Groß und Klein — geht das überhaupt?

Groß und Klein — geht das überhaupt?

Vor eini­gen Tagen habe ich via Face­book und Insta­gram dazu aufgerufen, uns Fra­gen zu stellen. Uns Dinge zu fra­gen, die ihr schon immer mal wis­sen wolltet.

Eine Frage tauchte hier­bei immer wieder auf, sodass ich mich entschlossen habe, der Antwort einen eige­nen Blog­a­r­tikel zu widmen.

Hast du dir vor Püppis Einzug Sorgen gemacht, dass der Größenunterschied der beiden ein Problem werden könnte?”

Ich muss zugeben, dass ich diese Frage schon oft gehört habe. Viele sind neugierig und wollen wis­sen, ob ein großer Hund über­haupt mit einem Kleinen zusam­men­leben kann. Einige reagieren auf eine Art, die schon fast an Mitleid mit Püppi grenzt: “Oh die arme Kleine muss bes­timmt ganz schnell laufen, um mit der Großen mithal­ten zu kön­nen.” Und manche ver­ste­hen meine Entschei­dung ein­fach so gar nicht: “Wie kann man nur? Die bei­den Hunde haben doch völ­lig unter­schiedliche Bedürfnisse”

Klar, das haben sie. Aber ich habe auch völ­lig unter­schiedliche Inter­essen im Ver­gle­ich zum Her­rchen und wir leben trotz­dem zusammen 😀

Liebe auf den ersten Blick <3

Ne, mal im ernst.

Natür­lich habe ich mir einige Gedanken darüber gemacht, ob ein kleiner Hund die richtige Entschei­dung sein würde. Und ich weiß gar nicht, ob ich mit diesem Artikel eine befriedi­gende Antwort auf die Frage liefern kann. Ich kann die Frage zwar für uns beant­worten, aber dies stellt keine all­ge­me­ingültige Aus­sage dar.

Zunächst ein­mal kann natür­lich ein kleiner Hund mit einem großen Zusam­men­leben. Warum denn auch nicht? Schließlich gibt es auch genug artenüber­greifende Fre­und­schaften wie Hund und Katze oder Hund und Hase — und diese sind doch weit exo­tis­cher als groß und klein.

Queen hat grund­sät­zlich keine Prob­leme mit anderen Hun­den. Sie ist allerd­ings ein Hund, die schon immer zwis­chen groß und klein unter­schieden hat. Und nicht nur das. Sie hat auch schon immer zwis­chen frech und eher zurück­hal­tend unterschieden.

Queen mochte schon immer kleine, freche Hunde. Mit denen hat sie gern gespielt und gern Zeit ver­bracht. Sie war schon immer sehr vor­sichtig mit kleinen Hun­den und wirkte von Anfang an inter­essierter, wenn ihr Gegenüber ein kleiner, frecher Vier­beiner war.

Püppi hat schon immer gebud­delt. Schnell hat sie Queen damit angesteckt

Queen hat auch große Hun­de­fre­unde, aber das sind auch eher aufgeschlossene und leb­hafte Hunde.

Ruhige und schüchterne Hunde waren nie ihr Ding. Man hatte den Ein­druck, sie wurde dadurch eben­falls unsicher und nervös.

Kleine, freche Hunde waren also schon immer Queens lieb­ste Gefährten. In der Gegen­wart eines kleinen, aufgeschlosse­nen Vier­bein­ers, wirkte sie wesentlich unbeschw­erter und legte ihre eigene Unsicher­heit ab, sodass hier schon immer klar war, wenn es mal einen zweiten Hund geben sollte, dann einen kleinen, aufgeschlosse­nen Frechdachs.

Die Wahl fiel schnell auf einen Shih Tzu, weil die Rasse für ihre Uner­schrock­en­heit und für ihren eige­nen Kopf bekannt ist. Vom Wesen her hätte auch ein Jack Rus­sel gut gepasst, aber das wäre nicht so mein Ding gewe­sen. Ich mag es, wenn ein Hund langes Fell hat und fluffig aussieht 😀 Die Mis­chung macht es, daher sollte es ein Shih Tzu Mal­teser Mis­chling wer­den. Ich wollte einen gesun­den, nicht überzüchteten Hund. Gern einen “Unfall” mit gesun­den Eltern. Ich muss auch zugeben, dass ich die Mis­chlinge süßer finde als rein­ras­sige Shih Tzus.

Zusam­men Kuscheln und gemein­sam Schlafen war schon nach einige Tagen selbstverständlich

Auch ich wollte gern einen kleinen Hund dazu.

Ich war noch die diejenige, für die ein Hund erst da anfängt, “wo man sich nicht mehr bücken muss”. Oh, wie ich den Spruch hasse 😀

Ich wollte gern einen kleinen fluffi­gen, flauschi­gen Hund, der frech ist, seinen eige­nen Kopf hat und Queen so ihre Unsicher­heit ein Stück weit nehmen kann. Ich wollte einen kleinen Hund, der sportlich ist und zudem aufgeschlossen.

Nun muss ich den Kri­tik­ern aber doch in einem Punkt Recht geben:

Große und kleine Hunde haben völlig unterschiedliche Bedürfnisse.

Das ist ein­fach so und da braucht man auch nichts schön reden.

Wer keine Zeit hier­für hat, sollte sich bei einem Zwei­thund für eine Rasse entschei­den, die dem Ersthund sehr nahe kommt.

Queen macht gern Nase­nar­beit und geht gern Trailen. Sie geht gern drei bis vier Mal raus. Auf den Spaziergän­gen sucht sie gern Fut­ter­brocken im Gras, Laub oder in Baum­rinden. Sie sucht gern ver­steckte Spielies und wenn draußen mal nichts passiert, ist sie eher langsam unter­wegs. Sie schnüf­felt viel und spielt gern den “Dorfsherrif”.

Püppi hat gern Action. Ob Agility, Trick­sen oder Apportieren. Haupt­sache schnell. Sie würde am lieb­sten den ganzen Tag spazieren gehen, gern stun­den­lang. Sie schnüfe­flt kaum, markiert im vor­beiren­nen und ist ganz all­ge­meinh haupt­säch­lich ren­nend unterwegs.

Das klingt nun erst­mal, als wären die Spaziergänge das rein­ste Chaos, aber das ist nicht so. Die bei­den haben sich super aneinan­der angepasst. Püppi hat mit­tler­weile auch Gefallen daran gefun­den, Leck­erlis zu suchen und wenn sie mal kein Inter­esse hat, rennt sie ein­fach über die Wiese, während Queen mit der Nase im Gras steckt.

In der Hun­de­schule bele­gen beide unter­schiedliche Kurse, die Zeit nehme ich mir. Zwis­chen­durch gehen wir getrennt raus. Dann geh ich mit Queen in den Wald und wir machen Nase­nar­beit oder ich fahr mit Püppi mit dem Rad durch die Felder.

Zwei Hunde unter­schiedlicher Größe kön­nen sehr gut miteinan­der leben. Ich glaube, dass bezüglich der Har­monie zwis­chen bei­den Hun­den vor allem der Charak­ter entschei­dend ist. Ich habe Püppi und ihre Geschwis­ter vor ihrem Einzug drei mal besucht, um den Charak­ter genau her­aus­fil­tern zu kön­nen. Und sind wir mal ehrlich: auch zwei Hunde gle­icher Rasse kön­nen völ­lig ver­schieden sein. Man sollte also genau über­legen, welcher Typ zu eige­nen Hund passt und danach entschei­den. Der Charak­ter des Hun­des ist hier viel entschei­dener als Rasse oder Größe.

Zudem sollte man sich darüber bewusst sein, dass zwei Hunde mit unter­schiedlichen Bedürfnis­sen viel mehr Zeit und Aufmerk­samkeit benöti­gen als zwei Hunde, die zum Beispiel beide zum Agility gehen oder die beide Mantrail­ing machen.

Und auch, wenn es bes­timmt Tage gibt, an denen Queen die Püppi mit ihrer unendlichen Energie am lieb­sten zur Adop­tion frei geben würde, bin ich mir sicher, dass sie sie spätestens nach ein paar Stun­den ver­mis­sen würde 😀

Habt ihr auch zwei Hunde? Für welche Rassen habt ihr euch entsch­ieden und welche Erfahrun­gen habt ihr gemacht?

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Posted on: 23. April 2017Sabrina

5 Gedanken zu „Groß und Klein — geht das überhaupt?

  1. Ein schön geschriebener und the­ma­tisch aus­ge­wo­gener Artikel. Warum sollte es auch nicht funk­tion­ieren? Zwis­chen allen Hun­den gel­ten die Regeln der Hun­dekom­mu­nika­tion. Den Hun­den sind die Größe­nun­ter­schiede vol­lkom­men egal. Für sie ist ein Begriff wie ‘Wider­risthöhe’ bedeu­tungs­los. Wichtig sind die Sig­nale, die die Hunde sich gegen­seitig geben.
    Ich kann nur bestäti­gen, das Groß und Klein sehr gut zusam­men­passen können.
    Mein Golden Retriever Rüde ist zwar ein “Einzelkind” aber zu seinen bevorzugten Gas­si­part­nern zählen eine Franzö­sis­che Bull­dogge und ein süsses Zweigschnauzer-Mädel. Wir besuchen uns auch gegen­seitig und passen auch im Urlaub schon ein­mal auf die Mädels auf. Wir haben von Anfang an darauf geachtet, dass Fin­ley mit Hun­den unter­schiedlicher Rassen und unter­schiedlicher Grössen zusam­men sein konnte.
    So kon­nte er ler­nen, seine Kräfte einzuschätzen und Rück­sichten zu nehmen.
    Lieben Gruß aus Ham­burg, Bir­git mit Finley

  2. Hallo,
    also wir haben 6 Hunde.
    1 Podenco-Pointer-Mix “Benji”/12 Jahre
    1 Podenco “Patty”/8Jahre
    1 (ange­blich) Schäferhund-Mix (sieht aber eher wie ein kleiner Kan­gal aus) “Sissy”/bald 4 Jahre
    1 kleiner (strubbe­liger) Podenco “Struppi”/bald 7Jahre
    1 Cav­a­lier King Charles Spaniel “Candyce”/10Jahre
    1 Prager Rattler-Chihuahua-Mix “Spike”/7Jahre

    (2 mussten wir lei­der vor 2 Jahren gehen lassen, dafür waren dann Sissy und Spike nachgerückt)

    Einige davon bud­deln gerne, andere gehen lieber Gassi und andere wür­den am lieb­sten den ganzen Tag nur kuscheln. 🙂
    Ich muss sagen bis auf Candy und Benji, sind die anderen eher durch Zufall zu uns gekommen.
    Und es passt ein­fach, es gab nie Probleme.
    Obwohl es Angsthunde, mis­shan­delte Hunde waren.
    Es gibt Tage da merkt man wann wer Einzel­run­den braucht. Anson­sten gibt es wenig­stens run­den mit je 2 Hunden.
    Wir haben noch ein großes Grund­stück und einen großen eingezäun­ten Platz, wo die Hunde toben, bud­deln und frei laufen können.
    Zwis­chen­durch wer­den mal ein paar Übun­gen gemacht (Pfote, sitz, Platz, etc.), aber im großen ganzen dür­fen sie Hund sein.
    Ein paar wenige Agili­tygeräte haben wir hier, wo nur sel­ten Inter­esse bei denen aufkommt.
    Uns suchen, das machen sie auch sehr gerne oder eh Nasenarbeiten.
    Hin und wieder zocken aber auch mal die kleinen mit den großen und anders rum und die sind so vor­sichtig untereinander.
    Aber wir wer­den auch keinen neuen mehr aufnehmen, falls irgend­wann nach und nach einer verstirbt.
    Man sel­ber wird ja nicht Jünger und man kommt langsam in ein alter wo bei einem sel­ber wehwe­hchen anfangen.
    Und ich möchte die Zeiten mit unseren nie missen.

    LG Sabine

  3. Das “Liebe-auf-den-ersten-Blick”-Foto ist ja toll. 🙂
    Meine bei­den Hunde sind sich äußer­lich sehr ähn­lich, ich wurde schon mehrmals gefragt, welcher Rasse die bei­den ange­hören, dabei sind bei­des bunte Mis­chlinge. Charak­ter­lich unter­schei­den sie sich allerd­ings stark, und ich finde, ger­ade dadurch ergänzen sie sich gut. Ich habe meinen Kalle sehr lieb, aber einer von seiner Sorte genügt mir vollkommen 🙂
    Viele Grüße, Nora

  4. Wir haben seit kurzem einen Zwei­thund zu unserem Leon­berger. Fine ist ein Cav­a­lier King Charles Spaniel und somit ja deut­lich kleiner als meine große Motte. Die zwei ver­ste­hen sich unheim­lich gut, es war Liebe auf den ersten Blick.
    Natür­lich ist es jetzt am Anfang etwas stres­sig: Die Kleine ist ger­ade mal 11 Wochen alt und in etwa so groß wie Mottes kom­plet­ter Kopf. Das hält sie aber in kein­ster Weise davon ab, mit Motte wild zu toben. Auch die Große ist vor­sichtig, hat sich vom Spie­len mit den Pfoten zurück­ge­zo­gen und spielt nun mit ihr so, wie Fine das will: Schnuti auf und ärgern.
    Es ist unglaublich schön dabei zu sein, wie die kleine Maus von der großen lernt. Wie sie sich das Ver­hal­ten bei ihr abschaut. Aber natür­lich auch, wie die Große ein­fach zufrieden mit ihr toben kann und sie danach gemütlich schlummern.

    Hach, da ist die Größe doch dann total neben­säch­lich. Auch wenn meine Mut­ter (die Fine momen­tan vor­wiegend an der Leine führt) nie den Spruch hören muss “Wo will denn der große Hund mit dem Mäd­chen hin?” 😀 Aber hey, es hat bisher noch keiner gefragt ob wir nicht Angst haben, dass Motte unsere kleine Fine fressen will.

    Ganz liebe Grüße,
    Nadine mit Motte

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