Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Les Wauz ?>

Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Les Wauz

Heute habe ich ein ganz tolles Inter­view für euch. Denn die liebe Rebecca vom großar­ti­gen Hun­de­blog Les Wauz stand mir Rede und Antwort. Rebecca und ich haben uns im ver­gan­genen Som­mer in Berlin ken­nen gel­ernt und ich kann euch sagen: Rebecca ist echt lustig 🙂 Ich habe mich wahnsin­nig gefreut, dass sie bei der Blo­greihe Kör­bchenge­flüster mit­gemacht hat.

Aber nun möchte ich euch das Inter­view nicht länger vorenthalten:

Wenn ich an deinen Blog denke, kom­men mir als erstes Artikel wie der große Test von Dör­rauto­maten oder der Test rund um die ver­schiede­nen Hun­de­bürsten in den Sinn. Nun wird es per­sön­lich. Ist das ein Prob­lem für dich?

Ganz im Gegen­teil, das ist für mich ein großes Kom­pli­ment! Denn dann ist ja bei dir hän­genge­blieben, dass du bei mir Infos und Tests zu wichti­gen Hun­de­the­men bekommst. Das ist doch super. 🙂
Genauso ist dann wohl bei dir angekom­men, dass ich nicht nur einzelne Pro­dukte aus­lobe, son­dern genauer hin­schaue und ver­suche, meine eigene Suche nach der „per­fek­ten“ Bürste, dem halt­baren Dör­rauto­maten (der erste ist mir ja schön weggeschmolzen 😛 ), dem ide­alen Fut­ter für Pixie etc. auf meinen Blog zu übertragen.

Deshalb kooperiere ich auch immer weniger mit Unternehmen, da ich eben nicht nur ein Pro­dukt testen und darüber schreiben möchte. Jeder Hund und Hun­debe­sitzer ist anders und hat unter­schiedliche Bedürfnisse.
Deshalb möchte ich immer eine Band­bre­ite von Pro­duk­ten anbi­eten, die Unter­schiede im Nutzen oder Preis zeigen aber den­noch gle­icht gut sind, damit jeder das Richtige für sich findet.

In den sel­tensten Fällen kann dies ein einzelnes Pro­dukt eines Koop­er­a­tionspart­ners vere­inen. Daher gehe ich – je länger ich den Blog führe – immer weniger Koop­er­a­tio­nen ein, da die meis­ten Fir­men ein Prob­lem damit haben, dass ich auch ihren Wet­tbe­werb abbilden möchte. Aber anson­sten nützt es dem Leser ja nichts, weil er keinen Ver­gle­ich hat.

War es schon immer dein Plan, dass dein Blog haupt­säch­lich als Rat­ge­ber aufge­sucht wird?

Ehrlich gesagt, hatte ich nie einen wirk­lichen Plan für meinen Blog. „Les Wauz“ wurde von mir ges­tartet, weil ich ein abso­lut blauäugiger Erst-Hundebesitzer war und von Hun­den null Ahnung hatte.
Gle­ichzeitig habe ich nir­gendwo wirk­lich hil­fre­iche Infos gefun­den. Deshalb habe ich auf Les Wauz eben meine Erken­nt­nisse und Recherchen in Artikeln gesammelt.

Es ist bis heute noch so: Wenn ich was Neues gel­ernt hab, wird es auf Les Wauz „ver­wurstet“. Unsere The­men hat dann wiederum das Zusam­men­leben mit Pixie vorgegeben.

Die Terrier-Madame wird zum Beispiel von uns (und auch meiner Tierärztin mit einem Augen­zwinkern) liebevoll als „Mon­tagshund“ beze­ich­net, da sie ständig irgendwelche Wehwechen hat. Und lei­der auch immer wieder Magen-Darm-Probleme. Daher hat Les Wauz einen Gesund­heitss­chw­er­punkt bekom­men. Das war null geplant, aber hat sich eben ein­fach ergeben. Wann immer Pixie etwas „Neues“ hatte, ich wieder zur Tierärztin gepil­gert bin, dieser ein Loch in den Bauch gefragt und dann Zuhause dazu recheriert habe, wurde daraus ein neuer Artikel.

Ein weit­erer Schw­er­punkt ist eben auch die Ernährung gewor­den, da Pixie unglaublich mäke­lig ist. Ich musste mich zwangsweise mit der Qual­ität der unter­schiedlichen Nassfutter-Marken beschäfti­gen, da ich her­aus­finden wollte, welches Fut­ter was enthält und wirk­lich gut für sie ist. Denn ich habe gehofft, dass ein besseres Fut­ter ihr vielle­icht auch besser schmeckt, was ganz gut funk­tion­iert hat.

Somit ist unsere Nis­che als Ratgeber-Blog ein­fach ganz natür­lich gewach­sen. Sowas kann man auch nicht wirk­lich pla­nen, glaube ich.
Und ich bin ganz ehrlich: Wann immer mir ein Leser schreibt, dass er durch unsere Artikel und Infos zum Beispiel das Fut­ter seines Hun­des umgestellt hat und dieser seit­dem ein glänzen­des Fell bekom­men hat, oder aktiver gewor­den ist, keinen Mundgeruch mehr hat und ein­fach wie aus­gewech­selt ist, grinse ich für den Rest des Tages wie blöd vor mich hin, weil es mich sooo glück­lich macht, dass ich etwas im Kleinen verän­dern konnte!

Der Gedanke, dass der „Kram“, den ich dig­i­tal fab­riziere, für einen Hund eine Verbesserung gebracht hat, ist für mich das Allerschönste.
Ich denke immer mal wieder ans Aufhören, weil Les Wauz so unglaublich viel Zeit ver­schlingt, mich echt Energie und automa­tisch auch Geld kostet. Aber das Feed­back meiner Leser ist für mich immer wieder der Motor den Blog weiterzuführen.
Ver­steh’ mich nicht falsch: Ich will mich hier jetzt über­haupt nicht beweihräuch­ern und feiern. Ich glaube, dass all wir Blog­ger eine eigene Funk­tion haben und Les Wauz hat eben seine als Rat­ge­ber gefunden.

Wie wichtig sind dir Begriffe wie Google-Ranking oder SEO?

Da ich ja — wie du und einige meiner Leser wis­sen — in der dig­i­talen Werbe-Branche arbeite und mich auch mit dem Thema „Con­tent Mar­ket­ing“ viel auseinan­der setze, wende ich natür­lich mein Job-Wissen auf „Les Wauz“ an. Und da gehören SEO und die Hin­ter­gründe von Google zum täglichen Brot.
Genauso wie du viele The­men auf deinem Blog aus rechtlicher Sicht betra­cht­est, kann ich auch diese „zusät­zliche Brille“ durch meinen Job-Hintergrund gar nicht ablegen.

Wenn ich schreibe, dann achte ich natür­lich aktiv auf ein paar Punkte, mit denen ich die Chance für den Artikel verbessere, dass er höher auf Google ger­ankt wird.
Aber es reicht eben nicht aus, dass ein Artikel „SEO-optimiert“ ist. Dann kön­nte das ja jeder! Die User müssen auch wirk­lich viel Zeit auf meinem Blog und meinen Artikeln ver­brin­gen, sich länger durch Artikel klicken und mit diesen beispiel­sweise durch Kom­mentare und Shares inter­agieren, damit der Artikel weiter oben bei der Google-Suche geführt wird. Google achtet mehr auf Qual­ität beim Con­tent, als auf faule SEO-Tricks denn je.

Mir ist es wichtig, dass die User meine Infos bei Google schnell und ein­fach finden, wenn sie sie brauchen. Ger­ade wenn der Hund krank ist, ist man ja für klare und umfassende Infos total dankbar! Und wenn du in Sorge um deinen Hund bist, hast du auch keinen wirk­lichen Bock drauf stun­den­lang Foren zu durch­forsten und dann doch keine wirk­liche Antwort zu bekommen.
Deshalb finde ich SEO und Google echt wichtig.
Wenn keiner meine Artikel findet, dann ste­hen sie ja ziem­lich sinn­los im Netz rum. 😉

Ist Pixie ein Wun­schhund? War alles geplant oder kam es eher spontan?

Solange ich denken kann, habe ich mir einen Hund gewün­scht. Aber es war in meiner Kind­heit nie möglich und hat sich danach auch nicht ergeben. Deshalb ist sie defin­i­tiv ein Wun­schhund, aber geplant war da gar nix.
Mein Fre­und und ich haben immer wieder über „unseren Hund“ gesprochen. Aber als ich an einem Freitag-Abend vor knapp sechs Jahren ein­fach mal „Jack Rus­sell Ter­rier“ und Ham­burg bei Google eingegeben habe, wollte ich ein­fach nur schauen, was es so in meiner Gegend zu dem Thema gab.
Doch als mich dann plöt­zlich Pixie anschaute, wusste ich, dass das da mein Hund ist. Ich war wie ver­hext! Und ja, ich habe sie über Ebay-Kleinanzeigen bekom­men, was ich bis heute gruselig finde. Doch sie musste ja irgend­wie zu mir finden. 😉
Sie war ja auch ein „Sec­ond Hand“-Hund und kein Welpe! Ich finde es schlimm, wie „Ver­mehrer“ (das sind ja keine Züchter!) auf Ebay-Kleinanzeigen unter meist schlim­men Umstän­den Welpen „verticken“. Das gehört echt ver­boten, dass dort mit den Hun­den wie mit einer Ware umge­gan­gen wird.

Der Hin­ter­grund bei Pixie war der, dass ihre Terrier-Mutter war ein Biest son­der­gle­ichen ist und sie Pixie seit ihrer ersten Läu­figkeit ständig gebis­sen hat (als ich sie bekam hatte sie zahlre­iche Wun­den am Hals) und sie aus dem Rudel vertreiben wollte.
Aber das ging eben nicht, wenn alle in einem Haushalt wohnen.
Es kommt wohl schon regelmäßig vor, dass die Müt­ter ihre Töchter wegekeln wollen, aber die Züchter haben sich dies lei­der viel zu lang angeschaut bis sie endlich einge­se­hen haben, dass sie ein neues Zuhause braucht.

Deshalb also die Pixie-Anzeige auf Ebay-Kleinanzeigen.
Und zum Thema „geplant“: Ich habe Pixie am Freitag-Abend ent­deckt, sie Mittwoch Abend besucht (sie saß die kom­plet­ten zwei Stun­den zit­ternd unter einem Couch-Tisch und sie tat mir so leid! Ich wusste, dass ich sie dort so schnell wie möglich raus­holen musste) und am Sam­stag Mit­tag darauf hatte ich plöt­zlich einen Hund. Hier erzähle ich auf Les Wauz die kom­plette Geschichte wie Pixie zu uns gekom­men ist, wer sie gerne lesen möchte. 🙂

Ein Leben ohne Hund? Wäre das für dich denkbar?

Nein, abso­lut nicht. Ich war schon viel zu lange „ohne Hund“. Ab jetzt wer­den mich defin­i­tiv immer min­destens einer wenn nicht vielle­icht sogar mehrere Hunde durch mein Leben begleiten.

Hast du eine Schwäche für Jack Rus­sell Terrier?

Abso­lut! Mein Fre­und lustiger­weise genauso. Da waren wir uns sofort einig. Ich finde es faszinierend wie eigensin­nig und toll bek­loppt diese Hunde sind. Sie sind so robust, unfass­bar wil­lensstark (Pixie testet immer noch häu­fig meinen Dick­kopf!), energiege­laden und über­schätzen sich durchge­hend in allem was sie tun und sind. Deine Püppi wirkt für mich da übri­gens ganz ähn­lich, auch wenn sie eine kom­plett andere Rasse ist. Deshalb finde ich Püppi aus der Ferne auch so toll!
Es ist bis heute so: Wann immer ich einen Jackie sehe, hüpft mein Herz.


Sicher­lich nicken sich Hun­debe­sitzer mit der­sel­ben Hun­derasse immer beson­ders fre­undlich zu. Weil man eben „etwas gemein­sam“ hat.
Wenn man sich jedoch unter Terrier-Besitzern trifft, kommt es mehr zu einem gemein­samen Augen­rollen, wenn man kurz über die Hunde spricht.
„Ist ihrer auch „so“?
„Ein Arschloch meinen Sie? Ja total!“
„Ter­rier kommt eben von Terror.“
„Hach ja, es sind ein­fach soooo tolle Hunde!“
„Ich bin auch immer noch so ver­liebt!“ und dann trennt man sich lächelnd.
Ich denke, dass man als Terrier-Besitzer ein biss­chen bek­loppt sein muss, um sich mit so einem Hund das Leben zu teilen. Wenn ich bespiel­sweise anderen Leuten erzähle, dass ich einen Jack-Russell-Terrier habe, kommt dann total oft als Antwort „Oh GOTT!“

Und häu­fig sagen mir Fre­unde auch, dass Pixie und ich so viel gemein­sam haben. Ich weiß dann immer nicht, ob das ein Kom­pli­ment oder eine Belei­di­gung ist, denn ich bin defin­i­tiv nicht so süß wie sie und habe keine braunen Mandelaugen. 😉

Aus deinem Blog wis­sen wir, dass Pixie ein ängstlicher Hund ist. Wie gehst du damit um?

Wie ich schon erzählt habe, hat Pixie ihre kom­plette „Prägezeit“ bei ihren Züchtern ver­bracht. Da diese jedoch planten mit ihr zu züchten, haben sie — warum auch immer — mit Pixie über­haupt kein Welpen­train­ing gemacht. Sie war stuben­rein, aber das war’s!
Sie kan­nte keine frem­den Hun­derassen ausser Ter­rier und Doggen. Alle anderen Hunde waren eine Bedro­hung. Män­ner haben ihr soviel Angst gemacht, dass sie teil­weise unter sich gepieselt hat. Sie hatte panis­che Angst vor Kindern, da es wohl mal Kinderbe­such gegeben hat, aber diese offen­sichtlich für Pix­ies Geschmack zu wild gewe­sen sein müssen. Und und und… die Liste ist unendlich!

Als ich ganz naiv gefragt habe, woran sie gewöhnt wurde und ob sie mal einen Aus­flug in eine Einkauf­s­pas­sage gemacht haben, in ein Café oder ob sie es kennt, dass ein paar mehr Men­schen um sie herum sind, bekam ich die Antwort „Ja, wir waren mit ihr beim Griechen!“ Mein dummes Gesicht kannst du dir vorstellen! Und dieser Hund musste nun mit mir in die Großs­tadt Ham­burg ziehen. Von heute auf mor­gen. Schockschwerenot!
Eins ist für mich aber schon immer klar gewe­sen: Ich bin mir abso­lut sicher, dass Pixie so oder so von Geburt an ein ängstlicher Hund war. Sie hat immer die Ten­denz das Schlimm­ste in einer Sit­u­a­tion zu sehen und nicht das Gute.
Alles Fremde bedeutete bei ihr immer erst­mal Angst bis sie vom Gegen­teil überzeugt wird.
Aber die Tat­sache, dass sie mit Nichts kon­fron­tiert wurde und bei ihr mit 10 Monaten die Prägephase kom­plett ungenutzt ver­strichen war, hat ihr den Ein­stieg bei mir natür­lich noch mehr erschwert.

Wir haben bei Null ange­fan­gen. Eigentlich eher bei Minus 10. Und die Angst saß noch oben drauf.
Meine erste Trainerin nan­nte Pixie ganz liebevoll den „Kasper Hauser-Hund“. Ich habe erst nach Jahren erfahren, dass dies das soge­nan­nte „Depri­va­tion­ssyn­drom“ ist und es sogar Lit­er­atur dazu gibt. Was hätte mir dies geholfen! Damals war ich ein­fach nur kom­plett überfordert.
Als Pixie einge­zo­gen ist, hatte sie wirk­lich vor jedem und allem Angst und alles was ihr Angst gemacht hat, wurde mit voller Energie ange­bellt. Ich hatte also einen Hund an meiner Seite, der ständig explodierte. Über­haupt nicht zu beruhi­gen war. Und null einzuschätzen. Jeder Spazier­gang war ein Spießrutenlauf.
Es gab nie eine ruhige Runde, es sei denn wir sind im Nichts gelaufen wo keiner war. Aber finde mal solche Orte in einer Großs­tadt. Es war alles Stress. Pixie ver­traute mir nicht und ich kon­nte sie (noch) nicht lesen und wusste nicht, wie ich ihr helfen konnte.
Aber ich hatte zwei fan­tastis­che Trainer­in­nen, denen ich alles ver­danke. Und mit ganz viel Geduld (von der ich über­haupt keine habe, aber man bekommt ja immer den Hund den man braucht) Ruhe, Liebe und Leck­er­lies kann ich tat­säch­lich behaupten, dass wir an guten Tagen kom­plett entspan­nte Spaziergänge machen und Pixie inzwis­chen eher neugierig durchs Leben läuft und es auch immer häu­figer zu pos­i­tiven Hunde-Begegnungen kommt.
Sie läuft durch Ham­burg wie eine richtige Ham­burger Göre und ob Elb­strand, Alster oder Neuer Wall: inzwis­chen bleibt sie cool.

Ich hätte mir vor fünf Jahren niemals erträumt, wie weit wir jetzt sind. Aber eins ist klar: mit so einem ängstlichen Hund hört das Train­ing niemals auf. Deshalb gibt es auf Les Wauz zum Thema „Der ängstliche Hund“ auch so viele Artikel. 😉 Ich möchte anderen Hun­debe­sitzern Mut machen. Denn es wird wirk­lich besser und man darf seinen Hund niemals aufgeben.

Auf was würdest du achten, wenn du dir wieder einen Hund in dein Leben holen würdest?

Wir liebäugeln tat­säch­lich immer wieder mit einem Zweit-Hund. Aber aktuell suchen wir erst­mal nach einem Haus mit Garten welches etwas weniger zen­tral in Ham­burg liegt. Und erst dann machen Tagträume zu einem Zweit-Hund wirk­lich Sinn.

Und um auf deine Frage zurück zu kom­men: am Aller­wichtig­sten wäre es mir, dass Pixie den zweiten Hund mag und es bei den Bei­den passt. Ich bin davon überzeugt, dass Hunde „Fre­unde“ haben und manche Hunde mehr und andere weniger mögen. Und da es aktuell kaum Hunde gibt, mit denen Pixie spielt und gerne Zeit ver­bringt, fände ich es wun­der­bar, wenn ein Hund einziehen würde, der ihr Buddy wird. Spie­len, Kon­takt liegen, die Welt erkun­den und sich schön gegen uns ver­bün­den und Mist bauen. Das wün­sche ich mir! 🙂
Und ich möchte defin­i­tiv wieder einen Hund „ret­ten“, der in Not ist. Egal woher. Ich denke tat­säch­lich, dass es dann genauso wie bei Pixie sein wird: wir wer­den ihn sehen und dann wis­sen wir „Das ist unser Hund!“

Was bringt dich so richtig auf die Palme?

Wie schon oben erwähnt, habe ich tat­säch­lich nicht so richtig viel Geduld. Das ist durch Pixie tat­säch­lich besser gewor­den, da sie mir ein­fach keine Wahl gelassen hat.
Aber bei Men­schen bin ich da nicht immer so entspannt.
Ger­ade im Job mache ich Sachen dann meist lieber sel­ber, bevor ich auf jemand anderes warten muss und dann damit auch noch nicht so richtig zufrieden bin. Ein biss­chen Per­fek­tion­is­mus ist da defin­i­tiv auch mit drin.
Außer­dem bekomme ich richtig schlechte Laune, wenn andere Tiere schlecht behan­delt wer­den. Denn sie kön­nen sich so gut wie nie wehren. Wenn ein Hun­debe­sitzer seinen Hund verk­loppt, weil er sel­ber unfähig ist, seinem Hund zu ver­mit­teln was er will. Wenn ein Rad­fahrer mit einem jun­gen Hund an mir vor­bei heizt und der Hund auf seiner Zunge läuft, da er keine Wahl hat. Dann kommt bei mir die Ham­burger Göre durch und ich lege mich auch gerne mal mit frem­den Leuten an. Ich weiß, bringt meis­tens nichts, aber ich kann meine Klappe dann nicht halten!

Was möcht­est du über dich sagen kön­nen, wenn du alt bist?

Ich bin jetzt 38 und finde das schon ziem­lich „alt“. 🙂 Jeden­falls ist es in der Wer­be­branche „alt“ sowie im Ver­gle­ich mit den zwanzigjähri­gen Stu­den­ten der Kreativ-Academy, die ich hier in Ham­burg seit vie­len Jahren Jahrgang für Jahrgang betreue.

Ich erkenne in diesen „jun­gen Dingern“ nicht nur mein 20-jähriges Selbst wieder, son­dern real­isiere gle­ichzeitig, wieviel Erfahrung ich tat­säch­lich schon habe. Ich bin seit 19 Jahren in der Branche, da macht mir wirk­lich keiner mehr was vor.
Und mir macht es unfass­bar viel Spaß mein Wis­sen an sie weit­erzugeben. Ob beru­flich als Dozentin oder Men­tor für die jun­gen Kreativen oder eben auf Les Wauz, wenn ich meinen Leser Hin­ter­grund­in­fos und prak­tis­che Hilfe vermittle.
Ich brauche für manche Artikel ungel­o­gen 10–20 Stun­den, da ich immer sehr umfan­gre­ich recher­chiere (ich will die The­men dann richtig ver­ste­hen und mir auch sicher sein, dass ich keinen Quatsch schreibe) und ver­fasse zudem auch immer gle­ich Romane.
Wie du sicher hier auch schon gemerkt hast. 😉 In meiner Welt existiert kein „kurz und knapp“ wenn es sich um Artikel dreht. Aber es ist für mich auch total toll mich in so ein Thema zu ver­beißen und ihm auf den Grund zu gehen.
Somit fände ich es schön, dass ich im „Alter“ darauf zurück schauen kön­nte, anderen geholfen zu haben und über die Jahrzehnte immer wieder mein Wis­sen und Erfahrun­gen weit­ergeben konnte.

Bist du der Men­sch, der du sein willst?

Puh liebe Sab­rina, das ist aber echt mal ne Frage! 🙂
Da müsste ich erst­mal wis­sen, was ich wirk­lich für ein Men­sch sein möchte. Wie heißt es so schön: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“
Und das ist schon eine Über­legung, die nicht nur extrem kom­plex ist, son­dern worüber ich sicher auch seit­en­lang schreiben könnte.
Aber ich ver­suche mal spon­tan zu antworten und mich kurz zu hal­ten: Ich möchte gern eine gute Fre­undin, Schwester, Tochter, Kol­le­gin, Dozentin etc. für all die Men­schen sein, die mir wichtig sind.
Dabei ist es mir wichtig immer ein offenes Ohr zu haben und mich sel­ber auch mal zurück­stellen zu kön­nen. Auch wenn ich viel arbeite, einen vollen Kalen­der habe und ne Menge Pro­jekte noch neben­bei mache (Les Wauz ist ja auch ein „Pro­jekt“, das eben immer gern meine Freizeit füllt) möchte ich trotz­dem bei einem Tre­f­fen meinem Gegenüber meine volle Aufmerk­samkeit schenken.

Dies gelingt mir mal besser und mal schlechter — aber das ken­nen wir ja alle. Doch ohne unser Umfeld und Net­zw­erk sind wir alle nichts. Und wenn ich der Men­sch sein kann, den meine Fre­unde brauchen, dann macht mich das gle­ichzeitig auch glücklich.
Das bezieht sich natür­lich auch genauso auf Pixie: Durch unser gemein­sames Train­ing und über die Jahre habe ich gel­ernt für sie so da zu sein, dass sie mir wirk­lich ver­traut. Ich führe und gebe ihr inzwis­chen so viel Sicher­heit, dass sie unter­wegs in Ruhe schnüf­feln, auch mal durch die Gegend träu­men und ein­fach „Hundedinge“ machen kann. Dazu war sie anfangs über­haupt nicht im Stande, da die Angst alles beherrschte. Dass ich diese Rolle für sie erfüllen kann, macht mich sehr glücklich.

Danke für die Fra­gen, liebe Sab­rina. Es hat mir echt großen Spaß gemacht, für dich und deine Leser in mich zu gehen und eine passende Antwort zu finden.

 

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One thought on “Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — heute: Les Wauz

  1. Liebe Sab­rina, noch mal vie­len Dank für das tolle, dig­i­tale Inter­view! Die Fra­gen waren wirk­lich super und aussergewöhn­lich und es hat mir großen Spaß gemacht 🙂
    Ganz liebe Grüße von Rebecca und Pixie

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