Ein Fehler am Morgen: gehe niemals zur Hunde — Rush Hour spazieren

Ein Fehler am Morgen: gehe niemals zur Hunde — Rush Hour spazieren

Habt ihr auch eure fes­ten Zeiten zu denen ihr mor­gens raus geht?

Nor­maler­weise gehe ich mor­gens sehr früh raus. So kann ich die Ruhe genießen und uns laufen nicht alle paar Meter Hunde über den Weg. Denn ich will ehrlich sein: Queen hat viele Fre­unde mit denen wir uns regelmäßig verabre­den. Deren Frauchen / Her­rchen sind aber auch immer Hun­de­men­schen, die ich mag. Also immer eine tolle Kom­bi­na­tion. Ständig neue Hunde finden sowohl Queen als auch ich anstrengend.

Den­noch bin ich heute mor­gen etwas später gegan­gen, weil wir gestern noch spät mit Queen unter­wegs waren. Schon von weitem hörte ich wieder die Ter­ror — Gruppe bellen. Die Ter­ror — Grup­pen? Das sind vier große uner­zo­gene Hunde, die mor­gens von ihren Frauchen auf eine Wiese gebracht wer­den. Dort wer­den sie dann frei laufen gelassen, während sie sich um einen Ball stre­iten und die ganze Zeit bellen. Die Damen ste­hen mit einer Kaf­fee­tasse mit­ten auf dem Weg. Egal, wer dort vor­bei möchte, muss sich erst ein­mal durch die auf einen zuren­nen­den Ter­ror — Hunde kämpfen. Rück­sicht? Ein Fremdwort.

Während der gesamten Runde hört man dieses Rudel bellen. Ich dachte, es könne nicht schlim­mer wer­den, aber da hab ich mich getäuscht.

Vor mir lief eine junge Frau mit einer Mis­chling­shündin aus dem Tier­schutz. Diese ist wirk­lich sehr scheu und muss immer an der Leine geführt wer­den. Von weitem sah ich eine Dame auf uns zuge­laufen kom­men. Geschätze 60 Jahre, genauso breit wie hochgewach­sen. Daneben ein frei laufender 50 kg Labrador — Rüde in voller Blüte seines Lebens. Direkt fix­ierte er die scheue Hündin und ran­nte knur­rend auf diese zu. Die Hündin geriet in Panik und ran­nte um einen Blu­men­topf herum. Frauchen stolperte über diesen und lan­dete im Matsch. Die Dame hielt es für über­flüs­sig sich zu entschuldigen und ging ein­fach weiter — direkt auf mich zu.

Nicht mit mir”, dachte ich und so bat ich die Damen ihren Hund anzuleinen.

Nein” sagte die Dame, blieb jedoch ste­hen. “Ich hab sie doch ganz höflich gebeten, ihren Hund anzuleinen. Noch steht er neben Ihnen, also tun sie mir den Gefallen, bevor er gle­ich losrennt.”

Bis zu diesem Moment war es eine Sit­u­a­tion, die mir jede Woche mehrfach begeg­net. Ich ver­stehe da über­haupt keinen Spaß mehr und bestehe jedes Mal darauf, dass der Hund angeleint wird.

Das geht nicht.”
“Sie nehmen jetzt Ihren Hund an die Leine. Das ist ja wohl nicht zuviel verlangt.”

Ich kann den aber nicht halten.”

Langsam wurde ich richtig wütend. Ich bin ganz ehrlich: Wenn alle immer stillschweigend an solchen Men­schen vor­beige­hen und nie­mand etwas dazu sagt, dann wird sich auch nichts ändern. Sollen diese Men­schen doch ruhig wis­sen, was  andere Hun­de­hal­ter darüber denken.

Also habe ich ihr gesagt, dass sie unter diesen Umstän­den besser nicht mehr alleine mit ihrem Hund raus gehen sollte. Daraufhin beschimpfte sie mich. Ich hätte keine Ahnung von Hun­den und es wäre eine Unver­schämtheit, wenn ich über sie urteilen würde. Ihr Hund wolle nur mal schnuppern.

Mit fol­gen­den Worten ging ich an der Dame vor­bei, während sie tat­säch­lich extreme Schwierigkeiten hatte, ihren Hund fes­thal­ten zu kön­nen. “Sie kön­nten ihren fet­ten Hund vielle­icht hal­ten, wenn er ein wenig abspecken würde. Und nur mal schnup­pern will der ganz sicher nicht. Ihr pöbel­nder Hund­schreck gehört an die Leine.”

Ich hätte auch wort­los umdrehen und einen anderen Weg ein­schla­gen kön­nen. Ich hätte die Dame auch machen lassen und den Hund auf mich und Queen zuren­nen lassen kön­nen. Aber mir sind ein­fach zu viele Sit­u­a­tio­nen dieser Art passiert. Ich werde weit­er­hin darum bit­ten, dass die Hunde angeleint wer­den, wenn man aufeinan­der zuläuft. Ich bin kein Fre­und von auf mich zuren­nen­den Hun­den und Queen mag das erst recht nicht. Wenn immer alle ein­fach weiter gehen, wird sich nie etwas ändern. Und wenn nur einer von zehn darüber nach­denkt und etwas ändert, dann ist das ein Gewinn.

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Posted on: 23. August 2015Sabrina

15 Gedanken zu „Ein Fehler am Morgen: gehe niemals zur Hunde — Rush Hour spazieren

  1. Wie ich das hasse. Wir hat­ten erst gestern so eine Sit­u­a­tion. Mann mit zwei Hun­den. Einer an der Leine und ein Tut-Nix ohne Leine. Wir sollen keine Angst haben, ein­fach weiter gehen, der Tut-Nix würde dann auch weit­erge­hen. Der Tut-Nix wollte Lilly natür­lich lieber am Hin­tern schnuffeln. Aber nicht mit uns, wir haben ihn erfol­gre­ich wegge­blockt und sind schnell weiter. Furcht­bar diese igno­ran­ten Hun­debe­sitzer. Und für mich auch ein Grund bes­timmte Routen zu mei­den. Heute im Wald hat­ten wir auch so eine tolle Begeg­nung. Walker ohne Hund kam uns direkt ent­ge­gen. Wir liefen extra links, sodass der Walker nicht direkt an Lilly vor­bei muss. Wollte er aber gerne und bestand hart­näckig auf seinen Weg. So hart­näckig, dass er halb in mich rein­ge­laufen ist und sich was in der Bart gebrummt hat. Muss ich nicht ver­ste­hen, oder?! 😉

    Lieb­ste Grüße

    1. Manche Men­schen kann man wirk­lich nicht ver­ste­hen. Wir erziehen unsere Hunde damit wir über­all mit ihnen hinge­hen kön­nen und ständig begeg­nen uns rück­sicht­slose Men­schen. Aber wenn wir Hun­de­hal­ter die rück­sicht­slosen wären, dann kön­nten wir uns so einiges von so manchem Jog­ger anhören. Ander­sherum ist das natür­lich etwas anderes …

  2. Je nach meiner Tagesver­fas­sung mache ich auch meinen Mund auf oder schlage eine andere Route ein. Ich habe näm­lich nicht immer Lust mit unein­sichti­gen Hal­tern zu disku­tieren. Zum Glück sind unsere Gas­sigänge gut durch­dacht. Ich weiß wann wo die speziellen Hun­de­hal­ter unter­wegs sind 😀

    Lieb­ste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

    1. Das ist natür­lich sehr prak­tisch wenn man schon weiß wann sich wo welcher Hun­de­hal­ter aufhal­ten kön­nte. Das macht es ein wenig einfacher 🙂

  3. Kenn ich auch zu genüge– wollte eigentlich mor­gen einen ähn­lichen Post ver­fassen weil es mir im Moment sooooo auf die Ner­ven geht. Meis­tens ist mir das egal ob die Hunde mit oder ohne Leine laufen, aber da Emmely läu­fig ist — natür­lich jetzt ger­ade nicht. Und manche Hun­debe­sitzer ver­ste­hen es auch nach über eine Woche fast täglich sehen ( und ins­ge­samt 4 läu­fige Hündin­nen in der Nach­barschaft) dass sie ihre unkas­tri­erten Rüden min­destens in Sichtweite hal­ten soll­ten *grum­mel* Wie oft ich schon mit einem von ihnen an Emmelys Leine auch mal gute 5 Minuten auf ihre Her­rchen gewartet habe.
    Und manche fühlen sich dann noch ange­grif­fen wenn man infor­ma­tion­shal­ber nach­fragt ob es ein Rüde ist und ob der kas­tri­ert wäre. Wenn mir dann ihre empörten Her­rchen antworten, dass man das ja mit Men­schen auch nicht machen würde — würde ich am lieb­sten ent­geg­nen, dass er ja hofftlich nicht über jede frucht­bare Frau rutscht … Ich finde natür­lich nicht, dass man Rüden kas­tri­eren sollte — nur dass alle gemein­sam so gut wie es nur geht ver­hin­dern soll­ten, dass es Ups Welpen gibt.

    Lieb­ste Grüße und einen schö­nen Sonntag

    Lizzy und das Indianermädchen

    1. Oh da sind wir ja schon ges­pannt auf euren Artikel. Zum Thema Läu­figkeit würd mir auch eine Menge ein­fallen. Manche Hun­de­hal­ter ver­hal­ten sich ein­fach nur ego­is­tisch. Freu mich schon auf euren Beitrag zu diesem Thema 🙂

  4. Oh man… solche Leute kann ich über­haupt nicht lei­den! Wir hat­ten let­ztens auch eine ähn­liche Sit­u­a­tion: wir waren mit zwei Hun­den unter­wegs und ein Hund kam uns ent­ge­gen. Wir haben also die Hunde angeleint und am Rand absitzen lassen. Der andere Mann sagte “ein­fach laufen lassen”. Wir ent­geg­neten mit “Nein, kön­nen Sie bitte Ihren Hund anleinen.” Das tat er natür­lich nicht und kam näher “Lassen Sie die Hunde ein­fach laufen. Meiner tut nichts.” Da half nur noch “meiner aber”. Also wurde der Hund einge­fan­gen und angeleint und ging dann richtig an der Leine ab, als er uns passierte. Genau wegen diesen Affenthe­aters wollte er wahrschein­lich seinen Hund nicht anleinen.
    ODER noch BESSER: Ringo war krank und wir gehen Spazieren. Eine “nette” Dame kam mit ihrem Dackel an und er wollte doch nur mal Hallo sagen. Ich habe ihr laut und deut­lich gesagt “Mein Hund ist krank und ansteck­end.” Ich weiß nicht ob die Dame schlecht hört oder nur hört was sie hören möchte. Laut und deut­lich sagte ich nochmal “DER IST KRANK!”. Aber egal: Der Dackel reizt die Flexi aus und sagt hallo. 🙁 Wir sind so schnell es ging weiter und ich habe nur noch gesagt “Ich hoffe nicht, dass Sie jetzt zum Tier­arzt müssen!” Ich war wirk­lich stink sauer!
    Ich finde solche Sit­u­a­tio­nen ein­fach nur völ­lig unver­ständlich! Wenn man noch genau drauf hingewiesen wird den Hund anzuleinen, dann hat man das gefäl­ligst zu tun! Und wenn man mit dem eige­nen Hund nicht klar kommt, dann muss man dran arbeiten und nicht das Prob­lem “umgehen”… 

    Liebe Grüße aus dem Pott
    Ann-Christin & Ringo

    1. Ich weiß genau was du meinst. Da bit­tet man den hund­hal­ter höflich seinen Hund anzuleinen und er sagt nur “lieber laufen lassen” schon alleine der Satz reicht mit­tler­weile aus, dass ich ganz stumpf drauf beharre dass er ihn anleint. Meis­tens erk­lärt sich aus diesem Moment schon, warum er ihn laufen lassen wollte. Der Hund hört meist für keine 5 Cent und rennt los …

  5. Liebe Sab­rina,
    du Arme. So ein Ärger am Son­ntag Mor­gen. Super, dass du der Dame so viel Kon­tra gegeben hast. Mich ner­ven diese rück­sicht­slosen Hun­debe­sitzer auch total. Es muss ein­fach nicht jeder Hund zu meinem ren­nen und umgekehrt natür­lich auch nicht. Das schlimm­ste Erleb­nisse hatte ich mit meiner mit­tler­weile ver­stor­be­nen Hündin. Frisch operiert gin­gen wir im Dunkeln auf einem ein­samen Feld­weg. Ich hoffte keinen anderen Hund zu tre­f­fen. Lei­der erschien ein Doggenbe­sitzer. Auf meine Bitte seinen Hund zurück­zu­rufen, reagierte er anfangs. Lei­der hörte sein Hund nicht. Daher musste ich mir anhören ob mir der Wald gehört, die Hunde wür­den das unter sich aus­machen, ich sollte bitte ableinen. Klaro, meine alte frisch operierte Hündin, die ich ger­ade drei Wochen vorher aus dem Tier­heim geholt hatte sollte sich mit einer Dogge auseinan­der­set­zen. Lei­der war ich damals noch nicht so schlagfer­tig wie heute. Deinen Gedanken, dass man solche Leute aufmerk­sam machen muss, finde ich total richtig. Ein­fach immer weiter gehen und sich ärg­ern ist zwar im ersten Moment ein­facher, bringt aber auf Dauer nichts. Auf der anderen Seite, will man jeden Dep­pen ger­ade rücken, hat man im Leben zu nichts anderem mehr Zeit.…
    Liebe Grüße
    Patricia
    Liebe Grüße
    Patricia

  6. Wenn man mit einem recht großen und schw­eren Rüden gassi geht, dann machen viele von alleine einen großen Bogen um uns 😉 Aber meis­tens mei­den wir andere und gehen unsere eige­nen Wege und bes­timmt nicht in der Hauptzeit… den Fehler habe ich nur ein­mal gemacht…

    Liebe Grüße Vicky
    Schlab­ber­grüße Bonjo

    1. Ich gehe auch lieber dann, wenn wir die Strecke für uns haben. Wir ken­nen ja genug Hunde um sich gezielt verabre­den zu kön­nen. Daher hat Queen genug Kon­takt zu anderen Hun­den (nahezu jeden Tag eigentlich). Ich werd den Fehler nicht noch ein­mal machen 🙂

  7. Wirk­lich furcht­bar, wir has­sen das auch!
    Erst vor 14 Tagen hat­ten Chilli und ich auch so eine “wun­der­volle” Begeg­nung, dabei haben wir schon einen Weg gewählt, wo sich sonst fast nie­mand hin verirrt, aber wie das halt immer so ist, kam aus­gerech­net an diesem Tag ein Labrador und ein Mop­srüde auf Chilli und mich zugeschossen. Das Her­rchen (ein etwas älterer Herr) hörte man nur von weitem rufen, dass die bei­den Hunde umgänglich und friedlich wären und ich meinen ruhig los machen soll.
    Erstens wollte ich das nicht, zweit­ens muss Chilli immer noch etwas auf Schon­gang gehal­ten wer­den und drit­tens, war sie zu diesem Zeit­punkt läufig!!!
    Zwar schon am Ende der Hitze, stand also auch nicht mehr, aber ich hatte trotz­dem alle Hände voll zu tun, weil Chilli den Labrador­rü­den nicht ganz schlecht fand und ja… unser Spazier­gang war gelaufen!

    1. Oh nein. So etwas ist wirk­lich total ärg­er­lich. Ich ver­steh auch nicht warum die Leute so wenig Rück­sicht nehmen… Wenn Queen läu­fig ist hab ich auch immer alle Hände voll zu tun. Da hört man dann Sätze wie “das wird schon gut gehen” …

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