Allgemein, Ernährung

Fütterst du noch oder barfst du schon?

Achtung!

Bevor es zu Missver­ständ­nisse kommt, kündi­ge ich schon ein­mal an: Dieser Beitrag enthält eine ordentliche Por­tion Ironie, Sarkas­mus und Übertrei­bun­gen.

So. Da wir das nun gek­lärt haben, kann es los­ge­hen 🙂

Füt­terst du noch oder barf­st du schon?

Das The­ma “art­gerechte und gesunde Ernährung” begeg­net uns über­all und das ist auch gut so. Nach wie vor wis­sen viel zu viele Hun­debe­sitzer über­haupt nichts über den Inhalt von dem Fut­ter, welch­es sie ihrem Vier­bein­er täglich in den Napf geben. Haupt­sache gün­stig, schnell und unkom­pliziert und hey “Das Fut­ter ist schließlich Test­sieger bei Stiftung War­entest”.

Ich bin ehrlich: das sind Momente, in denen ich wahnsin­nig wer­den kön­nte. Ich komme nicht umher zuzugeben, dass ich inner­lich den Kopf schüt­tel, wenn im Super­markt vor mir an der Kasse jemand den 15 kg Sack “Gut und Gün­stig Fut­ter” auf das Fließband legt.

Wer die Ver­ant­wor­tung für ein Tier übern­immt, hat die ver­dammte Pflicht zu prüfen, was im Napf des Lieblings lan­det.

Ist so.

Jed­er kann selb­st bes­tim­men, wie er seinen Hund ernährt. Doch in einem Punkt beste­ht in meinen Augen eine “Null — Toller­anz — Gren­ze”: man muss wis­sen, was drin ist. Man muss sich über die Inhaltsstoffe informieren und nein, Stiftung War­entest reicht da nicht aus.

Der Trend geht zur frischen Füt­terung, was in jedem Fall ver­ständlich und unter­stützenswert ist.

Doch wie bei allen anderen The­men auch, kommt man irgend­wann an einen Punkt, an dem man sagen kann “Man kann es auch übertreiben”.

Und die Gren­ze ist dort erre­icht, wenn das The­ma zur Reli­gion wird.

Doch Bar­fer sind noch nicht gle­ich Bar­fer.

Da gibt es

die Gelassenen

Die mir ein­deutig am symath­is­chsten sind “die Gelasse­nen”. Unter­hält man sich mit Bar­fern dieser Gruppe fall­en Sätze wie “Bar­fen ist keine Wis­senschaft”, “Mach dir mal nicht so einen Stress” oder “Du kennst deinen Hund am besten”.

Während man mit einem “gelasse­nen Bar­fer” spricht, fühlt man sich gut. Man denkt, man tut das richtige für sein Tier. Man tauscht sich aus und nimmt das ein oder andere aus dem Gespräch mit.

Die Gelasse­nen machen sich nicht viele Gedanken um genaue Gram­mzahlen und haben ein gesun­des Bauchge­fühl. Schließlich sieht man auch am Fell des Hun­des, ob es ihm gut geht.

Dann gibt es noch

die stillen Barfer

Die stillen Bar­fer sind informiert und ziehen ihr Ding durch. Sie reden nicht viel drüber, son­dern tun es ein­fach. Keine bösen Blicke, wenn man über Trock­en­fut­ter spricht, keine Vorurteile gegen Leute die nicht bar­fen. Die stillen Bar­fer wis­sen genau, was sie machen und füllen täglich selb­st­sich­er und sou­verän den Napf.

Und dann wären da noch

die Besserwisser

Puh. Jet­zt wird es anstren­gend. Die Besser­wiss­er informieren sich über jedes Detail, glauben genau zu wis­sen, was das Richtige ist und sowieso gibt es nur ein­mal “das Richtige”. “Obst und Gemüse? Also davon halte ich ja gar nichts”. Nicht täglich aufs Gramm genaue Mahlzeit­en kom­men nicht in den Napf. Heute nur Kopf­fleisch? “Wie kannst du nur?”

Um einen Besser­wiss­er zu ent­lar­ven, stelle man sich fol­gende Sit­u­a­tion vor. Einige Hun­de­men­schen ste­hen zusam­men und sprechen über ihre Vier­bein­er. Das ein oder andere Erziehung­sprob­lem kommt auf den Tisch, während der Besser­wis­sere sich eher zurück­hält und belustigt grinst. Bis ein­er in der Runde die Frage aller Fra­gen stellt. “Was füt­tert ihr eigentlich”

Tadaaaa. Der Vor­gang der Bühne wird zur Seite gezo­gen, der Lichtkreisel fällt auf den Besser­wiss­er und um sich­er zu gehen, dass auch kein­er den Auftritt ver­passt, kommt nun der Satz der Sätze “Also ich barfe.”

Tadaaaaa. Die Aufmerk­samkeit liegt auf dem Besser­wiss­er, der seinen Kopf nun etwas höher streckt und ver­acht­ene Blicke an diejeni­gen verteilt, die von Haus­marken eines Tier­mark­tes reden. Den Höhep­unkt der Ver­ach­tung ist allerd­ings erst dann erre­icht, wenn ein­er der Hun­de­men­schen fragt “was ist denn bar­fen?”

Dann geht es los. Prozen­tangaben wer­den wild durch die Luft geschleudet. Man fühlt sich von dem Vor­trag nahezu erschla­gen und hat das Gefühl seinen Hund zu vergiften. Egal, wie gut man sich infomiert hat, anschließend fühlt man sich dumm und schlecht. Auch ich gehöre zu den­jeni­gen, die sich schnell verun­sich­ern lassen.

Doch soll­ten wir nicht alle die Kirche im Dorf lassen? Wir alle haben ein Bauchge­fühl auf das es sich zu hören lohnt.

Ihr Lieben, informiert euch über das, was ihr eurem Hund in den Napf gebt. Hin­te­fragt die Zusam­menset­zung und glaubt nicht jeden Mist.

Und wenn ihr alle Infor­ma­tio­nen zusam­men habt, dann hört auf euer Bauchge­fühl.

Punkt.

5 Comments on “Fütterst du noch oder barfst du schon?

  1. Ich muss ehrlich sagen, der Hauptbe­stand­steil ist bei uns Trock­en­fut­ter.
    Dazu kommt aber alles mögliche, was dem Schweinema­gen gut tut. Ich habe es mir schon oft vorgenom­men, kom­plett auf BARF umzustellen. Einen wirk­lich guten Grund, warum ich nicht umgestellt habe gibt es eigentlich auch nicht.
    Fakt ist aber, wenn ich umstelle, dann für Scar auch.

    Irgend­wann, wenn mein Bauchge­fühl es sagt stellen wir um. Im Moment laufen die Dinge gut so, wie sie laufen.

    Viele Grüße

    Ani­ka und die Knus­per­mäuse

  2. Sehr schön geschrieben 🙂

    Zu Beginn habe ich auch auf jedes Gramm geachtet, habe mich ohne die Waage sehr unsich­er gefühlt.
    Jet­zt füt­tere ich ehrlich gesagt mit­tler­weile so Pi mal Dau­men. Ich habe einen unge­fähren Plan im Kopf, ich wiege aber nichts mehr ab. Und den Hun­den gehts gut. 🙂

    Mir geht es da übri­gens ähn­lich, wenn ich jeman­den im Laden mit Schrot­t­fut­ter sehe… das ist fürchter­lich >.>

    Liebe Grüße
    Ali­na mit Yumo und Yari

  3. Wirk­lich gut geschrieben, habe sehr gelacht! Bitte mehr davon 🙂 Vielle­icht eine Kat­e­gorie “Ironie an”?

    Ich barfe auch, fühl mich gut dabei (bauchgef üblichen und so) und hun­di verträgt bish­er am besten. Allerd­ings gibt’s mir immer ganz schön zu denken, wenn ich mir­vor Augen führen, dass Hun­di aufs Jahr gerech­net 150 kg Fleisch kon­sum­iert! Das ist schon ne Haus­num­mer und sich­er nicht sehr ökol­o­gisch wertvoll…

  4. Hal­lo Sab­ri­na,

    toller Beitrag und genau SO kann man die drei Typen einord­nen.

    Allerd­ings fehlt in dein­er Aufzäh­lung noch das Sek­ten­mit­glied (eine Stufe über dem Besser­wiss­er). Die füt­tern auss­chließlich Natur gejagtes und mit Pfeil und Bogen erlegtes Wagyu-Rind, bei Voll­mond geern­tetes Saisongemüse an Apfelschaum und kalt­ge­presstem Kak­tus­feigenöl.

    Alles andere wäre näm­lich Tierquälerei.

    Gruß Thorsten

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