Gefahr: rohes Fleisch ?>

Gefahr: rohes Fleisch

Keine Sorge. Dies hier ist kein Beitrag gegen rohes Fleisch.  Denn “Nur roh macht froh” oder wie heißt es noch so schön?

Und obwohl ich ein absoluter glück­licher Bar­fer bin, ist mir etwas passiert, was ich euch gerne erzählen möchte. Denn sollte euch etwas ähn­liches wider­fahren, so erin­nert ihr euch vielle­icht an meinen Artikel und macht nicht den gle­ichen Fehler wie ich.

Vor Kurzem habe ich mich beim Öff­nen der Folie des einge­frore­nen Fleis­ches geschnit­ten. Eine kleine, ca. 1 cm lange Wunde, die nicht mal richtig geblutet hat. Kurz unter kaltes Wasser und weiter ging es. Nach­dem ich alles aus­gepackt hatte, habe ich mir wie immer vernün­ftig die Hände gewaschen und die Arbeits­fläche desinfiziert.

Und obwohl wir eine Hand­seife benutzen, die laut her­steller 99,9% aller Bak­te­rien ent­fernt, fing es zwei Tage später an. Der Fin­ger war heiß und rot und fühlte sich irgend­wie fremd an. Der Fin­ger war entzündet.

Ich habe das gar nicht richtig ernst genom­men. Im Inter­net findet man aller­lei Haus­mit­telchen, die bei Entzün­dun­gen helfen sollen. Die meis­ten hatte ich aber gar nicht im Haus. Wir essen keinen Honig und kochen auch nur sel­ten mit Zwiebeln, sodass das einzige Mit­tel, welches ange­blich helfen sollte und griff­bereit stand, Kokosöl sein sollte.

Also rieb ich den Fin­ger mit Kokosöl ein und tat­säch­lich fühlte es sich angenehm kühl an. Aber das war es dann auch schon. Am Fol­ge­tag war die Entzün­dung so deut­lich fort­geschrit­ten, dass die Fin­gerkuppe richtig dick angeschwollen war. Die Fin­ger­spitze sah aus, als würde ich 120 kg wiegen.

Also fuhr ich zur Apotheke. Die Gesichter der Damen dort wirk­ten leicht geschockt bis angeekelt. Eine doch sehr kom­pe­tent wirk­ende Frau verkaufte mir eine soge­nan­nte Zugsalbe und aller­lei Ver­bands­ma­te­r­ial. Mit dem Hin­weis, einen Arzt aufzusuchen, falls es nicht besser wird, ließ sie mich gehen.

Die Salbe war das eke­lig­ste, was ich in meinem ganzen Leben an meine Haut lassen musste. Die Salbe war schwarz und roch stank nach Teer. Ekel­haft. Man roch es sogar durch den Verband.

Doch am Abend sah der Fin­ger tatäch­lich besser aus.

In den fol­gen­den Tagen ließ ich den Ver­band immer häu­figer weg, denn schließlich musste ich für den Shop nähen und der Ver­band war ein­fach zu dick, um vernün­ftig arbeiten oder tip­pen zu können.

So richtig besser wurde es irgend­wie nicht. “Ach das wird schon” und ein Haufen Arbeit hiel­ten mich irgend­wie ab, über den Fin­ger nachzu­denken. Fre­itag abend kam dann die Hitze zurück und eine auf­fäl­lig rote Stelle an der Seite des Fingers.

Auch die Stinke­salbe half nicht mehr und so stand ich am Sam­stag Nach­mit­tag mit einem dicken roten Fin­ger in der Notauf­nahme, den ich kein Stück mehr bewe­gen kon­nte und der wirk­lich schmerzte.

Auf dem Bild erkannt man gut klein die eigentliche Schnit­twunde gewe­sen ist. An der roten Stelle ist die Haut durch die Entzün­dung eingerissen

Die Ärztin fragte beiläu­fig, wie es passiert sei. Ich erzählte ihr, dass ich mich beim Fleisch schnei­den geschnit­ten hätte. Sie drehte sich langsam um. “Nor­males Fleisch aus dem Super­markt oder?” Ich erzählte ihr vor­sichtig, dass es sich um “Hun­de­fleisch” han­delte. Gott sei Dank lenkte mein Fre­und schnell ein und kor­rigierte “Fleisch für die Hunde”, nicht “Hun­de­fleisch” 😀 Sie wirkte für den Bruchteil einer Sekunde erle­ichtert, doch dann kam der erschrock­ende Blick eines ange­fahre­nen Rehs.

Etwa Pansen und so?”

Klein­laut kam nur ein fra­gen­des “Ja?” von mir.

Dann wurde sie panisch und fragte mich nach meinen Imp­fun­gen. Ich schwindelte und hin­ter­ließ mir eine gedankliche Erin­nerung “Tetanus auffrischen”.

Sie schaute sich den Fin­ger noch ein­mal genauer an und holte einen Chirur­gen dazu. Da ich gegen einige Antibiotka aller­gisch reagiere, hat­ten die bei­den eini­gen Aufwand, ein passendes Medika­ment zu finden.

Der Chirurg war sichtlich besorgt und tastete meine gesamten Arm ab. “Tut es hier weh?”

Ich hatte sonst keine Schmerzen und keine Blutvergif­tung. Das ist offen­sichtlich keine Selb­stver­ständlichkeit. Mir wurde erzählt, dass deswe­gen schon Leute über Wochen im Kranken­haus lagen.

Die Sor­gen­fal­ten der Ärzte waren ansteck­end. Ich musste hoch und heilig ver­sprechen am Fol­ge­tag wiederzukom­men, wenn es mit dem Anit­bi­otikum und einer neuen Salbe nicht besser wer­den würde. Der Chirurg wollte in diesem Fall den Fin­ger auf­schnei­den, um der Entzün­dung, die sich mit­tler­weile bis zum zweiten Gelenk gezo­gen hatte, Herr wer­den zu können.

Am Fol­ge­tag war es Gott sei Dank deut­lich besser und mit­tler­weile ist die Welt auch wieder in Ordnung.

Also ihr Lieben,

soll­tet ihr euch beim Fleisch Schnei­den in den Fin­ger schnei­den, dann bitte nehmt das ernst und desin­fiziert direkt die Wunde, sei sie noch so klein.

Ich habe das Ganze nicht ernst genom­men und wäre fast im Kranken­haus gelandet.

Im rohen Fleisch befinden sich Bak­te­rien. Der Magen unserer Hunde kommt damit zurecht, unsere Wun­den allerd­ings nicht, also bitte nicht vergessen, dass man stets desin­fizieren sollte und sollte man sich doch ein­mal schnei­den, dann bitte direkt aus­giebig die Wunde versorgen.

Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+

5 thoughts on “Gefahr: rohes Fleisch

  1. Für den Fall hab ich immer eine Flasche kol­loidales Sil­ber da…über Nacht ein getränk­ter Ver­band auf die frische Wunde und alles wäre prob­lem­los abgeheilt 😉

  2. Oh mein Gott …

    Bei uns wird ja auch gebarft, noch habe ich mich zum Glück aber nicht geschnit­ten und auch sonst nicht ver­letzt. Ich hätte wahrschein­lich genau wie du reagiert, ein biss­chen Salbe drauf und abwarten, “das wird schon”. Danke für deinen Artikel, wirk­lich! Wenn ich mich in Zukunft beim por­tion­ieren schnei­den sollte weiß ich jetzt, dass ich es nicht auf die leichte Schul­ter nehmen sollte. 

    Viele Grüße,
    Doxa mit Hay­ley und Darida

  3. Hallo 🙂
    Toller Blog! Habe dich durch Face­book ent­deckt, der neueste Artikel wird dort geteilt 😉
    Wir bar­fen auch und ich gestehe: das wusste ich bis­lang noch nicht. Und habe mir darüber auch nie Gedanken gemacht. Zum Glück haben wir eine Hun­demet­zgerei.… also Met­zgerei, in der man frisches Fleisch für Hunde kaufen kann. So ist nichts abgepackt. Aber hat­ten wir auch schon. Werde, wenn ich so etwas mal haben sollt, daran denken.
    viele Grüße
    Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.