Lost. Wie uns ein Flugzeug gerettet hat

Am ver­gan­genen Dien­stag waren wir lost. Für einige Zeit waren wir wie vom Bild­schirm ver­schwun­den. Und zwar wörtlich.

Eigentlich woll­ten wir nur eine kleine Runde drehen. Da Queen läu­fig ist, gehe ich gern in unbekan­nten Gebi­eten spazieren. Ich kann sie so pri­ma ablenken und gle­ichzeit­ig kann ich mich so bewusst für Run­den entschei­den, die von wenig Hun­debe­sitzern genutzt wer­den.

Wir fuhren also zu einem kleinen Wald­stück. Da ich mich und meinen Ori­en­tierungssinn kenne, entsch­ied ich mich zunächst für das typ­is­che “erst — ein­mal — ger­adeaus”. Irgend­wann ging es nicht mehr weit­er und ich entsch­ied mich links in den Wald zu gehen.

Hier war die Welt noch in Ord­nung 🙂

Der Wald­weg endete und ich musste mich entschei­den, ob ich weit­er­laufen oder umdrehen würde. “Ach, eigentlich sind wir ja nur ger­adeaus gegan­gen und dann links herum. Dann muss ich ja nur wieder ger­adeaus und dann mich dann wieder links hal­ten.”

Klingt doch ganz easy, oder?

Nach­dem der Weg aber irgend­wie end­los erschien und ich wed­er links noch rechts irgend­was sehen kon­nte, kamen so langsam die erste Fra­gen auf. Eigentlich kan­nte ich das Wald­stück. An welch­er Ecke nun Felder angren­zen soll­ten, war mir völ­lig unklar.

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Der Weg endete und wir kon­nte wieder in den Wald gehen. Doch war das eigentlich  noch das selbe Wald­stück?

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Durch diese Büsch hin­durch gelangten wir auf einen Weg.

Zum Umkehren waren wir eigentlich schon zu lange unter­wegs. In Gedanken bin ich noch ein­mal durchge­gan­gen, in welche Rich­tun­gen ich schon abge­bo­gen bin. Ich war mir sich­er, dass ich mich links ori­en­tieren müsste.

Noch immer frag ich mich, welche Funk­tion dieser Kreis hier erfüllen sollte.

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Mit dem Entschluss, mich links ori­en­tieren zu wollen, ging es weit­er.

Püp­pi war länger unter­wegs als je zuvor, aber tra­gen lassen, wollte sie sich keine Sekunde. Also nutzte ich eine kleine Pause, um im Navi zu schaun, ob wir über­haupt sind.

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Ziem­lich schnell war klar, dass wir uns in einem völ­lig anderen Wald­stück befun­den haben. “Links hal­ten” war natür­lich auch völ­lig falsch. Mit Navi in der Hand ging es weit­er.

Doch der kleine Punkt auf dem Navi wan­derte ein­fach nicht mit. “Hal­ten Sie sich süd — östlich.” Ich weiß wed­er wo Nor­den noch Süden ist. Hab mal gehört, man könne die Him­mel­srich­tung am Moos­be­fall eines Baumes able­sen, doch hier­mit enden meine Sur­viv­er — Qual­itäten auch schon.

Hin­ter eini­gen Bäu­men tauchte eine Sied­lung auf. Doch um dort eine Straße erken­nen zu kön­nen, hätte ich einen min­destens 5 Meter bre­it­en Fluss über­queren müssen.

Mein Navi zeigte diesen Fluss übri­gens gar nicht an. Stephan ver­suchte während dessen mich abzu­holen. Nach sein­er Auf­fas­sung müssten wir jeden Moment an eine Brücke gelan­gen, an der er uns abholen kön­nte.

Da war keine Brücke.

Der Weg ließ uns keine Wahl. Entwed­er mussten wir durch ein hoch gewach­se­nen Mais­feld oder wir mussten in ein weit­eres Wald­stück.

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Immer wieder flo­gen Flugzeuge über unsere Köpfe hin­weg. Doch ich war so damit beschäftigt, gedanklich den Weg durchzuge­hen, dass ich ein­fach nicht den richti­gen Schluss daraus gezo­gen habe. Immer wieder ver­suchte ich mich zu erin­nern, wann ich wo abge­bo­gen bin. Schließlich hätte ich unter Umstän­den den gesamten Weg zurück gemusst. Doch ich bin so oft einen Weg hineinge­gan­gen, umgekehrt und doch anders gelaufen, dass ich mich nicht mehr erin­nern kon­nte. Sah auch irgend­wie alles gle­ich aus.

Plöt­zlich ver­schwand unser Punkt im Navi. Ich staunte nicht schlecht. Wir waren nicht nur Lost, son­dern schlicht vom Bild­schirm ver­schwun­den. Irgend­wie gruselig.

Queen wurde müde. Ich fing an mir Sor­gen zu machen. Ist die Strecke zu viel für die bei­den? Was mache ich, wenn ein­er der bei­den gle­ich nicht mehr laufen kann? Bitte lass es Püp­pi sein 😀

Und wieder flog ein Flugzeug über uns hin­weg.

Wäre ich doch schon am Auto, welch­es ich am Wal­drand geparkt hat­te. An dem Wal­drand, der an den Flug­platz angren­zt. An den Flug­platz!

Endlich. Manch­mal fällt der Euro in Centstück­en.

Schnell war klar, dass ich ja nur schaun musste, in welche Rich­tung die Flugzeuge flo­gen. Schließtlich musste dort der Flug­platz sein.

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Nach kurz­er Zeit sahen wir den Flug­platz.

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Ihr kön­nt euch gar nicht vorstellen, wie lang so eine Lan­de­bahn sein kann. Gefühlt liefen wir auf jeden Fall min­desten 20 Minuten bis wir am Ende des eingezäun­ten Gelän­des angekom­men waren. Das Auto stand qua­si auf der anderen Seite des Flug­platzes.

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Wir mussten nur noch die Straße wieder hochlaufen und kamen nach über zwei Stun­den endlich am Auto an.

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Wir hat­ten Durst und ich hat­te richtig Heißhunger auf Kiwis. Bek­loppt oder? Gut, dass wir noch einige im Kühlschrank hat­ten 🙂

Quuen schlief direkt ein. Püp­pi räumte erst ein­mal die Spielzeugk­iste aus und wollte toben. Wirk­lich total irre die Kleine 😀

Wir alle haben den Aus­flug unbeschadet über­standen. Schließlich woll­ten wir eine Strecke gehen, auf der wir keine anderen Hunde tre­f­fen wür­den. Nun ja, wir haben schlicht nie­man­den getrof­fen. Also Mis­sion erfüllt, oder? 🙂

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5 thoughts on “Lost. Wie uns ein Flugzeug gerettet hat

  1. Hal­lo ihr drei! Oh ja… die liebe Ori­en­tierung. Da lan­det man manch­mal an den über­raschen­sten Orten. Deine Mädels fan­den den Aus­flug sich­er span­nend. *grins*
    Dieses den Flugzeu­gen nach­laufen kenne ich nur zu gut. Bei mir in der Nähe gibt es 3 kleine Flug­plätze (inkl. dem Segelfluggelände) und alle 3 sind bei wun­der­schö­nen Gas­si­we­gen. Meist lauf ich auch dort los, dann kann ich auf dem Rück­weg (der manch­mal auch sehr aben­teuer­lich sein kann) nach den Flugzeu­gen guck­en und hab meine Rich­tungsvor­gabe.

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shi­va

  2. Oh das kenne ich.
    Wir sind ja umge­zo­gen und hier ist ein richtig toller Wald. Let­ztens hat­ten wir DIE Idee: lass mal da lang!
    Am Ende sind wir ein­mal mit den Rädern um den, statt durch den ganzen Wald gefahren.…wir kamen 3 Dör­fer weit­er wieder raus. Nach über ein­er Stunde. Und der Hund? Immer vor­weg wie ein Geis­tes­gestörter.

    So sieht man immer­hin immer neue Eck­en 😉

    Ganz liebe Grüße
    Ani­ka und Adgi

  3. Hal­lo ihr drei!
    Na, da habt ihr aber Glück gehabt 😀 bin ich froh, dass der Wald bei uns nicht so groß ist, so kann ich mich nicht ver­laufen. 😉 aber wenig­stens hast du dein Ziel erre­icht, keine anderen Hunde zu tre­f­fen 😀

  4. Also ihr macht Sachen, hi hi 😀
    Der gelegte Kreis aus den Stöckchen ist vielle­icht der Hex­en­tanz­platz — also wo ihr euch rumtreibt… 😀
    Ein Glück ihr seid unbeschadet zurück gekom­men. 😉

    LG, J&C

  5. Hey ihr lieben drei, dass war ja grad richtig span­nend zu lesen. Da kann man aber auch Angst bekom­men. Gut das ihr alle unbeschadet heimgekom­men seid. Ganz liebe Pfoten­grüsse von Arthis und mir! ?

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