Hilfe — Ich bin eine Glucke!

Ken­nt ihr auch diese Müt­ter, die ihre Kinder nicht auf Bäume klet­tern lassen? Dessen Kind nicht mit den älteren Nach­barskindern spie­len soll, weil die Jungs so rüpel­haft sind? Diejeni­gen, die ihre Kinder an jed­er noch so kleinen Straße an die Hand nehmen?

Kinder habe ich keine.
Aber ich bin eine Hundemutter und ich bin eine Glucke.

Ich bin so unglaublich ängstlich, wenn es um Queen geht, dass es mich manch­mal schon selb­st nervt. Stellt euch mal die oben beschriebe­nen über­fürgsor­glichen Müt­ter als Hun­de­mut­ter vor und ihr habt ein per­fek­tes Bild von mir. Ständig ent­decke ich neue “gefährliche” Dinge, die sofort von der “Dinge, die erlaubt sind — Liste” gestrichen wer­den und auf die “Dinge, die auf jeden Fall ver­hin­dert wer­den — Liste” geschrieben wer­den.

Ich gebe euch am besten mal einen kurzen Ein­blick in diese Liste:

Ich habe wahnsin­nige Angst vor Gift­gödern und mei­de jeden Ort, wo diese gefun­den wor­den sind. Ständig mache ich Anti — Giftköder — Train­ing, damit ich wenig­stens nicht jedes Mal einen Herz­in­fakt bekomme, wenn Queen etwas aus­giebiger schnup­pert. Aus Pfützen trinken? Niemals! Ich habe viel zu viel Angst vor den ganzen Erregern, die sich in dieser befind­en kön­nen. Der Schutz vor Zeck­en bleibt ein ewiges The­ma und würde hier abso­lut den Rah­men spren­gen, wenn ich jet­zt näher darauf einge­hen würde.

Queen und Püp­pi dür­fen noch längst nicht jedes Leck­er­li. Jede Pack­ung wird auf den genauen Inhalt und die genaue Zusam­menset­zung kon­trol­liert. Ich habe mich schon das ein oder andere mal äußerst unbe­liebt gemacht, wenn jemand Queen einen Gefall­en tun wollte und ich erst­mal fra­gen musste, was da denn genau in der Leck­erei enthal­ten ist. Ein Bekan­nter füt­tert ständig Leck­erlis aus ich nenne es jet­zt mal “Läden, in denen man mit nur ein­er Münze etwas bekom­men kann”. Ich hätte viel zu viel Schiss, was da drin ist. Fleis­chreste aus Asien, welch­es einen ewig lan­gen Trans­portweg hat­te.. Nichts für Queen und Püp­pi mich.

Wenn es draußen zu wild wird, rufe ich sie zu mir. Dabei vergesse ich wohl, dass ich einen Schäfer­hund habe, der es gar nicht wild genug sein kann. Stöck­en spie­len? Da muss ich wohl nichts zu sagen oder? An der Straße wird angeleint — viel zu viel Angst vor fahren­den Autos.

Ach ja — wo wir schon bei dem The­ma Auto sind. Ich kann die bei­den ein­fach nicht mit ruhigem Gewis­sen im Auto lassen. Und niemals würde ich sie vor einem Geschäft anbinden. Ich habe unfass­bar große Angst davor, dass jemand die bei­den mit­nehmen würde. Dabei weiß ich, dass sie niemals mit jeman­den mit­ge­hen wür­den und sich im Zweifel auch wehren wür­den, aber nein — sich­er ist sich­er.

Jede Runde, die Queen und Püp­pi spazieren geht, gehen sie mit mir. Ich war Gott sei Dank noch nie darauf angewiesen, sie jeman­dem mitzugeben. Auch mit Grippe bin ich mit ihnen raus­ge­gan­gen. Selb­st Her­rchen war noch nie mit Queen oder Püp­pi alleine draußen. Ich hätte ein­fach keine ruhige Minute und würde wie eine Irre die Ein­fahrt ent­lang laufen, bis sie wiederkom­men würde. Ich sag’ es ja — wie eine Glucke.

Ich kön­nte den ganzen Tag so weit­er machen, aber ich denke als Ein­blick genügt das. Ich will ja auch nicht wie der völ­lige Freak wirken. Zu spät? Ich weiß 🙂

Queen ist nun fünf und Püp­pi schon zwei. Und ich bin kein bißchen ruhiger oder entspan­nter gewor­den. Je mehr ich mich mit dem The­ma Hund auseinan­der­set­ze, umso bestätigter füh­le ich mich mit mein­er Sorge. Erst vor Kurzem erzählte mein­er Fre­undin und Queens Phys­io­ther­a­peutin von einem in der Tierklinik behan­del­ten Hund, der sich einen Stock in den Hals ger­ammt hat. Was von ein­er solchen Geschichte hän­gen bleibt ist der Gedanke “Gut, dass du so vor­sichtig bist.”

Vielle­icht hört das niemals auf. Vielle­icht wird die “Das — ist — zu — gefährlich — Liste” immer länger. Vielle­icht werde ich auch ruhiger und sehe einiges irgend­wann entspan­nter. Zur Zeit bin ich mir sich­er, dass diese Gedanken und Äng­ste ein­fach dazuge­hören. So fühlt man sich nun mal als liebende Hun­de­ma­ma…

 

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4 thoughts on “Hilfe — Ich bin eine Glucke!

  1. Uhi­ihi­ii.… ich weiss gar nicht was ich da sagen soll.

    Ich finde, dass du mit deinem Anti-Giftköder-Train­ing einen richti­gen und wichti­gen Schritt gehst, aber den Hund nicht aus ner Pfütze trinken lassen?

    Du machst du, wie du schon sel­ber erkennst, bei vie­len Din­gen ein­fach zu viele Gedanken. Auf jeden Fall soll­ten auch andere Fam­i­lien­mit­glieder mit dem Hund raus­ge­hen — über­lege mal, ich hoffe es nicht, aber du müsstest ins Kranken­haus. Wenn Queen es nicht gewohnt ist, auch mit anderen rauszuge­hen, machst du ihr genau­so wenig einen Gefall­en.

    Das mit dem im Bett schlafen und nicht ein­schlafen kön­nen, davon kann dir Lisa ein Lied sin­gen — ist ja schließlich ihr “Baby” :-/ .

    Geh mal die Dinge objek­tiv an und nicht emo­tion­al, eventuell kannst du dann eine entspan­ntere Glucke wer­den ;-D.

    LG Jérôme

    1. Das Prob­lem mit den Pfützen ist ent­standen, als ich las, wieviele Erreger sich dort befind­en kön­nen. Vor allem dort, wo auch mal. Rat­ten rum­ren­nen. Und das ist auf dem Land immer mal der Fall. Aber wahrschein­lich etwas über­trieben von mir 🙂

      Dass auch mal andere mit ihr raus­ge­hen ist lei­der nicht so ein­fach bei mir. Meine Mut­ter kann sie im Zweifel nicht fes­thal­ten. Mein Vater hat sie uner­laubt frei laufen lassen und sie ist ihm abge­hauen. Über Haupt­straßen und durch den Bahn­hof bis nach Hause ger­an­nt. Ich bin da lei­der etwas trau­ma­tisiert. Mein Fre­und würde wohl mit­tler­weile mit ihr raus­ge­hen, aber Queen geht inzwis­chen mit keinem anderen mehr mit… Im Hin­blick darauf, dass auch mir mal was passieren kön­nte, müsste da eigentlich dran arbeit­en. Da hast du recht 🙂

      Ich muss mal etwas entspan­nter wer­den 🙂

  2. Ich auch.…Socke ist erkrankt und ich mache mir auch viele Sor­gen, plane alles und glucke. Zum Glück ist es meine Sache. Wer es nicht mag, der kann ja weg­guck­en und wegge­hen. Ich mache mir da keinen Kopf drum., zudem habe ich die Ver­ant­wor­tung für einen Hund über­nom­men. Und ich nehme es ernst.…

    Zudem ist es mir lieber als seinen Hund nur so neben­bei her­laufen zu lassen. Aber es gilt, jed­er wie er mag

    Viele liebe Grüße
    Sabine mitr Socke

    1. Oh dann wün­sche ich Socke gute Besserung! Hoffe es ist nichts Ern­stes!
      Ich denke auch, bess­er so, als wenn man den Hund nur so mit­laufen lässt.
      liebe Grüße

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