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Ich will mein Bauchgefühl zurück

Wir alle wollen für unsere Vier­beiner nur das Beste.

Ich glaube in dem Punkt sind wir uns alle einig.

Doch ich komme nicht umher mich zu fragen:

Was ist eigentlich das Beste?

Und noch viel wichtiger:

Wer sagt mir was das Beste ist?

Steht das vielle­icht irgendwo geschrieben? Gibt es da vielle­icht ein Buch mit der Auf­schrift “Das Beste für deinen Hund. Sortiert von A bis Z”? Oder gibt es einen weisen Mann ganz oben auf einem Berg, der immer unter dem gle­ichen Baum sitzt und den man all das fra­gen kann?

Ich komme nicht umher zuzugeben, dass ich mir so etwas wün­sche. Ein Buch, welches ich wohlbe­hütet neben mein Bett legen kann. Welches ich auf­schla­gen kann, wann immer mir danach ist. Und wo ich Antworten auf all meine Fra­gen finde. Wo ich Ratschläge bekomme und genaue Anleitun­gen, was ich in einem Prob­lem­fall machen kann.

Früher nan­nte sich dieses Buch Bauchge­fühl. Doch ich habe meins ver­loren. Dort, wo früher noch ein wohliges Gefühl gewe­sen ist. Eine innere Stimme, die mir beruhi­gend gesagt hat “Es wird alles gut”. Wie die Stimme von Mama, die immer einen Rat weiß.

Doch nun ist da nichts. Ein tiefes Loch, welches statt Antworten nur das Echo meiner Fra­gen erklin­gen lässt.

Es gibt kein leuch­t­en­des Schild mehr an der Gabelung, welches mir den Weg zeigt.

Wo soll es auch herkommen?

Ein Bauchge­fühl besteht aus Erfahrun­gen, Wis­sen und Vertrauen.

Ich bin weder Tierärztin, noch Ernährungswis­senschaft­lerin oder Heilpraktikerin.

Daher geht man für gewöhn­lich zu diesen Experten und holt sich Rat und Antworten auf seine Fragen.

Doch zu wem soll man eigentlich noch gehen?

Ich habe das Ver­trauen verloren.

Wem soll ich auch vertrauen?

Tierärzten, die nur so mit Chemiebomben um sich wer­fen? Tierärzten, die sinn­los kas­tri­eren oder unnötig operieren? Ich habe schon unzäh­lige Tierärzte erlebt und früher oder später finde ich immer die Nadel im Heuhaufen. Ich finde den einen kleinen Haken, der mein gesamtes Karten­haus zusam­men­fallen lässt. Selbst, wenn ich vor fünf Minuten noch das Gefühl gehabt habe, ver­trauen zu kön­nen, kann dieses Gefühl von jetzt auf gle­ich weg sein.

Es ist nicht so, dass ich keine Chan­cen geben würde. Es ist nicht so, dass ich nicht ver­trauen will. Es ist nur so, dass ich es lieber gle­ich weiß. Bevor ich Ver­trauen auf­baue und dann doch den Schlag bekomme, weiß ich lieber gle­ich, ob ich mich auf den Tier­arzt ver­lassen kann. Es ist wie bei einem Pflaster. Lieber schnell und ruckar­tig abreißen, statt langsam.

Einzelne Sätze wie “Bravecto kön­nen Sie ohne Prob­leme geben” oder “Ja wir kas­tri­eren auch schon mit 9 Monaten” lassen von jetzt auf gle­ich die Bombe platzen. Früher habe ich noch gewartet. Gewartet auf den einen Moment, in dem alles vor­bei ist. Und als wäre ich nicht schon mis­strauisch genug (sorry Leute, Beruf­skrankheit), komme ich mir beim Tier­arzt manch­mal vor wie zu Zeiten bei der Staat­san­waltschaft. Die Akte liegt auf dem Tisch. Man kennt jedes Wort in und auswendig und wartet auf den einen Moment, in dem man die Frage der Fra­gen stellt und schon vorher weiß, dass sie alles aufdecken wird.

Und zack “Was hal­ten Sie eigentlich von der Rohfütterung?”

Da ist sie. Eine der Fra­gen, die alles ändern kann. Die Frage, die darüber entschei­det, ob man wiederkommt oder nicht. Und inner­lich hört man schon das Geräusch, welches man aus der TVShow von früher kennt, wenn der ZONK hin­ter dem Tor wartet und nicht das neue Auto.

Wo wir schon beim Thema sind. Was füt­tert man eigentlich, wenn man für seinen Vier­beiner “nur das Beste” will? Trock­en­fut­ter? Kann das über­haupt art­gerecht und gesund sein? Dosen­fut­ter? Sind Dosen eigentlich besser als Trock­en­fut­ter oder geht das gar nicht? Und bar­fen? Ist das die Lösung aller Lösun­gen? Oder macht man dabei eigentlich alles falsch? Und wie merkt man bei dieser Form der Füt­terung eigentlich, wenn man etwas falsch macht? Merkt man es erst, wenn es schon zu spät ist?

Ich muss zugeben, dass sich schon eine skep­tis­che Grun­de­in­stel­lung in mir aus­bre­itet, wenn ich in eine Praxis komme und das erste, was ich sehe, die Regale voller Royal Canin oder noch besser Hills sind. Was für ein Müll, sorry Fut­ter dort wohl emp­fohlen wird?

Und nun?

Google fra­gen? Nein Danke.

(Warum das keine gute Idee ist, könnt ihr hier nachlesen).

Also auf wen hören wir, wenn wir nicht das Gefühl haben, ver­trauen zu können?

Noch habe ich alles im Griff. Mit Queens ED habe ich genug Erfahrun­gen und genug Wis­sen ange­sam­melt, um dieser den Kampf anzusagen. Doch was ist, wenn etwas Neues kommt? Was ist, wenn einer der bei­den Hunde ern­sthaft erkranken sollte? Wo soll ich hinge­hen? Auf wen soll ich hören? Auf die Tierklinik, die mit den neusten Behand­lungs­geräten nur so um sich schlägt? Zu den Heil­prak­tik­ern, die für alles Glob­u­lis haben? Oder vielle­icht zu jeman­dem, der sich mit chi­ne­sis­cher Heilkunde auskennt?

Und wenn ich mich für einen Weg entscheide und dieser nicht gut aus­geht, kann man sich das dann jemals verzei­hen oder frage ich mich täglich wie es gelaufen wäre, wenn ich den anderen Weg gegan­gen wäre?

Doch wie soll man sich für einen Weg entschei­den, wenn das leuch­t­ende Schild an der Gabelung ver­schwun­den ist?

Ich weiß es nicht und ich hoffe, dass ich entweder jeman­den finde, dem man ver­trauen kann oder dass ich niemals eine solche Entschei­dung tre­f­fen muss…

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6 thoughts on “Ich will mein Bauchgefühl zurück

  1. Es wird immer Entschei­dun­gen im Leben geben, die man nicht tre­f­fen mag. Manch­mal betr­e­f­fen sie unsere Lieb­sten auf zwei Beinen oder eben die auf vier Beinen. Diese Entschei­dun­gen ratio­nal zu tre­f­fen oder richtig, das geht nicht bzw. gibt es nicht. Es gibt immer ein “aber” und “wenn” — selbst wenn es nur im Unter­be­wusst­sein ist.
    Dir jetzt deswe­gen schon einen Kopf zu machen bringt dir höch­stens ein Magengeschwür. Gesun­des Mis­strauen ist gut und wenn du deine Schlüs­sel­fra­gen hast, die du den Ärzten stellst um zu wis­sen, ob sie dir beha­gen, dann stelle sie. Haupt­sache du fühlst dich let­zten Endes Wohl und dort gut aufgehoben. 

    Bezüglich des Füt­terns: Hast du zufäl­lig einen guten Fut­ter­laden in der Gegend? Wir haben hier in der Ecke z. B. einen Tante Emma Laden bzw. Fut­teronkel, der immer mit Rat und Tat zur Seite steht. 🙂 

    Anson­sten: Mach dich nicht ver­rückt! Solange deine Hunde glück­lich sind, kannst du gar nicht so viel falsch machen und da du sowieso alles hin­ter­fragst, lässt du dich sicher auch keinen falschen Rat geben. 🙂

    1. Ich habe eine liebe Fre­undin, die ich immer um Rat fra­gen kann, wenn es um Ernährung geht.
      In den Barflä­den quatschen die mir zu viel Quatsch 😀

      Es geht auch nicht darum, dass ich mir Gedanken mache “Was ist wenn?” son­dern es geht darum, dass man kaum noch einem Tier­arzt ver­trauen kann. Und das Gefühl haben viele Hundebesitzer…

  2. Da hab ich mit meinem Tier­arzt Glück gehabt. Er ist noch vond er “alten Sorte Dorftier­arzt” wenn ich das hier mal so nen­nen darf.
    Er schleud­ert nicht gle­ich die Chemiekeule, z.B. bei Durch­fall rät er immer erst zu Schonkost und wenn es dadurch nicht besser wird, sucht er Alter­na­tiven. Auch ist er super­nett zu Motte, er kennt sie schon von Anfang an (war auch der Tier­arzt von meinem Züchter). Als wir Motte zwei Milchzähne ziehen lassen mussten, hat er sich ganz viel Zeit genom­men. Nur eine Kurzzeit­narkose, damit der Junghund nicht üebrstra­paziert wird. Beim Aufwachen war er die ganze Zeit dabei, hat beruhi­gend auf sie ein­gere­det etc. Mir hat das unheim­lich geholfen.

    Mein Tier­arzt davor war lei­der das totale Gegen­teil. Ich kam damals mit meinem Schäfer­hund Vasco zu ihm, er hatte extreme Schmerzen, Ver­stop­fung und weiß Gott was noch. Er wurde zwar unter­sucht, aber das dann doch ziem­lich rup­pig — dazu muss ich sagen, das er nie ein Fre­und von Tierärzten war. Ohne genaue Diag­nose wur­den 3 Spritzen gesetzt, die nix brachten außer Erle­ichterung in meinem Geld­beu­tel. Zwei Tage nach dieser ach so tollen behand­lung musste ich ihn ein­schläfern lassen, denn er hatte Krebs. Aber anstatt mir das bere­its davor zu sagen, wurde noch schnell Geld an mir ver­di­ent. Auch bei der Ein­schläfer­ung selbst war der Tier­arzt ein­fach eiskalt, haupt­sache man hat direkt danach die Rech­nung beglichen…

    Von daher, Sab­rina, eine gesunde Por­tion Zweifel ist immer gut. Wenn dir der Tier­arzt nicht geheuer ist, dann sag es. Du und deine Tiere müssen sich wohlfühlen.
    Ich hoffe, du kriegst dein Bauchge­fühl zurück. Denn ich glaube, du hast bisher vieles mehr als richtig gemacht — sowohl für dich als auch für deine Fellnasen.

    Liebe Grüße,
    Nadine mit Motte

    1. Vie­len Dank für die lieben Worte.
      Da hast du ja richtig Glück mit deinem Tierarzt.
      Ich stoße immer wieder auf zwei Prob­leme: Entweder der Tier­arzt wirft nur so mit Chemie um sich und ist eigentlich genauso wie du das Erleb­nis mit deinem Schäfi beschreibst, oder aber ich fühle mich dort nicht ernst genom­men. Erst vor Kurzen habe ich gesagt: Sie brauchen mir keine Impferin­nerung zu schicken. Ich lasse meine Hunde nicht weiter impfen. Dann kom­men direkt dumme Sprüche und man wird behan­delt, als hätte man in deren PC ein riesen Aus­rufeze­ichen hin­ter dem Namen ste­hen. Wenn ich frage, ob es keine natür­licheren Meth­o­den gibt, kommt nur “Kann man machen. Bringt aber nix.”
      Ich werde wohl weiter suchen müssen 😀

  3. Ich kenne diese Verun­sicherung sehr gut. Und hatte schon oft Sit­u­a­tio­nen, in denen ich nicht weiter wusste, weil mich der ärztliche Rat nicht überzeugte bzw. auch gar keine Lösung war. Aus meiner Erfahrung würde ich aber sagen: Es gibt immer einen Weg und man findet ihn. Auch wenn es müh­sam ist. Wir haben auch nicht DEN einen Tier­arzt, dem wir ver­trauen. Lei­der. Aber ich kom­biniere Behand­lungsmeth­o­den und Mei­n­un­gen. Ich gehe in die Tierklinik, um diag­nos­tisch etwas mit einem Rönt­gen­bild und einer Unter­suchung abklären zu lassen. Das heißt nicht, dass die Klinik auch die Behand­lung durch­führen muss. Mit einer Diag­nose gehe ich dann z.B. zu einem homöopathisch arbei­t­en­den Schul­medi­ziner. Wenn der nicht weiter kommt, gehe ich zur Tier­heil­prak­tik­erin. Immer bin ich mir bewusst, dass ich die Ver­ant­wor­tung trage und nicht irgen­dein Arzt. Ich google viel und fühle mich gut damit, weil ich sehr sorgfältig auswähle, welcher Quelle ich Ver­trauen schenke und welcher nicht. Ich pro­biere auch naturheilkundliche Dinge aus, zu denen mir kein Ther­a­peut ger­aten hat. Über Google habe ich mich über die Osteopathie für Hunde informiert, über Google habe ich auch einen sehr guten Osteopa­then für Panini gefun­den. Über Google habe ich mich über die Goldim­plan­ta­tion informiert und die richti­gen Ärzte dafür gefun­den. Bis jetzt bin ich gut damit gefahren. Wenn Panini eine neue Erkrankung hat, werde ich wieder googeln und wenn nötig ver­schiedene Mei­n­un­gen ein­holen. So bin ich nie einer Mei­n­ung aus­geliefert und finde einen Weg. Für “mech­a­nis­che” Sachen im Bewe­gungsap­pa­rat gehe ich eher in die Tierklinik, für innere, undefinier­bare oder kom­plexe Dinge eher zur Tier­heil­prak­tik­erin. Meinen inneren Kom­pass bei Krankheiten kann mir keiner mehr nehmen, auch nicht bei der Füt­terung. Dafür hat Panini schon zu viel durchgemacht und gut über­standen. So falsch kann das also alles nicht gewe­sen sein. Ver­trau Dir selbst! Das ist immer das allerbeste.

    1. Ich sehe das genauso wie du. Für Prob­leme am Bewe­gungsap­pa­rat, Augen­ver­let­zun­gen oder ähnl­ci­hes gehe ich in die Tierklinik. Für innere Prob­leme zu jeman­dem der sich mit chi­ne­sis­cher Heilkunde auskennt… Ich google den­noch alles tausend mal und sichere mich ab

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