Allgemein, Alltägliches

Home Office mit Hund — so klappt es

Immer mehr Men­schen arbeiten von Zuhause aus. Nicht nur, weil sie vielle­icht wie ich selb­st­ständig sind und Zuhause ihren Arbeit­splatz ein­gerichtet haben. Immer mehr Arbeit­nehmer beantra­gen soge­nan­nte “Home Office Tage” und ver­legen so den Arbeit­splatz an den eige­nen Schreibtisch.

Doch wie funk­tion­iert das eigentlich? Wie schafft man es, einen geregel­ten Arbeit­stage in den eige­nen vier Wän­den einzurichten, während der Vier­beiner sehn­süchtig auf den Spazier­gang oder das näch­ste  Spiel wartet?

Als ich mich dazu entschloss von Zuhause aus zu arbeiten, war Püppi noch ein Welpe. Alles war inter­es­sant, ständig wollte sie spie­len. Jede meiner Bewe­gun­gen wertete sie als Spielauf­forderung und generell fol­gte sie mir über­all hin. Manch einer würde sich vielle­icht für ein kon­se­quentes Deck­en­train­ing entschei­den, doch erstens hatte ich da über­haupt keine Lust zu und zweit­ens wollte ich auch nicht, dass Queen und Püppi sich nur in ihren Kör­bchen aufhal­ten soll­ten. Sie soll­ten sich genauso frei in der Woh­nung bewe­gen wie sonst auch. Sie soll­ten nur wis­sen, dass plöt­zlich nicht dauer­haft Woch­enende ist und ich nicht rund um die Uhr Zeit zum Spie­len habe.

Natür­lich ist es so, dass man flex­i­bler ist, wenn man Zuhause arbeiten kann. Mal kurz Spie­len oder eine spon­tane Runde mit Hun­de­fre­un­den ist da sicher­lich möglich. Den­noch ver­such ich möglichst viel Rou­tine in unseren All­tag zu bekommen.

Und genau das ist auch schon mein erster Tip:

Sei strukturiert.

Von Mon­tags bis Fre­itags klin­gelt der Wecker spätestens um halb sieben. Nach der Dusche geht es direkt auf zur Mor­gen­runde. Anschließend wird gefrüh­stückt, das notwendige im Haushalt erledigt und dann geht es ab an den “Arbeit­splatz”. Queen und Püppi wis­sen das mit­tler­weile sehr genau. Beim Früh­stück sitzen wir noch zusam­men. Anschließend gehen beide in ihr Kör­bchen, denn halb sieben ist für beide eigentlich viel zu früh und die zwei Mor­gen­muf­fel freuen sich über ein Schläfchen am Morgen.

Gegen elf ist dann Zeit für Queen und Püppi. Entweder gehen wir spazieren oder wir machen auf der Wiese Nase­nar­beit. Anschließend arbeite ich weiter bis unge­fähr 15 Uhr. Dann sind unge­fähr 45 bis 60 Minuten für die bei­den einge­plant. Bis Her­rchen wieder kommt erledige ich Kleinigkeiten wie Mails beant­worten, Pro­dukte hochladen, Artikel schreiben und und und. Abends gehts dann natür­lich auch nochmal raus, aber wenn Her­rchen wieder kommt ist auch mein Arbeit­stag in der Regel beendet.

Bis auf kleine Abwe­ichun­gen ver­suche ich mich an diese Struk­tur zu hal­ten. Queen und Püppi ken­nen diesen Plan ziem­lich gut und wis­sen daher genau, wann ihre Zeit ist.

Suche dir einen festen Platz.

Dieser Tip hat sich bei uns als sehr wertvoll erwiesen. Ich habe mir einen fes­ten Platz gesucht, an dem ich nur sitze, wenn ich arbeite. In meinem Fall ist das der Esstisch. Wir essen hier in der Regel nur wenn wir Besuch haben. Ja Schande über unser Haupt — wir sind Sofa — Esser 😀 An dem einen Ende steht mein Lap­top, den anderen Teil des Tis­ches nutze ich tagsüber zum Nähen. Ich habe mir angewöhnt, die Hunde weites­ge­hend zu ignori­eren, wenn ich hier sitze. So haben die bei­den gel­ernt, dass es nichts bringt, mir qui­etschend ein Spielzeug ans Bein zu drücken, wenn ich hier sitze. Queen und Püppi wis­sen, dass Ruhe einkehrt und sie eine Pause bekom­men, wenn ich hier sitze und so klappt das bei uns wirk­lich gut.

Würde ich mich mit meinem Lap­top auf das Sofa sitzen, wäre zumin­d­est Püppi direkt da und würde ver­suchen mich irgend­wie zum Spie­len aufzufordern.

Beschäftige deinen Hund.

Natür­lich ist das für deinen Hund unge­wohnt, wenn du plöt­zlich immer da sein soll­test und natür­lich ver­ste­hen Hunde wie Püppi nicht, dass die Anwe­sen­heit vom Frauchen nicht gle­ichzeitig pausen­lose Action bedeutet. Doch wenn du möcht­est, dass dein Hund sich Zuhause entspannt und zur Ruhe kommt, dann gib ihm einen Grund dazu. Ich nutze unsere Zeit daher sehr inten­siv. Ich drehe schöne Run­den, bei denen ich weiß, dass Queen und Püppi dort gerne spazieren gehen und ordentlich was zu schnup­pern haben. Auch, wenn das bedeutet, dass ich einige km mit dem Auto raus fahren muss und vielle­icht eine halbe Stunde länger Pause mache. Ein­mal am Tag machen wir Kop­far­beit. Manch­mal gehen wir nur nach unten und suchen Leck­erlis im Gras. Queen liebt es sehr und auch Püppi macht das Suchen viel Spaß. Da beide die Nase­nar­beit gewohnt sind, suchen wir in der Regel um die zwanzig Minuten. Anschließend schlafen beide unge­fähr zwei Stun­den tief und fest.

Das Ass im Ärmel

Es gibt Tage, an denen sich die Son­der­an­fer­ti­gun­gen stapeln und ich so viel wie möglich arbeiten muss. Dann kann es sein, dass die Mit­tagsrunde auf 30 Minuten verkürzt wird. Damit Queen und Püppi den­noch etwas zu tun haben, haben sich im Laufe der Zeit einige Kongs ange­sam­melt. Diese füll ich mit Leber­wurst und kleinen Kek­sen. So kann man die bei­den schnell und ein­fach zwis­chen­durch beschäfti­gen. Achtung jetzt wird es gefährlich: Statt der Kongs bekom­men die zwei auch gerne zwis­chen­durch mal einen Mark­knochen. Ja ich weiß, die Hunde kön­nen sich die Knochen über den Kiefer schieben und dann nicht mehr herunter bekom­men. Aber ich lasse die bei­den damit nie alleine und ich weiß, dass sie die Knochen lediglich auslecken und dann das übrige Fleisch vom Rand abkn­ab­bern. Ich wähle auch nur Knochen in einer Größe aus, bei der sie sich den Knochen nicht über den Kiefer schieben kön­nen. Manch einer mag das nun für gefährlich hal­ten, aber ich gebe den bei­den die Knochen nur, wenn ich ger­ade nähe und ein Auge drauf habe. Mit den Mark­knochen sind beide unge­fähr eine Stunde beschäftigt — für mich ein super Ass im Ärmel, falls ich mal nicht so viel Zeit haben sollte.

Arbeitet ihr auch Zuhause? Welche Produkte habt ihr lösen müssen? Welche Tips würdet ihr weiter geben wollen?

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One Commnet on “Home Office mit Hund — so klappt es

  1. Es steht und fällt wirk­lich alles mit der Struk­tur. Und die muss man so “erar­beiten” das sie für Hund und Men­sch passt.
    Als Struppi vor gut einem Jahr zu uns zog war das erst­mal gar nicht so ein­fach . Die Fell­nase wollte nun da sie endlich eine Bezugsper­son hatte am lieb­sten den ganzen Tag spazieren gehen,spielen und schmusen.
    Da half nur dran bleiben. Mit Kon­se­quenz und Gel­duld klappt es jetzt aber prima. Er hat gel­ernt wann er “dran” ist und ich “muss” zwis­chen­durch mal Pause machen was wirk­lich gut ist.

    Unser Tag läuft in der Regel so ab : Mor­gens gehen wir 1,5–2 h raus (durch den Wald oder an die Oder oder so) dann packe ich Pakete und Struppi sucht im Garten noch ein paar Leck­erlis und entspannt dann eine Runde . Wenn ich fer­tig gepackt habe fahren wir zur Post und gehen dort nochmal eine kleine Schnup­per­runde durch den Ort.
    Wenn wir wieder zu Hau­use sind verziehe ich mich entweder ins Ate­lier und färbe oder fotografiere und stelle die Wolle online.
    Zwis­chen 3 und 4 kom­men die Söhne nach Hause und spie­len natür­lich eine Runde mit der Fellnase.
    (Außer Dienstags-da bring der große Sohn der als Fleis­cher in einer kleinen Fleis­chrei arbeitet frische Rinder­knochen für Struppi mit-da mag der nicht spie­len son­dern willl seinen Knochen 😉 )

    Ich arbeite dann noch so bis ca . 17.30 weiter. Struppi geht dann zwis­chen­durch mal den Garten bewachen oder zu Max oder mit meinem Vater schmusen (wir wohnen mit meinen Eltern und ihrem Hund in einem Dopple­haus mit eigentlich immer offe­nen Verbindungstüren) und es folgt die Abendrunde.

    Danach wer­den noch Men­schen und Hunde gefüt­tert und ab auf´s Sofa. Struppi schnar­cht und Frauchen strickt…

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