Life is daily. ?>

Life is daily.

Am ver­gan­genen Don­ner­stag habe ich meine Schlüs­sel übergeben. Die Schlüs­sel meiner Kan­zlei. Vor eini­gen Wochen habe ich euch erzählt, dass ich mich als Recht­san­wältin kom­plett dem Tier­recht widem möchte und genau das habe ich auch gemacht. 90 % aller Man­date entste­hen über das Inter­net. Viele meiner Man­dan­ten sehe ich nie persönlich.

Und so sitze ich Zuhause und arbeite, während die Hunde neben mir liegen und schlafen.

Viele von euch haben mich gefragt, wie mein All­tag eigentlich aussieht?

Nun ja. Eigentlich sieht jeder Tag ähn­lich aus.

Mor­gens lade ich einen Blog­beitrag hoch. Anschließend hole ich meine Akten aus dem Schrank und arbeite nor­maler­weise bis Mit­tags oder bis zum frühen Nach­mit­tag als Anwältin.

Anschließend kom­men Akten, Lap­top und Co. vom Tisch und ich hole meine Näh­mas­chine. Dann wer­den Aufträge genäht, Pro­dukte fotografiert und Neues entwickelt.

Abends schreibe ich Artikel für den Blog.

Zwis­chen­durch gehen wir spazieren, ver­stecken Leck­erlis, spie­len zusam­men und machen die Dinge, die ein Hun­de­herz sich wünscht.

Neben­bei mache ich den Kurs zur Hun­de­frieurin. Per­fekt, dass ich mir hier­bei die Zeit frei ein­teilen kann, denn sonst wüsste ich nicht, wie ich alles unter einen Hut bekom­men sollte.

Und wie schaffe ich das alles?

Eine struk­turi­erte To Do Liste gepaart mit einem guten Zeit­plan sind die besten Grund­la­gen. Zudem arbeite ich auch Samstags.

Son­ntags ist Ruhetag. Da bleibt der Lap­top zu. Das ist mir wichtig. Wir holen Brötchen und Früh­stücken lange. Mit­tags machen wir einen tollen und aufre­gen­den Aus­flug mit den Hun­den. Anschließend schauen wir Serien, liegen auf dem Sofa und essen Unge­sun­des, während die Hunde auf dem Tep­pich liegen und auch etwas zu knabben bekom­men. Manch­mal denke ich daran, was ich noch alles machen kön­nte, aber ich zwinge mich, es nicht zu tun. Son­ntags passiert bei uns nichts und unterm Strich ist das auch richtig so.

Die Reak­tio­nen auf mein Leben sind völ­lig unter­schiedlich. Manche wür­den auch gerne von Zuhause arbeiten. Viele hät­ten auch gerne den ganzen Tag ihren Hund oder ihre Hunde um sich. Und einige finden es cool, dass sich in meinem Leben alles um das Thema Tiere bzw. Hunde dreht.

Es gibt aber auch einige Men­schen, die das nicht ver­ste­hen kön­nen. Ins­beson­dere diejeni­gen, die mich schon “hun­de­los” kan­nten. Seit Queen in meinem Leben ist, habe ich mich stark verän­dert. Meine Pri­or­itäten liegen nun kom­plett auf anderen Din­gen. Sam­stags gehe ich lieber in den Wald statt in der Stadt shop­pen. Die Abende sitze ich lieber gemütlich mit meinen Hun­den vorm TV, statt durch die Kneipen zu ziehen. Ich kön­nte stun­den­lang so weiter machen, doch ihr wisst sicher, was ich meine.

2016-07-25 16.14.15

Du hättest auch in einer Großkan­zlei arbeiten können.”

Du woll­test doch immer Strafvertei­di­gerin werden.”

 

Statt zehn Stun­den täglich in einer Großkan­zlei zu ver­brin­gen, berate ich heute Tier­schut­zor­gan­i­sa­tion und Hun­de­trainer. Ich setzt Pflegev­erträge auf und vertrete Tierärzte.

Dass ich zudem blogge und einen Hun­deshop habe, macht mich nicht zu einer schlechten Anwältin. Nur weil ich nicht jeden Tag im Hose­nanzug unter­wegs bin, einiges an Tinte unter der Haut trage und auch sonst nicht aussehe wie die typ­is­che Anwältin, bedeutet das nicht, dass ich es nicht drauf habe. Nur weil ich einen Pfoten­ab­druck auf der Hose habe und mein Küchen­tisch voll ist mit Kräuter­mis­chun­gen, Ölen und Hun­denäpfen, heißt das nicht, dass ich vor Gericht und in meiner Robe nicht für das Recht meines Man­dan­ten kämpfen kann wie Püppi um einen Knochen oder Queen um ihren Ball.

Im Gegen­teil.

Würde ich nun in einer Großkan­zlei sitzen und große Unternehmen unter­stützen oder Beschuldigte vertei­di­gen, so würde ich abends nicht im Bett liegen kön­nen und sagen kön­nen, dass ich mit meinem Beruf etwas bewe­gen kann, was mir wirk­lich am Herz liegt.

Ich helfe Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen bei rechtlichen Hür­den, unter­stütze Pflegestellen bei ihrer Arbeit und setze zur Not gerichtliche durch, dass Hunde dor­thin kom­men, wo sie hingehören.

Regelmäßig spende ich Ein­nah­men aus meinem Shop an Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen und Tier­heime im Ausland.

Mit meinen Artikeln auf diesem Blog habe ich schon so manchen Leser davon überzeugt, dass Ket­ten­hals­bän­der in die Tonne gehören und Cesar Mil­lan kein vernün­ftigter Hun­de­trainer ist.

Ich bin mit mir im Reinen.

Ich habe das Gefühl, genau das zu tun, was ich liebe.

2016-07-25 16.19.30 HDR

Mit 27 Jahren habe ich mein Studium been­det. Arbeiten muss ich noch viele viele Jahre.

Soll ich bis dahin jeden Mor­gen um 8 Uhr ins Büro fahren und abends um 20 Uhr nach Hause kom­men? Soll ich täglich etwas tun, was ich gar nicht tun will?

Ich möchte nicht zu denen gehören, die sich Mon­tags mor­gens das Woch­enende zurück wün­schen. Ich möchte mich nicht fra­gen, wann endlich Fre­itag ist.

Ich möchte jeden Tag mit einem Lächeln begin­nen kön­nen und abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen. Ich möchte gerne viel Zeit mit meinen Hunde verbringen.

Und wenn ich lieber Hun­de­trainer juris­tisch berate, statt in einem Schei­dungsver­fahren einen Rosenkrieg zu führen, dann ist das so.

Wenn ich lieber Fut­ter­beu­tel nähe, statt einen Nach­barn zu vertei­di­gen, der durch­set­zen will, dass sein Nach­bar die Hecke kürzt, dann ist das so.

Und wenn ich lieber hier sitze und einen Blog­beitrag schreibe, statt Betrüger zu vertei­di­gen, dann ist auch das so.

Und wenn ich in einem Jahr lieber einem kleinen Shih Tzu Rüden das Fell kürze, statt AGB zu prüfen, ja dann werde ich auch das machen.

Vielle­icht schüt­telt ger­ade der ein oder andere seinen Kopf. Aber das stört mich nicht. Kannst du von dir behaupten, genau das zu tun, was dich berührt? Kannst du sagen, dass in alles was du tust, dein Herzblut steckt?

Vielle­icht sitzt auch der ein oder andere vor seinem Lap­top oder Smart­phone und denkt “Das würde ich auch gerne machen.”

Dann kann ich nur eins sagen: Mach es einfach.

Was hält dich auf?

Ich kön­nte nun mit dem typ­is­chen “Das Leben ist so kurz” — Gerede kom­men, aber das ist mir zu aus­genudelt. Obwohl da echt etwas dran ist. Und wir alle wis­sen das. Du hast die Wahl. Es ist dein Leben. Nur du kannst dafür sor­gen, dass du genau das machst, was du machen möcht­est. Nur du kannst dafür sor­gen, jeden Tag mit einem Lächeln zu begin­nen und abends glück­lich ins Bett zu gehen. Nicht träu­men. Machen.

Das Leben findet nicht erst statt, wenn man in den Ruh­e­s­tand geht. Das Leben beginnt nicht, wenn man sich hochgear­beitet hat und einen besser bezahlten Job hat. Denn Geld ist sowieso nicht der Schlüs­sel zum Glück. Ich kön­nte im meinem Leben nicht so viel Geld ver­di­enen, wie mir die Zeit mit meinen Hun­den wert ist. Und das Leben beginnt auch nicht am Fre­itag, wenn man nach der Arbeit das Woch­enende beginnt. Jeden Mor­gen, wenn du auf­stehst und mit zerzausten Haaren in den Spiegel blickt, beginnt der erste Tag vom Rest deines Lebens. Das Leben ist kein Wartezimmer.

Nimm die Maske ab und schau, was dir wichtig ist.

Werde, wer du sein willst.

Tu Dinge, weil du es kannst und nicht weil du es musst.

 

Und es ist mir egal, ob das ver­rückt klingt.

Denn der Sinn des Lebens ist Leben.

Life is daily.

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6 thoughts on “Life is daily.

  1. Aah­hhh wäre der Artikel gestern erschienen, hätte ich ihn in die Leseempfehlun­gen gepackt. So schön und so wahr! Und ich freu mich, dass du glück­lich damit bist!

  2. Du hast alles richtig gemacht und ich stimme Dir in allem, was Du heute geschrieben hast, zu!
    Genau aus den Grün­den, die Du genannt hast, haben wir vor zwei Jahren unsere Woh­nung aufgelöst, ich habe mich selb­st­ständig gemacht und wir reisen seit­dem um die Welt. Seit Anfang des Jahres in hündis­cher Begleitung im Wohnmobil.
    Das ist für viele befremdlich und manch einer rümpft die Nase. Aber wenn mir jetzt einer sagen würde “Das ist der let­zte Tag in Deinem Leben, wie willst Dunihn ver­brin­gen?” Dann würde ich sagen: so wie jeden anderen auch. Denn ich liebe mein Leben so, wie es ist!

  3. Ein toller Artikel! Ich stimme dir hier zu 100% zu.
    Man träumt von so viel, plant so viele Dinge in seinem Kopf und befüllt Lis­ten mit Vorhaben, die man unbe­d­ingt mal machen möchte — irgendwann…

    Und dabei gibt es abso­lut keinen Grund, nicht HIER und JETZT mit diesen Vorhaben anz­u­fan­gen. Man sollte starre Leben­skonzepte hin­ter­fra­gen und mehr auf sich selbst und seine Bedürfnisse hören.

  4. Toll und benei­denswert! Wobei ich auch sehr zufrieden mit meinem momen­ta­nen Leben bin. Es ist vielle­icht nicht für jed­er­mann geeignet, aber ich bin sehr glück­lich damit. Vor allem Shiva ist aus­geglichen wie nie zuvor. Man schmiedet so viele Pläne und sagt sich immer: Irgend­wann… Irgend­wann ist ein anderes Wort für niemals… Du hast alles Richtig gemacht und hast Recht. Was hättest du vom Leben, wenn du mega Geld schef­feln würdest aber keine Zeit für dein Leben an sich hättest? Gar nix! Und so hast du alles, was du willst. Wie gesagt… beneidenswert. 😉

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