Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: der Aussieblog

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: der Aussieblog

Heute geht es weiter mit unserer Blo­greihe Kör­bchenge­flüster — Der Men­sch hin­ter dem Blog. Auf dieses Inter­view habe ich mich beson­ders gefreut. Ich habe Lizzy von Indi­an­er­mäd­chen & Wild­fang — der Aussieblog einige sehr per­sön­liche Fra­gen gestellt. Ich glaube, Lizzy und ich sind uns in vie­len Punk­ten sehr ähn­lich (Lizzy, bitte kor­rigiere mich, falls ich da falsch liege;). Zumin­d­est betr­e­f­fen uns die gle­ichen The­men wie Hun­de­sport und Hun­dezucht sowie die Liebe zu echten “Arbeitshunden”. 

Aber ich möchte euch das Inter­view gar nicht länger vorenthalten 🙂

Dieses Interview wird sehr persönlich und bezieht sich auf den Menschen hinter dem Blog – also auf dich 🙂 Fällt es dir schwer auf deinem Blog über Persönliches zu sprechen?

Also eigentlich fällt es mir nicht schwer, nein. Ich bin ja pri­vat auch eher ein Plap­per­maul und rede oft ohne Punkt und Komma. Natür­lich erzähle ich nicht jedes Detail über meine Arbeit oder mich, aber ich glaube ger­ade genug, dass die Blog­beiträge uns authen­tisch spiegeln. Das hoffe und wün­sche ich mir zumindestens.

Hand aufs Herz? Warum hast du dich für zwei Aussis entschieden?

Also zunächst habe ich mich ja nur für einen Aussie, näm­lich Emmely entsch­ieden. Mein erster Hund sollte Lust haben mit mir zu arbeiten und ich mag schnelle Hunde, sowohl in der Geschwindigkeit aber auch im Denken. Und ja, natür­lich spielte auch die Optik eine Rolle. Wenn man ehrlich ist, spielt die immer eine Rolle — und ich mag ein­fach das fre­undliche und bunte Ausse­hen der Mer­les. Aber Schön­heit liegt bekan­nter­maßen auch im Auge des Betra­chters. Zudem ist die Rasse Aus­tralian Shep­herds eine noch rel­a­tiv gesunde Rasse, sofern man einige Aspekte bei der Zucht beachtet. Beim Zwei­thund habe ich kurzzeitig nochmal über einen Cat­tle Dog oder Bor­der Col­lie nachgedacht, let­z­tendlich dann aber eine tolle Aussiezüch­terin gefun­den und mich doch für einen zweiten Aussie entsch­ieden. Zwei Hunde durften es übri­gens sein, weil wir vor 3 Jahren mal die Schwester von Emmely für einige Wochen zu Besuch hat­ten und Emmely so viel Spaß hatte, dass ich Schwest­erchen Flake am lieb­sten gle­ich behal­ten hätte. Ab da war für mich klar, dass zu gegebener Zeit noch ein zweites Mäd­chen einziehen darf.

Emmely begleitet dich zur Arbeit und ist dort selbst als Therapiehund tätig. Wie sieht Hazels Zukunft aus?

Also der Zwei­thund sollte von vorn­herein nicht als Ther­a­piehund einge­setzt wer­den, son­dern eher in Rich­tung Hun­de­sport. Hazel kommt nun seit einiger Zeit aus organ­isatorischen Grün­den mit zur Arbeit und über­rascht mich immer wieder, wie sie da und auch pri­vat mit Kindern umgeht. In welche sportliche Rich­tung es gehen wird, weiß ich noch nicht. Hüten finde ich ja großar­tig und ich kön­nte mir vorstellen, dass daran Spaß hätte, zumal sie bei der Züch­terin ja schon Laufen­ten ken­nen ler­nen durfte. Auch Fris­bee oder Agility kön­nte ich mir gut vorstellen — sofern sie da nicht zu sehr hochfährt. Vielle­icht bleiben wir aber ein­fach beim Turnier­hun­de­sport. Jetzt ist Hazel ger­ade ein gutes Jahr alt und die Beglei­thun­de­prü­fung steht an, wir haben also noch genug Zeit etwas Passendes zu finden.

Ich durfte dich auf der DogLive in Münster kennen lernen und ich glaube, wir haben einiges gemeinsam. Wir arbeiten beide gerne mit unseren Hunden. Bei uns steht Agility, DogDance, Mantrailing und das Training für die Begleithungeprüfung auf dem Plan. Ich weiß, dass auch Hazel die BH ablegen soll und du allgemein viel THS betreibst. Wie denkst du über Hundehalter, die lediglich mit ihren Hunden spazieren gehen? Hast du
Mitleid mit Hunden, die gar keine Aufgaben haben und so gar nicht beschäftigt werden?

Also zur Zeit machen wir kein THS, was zum Teil am Verein selbst liegt, vor allem aber an meinem Ehrgeiz. Die Turniere im let­zten Jahr liefen näm­lich nicht so gut, obwohl es im Train­ing großar­tig klappte.. Trotz­dem ver­brin­gen wir ja viel Zeit mit Tricks, Apportier­train­ing, Fris­bee spie­len, BH Train­ing für Hazel, Ther­a­pi­es­tun­den mit Emmely und manch­mal auch noch joggen oder skaten. Aber: auch wir gehen ein­fach mal nur spazieren. Und das regelmäßig. Damit meine ich, dass die Mädels ein­fach schnüf­feln und wuseln dür­fen – in einem gewis­sen Rah­men natür­lich — und jeder ein wenig seinen Gedanken nach­hän­gen darf. Ich kenne einige Hunde, für die das völ­lig aus­re­ichend ist und die kein großes Beschäf­ti­gung­spro­gramm brauchen. Was und wie viel ein Hund braucht, kann man ja nicht unbe­d­ingt an der Rasse fest machen, son­dern ist von Hund zu Hund unter­schiedlich. Mir wäre es allerd­ings zu lang­weilig, wenn ich nur spazieren gehen würde und noch schlim­mer: Wenn es jeden Tag die gle­iche Strecke wäre. Zudem glaube ich, dass dieses gemein­same Arbeiten die Bindung untere­inan­der stärkt. Daher ver­passen möglicher­weise eher die Men­schen eine Chance auf eine tief­ere Bindung zu ihrem Vier­beiner und das ist doch ziem­lich schade.

Ich weiß nicht wie es dir geht. Wenn ich vor anderen Hundehaltern erwähne, dass wir Hundesport machen und wieviele Stunden das in der Woche in Anspruch nimmt, kommt oft der Satz „Also mein Hund darf ja noch Hund sein.“ Wie denkst du über eine solche Aussage in diesem Zusammenhang?

Ich glaube, diesen Satz höre ich eher sel­ten, weil viele Leute sowieso glauben, dass Aus­tralian Shep­herds eine 24 Stun­den Beschäf­ti­gung benöti­gen, um zufrieden zu sein. Und obwohl wir viele ver­schiedene Dinge machen, nehmen sie pro Woche wahrschein­lich nicht mehr Zeit weg, als wenn jemand täglich zwei große Run­den mit seinem Hund spazieren geht. Ich lege ja viel Wert darauf, auch Ruhep­hasen für die Mädels einzule­gen. Wenn Emmely mit mir in Ther­a­pi­es­tun­den war, muss sie weder vorher noch nach­her irgend­wie arbeiten oder stun­den­lang spazieren. Und wenn wir am Woch­enende viel gemacht haben, bleibt sie auch mal Mon­tag und vielle­icht auch Dien­stag Zuhause. Ich finde, dass man es nicht übertreiben darf und ver­suchen sollte, eine Bal­ance zwis­chen Beschäf­ti­gung und Auszeiten zu finden. Emmely und Hazel sind, glaube ich, sehr zufrieden mit unserem Leben. Da fällt mir aber ger­ade ein, dass doch mal jemand meinte, dass sein Hund ein­fach Hund sein darf: Und zwar von einem Besitzer eines Jagdhun­des, welcher nicht gut erzo­gen war und deshalb ständig durch das Gebüsch stre­unte, auf der Suche nach Kan­inchen. Das ist übri­gens ganz und gar nicht mein Ver­ständ­nis von “Hund sein dürfen”.

Gibt es Hunderassen, die du dir so gar nicht an deiner Seite vorstellen könntest?

 Ja, gibt es tat­säch­lich einige. Ganz, ganz große oder sehr kleine Rassen zum Beispiel nicht. Die Großen vor allem nicht, weil sie vom Wesen meist eher gemäch­lich und langsam sind — und das ist ein­fach nichts für mich — zudem ist die Lebenser­wartung nicht ger­ade hoch und auch das finde ich für mich schwierig. Bei ganz kleinen Rassen weiß ich gar nicht genau, warum ich mir da keinen vorstellen kann – ein Mini oder gar Toy Aussie wäre übri­gens auch nichts für mich, nicht nur wegen der Größe. Defin­i­tiv würde ich keine Zucht unter­stützen, die so auf das Ausse­hen fix­iert sind, dass die Tiere dadurch krank sind und deshalb lei­den. Dazu zählt auch der Mops, Bas­set, Chi­huahua, Cav­a­lier King Charles, Shar Pei und viele bull­do­ge­nar­tige Rassen.

Wie denkst du über das Züchten im Allgemeinen?

All­ge­mein finde ich, dass es viel zu ein­fach ist, sich Züchter nen­nen. Es gibt lei­der viele Men­schen, die damit ein­fach Geld ver­di­enen wollen und sich vor allem an der Nach­frage ori­en­tieren und Welpen kreieren, die haupt­säch­lich schön sein sollen. Inzwis­chen gibt es ja so unglaublich viele geplante Mixe in „beson­deren sel­te­nen Far­ben“ wie merle oder char­coal und möglichst bun­ten Augen. Die geben denen dann einen neuen ganz tollen Namen und nen­nen sich auch Züchter. Lei­der gibt es da oft auch Ver­paarun­gen, bei denen die Gesund­heit und die Charak­tereigen­schaften kaum noch eine Rolle spie­len. Meiner Mei­n­ung nach sollte es beim Züchten nicht ein­fach ums Ver­mehren gehen, die Auf­gabe einer Zucht sollte auch die Erhal­tung einer gesun­den und wesensstarken Rasse sein. Ich habe ja meine bei­den Mädels von ver­schiede­nen Züchtern und ich weiß daher, dass es unglaublich viele Men­schen gibt, die Aus­tralian Shep­herd Welpen verkaufen und es wirk­lich nicht ein­fach war, eine Zucht zu finden, die meine Kri­te­rien erfüllt. Bei Emmely habe ich damals fast ¼ Jahr gesucht und dann nochmal über ein halbes Jahr auf meinen Wun­schwurf gewartet.

Tierschutzhunde – käme das für dich in Frage?

Mmh, grund­sät­zlich würde ich Ja sagen. Bei meinem ersten Hund kam das nicht in Frage, weil ich diesen ja eventuell als Ther­a­piehund ein­set­zen wollte. Bei einem Hund, über dessen Ver­gan­gen­heit man in der Regel nicht viel weiß, finde ich das Risiko zu hoch, dass vielle­icht doch mal was passiert. Das heißt nicht, dass Hunde aus dem Tier­schutz nicht auch ganz toll als Ther­a­piehund arbeiten kön­nen, nur ich per­sön­lich kön­nte das nicht vertreten. Anson­sten finde ich es super, dass es Men­schen gibt, die Hunde aus dem Tier­schutz aufnehmen. Gemein­sam mit dem Lieblingszweibeiner haben wir ja im Moment drei Mädels und damit ist das Rudel fast komplett.

Auf den Straßen sieht man immer mehr Aussis. Auch in meiner Nachbarschaft leben viele Hunde dieser Rasse. Doch nur mit wenigen davon wird gearbeitet. Was denkst du darüber? Der Aussie als Modehund?

Der Aussie als Mod­e­hund, das ist tat­säch­lich so. Es gibt natür­lich auch Vertreter, die mit wenig Beschäf­ti­gung zufrieden sind, wie das ja bei jeder Rasse sein kann. Mir passiert es häu­figer, dass Leute, denen wir begeg­nen Sätze sagen wie “ Oh, guck mal ein Aussie! Die sind so schön! So einen will auch haben” oder aber sie fra­gen nach der Rasse, um dann auch so einen haben zu wollen. Manche Men­schen lassen sich von der hüb­schen Optik blenden und sehen dazu — wenn die Mädels einen guten Tag haben — brav erzo­gene Hunde, lesen im Anschluss, dass Aussies intel­li­gent sind und einen Will to Please haben und glauben dann, dass sie ein­fach zu erziehnde Fam­i­lien­hunde sind. Kaum einer, der uns wegen dem hüb­schen Fell anspricht, fragt wie viel Arbeit eigentlich in der Erziehung steckt — dass erzähle ich inzwis­chen aber ein­fach unge­fragt *zwinker*.

Was ist für dich das Geheimnis einer guten Bindung zu seinem Hund? Glaubst du, vieleProbleme im Zusammenleben mit einem Hund basieren darauf, dass keine Bindung zu dem Menschen besteht?

Ich glaube, eine gute Bindung baut man durch gemein­same Erleb­nisse auf. Das fängt ja im Welpenal­ter schon an, wenn man den Kleinen die Welt zeigt. Spaß miteinan­der haben baut Bindung auf — und das geht meiner Mei­n­ung nach eben nicht, wenn jeder für sich den Weg ent­lang trot­tet oder der Hund sich alleine im Garten aus­tobt. Zeit zu Zweit ist mir wichtig. Zeit mit Emmely, Zeit mit Hazel und auch Zeit mit Frau Flausch. Ich weiß nicht, ob viele Prob­leme durch fehlende Bindung entste­hen. Einige aber wahrschein­lich schon.

Vie­len Dank, liebe Lizzy. Ich habe mich sehr gefreut, dass du mit­gemacht hast. <3

Vie­len Dank auch an Erik, für die tollen Fotos. Lizzys Fre­und macht näm­lich ganz tolle Bilder. Folgt ihm doch bei Instragm 🙂

Teilen Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+
Posted on: 26. Juni 2017Sabrina

5 Gedanken zu „Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: der Aussieblog

  1. Auf Face­book ver­folge ich schon länger Emmely und Hazel, und natür­lich fand ich es jetzt mal total inter­es­sant zu lesen, wer eigentlich hin­ter den bei­den hüb­schen Hun­demäd­chen steckt. Ein sehr schöner Beitrag und die Bilder sind echt klasse.

    Liebe Grüße
    Ker­stin mit Grisu & Kessie

  2. Oh klasse! Der Beitrag gefällt mir sehr. Ich bin näm­lich schon lange ein Fan von den drei Mädels.
    Danke für diesen tollen Bericht, über den ich auf deinen Blog gekom­men bin! 🙂

    Ker­stin

  3. Ich bin auch über Face­book auf euch und den Blog aufmerk­sam gewor­den. Es ist immer sehr span­nend den eigentlichen Ini­tia­tor und Men­schen hin­ter einem solchen Online Tage­buch ken­nen­zuler­nen. Die Fotos sind erstk­las­sig gelun­gen und es entsteht der Ein­druck dabei zu sein. Die Ein­stel­lung keine Hun­dezüch­tun­gen zu unter­stützen, die nur dem Ausse­hen und Wun­sch des Men­schen entsprechen, finde ich sehr gut und teile ich genauso. Ich werde den Blog weiter ver­fol­gen und bin ges­pannt, was noch so kommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.