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Interview mit Susann Bernert — ein Blick hinter die Kulissen von Office Dogs

Heute möchte ich euch die liebe Susann vorstellen. Susann hat Office Dogs gegrün­det und erzählt euch heute in einem Inter­view, was genau dahintersteckt.

Susann, würdest du dich bitte kurz meinen Lesern vorstellen.

Mein Name ist Susann Bern­ert, ich bin 31 und lebe mit meinen bei­den Kindern und unserem tierischen Anhang auf Fehmarn. Ursprünglich habe ich mal Arzthelferin gel­ernt, nach den Kindern kam die erste Selb­st­ständigkeit mit dem Tierser­vice Fehmarn und vor einem Jahr ergänzend hierzu bzw. als zweites Stand­bein Office Dogs.

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Susann mit ihrem See­len­hund Buddy

Nun hast du Office Dogs gegründet. Was genau muss man sich darunter vorstellen? Welche Tätigkeiten und Aufgaben übernimmst du im Rahmen von Office Dogs?

Office Dogs ist ein Büroser­vice, der sich auf die Belange und Anforderun­gen von Selb­st­ständi­gen in der Tier­branche spezial­isiert hat. Da ich sel­ber im Rah­men meiner ersten Selb­st­ständigkeit sehr viele Erfahrun­gen in diesen The­men gesam­melt habe weiß ich genau, welche Anforderun­gen man in diesem Bere­ich hat. Viele in der Branche sind als Einzelkämpfer unter­wegs, viele sind Quere­in­steiger und haben oft nicht so genaue Vorstel­lun­gen, was eigentlich alles mit dem Schritt in die Selb­st­ständigkeit zusam­men­hängt. Da gilt es Werbe­mit­tel und Home­page zu gestal­ten, Mate­ri­alien für den Unter­richt vorzu­bere­iten, die Social-Media-Kanäle zu betreuen, Newslet­ter vorzu­bere­iten und zu versenden, an muss jede Menge Gesetze und Richtlin­ien befol­gen, Preise kalkulieren und die Buch­hal­tung machen. Jede Menge Zeug also, was im Hin­ter­grund ablaufen muss – ohne dass man dafür direkt Geld erhält; denn Zeit für seine Kun­den finden, die muss man außer­dem auch noch. Etwa 40% der Arbeit­szeit muss man für diese Auf­gaben ein­pla­nen, damit das Geschäft ins Rollen kommt und am Laufen bleibt. Das jedoch wird von den meis­ten in dieser Branche unter­schätzt und wir reden dabei noch nicht ein­mal von den Men­schen, die zufäl­lig in die Branche rutschen. Nein, auch wenn der Branch­ene­in­stieg lange vorher geplant wurde, erfordert es trotz­dem regelmäßi­gen Zeit­ein­satz diese Auf­gaben gut und rechtzeitig zu erledigen.
Bei mir kann ein Großteil dieser Hin­ter­grun­dar­beiten abgegeben wer­den, damit man sich auf sein Kerngeschäft konzen­tri­eren kann. Außer­dem kön­nen durch diese Art des Out­sourcens auch Kosten einges­part wer­den, weil man sich beispiel­sweise kein Buch­hal­tungs– oder Layout-Programm kaufen muss, weniger Büroar­tikel benötigt etc.. Und ger­ade diejeni­gen, die erst starten, haben meist noch nicht genug Arbeit, als dass es sich aus finanzieller Sicht lohnt, jeman­den extra für diese Auf­gaben anzustellen. Auch die Zeit, die man benötigt, um sich in diese Sachen einzuar­beiten, ist nicht ger­ade zu ver­achten, denn wie heißt es so schön: „Zeit ist Geld“.
Konkret kann der Kunde zum Beispiel bei mir fol­gende Dinge abgeben:
– Erstel­lung und Wartung des Internetauftrittes
– Erstel­lung von Vor­la­gen für Print­wer­bung und Online­grafiken (für Face­book, Home­page und Co.)
– Buchhaltung
– Social-Media-Betreuung und Quar­talspakete, bei denen der Kunde von mir quasi Anleitun­gen bekommt, welche The­men für seine Branche abgear­beitet wer­den kön­nen. Für die ganz Unkreativen also 😉
– Recherc­hear­beiten und Schreibtätigkeiten

Derzeit besteht mein Kun­den­stamm aus Hun­de­schulen und –train­ern, Tier­pen­sio­nen, Reit­ställen, Ernährungs­ber­atern, Hun­de­friseuren, Tier­fo­tografen und Dog­walk­ern, ich habe aber durch Weit­erempfehlung auch den ein oder anderen ‚branchen­frem­den‘ Kun­den. Man muss aber kein Gewerbe haben, um zum Beispiel ein Facebook-Titelbild von mir erstellen zu lassen oder einen Blog desig­nen zu lassen, ich bin da eigentlich zu fast allen Schand­taten bereit 🙂

Außer­dem biete ich auf http://www.office-dogs.de/ einen Blog an. Dort findet man immer wieder auch Anleitun­gen und Berichte zu aktuellen tech­nis­chen und rechtlichen The­men, wie eine Anleitung zum Updaten von Word­Press. Dort möchte ich auch den Weg zwis­chen meinen Kun­den und deren Kun­den verkürzen, denn viele in der Hun­de­branche haben ein Prob­lem damit, sich aktiv Feed­back einzu­holen. Auf dem Blog haben Tierbe­sitzer die Möglichkeit, (anonym) zu erzählen, welche Ange­bote sie gut finden und was sie sich wün­schen; sie erfahren aber auch, was es bedeutet in dieser Branche zu arbeiten, (hierzu ist ger­ade eine Artikelserie in Vorbereitung).

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Susanns Arbeit­splatz

Auf dem Blog findet man auch Texte aus meiner Feder, denn ich habe mich in einer offenen Fragerunde einigen juristischen Fragen deiner Kunden gestellt.

Gab es eigentlich einen Schlüsselmoment, in dem du beschlossen hast, Office Dogs zu gründen?

Ja, den gab es tat­säch­lich. Ich habe ja noch einen Tierser­vice mit Tier­be­treu­ung im häus­lichen Umfeld und hatte hier auf Fehmarn immer das Prob­lem, dass ger­ade im Win­ter dadurch kaum etwas ‚rumkommt‘, weil viele nur während der Sai­son beschäftigt sind und sich dann schlichtweg die Hun­de­be­treu­ung oder den Urlaub ohne Hund im Win­ter nicht leis­ten kön­nen. Also habe ich für diese Zeit einen 450 € Job angenom­men – im Büro, Buch­hal­tung und alles was anfällt, für 2 Stun­den täglich. Irgend­wann habe ich aber gemerkt, dass sich das nicht mehr mit der Tier­be­treu­ung vere­in­baren lässt, es mir aus­gle­ichend aber gut tat, mal was ‚ohne Tier‘ zu machen. Also habe ich den Schritt gewagt, diesen Aus­gle­ich zu mir nach Hause zu holen und habe beide Selb­st­ständigkeiten nun soweit struk­turi­ert, dass sie sich gegen­seitig gut ergänzen, auch wenn das bedeutet, dass ich die Auf­gaben von Office Dogs häu­fig auch abends erledige, weil ich dafür haupt­säch­lich die Ruhezeiten der Hunde nutze.

Wo genau siehst du dich mit Office Dogs in fünf Jahren? Was sind deine Ziele?

Ich hoffe, dass sich Office Dogs in 5 Jahren soweit etabliert hat, dass Selb­st­ständige im Tier­bere­ich darin eine feste Anlauf­stelle finden, wenn es um Dinge geht, die sie selbst nicht übernehmen kön­nen oder wollen. Damit sie glück­lich ihrer Selb­st­ständigkeit nachge­hen kön­nen, ohne sich durch die Hin­ter­grun­dar­beiten kaputt machen zu lassen (viele in der Branche müssen irgend­wann aufgeben, weil sie sich ein­fach über­fordern). Auf kurz oder lang werde ich Mitar­beiter ein­stellen, die sich auf bes­timmte Bere­iche spezial­isieren, um den Anforderun­gen noch besser gerecht zu wer­den. Office Dogs hat das Ziel, Selb­st­ständige in der Tier­branche darin zu unter­stützen, zufrieden selb­st­ständig zu sein.

Zum Abschluss habe ich noch eine Frage, die uns Hundemenschen alle interessieren wird. Lebst du ebenfalls mit einem Hund zusammen? Was genau beiden Hunde für dich?

Ja, ohne geht ja quasi nicht, oder? 😉 Derzeit habe ich einen eige­nen Hund, eine Amer­i­can Cocker Hündin, sie heißt Pucky. Sie unter­stützt mich im Bere­ich des Tierser­vices immens, wenn es zum Beispiel um Train­ings­geschichten geht. Pucky ist mein zweiter Hund, vorher hatte ich einen American-Cocker-Rüden, der lei­der mit 14,5 Jahren gestor­ben ist – mein See­len­hund Buddy. Außer­dem gehören derzeit noch Kater Leo (kam 2013 aus dem Tier­schutz zu mir auf Pflegestelle und blieb) und 3 Kan­inchen (eben­falls alle aus dem Tier­schutz) zu meiner tierischen Crew. Bis zur Geburt meiner Kinder bin ich auch viel im Pfer­de­bere­ich unter­wegs gewe­sen, dafür fehlt mir aber im Moment die Zeit. Dafür darf meine Tochter ein­mal in der Woche zum Reiten, was ihr unheim­lich viel gibt.

Susann mit ihrem Hund Pucky
Susann mit ihrem Hund Pucky

Hunde – oder vielmehr Tiere sind ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben und es ist mir wichtig, dass auch meine Kinder mit Tieren aufwach­sen kön­nen. Bis auf Pucky stam­men alle meine momen­ta­nen Tiere aus dem Tier­schutz; unser Kater kam zu uns, weil er keine Chance auf Ver­mit­tlung hatte (älter als 10, Dia­betes und chron. Zah­n­fleis­chentzün­dung brachten so hohe Kosten mit sich, dass die Vorbe­sitzer ihn abgaben). Durch meine ehre­namtliche Tier­schutzarbeit lan­den auch immer wieder Flaschenkinder und Wildtiere oder Tiere mit schlechten Ver­mit­tlungschan­cen bei mir. Also ja, Tiere sind defin­i­tiv ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Aber es geht mir auch darum, gut für sie sor­gen zu kön­nen und wie jeder Tier­hal­ter weiß, kann das selbst bei kleineren Tieren finanziell ein ganz großes Prob­lem wer­den. Auch, um für solche Fälle abgesichert zu sein, habe ich nach einem zweiten Stand­bein gesucht und es in Office Dogs gefunden.

Liebe Susann, vie­len Dank für dieses inter­es­sante und aus­führliche Inter­view. Ich freu mich auf unsere Zusam­me­nar­beit und auf viele gemein­same Projekte 🙂

susi_shila

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