Allgemein, Alltägliches

Eine Party mit Folgen

Ver­gan­gene Woche Sam­stag sind wir ins Kino gefahren. “A Star Is Born” mit Lady Gaga ist übri­gens ein super Film, den ich abso­lut empfehlen kann. Ich war ewig nicht im Kino und habe mich auf den Abend gefreut. Der Film war super und so fuhren wir nicht­sah­nend und noch völ­lig im Film ver­sunken nach Hause. Die Tür ging auf und wie gewohnt steck­ten drei Vier­bein­er ihre Nasen durch den Spalt. Doch mir fiel direkt auf, dass etwas nicht stimmte. Queen humpelte.

Tausend Gedanken gin­gen mir durch den Kopf. Das let­zte Mal gehumpelt ist sie vor zwei Jahren. Ich war so froh, das Prob­lem mit ihren Ell­bo­gen in den Griff bekom­men zu haben. Irgend­wie schien alles wie ein Karten­haus zusam­men zu brechen. Die kurze Pipi — Runde vorm Schlafen gehen brach ich noch auf dem Bürg­er­steig vorm Haus ab. Queen humpelte so stark, dass es keinen Sinn machte. Bei jedem Schritt knick­te sie vorne links der­art extrem ein, wie ich es noch nie vorher bei ihr gese­hen hat­te. Mehr als kurz in den Garten war nicht drin und so ging Jan mit Sam und Püp­pi alleine spazieren. Ich wun­derte mich über mich selb­st, dass ich kein Prob­lem damit hat­te, Püp­pi mitzuschick­en. Bis vor Kurzem wäre es für mich noch undenkbar gewe­sen, nicht selb­st mit Queen oder Püp­pi raus zu gehen.

Als ich ins Wohnz­im­mer kam, traute ich kurz meinen Augen nicht. Über­all lag Spielzeug: Auf dem Boden, auf dem Sofa, sog­ar auf dem Wohnz­im­mer­tisch. Unter dem Tisch, unter dem Sofa — ein­fach über­all. Die drei müssen in unser­er Abwe­sen­heit eine richtige Par­ty gefeiert haben. Frei nach dem Mot­to “Wenn die Katze nicht Zuhause ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.” Zumin­d­est fügte sich so langsam das Puz­zle zusam­men.

Ich gab Queen eine Schmerztablette und hoffte, dass die Welt am Son­ntag mor­gen bess­er ausse­hen würde. Doch dem war nicht so. Queen humpelte immer noch extrem und so blieb sie eigentlich den gesamten Son­ntag liegen. Drei mal ging es kurz zum Geschäft erledi­gen nach draußen. Die restliche Zeit ver­brachte sie in ihrem Korb. Sie kam auch nicht zur Tür, wenn wir nach Hause gekom­men sind. Es war furch­bar.

Am Mon­tag sprach ich mit Queens Phys­io­ther­a­peutin, tastete unter ihrer Anleitung das Bein ab und schilderte detail­l­liert, wie Queen sich bewegte. Sie ver­mutete direkt ein Weichteil­trau­ma. Wenn Queen früher gehumpelt ist, war dies immer auf eine Entzün­dung im Ell­bo­gen zurück zu führen, doch ich merk­te auch, dass es dieses mal anders war als son­st. “Geschicht­en an den Sehnen und Bän­dern brauchen Zeit” — na pri­ma.

Und so vergin­gen zwei Tage mit extremer Scho­nung. Ich ging mit Queen alleine raus und anschließend mit Püp­pi und Sam. Die Schritte nach dem Auf­ste­hen waren die Schlimm­sten. Lief sie sich ein­mal ein ging es. Wobei Drehun­gen schw­er fie­len und auch die ersten Schritte nach dem Pipi machen waren nicht schön anzuse­hen.

Mon­tag abend sprang sie dann plöt­zlich zu mir aufs Sofa und kuschelte sich an. Ich kenne das nicht von ihr. Nor­maler­weise will sie nicht auf dem Sofa liegen, denn das Sofa, was sie bish­er kan­nte, war für sie ein­fach zu schmal. Ihre Beine ragten über die Liege­fläche hin­aus. Daher war das nie The­ma für sie. Auf dem Sofa hier hat sie genug Platz und so blieb sie fast eine halbe Stunde bei mir liegen bis ich zur Aben­drunde auf­brechen wollte. Ich hätte sie zwar ohne­hin nicht vom Sofa herunter sprin­gen lassen, doch Queen zeigte von alleine an, dass ihr die Sit­u­a­tion nicht sich­er war. Sie wollte zwar auf­ste­hen, doch legte die Ohren an und wusste nicht so recht, wie sie vom Sofa kom­men wollte. Schein­bar hat­te sie sich die Ver­let­zung beim Herun­ter­sprin­gen zuge­zo­gen, denn es war sehr deut­lich zu erken­nen, dass sie nicht wusste, wie sie vom Sofa kom­men sollte. Langsam wurde ein Schuh aus der Geschichte. Aus dem Humpeln, dem über­all verteil­ten Spielzeug und den Hem­mungen vom Sofa zu sprin­gen schien sich eine Geschichte zusam­men zu fügen. Zwar weiß ich nach wie vor nicht sich­er, wie es passiert ist, aber den­noch ist ein Zusam­men­hang erkennbar.

Jeden Tag wurde es etwas bess­er. Zunächst waren die Drehun­gen kein Prob­lem mehr, dann lief sie sich immer schneller ein. Langsames Auf­ste­hen ver­lief ohne Humpeln und die Run­den wur­den wieder länger. Es waren nur langsam Fortschritte zu erken­nen, aber immer­hin erkan­nte man immer wieder hier und da, dass es langsam bess­er wurde. Mit der Phys­io­ther­a­peutin spracch ich ab, dass ich zunächst mit Scho­nung und Schmerztablet­ten beobachte, wie es sich entwick­elt und wenn es bin­nen drei Tagen zu kein­er Besserung gekom­men wäre, dann wäre ich zum Tier­arzt gefahren. Aber wie schon berichtet, waren täglich Besserun­gen zu sehen und so wartete ich weit­er ab. Dien­stag habe ich die Schmerzmit­tel abge­set­zt, da sie immer aktiv­er wurde und ich nicht wollte, dass sie eine falsche Bewe­gung macht, weil sie denkt, alles sei wieder in Ord­nung. Fre­itag wurde es dann schla­gar­tig bess­er. Auch schnelles Auf­ste­hen ver­lief prob­lem­los. Unter­wegs wurde sie immer schneller und das Laufen an der Leine war ihr ein deut­lich­er Dorn im Auge. Gestern habe ich sie das erste Mal wieder ohne Leine laufen lassen. Ohne Einzuknick­en tra­bte sie mit Püp­pi und Sam mit. Das Ren­nen habe ich noch unter­bun­den, da ich nichts riskieren möchte.

Nun erk­lärt sich vielle­icht auch, warum wir in der let­zten Woche auf Insta­gram nicht viel von uns haben hören lassen. Wenn es einem der Wauzis nicht gut geht, dann ist mir ein­fach nicht danach und so blieb es etwas still in der ver­gan­genen Tagen. Nun bin ich froh, dass es ihr nach eini­gen sehr blö­den Tagen dann doch so schnell wieder gut geht. Ich bleibe noch ein bis zwei Wochen vor­sichtig mit ihr. Sie wird noch einige Tage auf ihren Ball und aufs Toben verzicht­en müssen, denn ich möchte da wirk­lich kein Risiko einge­hen. Ger­ade Ver­let­zun­gen inner­halb der Sehnen, Muskel und Bän­der brauchen lange und diese Zeit sollte man dem Hund auch geben. Wed­er Queen noch ich haben etwas davon, wenn das Dra­ma von vorne los­ge­ht.

Den­noch ist es wirk­lich erle­ichternd, wenn es dem Hund wieder gut geht. Es nimmt einem doch eine große Last von den Schul­tern. Irgend­wie ist alles etwas getrübt, wenn ein Vier­bein­er Schmerzen hat und man fühlt sich ein­fach immer so hil­f­los. In diesem Sinne: Drückt uns die Dau­men, dass es ihr weit­er­hin gut geht und die Ver­let­zung gut ausheilen kann.

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