Ein Blick hinter die Kulissen von Glückshund ?>

Ein Blick hinter die Kulissen von Glückshund

Vor Kurzem habe ich auf dem großar­ti­gen Hun­de­blog Moe&Me von meinen Erfahrun­gen mit Koop­er­a­tio­nen berichtet. Den Beitrag findet ihr hier.

Heute möchte ich die Gele­gen­heit nutzen und an diesen Beitrag anknüpfen, denn heute blicken wir gemein­sam hin­ter die Kulis­sen von Glückshund.

Keine Sorge. Das wird keine Wer­bung in eigener Sache 😉

Dieser Artikel ist ein kleiner Ein­blick darin, was in einem so kleinen Shop alles drin steckt.

Glück­shund steht für handge­fer­tigte Pro­dukte rund um den Hund. Ange­fan­gen bei Fut­ter­beuteln, Hal­stüch­ern, Spielzeug, Kuscheldecken sowie Ruck­säcke fürs Frauchen und einiges mehr.

Ich liebe es Stoffe aus­suchen zu gehen, neue Pro­dukte zu entwick­eln, Fut­ter­beu­tel zu nähen und alles was mit diesem Shop zu tun hat. Ich freue mich über jedes Paket, welches ich packen kann und liebe es mir neue Kleinigkeiten ein­fallen zu lassen, die ich mit ins Päckchen legen kann.

Seit Jan­uar diesen Jahres gibt es den Shop Glück­shund. Ange­fan­gen hat alles sehr über­schaubar. Mit vielle­icht 50 Stof­fen und max­i­mal 20 Bestel­lun­gen pro Monat, hatte ich Zeit jeden Wun­sch zu erfüllen.

Doch seit eini­gen Wochen gibt es etwas im Shop, was alles verän­dert hat

eDgar

eDgar hat die Glück­shund — Welt auf den Kopf gestellt. Schon nach weni­gen Wochen zog er in die ersten Läden ein und steht nun nicht nur in Stuttgart und Ham­burg, son­dern ist bis nach Norder­ney gezogen.

Mit eDgar hat sich alles verändert.

Wo ich vorher Bestel­lun­gen in zwei Tagen bei der Post hatte, muss ich heute 5 bis 7 Werk­tage ein­pla­nen. Immer öfter muss ich Kun­den mit Wun­sch­pro­duk­ten vertrösten. Jede Bestel­lung bekommt ihren eige­nen kleinen Zettel bei mir an der Wand, weil ich sonst den Überblick ver­lieren würde.

Dabei will ich ehrlich sein: Dass die Idee “eDgar” sehr cool wer­den würde, ahnte ich schon bei der Pla­nung mit eDgars Frauchen Susanne auf der House of Dogs in Berlin. Doch dass eDgar so beliebt wer­den würde, habe ich nicht geahnt, doch es freut mich riesig.

Der Shop nimmt einen Großteil meiner Zeit ein und das ist wirk­lich toll. Ich kann mich meinem Hobby Geld ver­di­enen. Wer kann das schon?

Doch so ein­fach und leicht wie das nun alles klingt, ist es nicht.

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Handarbeit ist viel mehr als nur das Nähen an der Maschine.

Ange­fan­gen bei der Stoffauswahl…

Ich ver­meide es grund­sät­zlich, Stoffe im Inter­net zu bestellen. In einem Stof­fladen kann ich die Stoffe anfassen und die Qual­ität direkt übereprüfen. Damit ist natür­lich ein zeitlicher Mehraufwand ver­bun­den, den ich aber gerne in Kauf nehme. Schnell ist man jedoch von den örtlichen Stof­flä­den gelang­weilt und beginnt auch mal den ein oder anderen län­geren Weg auf sich zu nehmen. Hol­ländis­cher Stoff­markt? Ich bin dabei. Neueröff­nung eines Groß­mark­tes? Auf geht’s.

Mit­tler­weile haben sich rund 200 ver­schiedene Stoffe ange­sam­melt. Baum­wolle, Jer­sey, Fleece, Plüsch, abwaschbare Baum­wolle und Kunstleder.

Der Weg vom Stoff bis zum Produkt ist lang.

Wenn ich mich an die ersten Ver­suche erin­nere, einen Fut­ter­beu­tel zu nähen, so muss ich echt schmun­zeln. Vier ver­schiedene Anleitun­gen habe ich getestet, anschließend aus allen das Beste gewählt und eine eige­nen Anleitung entwick­elt. Unterm Strich habe ich mehrere Woche getüftelt.

Mir war es von Anfang an wichtig, dass man sich die Pro­dukte auch selbst zusam­men­stellen kann. Wo sonst kann man schon einen Fut­ter­beu­tel nach eige­nen Wün­schen nähen lassen, der zudem auch noch funk­tional und prak­tisch ist?

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Die Indi­vid­u­al­ität hat Glück­shund von Anfang an ausgemacht.

Und genau hier liegt momen­tan mein Problem.

Mit­tler­weile fehlt mir oft die Zeit und die Möglichkeiten die Indi­vid­u­al­ität immer zu 100% gewähren zu können.

Gern würde ich eine Galerie erstellen mit allen Stof­fen zur Auswahl. Doch täglich wird mit den Stof­fen gear­beitet. Manche Stücke reichen nicht mehr für einen Ruck­sack, aber noch für einen Fut­ter­beu­tel oder ein Hal­stuch. Jeder Stoff müsste stets ver­messen wer­den. Das würde so viel Zeit fressen, dass wesentlich weniger neue Pro­dukte entste­hen könnten.

Nor­maler­weise klappt es den­noch ziem­lich gut. Kom­men Kun­den auf mich zu, haben sie oft schon einen Stoff im Shop gese­hen, der ihnen gut gefiel. Oder sie haben genaue Vorstel­lung von der Farbe oder dem Muster.

Schwierig wird nur, wenn Kun­den so gar keine Vorstel­lung haben. Dann erk­läre ich gerne, dass ich nicht die zeitliche Kapaz­ität habe, eine stets aktuelle Galerie zu führen. Mith­ilfe grober Angaben wie Farb– oder Muster­wün­sche suche ich passende Stoffe aus, ver­schicke Fotos meiner Vorschläge und bisher war auch immer etwas dabei.

Richtig kom­pliziert wird es nur, wenn die Antwort auf meine Frage nach den Vor­liegen lautet: Keine Ahnung. Was hast du denn? 😀

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Wer glaubt, dass bei Glück­shund immer alles rei­bungs­los ver­läuft der irrt sich 😀 Ich tüf­tel nun schon seit Monaten an einem Fut­ter­dummy. Lei­der habe ich bisher keine Lösung gefun­den auf den in meinen Augen völ­lig unprak­tis­chen Reißver­schluss verzichten zu kön­nen. So viele Pro­dukte wie im Shop sind, so viele Pro­dukte haben es nach mehreren gescheit­erten Ver­suchen auch nicht in den Shop geschafft. Es gab auch schon Momente, in denen dachte ich, ich hätte eine super Idee für eine Leinen und Hals­band­kollek­tion. Lei­der hat sich das Mate­r­ial dann in meinen eige­nen Testspaziergän­gen als doch nicht so vielver­sprechend herausgestellt.

Ich ver­suche immer neue Ideen zu entwick­eln. Still­stand ist glaube ich das schlimm­ste was einem Shop wie meinem passieren kann. Befinden sich Pro­dukte zu lange im Shop und ste­hen kurz davor als “Laden­hüter” beze­ich­net wer­den zu kön­nen, so wan­dern sie ins Out­let. Auf der Face­book­seite befindet sich ein Out­le­tord­ner mit allen Pro­duk­ten, die schon zu lange unbeachtet im Shop gewe­sen sind.

Das hat den Vorteil, dass ich die Möglichkeit habe, immer wieder neue Pro­dukte zu nähen. Teil­weise hat es den Nachteil, dass einige Kun­den dauer­haft gün­stige Preise erwarten und nicht ver­ste­hen kön­nen, warum der nach ihren Wün­schen ange­fer­tigte Ruck­säck so viel mehr kosten soll, als der Ruck­sack aus dem Out­let, der vielle­icht schon vier Monate im Shop zur Wahl stand.

All­ge­mein ist es ein schmaler Grad, ob man nun Schnäp­pchen anbi­etet oder nicht. Für den Moment mag das “funk­tion­ieren”, aber auf Dauer gese­hen ruft man bei eini­gen eine Art Erwartung­shal­tung her­vor. Das merkt man daran, dass zum Beispiel Anfra­gen kom­men wie “Wann wer­den wieder die Ruck­säcke reduziert und kannst du einen bes­timmten bis dahin zurücklegen?”

Das ist total ver­ständlich aus der Sicht des Kun­den. Aus meiner Sicht ist das jedoch abso­lut nicht die Rich­tung, in die sich der Shop entwick­eln sollte und zudem schade wenn man bedenkt, wieviel Arbeit und Zeit in Han­dar­beit steckt.

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Meine Stick­mas­chine

All­ge­mein gibt es doch immer mehr Kun­den, die mit mir schreiben als wären sie auf einem Basar.

Ich habe mal bei DHL geguckt. Du müsstest das Paket doch für 4,00 EUR ver­schicken kön­nen. Warum soll ich dann 4,95 EUR für den Ver­sand zahlen?”

Ich nehme mir immer gern die Zeit und erk­läre, dass das Versenden von Waren mehr als nur die Ver­sand­kosten sind. Der Kar­ton und die Ver­pack­ung kosten eben­falls Geld. Viele Pakete müssen für 6,99 EUR ver­schickt wer­den und trotz­dem berechne ich nur 4,95 EUR. Ich zahle also sowohl beim Ver­sand als auch bei der Ver­pack­ung oft drauf.

Fer­tige Pro­dukte wer­den fotografiert und mit einer per­sön­lichen Beschrei­bung im Shop hochge­laden. Zudem wer­den die Bilder der neuen Artikel auf Face­book und Insta­gram gepostet.

Bestellte Pro­dukte wan­dern nicht mehr ein­fach so in den Kar­ton. Sie wer­den liebevoll in Papier oder Folie gewick­elt. Ein kleiner Aufk­le­ber mit meinen Daten wird aufgek­lebt. Zudem wan­dert eine kleine Über­raschung mit in das Paket. Manch­mal packe ich Leck­ereien für die Vier­beiner ein. Oder ich lege zum Beispiel das passende Spieli zu der Kuscheldecke dazu. Ich freue mich immer selbst, wenn ich kleine Über­raschun­gen mit einpacke.

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Die Rech­nung muss geschrieben wer­den und auch die Buch­führung kostet Zeit. Mit­tler­weile arbeite ich nur noch mit Vorkasse. Wer denkt, es ist risiko­r­e­ich im Inter­net etwas zu bestellen, der hat noch nichts im Inter­net verkauft. Noch heute renne ich hin­ter hohen Rech­nun­gen hin­ter­her. Die Kun­den ignori­eren jeden Ver­such Kon­takt aufzunehmen. Ich habe stets ver­mieden, direkt Mah­nun­gen zu schreiben. Man hatte meist Kon­takt via Mail oder Face­book, sodass ich die Leute immer erst auf diese Weise angeschrieben hab. Jedem von uns ist schon ein­mal eine Rech­nung “durch die Lat­ten” gegan­gen. Völ­lig ver­ständlich. Kann jedem passieren. Schade ist nur, wenn meine Nachrichten ignori­ert wer­den. Dann muss ich Mah­nun­gen schicken. Es gibt nicht wenig Kun­den, die selbst die dritte Mah­nung ignori­ert haben. Manch­mal hört man nie wieder etwas von den Leuten. Manch­mal kom­men nach mehreren Mah­nun­gen Ausre­den wie “Das Paket ist nie angekom­men.” (lässt sich anhand von Sendungsver­fol­gungsnum­mern prüfen) oder Sätze wie “Die Decke war mir doch zu klein, aber ich hab halt vergessen, rechtzeitig umzu­tauschen. Ich über­weise dann näch­sten Monat.” (Geld ist bis heute nicht angekommen)

Diese Erfahrun­gen haben mich lei­der gezwun­gen nur noch mit Vorkasse zu arbeiten. Ich bin äußerst dankbar, dass alle Kun­den das ver­ste­hen und es keine Prob­leme bei der Umstel­lung gab.

Mit dem Weg zur Post ist meine Arbeit dann erledigt.

Es steckt also eine ganze Menge Aufwand, Zeit, Geld und Liebe in jedem einzel­nen Produkt.

Ich hoffe, ich kon­nte mit diesem Beitrag einen kleinen Ein­blick darin gewähren, was hin­ter so einen kleinen Shop alles hin­ter steckt.

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