wohnz­im­mer in ihre Kudde und bleibt dort bis wir zurück kom­men. Sie schläft nicht, son­dern ist schon ziem­lich wach­sam. Geräusche im Flur wer­den natür­lich kon­trol­liert und auch sonst ist sie sehr aufmerksam.

Und Püppi?

Püppi geht die kom­plette Woh­nung ab. Vor den Fen­stern bleibt sie ste­hen und blickt hin­aus. Jedes Geräusch wird mit einem tiefen Knur­ren kom­men­tiert. Zwis­chen­durch wech­selt sie die Räume und starrt dann entweder aus dem Fen­ster oder auf die Tür. Zur Ruhe kommt sie eigentlich nicht.

Und was passiert, wenn beide gemeinsam alleine sind?

Früher passierte rein gar nichts. Sie lagen gemein­sam im gle­ichen Raum und dösten vor sich hin. Bei Geräuschen im Haus­flur gin­gen sie zur Tür, anson­sten war hier nichts los.

Wer genau gele­sen hat, wird wahrschein­lich an einem Wort hän­gen geblieben sein: Früher.

Denn mit­tler­weile sieht die Welt hier anders aus.

Ich muss sagen, dass ich grund­sät­zlich nur dann das Haus ver­lasse, wenn die bei­den vorher beschäftigt wor­den sind. Natür­lich fahr ich auch mal so eben Pakete weg­brin­gen, denn das dauert max­i­mal fünf Minuten. Sollte ich allerd­ings länger weg sein, so drehen wir vorher eine Runde und machen Kopf– oder Nase­nar­beit. Bevor ich gehe, bekom­men beide noch eine Leck­erei. Meis­tens ein Stückchen Hüh­ner­brust oder einen Kong. Nichts hartes auf jeden Fall, weil ich Angst habe, dass sich einer der bei­den ver­schluckt und ich nicht ein­greifen kann. Ist zwar noch nie passiert, aber als Helikopter­frauchen geht man eben auf Num­mer Sicher.

Zunächst legen sich die bei­den hin und ruhen sich aus. Doch einer der bei­den fängt dann an. Steht auf und weckt den anderen und dann geht alles ganz schnell. Die Decken in den Kud­den wer­den her­aus­ge­bud­delt. Anschließend wer­den die Kud­den auf den Tep­pich gezo­gen. Dann geht Queen los und sam­melt alles ein, was sie für ihren Bud­del­haufen gebrauchen kann. Kissen aus dem Bett, Han­tücher aus dem Bad oder aus der Küche. Alles wird auf den Tep­pich gelegt und dann wird gebud­delt. Beide bud­deln sich wie irre durch die Haufen und legen sich anschleißend mit­ten rein. Wenn Püppi das noch nicht reicht, knab­bert sie im Flur den Tep­pich an. Ein kleiner qua­dratis­cher Flusen­tep­pich aus dem schwedis­chen Möä­bel­haus. Kleine Flusen wer­den gerupft und ganze Fäden gezo­gen. Aber wirk­lich immer nur diesesr blöde kleine Tep­pich im Flur.

Irre oder?

Was ich dage­gen mache?

Gar nichts. Wenn der Tep­pich kaputt ist, kaufe ich einen neuen. Die Handtücher und Kissen bringe ich wieder auf ihren Platz und räume die Kud­den wieder auf. Maßregelun­gen sind nicht mein Ding und es wäre ohne­hin vom Tim­ing her ein Prob­lem. Was ich mir vorstellen kön­nte, wäre eine Kam­era, die mir auf dem Handy anzeigt, was die bei­den machen und dass ich mit einem Mikro zu ihnen sprechen kön­nte 😀 Nein mal im Ernst. Es geht nun schon einige Wochen so und es ist auch noch nie ern­sthaft etwas kaputt gegan­gen. Es ist auch nicht jedes Mal so ein Chaos — vielle­icht jedes zweite Mal 🙂

Mehr als aus­las­ten kann ich sie vorher nicht und alle Türen möchte ich auch nicht schließen. Irgend­wie ist es mit­tler­weile auch schon lustig und wir machen uns schon einen Spaß daraus, ob die Kudde nur auf dem Tep­pich oder bis in den Flur gezo­gen wurde.

Wird abge­hakt unter “wenn mehr nicht ist…” 🙂

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Posted on: 3. Dezember 2017Sabrina

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