Hund im Taxi? Das sagt die Rechtsprechung ?>

Hund im Taxi? Das sagt die Rechtsprechung

Ehrlichge­sagt bin ich noch nie mit meinem Hun­den Taxi gefahren. Doch in diese Sit­u­a­tion kann man schneller gelan­gen, als man denkt. Was ist, wenn das Auto nicht mehr ansprin­gen will? Oder wie kom­men wir nach Hause, wenn unser Hund sich unter­wegs ver­letzt und nie­mand uns abholen kann?

Grund­sät­zlich hat ein Tax­i­fahrer eine soge­nan­nte Beförderungspflicht. Doch diese gilt grund­sät­zlich nur für den Fahrgast und dessen Gepäck. Doch zählt ein Hund zu den Sachen eines Fahrgastes? Und kann der Tax­i­fahrer vielle­icht sogar einen höheren Fahrpreis verlangen?

Tiere wer­den vor dem Gesetz nach wie vor wie Sachen behan­delt. Und da der Tax­i­fahrer auch die Sachen des Fahrgastes trans­portieren muss, muss er also auch das Tier des Fahrgastes mitnehmen.

Weigert er sich, kann ihm sogar ein Bußgeld aufer­legt werden.

Hunde, Katzen und anderen Klein­tiere müssen unent­geltlich befördert wer­den, sofern die örtlichen Tax­i­tar­ifverord­nun­gen keine geson­derte Zuschlagsregelung für Gepäck und Tiere enthält. In München zum Beispiel wird ein Zuschlag von 60 Cent pro Gespäck­stück ver­langt. Diese 60 Cent müssten dann auch für den Trans­port eines Hund bezahlt werden.

Das Amts­gericht Ham­burg entsch­ied, dass kleine Hunde im Fußraum trans­portiert wer­den dür­fen (Amts­gericht Ham­burg, Az.: 234 OWi 163/13). Diese müssen allerd­ings von ihrem Besitzer fest­ge­hal­ten wer­den und dür­fen sich nicht frei im Fahrzeug bewe­gen. Größere Vier­beiner müssen in den Kof­fer­raum. Dies bedeutet gle­ichzeitig, dass es sich bei dem Taxi um einen Kombi oder ein sog. Großr­raum­taxi han­delt muss.

Prob­leme kön­nen entste­hen, wenn es sich beispiel­sweise um einen Kombi han­delt, dessen Kof­fer­raum nicht zum Fahrgas­traum abge­trennt ist. Kommt es hier zu einem Unfall, kann das erhe­blich Folge haben. KfZ — Ver­sicherer nehmen in der­ar­ti­gen Fällen in der Regel eine Mitschuld des Tax­i­fahrers an, da er das Tier ord­nungs­gemäß hätte sich­ern müssen.

Han­delt es sich um einen nor­malen Kof­fer­raum — auch Stufen­heck genannt — darf der Hund aus tier­schutzrechtlichen Grün­den nicht darin trans­portiert wer­den (OLG Düs­sel­dorf, Az.: IV-5 Ss (OWi) 221/03 — (OWi) 6/04 I).

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Also muss der Taxifahrer jedes Tier transportieren?

Nein.

Der Tax­i­fahrer darf die Mit­nahme eines Tieres ver­weigern, wenn er aller­gisch auf das Tier reagiert oder schlicht Angst hat. Dies ist auch ver­ständlich, da sich bei­des neg­a­tiv auf die Konzen­tra­tion des Tax­i­fahrers und Sicher­heit der Fahrzeu­g­in­sassen auswirken kann. In konkreten Fällen han­delte es sich um einen Schäfer­hund (OLG Hamm, Az.: 3 Ss OWi 61/92) und einen Dober­mann (OLG Düs­sel­dorf, Az. IV-5 Ss (OWi) 221/03 — (OWi) 6/04 I), vor denen sich die Tax­i­fahrer fürchteten und die sie daher nicht trans­portieren woll­ten. In solchen Fällen, in denen sich ein Fahrer recht­mäßig weigert, ein Tier zu befördern, muss er allerd­ings in der Zen­trale einen anderen, passenden Wagen anfordern.

Wer also mit seinem Tier zu Unrecht nicht in einem Taxi befördert wor­den ist, kann sich Datum, Uhrzeit, Num­mern­schild sowie Konzes­sion­snum­mer des Taxis notieren und eine Beschw­erde beim örtlichen Straßen­verkehrsamt einreichen.

Vor der Fahrt sollte man allerd­ings sich­er­stellen, dass der Hund das Taxi nicht beschmutzen wird, weil man sonst als Hun­de­hal­ter zur Kasse gegeten wer­den kann.

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Wer so aussieht, sollte vielle­icht nicht in ein Taxi steigen 😀

Fazit

Der Tax­i­fahrer wird unsere Hunde also in der Regel mit­nehmen müssen. Wer ein Taxi bestellt und seinen Hund mit­nehmen möchte, sollte gle­ich bei der Anforderung den gewün­schten Trans­port seines Tieres ansprechen, damit ein entsprechen­des Fahrzeug einge­setzt wer­den kann.

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