Martin Rütter — ein kritischer Blick ?>

Martin Rütter — ein kritischer Blick

Mar­tin Rüt­ter ist längst vom Hun­de­trainer zur Marke gewor­den. Jeder Hun­de­men­sch kennt ihn und auch die Nicht — Hun­debe­sitzer haben ihn schon mal “irgendwo im Fernse­hen” gesehen.

Ich gebe es gerne zu:

Ich habe alle seine Bücher gele­sen, habe all seine Kome­die — Pro­gramme besucht und die DVDs in meinen Regel ste­hen, habe mehrere Shirts aus einem Pro­gramm und einige Train­ing­suten­silien. Außer­dem gehen wir in seine Hundeschule.

Bin ich vielle­icht sogar ein Fan?

Vor meinem geisti­gen Auge sehe ich nun meine Mama und meinen Opa vor ihrem Tablet sitzen und laut “Jaaaa” schreien.

Ich hinge­hen würde das dur­chaus etwas dif­feren­zierter sehen.

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Seine Person

Nie erzählt, doch heute ver­rate ich es euch: Ich liebe ihn.

Das hat jetzt erst ein­mal nichts mit seinen Train­ingsmeth­o­den zu tun, denn dazu komm ich später. Ich mag ihn als Per­son. Er ist unglaublich lustig und nett. Ich kön­nte ihm stun­den­lang zuhören und zuse­hen. Dabei kann ich gar nicht genau sagen, woran es liegt. Doch irgend­wie hat er etwas, was mich total fasziniert. Schon weit bevor Queen ein­zog, habe ich regelmäßig seine Sendung auf VOX verfolgt.

Ich mag ihn ein­fach. Ich kann nichts dafür 🙂

Sein Leben im TV

Ich sauge alles, was von ihm im TV kommt auf wie ein Schwamm. Alles wird ange­se­hen und nach jeder Sendung bin ich trau­rig über das doch so schnell gekommene Ende.

Doch dabei darf man das alles nicht allzu ernst nehmen. Vor allem die Sendung “Der Hun­de­profi” auf VOX ist kein Erziehungsrat­ge­ber. Sie ersetzt keinen Hun­de­trainer. Außer­dem darf man nicht vergessen, dass die Fälle der­art geschnit­ten und zusam­megestellt wer­den, dass sie vor allem eins sind: unterhaltend.

Der Zuschauer soll sich gut unter­hal­ten fühlen. Der ein oder andere C — Promi in der Sendung oder lustige Spruch von Mar­tin Rüt­ter lock­ern das For­mat auf. Wochen­lang wer­den die Hunde von pro­fes­sionellen Train­ern seiner Hun­de­schule begleitet. All das wird nicht gezeigt. Die Fälle wer­den so geschnit­ten, dass der Zuschauer sich gut unter­hal­ten fühlt. Das darf man natür­lich nicht vergessen.

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Das Training nach Martin Rütter

Kom­men wir zu dem, was euch jetzt wohl am meis­ten interessiert.

Das Train­ing.

Ich finde es super, dass er stets auf das andere Ende der Leine schaut. Er stellt art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Fokus. Mit diesem Ansatz kann ich mich super iden­ti­fizieren. Genau wie er bin ich der Mei­n­ung, dass eine gute Bindung die Grund­lage für alles ist.

Hier­bei kommt oft der Fut­ter­beu­tel und all­ge­mein das Thema Fut­ter zum Ein­satz. Ich finde es prinzip­iell gut, wenn man viel mit Fut­ter belohnt. Oft sieht man Welpen, die für jeden Pups vollgestopft wer­den. Sind die Hunde erwach­sen, bleibt der Fut­ter­beu­tel Zuhause. Warum eigentlich? Der Meis­ter bekommt doch auch nicht weniger als der Lehrling? Queen und Püppi müssen sich auch einen Teil ihres Fut­ters erar­beiten und sie sind super happy damit.

Das Thema Fut­ter­beu­tel ist natür­lich nicht immer ein­fach. Wer nur seine Sendung ver­folgt, bekommt den Ein­druck, der Beu­tel sei die Lösung für alles. Ein nicht aus­ge­lasteter Hund soll mit den Beu­tel apportieren, genau wie ein Hund, der an der Leine pöbelt oder auf Artgenossen aggres­siv reagiert. Kann man all diese Fälle über einen Kamm scheren? Ist der Fut­ter­beu­tel das All­heilmit­tel für alle Probleme?

Sicher nicht.

Das fängt schon allein damit an, dass nicht jeder Hund für diesen Beu­tel zu begeis­tern ist. Klar kann man nun wie Rüt­ter emp­fiehlt, das Fut­ter nur noch aus dem Beu­tel geben und wenn der Hund nicht mitar­beitet, bekommt er eben nichts zu Fressen. Bei eini­gen Hun­den würde ich genauso ver­fahren. Bei anderen nicht. Wenn der Hund keinen Spaß hat, dann hat es auch der Zweibeiner nicht und dann bringt das alles nichts. Als Püppi noch nicht da war und Queen noch sehr schlecht gefressen hat, hat auch sie eine Zeit lang das gesamte Fut­ter aus dem Beu­tel bekom­men. Hat sie nicht mit­gemacht, gab es nichts. Nach spätestens zwei Tagen war sie so ver­schüchtert, dass sie schon unsicher wurde, wenn sie den Beu­tel nur sah. Heute arbeiten wir nach wie vor mit dem Fut­ter­beu­tel, aber nicht auss­chließlich. Püppi apportiert den Beu­tel auch schon ganz prima, aber wir nutzen ihn nicht täglich. Vielle­icht ein oder zwei mal pro Woche nehmen wir ihn mit. Dabei steht lediglich die Abwech­slung inner­halb der Beschäf­ti­gun­gen im Fokus.

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Ich würde mir wün­schen, dass nicht 80 % aller Fälle in seiner Sendung mit dem Fut­ter­beu­tel “gelöst” wer­den. Teil­weise bekommt man den Ein­druck, es gibt ca. 8 ver­schiedene Lösungsan­sätze. Das Prob­lem wird dann in eine dieser Schubladen gesteckt und mal schauen wo die Reise hingeht. Dem ist eigentlich gar nicht so, aber wer durch die Serie auf VOX kennt, kön­nte meinen dies sei das gängige Ver­fahren. Zudem wäre es toll, wenn man mehr von dem Train­ing sehen würde. Es geht vor allem um die Besuche von Mar­tin Rüt­ter, doch wäre es sicher inter­es­sant zu sehen, wie in der Zwis­chen­zeit trainiert wer­den würde.

Wer seine Bücher kennt, der weiß, dass er eigentlich viel dif­feren­zierter ist. Dort wird immer wieder davon gesprochen, dass alle Hunde anders sind und dass man indi­vidu­ell die richtige Beschäf­ti­gung finden muss.

Auch in der Hun­de­schule — zumin­d­est bei uns in der Stadt — wird inividu­ell auf den Hund ein­gan­gen. Ange­fan­gen von Fut­ter­beu­tel, bis hin zu Nase­nar­beit und Suchen von kle­in­sten Gegen­stän­den, über art­gerechter Beschäf­ti­gung auf den Spaziergän­gen, Reizan­gel­train­ing, Apportierkursen und und und ist eigentlich alles dabei.

Bei dem Thema “Maßregeln” bin ich immer etwas skep­tisch. Mar­tin Rüt­ter mag das ver­ant­wor­tungs­be­wusst machen. Er hat das richtige Tim­ing. Doch haben die Hun­debe­sitzer das auch? Ich bin kein Fan von Sprüh­hals­bän­dern und Train­ings­dics und wie die Dinger alle heißen.

Hunde, die nicht mitar­beiten oder “respek­t­los” erscheinen, bekom­men eben­falls einen ähn­lichen Train­ings­plan: Zunächst ein­mal darf der Hund nicht mehr aufs Sofa oder ins Bett. Alle Spielzeuge wer­den weg­geräumt und Fut­ter darf sowieso nicht herum­ste­hen. Zudem soll der Hund im Haus ignori­ert werden.

Würde Mar­tin Rüt­ter zu uns nach Hause kom­men, würde er wahrschein­lich die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen. Hier ste­hen drei große Kisten Spielzeug immer frei zugänglich im Wohnz­im­mer. Die Hunde schlafen im Bett und liegen auf dem Sofa. Über­all ste­hen Kör­bchen herum und die vie­len Tep­piche bieten den Hunde zahlre­iche Optio­nen strate­gisch zu liegen. Nicht sel­ten liegen Knab­ber­sachen irgendwo rum. Beide Hunde bunkern in ihren Kör­bchen und ich bekomm das nicht immer mit. Das Fut­ter wan­dert meist so gegen halb fünf in den Napf. Beide fressen, wenn sie Hunger haben. Manch­mal steht es bis spät abends in der Küche.

Ignori­ert wer­den die bei­den fast nie und Queen schon mal gar nicht, weil sie das total verun­sich­ern würde. Püppi ignori­eren wir, wenn sie wirk­lich auf­dringlich ist oder bet­telt. Anson­sten gehen wir gern auf die Wün­sche und Bedürfnisse unserer Vier­beiner ein.

In der Hun­de­schule wurde mir schon mehrfach ger­aten, die Ressourcen selbst einzuteilen. Das Spielzeug gehöre in eine ver­schlossene Box und das Fut­ter müsse nach kurzer Zeit weggestellt werden.

Kann man machen. Will ich aber nicht.

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Solange wir keine Prob­leme haben und alle glück­lich sind, sehe ich gar keinen Grund etwas zu ändern. Im Gegen­teil: Ich finde es super, wenn sie gemein­sam auf die Suche nach einem Spielzeug begeben, mit dem sie gemein­sam zergeln kön­nen. Sie machen nichts kaputt, gehen nicht an die Sachen der Zweibeiner, sind abruf­bar und hören auch sonst auf das, was wir möchten. Beim “Arbeiten” machen sie motiviert mit und auch sonst würde ich nichts im Zusam­men­leben mit den bei­den als “Baustelle” bezeichnen.

Also warum soll ich zum Ressourcen — Ver­wal­ter wer­den, wenn wir alle bestens zufrieden sind?

Ich mag seine Ansätze und sein Ver­ständ­nis von der Bindung zu einem Hund. Ich finde es super, dass er art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Mit­telpunkt stellt und sein Train­ing darauf aufbaut.

Manch­mal wün­sche ich mir etwas mehr Ini­di­vid­u­al­ität. Zum Teil fallen zu schnell pauschale Lösungsan­sätze. Mehr Ein­blick in die Zeit des Train­ings zwis­chen den Rüt­ters Besuchen würde sicher viele Hun­de­men­schen interessieren.

Alles in allem ist sein Ver­ständ­nis von dem Zusam­men­leben mit einem Hund das, womit ich mich am besten iden­ti­fizieren kann. Als ich ange­fan­gen habe mich mit seinen Meth­o­den und Ansätzen auseinan­derzuset­zen, entsprachen diese in sehr vie­len Punk­ten meinem Bauchgefühl.

Wie denkt ihr über Mar­tin Rüt­ter? Wie findet ihr seine Trainingsansätze?

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30 thoughts on “Martin Rütter — ein kritischer Blick

  1. Guten Mor­gen 🙂 

    Ich sehe das ganze ähn­lich wie du. Ich mag Herr Rüt­ter und fühle mich gut unter­hal­ten, wenn ich seine Sendung / Shows schaue. Auch meine Fam­i­lie schaut seine Sendung ganz gerne, was ich wirk­lich gut finde, weil sie dadurch anders (ich sag mal Bedürfnis­gerechter) mit Timmy umgehen.
    Was das Train­ing angeht: Es passt ein­fach nicht zu uns. Wir waren eben­falls in einer der Rüt­ter Hun­de­schulen, die Trainerin war super lieb aber die Meth­o­den fruchten bei Timmy null. Und ich hab eben auch so meine Prob­leme mit dem “der Fut­ter­beu­tel als All­heilmit­tel”. Wir waren damals wegen Tim­mys Leinen­führigkeit / Leinen­pö­belei dort und wir soll­ten mit Fut­ter­beu­tel trainieren. Timmy findet Fut­ter­beu­tel blöd. Inter­essiert ihn ein­fach nicht. Und ich lasse meinen Hund auch nicht hungern, nur damit er das Ding inter­es­sant findet. Außer­dem hab ich eben­falls ein Prob­lem mit den “Strafen”. Sprüh­hals­band, Wasser­flasche, diese Dosen zum schüt­teln… Die meis­ten Leuten wer­den es falsch anwen­den und damit mehr Schaden als Nutzen anrichten, denk ich. Aber das ist eben ein generelles Prob­lem bei solchen Sendungen. 

    Let­ztlich muss eh jeder für sich und seinen Hund die beste Train­ingsmeth­ode finden und ich bin mir sicher, dass er bzw seine Trainer vie­len helfen kön­nen. Für uns passt es nicht aber zur Unter­hal­tung mag ich Herr Rüt­ter gerne. 

    Liebe Grüße

  2. Hallo ihr 3!

    Ja, ich mag Mar­tin Rüt­ter sehr und finde auch viele seiner Ansätze wirk­lich super. Aber… ja, ein aber ist dabei. Es stimmt. Immer nur Fut­ter­beu­tel ist auch nix. Shiva findet ihn ganz inter­es­sant, aber nicht berauschend. Sie flippt fast aus vor Begeis­terung, wenn ich ein Zergel, einen Ball oder ein Stofftier zücke und klaut das auch. Der Fut­ter­beu­tel — ach, der ist ganz nett. Sie darf nicht dran zer­ren, sie darf ihn nicht mit­nehmen. Da findet die Beutelchen von dir viel besser, die darf sie nach dem Train­ing näm­lich leerfressen. 

    Ich liebe seine Shows und gucke auch gerne den Hun­de­profi an, aber es stimmt. Die Sendun­gen und die Shows sollen Spaß machen, unter­hal­ten und ein kleines biss­chen zum Nach­denken anre­gen. Das klappt her­vor­ra­gend und seine Bücher sind erstk­las­sig. Ich habe einige und das Sprachkurs Hund hat mir mit Shiva unglaublich gut geholfen, lei­der hab ich es ver­liehen und nie wieder bekom­men. Irgend­wann muss ich es mir mal wieder zulegen. 

    Mit der Wasser­flasche hab ich auch schon gear­beitet. Aber es stimmt, das Tim­ing muss 100% stim­men. Wenn das nicht klappt, dann ist es echt Käse. Shiva hab ich auf die Wur­fkette, Train­ings­discs und Wasser­flasche kon­di­tion­iert. Die Flasche findet sie beson­ders doof. Damit hab ich aber die Wespen­schnap­perei fast gän­zlich weg­bekom­men. Dafür ver­grätz ich mir meinen Hund doch gerne. Besser als wieder in den Hals gestochen.

    Flauschige Grüße
    San­dra & Shiva

  3. Hallo.
    Mar­tin Rüt­ter find ich gut, nur Schade das in der Sendung nicht zu sehen ist das da Wirk­lich dif­feren­zierter gear­beitet wird mit den Hunden.

  4. Für mich ist der Rüt­ter ein stin­knor­maler 0815 Hun­de­trainer, wie jeder andere Hun­de­trainer auch, der aber das Glück hatte ins Fernse­hen zu kom­men und daraus so richtig Profit zu schla­gen. Seine Show im TV ist so mit das Sinnlos­este was läuft und dient ein­fach nur der stu­piden Fernsehunterhaltung. 

    Genau wie du, bin ich der Mei­n­ung, dass in seiner VOX Sendung immer wieder das Gle­iche gezeigt und ver­mit­telt wird. Leute, die keine Lust haben Geld für einen Profi auszugeben, machen das was gezeigt wird nach und scheren sich nicht, ob das bei ihrem Tier über­haupt etwas bringt. Wenn sie es dann falsch anwen­den und es nichts bringt, sind sie verwundert. 

    Um Aufmerk­samkeit und Respekt zu erler­nen, wird lei­der viel zu oft entweder auf Fut­ter oder “Aufmerk­samkeit­sentzug” zurück gegriffen.
    Wie das in seiner Hun­de­schule unter seinen “Train­ern” aussieht kann ich nicht beurteilen. Ich würde aber auch niemals seiner “Hundeschulen-Kette” Geld in den Rachen schieben und es dort testen wollen. Denn wenn ich sehe, dass Herr (ach so toll) Rüt­ter zu einem Fall gerufen wird, bei dem ein Hund panis­che Angst hatte das Haus seiner Besitzer zu betreten und diesen Leuten daraufhin ger­aten wird, den Hund ein­fach wie bisher im Stall schlafen zu lassen … Sorry aber, wenn das auch den Leuten/ Mitar­beit­ern unter Rüt­ter so ver­mit­telt wird, dann sind das für mich keine pro­fes­sionellen Hun­de­trainer. Dann sind das eher Leute, die sich die leichten Fälle raus­picken und “Normalo-Hunden” weit­er­helfen aber sich bei Prob­lemhun­den mit Kom­pro­mis­sen abfinden. Das geht für mich gar nicht und als ich genau diese eben geschilderte Folge sah, war dieser Men­sch für mich rest­los gestor­ben. Einen (sinn­los) verängstigten Hund (dem man defin­i­tiv hätte helfen kön­nen!!) ein­fach seinem Schick­sal zu über­lassen, mit den Worten “Im Stall hat er es nachts ja warm und wenn es bisher für ihn so okay war, dann zwin­gen sie ihn ein­fach nicht ins Haus”, ist das Letzte!
    Und das war jetzt nur ein Beispiel…

    1. Der Hund hatte Angst vor einem Zim­mer und ist frei­willig ins Haus gekom­men, nur halt nicht in das Zim­mer. Ich fand diese Folge beson­ders gut, weil sie zeigt das man nicht an allem herum dok­tern muss, vor allen wenn das Prob­lem im All­tag gar kein Prob­lem ist.

      1. Ich habe die Folge auch gese­hen und der Hund hatte keine “panis­che Angst, das Haus zu betreten”. Hund und Hal­terin waren mit der Lösung zufrieden und es war ins­ge­samt eine ziem­lich entspan­nte Angele­gen­heit. Dem Hund ging es prima damit.

      2. Ich kann mich auch an die Folge erin­nern. War das nicht ein Golden Retriever (oder ähn­liches)? Ich hatte auch den Ein­druck, dass der Hund mit der Sit­u­a­tion im Reinen gewe­sen ist.

  5. Bin voll deiner Mei­n­ung. Genau das was ich über ihn denke, außer der eine Punkt. Ich glaube nicht das er Resourcen-Einteilung für jeden fordert, son­dern wirk­lich wo ein Prob­lem besteht. So habe ich das auch immer verstanden.
    Ich finde es eine gute Möglichkeit in einen Haushalt, wo es keine Struk­tur und Regeln gibt erst­mal welche zu etablieren. Zu zeigen, hey ich kann auch mal kon­se­quent sein.

  6. Hallo Sab­rina,

    ich sehe das auch ähn­lich. Ich mag den Rüt­ter auch total gern und sehe mir gerne seine Shows an. Es ist auch viel Wahres an seinen Witzen dran und klar, er kennt sich super gut mit Hun­den aus. Aber mit bes­timmten Erziehungsmeth­o­den bin ich auch nicht so wirk­lich ein­ver­standen. Ich habe die ein oder andere Baustelle mit meinem Hund, an der ich auch arbeite. Aber ich arbeite mit pos­i­tiver Ver­stärkung. Mit Sprühen, Zis­chen, Krach machen oder Zuhause ihm Bett/ Sofa/ Spielzeug ver­weigern, da weigere ich mich. Wir ignori­eren unseren Hund auch nicht, wenn er was von uns möchte. Und ich lasse mich auch von ihm zum Spie­len auf­fordern. 🙂 Und auch das Fut­ter stelle ich nicht nach 10 Minuten wieder weg, wenn er es mal nicht gegessen hat (kommt sel­ten vor, aber es kommt vor). Das bleibt solange ste­hen, bis er Hunger hat und es frisst.

  7. Die Sendung und die Shows von Mar­tin Rüt­ter finde ich super. Nur das mit dem Fut­ter­beu­tel klappt bei Charly über­haupt nicht. Und ich stimme dir zu, dass es besser wäre, wenn sie von dem Train­ing mehr zeigen wür­den. So entsteht schnell der Ein­drück, mit Wurt­stückchen kann man jedes Prob­lem lösen. Dem ist lei­der nicht so …

    Liebe Grüße
    Sonja & Charly

  8. Hey, das ist wieder ein schöner Artikel. Ich finde auch es ist schwer jeman­den und seine Arbeit nach einer TV-Sendung zu beurteilen. Da nehmen dann viel zu viele Leute vom TV darauf ein Einfluss.
    Einige seiner Bücher kenne ich auch und finde seine Gedanken und Ansätze auch toll. Aber es ist wie bei jedem Hun­de­trainer, man nimmt es als Grund­lage oder Anreiz etwas zu machen oder zu ändern, aber man muss gucken was zu einem und den Hund passt. So wie du es zum Beispiel mit der Ressourcen-Einteilung hältst, mache ich es auch. Warum etwas ein­teilen, wenn kein Prob­lem da ist?
    Leck­erchen später ab zu set­zen finde ich auch schade. Ich ver­suche auch immer was dabei zu haben und auch mal einen Pups zu belohnen. Ich meine let­z­tendlich kön­nen wir am besten beurteilen, womit unsere Hunde sich am wohlsten fühlen. Generell würde ich es schöner finden, wenn Sendun­gen über Tier­train­ing mehr eine Doku­men­ta­tion wären, als eine Unterhaltungsserie.
    liebe Grüße
    San­dra und Aaron

  9. Hallo Sab­rina!

    Ein toller Artikel.
    Ich mag Mar­tin Rüt­ter auch und schaue seine Sendun­gen auch immer gerne. Er ist mir auch sehr sym­pa­tisch und ich war glück­lich als ich eine Hun­de­trainerin bei mir in der Stadt gefun­den habe, die bei ihm gel­ernt hat Aber ich habe sie gewählt weil Lyko damals mit 18Monaten ein­fach nur ENERGIE pur war und ich das art­gerecht in Bah­nen lenken wollte und da meine Hun­de­trainerin: Social Walks, Fährte­nar­beit, Mantrailen, Longieren etc anbot, ging ich zu ihr als Kundin. Die Prob­leme kamen dann mit der Zeit. Lyko ist ja ein Kon­trol­leti und pöpelt draußen an der Leine alles an.
    Ich nahm ein Einzel­train­ing, hörte aber nichts neues (denn ich hatte die Erfahrung von 2 Schäfer­hun­den und inge­samt 4 Hundetrainer/-Schulen) und somit machte ich lieber inten­siv Mantrailen und Fährtar­beit, arbeitet an der Bindung, dem Ver­trauen gab mir große Mühe draußen Lyko gut zu führen. Ich bin mit unseren Fortschrit­ten sehr zufrieden.

    Ich möchte etwas auf Deine Aus­sagen eingehen.
    “Er stellt art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Fokus.”
    Kannst Du bitte näher erläutern? Du schreibst zwar unten dass Du es Dir wün­scht, dass nicht alle Prob­leme mit dem Fut­ter­beu­tel gelöst wer­den und das die Sendun­gen ja gekürzt und geschnit­ten ist, aber ich habe schon häuftig gedacht: da ist ein unter­forderter Hund im Train­ing, ein Hund der keine Bindung zu dem Besitzer hat, man schmeißt etwas Fut­ter­beu­tel und schon ist alles paletti.
    Warum wird nicht mal Fährte­nar­beit zumin­d­est ANGESPROCHEN? Es gibt soooo viele tolle Indoorbeschäf­ti­gung mit dem Hund, die auch gut für Aus­las­tung und Bindung ist, als nur Dummyschmeißen…

    Ich würde mir wün­schen, dass nicht 80 % aller Fälle in seiner Sendung mit dem Fut­ter­beu­tel “gelöst” wer­den. Teil­weise bekommt man den Ein­druck, es gibt ca. 8 ver­schiedene Lösungsansätze.”
    JAJAJAJAJAJAJA, das finde ich auch.
    Meine Trainerin hat beim aller­sten Ken­nen­lern­ter­min mir auch einen Dummy verkaufen wollen, ich hatte ihn schon in zweifacher Aus­fer­ti­gung. Lyko nimmt draußen keinen Dummy. Er apportiert für sein Leben gern, weil er eben ein Balljunki ist, aber er nimmt dafür kein Leck­erchen. Außer­dem war der stärk­ste Feuerwehr-Schlauch-Aportel nach 3 Monaten durchgekaut und gesab­bert und nur noch für die Müll­tonne geeignet. 

    Auch in der Hun­de­schule — zumin­d­est bei uns in der Stadt — wird inividu­ell auf den Hund ein­gan­gen. Ange­fan­gen von Fut­ter­beu­tel, bis hin zu Nase­nar­beit und Suchen von kle­in­sten Gegen­stän­den, über art­gerechter Beschäf­ti­gung auf den Spaziergän­gen, Reizan­gel­train­ing, Apportierkursen und und und ist eigentlich alles dabei.”
    Ja genau darauf habe ich bei meiner Trainerin, die wie gesagt bei M.R gel­ernt hat, aber selb­st­tändig ist, geachtet: das bre­ite Auslastungsprogramm!!

    Hunde, die nicht mitar­beiten oder “respek­t­los” erscheinen, bekom­men eben­falls einen ähn­lichen Train­ings­plan: Zunächst ein­mal darf der Hund nicht mehr aufs Sofa oder ins Bett. Alle Spielzeuge wer­den weg­geräumt und Fut­ter darf sowieso nicht herum­ste­hen. Zudem soll der Hund im Haus ignori­ert werden.”
    Lyko hat hier anfangs sehr gemassregelt.
    ER hat einen ange­sprun­gen, hat ger­am­melt, gemotzt, Ressourchen vertei­digt dass es nicht mehr schön war.
    Es ist nicht schön, wenn ein Jungspund zäh­ne­fletschend auf dem Bett liegt –ohne Erlaub­nis– sich nicht anfassen läßt und das Bett verteigt.
    zuerst habe ich das Zim­mer ver­lassen und die Tür hin­ter mir geschlossen. Das kon­nte er gar­nicht haben, wenn ich außer­halb seines Kon­troll­bere­ich war. Also kam er hin­ter­her und ich hatte ihn streßfrei vom Bett unten, beim 3. Mal hatte er gel­ernt und ich mußte sogar eine Wasser­spritze ein­set­zen um ihn run­terzubekom­men. Solche Sit­u­a­tio­nen gab und gibt es häu­fige und man muß ein­fach einen Weg finden um zu einem Ergeb­nis zu kom­m­men. Igno­ranz ist bei mir immer erstes Mit­tel der Wahl: ignori­eren und weggehen…

    Das Spielzeug gehöre in eine ver­schlossene Box ”
    Lyko hat tausend spiel­sachen und kaputte Bälle dür­fen nicht weggeschmis­sen wer­den. Neulich hat er mit einen wegge­wor­fe­nen Ball wieder aus dem Mülleimer gefis­cht und den ganzen Tag nicht aus den Augen gelassen.
    So eine Große Box für all die Spiel­sachen hätte ich nicht und Schubladen oder Schränke sind ander­weitig voll um da Spiel­sachen zu verstauen.

    Manch­mal wün­sche ich mir etwas mehr Inidividualität. .”
    Ja genau, wie ich oben anfangs schon sagte. Nie wird auch nur ange­sprochen, dass es sehr schöne, art­gerechte, viel­seit­ige Aus­las­tung für einen Hund gibt es mehrmals am Tag Beu­tel zu schmeißen.…

    Gruß Silke + Lyko

    1. Erst ein­mal vie­len Dank für deinen aus­führlichen Kom­men­tar. Da wir ja in vie­len Punk­ten der gle­ichen Mei­n­ung sind, gehe ich mal gezielt auf deine Frage ein.
      Mar­tin Rüt­ter stellt art­gerechte Beschäf­ti­gung in den Fokus, weil auch er der Mei­n­ung ist, dass auf diese Weise eine Bindung zu dem Hund entsteht und der Hund eine Auf­gabe braucht. In seinen Büch­ern geht er deut­lich stärker auf die unter­schiedlichen Beschäf­ti­gung­sop­tio­nen ein. Erst let­zte Woche ist hierzu ein Buch von ihm erschienen.
      In der Sendung steht der Fut­ter­beu­tel deut­lich im Mit­telpunkt und auch in der Hun­de­schule ist er oft Thema. So richtig toll find ich das nicht, weil mir hier die Ini­di­vid­u­al­ität fehlt. Queen arbeitet gerne mit dem Beu­tel, hat aber null Bock den stumpf zu apporiteren. Sie sucht ihn lieber. Und so ver­stek­cen wir ihn in der Woh­nung oder im Wald.
      Mit meiner Aus­sage meinte ich vor allem, dass das Thema art­gerechte BEschäf­ti­gung oft darüber entschei­det, ob das Zusam­men­leben mit einem Hund klappt oder nicht. Eine art­gerechte Beschäf­ti­gung ist ele­men­tar wichtig und mir gefällt, dass er das auch so sieht.

  10. Hallo! *wink*

    Ein toller Artikel, wirklich!
    Wenn man jeman­den gut findet, neigt man im
    all­ge­meinen dazu, alles undif­feren­ziert durch die “rosarote Fan-Girlie-Brille” zu betrachten. 🙂

    Das darf auch mal sein. 

    Auch ich habe alles von Mar­tin Rüt­ter aufgesaugt.
    Klar bin ich durch seine Sendun­gen und Comedy-Shows auf ihn gekommen.
    Er hat mich ein­fach gut unter­hal­ten. Die humor­volle Sicht auf Dinge, die man sonst nie hin­ter­fragt hat, macht Lust auf mehr Input.
    Und siehe da, selbst seine Fach­lit­er­atur überzeugt duch Wis­sen um die Ver­hal­tens­bi­olo­gie, Lern­ver­hal­ten und Kommunikation.
    Ohne dabei allzu “trocken” zu wirken.
    Meine Hündin und ich haben uns auch von einem seiner Coaches helfen lassen und ich bereue nicht einen Euro oder eine Minute. 

    Klar ist seine Bekan­ntheit und seine Sendung per­fekte Wer­bung für ihn und wie du schon sagst: unterhaltsam. 

    Doch als intel­li­gen­ter Men­sch erkennt man natür­lich, dass es ein TV-Konzept ist, welches meist nicht der Real­ität entspricht. 

    Und das der Fut­ter­beu­tel oder die Wasser­flasche keine All­heilmit­tel sind, die für jedes Mensch-Hunde-Team passt. 

    Und genau das ist Fluch und Segen zugleich.
    Segen, weil die Men­schen durch das Medium TV erfahren, dass Erziehung nur durch Beziehung funk­tion­iert und es Ver­hal­tensweisen gibt beim Hund, mit denen sie sich nicht abfinden müssen.
    Fluch deshalb, weil das TV-Konzept unkri­tis­chen Hun­de­hal­tern vor­gaukelt, dass in diesen 45 eine Anleitung gegeben wird, Prob­leme beim eige­nen Hund wegzubekommen. 

    Das ist fatal.
    Denn nicht jedes Prob­lem basiert auf dem sel­ben Ursprung.
    Hunde sind kom­plexe Per­sön­lichkeiten und sie haben es ver­di­ent, nicht im Schubladen­denken ein­ge­ord­net zu wer­den und “ther­a­piert” zu werden.
    Son­dern als Indi­viduum gese­hen und behan­delt zu werden.
    Und ein sach­licher Blick einer unbeteiligten Per­son hilft da wirklich.
    Als Men­sch hat man natür­lich die Ver­ant­wor­tung, die Per­son zu wählen, die nach dem Konzept arbeitet, von dem man per­sön­lich überzeugt ist. 😉 

    Und ich lasse mich gerne von wis­senschaftlich belegten und erprobten Fak­ten überzeugen.
    Gut, men­schlich muß es auch passen. Da gibt es natür­lich keine Garantie drauf, dass es auch passt. 😀

    Kurz und gut, stimme dir in allen Punk­ten zu und denke nicht, dass Queen und Püppi auf­grund nicht von dir zugeteil­ter Resourcen die Weltherrschaft anstreben. 😀 

    Liebe Grüße

    Sabine

  11. Auch wenn manche Train­ingsmeth­o­den nicht so ganz das Gelbe vom Ei sind, so hat Rüt­ter doch unge­heuer viel dazu beige­tra­gen, dass Men­schen, die nie ein Hun­de­buch lesen oder zu einem Hun­de­trainer gehen wür­den, ihren Hund mit anderen Augen sehen und ihn besser ver­ste­hen. Er hat viele Leute über­haupt erst dafür sen­si­bil­isiert, dass ein Hund eigene Bedürfnisse hat, die über Fressen, Geschäfte erledi­gen, Kör­bchen und ab und zu mal Kraulen hin­aus­ge­hen. Das hat er geschafft, weil er ein net­ter, angenehmer Typ ist, dem man gern zuhört. Nicht jeder Hun­de­trainer ist fernse­htauglich. Durch seine Art gelingt es ihm, dass Massen zuschauen und das kann man eigentlich nur begrüßen. Ich denke nicht, dass der Ein­druck erweckt wird, das sei alles easy zu machen. In jeder Sendung fällt der Satz: “Da kommt ganz viel Arbeit auf Sie zu” min­destens ein­mal. Es ist immer die Rede von kleinen Schrit­ten, von Geduld und monate­langer Arbeit. Es wird viel Wert auf Bindung gelegt, auf Ver­trauen und alter­na­tives Ver­hal­ten. Das ist alles prima. An das Beu­telschmeißen glaube ich auch nicht und ich denke auch nicht, dass ich für meinen Hund jemals “span­nen­der” sein kön­nte als ein Kan­inchen­bau. Mir kommt es auch so vor, als wür­den für die Sendung Paten­trezepte aus­gepackt. Aber trotz­dem: Mit seiner unter­halt­samen und pos­i­tiven Art hat er auch viel Sin­nvolles in hoher Ein­schaltquote ver­bre­itet und damit das Ver­ständ­nis für Hunde in Deutsch­land ins­ge­samt verbessert.

  12. Tja ich schreibe dann wohl mal eine andere Mei­n­ung ..aber nur ganz kurz .. ICH kenne ihn schon aus der Zeit wo wir mit 10 Leuten in Erft­stadt in einer alten ver­rauchten Kneipe seinen ersten Worten lauschten .. lei­der hat er sich seit dieser zeit DEUTLICH zu seinem Nachteil, weg von seiner ursprünglichen Absicht hin zum totalen Kom­merz verän­dert .. schade .. aber Geld und erfolg machen Leute .. nicht immer gute …
    Was die Meth­o­den angeht .. naja ehrlich ..was ist an Fut­ter­beu­tel, Rap­pel­dose, Reizan­gel und co denn schon neu .. oder anders .. es ist 08/15

    1. Oh das ist echt inter­es­sant. Du hast ihn gekannt bevor er berühmt wurde? Wow. Vielle­icht hast du ja die Möglichkeit ein wenig mehr darüber zu berichten…

    2. Naja. Rüt­ter erzählt ja frei von der Leber weg, dass er damals ganz viele Hun­de­bücher gele­sen hat, um alles mögliche an seiner Mina auszupro­bieren. Dann hat er das an Wis­sen und Meth­o­den über­nom­men und zusam­mengestellt, was ihn überzeugt hat. Ich habe jeden­falls nie irgendwo gehört, dass er behauptet hat, eine brand­neue Meth­ode erfun­den zu haben. Allerd­ings war damals die pos­i­tive Ver­stärkung ja noch längst nicht so pop­ulär wie heute und er hat wesentlich zur Ver­bre­itung beige­tra­gen. Ganz neben­bei gesagt macht er auch das Hun­de­train­ing generell pop­ulär und ver­hilft damit vie­len Hun­de­schulen zu Kund­schaft, die nicht zu Rüt­ters D.O.G.S. gehören. Für einen ganz durch­schnit­tlichen Hun­debe­sitzer sind die besagten Hil­f­s­mit­tel über­haupt nicht 08/15, son­dern neu. Dafür kann Rüt­ter aber nix. Ob er per­sön­lich und men­schlich ein Dreck­sack gewor­den ist, kann ich natür­lich nicht beurteilen, weil ich ihn nicht kenne. Geld ver­di­enen finde ich aber per se nicht verurteilenswert und ich wüsste auch nicht, warum Hun­de­trainer nicht kom­merziell denken soll­ten. Er ist ja kein Jazzmusiker, der plöt­zlich Par­tykracher komponiert.

      1. Ich denke auch, dass er so ganz viel Gutes getan hat. Allein durch seine Sendun­gen und seine Auftritte im TV denken Leute über Beschäf­ti­gungsmöglichkeiten nach und sind viel sen­si­bler im Umgang mit ihren Hun­den gewor­den. Ich würd es echt inter­es­sant finden, mehr über seine Anfänge zu erfahren…

  13. Sehr inter­es­sant, dass über den Rüt­ter fast über­all eine ein­hel­lig pos­i­tive Mein­ubg besteht.
    Ich finde ihn als Enter­tainer ok, aber als Trainer finde ich ihn und seine Schule (zumin­d­est die Sachen die die Leute hier in Ham­burg erzählen und sich dann oft zu meiner Trainerin ret­ten) nichts beson­deres und die Einzel­ter­mine wer­den oft­mals 0815-mäßig mit einer Check­liste abgear­beitet und wenn man sagt:“nö kön­nen wir nicht machen, weil wir bar­fen und mein Hund nicht das Fut­ter son­dern mich toll finden soll”, gibt es quasi keine Alternativen.
    Und was ich auf der einen Seite erschreck­end aber dann auch wieder logisch finde (wie erzieht man sich näm­lich treue Kun­den; indem man ihnen weiß macht, dass ein Hund mind. 2 aus­gewach­sene Hob­bies braucht, die dann natür­lich bei ihm gebucht wer­den kön­nen!) finde ist, dass alles immer auf “art­gerechter Beschäf­ti­gung” aufzubauen scheint. Da muss der Hund leck­erchen suchen, da muss er mil­itärisch abgelegt wer­den und “bleeeeeeib” machen, und da wer­den lustige “Klin­gel­spielchen” bei Bell­prob­le­men mit noch mehr Leck­erli trainiert. Resul­tat sind dann durchkon­di­tion­ierte Hunde die ohne dauernde Kom­man­dos gar nicht mehr wis­sen was sie zu tun haben (näm­lich eigentlich ein­fach mal entspan­nen und den All­tag mit Her­rchen und Frsuchen genießen). Aber nein; der Hund pöbelt an der Leine und es wird ihm noch extra Aufmerk­samkeit in Form von dauern­dem Üben und Train­ing geschenkt, anstelle ein­fach mal den Hal­ter zu betra­chten (der ist ja eigentlich meist der jenige mit den Prob­le­men nicht die richti­gen Führungsqual­itäten zu haben) und es wird ver­sucht hoch jagdlich motivierte Vis­zlas oder Weimis ver­sucht mit “Dum­mys” von jagen “abzu­lenken”. Das ist aber immer nurSymp­tombekämp­fung. Als schlimmes Beispiel fällt mir da die Filge mit der panis­chen Dalmi­hündin ein,wo den Besitzern auch null ver­mit­telt wurde, wie sie ihrer Hündin Sicher­heit ver­mit­teln kön­nen und er sie “nur um mal zu gucken was passiert” der großen Dogge aus­ge­setzt hat und der Hund sich fast eingepinkelt hat.Was ich ihm aber in der let­zten Sendung mal hoch anrech­nen muss und hoffe, dass er sich gewun­dert hat, wie viele Hunde “vogel­frei” durch den Park liefen wo er mit den Dack­eln war. Aber auch da: lustige Such­spielchen im Park, keine Ver­mit­tlung an die Frau wie sie ihre kleine Dack­elmäd­chen sou­verän vor anderen Hun­den schützen kann. Schade bei seiner Reich­weite wäre es toll, wenn er mal ein biss­chen über den Teller­rand schaut.

    1. Sorry, aber das sehe ich gar nicht wie du.
      SChau dir doch mal eine Hun­de­schule von Rüt­ter selbst an. Ich finde, dass man das erst beurteilen kann, wenn man es selbst miter­lebt und ange­se­hen hat. Eine Mei­n­ung auf­grund von dem Gerede anderer ist meiner Mei­n­ung nach immer grenzwertig.
      Wenn man mit seinem Hund Such­spiele macht und ihm ein “Sitz bleib” gibt, hat das nichts mit “mil­itärisch” zu tun. Das ist ein völ­lig geplatzierter Begriff in diesem Zusam­men­hang. Meine Hunde machen täglich Such­spiele und es macht ihnen Spaß. Auch wir bauen kleine Übun­gen zur Impul­skon­trolle ein. Das trägt zudem zur Abwechlsung bei.
      Ich bin auch kein Fre­und davon, dass jeder Hund mehrere Hun­de­sportarten machen muss. Das hat mit art­gerechter Hal­tung nichts mehr zu tun. Aber dass du ein ein­faches Able­gen schon als “mil­itärisch” beze­ichnest, ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar.
      Ich belohne auch mit Lecek­erlis. Zwar auch mit Spielein­heiten oder ähn­lichem aber auch mit Leck­erlis. Desh­lab sind meine Hunde aber nicht “durchkon­di­tion­iert”. ich arbeite mit pos­i­tiver Bestärkung und das ist mir auch wichtig. Wieso sollte ich meine Hunde nicht belohnen? Queen ist ein sehr unsicherer Hund. Wir brauchen Struk­tur im All­tag. Beloh­nun­gen nehmen ihr die Unsicherheit.
      ich finde deine Ansicht sehr engstrinig. Man muss über den Teller­rand etwas mehr hin­aus­blicken. Und ich würde mir eine HUn­de­schule auch selbst anse­hen, bevor ich schlecht darüber rede…

    2. Wenn ich mir eines auf unseren Gas­sirun­den manch­mal wün­schen würde, dann wären das “durchkon­di­tion­ierte Hunde”, die auf Kom­man­dos warten. Ich kann Dir ver­sich­ern, dass DAS hier nicht das Prob­lem ist, an dem die Hun­de­com­mu­nity krankt. 😀
      Natür­lich kann man manche Meth­o­den kri­tisieren und ablenken ist sicher nicht immer das einzig Wahre. Aber das wurde hier ja auch schon öfter angesprochen.

  14. Ist ja OK, jeder kann ja darüber eine andere Mei­n­ung haben. Aber zum Glück bin ich bei unserer Huschu sehr gut aufge­hoben und bekomme da halt nur die Fälle mit, die mit D.O.G.S (wie gesagt halt nur die “Fil­iale” hier in Ham­burg betr­e­f­fend) nicht zufrieden waren und die mit Leck­erlis und Dauerbe­spas­sung (“der Hund ist nur verträglich, wenn er TÄGLICH Pro­gramm hat”) nicht weit­ergekom­men sind. Das trägt sicher­lich zu dem nicht so pos­i­tiven Bild bei, was das Fran­chise hier in HH hat. Wobei man ja sagen muss, dass Herr Rüt­ter nicht über­all sein kann und ständig guckt was die Leutchen in den jew­eili­gen Städten so machen.
    Aber wie gesagt, fand ich (unab­hängig von dem “realen Huschu All­tag”) die zwei genan­nten Beispiele mit der Dalmi Hündinn und den zwei hys­ter­ischen Dack­el­damen ein­fach unglück­lich für die Hunde. Vll ist das in den Schulen wirk­lich anders aber das TV For­mat zeigt mir, wie gesagt zu wenig wirk­liche Hal­ter­schu­lung und die Bedürfnisse der Hunde wer­den zu sehr nach “Beschäf­ti­gung” als nach Ori­en­tierung (und damit meine ich eben nicht locken durch Leck­erli oder Spiely) am Hal­ter ausgerichtet.
    Die zwei anderen Hunde, die nicht bei uns in der HuSchu aber bei Rüt­ter sind, die ich kenne (bei­des Rüden) mussten in sehr jun­gen Jahren auf anraten der Trainerin kas­tri­ert wer­den. Dabei waren die ein­fach nur ein biss­chen führungs­los und mit den ganzen Kom­man­dos überfordert.
    Und ich finde z.B. dass Spiel nichts mit Kom­man­dos und Impul­skon­trolle zu tun hat. Wenn ich mit Tino spiele gibt es keine Kom­man­dos außer vll ein “Schluss” wenn er wirk­lich zu doll macht; aber Spiel bedeutet bei uns toben und Spass. Alles andere mit “Able­gen”, “Warten”, “Schmeis­sen”, “Holen” fällt für mich ein­fach in die Kat­e­gorie “Arbeit” und hat nichts mit dem All­tag zu tun. “Arbeit” ist bei uns auch mal ne Runde Dummy oder ZOS und dafür gibts auch “Ent­loh­nung” in Form von Leck­erli und natür­lich Lob (max 1–2 die Woche). Kann man machen, aber ich finde, wenn ein Hund was jeden Tag absolvieren muss schon hart und er kommt in eine per­ma­nente Erwartung­shal­tung. Mein Hund ori­en­tiert sich an mir, weil er mich begleiten darf und wir auch mal ein Späßchen zusam­men haben, aber dieses ständige über­prüfen des Gehor­sams fände ich per­sön­lich ziem­lich anstren­gend und bei einem Hund ohne Will to Please gar nicht mach­bar, da er immer wieder hin­ter­fragt und ander­sherum warten grade unsichere Hunde dann ja immer darauf was das näch­ste Kom­mando ist und kom­men nicht dahin zu merken; hey die Entschei­dung tre­ffe ich zu meinem eige­nen Vorteil; “Frauchen find­ets gut und ich bekomme Selb­stver­trauen.” Und damit meine ich nicht meinen Hund ein­fach machen zu lassen und ihn bei “Fehlver­hal­ten” zu regle­men­tieren, son­dern ich gebe ihm ein Ver­hal­ten vor und gebe Anerken­nung, wenn er von selbst drauf kommt mich nach zu machen. (Ste­hen­bleiben, wenn ich ste­hen bleibe, Entspannt an Hun­den vor­bei gehen, zu Hause entspan­nen, weil ich nicht dauernd seine Aufmerk­samkeit durch Ansprache ein­fordere etc.)
    Klar gibt es auch immer Beispiele von Leuten, die ihren Hund verküm­mern lassen und oder die, die keine Bindung zum Hund haben und ihn in 100 meter “Vogel­frei” rum­tur­nen lassen. Aber ich denke, dass es noch andere Sachen außer Kon­di­tion­ierung und Gehor­samkeitsabfrage bzw. dauern­dem Gren­zen set­zen gibt und ich finde, dass ist schon sehr weit “out of the box” gedacht. 😉 Jeder, der sich mit seinem Hund beschäftigt macht das ja nach bestem wis­sen und gewis­sen und ich wollte damit ja auch nie­man­den angreifen, aber so Promis wie Herr Rüt­ter polar­isieren nun mal. 😉

    1. Darüber ließe sich wirk­lich lang disku­tieren. Ich denke aber, man darf nicht außer Acht lassen, dass die Hun­de­hal­ter in der Sendung ja ein ganz bes­timmtes Ver­hal­ten prob­lema­tisch finden. Und das wird dann nun mal beack­ert. Dass es immer ein Prob­lem der Bindung ist, wenn der Hund abhaut, halte ich für einen ver­bre­it­eten Irrtum. Und auch das finde ich mächtig ide­al­isiert: “Ich gebe ihm ein Ver­hal­ten vor und gebe Anerken­nung, wenn er von selbst drauf kommt mich nach zu machen. (Ste­hen­bleiben, wenn ich ste­hen bleibe, Entspannt an Hun­den vor­bei gehen, zu Hause entspan­nen, weil ich nicht dauernd seine Aufmerk­samkeit durch Ansprache ein­fordere etc.)” Dann bin ich mal ges­pannt, wie der Hund von selbst drauf kom­men soll, dass er draußen keinen Unrat frisst oder Mäuse jagt. Dass ich kein schimm­liges Brötchen vom Boden aufhebe und meine Nase nicht in Maus­löcher stopfe, beein­druckt meinen Hund jeden­falls nicht im geringsten.

      1. Klar, disku­tieren kann man gerne. Weil ich auch denke, dass es ein lohnenswertes Thema ist. 🙂
        Dass es meist ein bindung­sprob­lem, wenn der Hund die völ­lig hirn­ris­sige und ressourcenver­schwen­dende Tätigkeit des sinnlosen hin­ter­her het­zens, aber auch leinen­pö­belns, halte ich weder für einen Irrtum noch für weitver­bre­itet. Die meis­ten Hun­de­hal­ter sprechen ihrem Tier doch den eige­nen Ver­stand voll­ständig ab und sagen “Der hat Jagdtrieb, der ist im Tun­nel, der ist nicht ansprech­bar” etc. Aber das Hunde sehr wohl und sehr schnell ein vorgebenes Ver­hal­ten nach­machen und somit andere Dinge als meine Aufmerk­samkeit und Anerken­nung dadurch automa­tisch irrel­e­vant wer­den, ist nicht wirk­lich weit ver­bre­itet. Die meis­ten HuSchus und somit auch die meis­ten Hal­ter denken ja, dass Hunde so blöd wären und nicht wüssten was wir von ihnen wollen und durch ständi­ges Trainieren die Hunde im “Gehor­sam” gehal­ten wer­den. Aber das ist wirk­lich ein Thema für sich und bet­rifft nicht nur Mar­tin Rüt­ters Stil, son­dern die meis­ten klas­sis­chen Trainer.
        Es geht dabei übri­gens nicht darum den Hund zu “beein­drucken” oder “abzu­lenken” mit meinem Verhalten.
        Was du sagst, dass ein bes­timmtes Prob­lem in den Fol­gen beack­ert wird und dann, wie schon gesagt nur symp­to­ma­tisch ver­sucht wird am Hund rum zutrainieren, anstatt mal zu schauen wos beim Herrchen/Frauchen hakt (und dass ist ja meist nicht, dass sie ein­fach die Leinen­führigkeit nicht mit genü­gend “motivation/Leckerli usw.” aufge­baut haben) son­dern, dass die es eine generelle Unsicher­heit und Ohn­macht ist, dem sich die Hal­ter gegenüberse­hen, finde ich halt schade.
        Ich schließe das mal mit Gün­ther Bloch aus der aktuellen Dogs “Hunde brauchen viel beziehungsrel­e­vante Zeit, am besten draußen in der Natur.” Das heißt aber nicht dass andauernd irgend­was fliegt, gesucht oder apportiert wer­den muss, son­dern dass man ein­fach mal geschmei­dig zusam­men die Zeit genießt. 🙂

        1. Ich finde es inter­es­sant auch mal anders auf das Thema zu schauen. In vie­len Din­gen muss ich dir Recht geben.
          Lange habe ich gedacht, so etwas wie “der Hund ist im Tun­nel” gibt es nicht. Allerd­ings hat Queen ein­mal richtig Panik bekom­men und war nicht mehr ansprech­bar. Hat mich nicht mehr erkannt und ist ein­fach nur ger­annt. Sonst haben wir eine Bezei­hung zueinan­der, die nicht enger sein kön­nte. Doch “der Hund ist im Tun­nel” gibt es wirk­lich. Ob das nun auf den jagen­den Hund zutrifft weiß ich nicht. Queen hat auch gejagt und ich habe es kom­plett in den Griff bekom­men. Wir kön­nen an einem Kan­ninchen vor­beilaufen ohne dass ich etwas sagen muss. Das gilt auch für andere Wildtiere.
          Was BLochs Aus­sage bet­rifft so denke ich dass es auf die meis­ten Hunde zutrifft aber eben nicht auf alle. Püppi wäre glück­lich wenn wir durch den Wald ziehen wür­den, ein wenig ent­decken udn gemein­san Zeit ver­brin­gen. Queen fänd das auch super aber es würde ih eben nicht reichen. Sie ist ein Arbeit­shund. Wenn sie keine Auf­gaben bekommt, wird sie unglück­lich. Man sieht ihr das richtig an. Und ein­fach nur stumpf Leck­erlis schmeißen reicht da nicht. Die muss richtige Auf­gaben lösen und mit dem KOpf arbeiten. Sonst ist sie unaus­geglichen. Erst fängt sie an Mist zu bauen, dann wird sie unruhig und schließelich liegt sie nur noch in der Ecke und sieht ultra unglück­lich aus. Aus­geglichen und zufrieden ist sie nur wenn sie arbeiten kann. Es gibt Hunde, die sind nun mal so.
          Ich halte eine Menge von Bloch aber ich hüte mich vor ver­all­ge­mein­ern­den Aus­sagen. Das ist ja auch genau das Prob­lem vieler Trainer. Jeder Hund ist kom­plett unter­schiedlich. Viel zu schnell wird der HUnd in eine Schublade gesteckt und eine Patentlö­sung angewen­det. Oft wird man dem tier hier­mit nicht gerecht.

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