(Gastbeitrag) Achtung Satire: Warum die EU jetzt die Hundegeschirr-Sticker regulieren muss!

(Gastbeitrag) Achtung Satire: Warum die EU jetzt die Hundegeschirr-Sticker regulieren muss!

Erin­nert ihr euch noch an Sören Emmz­woaka? Genau. Sören ist der Autor von “Aus dem Leben eines Rüden”. Vor Kurzem haben wir euch seine satirischen Kurzgeschichten vorgestellt. Den Beitrag zu seinem Buch findet ihr hier.

Sören kam am ver­gan­genen Woch­enende frisch erholt aus dem Urlaub mit seiner Frau und seinem Hund Mo aus Däne­mark zurück. Voll getankt mit einer Menge Engerie und Kreativ­ität schrieb er für euch die nun fol­gende Kurzgeschichte:

Achtung Satire: Warum die EU jetzt die Hundegeschirr-Sticker regulieren muss!

Eine unbe­dachte Sekunde reicht und schon kann es geschehen: Die Ehe­frau hat ihren Mann beim Aben­dessen mit Kol­le­gen und Fre­un­den verse­hentlich mit seinem Kose­na­men ange­sprochen: “Spatz­ibärchen” solle ihr mal bitte die Sauce Hol­landaise für den Hum­mer reichen. Augen­blick­lich nimmt “Spatz­ibärchens” Haut selbst die Farbe des Hum­mers an. Seine Frau hat mit nur einem Wort Artikel 1 der Ver­fas­sung über die Unan­tast­barkeit der men­schlichen Würde gebrochen und sein beru­fliches Vorankom­men verun­möglicht. “Spatz­ibärchen” wird nicht in den Vor­stand aufrücken. Steuer­hin­terziehung oder eine Affäre mit der Putzfrau lassen sich fir­menin­tern weglächeln, wer aber schon im eige­nen Unternehmen nicht ernst genom­men wird, hat keine Chance mehr, an die Spitze zu gelan­gen. Die Ehe­frau ist untröstlich, akzep­tiert ein sich for­tan auch auf den pri­vaten Bere­ich beziehen­des Spitz­na­men­ver­bot und wen­det sich in ihrem Ver­druss den Hun­den zu — die sind gute Zuhörer und wack­eln, anders als Her­rchen, sogar mit dem Schwanz, wenn ihr Spitz­name fällt.
Und noch etwas hat Frauchen ent­deckt: Es gibt Sticker für das Hun­degeschirr, die keinen sach­lichen Zweck erfüllen, son­dern ein­fach nur dazu dienen, seitlich am Hund Botschaften anzubrin­gen. Sin­nvoll wären ja noch “Hier kön­nte ihre Wer­bung ste­hen” und später “Coca Cola” oder “Pedi­gree”. Wertvoll wären auch Warn­hin­weise wie “Nicht anfassen”, “Nicht füt­tern ” oder “Läu­fige Hündin”. Meis­tens aber sind Spitz­na­men aufge­druckt — für jed­er­mann zu lesen, so, als würde man “Spatz­ibärchen” auf die Tis­chkarte oder die Vis­itenkarte schreiben oder als Aufk­le­ber seitlich am Auto anbrin­gen. Ein nicht repräsen­ta­tiver Rundgang durch den Park mit meinem Hund Moritz hat fol­gende Spitznamen-Sticker zu Tage gefördert: Prinzessin (zweimal), Pum­melfee und Macho.
Darüber hin­aus gibt es Sticker, die auf den Beruf des Hun­des abzustellen scheinen (Body­guard, Azubi, Police, Dien­sthund), die seine sex­uelle Ein­stel­lung beto­nen (Herzens­brecher, Zuchtrüde), die seine Hygiene in den Vorder­grund rücken (Flo­hex­press), als Herkun­ft­sangabe fungieren (Made in Ger­many), den Betra­chter begrüßen (Moin Moin) oder über den Lieblingsplatz des Hun­des informieren (Sofa­wolf). Charak­tereigen­schaften hat die pein­liche Pro­duk­t­palette auch zu bieten: Von Bet­telkönig über Befehlsver­weigerer bis Kampfschmuser.
Es bedarf der Reg­ulierung! Wo ist die EU, wenn man sie braucht? Darf ein bel­gis­cher Schäfer­hund mit “Made in Germany”-Etikett rum­laufen? Hat die Bun­de­spolizei nicht die Rechte an den Wort­marken “Police” und “Dien­sthund”? Darf man einen “Befehlsver­weigerer” ableinen? Muss ein “Flo­hex­press” in Quar­an­täne? Muss “Moin Moin” nicht “Wuff Wuff” heißen und in Anführungsze­ichen ste­hen, wenn es eine logis­che und gram­matikalisch kor­rekte Anrede sein soll?
Moritz hat keinen Sticker. Eine Bat­terie von den Dingern kostet zwanzig Euro. Es ist in seinem Inter­esse, wenn ich eher Wurst zum Ver­nichten kaufe als einen Sticker namens “Wurstvernichter”.

War das lustig?

Weitere satirische Hundegeschichten von Sören Emmzwoaka sind unter dem Titel “Aus dem Leben eines Rüden” z.B. über Amazon hier* bestellbar.

Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
*Bei dem Link han­delt es sich um einen soge­nan­nten Ama­zon Affil­i­ate Link. Wenn ihr auf diesen Link klickt und das Pro­dukt auf Ama­zon bestellt, erhalte ich eine kleine Pro­vi­sion. Für euch ist das völ­lig kosten­los. Ich habe dadurch die Möglichkeit Anschaf­fun­gen für diesen Blog zu täti­gen, um zum Beispiel Pro­dukte für euch testen zu können. 

 

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Posted on: 11. Juli 2016Sabrina

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