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Gastbeitrag von Sören Emmzwoaka: Schrittregel zur Fernhaltung des Hundes aus dem Bett

Heute habe ich wieder eine neue Kurzgeschichte von Sören für euch 🙂

Einige Sportarten haben ihre eigene Schrit­tregel. Ein Weit­springer zum Beispiel muss vor dem Balken in Rich­tung Sand­kas­ten abheben, darf dabei aber keine Förm­chen mit sich führen. Einem Bas­ket­baller sind nur drei Schritte mit dem Ball in der Hand ges­tat­tet, es sei denn, er ist ein Teufelskerl now­itzkischen Aus­maßes und titscht den Ball zwis­chen­durch auf den Hal­len­bo­den. Auch Hand­baller sind auf drei Schritte beschränkt, genehmi­gen sich aber fünf, weil ihre ver­schwägerten Schied­srichter erst fünfe ger­ade sein lassen und dann einen Schritt als keinen werten.

Andere Sportarten basteln noch an ein­er sin­nvollen Regelung: Für Marathon­läufer kön­nte ich mir eine max­i­male Anzahl von 85.000 Schrit­ten gut vorstellen, denn dann reicht eine Schrit­tlänge von einem hal­ben Meter völ­lig aus, um die 42,195 Kilo­me­ter zu absolvieren. Mit einem Chip im Schuh ist die Kon­trolle kein Prob­lem. Oder man drückt den Läufern einen mech­a­nis­chen Handzäh­ler in die Faust — dann tun sie gle­ichzeit­ig auch was für die Ober­ar­m­musku­latur.

Nicht so olymp­isch wie Leich­tath­letik, Bas­ket­ball oder Hand­ball, aber den­noch Leis­tungss­port ist das mor­gendliche Begrüßungsritu­al zwis­chen meinem Deutsch-Drahthaar-Rüden Moritz und mir. Wenn Moritz aufwacht, ver­schwen­det er keine Zeit, um sein Kör­bchen zu ver­lassen und auf meine Seite des Bettes zu trot­ten. Dort gäh­nt er ein­mal, trip­pelt dann ein paar Mal auf der Stelle und hievt seinen Oberkör­p­er auf meinen Bauch. Diesen muss ich zu diesem Zeit­punkt bere­its geis­tes­ge­gen­wär­tig anges­pan­nt haben, um den Ein­schlag abz­u­fan­gen. Ein paar Sit-ups sind nichts dage­gen.

 

Püppi

In unser­er Fas­sung des Hun­deknigges ste­ht klar und deut­lich, dass Moritz nicht ins Bett darf. Die Schrit­tregel besagt ein­deutig, dass ein Fuß immer Bodenkon­takt haben muss. Manch­mal ist es auch nur noch eine Kralle – aber darauf beste­he ich! Bevor ich also dazu bere­it bin, meinen Hund durchzuknud­deln, kon­trol­liere ich, ob er sich an die Schrit­tregel hält. Ich bin mir nicht sich­er, ob es päd­a­gogisch beson­ders wertvoll ist, Liebe an die Ein­hal­tung von Regeln zu knüpfen. Der Hund liebt einen schließlich auch bedin­gungs­los.

So ein Drahthaar auf dem Bauch fühlt sich nicht ger­ade an wie ein flauschiges Schafs­fell – erstens lebt das Tier zum Glück ja noch, zweit­ens ist das Fell recht drahtig und drit­tens ist der Hund ziem­lich schw­er. Trotz­dem bin ich in dieser Sit­u­a­tion schon mehrmals eingeschlafen. Ich kann deshalb nur rekon­stru­ieren, was danach geschieht: Entwed­er Moritz schläft auch ein und zieht die let­zte Pfote, die noch Bodenkon­takt wahrt, unbe­wusst hin­auf ins Bett – oder der Kerl macht das mit voller Absicht.

Füße runter!“ höre ich plöt­zlich – jet­zt wieder wach – jeman­den sagen. Bei uns ist meine Frau die Schied­srich­terin.

Hat euch die Kurzgeschichte gefall­en? Wie wäre es denn mit dem tollen Buch voller lustiger Geschicht­en von Sören? Das Buch ist auf jeden Fall auch eine tolle Idee für Hun­de­men­schen zu Wei­h­nacht­en 🙂

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Cover Aus dem Leben eines Rüden 
 
Vie­len Dank an Sören für diese Kurzgeschichte. 
 
 
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