Hundebesitzer, die keine sein sollten

Hundebesitzer, die keine sein sollten

Wir alle ken­nen Hun­debe­sitzer, bei dessen Umgang mit ihrem Hund wir uns zwangsläu­fig die Frage stellen:

Warum in Gottes Namen hat dieser Men­sch einen Hund?”

Es gibt sie tat­säch­lich. Men­schen, die ihren Hund 10 bis 12 Stun­den alleine lassen. Men­schen, die drei mal am Tag für 10 Minuten mit ihrem Hund nach draußen gehen. Men­schen, die keine Ahnung haben, was gesunde Ernährung bedeutet. Men­schen, denen “art­gerechte Beschäf­ti­gung” ein Fremd­wort ist.

Und trotz­dem haben sie einen Hund.

Warum eigentlich?

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich eine ganz bes­timmte Dame vor Augen. Wir begeg­nen ihr nahezu täglich, weil sie direkt an unserer Straße “ihre Runde” geht. Und mit “ihre Runde” meine ich, dass sie drei mal am Tag einen bes­timmten, ca. 200 m lan­gen Weg rauf und wieder runter läuft. Begleitet von ihrem Dackel namens “Rudolf”.

Um die Rechte des sowieso schon bemitlei­denswerten Hun­des nicht zu ver­let­zen, habe ich den tat­säch­lichen Namen in “Rudolf” geändert. 

Nun muss man sich das so vorstellen. Die Dame mit ihrer stets per­fek­ten Fön­frisur läuft zusam­men mit ihrem Dackel diesen Weg ent­lang. Furcht­bar langsam, denn Rudolf bleibt an nahezu jedem Grashalm ste­hen. Manch­mal auch ein­fach nur so. Er steht dann mit­ten auf dem Weg und guckt. Die Dame ver­hält sich so, als sei Rudolf ein Pferd. Und damit meine ich, sie bleibt schlicht daneben ste­hen. Ob nun ein Auto oder ein Fahrrad kommt, wird erst ein­mal ignori­ert. Die bei­den ste­hen, wo sie ste­hen. Sollte ein gen­ervter Aut­o­fahrer hupen, zuckt sie mit den Schul­tern und schaut hil­f­los auf ihren Dackel hinunter.

Komme ich ihr mit Queen und Püppi ent­ge­hen, bewegt sich Rudolf keinen cm mehr. Wenn man Glück hat, ist er am Rand ste­hen geblieben und man kann schnell vor­beis­chle­ichen. Wenn man Pech hat, steht er mit­ten im Weg. Je näher man kommt, umso wahrschein­licher ist es, dass er anfängt zu bellen.

Da die Dame Püppi unglaublich niedlich findet, ver­sucht sie meist, mit mir ins Gespräch zu kommen.

Vor Kurzem ging es um das Thema Zecken. Stolz berichtete sie, dass sie nun zu einer Heil­prak­tik­erin gehen würde. Diese ganz Chemie wäre ja nicht so gut, habe sie gehört. Die haben ihr Kokosöl emp­fohlen, aber das habe sie direkt weggeschmis­sen, weil das war gar nicht flüs­sig, son­dern hart. Kann ja nicht richtig sein.

Nach­dem ich ihr erzählt hatte, dass das Kokosöl genauso sein muss, kon­nte ich es nicht lassen. Ich stelle sie gerne. Die Fra­gen aller Fragen.

Was frisst Rudolf denn?”

Mit stolzer Brust erzählte sie, dass Rudolf das Fut­ter von “Gut und Gün­stig” bekom­men würde (das scheint wohl die Marke von EDEKA zu sein). Sie habe in einem Test gele­sen, dass das Fut­ter so gut abschnit­ten hätte und schließlich ver­di­ent ihr Rudolf nur das Beste. Sie wüsste zwar, dass all ihre Fre­undin­nen der Mei­n­ung seien, Rudolf wäre total ver­wöhnt, aber das sei ihr egal. Denn Rudolf sei ja wie ihr Kind, daher würde sie keine Kosten und Mühen scheuen.

Was füt­tern Sie denn?”

Ich barfe.

Ach das ist das mit dem rohen Fleisch oder? Das mag mein Rudolf nicht.”

In meinem Kopf set­zten sich mehr und mehr Teile eines Puz­zles zusam­men. Von der anderen Seite aus kam ein Paar mit einem Hund auf uns zuge­laufen. Rudolf stellte sich mit­ten in den Weg. Sie tat so, als würde sie ihn ver­suchen zur Seite zu ziehen. “Na, will er wieder nicht weit­er­laufen?” fragte das Frauchen des ent­ge­genk­om­menden Hundes.

Sie wis­sen ja wie er ist.”

Der andere Hund war vor­beige­gan­gen und ich wollte die erste Chance nutzen, um mich ver­ab­schieden zu können.

Sagen Sie mal, wis­sen Sie warum Rudolf so ist? Der hört nie auf mich und bleibt ein­fach ste­hen, wenn er das will.”

Sollte ich nun höflich oder ehrlich sein? Ich entsch­ied mich für die ehrliche Vari­ante. Doch sie kam scho­nungsloser als ich es von mir erwartet hatte.

Weil er Sie total lang­weilig findet.”

Stille.

Hunde wollen beschäftigt wer­den. Rudolf ist total gelang­weilt. Der will nicht jeden Tag die gle­ichen 200 Meter ent­lang laufen. Der will auch mal spie­len und was erleben.”

Bevor ich arbeiten gehe, gehe ich mit Rudolf die große Runde. Dann gehen wir da vorne links in den Wald rein und er darf schnuppern.”

Meinen Sie den 10 Meter lan­gen Weg?”

Er schnup­pert da so gerne.”

Gott sei Dank klin­gelte das Tele­fon der Dame und ich kon­nte mich schnell ver­ab­schieden und gehen.

Das Gespräch war unan­genehm. Und wie ich es nicht anders erwartet habe zudem über­flüs­sig. Denn sie geht immer noch drei mal täglich die gle­ichen 200 Meter entlang.

Armer Rudolf.

Ich werde es wohl nie verstehen.

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Posted on: 29. August 2016Sabrina

20 Gedanken zu „Hundebesitzer, die keine sein sollten

  1. Guten Mor­gen. Solche Men­schen gibt es hier lei­der auch zu genüge. Aber lei­der zähle ich auch zu dem viel arbei­t­en­den Men­schen. Als Jessi kam, habe ich nicht so viel gear­beitet und mein gesund war öfter hier. Jetzt ist er “voll Mon­tage Arbeiter” und ich muss acht Stun­den arbeiten. Trotz­dem achte ich darauf, dass Jessi aus­ge­lastet und zufrieden ist. 

    Liebe grüße
    Diana mit Jessi

  2. Ach solche Leute kenne ich auch. Habe mal eine Mut­ter mit ihrem Schulkind getrof­fen, die hat­ten einen Welpen auf dem Arm, der ger­ade eben noch herum gelaufen war. Ich war mit meiner Bekan­nten unter­wegs, die einen gut sozial­isierten Hund hatte, der ohne Leine lief und per­fekt hört.
    Es kam raus, dass sie schon mal beide von einem Hund gebis­sen wur­den und Angst vor Hun­den ohne Leine hat­ten. Da haben meine Bekan­nte und ich uns gefragt, warum die sich dann einen Hund zule­gen und dann Hun­dekon­takt in der Prägephase ver­mei­den? Der arme Hund darf keinen Kon­takt zu offen­sichtlich friedlichen Hun­den haben (Kör­per­sprache des Hun­des). Wie soll der Welpe nur art­gerechtes Sozialver­hal­ten entwick­eln? So schafft man sich dann seinen “Beißer”, wo sie doch selbst sagen, dass sie Angst vor beißen­den Hun­den haben. Aber haben keine Ahnung, dass sie damit einen beißen­den Hund her­anziehen, wenn sie den Kerl immer auf den Arm nehmen, wie ein Püp­pchen. Als sie einige Meter von uns ent­fernt waren, haben sie den Welpen wieder auf den Boden gesetzt.
    Was lernt dieser Welpe? Genau: Artgenossen sind böse. Wenn ich in die Pubertät komme, belle und greife ich sie am besten an, damit Frauchen keine Angst mehr haben muss.

  3. Vielle­icht ist es für Rudolf nicht Ideal.
    Aber er lebt nicht an der Kette oder im Zwinger, wird nicht angezis­cht, bekommt regelmäßig sein Fut­ter, kommt über­haupt Mal raus, wird ein Stück weit von seiner Besitzerin gemocht. Immer­hin darf er die Meter noch selbst und schein­bar ohne Ket­ten­hals­band laufen und wird nicht getra­gen. Ich glaube, dass man bei solchen Per­so­nen nur mit Höflichkeit weiter kommt. Statt sich jetzt online aufzure­gen hätte man ja vielle­icht real han­deln kön­nen — und wenn man nur emp­fiehlt, dass sie eine Stunde in der Hun­de­schule zusieht. Vielle­icht auch zeigt welche Runde man selbst für angemessen hält… aber sich dort aus der Affäre ziehen und hier online abmeck­ern finde ich öde, ätzend und irgend­wie auch unreif, das löst nicht das Prob­lem, son­dern stärkt lediglich das eigene Ego.
    Inzwis­chen rege ich mich nur noch über diejeni­gen auf, die uns bewusst quer kom­men — die Besser­wisser und Stänkernden.

    1. Da du den Beitrag ja sicher gele­sen hast, dürftest du ja gemerkt haben, dass ich mich mit der Dame unter­hal­ten habe. Dann wirst du auch gele­sen haben, dass ich ehrlich gewe­sen bin und ihr gesagt hab, warum ihr Hund sich so ver­hält. Ich bin nicht wie alle schmun­zelnd weiter gegangen.
      Dieser Fall ist in keiner Weise mit Zwinger­hal­tung ver­gle­ich­bar. Darum geht es hier doch auch gar nicht.
      Ich blogge jeden Tag. Lasse euch teil­haben an meinem Leben. Nicht jeder Beitrag hat einen höheren Sinn. Ich ver­suche nicht mit jedem Beitrag die Welt zu verbessern. Manch­mal berichte ich ein­fach nur von dem, was mich gedanklich beschäftigt oder was ich erlebt habe.
      Mir zu unter­stellen ich würde mein Ego stärken wollen, ist mehr als deplatziert und in Anbe­tra­cht dessen, dass du mich NULL kennst, ein­fach nur anmaßend und schlicht falsch!
      Albern…

    2. Naja, also nur weil es nicht ganz schlimm ist für den Hund, sollte man es schön reden? Vielle­icht sollte nicht Hinz und Kunz sich einen Hund anschaf­fen. Wer arbeiten muss, wer keine Freizeit für einen Hund hat, der sollte ein­fach bitte keinen Hund haben. Es sind Lebe­we­sen und nur weils ein biss­chen scheiße ist, ist es trotz­dem nicht ideal!

      1. Dann bin ich ja froh, dass keiner der Hun­de­hal­ter arbeiten muss.
        Und Sab­rina, gestern noch über CM aufgeregt, heute über die Frau… wenn es gut zusam­men passt, sind Zusam­men­hänge super. Aber hier gefällt es nicht, also passt es auch nicht.

        Nur gut und span­nend, dass alle Leser in den Kom­mentaren über die Frau herziehen ohne sie zu ken­nen. Das wün­sche ich euch im Alter auch.

        1. Ist ja inter­es­sant, was du alles so mit­bekommst. Wenn alles, was ich mache, so blöd ist, dann frag ich mich, warum du meinem Blog und meiner Seite fol­gst? Folg mir doch nicht, wenn du nur nörgeln willst. Das hier beruht alles auf frei­williger Basis.
          Solange deine Kom­mentare auf kon­struk­tiver Kri­tik beruhen, sind diese stets willkom­men. Schmähkri­tik ist hier uner­wün­scht und wird in Zukunft gelöscht.
          Das ist das let­zte, was ich dazu sagen werde.

  4. Ich kenne auch eine Frau, die kaum noch laufen kann und einen Dackel, jeden Tag durch den ORT — da hat es Rudolf mit Grashal­men echt noch gut getrof­fen– führt.
    Ich finde so eine Hal­tung für einen DACKEL Tierquälerei. Das ist ein “Jagdhund” und muß beschäftigt und aus­ge­lastet wer­den. Zudem habe ich eine gle­ichaltige allein­lebende Frau in der Nach­barschaft.. Sie hatte bis März einen Wessi, den sie mit 17 jahren ein­schläfern lassen mußte. Wes­sis sind wirk­lich sehr genügsam und unanspruchsvoll und da war es okay, aber sie holte sich nun einen “Wan­der­pokal” von EBAY Kleinanzeigen, in Form einer Labrador­dame, weil sie über Tier­heime und Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen keinen bekam und sie Gott sei Dank meinen Rat annahm und NICHT zum Züchter ging und einen Welpen holt.
    Sie ist beruf­stätig, geht 30 Stunden/Woche arbeiten, hat aber einen Hun­de­sit­ter für Tagsüber,… aber sie kommt mit “Aus­las­tung” nun echt an ihre Gren­zen. Wenn ich sie sehe dreht sie immer nur eine Runde durch die Straßen. Ich habe sie noch nie auf dem Feld getrof­fen und wir nutzen diesel­ben Felder! Sie hat den Hund, weil sie sonst alleine wäre, weil sie alleine lebt und Angst vor Ein­brech­ern hat.… Dieser Hund zeigte — wie von mir voherge­sagt– nach den ersten 4 Wochen das erste uner­wün­schte Ver­hal­ten– knurrt den Lebens­ge­fährten, der ein­mal die Woche zu Besuch ist an und entwick­elt sich zur Leinen­pö­p­lerin. Also gab ich hier die Kon­tak­t­daten meiner Hun­de­trainerin. Sie bekam einen Ter­min, hatte zwei Gespräche und jedes­mal wenn ich sie sehe wird die Sit­u­a­tion schlim­mer, weil die Bekan­nte ein­fach nichts umsetzt, was man ihr rät!!! Sie ist sowas von Beratungsre­sistent, das ist unglaublich… Ich gebe ihr mit Halti Har­ness, weil sie damit die Kraft von dem 25 Kilo-Wanderpokal bein Pöblen besser hal­ten kann. Als ich sie wieder­sehe… läuft sie mit dem Hund am Hals­band. Tja, dann darf sie sich nicht beschw­eren… Ich habe ihr tolle Tipps gegeben zur Aus­las­tung, Inter­net­seit­en­links per Mail gesendet, war mit ihr einkaufen, habe ihr meinen sel­bgemachten Schnüf­fel­tep­pich geschenkt… Wenn man nach­fragt: Nein das hat sie noch nicht gemacht, sie hatte noch keine Zeit!!!! ARGH Diese Hund tut einem soooo leid!!!

    1. Oh nein! Hut ab, was du alles unter­nom­men hast.
      Ich habe mich auch mit der Dame unter­hal­ten und ihr ver­sucht zu zeigen, was man alles prob­lem­los unter­wegs machen kann. Aber sie hat gegen jeden Vorschlag eine Ausrede parat.
      West­high­land Ter­rier sind allerd­ings keinesweg unanspruchsvoll. Ich habe selbst mal einen gehabt und auch wenn sie oft gemütlich wirken, die brauchen wirk­lich Beschäf­ti­gung. Vielle­icht hat sicher dieser Hund ein­fach mit seinem Leben abge­fun­den oder hat sich so ver­hal­ten, weil er alt war. Aber diese Rasse ist eigentlich keinesweg unanspruchsvoll.

  5. Endlich mal jemand der es auf den Punkt bringt. Wir haben keinen Hund und wollen auch keinen (haben dafür auch ein­fach zu wenig Zeit und Inter­esse dran) — aber wir wohnen direkt an einem kleinen ‘Mark­t­platz’ der aus Rasen besteht. Jeder in unserem Stadt­teil läuft zu diesem Rasen, lässt seinen Hund dort sein Geschäft machen und dann geht es wieder nach Hause. Beson­ders toll, da genau vor diesem Mark­t­platz eine Grund­schule liegt — aber das ist ja nicht das Thema. Wir haben ein paar Meter weiter einen wun­der­schö­nen großen Wald — und dort geht keiner mit seinem Hund ent­lang. Anscheinend ist der Weg vie­len zu anstren­gend. Ich habe sogar damals in die Face­book­gruppe unserer Stadt­teils geschrieben, ob es den Hun­den denn nicht mal besser passen würde, wenn sie in den Wald gehen kön­nten — welches Tier will den Tag täglich immer an die selbe Stelle? Außer­dem finde ich es wirk­lich unhy­gien­is­chen, dass sowas alles vor einer Grund­schule passieren muss. Naja die Antworten kann man sich ja vorstellen 😉

    Ich glaube die Gesetze, welche sich um die Anschaf­fung eines Hun­des (Tiere all­ge­mein) drehen soll­ten ver­schärft wer­den. Bei uns in Nieder­sach­sen wird es langsam schwieriger (Hun­de­führerschein, Ver­sicherung etc) Aber meiner Mei­n­ung soll­ten über 50% der Hun­debe­sitzer lieber keine Hunde halten.

    Liebe Grüße

    1. Ich bin ganz deiner Mei­n­ung. Vor einer Grund­schule ist das wirk­lich en absolutes No Go. Ich wohne auch in Nieder­sach­sen und habe erst am Sam­stag die Prü­fung für den Sachkun­de­nach­weis able­gen müssen. ich finde es gut, dass es so etwas gibt. Urp­sürnglich komme ich aus NRW. Da bestand der Test lediglich aus einer schriftlichen Über­prü­fung. Die Fra­gen waren lächer­lich und sagen rein gar nichts darüber aus, ob man ein ver­ant­wor­tungsvoller Hun­debe­sitzer wäre.
      Beson­ders nach­mit­tags gegen fünf (wenn alle von der Arbeit kom­men) sieht man die abge­het­zten, auf ihr Handy star­ren­den Hun­deb­sitzer mit ihrem Vier­beiner zum näch­sten Grün­streifen laufen und wieder zurück. Nach­dem die Tiere schon so lange alleine waren, haben sie dann nohc nciht ein­mal genug Bewe­gung und Auslstung. Wirk­lich traurig.
      So viele Hunde sitzen in den Tier­heimen. Warum beschließt man nicht ein­fach, zwei mal die Woche dort mit einem Hund spazieren zu gehen statt sich einen eige­nen anzuschaf­fen, wenn man weder Zeit noch Inter­esse hat?

  6. Ein guter Beitrag. Wir mögen und schätzen eure kri­tis­chen Beiträge sehr. Natür­lich auch alle anderen, aber dieser und der über Bravecto haben uns die let­zten bei­den Tage beschäftigt. Auch wir ken­nen solche Men­schen… mit­tler­weile sind diese aber ohne Hund… wohl besser für beide Seiten. Auch wir haben ein schlechtes Gewis­sen, wenn wir außer Haus sind. Anne und Casper leis­ten sich dann Gesellschaft. Außer­dem kom­men meine Eltern dann mehrmals die Woche zum Hundesitten :-)))
    LG, Caspers Frauchen

  7. Guter Beitrag, solche Herrschaften habe ich auch hier in der gegend Wohnen 2 Frauen mit 5 Hun­den, die Hunde kom­men nur ein­mal um den block, und sobald sie das Haus ver­lassen ist die Sied­lung wach…es wird gek­läfft bis zum Umfallen auch wenn sich nur ein Blatt bewegt, mir tun ganz ehrlich die Hunde leid.…

  8. Oh wie recht du hast 🙁
    Wir haben hier auch so eine Dame mit einem Labrador. Der Labbi ist stark Übergewichtig, aggres­siv und hört null. Gassi geht es mor­gens ca. 15 Minuten, dann ist er um die 9 Std alleine, dann geht es wieder ca. 15 Minuten raus und abends — wenn der Hund Glück hat — auch mal 30 Min. Er geht die ganze Zeit an der kurzen Leine, darf nicht schnüf­feln, nicht ren­nen, hat null Beschäf­ti­gung und kein­er­lei Hun­dekon­takte. Klar, dass er so ist wie er ist. Er ist null aus­ge­lastet, wird null beschäftigt 🙁 Und wenn man dann die Dame reden hört — als hätte sie die Weisheit mit Löf­feln gegessen und hätte abso­lut Ahnung von Hun­den. Der Labbi tut uns so leid aber die sind beratungsresistent 🙁 

    Sie kann ihn kaum an der Leine hal­ten, der Hund zieht per­ma­nent. Da er am Hals­band läuft röchelt er extrem und das ist mit Sicher­heit alles andere als gesund 🙁 

    Liebe Grüße von uns

    1. Hallo Vic­to­ria (und Timmy :)),

      du sprichst mir aus der Seele. Auch bei uns gibt es einen Labbi, einen blonden, und er ist — entschuldige — wirk­lich eine Wurst auf vier Beinen. Die Besitzerin geht max­i­mal abends eine Vier­tel­stunde. An der Leine. Das finde ich sowieso das Schlimm­ste. Es gibt so viele Hunde, die nur an der Leine “laufen” dür­fen. Und dann meist noch Arbeit­shunde — Schäfer­hunde, Rot­tweiler, Mün­ster­län­der! Was soll das denn bitte für ein Leben sein? Ganz ehrlich solchen Men­schen wün­sche ich, dass sie im näch­sten Leben selbst mal so ein Hund sind … :((

  9. Liebe Sab­rina,

    ich lese hier meis­tens still mit und eigentlich auch gerne.
    Ich war jahre­lang im Tier­schutz tätig und habe dort viel erlebt. Und es gibt natür­lich Men­schen, die sich besser kein Tier anschaf­fen soll­ten. Aber oft ist es ein­fach Unwis­senheit. Die Frau bemüht sich doch. Sie hat ver­sucht ein Mit­tel gegen Zecken zu finden ohne eines der gängi­gen Mit­tel zu ver­wen­den. Lei­der wurde ihr wohl nicht erk­lärt wie sie es benutzen soll. Sie ver­sucht ihrem Hund gutes Fut­ter zu geben, lei­der weiß sie nicht, was die Tests die Stiftung War­entest da macht eigentlich testen. Sie ver­sucht ihren Hund so auszuführen, dass er Spaß hat in ihren Augen (sie lässt ihn viel schnüf­feln und nimmt sich Zeit und zieht ihn nicht hin­ter­her). Lei­der scheint sie hier ihren Hund nicht lesen zu können.
    Du schreibst, dass du dich mit ihr unter­hal­ten und ihr einiges erk­lärt hast, das ist schon mal gut, aber ich denke, wenn man jeman­dem das Gefühl gibt alles falsch zu machen: sie gibt das falsche Fut­ter, sie ist ihrem Hund zu lang­weilig, sie kann das Zeck­en­mit­tel nicht auf­brin­gen, dann erre­icht man diesen Men­schen auch nicht. Ich würde mich dann auch wehren. Denn ich liebe meine Tiere und möchte das Beste für sie. Manch­mal weiß ich aber nicht, was wirk­lich gut für sie ist.
    Mein erstes Pferd habe ich mit Meth­o­den trainiert, die würde ich heute nicht mehr anwen­den. Damals wusste ich es nicht besser. Mir tut noch heute leid, was er mit mir erdulden musste, aber ich dachte damals ich mach es richtig. Umgedacht habe ich ehrlich gesagt nur, weil er sich gewehrt hat. Hätte ich dieses beson­dere Pferd nicht an meiner Seite gehabt, würde ich wohl heute noch so mit Pfer­den umgehen. 🙁
    Und ich bin auch ein böser Hun­de­hal­ter. Ich gehe arbeiten und kann meine Kleine nicht mit­nehmen. So ist sie an manchen Tagen bis zu 6 Stun­den alleine. Dann sieht man mich oft wie ich hek­tisch raufge­hen, mit dem Hund auf dem Arm run­terge­hen, gestresst bin, sie nur schnell Pinkeln lasse und wieder hochgehe. Also in etwa genau das was du in deinem Kom­men­tar so angreifst, Wenn man aber eine halbe bis dreivier­tel Stunde warten würde, würde man sehen, dass ich danach mit dem Hund wieder run­terkomme, sie ins Auto setze, wir in den Stall fahren und sie dort dann ren­nen, toben und spie­len darf. Sie mit anderen Hun­den im Sand rennt, Fut­ter suchen darf, ich mich mit ihr beschäftige und sie von da an an meiner Seite ist. Was ich damit sagen will, nicht immer sind die Dinge so wie man sie auf den ersten Blick sieht.
    Ich bin nicht per­fekt, ich mache Fehler und manche dieser Fehler müssen meine Tiere aus­baden. Das tut mir leid, manch­mal han­dle ich aus Unwis­senheit, manch­mal gehe ich sogar Dinge bewusst ein und mache Kom­pro­misse auf dem Rücken meiner Tiere. Darf ich sie deshalb nicht hal­ten? Ich denke nicht.
    Ich sel­ber ver­suche das Beste für meine Tiere und mich, das gelingt mir nicht immer und ich denke so geht es den meis­ten Tier­hal­tern. Missstände spreche ich bei Per­so­nen dur­chaus auch an, aber ich ver­suche nie­man­dem das Gefühl zu geben, dass er alles falsch macht.
    Unser erster Hund hat Fut­ter von Aldi gefressen. Natür­lich ist das nicht gut und ich würde es heute nicht füt­tern, aber damals dachten wir, dass das okay ist. Wir woll­ten dem Hund nicht absichtlich schaden, son­dern haben gedacht wir tun ihm damit nichts schlechtes. Im Gegen­teil hatte das Fut­ter doch bei Tests gut abgeschnit­ten. Er ist 16 Jahre alt gewor­den und war sein Leben lang nie krank. Trotz Wurmkur, Zeck­en­mit­tel und Hals­band. Heute mach ich es nicht mehr so, aber wir haben unseren ersten Hund nicht weniger geliebt wie den jet­zi­gen nur heute habe ich in vie­len Din­gen umgedacht, aber ehrlich gesagt nur deshalb, weil unsere jet­ztige Hündin sehr krän­klich ist und ständig was hat.
    Man fragt 5 Leute und bekommt 6 Mei­n­un­gen. Das ver­wirrt und oft sind ger­ade Men­schen, denen man ein gewisses Experten­wis­sen zutraut wie Tierärzte und Hun­de­trainer auch nicht wirk­lich hilfreich.
    Liebe Grüße
    Miriam

    1. Ich habe mich lange mit der Frau unter­hal­ten. Jede meiner Ideen und Vorschläge war laut ihrer Ansicht “über­zo­gen und über­trieben.” Ein Hund muss schnup­pern kön­nen. Mehr braucht er nicht — so sieht sie das. Ich kenne sogar jeman­den, der ihr ange­boten hat, den Hund mit auf eine Wan­derung zu nehmen. Aber die Dame möchte das alles nicht. Sie ist der Mei­n­ung, dass das alles unnötig sei. Kein Hund würde wan­dern gehen wollen. Das sei ja “viel zu lang­weilig” für das Tier…
      Manche Men­schen möchten ein­fach nichts ändern. Wenn du diesen Hund sehen würdest und in seine trau­ri­gen Augen blicken würdest, dann würdest du auch Mitleid mit ihm haben.
      Die Dame hat den Rat einer Heil­prak­tik­erin nur bekom­men, weil dies ihre Fre­undin ist und sie sich zufäl­lig drüber unter­hal­ten haben.

      Alles was du über dich erzählt hast, ist doch völ­lig super. Mich sieht man auch manch­mal zum näch­sten Grün­streifen laufen und zurück, weil ich anschließend einen Kurs in der Hun­de­schule besuche oder ein Play­date vere­in­bart habe. Wir haben unserem Hund früher auch kein hochw­er­ties Fut­ter gegeben, weil wir es ein­fach nicht besser wussten. Tiere sind anpas­sungs­fähig, das ist klar. Und oft ist auch Unwis­senheit das Prob­lem. Was ich aber nicht ver­ste­hen kann ist diese Sturheit. Ich weiß, dass so viele Men­schen ver­suchen mit der Dame zu sprechen, aber sie lässt es ein­fach nicht zu.
      Das ist schade

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