Immer der Nase nach

Für mich war immer klar.

Sobald Püp­pi alt genug ist, gehen wir zum Agili­ty. Hätte es ihr nicht gefall­en, hät­ten wir uns natür­lich etwas anderes gesucht, aber testen wollte ich es auf jeden Fall.

Nun haben wir endlich eine Hun­de­schule gefun­den, bei der man auch mit einem Junghund Agi machen kann. Die Sprünge wer­den ver­mieden, dafür kann sie aber schon die Geräte ken­nen ler­nen und schon kleine Par­coure laufen, bei denen die Stan­gen noch auf dem Boden liegen.

Und noch eins war klar.

Sobald Püp­pi zum Hun­de­sport geht, soll auch Queen ihr eigenes Hob­by bekom­men.

Queen ist kein Hund fürs Agili­ty. Unterord­nung finde ich ultra lang­weilig und ein­tönig. Longieren ist über­haupt nicht ihr Ding und uner­warteter­weise hat­ten wir auch bei der Suche nach kleinen Gegen­stän­den nicht dii­i­ieeeee Freude, die wir uns erhofft haben.

Im Hin­terkopf hat­te ich schon immer etwas, was mich super inter­essierte. Es war lei­der nicht so ein­fach eine gute Hun­de­schule zu find­en, die sowohl das als auch Agili­ty für junge Hunde anbi­etet. Wenn, dann sollte es näm­lich die gle­iche Hun­de­schule sein.

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Und so kam es, dass wir uns gestern mit zwei Trainer­in­nen und zwei Hun­debe­sitzern am See getrof­fen haben.

Auf ging es zum Mantrail­ing.

Suchgeschirr und Leine wurde uns für die erste Zeit von der Trainer­in zur Ver­fü­gung gestellt und schon kon­nte es los­ge­hen.

Queen wurde “ange­trailt”. Hier­bei ließ die Trainer­in Queen erst ein­mal aus­pro­bieren und bestärk­te gewün­scht­es Ver­hal­ten. Zwei mal hin­tere­inan­der durfte Queen erst ein­mal testen, was von ihr ver­langt wurde. Die ver­steck­te Per­son, die eigentlich nur 20 m hin­ter dem näch­sten Baum saß, war schnell ent­deckt. Nun ver­stand Queen aber nicht sofort, warum sie nun zu dieser Dame hinge­hen sollte. Klar, sie hat­te ihr Fut­ter in ein­er kleinen Dose, aber so fut­ter­ver­rückt ist Queen nicht und schließlich sind Fremde irgend­wie unheim­lich.

Sie ging aber schließlich doch hin und fraß ihre Beloh­nung.

Nun kommt Queen erst ein­mal wieder ins Auto. Sie soll mal einen Moment darüber nach­denken.”

Ich komme nicht umher zuzugeben, dass ich inner­lich schmun­zeln musste. Vor meinem geisti­gen Auge sah ich Queen im Kof­fer­raum wie sie sich nach­den­klich mit der Pfote am Kopf kratzen …

Nun waren die anderen Hunde an der Rei­he und auch der Hund der Trainer­ing kam zum Ein­satz. Für mich war es inter­es­sant zu sehen, wie das bei Profis ausse­hen muss.

Während die Hunde sucht­en, beant­wortete die Trainer­in mir meine Fra­gen rund ums Trailen.

Inter­es­sant fand ich, dass die Hunde rel­a­tiv wenig am Boden sucht­en. Doch man muss sich das so vorstellen: Wir ver­lieren bei jedem Schritt den wir gehen Duft­stoffe. Wie bei einem Ruck­sack, der gefüllt ist mit Schneeflock­en die ganz langsam zu Boden fall­en. Die Wolke unser­er Duft­stoffe hält sich lange in der Luft und fällt nach unge­fähr zwei Stun­den zu Boden. Dann wür­den die Hunde mit der Nase am Boden suchen.

Queen ken­nt es fährten zu gehen. Ich hat­te kurz die Befürch­tung sie würde am Boden suchen und sich an der Boden­ver­let­zung ori­en­tieren. Doch die ver­steck­te Per­son ging die Wege ganz nor­mal ab, als würde sie spazieren gehen. Also gab es keine Boden­ver­let­zung an der Queen sich ori­en­tieren kön­nte.

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Für Hunde sind Gerüche wie für uns Far­ben. Sie riechen den Geruch­sträger und blenden alles andere aus. So als wüssten sie, sie müssen eine blaue Spur ver­fol­gen und alle anderen Far­ben inter­essieren sie nicht. Bei der Objek­t­suche schaf­fen Hunde es, ihr eigenes Feuerzeug zwis­chen 100 weit­eren her­auszusuchen. Das funk­tion­iert ähn­lich, denn unter 100 roten Feuerzeu­gen wür­den auch wir ein blauen find­en.

Queen durfte noch zwei weit­ere Male trailen. Dieses Mal beobachtete sie die Dame sehr genau. Nach etwa 100 Metern ging sie rechts einen Weg in den Wald hinein und ver­steck­te sich ca. 20 Meter weit­er hin­ter einem Baum. Die Trainer­in hat­te Recht: Als ob Queen tat­säch­lich über das Erlebte nachgedacht hätte, wusste sie schein­bar direkt, was sie tun sollte und trailte, als hätte sie nie etwas anderes getan. Nach­dem wir eben­falls rechts in den Wald einge­bo­gen waren, blieb sie kurz ste­hen und hob die Nase in die Luft. Direkt lief sie weit­er und fand die Frau. Die Dame war kein Prob­lem mehr für Queen und so holte sie sich direkt die Beloh­nung ab. Beim zweit­en Mal klappte es noch bess­er. Auch die Trainer­in war sehr zufrieden mit Queen.

Zum Schluss gin­gen die bei­den anderen Hunde eine Spur ab, die direkt mor­gens vor Beginn des Kurs­es gelegt wur­den. Die zweite Trainer­in set­zte sich mit ein­er Wolldecke ans Ende der Spur, denn die Suche dauerte länger und es war richtig kalt im Wald. Beein­druck­end, dass die bei­den anderen ohne Prob­leme eine Spur über einen Zeitraum von mehr als zehn Minuten ver­fol­gten.

Ich bin schon ges­pan­nt, wann Queen so weit ist 🙂

Mir hat es dort wirk­lich gut gefall­en. Die Trainer­in­nen sind sehr nett und auch mit der Art der Hun­deerziehung kann ich mich sehr gut iden­ti­fizieren. Die anderen bei­den Kursteil­nehmer waren sehr fre­undlich zu mir. Mir gefiel, dass nur so wenige in dem Kurs sind und man über die zwei Stun­den richtig viel suchen kann. Super lieb fand ich auch, dass Püp­pi mitkom­men durfte. Sie ran­nte man hier und mal dort mit und durfte mitkom­men Spuren leg­en.

Anschließend waren bei­de Hunde müde und schliefen tief und fest zusam­men im Kör­bchen.

Näch­ste Woche tre­f­fen wir uns in einem kleinen Ort und wer­den dort trailen. Ich bin schon ges­pan­nt 🙂

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5 thoughts on “Immer der Nase nach

  1. Ich freue mich für euch, aber vor allem für Queen, dass ihr so tolle Hob­bys gefun­den habt! Moe hat das Trailen ja auch immer riesig Spaß gemacht und er hat schon im Auto ange­fan­gen zu quak­en, weil er wusste: Fleis­chwurst ist dabei, die lange Leine ist dabei und das Geschirr — es geht zum Mantrail­ing! 😀

    Lei­der kon­nten wir es nicht weit­er­ma­chen, weil sich unsere Gruppe immer weit­er ver­größert hat und man nach­her kaum Zeit hat­te, größere Trails zu absolvieren — der Hund saß mehr im Auto als unter­wegs zu sein und ich war nur noch mit Ver­steck­en für die anderen Hunde beschäftigt. Ich suche immer noch nach ein­er kleineren Gruppe für uns, aber wenn, wird es immer nur pri­vat ange­boten — und die sind dann schon voll. 🙁

    Ich wün­sche euch, dass eure Gruppe so bleibt und ihr ganz viel Spaß dabei habt!

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Hal­lo!

      Das ist das gute bei unsere HuSchu, dass die Trainer­in eben wegen der soge­nan­nten Prob­lematik darauf achtet, dass die Gruppe nicht so groß wird. Bei und gibt es meist 4 Teil­nehmer und max 6.

      Wenn Du andere Hun­de­fre­unde hast, kön­nt ihr auch ja pri­vat zum Trailen verabre­den, muß ja nicht unter “Trainerbe­din­gun­gen” sein.

      Gruß Silke

  2. Oh wie schön! Mantrail­ing ist großar­tig. Mit Shi­va war ich anfangs bei den Ret­tung­shun­den und sie hat ihre Sache großar­tig gemacht. Lei­der hat es bei mir zeitlich nicht hinge­hauen, son­st wäre ich wohl immer noch dabei.

    Ich bin sich­er, dass Queen dabei einen großen Spaß hat. Das ist genau das richtige für sie. Ich stell sie mir immer so vor, dass sie ruhig und über­legt an die Sache herange­ht und da ist Mantrail­ing natür­lich per­fekt für sie. Püp­pi würde wohl eher 20m in die falsche Rich­tung wuseln und dann irgend­wann fällt ihr ein, was sie machen soll. Der kleine Quirl…

    Mir ging es auch ein biss­chen wie Nicole. Der eigene Hund sitzt im Auto und man sel­ber hockt stun­den­lang für andere Hunde im Wald. Das war schlecht gelöst. Da wären viele kleine Teams bess­er gewe­sen. Unsere vere­in­seigene Mantrail­ing­gruppe trailt an ver­schiede­nen Tagen in immer wech­sel­nder Beset­zung. Nie mehr als vier Hunde und nur ähn­liche Aus­bil­dungsstände zusam­men. Wenn es bei mir mal hin­passt, würde ich es gerne wieder anfan­gen.

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shi­va

  3. Wie toll!! Ich freue mich wenn Lady soweit ist, mir Ihr ein Mantrail­ing zu machen. Noch üben wir fleißig zuhause und sie auf Trapp zu hal­ten. Lei­der gibt es auch bei uns in der Nähe nicht viele die sich dafür begeis­tern. Viel Spass noch mit eur­er Gruppe und dem Train­ing. LG Clau­dia + Lady in Black

  4. Hal­lo Sab­ri­na!

    Oh wie span­nend. Ihr trailt! Ich LIEBE ja alles was so Geruchs-Nasen-tech­nisch geeignet mit dem Hund ist… und ver­ste­he immer­noch nicht so recht, warum Queen nicht gerne Fährten läuft? So wirk­lich ein “großer” Unter­schied zwis­chen Fährte und Trailen ist nun nur im “Geruch­stoff”: ein­mal legt ein Men­sch die Fährte dadurch, dass er sie legt und ein­mal wird ein Geruchsstoff aus­gelegt, dessen Spur der Hund fol­gt. Aber vom “Spaß­fak­tor” ist es doch bei­des gle­ich, finde ich.
    Lyko hat an bei­dem Spaß und er weiß immer, wenn ich die blaue Schlep­pleine ein­packe, dann darf er Arbeit­en und ist kaum noch zu bändi­gen…

    Was ich neu gel­ernt habe beim Trailen, dass der Hund auch riecht, wenn die zu suchende Per­son ger­an­nt ist.
    Ein­mal sind wir zu dritt los gelaufen und der Hund der Trainiern sollte Gerüche dif­feren­zieren, d.h. sollte eben nur eine von uns dreien anzeigen. Wir soll­ten ein kleines Stückchen ren­nen. Haben wir gemacht, die Trainer­in meinte sie wäre kaum hin­ter­her gekom­men, weil ihr Rießen­sch­nautzer plöt­zlich voll los­ger­an­nt ist — eben schein­bar an der Stelle an der auch wir ger­an­nt sind..
    Ich finde das alles sooo span­nend. Bitte berichte über Eure weit­ere Fol­gen im Trailen…

    Gruß Silke

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