Gastbeitrag von Sören Emmzwoaka: “Meine Taktik: Klick-klack?”

Gestern erst hat­te ich Sörens neuste Kurzgeschichte im Post­fach. Ich habe mich in der Geschichte direkt wieder ent­deckt und musste herzhaft lachen. Daher möchte sie euch die Geschichte gar nicht länger voren­thal­ten 🙂

Meine Tak­tik: Klick-klack?

Von tiefer Sachken­nt­nis ungetrübte Pri­vatan­sicht­en über das Klick­ern

Ich weiß nicht viel übers Klick­ern. Es begin­nt schon damit, dass ich duden.de fra­gen musste, um her­auszufind­en, ob man „click­ert“ oder „klick­ert“, Antwort: Let­zteres. In so einem Fall wäre Schweigen ver­mut­lich Gold. Mir reicht Sil­ber. Ich halte Klick­ern für eine geschicht­strächtige‎ Meth­ode, um geschicht­strächtige Wesen bess­er zu erziehen. Warum so viel Geschichte? Nun ja: Das Klick­ern erscheint mir in direk­ter Lin­ie ver­wandt mit der berühmten Meth­ode des rus­sis­chen Forsch­ers Iwan Petrow­itsch Pawlow, der eine Glocke erklin­gen ließ, bevor er seinem Hund etwas zu fressen gab. Das set­zte dessen Spe­ichelfluss in Gang. Irgend­wann sab­berte der Hund schon beim Klang der Glocke, ohne dass ihm direkt das Essen gere­icht wurde. Er hat­te gel­ernt: Glocke ist irgend­wie gut. So kommt es, dass der Pawlowsche Hund trotz sein­er Namenslosigkeit ein heißer Anwärter auf den Titel des berühmtesten Hun­des außer­halb von Lit­er­atur und Fernse­hen ist — dicht gefol­gt von Wel­traumhündin Lai­ka und Hitlers Schäfer­hündin Blon­di.

Püppi

Wenn ich richtig informiert bin, geht der Klick (oder sollte man laut­ma­lerisch eher “Klack” sagen?) der Fut­ter­gabe anfangs voraus; zur Frage, ob die Füt­terung später auch mal ent­fall­en darf, habe ich in den ein­schlägi­gen Rat­ge­bern ein glasklares Jein gefun­den. Sys­tem­a­tisch weglassen sollte man die Beloh­nung aber wohl nicht. Neue­in­steiger kön­nen also nicht davon aus­ge­hen, die in den „Knack­frosch“ investierten 2,99 Euro in Form von einges­parten Leck­erlis refi­nanzieren zu kön­nen.

Dafür hat das Klick­ern ohne Beloh­nung in viele men­schliche Beziehun­gen Einzug gehal­ten. Acht­en Sie mal drauf, beson­ders wenn Sie ein Mann sind: In der rosaroten Phase trauter Zweisamkeit fol­gt‎ auf eine Mas­sage (Ver­hal­ten des men­schlichen Rüden) ein Dank der Dame (Klick) und schließlich das Sie-wis­sen-schon-was (Fut­ter); einige Monate danach bleibt es bei Mas­sage und Dank. 

Mein per­sön­lich­es Klick­er­ex­per­i­ment dauerte zwei Monate beziehungsweise zwölf Dauer­läufe. Ich wollte Moritz beib­rin­gen, stur an anderen Hun­den vor­beizu­laufen‎ — so wie ein Auto ein Auto passiert. Stellte sich her­aus: Moritz ist kein Auto. Das Exper­i­ment wurde noch in der Pilot­phase abge­brochen und es blieb alles beim Alten: Moritz gle­icht nach wie vor die äußeren Merk­male uns ent­ge­gen kom­mender Hunde mit sein­er gespe­icherten Hun­de­fre­unde-Datei ab und sucht, was die vor­ange­hende Recherche eigentlich über­flüs­sig macht, in allen Fällen den Kon­takt: gegenüber Fre­un­den aus Fre­undlichkeit, gegenüber Hündin­nen aus Fortpflanzungs­bere­itschaft und gegenüber anderen Rüden aus dem gle­ichen Grund, aus dem Don­ald Trump auf Barack Oba­ma zuge­ht. Um zu sagen: Ich bin jet­zt der Chef. Mit anderen Worten: Ich kam immer nur zum Klick­ern, wenn wir in gewis­sem Abstand an anderen Hun­den vor­beiliefen und fand das keine Bestä­ti­gung wert.

Noch etwas habe ich fest­gestellt: Klick­ern ist die ein­sam­ste Mannschaftss­portart der Welt. Natür­lich bildet man eine Ein­heit mit dem eige­nen Hund, aber wenn sich in der Nähe zu viele andere sechs­beinige Men­sch-Hund-Teams befind­en und der Zweibein­er dem Vier­bein­er was vork­lick­ert, kann das an ander­er Stelle kon­trapro­duk­tiv wirken. Der eigene Hund kön­nte einen frem­den Klick auf sich beziehen. War er in der Sekunde ger­ade unge­hor­sam, gewöh­nt er sich den Unge­hor­sam vielle­icht an. Ich kenne Klick­er­er, die der Ver­wech­selungs­ge­fahr vor­beu­gen wollen, indem sie dop­pelt und dreifach klick­en, aber die Vari­a­tion­s­möglichkeit­en sind dabei natür­lich begren­zt. Man kann dem Hund ja keine Mozart-Sin­fonie vork­lick­ern, nur um ein einzi­gar­tiges Geräusch zu erzeu­gen.

So schlimm ist Ein­samkeit beim Train­ing aber auch wieder nicht: Pawlow hat­te bei seinem Exper­i­ment ver­mut­lich auch keine Gesellschaft. Jeden­falls sieht er auf alten Fotos extrem eigen­bröt­lerisch aus.

Bald ste­ht Wei­h­nacht­en vor der Tür und das bedeutet, es  müssen zahlre­iche Geschenke gefun­den wer­den. Wie wäre es denn mit dem tollen Buch voller Kurzgeschicht­en von Sören?

Weite lustige Geschichten von Sören Emmzwoaka und seinem Hund Moritz sind unter dem Titel “Aus dem Leben eines Rüden” z.B. über Amazon hier* bestellbar.

Cover Aus dem Leben eines Rüden 
Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
 
 
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