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Körbchengeflüster — der Mensch hinter dem Blog — Heute: mit mir :)

Heute habe ich den vor­erst let­zten Artikel der Blo­grei­he für euch und irgend­wie fühlt es sich komisch an 🙂 Heute bin ich an der Rei­he, denn ich habe alle Blog­ger, die mir auch schon Rede und Antwort standen, gefragt, ob sie Lust haben sich eben­falls ein paar Fra­gen an mich zu über­legen. Und da die Blo­grei­he nun eine kleine Pause ein­le­gen wird, möchte ich mich vorher noch den Fra­gen mein­er lieben Kol­legin­nen stellen 🙂

Püp­pi ist ein Shi Tzu Mix, während Queen von einem Züchter stammt. Wie denkst du über Design­er Dogs und den daraus resul­tieren­den Stre­it zwis­chen Mis­chlingslieb­habern und Rasse­hund­fre­un­den?

Design­er Dogs hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben. Lassie hat als Col­lie den Anfang gemacht, der “Cesar — Hund” fol­gte sowie zahlre­iche andere Mod­e­hunde wie der Mops oder die franzö­sis­che Bull­dogge. Und nun sieht man über­all Men­schen mit einem Aus­tralien Shep­erd. Ich sehe diese Entwick­lun­gen sehr kri­tisch. Zum einen holt sich jed­er Hans und Franz einen Mod­e­hund ins Haus ohne darüber nachzu­denken, was dieser Hund für Bedürfnisse hat und ob dieser Hund zu meinem Leben passt. Natür­lich gibt es immer wieder Lieb­haber ein­er bes­timmten Rasse. So liebe ich den Schäfer­hund und obwohl ich weiß, wie krank gezüchtet diese Rasse mit­tler­weile ist, habe auch ich einen Schä­fi in mein Leben geholt. Aber nicht, weil ich Fan von Kom­mis­sar Rex bin, son­dern weil mich diese Rasse fasziniert. Weil der Charak­ter eines Schäfer­hun­des zu mir passt und ich die Möglichkeit habe, dieser Rasse gerecht zu wer­den.

Men­schen holen sich einen Mod­e­hund an ihre Seite, weil es schick ist und weil man das halt ein­fach so macht, wenn man up to date sein möchte. Die Nach­frage bed­ingt das Ange­bot. Es wird immer schw­er­er einen ser­iösen Züchter zu find­en. Viele Men­schen wit­tern das schnelle Geld und ver­mehren, was ver­mehrt wer­den kann. Und warum nicht kleine eine Miniver­sion von der Rasse? Oder ver­paaren wir ein­fach zwei beliebte Rassen? Mops und franzö­sis­che Bull­dogge? Kein Prob­lem.

Ich halte nichts davon, Hunde zu ver­mehren. Ich finde es wichtig, dass die Rassen durch ver­ant­wor­tungs­be­wusste Zucht gesund erhal­ten bleiben. Doch man muss ver­ant­wor­tungsvolle Zucht klar von Ver­mehrung tren­nen.

Und dann gibt es ja noch die “für mich kommt nur ein Rasse­hund in Betra­cht” Frak­tion. Das sind die Schlimm­sten. Wer so denkt, der liebt nicht den Hund an sich, son­dern benutzt diesen als Sta­tussym­bol. Furcht­bar.

Queen ist bei mir, weil ich eine Lei­den­schaft für Schäfer­hunde habe und Püp­pi wurde nach ihren Charak­terzü­gen aus­ge­sucht. Ich habe mich bei Püp­pi ganz bewusst für einen Mis­chling entsch­ieden.

Mit Püp­pi und Queen machst du sehr viel Sport und pro­bierst gerne Neues aus. Queen darf durch ihre ED zum Beispiel keinen Turnier­hun­de­sport oder Agili­ty machen. Wie find­est du es, wenn ein Hund im Turnier­sport nicht „funk­tion­iert“ und das „Sport­gerät“ aus­ge­tauscht wird?

Ich weiß nicht, wie das bei anderen Rassen aussieht. Ich weiß nur, wie das bei Schäfer­hun­den ist. Ist der Hund nicht als Sport­gerät zu gebrauchen, wird er meist eingeschläfert. Egal, wie es dem Hund geht oder wie gut er mit was auch immer er hat zurecht kommt. Der Hund ist lediglich ein Fress­er in der Zwinger­an­lage und nichts wert.

Ich finde das furcht­bar. Aber das Schlimme begin­nt nicht erst da, wo der nicht funk­tion­ierende Hund aus­ge­tauscht wird. Son­dern das Übel begin­nt schon an der Stelle, an der der Men­sch den Hund als Investi­tion oder als Sport­gerät betra­chtet. Wer sich über die Leis­tun­gen seines Hun­des definiert, hat defin­i­tiv ein großes Prob­lem.

Ich finde es gut, wenn Hunde art­gerecht beschäftigt wer­den und ich finde es auch ok, wenn man das ganze auf Tunieren ausleben möchte. Aber nur, wenn der Hund daran Spaß hat und nicht, wenn der Men­sch seine Bedürfnisse an die erste Stelle stellt.

Es ist ja auch nicht so, dass Queen gar nichts machen würde. Sie macht eben andere Dinge wie Mantrail­ing, Fährte­nar­beit und ganz all­ge­mein Nasen- und Kop­far­beit. Unab­hängig von ihrer ED würde ich niemals mit einem Schäfer­hund Agili­ty machen. Dafür ist er ein­fach anatomisch nicht aus­gelegt und geeignet. Und IPO wäre auch nichts für mich. Also so oder so. Egal, ob ED oder nicht. Bei uns würde der All­t­ag für Queen ohne ED genau­so ausse­hen. Auch von ihrem Wesen her passen eher ruhigere Sportarten zu ihr. Sie ist sehr wild, steigert sich schnell in alles hinein. Sie macht selb­st aus ein­er ruhi­gen Fährte einen Marathon.

Queen und Püp­pi wer­den gebarft. Sie haben aber auch schon Trock­en­fut­ter oder Nass­fut­ter
bekom­men. Shi­va wurde lange Zeit gebarft, aber derzeit bekommt die Nass­fut­ter. Was hältst
du von dem „Glauben­skrieg“ der ver­schiede­nen Füt­ter­er?

Püp­pi wird nicht gebarft, weil sie es schlicht nicht frisst. Sie mag es ein­fach nicht und frisst nur, wenn es gar nicht anders geht. Dann hungert sie wieder zwei Tage und frisst dann ein wenig um dann wieder einige Tage zu hungern. Das hat uns im All­t­ag der­art eingeschränkt, dass ich bei Püp­pi aufgegeben habe. Sie frisst Dosen­fut­ter von Hirten­gold oder Hardys Traum.

Ich per­sön­lich lege viel Wert auf hochw­er­tiges, gesun­des und natür­lich­es Fut­ter. Ich kann ganz ehrlich nicht ver­ste­hen, wie man dem Hund einen Sack Trock­en­fut­ter aus dem Dis­counter geben kann. Finde ich unver­ant­wortlich diesen Mist in den Napf zu leg­en. Ich kann es ver­ste­hen, wenn man einen Hund nicht barft, keine Frage. Doch egal, was im Napf lan­det. Man sollte schon auf die Inhaltsstoffe acht­en.

Was den “Glauben­skrieg” bet­rifft so denke ich “man kann es auch übertreiben”. Ich per­sön­lich halte mich da völ­lig raus. Ich bin auch kein Mit­glied in irgendwelchen Barf — Face­book­grup­pen oder ver­folge Foren mit diesen The­men. Ich habe zwei Wochen investiert und alles gele­sen, was mir in die Fin­ger kam. Daraufhin habe ich einen Barf­plan erstellt und weiß nun, dass ich es richtig mache. Ich will mich von all den ver­schiede­nen Rich­tun­gen nicht ansteck­en lassen.

Du gehörst zu den Blog­gern, die öfter ihre Mei­n­ung sagen. Bereust du das manch­mal?

Nein. Ich habe nie bereut, meine Mei­n­ung zu sagen. Das ist mein Blog und wer den Blog oder mich nicht mag, der find­et sich­er einen anderen Blog, dem er fol­gen kann. Ich will mich nicht ver­stellen und ich bin auch abseits von Tas­tatur und Lap­top ein ehrlich­er Men­sch.

Natür­lich hat das auch immer seine Schat­ten­seit­en. Wer ehrlich über ein vielle­icht sog­ar kri­tis­ches The­ma wie Cesar Mil­lan, Kas­tra­tion, Tier­schutz usw. spricht, der eckt nun mal an. Und natür­lich sitzen auch Leute vor dem Lap­top, die das anders sehen als ich. Dann gibt es diejeni­gen, die das sach­lich äußern kön­nen und mit denen ein net­ter Aus­tausch ver­schieden­er Sichtweisen stat­tfind­en kann. Und das gibt es diejeni­gen, die gle­ich per­sön­lich wer­den und denken, sie kön­nen sich hin­ter ihrer Tas­tatur ver­steck­en und mal so richtig Dampf ablassen. Solche Leute sind natür­lich anstren­gend und auf Hater hat man nie Lust.

Das ist der Preis, den man für Ehrlichkeit zahlen muss. Aber das ist auch im wirk­lichen Leben so. Wer ehrlich ist, eckt halt bei den­jeni­gen an, die mit Ehrlichkeit nichts anfan­gen kön­nen. Das ist ok so. Den Preis zahle ich gerne.

Welch­er Artikel dein­er ganzen Blog­ger­lauf­bahn ist dir am wichtig­sten und warum?

Ich habe zweimal ganz per­sön­lich über die Beziehung zu Queen und Püp­pi geschrieben. Erst in “Queen — mein See­len­hund” und dann noch ein­mal in “Wenn der erste Hund ein See­len­hund ist”. Diese bei­den Artikel sind mir beson­ders wichtig. Manch­mal fange ich ein­fach an zu schreiben und weiß gar nicht, wo die Reise mit dem Artikel hinge­ht. Genau­so sind diese Artikel ent­standen. Man fängt an und ist plöt­zlich in ein­er Welt, in der die Worte ein­fach so über die Fin­ger kom­men und man nicht erst nach­denkt, was man da eigentlich schreibt. Genau­so ging es mir bei bei­den Artikeln. Ich habe vor meinem Lap­top gesessen und Rotz und Wass­er geheult, als ich die Zeilen geschrieben habe.

Ich denke, dass solche Blog­posts etwas ganz beson­deres sind.

Kön­ntest du dir vorstellen ganz ohne Inter­net zu leben? Was würdest du dann wohl die ganze Zeit tun?

Eigentlich nicht. Wenn ich kein Inter­net hätte, dann kön­nte ich diesen Blog nicht führen und würde meinen Shop an den Nagel hän­gen müssen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich lebe ja qua­si davon 🙂

Aber es gibt auch Tage, an denen ich mein Handy laut­los stelle. Und in let­zter Zeit passiert das immer häu­figer. Mein Handy liegt auch mal auf dem Sofa und nicht immer direkt neben mir. Ich kann nicht jed­erzeit auf Nachricht­en antworten. Das würde mich in den Wahnsinn treiben. Es gibt Tage, an denen ist das alles zu viel. Ich ver­suche im All­t­ag auch mal zwis­chen­durch fünfe ger­ade sein zu lassen und beant­worte die Nachricht­en alle zusam­men in der Mit­tagszeit und dann wieder erst am späten Nach­mit­tag. Klar müssen Kun­den auch mal zwei bis drei Stun­den auf eine Antwort warten, aber anders ist das nicht regel­bar.

Liebe Sab­ri­na, zum The­ma Klam­ot­ten: Als Hun­de­men­sch macht man sich ja häu­figer auch mal dreck­ig.. Hast du extra Klei­dung dafür, die vor allem prak­tisch und bequem ist? Und unter­schei­det die sich stilmäßig von dein­er „nor­malen“ Klei­dung? Oder bist du eher der Mei­n­ung, dass man ja alles waschen kann und gehst auch mit eher schick­en Sachen in den Wald spazieren?

Die schick­en Sachen sind nach und nach in der einen Hälfte des Klei­der­schranks ver­schwun­den und mit­tler­weile bes­timmt einges­taubt. Die nor­male All­t­agsklei­dung macht bei mir den Löwenan­teil aus. Ich klei­de mich generell eher sportlich oder wie Gui­do Maria Kretschmer sagen würde “Casu­al”. Was dreck­ig wird, wird eben gewaschen. Ich trage im All­t­ag viel Jeans, da geht sowieso alles raus. Ein bequemes Shirt drüber und los gehts. Ich bin da eher unkom­pliziert und prak­tisch ver­an­lagt. Worin ich mich nicht wohl füh­le, das trage ich nicht. Ich laufe ungern auf hohen Schuhen, sodass man mich qua­si nur in Sneak­ers sieht.

Bevor Queen zu mir gekom­men ist, lief ich grund­sät­zlich schon etwas schick­er rum, trug auch gele­gentlich Schmuck. Ich bin den ganzen Tag über mit den Hun­den zusam­men und wir sind viel draußen. Ich würde irre, wenn ich mich für jede Runde umziehen müsste. Daher trage ich haupt­säch­lich Sachen, die bequem sind und die man leicht waschen kann. Mein Schmuck beschränkt sich auf eine kleine Kette. Alles andere stört mich im All­t­ag meist.

Und ich liebe ja die Fotos von dem ganzen Spielzeug dein­er Mädels! Wie viel haben die eigentlich? Machen die auch mal was kaputt, so dass du Dinge erset­zt oder bunkert ihr für schlechte Zeit­en *zwinker* ?

Oh ja das ist ger­ade ein riesen The­ma bei uns. Die bei­den haben ja neue Kör­bchen bekom­men und damit unser Wohnz­im­mer auch wieder nach Wohnz­im­mer und nicht nach einem Spiel­paradies für Hunde aussieht, habe ich mich entschlossen, die lieb­sten Spiel­sachen in einem kleinen Korb im Wohnz­im­mer zu lassen und den Rest auszu­sortieren.

Ins­ge­samt kom­men wir lock­er auf 300 Spiel­sache. Ich habe vor mehr als einem Jahr mal gezählt und kam auf 287. Die 300-Marke haben wir lock­er gek­nackt. Ich muss dazu sagen, dass wir auch sehr viel geschenkt bekom­men und ich mit­tler­weile gar kein Spielzeug mehr kaufe.

Kaputt gegan­gen ist hier noch nie etwas. Vielle­icht mal ein kleines Loch in einem Plüschspielzeug, aber das habe ich wieder genäht und fer­tig. In den näch­sten Tagen werde ich die riesen Kisten aus­sortieren und schauen, was ich noch ver­schenken, verkaufen oder spenden kann.

Du hast ja mit Queen und Püp­pi zwei Hunde, die auf mich total unter­schiedlich wirken. Gibt es für dich wiederum einen Unter­schied in der Aufmerk­samkeit und der Liebe für deine Hunde? Oder ist für dich alles gle­ich und gerecht verteilt?

Ich glaube, dass die Aufmerk­samkeit hier sehr gut verteilt ist. Generell drän­gelt sich Püp­pi gern in den Mit­telpunkt und ist auch sehr anhänglich, aber ich beschäftige mich in der Regel mit bei­den zusam­men. Außer Püp­pi geht zum Agili­ty. Zum Dog­Dance geht Queen mit und in Püp­pis Pausen beschäftige ich mich mit ihr. Queen ist ein Hund, der gern auch mal seine Ruhe hat und gern allein in ihrem Korb schläft. Püp­pi hinge­gen ist da schon etwas kuschelbedürftiger und schläft auch gern bei uns im Bett.

Aber generell gehen wir zusam­men raus, machen zusam­men Nasen- und Kop­far­beit und spie­len auch zusam­men. Gekuschelt wir auch gemein­sam. Püp­pi ver­fol­gt mich zwar oft in der Woh­nung, was Queen gar nicht macht, aber das ignoriere ich in der Regel, weil ich ihr das gern abgewöh­nen möchte.

Obwohl bei­de wirk­lich sehr ver­schieden sind, bekom­men sie die gle­iche Aufmerk­samkeit und wie ich finde auch die gle­iche Liebe. Queen ist eher ver­hal­ten, was das Verteilen von Liebe bet­rifft. Püp­pi zeigt einem in jed­er Sekunde, wie sehr sie einen liebt. Aber ich glaube, dass alles was von mir aus­ge­ht, ziem­lich gerecht verteilt ist. Und das völ­lig unbe­wusst, weil ich mich gern mit bei­den beschäftige und weil ich bei­de gle­ich liebe.

Queen ist mein See­len­hund, mein ein und alles. Püp­pi ist wie ich als ich noch klein war. Irgend­wie passt die Kom­bi­na­tion von uns dreien sehr gut zueian­nder glaube ich 🙂

Ich bin der fes­ten Überzeu­gung, dass wir alle die Hunde bekom­men, die wir ger­ade zu dem Moment brauchen und die uns im Leben weit­er­brin­gen. Bist du zum einen auch dieser Mei­n­ung? Und wenn ja, welche Dinge hast du durch deine Hunde gel­ernt? Was spiegeln sie für dich und was habt ihr gemein­sam?

Ja auf jeden Fall. Queen hat mir gezeigt, was wirk­lich wichtig ist. Dass das Glück nicht in der Zukun­ft, son­dern im Hier und Jet­zt liegt. Queen hat mir gezeigt, wie wertvoll Kleinigkeit­en sind. Früher hat mich der Kauf ein­er neuen Hand­tasche glück­lich gemacht. Heute sitze ich mit meinen Hun­den am See und kön­nte nicht glück­lich­er sein. Sie hat mich geerdet und mir gezeigt, worauf es ankommt.

Püp­pi hat mir gezeigt, dass mein Leben nicht nur aus Sor­gen um Queen beste­ht. Sie hat mir gezeigt, dass man das Leben genießen sollte, genau­so wie es ist. Püp­pi strahlt einen in jed­er Sekunde an. Sie ist immer hap­py und steckt alles weg. Mit Püp­pi hat man das Gefühl, dass man jedes Prob­lem meis­tern kann. Und vor allem, dass das Leben nicht nur aus Sor­gen beste­ht.

Wovor fürcht­est du dich und was sind deine größten Sor­gen?

Ich habe Angst, dass meinen Hun­den etwas zus­toßen kön­nte. Dass sie erkranken kön­nten und wir vor einem gesund­heitlichen Prob­lem ste­hen, welch­es wir nicht meis­tern kön­nen. Aber genau­so habe ich Angst, dass meinen Lieb­sten etwas passieren kön­nte. Im ver­gan­genen Jahr ist meine Oma ver­stor­ben. Nicht plöt­zlich, weil sie krank gewe­sen ist, aber den­noch reißt es einem den Boden unter den Füßen weg. Ich habe lange gebraucht, um das zu ver­ste­hen. Habe es lange nicht wahrhaben wollen und lange gedacht, dass sie in ihrem Ses­sel sitzen würde, wenn ich jet­zt zu ihr fahren würde. Ich bin immer noch dabei, es zu ver­ar­beit­en. Das war das erste Mal, dass ich den Ver­lust eines Men­schen so bewusst erlebt habe. Daher weiß ich nicht, ob man das je ver­ar­beit­en wird.

Ich habe Angst vor Ver­lus­ten, Angst vor Verän­derun­gen und ich mache mir Sor­gen, dass in meinem Leben etwas passieren kön­nte, dass ich nicht meis­tern kann.

Bist du zufrieden mit deinem Leben so wie es aktuell ist oder gibt es etwas, was du rück­blick­end anders machen würdest?

Ja, das bin ich. Ich habe zwei tolle Hunde, einen lieben Fre­und, der mir in allem, was ich tue, den Rück­en stärkt. Ich habe ganz liebe Eltern, die immer da sind und mich immer unter­stützen. Einen lieben Opa, der immer da ist und tolle Fre­unde. Ich habe einen Job, der mich glück­lich macht und kann sein, wer ich bin. Was will man mehr?

Ob ich rück­blick­end etwas anders machen würde? Ja wahrschein­lich schon. Ich denke nicht, dass ich mich noch ein­mal einem Juras­tudi­um stellen würde. Es ist cool, die bei­den Exa­m­en im Sack zu haben, aber noch ein­mal würde ich das nicht machen. Ich musste mich nicht dadurch quälen, ganz im Gegen­teil. Ich habe nur lei­der erst im Referan­dari­at gemerkt, dass Jura nicht “das Ding” für mich ist. Keine Frage, es ist cool, Jurist zu sein. Es gibt mit Sicher­heit lang­weiligere Jobs, aber ich würde es halt schlicht nicht noch ein­mal machen.

Worauf bist du so richtig stolz?

Stolz ist ein starkes Wort. Stolz hat für mich immer etwas mit Leis­tung zu tun und darüber möchte ich mich nicht definieren. Ich bin kein leis­tung­sori­en­tiert­er Men­sch und ich beurteile nie­man­den danach, was er erre­icht hat.

Aber um doch etwas zu der Fra­gen sagen zu kön­nen, for­muliere ich es mal so. Ich bin stolz darauf, dass ich ziel­stre­big bin und mich nicht unterkriegen lasse. Bin stolz darauf, dass ich noch nie aufgegeben habe. Und ich bin stolz auf Queen und Püp­pi. Dass sie zwei ganz tolle Hunde sind wir eine ganz tolle Bindung zueinan­der haben.

Wo möcht­est du — sowohl mit deinem Blog als auch den Hun­den — in fünf und dann zehn Jahren sein?

Ob es diesen Blog in fünf Jahren noch gibt, weiß ich nicht. Solange ich Freude an dem Blog habe, schreibe ich weit­er. Wird es irgend­wann zu ein­er Last, höre ich auf.

Ich selb­st hoffe, dass ich in fünf Jahren immer noch meine bei­den Fell­nasen an mein­er Seite habe. Ich hoffe, dass wir mit­tler­weile in einem Haus mit Garten leben und ich dort einen Verkauf­s­raum für Glück­shund eröff­nen kann 🙂 Sowieso träume ich von dem Gedanken, einen eige­nen Laden aufzu­machen. Vielle­icht bin ich dann ja sog­ar ver­heiratet 😀 Oder erwach­sen? 😀

Was würde mich an dir über­raschen?

Diese Frage stammt von Nicole und da sie mich wirk­lich sehr gut ken­nt, weiß ich nicht, ob ich sie noch mit irgen­det­was über­raschen kann 🙂

Ich glaube im Großen und Ganzen, dass ich schon genau­so bin, wie man mich hier ken­nen lernt. Ich erzäh­le frei Schnau­ze, was ich denke und daher weiß ich nicht, ob tat­säch­lich jemand über­rascht wäre, wenn er mich tre­f­fen würde.

Aber um das mal ganz all­ge­mein zu for­mulieren:

Ich glaube, viele Men­schen wis­sen nicht, wie oft ich an sie denke. Wie dankbar ist für vieles bin und dass ich wirk­lich zu schätzen weiß, was man für mich getan hat und wie man mich unter­stützt. Ich glaube, dass ich oft sehr “lock­er” rüberkomme, das aber gar nicht bin. Ich bin glaube ich sen­si­bler, als man von mir denkt und ich denke mehr nach, als manch ein­er glauben würde.

Bist du aber­gläu­bisch?

Ich lese wed­er mein Horoskop noch weiß ich, was für ein chi­ne­sis­ches Sternze­ichen ich habe. Ich weiß nicht, ob es schlecht ist, wenn eine schwarze Katze von links oder rechts die Straße über­quert. Ich habe keinen Glücks­bringer, den ich bei mir trage. Nein, ich glaube ich bin nicht aber­gläu­bisch. Eine liebe Fre­undin von mir ist sehr aber­gläu­bisch, ken­nt sich mit Sternze­ichen sehr gut aus und hat mir ein­mal erzählt, dass es etwas ganz bes­timmtes bedeutet, wann genau man geboren ist. Es gibt auch Seit­en im Inter­net, auf denen man Geburts­da­tum und -Zeit eingeben kann und dann find­et man einen lan­gen Text, der etwas über den­jeni­gen sagen soll.

Ich fand ihre Begeis­terung für dieses The­ma faszinierend und wir haben lange darüber gesprochen. Da mag auch etwas dran sein und man kann auch sich­er bes­timmten Sternze­ichen bes­timmte Eigen­schaften zuord­nen. Aber ich habe mich noch nie aus Eigenini­tia­tive damit auseinan­derge­set­zt.

Welche Erfahrung hat dein Leben verän­dert?

Den größten Ein­fluss auf mein Leben hat­te wohl die Zeit in der Tanzschule. Als kleines Pum­melchen habe ich ange­fan­gen. Wurde ganz hin­ten in die let­zten Rei­he gestellt. Von dort aus habe ich mich in die erste Rei­he getanzt. Mehr als zehn Jahre war ich in der Tanzschule und hat­te rück­blick­end eine tolle Zeit.

Aufge­hört habe ich kurz vor dem Abitur als Vizewelt­meis­terin im Street Dance / HipHop. Dieser Titel war für mich und meine Gruppe eine tolle Erfahrung und ich glaube es war richtig, an dieser Stelle aufzuhören.

Die Zeit dort hat mir gezeigt, dass man alles schaf­fen kann, wenn man die richtige Mis­chung aus Wil­len­skraft und Diszi­plin mit­bringt. Man kann es pack­en, wenn man es will und hart genug dafür arbeit­et.

Wenn ich in deinen Kühlschrank schauen würde: Was wäre dort wirk­lich immer drin?

Wirk­lich immer im Kühlschrank befind­en sich neben den typ­is­chen Sachen wie Milch, Marme­lade und Käse in jedem Fall Almighurts. Ich bin völ­lig süchtig nach diesen Dingern und die gesamte Kühlschrank­tür ist voll mit den kleinen Töpfen 🙂 Außer­dem liegt immer Leber­wurst im Kühlschrank für Queen und Püp­pi.

Vie­len Dank meine Lieben für diese tollen Fra­gen. Ich danke euch auch, dass ihr Teil dieser Blo­grei­he gewe­sen seid. Jet­zt macht “Kör­bchenge­flüster” erst ein­mal eine kleine Pause, doch ich habe schon den ein oder anderen im Kopf, den ich auch gern noch mit meinen Fra­gen löch­ern würde 🙂

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