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Hundeleine als Freiheitsberaubung?

Vor rund einer Woche endete bei uns in Nieder­sachen die Leinenpflicht. Die Brut– und Set­zzeit ist vorüber und nun kön­nen die Vier­beiner wieder aus­ge­lassen über Wiesen und Felder toben.

Man kon­nte viele Men­schen beobachten, die sich sehr streng an die Leinenpflicht gehal­ten haben. Auch ich habe mich in den ersten Tagen dieser Zeit mit Geschirr und Schlep­pleine auf den Weg gemacht. Sowohl Queen als auch ich hat­ten schnell die Nase voll. Ich hasse Schlep­pleinen und Queen hasst Geschirre. Eine tolle Kom­bi­na­tion oder?

Gott sei Dank erfuhr ich von einer Fre­undin, dass gar nicht in allen Gebi­eten Leinenpflicht beste­hen würde. Ich erkundigte mich bei der Stadt und hatte das riesige Glück, dass zwis­chen den Pfer­dewiesen am Ende unserer Straße keine Pflicht zum Anleinen besteht.

Wir hiel­ten uns also lediglich in den Gebi­eten auf, in denen die Hunde auch frei laufen durften. Doch nun dürften sie wieder über­all unan­geleint toben und genau das machen sie auch. Und sie sind nicht die einzigen.

Sowohl im Wohnge­biet, als auch im Wald oder auf Wiesen findet man so gut wie keinen angelein­ten Hund mehr. Alle laufen wild durch die Gegend, jagen Hasen über Felder und sprin­gen unkon­trol­liert durch den Wald.

Kommt uns ein anderer Hund ent­ge­gen, so leine ich meine bei­den grund­sät­zlich an. Ich will, dass Püppi lernt, nicht ein­fach auf andere Vier­beiner loszuren­nen. Außer­dem ist Queen ziem­lich eifer­süchtig, wenn Püppi mit anderen Hun­den spielt. Ich komme daher nicht umher beide erst ein­mal anzuleinen.

Der kleine Löwe fiindet ihr neues Halsband meeegaaaaaa :D

Nun möchte ich natür­lich nicht, dass der uns ent­ge­genk­om­mende Hund auf uns zuger­annt kommt. Das ist mit einem angelein­ten Hund schon schwierig, aber mit zwei Leinen und zwei wusel­nden Hun­den erst recht.

Also bitte ich den Zweibeiner seinen Hund zu sich zu rufen. Ins­beson­dere seit der aufge­hobe­nen Leinenpflicht fällt mir sehr deut­lich auf, dass das für viele ein riesen Prob­lem ist.

Ich muss ihn nicht anleinen. Der darf hier laufen.”

Ich hab gar keine Leine dabei.”

Wür­den Sie Ihren Hund ableinen, würde es auch keine Prob­leme geben.”

Warum ist das für so viele Leute ein Prob­lem, ihre Hunde an die Leine zu nehmen?

Man wird ange­se­hen, als würde man Unmögliches ver­lan­gen. Dabei ist die Leine doch keine Strafe.

Zwei bis drei mal die Woche laufen wir Run­den, auf denen die bei­den kom­plett an der Leine bleiben. Auch das müssen sie ler­nen und vor allem darf das für beide kein Prob­lem sein.

Runde2

Natür­lich lasse auch ich meine Hunde gerne ohne Leine laufen. Aber sie Sit­u­a­tion muss es auch zulassen.

Immer wieder taucht neuerd­ings die Frage auf, ob die Leine für einen Hund über­haupt art­gerecht ist?

Dabei vergessen viele, dass eine Leine auch Schutz bedeuten kann. Man schützt den Hund vor fahren­den Autos und vor Auseinan­der­set­zun­gen mit anderen Hun­den. Einige Hunde — und dazu zählt auch Queen — fühlen sich in unan­genehmen Sit­u­a­tio­nen an der Leine sogar sicherer als ohne.

Nie­mand sollte schief angeguckt wer­den, wenn er seinen Hund an der Leine führt. Nie­mand sollte sich weigern seinen Hund anzuleinen, wenn man ihn darum bitte. Und jeder Hund sollte es ken­nen, auch mal an der Leine zu laufen.

Eine Hun­deleine ist art­gerecht und bietet Schutz, Sicher­heit und eine wichtige Hilfe für den All­tag mit einem Hund.

Außer­dem gibt es doch sooo hüb­sche Leinen 🙂

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10 thoughts on “Hundeleine als Freiheitsberaubung?

  1. Ein toller Beitrag mit vie­len wahren worten! 🙂 Wir hat­ten früher einen Hund, der kam mit keinem anderen mehr klar kam und sofort zuge­bis­sen hat wenn ein Hund sich ihm näherte. Natür­lich musste auch dieser Gassi geführt wer­den, wir also den Hund an die Leine um schlim­meres zu ver­hin­dern, immer! Da gab es für uns keine Aus­nahme, außer natür­lich im eingezäun­ten großen garten. Ein­mal hat­ten wir das die Sit­u­a­tion das uns ein andere Hund ohne Leine ent­ge­gen kam. Wir haben dem Besitzer dann gesagt, er solle ihn doch bitte zu sich rufen und anleinen. Den Hund hat es über­haupt nicht inter­essiert was der Mann gesagt hat und kam munter auf uns zu. Das hätte ziem­lich Böse enden kön­nen. Oder auch so, sehe ich immer wieder Hal­ter deren Hunde frei herum laufen (ist ja nicht schlimm), jedoch über­haupt nicht erzo­gen sind, beziehungsweise auf nichts hören was der Men­sch sagt. Das geht nicht! Wenn ein Hund ohne Leine läuft, muss der Men­sch in der Lage sein, seinen Hund zurück zu rufen. (hatte vor ein paar Monaten eine etwas bren­zlige Sit­u­a­tion, beim Spazierge­hen mit meinem Pferd deswegen
    🙁 )

    Ich finde es gut seinen Hund an bei­des zu gewöh­nen und spezielle strecken auch nur mit Leine zu laufen. Zwei wun­der­hüb­sche Hunde hast du 😀 

    Liebe Grüße
    Leony 🙂

  2. Da sach­ste was… Grade gestern kamen meinem Vater zwei so dus­slige Blond­chen mit ihren freilaufenden Hun­den ent­ge­gen. Beide Hunde stür­men auf die angeleinte Shiva zu und die weist sie natür­lich in die Schranken. Die Blondies haben sich dann erst mok­iert, dass Shiva so gez­ickt hat, aber mein Vater hat sie dann in den Senkel gestellt, dass im Wald Hunde entweder an der Leine sein müssen oder unter Kon­trolle sein. Bei­des waren die nicht und er über­legt es sich mit einer Mel­dung beim Ord­nungsamt. Die zwei waren so flotti weg, so schnell kon­ntest gar nicht gucken. Ich seh die Sit­u­a­tion deut­lich weniger entspannt als mein Vater. Shiva hat sich wieder vertei­di­gen müssen, da ihr Zweibein es nicht geregelt hat. Warum kon­nten die bei­den Weiber ihre Hunde nicht kon­trol­liert an meinem unsicheren Hund vor­beiführen, dabei hat mein Vater frühzeitig gewarnt. Aber nein, es ist ja schönes Wet­ter, man hat frei und lässt seinen Hund ein­fach mal los­bret­tern. Ich sel­ber kön­nte ja jedes­mal einen kleinen Tob­sucht­san­fall bekom­men. Monate­langes Train­ing wieder zunichte, durch diese blöde Sit­u­a­tion. Beim Abendgassi wurde alles angeknurrt, was sich bewegt hat… Ich kön­nte heulen. 

    Übri­gens… niedliches Bild von Püppi. 

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shiva

    1. Ich sehe das ganz genauso wie du!
      Viele geben mir den Rat alles gelassener zu sehen. Aber wer wirk­lich einen unsicheren Hund hat, der eine solche Sit­u­a­tion nicht so schnell ver­gisst, weiß, wieviel Train­ing in einem solchen Moment übern Haufen gewor­fen werden.
      Ich kann dich zu 100% ver­ste­hen und steh da auch immer kurz vorm aus­ras­ten, wenn sowas passiert

      1. Übri­gens hatte ich gestern sel­ber gle­ich zwei so Sit­u­a­tio­nen… Beide Male waren die Hun­de­hal­ter total unein­sichtig. Der eine war ja schließlich der Hund eines selb­st­gerechten Arschlochs und die dür­fen alles.
        Ich hab ihm von weitem ent­ge­gengerufen, ob er seinen Hund bitte anleint. Hat er nicht. Hund kam auf Pfiff nicht, son­dern hat in meine Rich­tung Gas gegeben. Er ging auch nach­dem ich ihn angeschnauzt hab nicht. Shiva hat sich dann auch wie eine Irre an der Leine gebärdet, weil der Hund eben partout nicht hören wollte und immer wieder kam. Er ging erst, nach­dem ich ihm lei­der lei­der einen Tritt geben musste. Nicht fest, aber deut­lich. Tat mir für den Hund leid, aber wenig­stens ging er dann. Der Hun­de­hal­ter kam dann blöd rüber, was ich denn für ein Untier an der Leine habe? Dem hab ich die Mei­n­ung gegeigt, dass er kurz blass wurde, dann hab ich mich schnell vom Acker gemacht, bevor ich ihm noch eine mit der Leine überziehe. So sehr war ich in Rage. Witziger­weise lief Shiva nach meinem Wutaus­bruch freud­e­strahlend und qui­etschfi­del neben mir her.
        Zweite Sit­u­a­tion, Hund kommt auf uns zugestürmt, ich rufe, dass sie ihn bitte anleinen sollen. Hund wird halb­herzig gerufen und rumpelt mir voll gegen das Knie. Ich hab mich beherzt dazwis­chen geschmis­sen. Hund bekam noch einen Anranzer und ging dann etwas zurück. Mit­tler­weile haben die Hun­de­hal­ter die Gewit­ter­wolken über meinem Kopf aufziehen sehen und Blitze zuck­ten auch schon aus meinen Augen. Also haben sie ihren “Welpen” schnell angeleint. Der Welpe hatte locker 40 Kilo und war über 8 Monate alt. Sicher… Welpe. Hah! Den hab ich dann auch mal die Mei­n­ung gegeigt, Shiva hat mich angebetet.
        In Zukunft geh ich diese Strecke nicht mehr. Es gibt schöne abgele­gene Strecken, da gehen solche Vollp­fos­ten nicht hin und mein Wuschelmäd­chen hat ihre Ruhe.
        Flauschige Grüße
        San­dra & Shiva

  3. Oh ich sehe das soooo sehr wie du!
    Ich finde es schreck­lich, wenn Leute ihren Hund nicht anleinen, wenn man selbst seinen Hund an die Leine nimmt. Ich mache das prizip­iell erst mal IMMER wenn ein fremder Hund auf uns zu kommt. Und ich erwarte das dann auch von den anderen Hun­debe­sitzern. Passiert aber lei­der nicht oft, dass die ihren Hund auch an die Leine nehmen.
    Ich habe auch schon sehr oft erlebt, dass die Leute dann weiter laufen und deren Hund auf­dringlich bei mir und Alfi bleibt. Die Leute scheint das nicht zu inter­essieren und deren Hund sich nicht für seine Leute. Sehr unangenehm!
    Auch so sprüche wie “Das machen die unter sich aus, lassen sie ihren Hund von der Leine.” regen mich auf. Da gibt es ein ganz tolles exem­plar von einem Mann bei bei uns hier in der Gegend. Der hat auch NIE eine Leine dabei… und sein Hund hört über­haupt nicht. Also gar nicht…
    Ich ver­stehe das immer nicht… weil wie du sagst, die Leine ist auch Schutz! Denn auch hier im Dorf fahren Autos und es gibt da auch einige, die fahren hier in der 30er Zone bzw Spiel­straße 50km/h… so schnell ist etwas passiert. ICH würde nie wieder glück­lich werden…

  4. Hey, sehr span­nen­des Thema und abso­lut real­is­tisch betra­chtet! Wir wohnen in der Stadt und trotz­dem begeg­nen uns regelmäßig auch an großen Straßen unan­geleinte Hund, 20 m von ihrem Zweibeiner entfernt…das finde ich nicht nur mir als Hun­de­hal­ter gegenüber dreist, son­dern auch allen anderen…als Kind wäre ich sicher umge­fallen vor Angst! Auch sind große Grup­pen hunde grund­sät­zlich dort abgeleint, wo keine hun­dewiese ist…in ganzen Rudeln stür­men sie dann auf Thorin und mich ein und die Besitzer tratschen ein­fach nur. Schon so oft musste ich sowohl Hund als auch Besitzer anbrüllen, denn ger­ade in der Stadt ist das grob fahrläs­sig. Was wenn mein Hund krank ist? Was wenn er aggres­siv reagiert, wenn er umzin­gelt wird? Was wenn es mir als Einzelper­son auch irgend­wie Angst macht von 6 großen Hun­den umzin­gelt zu wer­den von denen weder mein Hund noch ich einen kenne? Mir ist auch schon jemand begeg­net, der rief ich solle meinen Hund los machen weil seiner nicht mit angelein­ten klarkommt. Manche Zweibeiner ver­ste­hen es ein­fach nicht und ver­hal­ten sich so, als wären sie die einzi­gen auf der Welt und das nervt! Der Hund muss abruf­bar sein, egal ob da ein anderer Hund, eine Katze oder ein laufendes Schnitzel über die Wiese rennt, sonst kann ich ihn nicht ableinen! 

    Ich glaube mit diesem Post sprichst du sehr vie­len aus der Seele!
    Ganz liebe Grüße,
    Juli und Thorin

  5. Den Hund anzuleinen, wenn ein anderer Men­sch mit Hund einem ent­ge­genkommt ist nicht nur zum Schutz für die Hunde. Ich finde es entspannt auch die Sit­u­a­tion ins­ge­samt, da es nicht so schnell zur Eskala­tion kom­men kann. Man kann schließlich nie vorausse­hen wie der Gegenüber (Hund UND Men­sch) reagieren.

  6. Luna und ich scheinen viel Glück zu haben…bei uns im Park und im Stadt­wald laufen fast alle Hunde frei, die Mehrzahl ist tiefe­nentspannt, keiner bedrängt den anderen und je nach Lust und Laune wird sich ignori­ert oder miteinan­der gespielt. Meine Hündin macht es mir auch insofern ein­fach, als dass sie um angeleinte Hunde einen Bogen macht und ohne­hin ein feines Gespür hat wie mit welchem Hund umzuge­hen ist. Das lernt sich nur durch Begeg­nun­gen in Freilaufsituationen.

  7. Ich gebe dir Recht. In allen Punk­ten. Ich leine meine Mädels auch an, wenn uns einer angeleint ent­ge­gen kommt oder nehme sie zumin­destens bei Fuß — oder lasse sie am Weges­rand absitzen. Auf jeden Fall so, dass uns der andere ungestört passieren kann.
    Mich nervt es auch total, wenn das andere Leute — selbst auf Bit­ten nicht machen oder dabei noch blöde Kom­mentare brin­gen — beson­ders jetzt wo Emmely läu­fig ist und ich die Besitzer von unkas­tri­erten Rüden darum bit­ten muss. Manche von ihnen ver­ste­hen noch nicht mal, dass es ja nicht aus­re­ichend ist, wenn ich meine anleine — und ihr Rüde dann trotz­dem an Emmely klebt –

    Das Bild von Püppy mit den Hals­bän­dern und Leinen ist übri­gens großartig.
    Lieb­ste Grüße
    Lizzy mit Emmely und Hazel

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