Gastbeitrag von Sören Emmzwoaka: Hitze ?>

Gastbeitrag von Sören Emmzwoaka: Hitze

Heute gibt es wieder etwas zum Schmun­zeln, denn Sören Emmz­woaka hat passend zu den in dieser Woche anste­hen­den heißen Tage wieder eine lustige Kurzgeschichte für uns.

Hitze

In meinem Haushalt leben nicht nur Her­rchen, Frauchen und Hund Moritz, son­dern auch zwei mon­golis­che Wüsten­ren­n­mäuse. Um tier­schutzrel­e­van­ten Fra­gen vorzubeu­gen, sei an dieser Stelle bere­its erwähnt, dass in der obi­gen Aufzäh­lung drei Wesen vorkom­men, die keinen unmit­tel­baren Kon­takt miteinan­der haben. Hund und Mäuse sind gut unter einen Hut zu brin­gen – der Hund ist so teuer, dass die Mäuse im Bud­get kaum auf­fallen. Die Mäuse wiederum kön­nen sich im Laufrad selb­st­ständig aus­pow­ern, so dass uns genug Zeit bleibt, um mit Moritz Gassi zu gehen. Man kön­nte meinen, dass Wüsten­ren­n­mäuse 40 Grad Cel­sius bevorzu­gen, um sich richtig wohl zu fühlen, aber das ist nicht der Fall. Zim­mertem­per­atur ist opti­mal. Das spielt Moritz in die Karten, denn Hitze steht auf seiner Liste unsicht­barer Gefahren ziem­lich weit oben: Sie rang­iert noch vor einem Gasaus­tritt und nur knapp hin­ter einem im Schrank vergesse­nen und auf der Spiel­weise daher unsicht­baren Ball.

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Moritz kann klei­dung­stech­nisch nicht auf den Wech­sel der Jahreszeiten reagieren. Er trägt som­mers wie win­ters sein schwarzes Män­telchen aus echtem Hun­de­fell, ohne dass dieses sicht­bar dün­ner oder dicker wird. Mit Fell­wech­seln haben es Drahthaare offen­bar nicht so. Um den Effekt zu simulieren, woll­ten wir Moritz schon Win­ter­speck anfüt­tern und ihn dieses im Früh­ling abtrainieren lassen, damit er im Som­mer deut­lich dün­ner dasteht. Der Drahthaar kon­nte auf­grund aus­gedehn­ter Jog­gin­grun­den und einer hochnäsi­gen Attitüde beim Essen allerd­ings kein Gramm Fett anset­zen. Der Name war Pro­gramm: Er blieb drahtig. Ein Hun­de­jäckchen haben wir ihm selbst im tief­sten Win­ter bis­lang noch nicht übergestreift; im Som­mer jedoch trägt Moritz regelmäßig ein Kühlhalsband.

Lei­der ist es nur ein Kühlhals­band und keine Outdoor-Klimaanlage im Aus­maß mit­tel­großer Dorf­schaften. In den Som­mer­monaten ändert sich unser Tagesablauf daher gehörig. Oft gehen Moritz und ich bere­its um sieben Uhr joggen. Wenn andere Leute mit dem Früh­stück begin­nen, sind wir bere­its wieder zurück und befinden wir uns mit­ten in einer vorver­legten Siesta. Erst gegen Mit­tag trauen wir uns dann wieder vor die Tür und hüpfen von Schat­ten zu Schat­ten, als seien wir Vam­pire, die auf den let­zten Drücker ihre Steuer­erk­lärung abgeben müssen und deshalb doch mal bei Tages­licht vor die Tür müssen. Zu der­ar­ti­gen Ver­legen­heitss­paziergän­gen nehme ich keinen Ball mit. Zwar würde Moritz, in der Sekunde, da der Ball los­fliegt, selbst wüstenähn­liche Tem­per­a­turen vergessen und hin­ter­her­sprinten, aber als Her­rchen ohne Hitzes­tich sollte man nicht han­deln, als seien die für Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein zuständi­gen Gehirn­re­gio­nen in der Glut versengt.

Püppi

Eine Alter­na­tive zu Mini-Spaziergängen in der Mit­tagshitze sind Aus­flüge zum See. In Bag­ger­löch­ern ist sel­ten Warm­bade­tag. Lei­der ist anzunehmen, dass sich die Schwimmen-verboten-Schilder auch auf Hunde beziehen. Wenn man dann noch einen Hund hat, der bei Wasserkon­takt zum See­hund mutiert und sofort von gele­gentlichem Bellen auf unun­ter­broch­enes Heulen umstellt, kann man dem Ord­nungsamt direkt eine Einzugser­mäch­ti­gung über das eigene Konto erteilen.

Je näher der Son­nenun­ter­gang rückt, desto nor­maler wer­den dann wieder die Spaziergänge. Die Dis­tanz in Kilo­me­tern ver­lässt den Dez­i­mal­bere­ich, die Dauer in Minuten erre­icht zweis­tel­lige Werte und die Anzahl der Bälle ist wieder ungle­ich null. Wenn man Pech hat, unter­stre­icht Mut­ter Natur aber aus­gerech­net dann das vorüberge­hende Ende der brü­ten­den Hitze mit einem Regen­schauer in Bind­faden­form, während man ger­ade mit dem Hund auf dem Acker ist und das einzige wasserdichte Pro­dukt die Kot­beu­tel sind.

Ich will mich über hohe Tem­per­a­turen aber gar nicht beschw­eren. Immer­hin sor­gen sie auch für Eiskon­sum ohne schlechtes Gewis­sen, Public-Viewing im Bier­garten oder einen schö­nen Braun­ton der Haut. Vielle­icht genießt mancher Hun­debe­sitzer die Ermat­tung seines Hun­des an den heißen Tagen klammheim­lich sogar ein biss­chen. Ich will nicht wis­sen, wie viele die Heizung im Win­ter auf 35 Grad stellen, um ihren Hund runterzufahren.

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Cover Aus dem Leben eines Rüden 
Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
 
 
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